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Full text of "Literaturblatt für germanische und romanische Philologie 21.1900"

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Literaturblatt 

für 

srmanische und romanische Philologie. 


Herausgegeben 


von 


Dr. Otto Behagh 6 1 und 

o. ö. Professor der germanischen Philologie 
an der Unlverslt&t Gleiten. 


Dr. Fritz Neumann 

o. ö. Professor dor romanischen Philologie 
an der Universit&t Heidelberg. 


Verantwortlicher Redakteur: Prof. Dr. Fritz Neumann. 


Einundzwanzigster Jahrgang. 
1900 . 



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Leipzig. 

Verlag von 0. R. Reisland. 


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G. Otto’* Hof-Buehdruokeroi in Darmstadt. 


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Register 



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I. Verzeichnis der bisherigen Mitarbeiter des Literaturblatts. 


Altbof, Dr. Herrn., in Weimar. 

t Alton. Dr. Johann, Gymnasialprofessor und Privatdozent 
an der Universität in Wien. 

Amira, Dr. K. von, Hofrat und Prof, an der Universität 
München. 

Andersßon, Dr. Herrn., in Karlskrona. 

An gl ade, J., Prof, in La Roche sur Yon. 

Anitschkow, E., in Paris. 

Appel, Dr. C M Prof, an der Universität Breslau, 
t Arnold, Dr. W.. Prof, an der Universität Marburg, 
f Asher, Dr. D., Kgl. Gerichtsdolmetscher in Leipzig. 
Ausfeld, Dr. Ad., Gymnasialprofessor in Baden-Baden. 
Aymeric, Dr. J., Handelsschuloberlehrer in Leipzig. 

Bachmann, Dr. A.. Gymnasiallehrer und Universitätsprofessor 
in Zürich. 

t Baechtold, Dr. J., Prof, an der Universität Zürich. 

Bah der, Dr. K. v., Prof, an der Universität Leipzig. 
Bahlmann, Prof.Dr.P., Bibliothekar an der K. Paul. Bibliothek 
in Münster i. W. 

Baist, Dr. G., Prof, an der Universität Freiburg i. B, 
Bangert, Dr. F., Direktor des Realprogymnasiums zu Oldesloe 
(Holstein). 

Bartholomae, Dr. Uhr., Prof, an der Universität Giessen, 
f Bartsch. Dr. K.. Geh. Rat und Prof, an der Universität 
Heidelberg. 

Bassermann, Dr. Alfred, in Heidelberg, 
t Bech, Dr. Fedor, Gymnasialprofessor a. D. in Zeitz, 
t Bech stein, Dr. R., Prof, an der Universität Rostock. 
Bechtel, Dr. F., Prof, an der Universität Halle. 

Becker, Dr. Ph. A., Prof, an der Universität Pest. 

Becker, Dr. Rhld., Direktor der Oberrealschule in Düren. 
Behaghel, Dr. 0., Geh. Hofrat u. Prof. a. d. Universität Giessen. 
Behren8, Dr. D., Prof, an der Universität Giessen. 

Berger, Dr. Heinr., in Breslau. 

Berger, Dr. K., Gymnasiallehrer in Bensheim. 

Berlit, G., Gyiünasialprofessor in Leipzig, 
t Bernhardt, Dr. E„ Gymnasialprofessor in Erfurt. 

Berni, H.. Prof, in Konstanz. 

Betz, Dr. Louis P.. Privatdozent an der Universität Zürich. 
Bielschowsky, Dr. Albert, Gymnasialoberlehrer a. D. in 
Berlin; 

Bindewald. Dr. 0., Realgymnasialprofessor a. D. in Giessen. 
Binz, Dr. G„ Universitätsbibliothekar u. Professor in Basel. 
Birch-Hirschfeld, Dr. A.. Prof, an der Universität Leipzig. 
Biszegger, Dr. W., Redakteur der Neuen Züricher Zeitung 
in Zürich. 

Blau, Dr. Max, Prof, am Adelphi College in Brooklyn. 
Blaum, Dr., Lycealprofessor in Strassburg i. E. 

Bobertag, Dr. F., Realgymnasialprofessor und Privatdozent 
an der Universität Breslau. 

Bock, Dr. Karl, in Hamburg. 

Böddeker, Dr. K., Realgymnasialprofessor in Stettin, 
t Bäh me, F. M., Prof, in Dresden. 

Böhme. Dr. Oskar, Realschuloberlehrer in Reichenbach i.V. 
Boer, R. C„ in Leeuwarden. 

Bohnenherger, Dr. K., Prof, und Bibliothekar an der 
Universität Tübingen. 

Boos. Dr. H., Prof, an der Universität Basel. 

Borsdorf, Dr. W., Prof, an der Wales-Universität in Aberyst- 
wyth (England). 

t Bradke, Dr. P. v., Prof, an der Universität Giessen, 
t Brandes, Dr. H.. Prof, an der Universität Leipzig. 
Brandl, Dr. A., Prof, an der Universität Berlin. 

Brandt, H. 0. G., Prof, in Clinton (N.-Y. Nordamerika). 


Branky, Dr. F., Kais. Rat und Prof, an der K. K. Lehrerinnen- 
Bildungsanstalt im Civil-Mädchen-Pensionat in Wien, 
t Breitinger, Dr. H., Prof, an der Universität Zürich. 
Bremer, Dr. 0.. Prof, an der Universität Halle a. S. 
Brenner, Dr. 0., Prof, an der Universität Wiirzburg. 
Brenning, Dr. E.. Ordentl. Lehrer an der Städt. Handelsschule 
in Bremen. 

Breymann, Dr. H., Prof, an der Universität München. 

Bright, Dr. James W., in Baltimore (Nordamerika). 
Bruckner, Dr. Wilh., Privatdozent an der Universität Basel. 
Brugmann. Dr. K., Geh. Hofrat u. Prof, an der Univ. Leipzig, 
f Brunnemann, Dr. K., Realgymnasialdirektor (Elbing) a. D., 
Dürkheim a. H. 

f Buchholtz, Dr. H., Gymnasiallehrer in Berlin. 

Buck, Dr. phil., Lycealoberlehrer in Kolmar. 

Biilbring, Dr. K. D., Prof, an der Universität Bonn. 
Burdach, Dr. Konrad, Prof, an der Universität Halle a. S. 

f Caix, Dr. Napoleone, Prof, am Istituto di Studi sup. in 
Florenz. 

f Canello, Dr. l T . A., Prof, an der Universität Padua. 
Cederschiöld, Dr. G., Prof, an der Universität Lund, 
f Cihac, A. v., in Wiesbaden. 

Cloetta, Dr. W., Prof, an der Universität Jena. 

Coelho, F. A., Prof, in Lissabon. 

Cohn, Dr. Georg, Prof, an der Universität Zürich. 

Collin. Dr. .T., Privatdozent an der Universität Giessen. 
Cornu, Dr. J., Prof, an der Universität Prag, 
f Crecelius, Dr. W., Gymnasialprofessor in Elberfeld. 

Dahlerup, Dr. V.. in Kopenhagen. 

Dahn. Dr. Fel., Geh. Regierungsrat und Prof, an der Universität 
Breslau. 

Dannheifser, Dr. E„ Kgl. Reallehrer in Ludwigshafen. 
David, Dr. E., Redakteur und Landtagsabgeordneter in Mainz- 
Mombach. 

Devrient, Dr. Hans, in Weimar. 

Diemar, Dr. H., Privatdozent an der Universität Marburg i. H. 
Dietz, Dr. Karl, Ord. Lehrer an der Hauptschule in Bremen. 
Dorn, Dr. Wilh.. Lehramtspraktikant in Mannheim. 
Drescher, Dr. Karl, Prof, an der Universität Bonn. 
Droysen. Dr. G.. Prof, an der Universität Halle. 

Düntzer. Dr. H.. Prof, und Bibliothekar in Köln. 

Ebeling. Dr. Georg, in Charlottenburg, 
t Edzardi, Dr. A., Prof, an der Universität Leipzig. 
Ehrismann. Dr. G., Privatdozent an der U ni versität Heidelberg. 
Einenkel, Dr. E.. Prof, an der Akademie Münster i. W. 
Elster. Dr. E.. Prof, an der Universität Leipzig. 

Fath. Dr. F., Prof, in Karlsruhe. 

Finnur Jonsson. Dr., in Kopenhagen. 

Fischer, Dr. H., Prof, an der Universität Tübingen. 
Förster, Dr. Paul. Gymnasialprofessor in Berlin-Friedenau. 
Foerster, Dr. W., Geh. Regierungsrat, Prof, an der Universität 
Bonn. 

f Foth, Dr. K„ Oberlehrer in Doberan i. M. 

Fränkel. Dr. L., Kgl. Reallehrer und vorm. Hochschuldozent 
in Aschaffenburg. 

+ Franke. Felix, in Sorau. 

Franz. Dr. W., Prof, an der Universität Tübingen. 

Frey. Dr. Ad., Professor an der Universität Zürich. 
Freymond. Dr. E., Prof, an der Universität Bern. 
Fritsche, Dr. H., Realgymnasialdirektor in Stettin. 

Fulda. Dr. Ludwig, in Charlottenburg. 

Die Redaktion. 


• Für Berichtigungen za obigem MitarbelterTerzeiohniss werden wir stete dankbar sein. 


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VII 


1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. (Register.) 


VIII 


Gallöe. Dr. J., Prof, an der Universität Utrecht. 

Gärtner, Dr. Th., Prof, an der Universität Innsbruck, 
t Gaspary, Dr. A., Prof, an der Universität Göttingen. 
(iäster, Dr. Moses, Rabbiner der portugies.-jüdischen Ge¬ 
meinde in London. 

Ganchat, Dr. L., Privatdozent an der Universität Zürich. 
Gebhardt, Dr. Aug., in Nürnberg. 

Geist, A., Realschulprofessor in Traunstein. 

Gelbe. Dr. Th.. Realschuldirektor a. D.. Schulrat in Leipzig. 
Gilli£ron, J.,,Maitre de Conferences an der 6cole pratique 
des Hautes-Etudes in Paris. 

Giske. Dr. H., Gymnasialoberlehrer in Lübeck. 

Glöde, Dr. 0., Gymnasialoberlehrer in Doberan. 

Goerlich, Dr. E., Realgymnasialoberlehrer in Dortmund. 
Goetzinger, Dr. Wilh., Lehrer in St. Gallen. 
Goldschmidt. Dr. M., Oberlehrer an der Samsonschule in 
Wolfenbüttel. 

Golther. Dr. W., Prof, an der Universität Rostock. 
Gombert, Dr. A., Gymnasialprofessor in Gross-Strehlitz 
(Oberschi.). 

Grienberger, Dr. Th. Reichsritter v., Privatdozent an der 
Universität Wien. 

Grimme, Dr. Fr., Gymnasialoberlehrer in Metz. 

Gröber, Dr. G., Prof, an der Universität Strassburg. 

Groos, Dr. K., Prof, an der Universität Basel. 

Groth, Dr. E. J., Oberlehrer an der Städtischen höheren 
Mädchenschule in Leipzig. 

Gundlach, Dr. A., Gymnasialoberlehrer in Weilburg a. L. 

Haas, Dr. Jos., Prof. a. d. Höh. Mädchenschule in Freihurg i.B. 
Hagen, Dr. Paul, in Lübeck. 

Harnack. Dr. 0., Prof, an der teclm. Hochschule in Parmstadt. 
Haupt, Prof. Pr. H., Oberbibliothekar in Giessen. 
Hausknecht, Dr. E., Prof, und Direktor der Obcrrealschule 
in Kiel. 

Heine, Dr. Karl, Theaterdirektor und Dramaturg in Breslau. 
Helm, Dr. K., Privatdozent an der Universität Giessen. 
Helten. Dr. W. L. van. Prof, an der Universität Groningen. 
Henrici, Dr. Emil, Realgymnasialprofessor in Berlin. 

Herr mann, Dr. M., Privatdozent an der Universität Berlin. 
Hertz, Dr. Wilh. Ritter von. Prof, an der techn. Hochschule 
in München. 

Herz, Dr. J., Oberlehrer am Philantropin (Realschule) in 
Frankfurt a. M. 

Herzog, Dr. E., Privatdozent an der Universität Wien. 
Heuckenkamp, Dr. F., Privatdozent an der Universität Halle. 
Heusler, Dr. A., Prof, an der Universität Berlin. 

Heyck, Dr. E.. Universitätsprofessor a. D. in München. 

Hey mann. Dr. Wilh., Gymnasialoberlehrer in Bremen. 
Heyne, Dr. M., Geh. Regierungsrat und Prof, an der Universität 
Gättingen. 

Hintzelmann, Dr. P., Universitätsbibliothekar in Heidelberg. 
Hippe. Dr. Max. Stadtbibliothekar in Breslau. 

Hirt, Dr. H., Prof, an der Universität Leipzig. 

Höf er, Dr. A., Gymnasiallehrer in Wiesbaden. 

Hoffmann-Krayer, Dr. E.. Prof, an der Universität Basel. 
Holder, Prof. Dr. A.. Hofbibliothekar in Karlsruhe. 

Holle, Karl, Gymnasialdirektor in Waren. 

Holstein, Dr. H.. Prof, und Gymnasialdirektor in Wilhelms¬ 
haven. 

Holthausen, Dr. F., Prof, an der Universität Kiel. 

Hoops, Dr. J., Prof, an der Universität Heidelberg. 

Horn, Dr. Wilh.. Lehramtsaccessist in Giessen. 

Horning, Dr. A., Prof, in Strassburg i. E. 

Huber. Dr. Eugen, Prof, an der Universität Bern. 
Hnmbert, Dr. 0., Gymnasialprofessor in Bielefeld. 
Hunziker, J., Hauptlehrer an der Kantonschule in Aarau. 

Ive, Dr. A., Prof, an der Universität Graz. 

Jantzen, Dr. H., in Breslau. 

Jarnik. Dr. J. U., Prof, an der czechischen Universität Prag. 
•Tellinek. Dr. M. H.. Prof, an der Universität Wien. 
Jellinghaus, Dr. Herrn., Direktor des Realprogymnasiums 
in Segeberg (Schl.-IL). 

Jiric-zek, Dr. Otto L., Prof, an der Universität Breslau. 
Johansson. Dr. K. F„ in Upsala. 

Joret, Charles. Prof, in Aix-en-Provence. 

.Tostes, Dr. F., Prof, an der Akademie Münster i. W. 

Kahle, Dr. B., Prof, an der Universität Heidelberg. 


Kalff, Dr. G., Gymnasiallehrer in Utrecht. 

Kaluza, Dr. M., Prof, an der Universität Königsberg. 

Karg. Dr. Karl, Oberlehrer in Darmstadt. 

Karsten, Dr. G., Prof, an der Universität von Indiana 
(Bloomington, N.-A.). 

Kauffmann, Dr. Fr., Prof, an der Universität Kiel. 

Keidel, Dr. G. C., Associate in Romance Languages in the 
Johns Hopkins University, Baltimore. 

Kellner, Dr. L., Realschulprofessor und Privatdozent an der 
Universität in Wien. 

Kern, Dr. H., Prof, an der Universität Leiden. 

Kern, Dr. J. H., Prof, an der Universität Groningen. 
Klapperich, Dr. J., Oberrealschul-Oberlehrer in Elberfeld. 
Klee, Dr. G., Gymnasialprofessor in Bautzen. 

Klinghardt, Dr. H., Oberlehrer in Rendsburg. 

Kluge, Dr. Fr., Prof, an der Universität Freiburg i. Br. 
Knieschek, Dr. J., Gymnasialprofessor in Reicbenberg(Böhm.). 
Knigge, Dr. Fr.. Gymnasialoberlehrer in Jever. 

Knörich, Dr. W., Direktor der Städt. Mädchenschule in 
Dortmund. 

Koch, Dr. John, Realgymnasialoberlehrer in Berlin, 
t Koch, Dr. K., Gymnasialoberlehrer in Leipzig. 

Koch, Dr. Max, Prof, an der Universität Breslau. 

Kock, Dr. Axel, Prof, an der Universität Lund, 
t Kögel, Dr. R., Prof, an der Universität Basel, 
t Köhler, Dr. Reinh., Oberbibliothekar in Weimar, 
t K öl hing, Dr. Eugen, Prof, an der Universität Breslau. 
Koeppel, Dr. E., Prof, an der Universität Strassburg. 
Koerting, Dr. G., Geh. Regierungsrat und Prof, an der 
Universität Kiel. 

f Koerting, Dr. H., Prof, an der Universität Leipzig. 
Köster, Dr. A., Prof, an der Universität Leipzig. 
Koschwitz, Dr. E., Prof, an der Universität Marburg i. H. 
Kossmann, Dr. E., in Tiel (Holland), 
f Kraeuter, Dr. J. F., Oberlehrer in Saargemünd. 

Kraus, Dr. F. X., Geh. Hofrat u. Prof. a. d. Univ. Freiburg i. Br. 
f Krause, Dr. K. E. H., Direktor des Gymnasiums in Rostock. 
Kressner, Dr. A., Realschuloberlehrer in Kassel. 

Krüger, Dr. Th.', in Bromberg. 

Krummacher, Dr. M., Direktor der höh. Mädchenschule in 
Kassel. 

Kühler, Dr. A., Kgl. Gymnasiallehrer in Münnerstadt. 
Kühn, Dr. K., Realgymnasialprofessor in Wiesbaden. 
Kummer, Dr. K. F., Prof, und k. k. Schulinspektor in Wien. 

Lachmund, Dr. A, Realgymnasiallehrer in Ludwigslust 
(Mecklenburg). 

t Laistner, I)r. L., Archivar in Stuttgart. 

Lambel, Dr. H., Prof, an der Universität Prag. 
Lamprecht, Dr. phil., in Berlin. 

Lang, Henry R., Prof. d. Yale University, New Haven (Conn.). 
Larsson, Dr. L., in Lund. 

Lasson, Prof. Dr. A., Realgymnasial- und Universitätsprof. 

zu Berlin (-Friedenau), 
t Laun, Dr! A.. Prof, in Oldenburg. 

Lehmann, Dr. phil., in Frankfurt a. M. 

Leitzmann, Dr. A.. Prof, an der Universität Jena, 
t Lemcke, Dr. L., Prof, an der Universität Giessen. 

Lenz, Dr. Rud., Universitätsprofessor in Santiago de Chile. 
Levy, Dr. E., Prof, an der Universität Freiburg i. B. 
Lidforss, Dr. E., Prof, an der Universität Lund, 
t Liebrecht, Dr. F., Prof, an der Universität Lüttich. 
Lindner, Dr. F„ Prof, an der Universität Rostock. 

Lion, Prof. Dr. C. Th.. Schuldirektor a. D. in Eisenach. 
Ljungren, Lic. phil. Ewald, Bibliotheksassistent in Lund, 
f Loeper, Dr. Gustav v., Wirkl. Geh. Ober-Regierungsrat in 
Berlin. 

Löschhorn, Dr. Karl, Direktor und Oberlehrer in Dresden. 
Loubier, Dr. Jean, in Berlin-Zehlendorf. 

Löwe, Dr. phil., in Strehlen. 

Ludwig. Dr. E, Gymnasialoberlehrer in Bremen. 

Lundeil, I)r. J. A., Prof, an der Universität Upsala. 

Maddalena, Dr. E. Lektor an der Universität Wien. 
Mahrenholtz. Dr. R.. Gymnasialoberlehrer a. D. in Dresden. 
Mangold. Dr. W., Gymnasialprofessor in Berlin. 

Mann, l)r. Max Fr.. Gymnasialoberlehrer in Leipzig. 
Marold, Dr. K.. Gymnasialprofessor in Königsberg. 
Martens, Dr W.. Gymnasialprofessor in Konstanz. 

Martin, Dr. E., Prof, an der Universität Strassburg i. E. 
Maurer, Dr. K. v., Geh. Rat u. Prof, an der Universität München. 


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IX 


1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. (Register.) 


X 


Meier, Dr. John, Prof, an der Universität Basel. 

Meyer, I)r. E. H., Prof, an der Universität Freiburg i. B. 
f Meyer, Dr.Fr., Hofrat u. Prof, an der Universität Heidelberg. 
Meyer. Dr. K., Prof, an der Universität Basel. 

Meyer, Dr. R., Oberlehrer in Hannover. 

Meyer-Lübke, Dr. W., Prof, an der Universität Wien. 
Michaelis de Vasconcellos, Dr. phil. Carolina, in Porto. 
Mi Ich sack, Dr. G., Prof, und Bibliothekar in Wolfenbüttel. 
Minckwitz, Dr. M. J., in Karlsruhe. 

Minor, Dr. .T., Prof, an der Universität Wien. 

Misteli. Dr. F., Prof, an der Universität Basel. 

Mogk, Dr E., Realgymnasialoberlehrer und Prof, an der 
Universität Leipzig. 

Morel-Fatio, A., SecrStaire de l'ficole des Chartes in Paris. 
Morf, Dr. H., Prof, an der Universität Zürich. 
Morgenstern, Dr. 0., Redakteur an der Leipziger Volks- 
Zeitung in Leipzig-Lindenau. 

Morsbacli, Dr. L., Prof, an der Universität Göttingen. 
Much, Dr. Rud.. Privatdozent an der Universität Wien. 
Müller (-Fraureuth). Dr. K. W., Oberlehrer in Dresden. 
Müller. Dr. F. W., in Haarlem. 

Muncker, Dr. F., Prof, an der Universität München. 

Muret, Dr. E., Prof, an der Universität Genf. 

Mussafia, Dr. A., Hof rat und Prof, an der Universität Wien. 

Nader, Dr. E.. Gymnasialprofessor in Wien. 

Nagele, Dr. A., Prof in Marburg in Steiermark. 

Nerrlich, Dr. P., Gymnasialprofessor in Berlin. 

Netoliczka, Dr. Osk.. Gymnasialprofessor in Kronstadt 
(Siebenbürgen). 

Neumann, Dr. Carl, Prof, an der Universität Heidelberg. 
Neumann, Dr. Fritz, Prof, an der Universität Heidelberg. 
Neu mann. Dr. L., Prof, an der Universität Freiburg i. B. 
f Nicol, Henry, in London. 

Nörreuberg, Dr. 0., Bibliothekar an der Universitäts-Biblio¬ 
thek in Kiel. 

Nyrop* Dr. Kr., Prof, an der Universität Kopenhagen. 

Oncken. Dr. W., Geh. Hofrat u. Prof. a. d. Universität Giessen. 
Osthoff, Dr. H., Hofrat u. Prof, an der Universität Heidelberg. 
Ott mann, Dr. H., Realgymnasiallehrer in Giessen. 

Otto, Dr. H. L. W., in Leipzig. 

Pakscher, Dr. A., Direktor der Berlitz-School, Dresden. 
Panzer, Dr. Friedr., Privatdozent an der Universität Frei¬ 
burg i. Br. 

Pariser, Dr. L., Königl. Gerichtsassessor a. D. in München. 
Passy. Dr. Paul, Prof, und Directeur-adjoint der ficole des 
hautes ötudes (Paris) in Neuilly-sur-Seine. 

Paul, Dr. H. Prof, an der Universität München. 

Pauli, Dr. K., Prof, am Lyceum in Lugano, 
f Peiper, Dr. R., Gymnasialprofessor in Breslau. 
Petersens, Dr. Carl af, Bibliothekar in Lund. 

Petzet, Dr. Erich, Sekretär an der Hof- und Staatsbiblio¬ 
thek in München. 

Pfaff, Dr. F., Universitätsbibliothekar in Freiburg i. B. 
Philippide, A., Prof, an der Universität Jassy. 
Philippsthal, Dr. R., Realgymnasiallehrer in Hannover. 
Picot, Dr. E., Consul honoraire, Prof, an der ficole des 
langues orientales vivantes in Paris. 

Pietsch, Dr. Paul, Universitätsprofessor (Greifswald) in 
Berlin. 

Piper, Dr. Paul, Gymnasialprofessor in Altona. 
Proescholdt, Dr. L., Direktor der Garnierschule in Friedrichs¬ 
dorf i. T. 

Rad low. Dr. E., in St. Petersburg. 

Rajna, Pio, Prof, am Istituto dei studi sup. zu Florenz. 
Raynaud, G., sous-biblioth<caire au departement des inanu- 
scrits de la Biblioth^que nationale in Paris. 

Regel, D. £.. Prof, und Oberlehrer in Halle. 

Reinhard, Karl, Lehramtspraktikant in Baden-Baden. 
Reinhardstöttner, Dr. K. v.. Privatdozent an der techn. 

Hochschule und Prof, am Cadettencorps in München. 

Reis, Dr. H., Lehramtsassessor in Mainz. 

Reissenberger, Dr. K., Direktor der Oberrealschule in Bielitz. 
Restori. A., Prof, in Messina. 

Reuschel, Dr. Karl, Gymnasiallehrer (Dreikönigsschule) in 
Dresden-N. 

Rhode, Dr. A., in Hagen i. W. 
isop, Dr. A., Realschuloberlehrer in Berlin. 


Roethe, Dr., Prof, an der Universität Göttingen. 

Rolfs. Dr. W., Hofrat in München. 

Ropp, Dr. G. v. d., Prof, an der Universität Marburg. 
Rossmann, Dr. Phil., Real gymnasial Oberlehrer in Wiesbaden, 
t Rudow, Dr. Wilh., Redakteur in Grosswardein (Ungarn). 

Sachs, Dr. K., Realgymnasialprofessor a. D. in Brandenburg. 
Salvioni, Dr. C., Prof, an der Universität Pavia. 

Sallwürk, Dr. E. v.. Geh Hofrat und Oberschulrat in Karls¬ 
ruhe. 

Sarrazin, Dr. G., Prof, an der Universität Breslau, 
f Sarrazin, Dr. Jos., Prof, in Freiburg i. B. 

Scartazzini, Dr. J. A., Kirchenrat und Pfarrer in Fahr¬ 
wangen (Aargau). 

Schelf er- Boichor st, Dr. P., Prof, an der Universität Berlin. 
Schick, Dr. Jos.. Prof, an der Universität München. 

Schild, Dr. P., Secundarlehrer in Basel. 

Schläger, Dr. Gg.. Realschullehrer in Glauchau i. S. 
Schleussner, Dr. W., Gymnasiallehrer in Darmstadt 
Schlösser, Dr. R., Privatdozent an der Universität Jena. 
Schmidt. Dr. Johan, Gymnasialprofessor in Wien. 
Schnabel, Dr. Bruno, Reallehrer an der Königl. Industrie¬ 
schule in Kaiserslautern. 

Schneegans, Dr. Ed., Prof, an der Universität Heidelberg. 
Schneegans, Dr. H., Prof, an der Universität Würzburg. 
Schnell, Dr. H., Realgymnasialoberlehrer in Altona. 
Schneller, Uhr., Hofrat, K. K. Landesschulinspektor a. D. 
in Innsbruck. 

Schnorr v. Carolsfeld. Dr. Hans, Oberbibliothekar der 
Universitätsbibliothek in München. 

Scholle, Dr. F.. Oberlehrer in Berlin. 

Schröder, Dr. R., Geh. Rat u. Prof, an der Univ. Heidelberg. 
Schröer. Dr. A., Prof an der Universität Freiburg i. B. 
Schröer, Dr. K. J.. Prof, an der techn. Hochschule in Wien. 
Schröter, Dr. A., Bibliothekar an der Landesbibliothek in 
Wiesbaden. 

Schuchardt, Dr. H., vorm. Prof, an der Universität Graz. 
Schul lerus, Dr. A., Prof, am evang. Landeskirchenseminar 
A. B. in Hermannstadt. 

Schulte, Dr. A., Prof, an der Universität Breslau. 
Schultz-Gora, Dr. 0., Prof, an der Universität Berlin. 
Schulze, Dr. Alfr., Bibliothekara. d. Kgl. Bibliothek in Berlin, 
f Schwan. Dr. E.. Prof, an der Universität Jena. 

Seel mann, Dr. W.. Königl. Oberbibliothekar in Berlin. 
Seemüller, Dr. J.. Prof, an der Universität Innsbruck. 
Seiler, Dr. F., Secundarlehrer in Basel. 

Settegast, Dr. Fr., Prof, an der Universität Leipzig. 

Sieb eck, Dr. H.. Geh. Hofrat u. Prof, an der Univ. Giessen. 
Siebert. Dr. Ernst, in Berlin. 

Siebs, Dr. Theodor, Prof, an der Universität Greifswald. 
Sievers, Dr. E., Prof, an der Universität Leipzig, 
f Sittl, Dr. K., Prof, an der Universität Würzburg. 

Socin, Dr. A., Prof, an der Universität Basel. 

Söderhjelm, Dr. W.. Prof, an der Universität Helsingfors. 
Söder wall, Dr., Prof, an der Universität J^und. 

Sold an, Dr. G., Prof, an der Universität Basel. 
Spiller-Suter, Dr. R., Gymnasiallehrer an der Kantonsschule 
in Frauenfeld (Thurgau). 

Sprenger, Dr. R., Realgymnasialprofessor in Northeim i. H. 
I Staaf, Dr. E., Privatdozent an der Universität Upsala, 
f Stähelin, Dr. R., Prof, an der Universität Basel. 
Stengel, Dr. E., Prof, an der Universität Greifswald. 
Stiefel, A. L.. Prof, an der Kgl. Industrieschule in München. 
Stjernström, Dr. G., Bibliothekar in Upsala. 

Stirnming, Dr. A., Prof, an der Universität Göttingen. 
Ötorm, Dr. J., Prof, an der Universität Ohristiania. 
t Stratmann, Dr. F. H„ in Krefeld. 

Strauch, Dr. Ph., Prof, an der Universität Halle. 
Stürzinger, Dr. J.. vorm. Prof, an der Universität Würzburg. 
Stuhr mann. Dr. .T., Gymnasialdirektor in Deutsch-Krone. 
Subak, Dr. J., in Brünn (Mähren). 

Suchier, Dr. H.. Prof, an der Universität Halle. 
Sulger-Gebing. Dr. Emil, Privatdozent an der Techn. 
Hochschule in München. 

Sütterlin, Dr. L., Prof, ander Universität und Töchterschul¬ 
professor in Heidelberg. 

Symons, Dr. B.. Prof, an der Universität Groningen. 

Tardel, Dr. Hermann, Stadt. Oberlehrer in Bremen. 
Täuber. Dr. U., in Winterthur. 

f Ten Brink, Dr. B., Prof, an der Universität Strassburg i. E. 


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XI 


1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. (Register.) 


XII 


Thurneysen, Dr. R.. Prof, an der Universität Freiburg i. B. 
Tiktin, Dr. H., in Jassy. 

Tobler, Dr. A.. Prof, an der Universität Berlin, 
t Tobler, Dr. L., Prof, an der Universität Zürich. 
Toischer, Dr. W., Gymnasialprofessor und Privatdozent in 
Prag. 

f Tomanetz. Dr. K., Gymnasialprofessor in Wien. 

Trojel, Dr. E.. in Kopenhagen. 

Tümpel, Dr. H., Gymnasialoberlehrer in Bielefeld. 

Ul brich, Prof. Dr. 0., Direktor der Friedrich-Werderschen 
Oberrealschule zu Berlin. 

Ullrich, Dr. H., Oberlehrer an der höh. Handelslehranstalt 
in Chemnitz. 

Ulrich, Dr. J., Prof, an der Universität Zürich. 

Unterforeher, Dr. A., Prof, in Eger. 

Usener. Dr. H.. Geh. Regierungsrat und Prof, an der Uni¬ 
versität Bonn. 

Varnhagen, Dr. H.. Prof, an der Universität Erlangen. 
Vercoullie. Dr. J., Prof, in Gent. 

Vetter, Dr. F., Prof, an der Universität Bern. 

Vetter, Dr. Th.. Prof, an der Universität Zürich. 

Vietor, Dr. W., Prof, au der Universität Marburg i. H. 
Vising, Dr. .J., Prof, an der Universität Gotenburg. 
Vockeradt. Dr. H.. Gymnasialdirektor in Recklinghausen. 
Vogt, Dr. F., Prof, an der Universität Breslau. 

Volkelt, Dr. J., Prof, an der Universität Leipzig. 
Vollmöller. Dr. K., Universitätsprofessor a. D.. in Dresden. 
Voretzsch, Dr. C., Prof, an der Universität Tübingen. 

Vossler, Dr. K., Privatdozent an der Universität Heidelberg. 

Waag. Dr. A.. Oberschulrat und Privatdozent an der Techn. 

Hochschule in Karlsruhe. 

Wac-k, Dr. G., Gymnasialoberlehrer in Kolberg. 
Wackernagel. Dr. J., Prof, an der Universität Basel. 
Waidberg. Dr. M. Frh. v., Prof, an der Universität Heidelberg. 
Wallensköld, Dr. A., Dozent an der Universität Helsingfors. 


Walther, Dr. Wilh., Prof, an der Universität Rostock. 
Warnke, Dr. K., Gymnasialprofessor in Koburg. 

Wätzold, Prof. Dr. 8t., Geh. Regierungsrat in Berlin. 
Wegener, Dr. Ph., Gymnasialdirektor in Neuhaldensleben. 
Weidling, Dr. Friedr., in Jena. 

Wein hold, Dr. K., Geh. Regierungsrat und Prof, an der 
Universität Berlin. 

Weissenf eis, Dr. R., Universitätsprofessor a. D. in Frei¬ 
burg i. B. 

Wendriner, Dr. Richard, in Breslau. 

Wendt, Dr. G., Gymnasialdirektor und Oberschulrat in Karls¬ 
ruhe. 

Wesselofsky, Dr. AL, Prof, an der Universität Petersburg. 
Wetz, Dr. W., Prof, an der Universität Giessen. 

Wiese, Dr. B.. Oberlehrer und Lektor an der Universität Halle. 
Willenberg, Dr. G., Realgymnasialoberlehrer in Lübben. 
Wilmanns, Dr. W., Geh. Regierungsrat und Prof, an der 
Universität Bonn. 

Wilmotte, Dr. M., Prof, an der Universität Lüttich, 
te Winkel, Jan, Prof, an der Universität Amsterdam, 
t Wissmann, Dr. Theod., in Wiesbaden. 

Witkowski. Dr. G., Prof, an der Universität Leipzig, 
t Witte, Dr. K., Geh. Justizrat u. Prof, an der Universität Halle. 
Wolfskehl, Dr. Karl, in München. 

Wolff, Dr. E., Prof, an der Universität Kiel, 
f Wolff, Dr. Joh., Prof, in Mühlbach (Siebenbürgen). 

Wolpert. Georg, Gymnasialprofessor in München. 

Wörner, Dr. Rom.. Privatdozent an der Universität München, 
t Wülker, Dr. E.. Archivrat in Weimar. 

Wunderlich. Dr. H., Prof, an der Universität Heidelberg. 
Wurzbach, Dr. Wolfg. v., in Wien. 

Zauner. Dr. Adolf, K. K. Realschulprofessor in Wien. 
Zencker, Dr R., Prof, an der Universität Rostock, 
i Ziemer, Dr. Herrn., Gymnasialprofessor in Kolberg. 
Zingarelli, Dr. N„ Prof, am Liceo in Campobasso (Italien). 
Zingerle, Dr. W. v., Prof, an der Universität Innsbruck, 
t Zupitza, Dr. J., Prof, an der Universität Berlin. 


II. Alphabetisches Verzeichnis der besprochenen Werke. 


Alain Chartier, Le Ourial, p. p. Ileuckenkamp (Söder- 
hjelm) 415. 

Aiden, The Rise of Formal Satire in England under Classical 
InÜuence (Koeppel) 167. 

Arndt, Der Uebergang vom Mhd. zum Nhd. in der Sprache 
der Breslauer Kanzlei (Soein) 206. 

Bankwitz, Die religiöse Lyrik der Annette von Droste- 
Hülshoff (Sulger-Gebing) 281. 

Bartoli, Ueber eine Studienreise zur Erforschung des Alt¬ 
romanischen Dalmatiens (H. Schneegans) 338. 

Benard, Les Annnaires Parisiens de Montaigne ä Didot 
(M a h r o n h o 11 z) 185. 

Benner. Poetik W. Scotts in seiner Lady of the Lake 
(GlÖde) 98 

Beowulf, hrsg. v. A. Holder 11a: Berichtigter Text mit 
knappem Apparat u. Wörterbuch (Holthausen) 60. 

Bert rin, La sineörite religieuse de Chateaubriand (Haas) 
295. 

Betz. Bodmer und die französische Literatur (Mahrenholtz) 
249. 

Beyer. Franz. Phonetik iSütterlin) 375. 

Birch-Hirschfeld. s. Suchier. 

Blankenburg. Studien über die Sprache Abrahams a Santa 
Clara (Soc-in) 238. 

Böhme. Zur Geschichte der sächs. Kanzleisprache (Soc-in) 
330. 

Boltc, s Macropedius 

Bonner Beitrüge zur Anglistik II (Holt hau seih 62. 

Bruch mann. Naturlehre der Dichtung (Wetz) 233. 

Bruckner. Charakteristik der germ. Elemente im Italienischen 
(S a 1 v i o n i) 383. 

Castle, Die Isolierten (Sulger-Gebing) 282. 

Chronik des kgl. Deutschen Seminars an der Universität 
Leipzig (F rii n k o 1) 239. 

Cloetta, Die Enfances Vivien (Suchier) 134. 

Croce. I t rattat ist i italiani del ‘Concettismo* e Baltasar 
Gracian (Vossler) 143. 


Croce, I predicatori italiani del seicento e il gusto spagnuolo 
(Voss ler) 143. 

Croce, Di alcuni principii di sintassi e stilistica psicologiche 
del Gröber (Vossler) 25. 

Cynewulf, The Christ, cd. by Alb. S. Cook (Holthausen) 369. 

Cynewulfs Elene. Hrsg. von Jul. Zupitza. 4. Aufl. (Binz) 97. 

Daianu, E., Vocalis nasalis a romän nyelvben (Rudow) 74. 

Dante Alighieri, La Divina Commedia, col commento di 
R. AndreoÜ (Kraus) 250. 

Dante Alighieri, La Divina Commedia, nuova edizione 
annotata aa Fel. Martini (Kraus) 250. 

Dante Alighieri, La Commedia rived. nel testo e com- 
mentata da Giulio Acquatici (Kraus) 250. 

Dante Alighieri, La Divina Commeäia, col commento di 
Pietro Fraticelli (Kraus) 250. 

Dante Alighieri, La Divina Commedia nuovamente anno¬ 
tata da G. L. Passerini (Kraus) 250. 

Dante Alighieri, La Divina Commedia. Dante-Vademecum 
(Kraus) 250. 

Dante Alighieri, La Divina Commedia. Riv. nel testo e 
commentata da G. A. Scartazzini I, 2 a ed. (Kraus) 250. 

Dante Alighieri, The Paradiso. Publ. by Dent and Co. 
(Kraus) 250. 

D’Eichthal, Alexis de Tocqueville et la democratie liberale 
(Mahren h oltz) 109. 

Dohse, Colley Cibbers Bühnenbearbeitung von Shakespeares 
Richard 111. (Holthausen) 62. 

l)orez, La mort de Jacques Grövin (Becker) 17. 

Dottin, Glossaire des Parlers du Bas-Maine (Horning) 334. 

ICOvidio. Note etimologiche: talento, sculier, caporale, 
cucire, Perugia, Tronto (Wiese) 20. 

Ehrenfeld, Studien zur Theorie des Reims (Brenner) 94. 

Ellinger, s. Secundus. 

Estoria, La, de los Quatro Dotores de la Santa Eglesia. 
ln einer altspan. Uebersetzung nach Vincenz von Beauvais. 
Hrsg. v. Lauchert (Baist) 74. 

Ewart, Goethes Vater (Devrient) 56. 


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XIII 


1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. (Register.) 


XIV 


Faguet, Flaubert (Schneegans) 19. 

Fertiault. Dictionnaire du Langage populaire Verduno- 
Chalonnais (Horning) 384. 

Festschrift zu Goethes 150. Geburtstagsfeier. Dargebr. vom 
Freien Deutschen Hochstift (Harnack) 280. 

Finnur Jönsson, den oldnorske og oldislandske litteraturs 
historie (Golther) 276. 

Fischart, s. Sahr. 

Fischer. Goethe und Napoleon (Harnack) 367. 

Fluri, lsembart et Gormont. Entwicklung der Sage und 
histor. Grundlage (Schläger) 135. 

Frank, Die Frankenhäuser Mundart (Horn) 125. 

Fr ft mm el. Kinder-Reime. Lieder u. Spiele (Helm) 367. 

Gaede. Schillers Abhandl. ‘Ueber naive und sentimentalische 
Dichtung* (Harnack) 369. 

Gast of Gy, The, Eine engl. Dichtung des 14. Jhs. Hrsg, 
v. G. Schleich (Kaluza) 330. 

Gauchat, Etüde sur le Ranz des vaches fribourgeois (Morf) 68. 

Geering, Die Figur' des Kindes in der mhd. Dichtung 
(Golther) 367. 

Gerboni, un umanista nel secento. Giano Nicio Eritreo 
(Wiese) 24. 

Ge r e k e. Studien zu Reinfried von Braunschweig (R e u s c h e 1) 92. 

Gesta Karoli Magni ad Carcassonam et Narbonam. Lat. 
Text u. prov. Uebersetzung mit Einl. von Ed. Schneegans 
(Snchier) 174. 

Geuther, Zum Liederbuch der Klara Hätzlerin (Helm) 322. 

Gliese. Einführung in das Studium des Gotischen (Jantzen) 
321. 

Goecke. Die histor. Beziehungen in der Geste von Guillaume 
d’Orenge (Becker) 414. 

Guizot, Montaigne, etudes et fragments (Schneegans) 107. 

Gunnlaug-Saga, s. Wagner. 

Guy, Essai sur la vie et les oeuvres litt£raires du trouväre 
Adan de le Haie (Schneegans) 104. 

Haag, Die Mundarten des oberen Neckar- und Donaulandes 
(Horn) 411. 

Hanssen. Ueber die altspan. Präterita vom Typus ove pude 
(Zauner) 72. 

Hausding. Die Fremdwortfrage für Behörden. Fachwissen¬ 
schaft und Gewerbe (Soein) 122. 

Heid er ich. Einführung in das Studium der got. Sprache 
(.lantzen) 201. 

Heilig, s. Zeitschrift. 

Hering, Zum Erdgeist in Goethes Faust (Harnack) 280. 

Hesseling, Het Afrikaansch (Martin) 274. 

Heuer, Goethe und seine Vaterstadt (Harnack) 280. 

Heyne, Mor., Rudlieb. Uebertragung des ältesten deutschen 
Heldenromans (Althof) 1. 

Holthausen, Altsächs. Elementarbuch (Behaghel) 8. 

Holthausen, s. Waldere-Bruchstücke. 

Ive. I Dialetti ladino-veneti delP Istria (Gärtner) 339. 

Jüan Manuel, El libro de los exemplos del Conde Lucanor 
et de Patronio. Aus dem Nachlass von H. Knust. Hrsg, 
von Birch-Hirschfeld (Baist) 218. 

Jung. Goethes Grossvater (Harnack) 280. 

Käding, Häufigkeitswörterbuch der deutschen Sprache (8oein) 

121 . 

Kahlbaum, Mythos und Naturwissenschaft unter besonderer 
Berücksichtigung der Kalewala (Mogk) 361. 

Kahle, Island, geistl. Dichtungen des ausgehenden Mittel¬ 
alters (Mogk) 366. 

Kaluza. Histor. Grammatik der engl. Sprache I (Holthausen) 
127. 

Kauffmann, Texte und Untersuchungen zur altgtmanischen 
Religionsgeschichte I (Usener) 361. 

Kemmer. Versuch einer Darstellung des Lautstandes der 
Aschaffenburger Kanzleisprache in der ersten Hälfte des 
16. Jhs (Glöde) 123. 

Kleist. Prinz Friedrich von Homburg. Hrsg. v. Eugen Wolf 
(Sulger-Gebing) 327. 

Koeppel, Tennyson (Proescholdt) 133. 

Koeppel. Quellenstudien zu den Dramen George (’hapman's, 
Philip Massinger’s u. John Fords (Proescholdt) 133. 

Lambel. Beiträge zur Kenntnis Deutsch-Böhmischer Mund¬ 
arten I (Behaghel) 56. 

Langmesser. Jak. Sarasin. der Freund Lavaters, Lenzens, 
Klingers (Sulger-Gebing) 325. 


Landau, Geschichte der ital. Literatur im 18. Jh. (Vossler) 
380. 

Ledieu, Glossaire du Patois de P£muin (Horning) 334. 

Lembke. Studien zur Deutschen Waidmannssprache (Kluge) 89. 

Lenz, s. Zeitschrift. 

Lew is, The Foreign Sources of Modern English Versification 
(Kaluza) 9. 

Lichten stein, Vgl. Untersuchung über die jüngeren Be¬ 
arbeitungen der Chanson de Girart de Viane (Becker)245. 

Lieb ich. Die Wortfamilien der lebenden hd. Sprache als 
Grundlage für ein System der Bedeutungslehre (Bchaghel) 
207. 

Lienhart, s. Martin. 

Lindmeyer. Der Wortschatz in Luthers, Emsers und Ecks 
Uebersetzung des neuen Testaments (Socin) 403. 

Literaturdenkmäler, Lateinische, des XV. und XVI. Jahr¬ 
hunderts. Hrsg. v. M. Herrmann 13. 14. (Bahlmann) 94. 

Loseth, Observations sur le Polyeucte de Corneille (Mahren- 
holtz) 140. 

Luee, A Ilandbook of the w r orks of Alfred Lord Tennyson 
(Büibring) 15. 

Lydgate's Fabula duorum mercatorum. Hrsg, von Zupitza 
und Schleich (Kaluza) 284. 

Macropedius. Georgius. Rebelles und Aluta. Hrsg, von 
Joh. Bolte (Bahlmänn) 94. 

Marieton, Jacques .Jasmin (Minckwitz) 298. 

Martin und Lienhart. Wörterbuch der Elsässischen Mund¬ 
arten (Behaghel) 91. 

Mäzuc, Grammaire Languedocienne; Dialecte de Pözenas 
(An gl ade) 178. 

Mentzel. Per junge Goethe und das Frankfurter Theater 
(Harnack) 280. 

Michaelis u. Passy, Dictionnaire phonötique de la langue 
frangaise (Sütterlin) 141. 

Michels, Mhd. Elementar buch (Behaghel) 202. 

Miirkens. Untersuchungen über das ae. Exoduslied (Holt¬ 
hausen) 62. 

Narbonnais. Les, chanson de geste. Puhl, par Herrn. Suchier 
(Becker) 101. 

Nilsson. Loddfäfnismäl. An eddic study (Heusler) 96. 

Nyrop, Grammaire historique de la langue franoaise 1 
(Herzog) 65. 

Oelinger. Albert, Deutsche Grammatik. Hrsg, von Willy 
Scheel (Socin) 90. 

Olivier, Voltaire et les comediens interprHes de son thlätre 
(Ed. Schneegans) 378. 

Pachaly, Die Variation im Heliand und in der altsächs. 
Genesis (Behaghel) 273. 

Pallioppi, Wörterbuch der roman. Mundarten des Ober- und 
Unterengadins (Sachs) 254. 

Pallmann, Pie Familien Goethe und Bethmann (Harnack) 
280. 

Palmieri. Comment.o alla Divina Commedia (Kraus) 250. 

Paris, La Litterature Xormandc avant l annexion 912—1204 
(Minckwitz) 100. 

Pascal. Abregfc de la Vie de Jesus - Christ p. p. Faugere 
(Mahrenholtz) 141. 

Passy. Abrede de Prononciation francaise (Sütterlin) 291. 

Passy, s. Michaelis. 

Percopo. s. Wiese. 

Piper, Beitrüge zum Studium Grabbes (Leitzmann) 404. 

Plattner. Grammatik'der französ. Sprache (v. Sallwürk) 
418. 

R eichel, Entwmrf einer deutschen Betonungslehre (Behaghel) 
279. 

Reinhard, Schillers Einfluss auf Körner (Sulger-Gebing) 
329. 

Reinhard, Pie Quellen der Nerbonesi (Becker) 379. 

Re in sch. Ben Jonson's Poetik und seine Beziehungen zu 
Horaz (Glöde) 12. 

Renouvier, Victor Hugo le philosophe (Schneegans) 212. 

Richter. F. Freiligrath als Ueber^etzer (Tardel) 125. . 

Richter. Porcy Bysslie Shelley (Proescholdt) 172. 

Roessger. Die württembergischen Waldenser (t'oruu) 109. 

Rohde. Der griech. Roman und seine Vorläufer (Neumann) 
303. 

Rudlieb. Uebertragung des ältesten deutschen Heldenromans. 
Von Mor. Heyne (Althof) 1. 


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XV 


1900. Literaturblatt für germanische nnd romanische Philologie. (Register.) 


XVI 


Sabersky, lieber einige Namen von Bergen, Thälern, Weilern, 
Weiden nnd Hütten in der Umgebung von Madonna di 
Campiglio (Salvioni) 144. 

Sachs, Hans, s. Sahr. 

Sahr, Hans Sachs und Johann Fischart (Helm} 279. 

Scheel, s. Oelinger. 

S ch i e p e k, Der Satzbau der Egerländer Mund art (B e h a g h e 1) 56. 

Schlessinger. Die altfranzös. Wörter im Machsor Vitry 
(Zauner) 189. 

Schmidt und Valentin, Festreden bei der akademischen 
Feier in Frankfurt a. M. zu Goethes 150. Geburtstage 
(Sulger-Gebing) 163. 

Schmidt, Die Rieser Mundart (Horn) 7. 

Schneegans, s. Gesta Karoli Magni. 

Scholz, Geschichte der deutschen Schriftsprache in Augsburg 
bis 1374 (Soein) 205. 

Schönbach, Ueber ein mitteldeutsches Evangelienwerk aus 
St. Paul (Helm) 5. 

Schönbach, Dichtungen und Sänger, das Hof- und Minne¬ 
leben bis 1270 (Lambel) 4. 

Secundus, Joannes Nicolai, Basia. Hrsg, von G. Ellinger 
(Bahlmann) 94. 

Sicardi, Gli Amori estravaganti e molteplici di Francesco 
Petrarca e V Amore unico per Madonna Laura de Sade 
(Appel) 21. 

Simons, Cynewulfs Wortschatz (Holthausen) 132. 

Sol tau, Blacatz. ein Dichter der Provence (Suchier) 298. 

Spingarn, A History of literary criticism in the Renaissance 
(Vossler) 341. 

Ssymank. Ludwig XIV. in seinen eigenen Schriften und im 
Spiegel der zeitverwandten Dichtung (Mahrenholtz) 17. 

Steffen, Enstrotig nordisk folklyrik i jämförande framstelling 
(Golther) 59. 

— , 8venska lätar jämte danska och norska former, samlade 
och ordnade (Golther) 59. 

Steinmeyer und Sievers, die ahd. Glossen gesammelt und 
bearbeitet IV (Piper) 49. 

Stöcklein, Bedeutungswandel der Wörter (Waag) 165. 

Subak. Das Zeitwort in der Mundart von Tarent (Zauner) 
184. 

Suchier, Fünf neue Hss. des prov. Rechtsbuches Lo Codi 
(Appel) 420. 

Suchier u. Birch-Hirschfeld, Geschichte der französischen 
Literatur (Schneegans) 99. 

Suchier, 8. Narbonnais. Les. 

Sykes, French Elements in Middle English (Franz) 241. 

Taylor, Alliteration in Italian (Vossler) 301. 

Texier. Virgilo Limouzi. Po£me inödit de 1748 (Kosch- 
witz) 337. 


Thierkopf, Swifts Gulliver und seine französ. Vorgänger 
(Glödc) 413. 

Tiktin. Gramaticä romänä (Rudow) 145. 

Tille, Yule and Christmas, their place in the germanic vear 
(Mogk) 401. 

Toldo, Elementi di grammatica storica della lingua francese 
(Subak) 416. 

Tr aut mann, Zu Cynewulfs Runenstellen (Holthausen) 62. 

— , Berichtigungen. Vermutungen und Erklärungen zum 
Beowulf (Holthausen) 62. 

Ulrich, Charles de Villers (Mahrenholtz) 293. ' 

Valentin, Goethes Beziehungen zu Wilhelm von Diede » 

(Harnack) 280. 

Valentin, s. Schmidt. 

Vercoullie. Beknopt etymologisch Woordenboek der Neder- 
Iandsche Taal (Kluge) 95. 

Vietor, Kl. Phonetik des Deutschen, Engl. u. Französischen 
(Sütterlin) 373. 

Virgilo Limouzi, s. Texier. 

Voretzsch, Zur Geschichte der Diphthongierung im Alt- 
provenzalischen (Ilorning) 289. 

Vossler, Poetische Theorien in der italienischen Früh¬ 
renaissance (Wiese) 71. 

Wad stein, The Clermont Runic Casket (Holthausen) 208* 

Wagner, F., La saga de Gunnlaug langue de serpent trad 
(Golther) 278. 

Waldere-Bruchstiicke, die ae., hrsg. von Holthausen 
(Binz) 244. 

Waltharii poesis. Das Waltharilied Ekkehards I . . hrsg. 
von H. Althof (Marold) 235. 

Westholm, Etüde historique sur la construction du type Li 
Filz Le Rei en fran<;ais (Vising) 16. 

Wiese, Zur Christophlegende (Mussafia) 216. 

Wiese und Pfcrcopo, Geschichte der italienischen Literatur 
(Vossler) 214. 

Wigand, Der menschliche Körper im Munde des deutschen 
Volkes (Helm) 325. 

Witt, The Tempest or The Enchanted Island, by Dryden; \ 
The Sea-Voyage, by Beaumont and Fletcher; The Goblins’ I 

Tragi -Comedy by Suckling in ihrem Verhältnis zu 8hak- I 
speres Tempest und den übrigen Quellen (Glöde) 287. 

Wolkan, Deutsche Lieder auf den Winterkönig (Diemar)161. 

Zeitschrift für hochd. Mundarten hrsg. von Heilig u. Lenz 
(Behaghel) 166. 

Zenker, Das Epos von Isembard und Gormund. Sein Inhalt 
und seine historischen Grundlagen (Schläger) 135. 


III. Sachlich geordnetes Verzeichnis der besprochenen Werke. 


A. Allgemeine Literatur- und Kulturgeschichte 

(inkl. mittelalterliche und neuere lat. Litteratur). 

Spingarn, A History of literary criticism in the Renaissance 
(Vossler) 341. 

Rohde, Der griech. Roman u. s. Vorläufer (Neumann) 303. 
Bruchmann. Naturlehre der Dichtung (Wetz) 233. 

Kahl bäum, Mythos und Naturwissenschaft unter besonderer 
Berücksichtigung der Kalewala (Mogk) 361. 

Castle, Die Isolierten. Varietäten eines literarischen Typus 
(Sulger-Gebing) 282. 


Waltharii poesis. Das Waltharilied Ekkehards I. Hrsg, 
von H. Althof (Marold) 235. 

Moritz Heyne, Rudlieb. IÜbertragung des ältesten deutschen 
Heldenromans (Althof) 1. 

Macropedius, Georgius. Rebelles und Aluta. Hrsg, von 
Joh. Bolte (Bahlmann) 94. 

Secundus, Joannis Nie., Basia. Hrsg, von G. Ellinger 
(Bahlmann) 94. 

B. Sprachwissenschaft 

(exkl. Latein). 

Vietor, Kl. Phonetik des Deutsche. Englischen und Fran¬ 
zösischen (Sütterlin) 373. 

Stöcklein, Bedeutungswandel der Wörter (Waag) 165. 


Croce. Di alcuni principii di sintassi e stilistica psicologichc 
del Gröber (Vossler! 25. 

C. Germanische Philologie 

(exkl. Englisch). 

Chronik des Kgl. Deutschen Seminars an der Universität 
Leipzig (Frankel) 239. 


Kauffmann, Texte lind Untersuchungen zur altgerm. Reli¬ 
gionsgeschichte I (Useneri 361. 

Tille, Yule and Christmas their place in the germanic year 
(Mogk) 401. 

Wigand, Der menschliche Körper im Munde des deutschen 
Volkes (Helm) 325. 

Vietor, Kl. Phonetik des Deutschen, Englischen und Fran¬ 
zösischen (Sütterlin) 373. 

Stöcklein, Bedeutungswandel der Wörter (Waag) 165. 

Bruckner, Charakteristik der germ. Elemente im Italienischen 
(Salvioni) 383. 


Die einzelnen germanischen Sprachen und Literaturen. 
Gotisch. 

II ei der ich, Einführung in das Studium der got. Sprache 
(J antzen) 201. 


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XVII 


1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. (Register.) 


XVIII 


Gliese, Einführ, in das Studium des Gotischen (Jantzen) 321. 
Kau ff mann. Texte und Untersuchungen zur altgerra. Reli¬ 
gionsgeschichte I. Aus der Schule des Wulfila (Usener) 
361. 


Skandinavisch. 

Finnur Jönsson, Den oldnorske og oldislandske litteraturs 
historie (Go Ith er) 276. 

Nilsson, Loddfäfnismäl. An eddic study (Heusler) 96. 

Wagner, La saga de Gunnlaug langue de serpent trad. 
(Golther) 278. 

Kahle, Island, geistl. Dichtungen des ausgeh. Mittelalters 
(Mogk) 866. 

Steffen, Enstrofig nordisk folklyrik i jämförande framstelling 
(Golther) 59. 

— Svenska l&tar jämte danska och norska former, samlade 
och ordnade (Golther) 59. 


Hochdeutsch. 

Schönbach, Dichtungen und Sänger, das Hof- und Minne¬ 
leben bis 1270 (Lam bei) 4. 

Geering, Die Figur des Kindes in der mhd. Dichtung 
(Golther) 367. 

Frömmel, Kinder-Reime, Lieder u. Spiele (Helm) 367. 

Steinmeyer u. Sievers, die ahd. Glossen. Gesammelt und 
bearbeitet IV (Piper) 49. 

Schönbach, Ueber ein mitteldeutsches Evangelienwerk aus 
St. Paul (Helm) 5. 

Geuther, Zum Liederbuch der Klara Hätzlerin (Helm) 322. 

Gereke, Studien zu Reinfrid von Braunschweig (Reuschel) 92. 

Deutsche Lieder auf den Winterkönig. Hrsg. v. R. Wolkan 
(Diemar) 161. 

Blankenburg, Studien über die Sprache Abrahams a Santa 
Clara (So ein) 238. 

Betz, Bodmer und die französische Literatur Mahrenholtz) 
249. 

Bankwitz, Die religiöse Lyrik der Annette von Droste- 
Hiilshoff (Sulger-Gebing) 281. 

Richter, F. Freiligrath als Uebersetzer (Tardel) 125. 

Festschrift zu Goethes 150. Geburtstagsfeier. Dargebracht 
vom Freien Deutschen Hochstift (Harnack) 280. 

Schmidt u. Valentin, Festreden bei der akademischen Feier 
in Frankfurt a. M. zu Goethes 150. Geburtstage (Sulger- 
Gebing) 163. 

Ewart, Goethes Vater (Devrient) 56. 

Fischer, Goethe u. Napoleon (Harnack) 367. 

Piper, Beiträge zum Studium Grabbes (Leitzmann) 4(4. 

Heinr. von Kleist, Prinz Friedrich von Homburg’ Hrsg, 
von Eugen Wolf (Sulger-Gebing) 327. 

Reinhard, Schillers Einfluss auf Körner (Sulger-Gebing) 

Langmesser, Jac. Sarasin, der Freund Lavaters, Lenzens. 
Klingers (Sulger-Gebing) 325. 

Sahr, Hans Sachs und Joh. Fischart (Helm) 279. 

Gaede, Schillers Abh. .Ueber naive und sentimcntaüsche 
Dichtung" (Harnack) 369. 

Ehrenfeld, Studien zur Theorie des Heimes (Brenner) 94. 

Michels, Mhd. Eleinentarbur.h (Behaghel) 202. 

Die deutsche Grammatik des Albert Oelinger. Hrsg. v. 
Willy Scheel (S o c i n) 90. 

Reichel, Entwurf einer deutschen Betonungslehre (B e h a g h e 1) 
279. 

Arndt. Der Uebergang vom Mhd. zum Nlul. in der Sprache 
der Breslauer Kanzlei (Sorin) 206. 

Scholz. Geschichte der deutschen Schriftsprache in Augsburg 
bis 1374 (s o c i n) 2< )5. 

Kemmer, Versuch einer Darstellung des Lautstandes der 
Aschaffenburger Kanzleisprache in der ersten Hälfte des 
16. Jhs. (Glöde) P'3. 

Böhme, Zur Geschichte der sächs. Kauzleisprache (Soci n) 3:40. 

Zeitschrift für hochdeutsche Mundarten. Hrsg. v. Heilig 
u. Lenz (Behaghel) 166. 


Haag, Die Mundarten des oberen Neckar- und Donanlandes 
(Horn) 411. 

Frank, Die Frankenhäuser Mundart (Horn) 125. 

Schmidt, I»ie Rieser Mundart (Horn) 7. 

S c h i e p e k, Der Satzbau der Egerländer Mundart (Behaghel) 
56. 

Martin n. Lienhart. Wörterbuch der Elsässischen Mund¬ 
arten (Behaghel) 91. 

Lieb ich, Die Wortfamilien der lebenden hd. Sprache als 
Grundlage für ein System der Bedeutungslehre (Behaghel) 
207. 

K ä d i n g, Häufigkeitswörterbuch der deutschen Sprache (S o c i n) 

121 . 

L e m b k e, Studien zur Deutschen Waidmannssprache (Kluge) 
89. 

Haus ding, Die Fremdwortfrage für Behörden, Fachwissen¬ 
schaft und Gewerbe (Soein) 122. 

Lindmeyer, Der Wortschatz in Luthers, Emsers und Ecks 
Uebersetzung des Neuen Testaments (Soein) 403. 

Niederdeutsch. 

Holthausen, Altsächs. Elementarbuch iBehaghel) 8. 

Pachaly, Die Variation ira Heliand und in der as. Genesis 
(Behaghel) 273. _ 

Vercoullie, Beknopt etymologisch woordenboek der neder- 
landsche Taal (Kluge) 95. 

H e 8 s e 1 i n g, Het Afrikaansch. Bijdrage tot de geschiedenis 
der nederlandsche taal in Zuid-Afrika (Martin) 274. 

D. Englische Philologie. 

Alden. The Rise of Formal 8atire in England under Classical 
Influence (Koeppel) 167. 

Beowulf. Hrsg. v. A. Holder Ila. Berichtigter Text mit 
knappem Apparat u. .Wörterbuch (Holthausen) 60. 

Trautmann. Berichtigungen, Vermutungen u. Erklärungen 
zum Beowulf (II o 11 h a u s e n > 62. 

W a d s t e i n , The Clermont Runic Casket (Holthausen) 208. 

The Uhr ist of Cynewulf, ed. by Alb. S. Cook (Holt¬ 
hausen) 369. 

Cynewulfs Elene. Hrsg, von Julius Zupitza. 4. Auflage 
(Bin z) 97. 

Trautmann. Zu Cynewulfs Runenstellen (H o 11 h a u s e n) 62. 

Simons, Cynewulfs Wortschatz (Holthausen) 132. 

Mürkens, Untersuchungen über das ae. Exoduslied (Holt¬ 
hausen) 62. 

The Gast of Gy. Eine englische Dichtung des 14. Jhs. 
Hrsg, von G. 8chleich (Kaluza) 330. 

Lydgate’s Fabula duorurn mereatorum. Hrsg. v. Zupitza 
u. Schleich (Kaluza) 284. 

Die a 11 e n g 1 i s c h e n W a 1 d e r e - B r u c h s t ii c k e. Hrsg. v. 
Holthausen (Binz) 244. 

Koeppel, Quellenstudien zu den Dramen George Chapman’s, 
Philip Massinger's u. John Fords (Proescholdt) 133. 

Dohse. Colley Cihbers Bühnenbearbeitung von Shakespeare’s 
Richard III. (Holt hause n) 62. 

Witt, The Tempest or The Enchanted Island, by Dry den; 
The Sea-Voyage, by Beaumont and Fl etc her; The 
Gehirns’ Tragi - Comedy by Suckling in ihrem Verhältnis 
zu Shakespeares Tempest und den übrigen Quellen (G1 ö d e) 287. 

Rein sch. Ben Jonsons Poetik und seine Beziehungen zu 
Horaz (Glöde) 12. 

Bonner, Poetik W. Scott’s in seiner Lady of the Lake 

(Glöde) 98. 

Richter. Perey Bysshe Shelley (Proescholdt) 172. 

Thierkopf. Swifts Gulliver und seine französ. Vorgänger 
(G 1 ö d e) 413. 

Luce, A Handhook of the Works of Alfred Lord Tennyson 
(B ii 1 b r i n g) 15. 

Koeppel, Tennyson (Proescholdt) 133. 

Lewis, The Foreign Sources of Modern English Versification 
(Kaluza» 9. 

Kaluza, Historische Grammatik der engl. Sprache I (Holt¬ 
hausen) 127. 


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XIX 


XX 


1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. (Register.) 


Vietor, Kl. Phonetik des Deutschen, Englischen und Fran¬ 
zösischen (Sütterlin) 373. 

Sykes, French Elements in Middle English (Franz) 241. 


E. Romanische Philologie. 

Die einzelnen romanischen Sprachen und Literaturen. 

Italienisch. 

Wiese und Pfcrcopo, Geschichte der italienischen Literatur 
(Vossler) 214. 

Landau, Geschichte der italienischen Literatur ira 18. .Tahrh. 
(Vossler) 380. 

Spingarn, A History of literary criticism in the Renaissance 
with special reference to the influence of Italy (Vossler) 341. 

Vossler, Poet. Theorien in der italienischen Frührenaissance 
(Wiese) 71. 

Croce, I trattatisti italiani del ‘Concettismo* e Baltasar 
Gracian (Vossler) 143. 

Croce, I predicatori italiani del seicento e il gusto spag- 
nuolo (Vossler) 143. 


Dante Alighieri, La Divina Commedia, col commento di 
R. Andreoli (Kraus) 250. 

Dante Alighieri, La Divina Commedia, nuova edizione 
annotata da Fel. Martini (Kraus) 250. 

Dante Alighieri, La Commedia rived. nel testo e com- 
mentata da Giulio Acquatici (Kraus) 250. 

Dante Alighieri. La Divina Commedia, col commento di 
Pietro Fraticelli (Kraus) 250. 

Dante Alighieri, La Divina Commedia nuovamente anno¬ 
tata da G. L. Passerini (Kraus) 250. 

DanteAlighieri, La Divina Commedia. Dante-Vademecum. 
(Krau8) 250. 

Dante Alighieri, La Divina Commedia. Riv. nel testo e 
commentata de G. A. Scartazzini I, 2* ed. (Kraus) 250. 

Dante Alighieri, The Paradiso. Publ. by Dent and Co. 
(Kraus) 250. 

Palmieri, Commento alla Divina Commedia (Kraus) 250. 


Sicardi, Gli Amori estravaganti e molteplici di Francesco 
Petrarca e l’Amore unico per Madonna Laura de Sade 
(Appel) 21. 


Wiese, Zur Christophlegende (Mussafia) 210. 
Gerboni. un umanista nel secento, Giano Nicio Eritreo 
(Wiese) 24. 

Reinhard, Die Quellen der Nerbonesi (Becker) 379. 


Bruckner, Charakteristik der germanischen Elemente im 
Italienischen (Salvioni) 383. 

Taylor, Alliteration in Italian (Vossler) 301. 

S u b ak, Das Zeitwort in der Mundart von Tarent (Z a u n e r) 184. 
D’O v i d i o, Note etimologiche : talento, sculier, caporale, cu- 
cire, Perugia, Tronto (Wiese) 20. 


Französisch. 

Suchier und Birch-Hirschfeld, Geschichte der franz. 
Literatur (Schneegans) 99. 

Paris, La Littfcrature Normande avant Tannexion 912 — 1204 
(Minckwitz) 100. 

Betz. Bodmer und die franz. Literatur (Mahrenholtz) 249. 
Benard, Les Annuaires Parisiens de Montaigne ä Didot 
(Mahrenholtz) 185. 

D’Eichthal, Alexis de Tocqueville et la democratie liberale 
(Mahrenholtz) 109. 


Guy, Essai sur la vie et les oeuvres littöraires du trouvöre 
Adam de le Haie (Schneegans) 104. 

Alain Chartier, Le Curial, p. p. Heuckenkamp (Söder- 
h j e 1 m) 415. 

Cloetta, Die Enfances Vivien. Ihre Ueberlieferung. 
Ihre cyklische Stellung (Suchier) 134. 

LichtenBtein, Vgl. Untersuchung über die jüngeren Be¬ 
arbeitungen der Chanson de Girart de Via ne (Becker) 245. 

Go ecke, Die historischen Beziehungen in der Geste von 
Guillaume d’Orenge (Becker) 414. 

Zenker, Das Epos von Isembard und Gormnnd. Sein 
Inhalt und seine histor. Grundlagen (Schläger) 135. 

Fluri, Isembart et Gormont. Entwicklung der Sage 
und histor. Grundlage (Schläger) 135. 


Les Narbonnais, chanson de geste publ. par Herrn. Suchier 
(Becker) 101. _ 


Bertrin. La sinc^ritö religieuse de Chateaubriand (Haas) 
295. 

L 0 s e t h , Observations sur le Polyeucte de Corneille 
(Mahrenholtz) 140. 

Faguet, Flaubert (Schneegans) 19. 

Dorez, La mort de Jacques Grövin (Becker) 17. 

Renonvier, Victor Hugo le philosophe (Schneegans) 212. 

Ssvmank, Ludwig XIV in seinen eigenen Schriften und 
im Spiegel der zeitverwandten Dichtung (Mahrenholtz) 17. 

Guizot. Montaigne, ötudesetfragments(Schneegans) 107. 

Pascal. Abrege de la Vie de J6sus-Ohrist p. p. P. Faugere 
(Mahrenholtz) 141. 

Ulrich, Charles ae Villers (Mahrenholtz) 293. 

Olivier, Voltaire et les comfcdiens interprfctes de son 
th^atre (Ed. Schneegans) 378. 

Gauchat. Etüde sur le Ranz des Vaches fribourgeois 
(Morf) 68. 

Plattner. Grammatik der franz. Sprache (v. Sallwtirk) 418. 

N y r o p, Grammaire historique de la langue frangaise 
(Herzog) 65. 

T o 1 d o, Elementi di grammatica storica della lingna francese 
(Su b ak) 416. 

Schlessinger, Die altfranzös. Wörter im Machsor Vitry 
(Zauner) 139. 

Sykes, French Elements in Middle English (Franz) 241. 


Michaelis u. Passy, Dictionnaire phon6tique de la langue 
fran^aise (Sütterlin) 141. 

Passy, Abr£g6 de Prononciation francaise (Sütterlin) 291. 
Beyer, Franz. Phonetik (Sütterlin) 375. 

Vietor, Kl. Phonetik des Deutschen, Englischen und Fran¬ 
zösischen (Sütterlin) 373. 

Westholm, Etüde historique sur la construction du type 
Li Filz Le Lei en fran^ais (Vising) 16. 


Ledieu, Glossaire du Patois de Dfcmuin (Horning) 334. 
Fertiault, Dictionnaire du Langage populaire Verduno- 
Chalonnais (Horning) 334. 

Dottin, Glossaire des Parlers du Bas-Maine (Horning) 334. 

Provenzalisch. 

Sol tau. Blacatz (Suchier) 298. 

Gesta Karoli Magni ad Carcassonam et Narbonam. Lat. 
Text und prov. Uebersetzung mit Einleitung von Ed. Schnee¬ 
gans (Suchier) 174. 

Suchier, Fünf neue Hss. des provenz Rechtsbuches Lo Codi 
(Appel) 420. 


Texier. Virgilo Limouzi. Po&me infcdit de 1748 (Kosch¬ 
witz) 337. 

Marifcton, Jacques Jasmin (Minckwitz) 298. 

Voretzsch, Zur Geschichte der Diphthongierung im Alt- 
provenzalischen (Horning) 289. 

Mäzuc, Grammaire Languedocienne; Dialecte de Pfczönas 
(An gl ade) 178. 

Roessger, Die württembergischen Waldenser (Cornu) 109. 

Spanisch. 

Juan Manuel, El libro de los exemplos del Conde Lucanor 
et de Patronio. Aus dem Nachlass von H. Knust, hrsg. von 
Birch-Hirschfeld (Baist) 218. 

La Estoria de los Quatro Dotores de la Santa Eglesia. In 
einer altspan. Uebersetzung nach Vincenz von Beauvais. 
Hrsg, von Lauchert (liaist) 74. 

Hanssen, Ueber die altspan. Präterita vom Typus ove pude 
(Zauner) 72. 

L a d i n i s c h und Rumänisch. 

Pallioppi, Wörterbuch der roman. Mundarten des Ober¬ 
und Unterengadins (Sachs) 254. 


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XXI 


1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. (Register.) 


XXII 


Sabersky, Ueber einige Namen von Bergen, Thälern, Weilern, 
Weiden und Hütten in der Umgebung von Madonna di 
Campiglio (Salvioni) 144. 

Ive, I Dialetti ladino-veneti dell' Istria (Partner) 339. 


Bartoli, Ueber eine Studienreise zur Erforschung des Alt 
romanischen Dalmatiens (H. Schneegans) 338. 

Tiktin, Grammatica romänä (Rudow) 145. 
j Däianu, Vocalis nasalis a romän nyelvben (Rudow) 74. 


IV. Verzeichnis der Buchhandlungen, deren Verlagswerke im Jahrgang 1900 besprochen wurden. 


Ackermann, München 201. 

Alt, Frankfurt 280. 

Avenarius, Leipzig 367. 

Barbara, Florenz 250. 

Bell and Sons, London 15. 

Bergh, Vesterls 16. 
Bibliographisches Institut 99. 214. 
Bielefeld, Karlsruhe 418. 
Birkhäuser. Basel 135. 

Bojesen, Kopenhagen 65. 

Bouillon. Paris 100. 334. 335 337. 
Breitkopf & Härtel, Leipzig 303. 
Brockhaus. Leipzig 250. 

Bruns, Minden 327. 

Calve, Prag 161. 

Campitelli, Foligno 250. 

Colin et Cie., Paris 212. 

Deichert. Erlangen und Leipzig 12 
Dent and Co.. London 250. 

Didot et Cie., Paris 101. 

Dietrich. Leipzig 235. 

Dnncker, Berlin 125. 282. 369. 
Dybwad, Christiania 140. 

Ebering, Berlin 134. 281, 298. 
Eiwert, Marburg 245. 

Empaytaz, Venaöme 17. 

Felber, Berlin 71. 127. 172. 380. 
Flammarion, Paris 298. 

Gad, Kopenhagen 276. 

Gerold, Wien 5. 338. 

Giachetti, figlio e Co., Prato 250. 


Ginn and Co., Philadelphia 167. 369. 
Göschen, Leipzig 279. 

Hachette, Paris 19. 104. 107. 
Hanstein, Bonn 62. 132. 
Harrassowitz, Leipzig 65. 208. 
Haushalter, München 404. 

Hertz, Berlin 232. 

Heymann, Berlin 122. 

Hirzel, Leipzig 
Hoepli, Mailand 21. 

Hofmann & Cie., Berlin 133. 

Huber, Frauenfeld 367. 

Käding, Steglitz bei Berlin 121. 
Knauer, Frankfurt a. M. 163. 280. 
Lapi, Cittä di Castello 24. 

Lee h ne, Oudin et Cie., Paris 378. 
Lecoffre, Paris 295. 

Lemaire et Cie., Havre 185. 

Leroux, Paris 141. 278. 

Lövy, Paris 109. 

Lind au er, München 7. 165. 
Lundström, Upsala 208. 

Macmillan, London u. New York 341. 
Marcus, Breslau 206. 

Mayer & Müller, Berlin 9. 205. 330. 
Meyer, Hannover und Berlin 141. 
Mittler & Sohn, Berlin 121. 
Niemever, Halle 74. 90. 9'. 135. 174. 

216. 238. 289. 322. 415. 420. 

Nutt, London 401. 

Pallioppi, Celerina-Samaden 254. 
Petrini, Turin 416. 


I Picard, Paris 65. 

I Pierro e Veraldi, Neapel 143. 

: Preuss & Jünger, Breslau 207. 
Privat, Toulouse 178. 

Reinhardt, Basel 383. 

Reislaad, Leipzig .91. 373. 

Sansoni, Florenz 250. 

Schulze, Cöthen 375. 

Seele, Leipzig 218. 

S i e b e c k. Freiburg, Leipzig u. Tübingen 
60. 

Siffer, Gand 278. 

Sociötfc fran^aise d’imprimerie et de 
librairie, Paris 378. 

Speidel, Zürich 94. 325. 

Tessitore, Neapel 20. 

Trübner, Strassburg 91. 133. 144. 284. 
329. 339. 362. 403. 

University Press of Minnesota, Minne- 
apolis 96. 

j Verein für Geschichte der Deutschen 
| in Böhmen, Prag 56. 

I Vollrath, Leipzig v39. 

! Voss, Hamburg und Leipzig 58. 

; Weicher, Leipzig 293. 

Weidmann, Berlin 49. 94. 97. 273. 

! Weiter, Paris 334. 

Wettergren & Kerber, Göteborg 244. 
Winter, Heidelberg 8. 166. 202. 321. 
366. 

Wirth, Mainz 139. 

Wunderlich, Leipzig 279. 


V. Verzeichnis der Zeitschriften u, 

Aarboger for nordisk oldkyndighed og historie 151. 4*26. 
Academy, The, 35. 80. 114. 192. 224. ‘.62. 310 352. 390. 
425. 

Alemannia 148. 345. 

Allgemeine evangelisch-lutherische Kirchenzeitung 192. 425. 
Allgemeine Zeitung 35. 80. 114. 192. ‘2*24. 261. 309. 352. 
389. 425. 

Altbayerische Monatsschrift 114. 261. 

Americana Germanica 189. 

American Journal of Philologv 192. 310. 390. 4*26. 

Anglia 31. 78. 11». 146. ‘222. 306. 386. 423. 

Annales de la faculte des lettres de Bordeaux ©t des Uni¬ 
versitas du Midi 353. 

Annales de l’Est 36. 426. 

Annales du Midi 115. 224. 263. 353. 4*26. 

Annali della r. scuola normale superiore di Pisa 81. 
Annuaire du Petit Söminaire de Saint-Pö 263. 

Annuario storico meteorologico italiano *63. 

Antologia veneta 390. 

Anzeiger der Akademie der Wissenschaften in Krakau 34. 
Archeografo triestino 390. 

Archiv der ‘Brandenburgia’ 80. 

Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Literaturen 
75. 186. 304. 421. 423. 

Archiv für Religionswissenschaft 261. 389. 

Archivio per lo Studio delle tradizioni popolari 30. 147. 221. 
385. 

Archivio storico italiano 39<). 

Archivio storico lombardo 263. 

Archivio storico siciliano 115. 890. 

Arkiv för Nordisk filologi 30. 148. ‘222. 346. 

A t e n e e Roma 26 1. 390. 

Ateneo veneto 263. 391. 


s. w., deren Inhalt mitgeteilt ist 

Athenaeum, The, 35. 80. 114. 192. 224. 262. 310. 352. 389. 
425. 

Atti della Accademia olimpica di Vicenza 193. 

Atti deir Accademia Pontaniana 264. 

Atti della R. Accademia delle scienze di Torino 264. 310. 390. 
Atti della R. Accademia di archeologia, lettere e belle arti. 
Napoli. 81. 

Atti della R. Accademia Lucchese 115. 390. 

Atti del reale istitnto veneto di scienze, lettere ed arti 36. 
193. 853. 391. 

A11 i e memorie della r. accademia di scienze, lettere ed arti 
di Padova 86. 193. 

Atti e memorie della R. Deputazione di storia patria per le 
Romagne 81. 263. 

Aus der Heimat. Blätter der Vereinigung für Gothaische 
Geschichte und Altertumsforschung 224. 

Baltische Monatsschrift 34. *261. 309. 

Bayer. Zeitschrift für Realschulwesen 34. 

Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Lit- 
teratur 77. 147. 256. 

Beiträge zur Kunde der indogermanischen Sprachen 256. 
Bericht über Bestand und Wirken des histor. Vereins zu 
Bamberg 34. 

Berichte des freien Deutschen Hochstifts zu Frankfurt a. M. 
80. 351. 

Bib liof ilia, La, 261. 

Biblioteca delle scuole italiane. La, 81. 115. 

Blätter für das Gymnasialschulwesen 34. 191. 351. 
Brandenburgia 151. 35*2. 

Braunschweigisches Magazin 34. 261. 

Bühne und Welt 80. 

Bulletin de l’Acadömie royale de Belgique, ('lasse des lettres 
353. 


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XXIII 


1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. (Register.) 


XXIV 


B u 11 e t i n de la Sociötö historique et archöologique du Pörigord 
4*26. 

Bulletin des Parlers Normands 807. 949. 

Bulletin du Bibliophile et du Bibliothöcaire 990. 

Bulletin du Musöe Beige 81. 199. 262. 990. 

Bulletin Hispanique 115. 193. 310. 35 *. 

Bulletin pöriodique de la Sociötö ariögeoise des Sciences, 
lettres et arts 426. 

Bullettino della Societä Dantesca italiana 36. *260. 
Bullettino senese di storia patria 264. 

Bullettino storico pistoiese 36. 

Carinthia 80. 

Chronik des Wiener Goethe-Vereins 77. 111. 189. 306. 
Oorrespondant, Le, 262. 390. 

Corriere di Napoli 391. 

Cultura, La, 193. 353. 391. 

Dania 30. 189. 258. 

De Gids 114. 224. 262. 352. 389. 

Deutsche Geschichtsblätter 223. 389. 

Deutsche Literaturzeitung 33. 79. 113. 150. 191. 22*. 260. 
08. 851. : 88. 

Deutsche Revue 09. 389. 

Deutsche Rundschau 80. 261. 309. 

Deutsches Wochenblatt 261. 

Die Neueren Sprachen 76. 187. 220. 305. 343. 
Diöcesanarchiv von Schwaben 80. 

Dresdener Geschichtsblätter 114. 

Education. Review 426. 

Eisleber Zeitung 114. 

Englische Studien 189. 258. 346. 424. 

En gli sh Historical Review 2*24. 

Eros ‘6. 39 1 . 

Erudizione e belle arti 115. 391. 

Euphorion 110. 257. 44. 

Fanfulla della Domenica 82. 263. 

Finsk Tidskrift 151. 

Flegrea i63. 391. 

Forschungen zur Brandenburgischen und Preussischen Ge¬ 
schichte 34. 308. 

Gazettino letterario 82. 

Gegenwart, Die. 34. 309. -89. 

Gesellschaft, Die, 34. 114. 

Giornale arcadico 263. 

Giornale Dantesco 78. 150. 190. 307. 350. "87. 

Giornale storico della letteratura italiana 31. 112. 259. 349. 
Giornale storico e letterario della Liguria • 91. 

Goethe -,Tahrbuch 305. 

Göttin gische gelehrte Anzeigen 261. 

Grande Revue. La, 36. 310. 390. 

Grenzboten 301). 

Gymnasium 11*. 191. 308. 851. 89. 

Hesperia 26*. 

Hessenland 309. 

Historische Monatsschrift 351. 

Historisches Jahrbuch 151. 

Historische Zeitschrift 308. 

Historisk Tidskrift 81. 

Indogermanische Forschungen 188. 

Iride 82. 

Istitut.o lombardo di scienze e lettere : Rendiconti 6. 

Jahrbuch der deutschen Shakespeare-Gesellschaft 846. 
Jahrbuch für die Geschichte des Herzogtums Oldenburg 224. 
Jahresbericht des Hanauer Geschichtsvereins 309. 
Jahresbericht des Instituts für Rumänische Sprache zu 
Leipzig •' 08. 

Journal des döbats politiques et litteraires 90. 

Journal des Savants 310. 85*. 

Journal of Germanic Philology 147. 

Katholik, Der. 425. 

Korrespondenzblatt des Gesamtvereins der deutschen Ge- 
schichts- und Altertums vereine 80. 151. 223. 08. 
Korrespondenzblatt des Vereins für siebenbürg. Landes¬ 
kunde 114. 151. 

Kritischer Jahresbericht über die Fortschritte der Roman. 
Philologie 386. 

Lehrproben und Lehrgänge 224. 


Leuvensche Bijdragen 846. 

Literarisches Centralblatt 33. 79. 113. 150. 190. 223. 260. 
308. 350. : 88. 425. 

Literarische Echo, Das, 4. 80. 114. 151. 192. 224. 261. 389. 

Maatschappij der Nederlandsche Letterkunde. Haudelingen 
en Mededeelingen 30. 

Magazin für Literatur, Das, 34. 80. 114. 151 192. 224. 352. 
Mannheimer Geschichtsblätter 309. 

Mansfelder Blätter 114. 

M öl an ge 8 d ? archöologie et d’ histoire 81. 

Mölusine 30. 110. 256. 

Mömoires de Y Acadömie de Nimes 263. 

Mömoires de T Acadömie des Sciences, lettres et arts 
d’ Arras 810. 

Mömoires de la Sociötö des lettres, Sciences et arts de 
1’ Aveyron 26 *. 

Mömoires de la Sociötö linguistique 2 J 0. 310. 

Memorie del R. Osservatorio astronomico di Palermo 81. 
Miscellanea storica della Valdelsa 86. 

Mitteilungen der Schlesischen Gesellschaft für Volkskunde 
80. 389. 

Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Deutschen in 
Böhmen 209 

Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürn¬ 
berg 34. 151. 

Mitteilungen des Vereins für Sächsische Volkskunde 114. 
809. 

Mitteilungen und Umfragen zur bayerischen Volkskunde 
114. 261. 809. 

Modern Language Notes 29. 109 147. 220. 256. 

Modern quarterly, The. of language and literature 77. 
Monatsblätter des Badischen Schwarzwaldvereins 309. 
Monatsblätter für deutsche Literatur 19/. 261. 352. 
Monatsblätter für Pommersche Geschichte und Altertums¬ 
kunde 151. 

Monatshefte der Oomenius-Gesellschaft 19’. *89. 

Moyen Age. Le, 193. 

Museum 5. 80. 114. 192. 224. 26 \ 809. 35/. 889. 425. 

Nachrichten von der K. Gesellschaft der Wissenschaften 
zu Göttingen i-89. 

Nation, Die, 80. 852. 

Natura ed arte 115. 

Neue Heidelberger Jahrbücher 80 113. 425. 

Neue Jahrbücher für das klass. Altertum. Geschichte und 
deutsche Literatur 33. 80. 191. 261. 851. 389. 4.5. • 
j Neue Jahrhundert, Das, 80. 192. 

Neue kirchliche Zeitschrift 389. 

Neue philologische Rundschau 33. 11*. 150. 191.224 261. 

I : 08. ' 89. 4 5 

! Neues Archiv der Gesellschaft für ältere Deutsche Geschichts- 
i kumle ) 14. 

Neues Correspondenzblatt für die Gelehrten- und Realschulen 
Württembergs 80. 19/. 

Neue Zürcher Zeitung 114. 425. 

Neuphilologische Mitteilungen 188. 255. 
Neuphilologisches Centralblatt 29. 150. 188. 224. 389. 4 »6. 
Niederlausitzer Mitteilungen 352. 

Nineteenth Century 81. 

Noord en Zuid 30. 112. 189. 258. 346. 

Nordisk Tidsskrift for Filologi 151. 309. 

Nord und Süd 84. 114. 8.09. 889. 

Nordisk Tidskrift für Vetenskap. Konst och Industri 81. 

N o u v e 11 e Revue, La. 6. 390. 

Nouveile revue lötrospective 310. 
j Nuova Antologia 19b 2.5. 26*. 391. 

Nuovo Archivio Veneto ?63. 

I Nyare bidrag tili kännedom orn de svenska landsmälen 77. 

i Ons Hemecht. Organ des Vereins für Luxemburger Geschichte, 
i Literatur und Kunst 80. 

Ord och Bild 81. 

Pädagogische Monatshefte 19/. 

Pädagogisches Archiv 34. 192. 261. 

Palingenesi 263. 

Pedagogisk Tidskrift 81. 390. 

Perseveranza, La, 263. 

Praktische Schulmann, Der. 34. 

Preussische Jahrbücher 34. 224. .61. 352. 389. 42fr. 
Protestant, Der, 34. 

Protestantische Monatshefte 114. 309. 


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XXV 


1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. (Register.) 


XXVI 


Protokolle über die Sitzungen des Vereins für die Ge¬ 
schichte Göttingens 34. 

Publications oi the Modern Language Association o! 
America 147. 256. 885. 

Quarterly Review, The, 81. 

Quinzaine, La, 890. 

Rassegna abruzzese di storia ed arte 391. 

Rassegna bibliografica della letteratura italiana 36. 82. 
115. 150. 260. 891. 

Rassegna critica della letteratura italiana 32. 149. 260. 887. 
Rassegna Nazionale 36. 82. 115. 891. 

Rassegna pugliese 36. 115. 264. 

Rendiconti della R. Accademia dei Lincei 264. 

Revista critica de historia y literatura espaflola etc. 82. 264. 
Revue celtique 86. 

Revue critique 35. 81. 114. 152. 192. 224. 262. 310. 852.390. 
4*26. 

Revue de Tinstruction publique en Belgique 36. 193. 353. 
Revue de Paris 36. 152. 193. 353. 390. 426. 

Revue de Philologie fran$aise et de littörature 78. 190. 307. 
Revue des cours et Conferences 36. 81. 115. 152. 193. 225. 
262. 310. 

Revue des deux mondes 36. 152. 390. 426. 

Revue des ötudes historiques 81. 310. 

Revue des ötudes juives 115. 

Revue des langues romanes 31. 112. 149. 190. 307. 424. 
Revue des lettres !ran<jaises et fctran^eres 193. 262. 853. 
Revue d’histoire et de littörature religieuses 390. 

Revue d’histoire littöraire de la France 149. 259. 349. 
Revue du Midi 268. 

Revue hebdomadaire, La, 152. 225. 262. 

Revue Hispanique 78. 388. 

Revue Philomatique de Bordeaux et du Sud-Ouest 263. 
Revue politique et littöraire 35. 81. 151. 225. 262. 310. 353. 
390. 426. 

Ri vista abruzzese 36. 193. 264. 391. 

Rivista bibliografica italiana 82. 

Ri vista delle Biblioteche e degli Archivi 36. 391. 

Rivista d’ Italia c6. 82. 263. 391. 

Rivista filosofica 193. 

Rivista geografica italiana 263. 

Rivista politica e letteraria 115. 

Roma letteraria 115. 263. 391. 

Romania 112. 222. 347. 

Romanische Forschungen 149. 386. 

8amtiden 151. 

Schweizerisches Archiv für Volkskunde 33. 151. 261. 309. 

352 

Scuoia cattolica, La, 263. 891. 

Sesia, La, 82. 

Sitzungsberichte der gelehrten Estnischen Gesellschaft309. 
Sitzungsberichte der Gesellschaft für Geschichte und Alter- 
tumslrande der Ostseeprovinzen Russlands 352. 
Sitzungsberichte der preuss. Akademie der Wissenschaften 
113. 

Strassburger Neueste Nachrichten 224. 

Studi di filologia romanza 258. 

Studi di letteratura italiana 32. 259. 387. 


Studi storici 36. 

Studies and Notes in Philology and Literature 343. 

Taal en Letteren 30. 78.112. 189. 222. 258. 806. 346. 886. 428. 
Thürmer, Der 34. 114. 389. 425. 

Tijdschrift voor Nederlandsche taal- en letterkunde 30. 111. 
189. 345. 

Tijdspiegel 35. 80. 389. 

Umschau, Die, 309. 

Unser Egerland 34. 

Verhandlungen des historischen Vereins von Oberpfalz und 
Regensburg 192. 

Verslagen en mededeelingen der Kon. Akademie van 
Wetenschappen 35. 114. 

Vom Fels zum Meer 389. 

Vossische Zeitung 35. 

West ermann 8 illustrierte deutsche Monatshefte 261. 352. 389. 
Wissenschaftliche Beihefte zur Zeitschrift des Allgemeinen 
Deutschen Sprachvereins 111. 257. 

Wochenschrift für klass. Philologie 33. 308. 
Württembergische Vierteljahrshefte für Landesgeschichte 
34. 224. 

Yale studies in English 148. 

Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Ge¬ 
schichte 192. 

Zeitschrift des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins 111. 
148. 257. 423. 

, Zeitschrift des histor. Vereins für Niedersachsen 80. 
Zeitschrift Nies Vereins für die Geschichte Mährens und 
Schlesiens 34. 

Zeitschrift des Vereins für Geschichte und Altertum 
Schlesiens 309. _ 

Zeitschrift des Vereins für Volkskunde 77. 188. 305. 343. 
Zeitschrift für Bücherfreunde 34. 224. 

Zeitschrift für das Gymnasialwesen 191. 261. 851. 
Zeitschrift für das Realschulwesen 261. 351. 889. 425. 
Zeitschrift für den deutschen Unterricht 77. 111. 148. 189. 
222. 257. 305. 345. 385. 

Zeitschrift für deutsche Philologie 110. 844. 423. 
Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur 
110. 188. 256. 343. 423. 

Zeitschrift für Deutsche Wortforschung 222. 344. 
Zeitschrift für die österreichischen Gymnasien 80. 151.191. 
224. 308. 351. 425. 

Zeitschrift für Ethnologie 114. 389. 

Zeitschrift für französ. Sprache und Literatur 31. 149. 307. 
387. 

Zeitschrift für hochdeutsche Mundarten 111. 257. 385. 
Zeitschrift für Kulturgeschichte 224. 308. 

Zeitschrift für lateinlose höhere Schulen 1 öl. 192. 
Zeitschrift für Romanische Philologie 78. 347. 386. 424. 
Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertums¬ 
kunde 223. 

Zeitschrift für vergleichende Literaturgeschichte 220. 
Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung 77. 
Zeitschrift für wissenschaftliche Kritik und Antikritik 114. 
Zeitung für Literatur, Kunst und Wissenschaft 34. 309. 
Zürcher Taschenbuch 80. 


VI. Verzeichnis der in den Personalnachrichten erwähnten 


1. Anstellungen, Beru¬ 
fungen, Auszeichnungen. 

Bachmann 86. 

Berger, A. E., 270. 
Berger, Rud., 398. 

Binz 398. 

Bolte 270. 

Braunholtz 158. 

Bremer 86. 

Breul 158. 

Bülbring 818. 

Drescher 318. 
Friedwagner 270. 


Gröber 198. 

Haym 198. 

Heinzei 198. 

Herzog 398. 
Hoffmann-Krayer 318. 
Holthausen 198. 

Jellinek 86. 

Joseph 158. 

Keller 158. 

Körting 357. 

Kos sin na 270. 

Meyer, Rieh., 357. 
Meyer-Lttbke 318. 


Müller, Max, 198. 
Mussafia 198. 

Paris 198. 

Petsch 357. 

Rousselot 357. 
Sarrazin 158. 
Schneegans, Ed., 398. 
Schneegans, H., 318. 
Schröer 430. 
Schuchardt 357. 
Schultz-Gora 357. 
Sievers 198. 

Tamson 357. 

Thurau 44. 


Gelehrten. 

von Weilen 86. 
Wrede 86. 

von Zingerle 270. 
Zupitza 270. 

2 . Todesfälle. 
Barack 318. 

Bech 398. 

Bladö 358. 

Hatzfeld 430. 
Loebe 270. 
Redlich 357. 
Texte 398. 


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1900. Literatnrblatt für germanische und romanische Philologie. (Register.) 


XXVIII 


YD. Verschiedene Mitteilungen. 


Atlas linguistique de 1& France publ. par GilliGron et Ed- 
mont 228. 

Bokemann, Erklärung 480. 

Branne, Erklärung 230. 

Gesellschaft für romanische Literatur 398. 

Glossaire des Patois de la 8uisse romande 229. 

Lamey-Preis-Stiftung 44. 


Notiz das Muret-Sander’sche Engl. Wörterbuch betr. 280. 
Preisausschreiben der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft 
229. 

Schneegans, Ed., Erwiderung 368. 

Wenk er, Mitteilung den Sprachatlas des deutschen Reichs 
betr. 118. 358. 

Wiese, Berichtigung 230. 


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LITERATURBLATT 


GERMANISCHE USD ROMANISCHE PHILOLOGIE 


HERAUSGEGEBEil VON 


D R OTTO BEHAGHEL 

o. o. Professor der germanischen Philologie 
an der UnirersiüU Giessen. 


D R FRITZ NEUMANN 


o. ö. Professor der romanischen Philologie 
an der Universität Heidelberg. 


Erscheint monatlich. 


XXI. Jahrgang. 


VERLAG VON 

O. R. REISLAND, LEIPZIG. 

Nr. 1. Januar. 


Preis halbjährlich M. 5. 50. 


1900 . 


Heyne, Rudlieb. Uebertragnng d. ältesten deutschen I 
Heldenromans (A 11 h o f;. 

Schonbach, Dichtungen und Sänger, das Hof« 
and Minneleben bis 1270. Aus ‘beschichte der 
Stadt Wien 1 (Lambel). 

Schonbach, Mitteilungen aus ad. Hss. 6: Ueber 
ein mitteldeutsches Evangelienwerk aus St. Paul 
(H e 1 m>. 

Schmidt, Die Riescr Mundart (Hörn). 

Holthausen, Altsächsisches Elementarbuch 
(B e h a g h e 1). 


Lewis, The Foreign Suurces of Modern English I 
Versifieation iKaluz a). ' 

Reinsch, Ben Jonsons Poetik und seine Be- | 
Ziehungen zu Uoraz (Gl öde). 

Morton Luce, A Haodbook to the Works of 
Tennyaon (B ü 1 b r l n g». 

Westholm, Etüde hiatorique sur Ja coostruction 
du type Li Filz LeReien fi anyais (V1 s i n gj. 
Dorez, La mort de Jacques Grevin (Becker» 

S s y m a n k , Ludwig X. V. in seinen eigenen Schriften 
und im Spiegel der zeitverwandten Dichtung 
(M ahrenholtz». | 


F a g u e t. Flaubert (Schneegans). 

D’O v i d i o , Note etimologiche (Wiese». 

S i c a r d i, Gli atnori estravaganti e molteplici di 
Franc. Petrarca e l’Amore unico per madonna 
Laura de Bade (Appel). 

G e r b o n i, Un umanista nel secento, Giano Nicio 
Eriireo (W i e s e>. 

C r o c e , Di alcuni priucipli di sintassi e stilistica 
psicologiche del Gröber (Voss ler). 
Bibliographie. 

Literarische Mitteilungen 
Preisaufgabe der Lamey-Preis-Stiftuug zu Strassburg. 


Moritz Heyne, Rudlieb, Uebertragnng des ältesten 
deutschen Heldenromans. Leipzig. S. Hirzel. 1897. VIII 
und 96 S. 8°. 

R. Kögel hat in seiner Literaturgeschichte I, 2, 
S. 344 f. den Rnodlieb als eines der interessantesten Er¬ 
zeugnisse der älteren Literatur charakterisiert, dessen 
Verfasser sich durch einen merkwürdig modernen Zug, 
durch eine stark ausgeprägte realistische Manier, scharfe 
Beobachtung des menschlichen Lebens und Treibens nnd 
fesselnde Erzählungsgabe auszeichnet. Wenn eine so 
eigenartige Dichtung in den populären Literaturgeschichten 
bislang meist recht stiefmütterlich behandelt und in 
weiteren Kreisen kaum bekannt geworden ist, so dürfte 
dies darauf zurückzuführen sein, dass die vom Dichter 
unvollendet gelassene und uns überdies nur in Bruch¬ 
stücken erhaltene lateinische Urschrift für das Verständ¬ 
nis sehr viele Schwierigkeiten bietet und es bis jetzt 
an einer deutschen Uebertragung dieses ältesten deut¬ 
schen Ritterromans gefehlt hat. Heyne hat sich der 
dankbaren Aufgabe unterzogen, eine solche herzustellen 
und gleichzeitig die Umrisslinien des Verlorenen zu geben, 
die von dem einen zum anderen Erhaltenen hinüberleiten, 
wobei er sich in der Einordnung der Fragmente an 
Laistner und Kögel anschliesst. Anfang und Ende 
der Ergänzungen sind durch eckige Klammern angedeutet. 

In dem Schlagen dieser Brücken zwischen den einzelnen 
Bruchstücken sowohl wie in der Ergänzung der unvoll¬ 
ständig überlieferten Verse ist Heyne mit grossem Ge¬ 
schick verfahren, die anstössigen und derben Stellen des 
t Originals sind in feiner Weise gemildert, auch ist der 
* Ausdruck, wo die Beschreibung allzusehr ins Breite ging, 
meist passend gekürzt. Freilich sind diesem Streben 
einige Einzelheiten zum Opfer gefallen, deren Erhaltung 
wünschenswert gewesen wäre ; so fehlt Fragm. I, V. 28 
der Seiler’schen Ausgabe. Es ist dort die Grösse des 
aus einer Greifenklaue verfertigten Hifthorns angegeben 
(Ungula non tota r medii cubiti modo longa), was doch 
wegen der Vorstellung von jenem Fabelwesen nicht ohne 
Interesse ist. — III, 63 kommt die sprichwörtliche 
Redensart Ad celerandas res est perniminm bona wer- 
ces nicht so zum Ausdruck, wie dies III, 11 —14 bei 


anderen der Fall ist. — Bei der Beschreibung des halb¬ 
mondförmigen Brustschmuckes V, 355 f. wird der gegen¬ 
seitigen Anziehung der Gold- und Glaskügelchen V. 366 
und des Namens für eine derartige Arbeit, electrum 
fabrile V. 370, nicht gedacht; beides ist aber von kunst- 
geschichtlichem Werte. 

Der Uebersetzer hat die steifen Leonine des Origi¬ 
nals selbstverständlich nicht nachgeahmt, dass aber der 
ungereimte Hexameter durch seinen prunkenden Gang 
den leichten Plauderton des Werkes verwischt haben 
würde, wie Heyne meint, kann ich nicht zugeben; wenig¬ 
stens tritt in Voss’ lind Goethes Idyllen die gefürchtete 
Erscheinung nicht zu Tage. Dass die von Heyne ge¬ 
wählten fünffüssigen Jamben an und für sich zur Dar¬ 
stellung eines solchen Stoffes geeignet sind, soll nicht 
geleugnet werden, doch bilden sie meiner Meinung nach 
für eine Dichtung des elften Jahrhunderts ein zu modernes 
Gewand. 

Die Sprache Heynes ist gewandt und dem Gegen¬ 
stände der Darstellung angemessen, indessen stören nicht 
selten metrische Unebenheiten, die meist leicht vermieden 
werden konnten; ich nenne von den ersten hundert Versen 
11, 12, 28, 33, 34, 39, 43, 47, 49, 66, 80. 

Bei der Vergleichung der sinngetreuen Lebertragung 
mit dem Originale fielen mir einige Einzelheiten auf. 
Das E corio sutum Das mastice perunctum I, 39 be¬ 
zeichnet Kögel S. 347 als ein „mit Mastix parfümiertes 
Trinkgefäss“. Das erweckt keine klare Vorstellung, 
aber auch Heynes Uebersetzung „einen Becher, ausge- 
legt mit Mastix 44 ist nicht ohne weiteres verständlich. 
Das Trinkgefass, n. b. ein Lederbecher, ist, um den 
Trunk schmackhafter zu machen, mit geschmolzenem 
Mastixharz ausgegossen in ähnlicher Weise, wie z. B. 
die bekannten Lichtenhainer Holzkännchen inwendig ver- 
picht sind. — I, 100 {caballns) gyrando rebellis heisst 
nicht „bäumend“; es ist ein Pferd gemeint. welches sich 
störrisch im Kreise herumdreht und nicht vorwärts will, 
oder, wenn gyrando als Dativ und transitiv aufgefasst 
wird, ein solches, welches sich sträubt, im Kreise zu 
laufen ; vergl. equum in gyrum ductre und in gyros ire 
coactus equus bei Cicero und Ovid. IV, 110 f. heisst 

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1900. Literaturblatt, für germanische und romanische Philologie. No. 1. 


4 


es von dem gefangenen Grafen: Sed sibimet seruit 
gladium persaepeque portat, Ut nullus noceat , quem 
rex sic glorificabat. Nach Heynes Uebersetzung: . . . . 
„selbst ihm Waffen gabst, auf dass den niemand schädge, 
den Du ehrst“, scheint es so, als ob der König dem 
Gefangenen Waffen zur Verteidigung gegeben hätte; doch 
handelt es sich offenbar um eine zeitweilige Dienst¬ 
leistung als Schwertträger des Königs; sibimet (= regt) 
gladium portat . Vergl. den Schenkendienst des Grafen 
IV, 238. — Die Stelle IV, 175: Snsspiciens laudat 
dominum, quo dante triumphat , Nil reputando sibi, 
sed ei dans ornnia .... gibt Heyne wieder: „alle Ehre 
lässt er dem Abgesandten“, während doch der König 
dankbar zu Gott dem Herrn emporblickt, auf dessen 
Fügung er seinen Erfolg zurückführt. — Bei Heyne 
lässt sich der kleine König IV, 194 f. beim Schachspiel 
auf einem Sessel (sella) nieder, während er den Abge¬ 
sandten des grossen Königs gegenüber auf einem Schemel 
( fulchrum) Platz nehmen heisst. Barlaam p. 225, 10 
begnügt sich ein demütiger Sohn, statt den angewiesenen 
Platz an der Seite des Vaters einzunehmen, mit einem 
derartigen niedrigen Sitze ( schämet ). Der königliche 
Wirt hat aber Veranlassung, den Stellvertreter des 
siegreichen Nachbars auf alle Weise zu ehren, und wir 
haben daher unter dem fulcrum wohl einen Ehrensitz 
zu verstehen, vielleicht daz spanbette, eine Art Soplia; 
vergl. A. Schultz, Höfisches Leben I, 2. A., Figur 25 
und 26. XVII, 95 hat Heyne fulcrum auch mit „Ruh¬ 
bett“ wiedergegeben. Besser würde noch die Bedeutung 
Faltstuhl, franz. fauteuil, passen ! , besonders an der zu¬ 
letzt citierten Stelle, wo von Ruodliebs Krönung die 
Rede ist, denn der Faltstuhl ist im Mittelalter der eigent¬ 
liche Sitz der Fürsten und officiellen Persönlichkeiten. 
Vergl. Diefifenbach, Glossarium: fulcrum — spanpeth, 
stül t valtstül etc. — Mencla V, 86 ist mit „Brezel“ 
übersetzt. Nach Cyrills Glossar ist m. aber so viel wie 
ipoiXrj = mentula erecta , und ich bemerke dazu, dass 
in Waldheim im Königreich Sachsen ein gewisses Gebäck 
nach seiner Form „Pulldaumen“ genannt wird. Hier¬ 
nach würde man m. in unanstössiger Weise mit Stange 
(vergl. „Salzstange“, „Zuckerstange“) wiedergeben können. 
— VI, 15 si centum scutis comes appetat unum ist 
„ein Graf mit hundert Mann“ übersetzt; hier hätte der 
altertümliche und poetische Ausdruck „mit hundert 
Schilden“ wohl beibehalten werden können. — Den 
Hergang bei der merkwürdigen Nachahmung des Abend¬ 
mahls im Hause des Bauern, bei dem Ruodlieb eingekehrt 
ist, VII, 4 f., fasst Heyne mit Seiler S. 100 (vergl. da¬ 
gegen S. 257 Anm.) anders auf als Kögel S. 373, doch 
m. E. mit Unrecht. Denn aus den Worten des Wirtes 
konnte Ruodlieb schwerlich die Aufforderung zur Vor¬ 
nahme der auffallenden Ceremonie heraushören, sondern 
nur den Wunsch, er möge von seiner wohl besonders 
reich besetzten Tafel eine Portion an den Tisch des 
Hausherrn schicken. Nachdem dies geschehen, zer¬ 
schneidet letzterer das Fleisch und verteilt die Stücke 
gleich Christus beim Abendmahle an seine Diener, was 
sich für den pater familias offenbar besser ziemt als für 
den fremden Gast. Vergl. auch XI, 15 f. die Verteilung 
von Speisen uud Getränken an die Tischgenossen durch 
die Mutter Ruodliebs. - VII, 84 lässt Heyne den Roten 
zu der verliebten Bäuerin „kurz und zögernd“ sprechen, 

1 (Erec 6430: Ir wart ein valtstuol vor gesät Ze tische 
entgegen). 


allein der freche Gesell kommt im Gegenteil unverfroren 
dubitans nil ultra mit seiner Forderung heraus. 

Gewiss wäre manchem Leser in der Einleitung eine 
eingehendere Belehrung über den Charakter der Dichtung 
. und ihre Stellung in der Literaturgeschichte, sowie über 
das vom Dichter benutzte weit verbreitete Märchen von 
den Weisheitslehren willkommen gewesen. Auch ver¬ 
zichtet man angesichts des hohen kulturgeschichtlichen 
Wertes des Ruodlieb nur ungern auf erläuternde An¬ 
merkungen. Dergleichen würde mau bei der leider so 
geringen Kenntnis der älteren deutschen Kultur in ge¬ 
bildeten Kreisen gerade aus Heynes Hand besonders 
dankbar entgegengenommen haben; doch hat derselbe 
gelehrte Noten für überflüssig gehalten und befürchtet, 
durch solche die künstlerische Wirkung des Gedichtes 
zu beeinträchtigen. Es sei indessen bemerkt, dass der¬ 
artige Anmerkungen nicht notwendig einen gelehrten 
Charakter zu tragen brauchen und, an das Ende des 
Buches verwiesen, den ästhetischen Genuss nicht zu 
stören vermögen. Vielleicht entschliesst sich der Verf. 
bei einer neuen Auflage, seinem dankenswerten, hübsch 
ausgestatteten Weihnachtsangebinde durch Beigaben der 
angedeuteten Art einen noch höheren Wert zu verleihen. 
Weimar. Hermann Althof. 

Dichtungen und Sänger, das Hof- und Minneleben bis 1270. 
Von Anton E. Schönbach. Separatabdruck aus Band I 
der ‘Geschichte der Stadt Wien’, hrsg. vom Altertumsvereine 
zu Wien. Wien 1897. Fol. 34 S. 

Ein Ausschnitt deutsch - österreichischer Literatur¬ 
geschichte in geschmackvoller, im besten Sinn gemein¬ 
verständlicher Darstellung, wie man sie von dem Verf. 
des ‘Walther von der Vogelweide’ nur erwarten konnte 
und wie sie dem grossen Gesamtwerke entspricht, in 
dem sie erschienen ist und dem sie zur Zierde gereicht. 
Ueber eine Einzelheit mag man vielleicht hie und da 
anderer Meinung sein, über das Ganze kann man sich 
nur aufrichtig freuen und es ohne Vorbehalt anerkennen. 
Zur Veranschaulichung sind in die Darstellung recht ge¬ 
schickt Proben eingefügt, teils in Uebersetzung, zumeist 
im Urtext, deren leichteres Verständnis Fussnoten ver¬ 
mitteln helfen. Sie setzt mit den Melker Denkmälern 
(Marienlied, Ava, Erinnerung an den Tod und Priester¬ 
leben) ein. Die bekannte Erwähnung der troutliet leitet 
bequem zum Minnesang über, der wie billig den breitesten 
Raum einnimmt: dessen hervorragendste Vertreter am 
Babenberger Hofe, Reinmar d. A., Walther, Neidhart, 
auch deren Schüler und Nachahmer, Ulrich von Lichten¬ 
stein, der Tannhäuser u. a. werden (jene drei z. T. mit 
mehr oder weniger wörtlicher Benützung der ent¬ 
sprechenden Stellen aus des Verf.’s Buch über Walther) 
in ihrer dichterischen Eigenart und ihrem Verhältnis zum 
Wiener Hofe eingehend charakterisiert, nicht minder 
das Leben an diesem selbst. Von einem einheimischen 
höfischen Epos ist nichts zu berichten. Dafür umsomehr 
von der Pflege des Volksepos und dem Einfluss Oester¬ 
reichs auf die endgiltige Gestaltung des Nibelungenliedes; 
die Stellung der Stadt Wien in diesem und in andern 
Dichtungen derselben Gattung wird sorgfältig beleuchtet. 
Auch die Lehrdichtung bis zu dem sogenannten ‘Seifried 
Helbling wird kurz vorgeführt und zur Vervollständigung* 
des Bildes verwertet. Einen sehr glücklichen, bedeut¬ 
samen Abschluss aber verstand der Verf. dem Ganzen 
zu geben durch die Beantwortung der wie von selbst 
sich an den zuletzt erwähnten Satiriker ankntipfenden 
I Frage, ob und wiefern man im 13. Jahrh^schon von 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 1. 


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einem Charakter des österreichischen Stammes reden 
könne, wobei Schilderungen des Wiener Lebens, wie die 
in dem Schwank ‘Der Wiener Heerfahrt*, bei jenem 
Satiriker selbst und in der Steirischen Reimchronik gute 
Dienste leisten; durch diesen das Ganze wirkungsvoll 
krönenden Abschluss werden die vorausgehenden Einzel¬ 
heiten zu einer höheren Einheit zusammengefasst, sie 
gewinnen dadurch an Bedeutung, und wir werden mit 
einem anregenden Ausblick auf weitere Entwicklung 
entlassen. 

Die Ausstattung ist sehr vornehm und macht dem 
Wiener Altertumsvereine alle Ehre. Einen besondern 
Schmuck bilden die fünf farbigen Nachbildungen von 
Miniaturen aus unsern Liederhandschriften in Original¬ 
grösse: zwei kleinere, Reinmar d. A. und Walther, aus 
der Weingartner in Farbenlichtdruck von Rommel & Cie. 
in Stuttgart; drei grössere, Neidhart, Ulrich von Lichten¬ 
stein und der Tannhäuser, aus der Heidelberger in Chromo- 
phototypie von Angerer & Göschl in Wien; um dieser 
willen versöhnt man sich auch mit dem fürs Lesen aller¬ 
dings recht unbequemen Folioformat. 

Prag. H. Lambel. 


Anton E. Schönbach, Mitteilungen aus altdeutschen 
Handschriften. Sechstes Stück, lieber ein mitteldeutsches 
Evangelienwerk aus St. Paul. Sitzungsberichte der Kaiserl. 
Akademie der Wissenschaften in Wien. Philos. historische 
Klasse. Bd. CXXXVn, V. Wien, Karl Gerold 1897. 8°. 
160 S. 

Sch. behandelt in sechs Abschnitten 1) die Ueber- 
lieferung, 2) die Sprache des Werkes, 3) den Versbau, 
4) die Arbeit des Dichters, 5) Literarische Beziehungen 
des Werkes und 6) den Wortschatz. Das Resultat, zu 
welchem er kommt, ist kurz folgendes: der Verf. des 
St. Panier Evangelienwerkes ist ein Geistlicher, wahr¬ 
scheinlich einfacher Ordenspriester, der mit guter Latein¬ 
kenntnis es unternahm, eine möglichst getreue Ueber- 
tragung der Vulgata in deutsche Reimpaare zu schaffen. 
Er schrieb in der ersten Hälfte des 14. Jahrli. in Ober¬ 
hessen und hat sich an den Werken seines Landsmannes, 
der das Leben der heil. Elisabeth und die Erlösung 
schrieb, herangebildet. Als Hilfsmittel zu seiner Ueber- 
setzung benutzte er noch einen deutschen Bibeltext, 
der dem sogenannten Beheimschen Evangelienwerk sehr 
nahe stand. 

Bedenken erregt unter diesen Ergebnissen ein Punkt: 
das Verhältnis unseres Werkes zur Erlösung und zur 
heiligen Elisabeth. Gewiss hat der Verf. diese beiden 
Dichtungen gekannt und manche Reminiscenz mag sich 
bei ihm finden, aber eine bewusste Ausnützung dieser 
Vorbilder, welche Schönbach annimmt, scheint mir nicht 
erwiesen. Die meisten Ausdrücke die unser Werk mit 
jenen gemeinsam hat, sind auch sonst belegt; nur 
abentimbiz, begir und gescheine finden sich sonst nicht. 
Aus diesen wenigen Worten wird man einen so weit 
gehenden Schluss nicht ziehen wollen. Auch mit dem 
Passional und mit Jeroschin hat unser Werk je ein 
sonst nicht belegtes Wort gemein: gesiuse (P) und 
louge (J). 

Mit der Frage nach dem Zusammenhang zwischen 
dem St. Panier und dem Beheimschen Evangelienwerk 
befinden wir uns ebenfalls, wie Sch. selbst betont, auf 
sehr schwankendem Boden. Die S. 55 — 65 gegebenen 
Proben genügen nicht recht, uns ganz zu überzeugen. 
Auf Grund der bestimmten Aussage Sch.’s, dass Ueber- 
einBtimmungen beider Werke im Wortlaut und selbst in 


Wortstellung (S. 66, No. 5) in allen Abschnitten ausser¬ 
ordentlich häufig seien, werden wir aber doch als That- 
sache annehmen dürfen, dass wirklich ein Zusammenhang, 
wie ihn Sch. vermutet, vorliegt. 

Keiner weiteren Bemerkung bedarf der Abschnitt 
über den Versbau: dass der regelmässige Wechsel zwischen 
Hebung und Senkung dem Verf. als Hauptprinzip galt, 
dem alle anderen Rücksichten weichen müssen, steht 
unzweifelhaft fest. 

Für die Lokalisation nach Oberhessen beruft sich 
Sch. auf Weinholds alemannische Grammatik und auf 
Max Riegers Einleitung zur Elisabeth. Eine etwas 
weitere Begründung wäre hier wohl zu wünschen ge¬ 
wesen, zumal da zwischen der Sprache der Elisabeth 
und der unseres Werkes doch auch einige Unterschiede 
festzustellen sind. Der Lokalisation selbst ist aber zu¬ 
zustimmen. Für das Hessische spricht zunächst der 
Wortschatz. Der Lautstand weist weniger markante 
dialektische Züge auf. Immerhin setzt auch er uns in 
die Lage, das übrige mitteldeutsche Gebiet als Heimat 
auszuschliessen und andererseits innerhalb des Hessischen 
die Heimat enger zu umgrenzen. Wichtig hierfür sind 
uns die Formen mit w bei den Verben kraejen, maejen 
u. s. w. Die von Sch. S. 19 angeführten Reime sind 
allerdings nicht beweisend, wohl aber findet sich auf 
bl. 81 b (S. 115) der beweisende Reim uf drewen : die 
hewen. Die w>-Form ist aber auf ein nicht sehr grosses 
Gebiet des Hessischen beschränkt, sie findet sich in dem 
Viereck Giessen — Lauterbach — Windecken — Bocken- 
heim, und ausserdem bei Alsfeld und Grebenau und in 
kleinen Enklaven bei Salmünster und Soden a. d. Kinzig 
(vgl. Anz. f. d. Altertum XXII, S. 330). In diesem 
Gebiete haben wir die Heimat des Verf. der St. Pauler 
Evangelien zu suchen, und wahrscheinlich ist wenigstens, 
dass er auch hier geschrieben hat. Zu einer näheren 
Bestimmung ist mit Sicherheit nicht zu kommen, wir 
sind auf Vermutungen angewiesen. Klöster von solcher 
Bedeutung, dass wir in ihnen die Gebnrtsstätte des 
Evaugelienwerkes vermuten könnten gab es innerhalb 
der angegebenen Grenzen nicht viele: nämlich Naumburg, 
Arnsburg, Ilbenstadt, Schiffenberg und Grünberg. Die 
Nonnenklöster Cella und Konradsdorf kommen nicht in 
Betracht. Von den genannten darf aber wohl auch 
Arnsburg als Cisterzienserkloster ausgeschieden werden; 
denn wenn die Abwendung der Cisterzienser von wissen¬ 
schaftlicher Thätigkeit auch nicht streng buchstäblich 
zu verstehen ist, so dürfen wir ihnen eine so umfang¬ 
reiche Uebersetzungsarbeit doch wohl mit Recht aber¬ 
kennen. Sollen wir uns nun für eine der übrigen Stätten 
entscheiden, so würde ich am ehesten an Schiffenberg 
denken. In der letzten Zeit der Selbständigkeit dieses 
zuchtlosen Klosters, war hier allerdings kein Boden für 
die Entstehung eines grossen Evangelienwerks, wohl aber 
waren die günstigsten Bedingungen dafür gegeben nach 
dem Uebergang des Klosters in den Besitz des deutschen 
Ordens (1323), der sich verpflichtete ausser sechs 
Rittern unter einem Komtur mindestens 3 Priester unter 
einem Probst daselbst zu halten. Das Jahr 1323 er¬ 
hielten wir also auf diesem Wege als terminus post 
quem der Abfassung, und das Werk selbst könnten wir 
einreihen unter die grosse Zahl von Dichtungen, die in 
jener Zeit aus dem Kreis des deutschen Ordens hervor¬ 
gingen. 

Nicht recht aufgeklärt wird bei Sch. das Auftreten 
von ndd. und oberdeutschen Worten im Reim (gljnden, 


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1900, Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. No. 1. 


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werfe \ gelrfch , haeze , rüezeri). Ist auch die Reimnot 
als Grund für deren Aufnahme anzuerkennen, so bleibt 
doch die Frage unbeantwortet, woher die zum Teil 
recht seltenen Worte dem Verf. bekannt waren. Ich 
glaube nun, am einfachsten löst sich das Rätsel, wenn 
wir annehmen, der Verf. sei zeitweilig von seinen Oberen 
verschickt worden und habe sich sowohl in Nieder¬ 
deutschland als in Oberdeutschland längere Zeit aufge¬ 
halten. So konnten ihm diese fremdartigen Worte so 
geläufig werden, dass er sich nicht mehr scheute, sie 
zu verwenden, und dabei ganz vergass, dass sie den 
Lesern, für die er doch zunächst schrieb, unverständlich 
sein könnten. 

An Einzelheiten ist zu bemerken: S. 11 wird der 
sogen. Rückumlaut bei den sw. v. I als spez. md. Regel 
bezeichnet, was mit den bekannten grammatischen That- 
sachen nicht im Einklang steht. Der Rückumlaut ist I 
weder auf das md. beschränkt noch im md. ausnahmslos | 
Regel (vgl. z. B. Rieger, heil. Elisab. S. 41/2). S. 72 | 
‘ andelagen . Der Hinweis auf Vilmar ist irreführend, 
seine Ansicht war zu berichtigen; vgl. auch Oberh. 
Wörterbuch S. 38. 

S. 90 zu 'eselmülenstein (mola asinaria Marc. 9, 41) 
ist als Curiosum daran zu erinnern, dass an derselben | 
Stelle Wulfila das ähnliche asiluqairnus gebildet hat. 

S. 153 die Uebersetzung von Luc. 6, 45, die zum , 
Teil wörtlich gleich v. 4393 4 von Heinrich und Kunigunde I 
ist, ist wohl sprichwörtlich. 

Giessen. Karl Helm. 


Friedrich G. G. Schmidt, Die RieserMundart. München, I 
Lindauer’sche Buchhandlung 1898. 8°. 84 S. i 

Ein amerikanischer Professor legt uns hier eine 
Arbeit über seine heimatliche Mundart vor, die Mundart 
des Rieses (Hauptstadt Nördlingen). Es ist keine Arbeit, I 
die den Dialekt eindringend behandelt. Sie verzichtet 
auf eine phonetische Beschreibung der Laute; Mitteilungen 
über den musikalischen Accent und vieles andere sucht 
man vergebens. Der Verf. bietet eben nur eine Laut¬ 
statistik nach dem üblichen Schema. Auch in dieser 
Beschränkung ist manches auszusetzen. Schmidt hat nicht j 
immer darauf hingearbeitet, die Lautgesetze säuberlich 
herauszuschälen und die scheinbaren Ausnahmen zu er- j 
klären. Ganz unnötig ist es, bei jedem mhd. Vokal 1 
dessen Ursprung zu erörtern: wer eine Dialektgrammatik 
lesen will, muss darüber unterrichtet sein. Einen weiteren 
Vorwurf, den ich schon gegen einige andere Dialekt¬ 
arbeiten erhoben habe, kann ich auch diesem Schriftchen i 
nicht ersparen : auch hier fehlt wieder ein alphabetisches , 
Verzeichnis der behandelten Wörter. Hoffentlich lassen ; 
sich die Dialektgrammatiker doch allmählich dazu be¬ 
wegen, ihre Sammlungen durch einen Wortindex brauch¬ 
barer zu machen. Trotz dieser Mängel ist Schmidt’s 
Arbeit ein nützlicher Beitrag zur Dialektkunde. Sie 
behandelt überdies eine recht interessante Mundart, die 
häufig Doppelformen aufweist. Der Verf. schreibt diese 
Erscheinung dem Einfluss der gemischten Bevölkerung 
von Katholiken und Protestanten zu. Auch andere 
Forscher haben gelegentlich darauf aufmerksam gemacht, 
dass sprachliche Unterschiede mit konfessionellen Hand 
in Hand gehen. Es wäre zu wünschen, dass einmal an 
einer kleinen Gemeinde die Unterschiede in der Sprache 
der beiden Konfessionen genau festgestellt würden, da¬ 
mit in diese Frage etwas mehr Klarheit und Bestimmt- ! 
heit käme. 


§ 5 stellt fest: mhd. ä ist in der Ma. vereinzelt 
als reines helles ä erhalten, in dl ‘Aal*, gäb ‘Gabe*, 
mäd (mhd. mat) ‘Mahd*, märfr ‘Mähder*, gnäd ‘Gnade*. 
Und § 6 besagt, dass ä gewöhnlich zu Q wird. So 
äusserlich sollte doch ein Dialektgrammatiker nicht mehr 
verfahren. Es liegt nahe, das äl, gäb, gnäd Lehn¬ 
wörter aus der Schriftsprache sind. Und wenn überall 
sonst d > Q wird, nur nicht in mäd , so geht eben dieses 
mäd nicht auf mfit, sondern auf *mät zurück, und darauf 
weisen auch andere Dialekte: mät in der Schweiz (vgl. 
Schw. Idiotikon IV, 71 f.: ‘beachtenswert ist, dass im 
Alem. der. Vokal kurz ist; er steht also im Ablauts¬ 
verhältnis zu dem d in mäjen ); m$rd } gdmQrd im Oden¬ 
wald und Oberhessen, wo d > jJ, ü wird; muH in Bistritz 
(Beitr. XVII, 369, ä > n a , d > ö), mqdd im Paznaun- 
thal (vgl. Birlinger, Forsch, z. d. Landes- und Volksk. 
IV, 370). Aehnlich geht auch drib (§ 19) nicht auf 
mhd. trip , sondern auf trip zurück; darauf führt auch 
drib, der Name des Giessener Exerzierplatzes: wo heute 
die Soldaten gedrillt werden, wurde früher das Vieh 
auf die Weide getrieben. — „Unorganisches y u erscheint 
nach § 99 in onslbyd — unslit eingeschoben. Aber warum 
?d für t? Das Wort ist so zu erklären: Wechsel von 
und -it, -et ist in den Maa. ziemlich häufig (zur 
Erklärung vgl. Pli. Lenz, Der Handschuhsheimer Dial. 
II, 1 f.): neben unälit, ünslit bildete .sich die Form 
*unsliy, insliy (so im Odenwald) wie frk. hochziy neben 
hochzet ‘Hochzeit*, alem. öbiy neben öhed ‘Abend*, hess. 
dausix neben dausod ‘tausend*, bair. kemich neben schwäb. 
kernet aus kemen (— kamin) + sekundärem t (vgl. Paul, 
Mhd. Gr. § 84, Anm. 9) u. s. w. Auch die Rieser 
Ma. bietet ein solches Beispiel, das Schm, jedoch uner¬ 
klärt lässt: hairiy 9 — heiraten (§ 114). An das y kann 
nun noch t antreten: wie luxemburg. woreyt aus woret 
‘Wahrheit*, kampeyt aus kampet ‘Kindbett’ (Ons Hemecht 
I, 316), so erklärt sich *onsliyt aus *onsliy. onslidyt 
schliesslich ist volksetymologisch an Hecht ‘Licht* ange¬ 
lehnt. Diese Anlehnung hat auch in der Ma. Rhein¬ 
hessens stattgefunden, die insl aus in&l-liyt losgelöst hat. 

Darmstadt. Wilhelm Horn. 


Alt sächsisches Elementarbuch, v. F. Holthausen. Heidel¬ 
berg, Winter 1899. XIX und 283 S. 8°. (Sammlung von 
Elementarbüchern der Altgermanischen Dialekte 5) M. 5. 

In der Einleitung des Buches wird zunächt die 
Stellung und Einteilung des Altsächsischen dargelegt, 
sodann von seinen Quellen gehandelt; die vorsichtige 
Zurückhaltung, die H. hier übt gegenüber den neueren 
Heimatsbestimmuhgen, kann ich nur billigen. Es folgen 
Laut- und Formenlehre und Syntaktisches, ein Abschnitt: 
Lesestücke, der auch kurze Bemerkungen über den Bau 
des Stabreimverses bietet, endlich ein fremdsprachlicher 
Index und ein altsächsisches Glossar und Register. Alles 
ist mit Sorgfalt gearbeitet und mit grossem Geschick 
dargestellt. Auch fehlt es nicht an neuen Gesichts¬ 
punkten und Erklärungen einzelner Erscheinungen. Zum 
ersten Mal ist die Metrik in umfassender Weise zur Er¬ 
mittelung grammatischer Thatsachen herangezogen. Ich 
fürchte allerdings, dass die Beweiskraft dieser Hülfsmittel 
nicht unerheblich überschätzt ist. Namentlich halte ich es 
für falsch, aus der Anwendung der Alliteration ohne 
weiteres Schlüsse auf den Satzton zu machen; dabei 
denke ich insbesondere an das Verhältnis neben einander 
stehender Nomina. Auch sonst habe ich den Eindruck, 
dass der Verf. gelegentlich mehr weiss, als man wissen 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. No. 1. 


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kann. Recht gewagt ist es doch, die Grenzen des Alt¬ 
sächsischen in der bestimmten Weise festzulegen, wie es 
8. 5 geschehen ist. Wie will man beweisen, dass in hl, 
hr, hn h nichts weiter bedeute, als die Stimmlosigkeit 
des folgenden Konsonanten (S. 22); dass r mit Vibration 
der Zungenspitze zu sprechen (ebda.); dass anlautendes 
s stimmlos gewesen (ebda.); dass bei Akzentversetzung 
der auslautende kurze Vokal gedehnt wird (S. 60)?, 
In Manchem ist die Auffassung des Verfassers gewiss 
unrichtig. Nach S. 14 und 15 ist das e von ger und 
das a (neben 6) im Ausgang der Komparative und Super¬ 
lative ingwäonische Eigentümlichkeit; nach S. 34 wird 
das Gleiche für e in bedi, mSri, Utid u. s. w. als möglich 
betrachtet. Das ist aber methodisch falsch. Wie soll 
ein Schreiber dazu kommen, gerade das eine Wort ger 
beständig in der Form eines andern Dialekts zu geben 
oder gar seine Komparative und Superlative mit be¬ 
sonderer Vorliebe dorther zu holen, oder von seinen d 
namentlich die vor i stehenden mit dem fremden Zeichen 
auszudrücken? Und wie kommt H. dazu, solche ing¬ 
wäonische Formen, die nach seiner Meinung in einer 
as. Grammatik keine Berücksichtigung finden dürfen, 
doch im Glossar als Normalformen anzusetzen? (s. betera, 
minnira , wirsa.) — Auch die Annahme, dass uns eine 
hochdeutsche Form sei (S. 15), ist bedenklich, da ja 
auch im heutigen Nd. die Form mit n begegnet. — Aus 
v. 3454 die Betonung unspüod , die sonst keine Stütze 
hat, zu erschlossen (S. 24), ist unzulässig; warum sollen 
nicht auch in der Alliterationsdichtung dem Metrum zu 
Liebe Tonversetzungen Vorkommen? — S. 40 wird seo 
mit kurzem Stammvokal angesetzt; dass eB nicht sio 
heisse, sei geschehen unter dem Einfluss der Cas. obl. 
wie Gen. setves. Eine derartige Analogiebildung, wo i 
unter dem Einfluss von langem e zu kurzem e geworden 
wäre, kann ich mir nicht vorstellen. Wenn H. meint, 
die Kürze würde erwiesen, da die Form im Metrum ein¬ 
silbig gebraucht werde, so bezweifle ich, wie schon ge¬ 
sagt, überhaupt die Kraft solcher Erwägungen; ferner 
aber hat H. selber S. 161 die Form s$ erwähnt. — Die 
Form akus (Axt) beweist doch nicht, dass die west¬ 
germanisch ganz allgemeine Verschärfung vor w nicht 
eingetreten sei? (S. 85). 

Giessen. 0. Behaghel. 


Charlton M. Lewis, The Foreign Sources of Modern 
English Versiflcation. Witli Especial Reference t<5 the so- 
called Jambic Lines of 8 and 10 Syllables. A Thesis Presented 
to the Facnlty of the Graduate Department of Yale University, 
upon «Application for the Degree of Doctor of Philosophy. 
Berlin, Mayer & Müller 1898. VII, 104 S. Preis M. 2.50. 

Der Verfasser beabsichtigte ursprünglich, wie er 
uns in der Vorrede mitteilt, im Anschluss an Mayor’s 
Chapters on English Metre und Bridges’ Milton’s Prosody 
einige, die Theorie des neuenglischen Verses betreffende 
Fragen zu erörtern, fand aber dabei, dass hierfür eine 
möglichst genaue Fixierung der Herkunft desselben uner¬ 
lässlich war. Er will darum in der vorliegenden Schrift 
die Hauptlinie der Entwickelung des neuenglischen Verses 
aus dem quantitierenden des klassischen Alterthums und 
dem accentuierenden altenglischen Verse durch die ver¬ 
schiedenen im mittelalterlichen Latein, Französisch und 
Englisch vorkommenden Zwischenstufen hindurch ver¬ 
folgen, und zwar beschränkt er sich hierbei auf den 
inneren, rhythmischen Bau des Verses unter Beiseite* 
lassung von Strophenform, Allitteration, Reim u. s. w.; 
er berücksichtigt' auch nur die zwei am meisten ausge¬ 


prägten Typen des neuenglischen Verses, den Achtsilbler 
und den Zehnsilbler. 

Die Darstellung beginnt etwas sehr ab ovo. In 
dem ersten Kapitel, Introduction (S. 1—12), spricht 
Lewis über das Prinzip des Parallelismus, wie es in der 
hebräischen Dichtung uns entgegentritt, die einfachste 
und älteste Form der poetischen Gliederung, aus der 
sich nach seiner Ansicht alle späteren entwickelt haben. 
Ein weiterer Schritt bestand in der Festsetzung einer 
bestimmten Silbenzahl für die parallelen Sätze, wie dies 
in den ältesten Teilen des Avesta geschieht, wo jeder 
Vers 16 Silben enthält, die in zwei Halbzeilen von je 
8 Silben zerfallen, aber ohne dass kurze und lange, 
betonte und unbetonte Silben in regelmässigem Wechsel 
erscheinen, also ein rein syllabi scher Vers. Der 
nächste Schritt war die Festsetzung einer bestimmten 
Quantität der Silben, zunächst der drei letzten Silben 
des Halbverses, welche die Form _ ^ _ annahinen, während 
die ersten fünf beliebige Quantität haben konnten, so 
dass der Vers die Form erhielt: xxxxx_^_. Später, 
so z. B. in der griechischen Dichtung, wurde die Quan¬ 
tität des ganzen Verses eine fest geregelte, und wir 
erhalten damit den quantitierenden Vers. Das dritte 
und letzte Prinzip des Versbaues ist das accentuierende, 
das im Englischen von den ältesten Zeiten an herrscht, 
aber im Altenglischen mit dem quantitierenden, im Neu¬ 
englischen mit dem syllabischen Prinzip vermengt. Es ist 
ausserdem als äusserer Schmuck des Verses im Alteng¬ 
lischen der Stabreim, im Mittel- und Neuenglischen der 
Endreim hinzugekommen. 

Auch der lateinische Vers war ursprünglich accen- 
tnierend; er wurde aber im 3. Jahrhundert vor Christus, 
wahrscheinlich durch griechischen Einfluss zu einem 
quantitierenden umgestaltet, wobei im Volksmunde aller¬ 
dings die accentuierende Dichtung wohl bestehen blieb. 
Der Unterschied zwischen langen und kurzen Silben 
ging im Lateinischen seit dem Zeitalter des Augustus 
immer mehr verloren, so dass die Beobachtung der Quan¬ 
tität in den Dichtungen eine künstliche wurde, die all¬ 
mählich aussterben musste. Der letzte Ausläufer des 
quantitierenden Verses liegt uns vor in dem Verse des 
Commodian, über den der zweite Abschnitt (S. 13—23) 
handelt. Die Quantität wurde darin, wie der Verfasser 
insbesondere gegenüber Wilhelm Meyer (Anfang und 
Ursprung der lat. und griech. rhythmischen Dichtung. 
München 1884) ausführt, noch beobachtet, soweit sie 
damals überhaupt gefühlt wurde. „ Commodian was 
uriting in prosody as it existed in his own day u 
(S. 20). Es folgt eine Betrachtung der lateinischen 
Hymnen des Ambrosius und seiner Nachfolger (S. 24 — 42), 
in denen das quantitierende Prinzip allmählich ganz 
durch das accentuierende verdrängt wird. In dem nächsten 
Abschnitt Early Chnrch Music. Syllabic Verse (S. 
43 —62), geht Lewis auf die alte Kirchenmusik, insbe¬ 
sondere auf den Unterschied zwischen ambrosianischer 
und gregorianischer Musik näher ein. Erstere erforderte 
eine strenge Beobachtung der Quantität, später des 
Accentes der einzelnen Silben; für letztere waren alle 
Silben gleichwertig. Erstere bedurfte daher eines quanti¬ 
tierenden oder accentuierenden Verses; letztere konnte 
sich mit einem rein syllabischen Verse begnügen. 

Der folgende Abschnitt, Early French Verse (S. 
63 — 90), handelt von der Entstehung des altfranzösischen 
Verses aus dem lateinischen. Der älteste französische 
Vers (z. B. in der Passion, im Leodegarliede, im Alexan- 


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derfragment) war, wie sein lateinisches Vorbild, noch 
accentuierend mit jambischem Rhythmus. Seit der Mitte 
des 11. Jahrhunderts aber wird — abgesehen von einigen 
anglonormannischen Dichtungen, bei denen wohl eng- 
licher Einfluss vorliegt — der Accent im Innern des 
Verses nicht mehr beobachtet; der französische Vers ist 
rein syllabisch geworden. Der Grund hierfür liegt, wie 
Lewis des näheren ausführt, an den eigentümlichen Be¬ 
tonungsverhältnissen der französischen Sprache. Wenig 
einleuchtend aber erscheint mir die Ansicht des Ver¬ 
fassers, dass der altfranzösische Zehnsilbler nicht ein ein¬ 
heitlicher Vers, sondern eigentlich aus zwei Kurzzeilen 
von vier und sechs Silben zusammengesetzt ist. Denn 
wo gab es damals selbständige Verse von vier und sechs 
Silben, die ein Dichter zu einem Zehnsilbler hätte zu¬ 
sammenfügen können? Ueberdies ist die Einheit des 
Verses durch den Endreim so klar gekennzeichnet, dass 
demgegenüber die überzählige Silbe in der Caesur nichts 
besagen will. Auch die wechselnde Caesur des italie¬ 
nischen Endecasillabo, der von dem französischen Zehn¬ 
silbler nicht getrennt werden kann, spricht gegen diese 
Auffassung. 

Das letzte Kapitel (S. 91 —104) handelt endlich 
über den lateinischen und französischen Einfluss auf den 
englischen Vers. Nach der ausführlichen Untersuchung 
der lateinischen Hymnen und des altfranzösischen Verses 1 
ist für diesen, eigentlich doch wichtigsten Abschnitt 
leider nur wenig Raum übrig geblieben; der Verfasser 
beschränkt sich, wie er selbst im Vorwort (S. II) sagt, 
auf eine kurze Rekapitulation der Ansichten von Sievers 
über den altenglischen und von Schipper über den mittel¬ 
englischen Vers. Von geringem Verständnis für die 
Schönheit des altgermanischen Allitterationsverses zeugt 
dabei seine Aeusserung (8. 92): „Howeoer studiously 
ive accustom our ears to it , there seems still to he a 
barbaric cmdeness inherent in the verse “. Wenn 
wir Deutsche wirklich, wie Lewis wiederholt (S. 34. 
66. 69 Anm.) versichert, weniger als die Engländer im 
Stande sind, den wahren Charakter des lateinischen 
Hymnenverses und des französischen Verses zu erkennen, 
so können wir uns damit trösten, dass wir dafür den 
germanischen Allitterationsvers besser zn würdigen ver¬ 
stehen als ein Engländer oder Amerikaner. Wir Deut¬ 
sche, mögen wir auf zwei oder vier Hebungen schwören, 
haben in dem Allitterationsvers nie etwas Rohes und 
Barbarisches gefunden, sondern stets darin einen hohen 
Grad von Schönheit und Kunstfertigkeit erkannt und 
bewundert. 

Bei Besprechung des mittelenglischen Verses ist 
der Septenar des Poema Morale und anderer Dichtungen, 
der für die Entwicklung des mittelenglischen Versbaues 
doch von grosser Bedeutung ist, nur flüchtig gestreift 
(S. 94 f.). Das kurze Reimpaar des Pater Noster und 
der späteren Romanzen will Lewis im Gegensatz zu 
Schipper nicht aus dem silbenzählenden französischen 
Achtsilbler, sondern direkt aus dem accentuierenden 
lateinischen Hymnenverse herleiten. Er übersieht dabei, 
dass ebenso wie der accentuierende lateinische Vers im 
Französischen silbenzählend werden musste, so auch der 
silbenzählende französische Vers im Englischen infolge 
der stark exspiratorischen Betonung der ersten Silbe 
der Wörter notwendigerweise wieder in einen accen¬ 
tuierenden mit jambischem Rhythmus sich umwand ein, 
also wieder dem lateinischen Verse ähnlicher werden 
musste. Aus demselben Grunde hat der französische 


Zehnsilbler in der Hand Chaucer’s ein ganz anderes Ge¬ 
präge angenommen, so dass Lewis sogar der Meinung 
ist, man dürfe den heroischen Vers nicht als einfache 
Nachbildung des französischen Zehnsilblers, sondern viel¬ 
mehr als völlig selbständige Neuschöpfung Chaucer’s 
ansehen, der zu den bereits bestehendenden Versen von 
vier, sechs und sieben Hebtfhgen den noch fehlenden 
Vers von fünf Hebungen hinzufügen wollte (S. 99). Wie 
wäre aber Chaucer gerade auf einen Vers von fünf 
Hebungen verfallen, wenn er nicht den französischen 
Zehnsilbler und den italienischen Endecasillabo, die ihm 
in der ihm bekannten französischen und italienischen 
Dichtung überall entgegentraten, hätte nachbilden wollen? 
Dass diese Nachahmung doch einen etwas anderen Cha¬ 
rakter trägt, als das Original, liegt, wie gesagt, an der 
Verschiedenheit der englischen Betonung von der fran¬ 
zösischen. Es ist auch zuviel gesagt, wenn Lewis (S. 97) 
behauptet, Chaucer habe den vierhebigen Vers ‘verfeinert 
und vervollkommnet*. Sein kurzes Reimpaar war nicht 
besser und nicht schlechter als das des Cursor Mundi 
oder mancher Romanzen. Weit stärker als Chaucer 
hat Go wer, wohl unter direktem französischen Einfluss 
stehend, den rein syllabischen Charakter des französischen 
Achtsilblers in dem kurzen Reimpaar seiner Confessio 
Amantis nachgebildet. Ebenso zeigt der Zehnsilbler 
Hoccleve’s einen weit engeren Anschluss an den fran¬ 
zösischen silbenzählenden Vers mit fester Caesur nach 
der vierten Silbe als der Vers Chaucer’s. Diese Ver¬ 
suche Gower’s und Hoccleve’s, nach französischem Muster 
das rein syllabische Prinzip in die englische Verskunst 
einzuführen, durfte Lewis nicht unerwähnt lassen. 

Die letzten Ausführungen des Verfassers betreffen 
den modernen englischen Zehnsilbler, der gleichfalls 
silbenzählend geworden ist, in dem Sinne, dass der Auf¬ 
takt nie mehr fehlen darf, der Vers also im Minimum 
zehn Silben enthalten muss, und dass ferner infolge von 
Taktumstellungen, Accentverschiebungen und Verwendung 
schwachbetonter Silben und Wörter in der Arsis eine 
strenge Einteilung in Füsse oft ebenso unmöglich ist wie 
im Französischen. 

Dies ungefähr ist der Inhalt der Lewis’schen Schrift. 
Der Verfasser hat sich mit Liebe und Sorgfalt in seinen 
Gegenstand versenkt und die Entwicklung des lateinischen 
accentuierenden Hymnenverses aus dem quantitierenden 
der klassischen Zeit, des französischen silbenzählenden 
Verses aus dem accentuierenden lateinischen Hymnen¬ 
verse im allgemeinen wohl zutreffend dargestellt, auch 
die Gründe, weshalb der spätlateinische und der engli¬ 
sche Vers accentuierend, der französische silbenzählend 
sein musste, richtig erkannt; für die innere Entwicklung 
des englischen Versbaues aber hat sich dabei, wie wir 
gesehen haben, nur wenig Neues ergeben. 

Königsberg i. Pr. Max Kaluza. 

H. Reinsch, Ben Jonsons Poetik und seine Beziehungen 
zu Horaz. Münchener Beitäge zur romanischen und eng¬ 
lischen Philologie; herausg. von H. Breymann und ,T. 
Schick. XVI. Heft. Erlangen u. Leipzig. A. Deichert’sche 
Verlagsbuchh. Nachf. (Georg Böhme) 1899. 130 S. gr. 8°. 

Die vorliegende Arbeit will Jonsons Poetik rekon¬ 
struieren, die bei dem Brande seiner Bibliothek um das 
Jahr 1623 verloren gegangen ist. Die ergiebigste Quelle 
für diesen Zweck sind die Vorreden, Prologe, Inductionen, 
Epiloge, Dedikationen etc. der Dramen sowie die in den 
Discooeries enthaltenen Bemerkungen über literarische 
Themata. Dazu kommen noch die zahlreichen Stellen 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 1. 


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aus Jonsons Dichtungen, in welchen Fragen der Poetik 
berührt sind. Schliesslich sind auch Drummonds Notes 
of Ben Jonson f s Conversations verwertet. Es ist natür¬ 
lich von höchster Bedeutung, die Ansichten von Shake¬ 
speare^ bedeutendstem Zeitgenossen über die Ars poetica 
zu hören, die er sich nach eingehendem Studium des 
Horaz und der Klassiker gebildet hatte. Reinsch hat 
die Werke Ben Jonsons mit grosser Gründlichkeit unter¬ 
sucht und die überall zerstreuten Bemerkungen des 
Dichters sorgfältig gesammelt und geschickt kombiniert. 
Die Schwierigkeit liegt natürlich darin, dass man er¬ 
kennt, in wiefern Ben Jonsons Ansichten sich mit denen 
seiner Personen decken, die sie Vorbringen, zumal da 
Satire und Ironie nicht selten seinen Stil beherrschen. 

Reinsch behandelt zunächst die allgemeinen Ge¬ 
sichtspunkte von Ben Jonsons Poetik, den Ursprung, die 
Bedeutung, das Wesen und die Wirkung der Poesie, 
sowie ihren Zweck und ihre Aufgabe. Es folgen die 
dem Dichter nötigen Eigenschaften, das Verhältnis des 
Dichters zum Publikum, sowie Jonsons persönlicher Stand¬ 
punkt. Sein Ideal vom Epos findet er im klassischen 
Altertum bei Homer und Vergil erreicht, von zeitge¬ 
nössischen Dichtern entsprach Drayton am meisten 
seinen Vorstellungen. Für die Lyrik giebt Jonson mehr¬ 
fach eine besondere Vorliebe zu erkennen, obgleich für 
uns kein Zweifel darüber besteht, dass seine Leistungen 
auf dramatischem Gebiete von weit höherer Bedeutung 
sind. Die Epigramme nennt er *the ripest of my studies*. 

Seinen höchsten Ruhm aber hat Jonson im Drama 
gefunden. Mit den Griechen und Römern stellt er 
Shakespeare auf gleiche Stufe und fordert für ihn die 
Huldigung von ganz Europa. Er selbst ist ein Ver¬ 
treter der gesunden Entwicklung der englischen Re¬ 
naissancepoesie, die in so vielen Punkten auf die deut¬ 
sche Literatur befreiend gewirkt hat. Er tadelt vor 
allem die Zügellosigkeit in der dramatischen Dichtung 
seiner Zeit, die Handlung soll einfach und natürlich, 
dabei doch spannend sein. Die Einheit des Ortes hat 
Jonson in den Lustspielen meist ziemlich genau durch¬ 
geführt, in den Tragödien dagegen völlig missachtet. 
Ueber diesen Punkt sind seine Ansichten sehr frei, des¬ 
gleichen über die Einheit der Zeit. Sorgfältig handhabt 
er die Technik des Dramas und die Zeichnung der Cha¬ 
raktere. Er fühlt sich vollständig im Besitze der Kennt¬ 
nisse und Erfordernisse für die Wiedereinführung der 
Tragödie nach antikem Muster. Für die Durchführbar¬ 
keit von Jonsons Bestrebungen auf dem Gebiete der 
Tragödie war glücklicherweise die Zeit schon vorbei. 
Wenn auch sein Standpunkt viel freier war als der¬ 
jenige des französischen Pseudoklassizismus, so würde 
doch bei einem Siege seiner Anschauungen das englische, 
und damit wahrscheinlich das moderne Trauerspiel über¬ 
haupt, eine andere Entwicklung genommen haben, als 
es durch die volkstümlichen Tragödiendichter Englands 
erhielt. Während also Jonson im Trauerspiel einen ausge¬ 
prägt klassizistischen Standpunkt einnimmt, zeigt er sich 
in seinen vollendetsten Schöpfungen, den Lustspielen, als 
echten Vertreter seiner, und somit der modernen Zeit 
(vgl. S. 64). Mit dem Maskenspiel hat sich Jonson 
Jahre lang fast ausschliesslich befasst. Er darf aller¬ 
dings den Ruhm beanspruchen, der hervorragendste Ver¬ 
treter des Maskenspieles zu sein, aber man kann sich 
beinahe des Bedauerns nicht erwehren, dass der Dichter 
soviel Kunst, Fleiss und Gelehrsamkeit an diese Spiele 
verschwendete. Was die Sprache anbetrifft, so fordert 


Jonson bei aller Kunst, die der Dichter aufzuwenden 
hat, doch vor allen Dingen Natürlichkeit. Vom Reim 
hat er sich schon in seinen ersten Dramen grösseren 
Stils frei gemacht; es finden sich bei ihm noch weniger 
gereimte Verse als z. B. bei Shakespeare. 

Der zweite Teil der Abhandlung (S. 90—130) be¬ 
handelt Ben Jonsons Beziehungen zu Horaz. In Bezug 
auf seine Abhängigkeit von den Alten ist der englische 
Dichter oft abfällig beurtheilt worden. Ich erinnere 
an Headleys Worte: ‘Were the ancients to reclaim their 
property, Jonson would not have a rag to cover his 
nakedness*. Reinsch hat nun innerhalb der Dramen vom 
Standpunkt des antiken Einflusses aus zwei Klassen unter¬ 
schieden. In den Werken der einen Klasse, besonders 
in den beiden Römerdramen, dem Poetaster und anderen 
ist seine Abhängigkeit von den Alten bedeutend und 
trägt zum Gesamteindruck wesentlich bei; hier kommen 
auch zahlreiche Uebersetzungen vor. Neben solchen 
Werken, welche ohne die Alten nicht hätten entstehen 
können, giebt es aber auch andere, in welchen häufig 
klassische Reminiscenzen nur unwesentliche, manchmal 
geradezu störende Zuthaten sind. Es mus aber zugegeben 
werden, dass Jonson mit seiner klassischen Gelehrsamkeit 
zu prunken liebte. Vor allen Dingen ist es natürlich 
Horaz, der vielfach von ihm erwähnt und zitiert wird. 
Er stellt seinen Lieblingsdichter hoch über alle zeitge¬ 
nössischen Kritiker. Horaz wird von Jonson im Drama, 
in den Masques und in den Discoveries als Autorität 
zitiert. Wörtliche lateinische Citate aus Horaz werden 
als Motto für ein Drama, in einer Vorrede verwendet 
oder den Personen eines Dramas in den Mund gelegt. 

Reinsch kommt dann auf S. 106 flg. zu Jonsons 
Horazübersetzungen. Der Verfasser drückt sich sehr 
gelinde aus, wenn er sie seine mindest glücklichen Ar¬ 
beiten nennt. Sie sind geradezu mangelhaft, wenn auch 
besser als die Versuche der vorausgehenden Ueberseter. 
Bei aller Nachsicht ist eine günstige Kritik der Ueber- 
setzung der Ars poetica nicht möglich. Ausser der schwer¬ 
fälligen Sprache kommen auch Stellen vor, wo Jonson 
den Sinn falsch wiedergiebt. Weit höher steht die 
Uebersetzung der zweiten Epode (The Praises of a country 
life), sowie der ersten Ode des vierten Buches (T 
Venus). In der letzteren ist aber doch auch die Uebero 
Setzung von : 

Si torrere jecur quaeris idoneum 

If a fit Heer thou dost seek to toast 
von wahrhaft komischer Wirkung. Reinsch bringt noch 
eine ganze Reihe von strengeren und freieren Ueber- 
setzuugen, Nachahmungen und Anspielungen auf Horaz 
vor und beweist dadurch fast wider Willen, dass sich 
in Jonsons dichterischer Thätigkeit eine zu weitgehende 
Abhängigkeit von klassischen Autoren nicht bestreiten 
lässt. Er wusste die Gelehrsamkeit nicht immer ge¬ 
nügend von seiner Poesie fernzuhalten und dieser Um¬ 
stand entfremdet seinen Werken heute noch mehr Leser 
wie zu seiner Zeit. Ich glaube nicht, dass viele Leser 
ausser den Fachleuten zu den Schönheiten in seinen 
Dichtungen durchdringen. Es ist auch zweifelhaft, ob 
seine bedeutendsten Lustspiele trotz ihrer Regelmässig¬ 
keit, Ordnung und Formvollendung auf der modernen 
Bühne gefallen würden. Jonsons eigenartiges Verdienst 
bleibt es, dass er der Entwicklung vorarbeitete, die das 
moderne Drama bezüglich der Technik notwendig nehmen 
musste. 

Doberan i. M. 0. Glöde. 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. No. 1. 


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Lnce, Morton, A Handbook to the Works of Alfred 
Lord Tennyson. London, George Bell and Sons. First 
edition 1895; reprinted 1897. 454 Seiten, klein octavo. 

Preis :6 s. 

Unter den sich häufenden Schriften über Tennyson 
nimmt das vorliegende Buch eine hervorragende Stellung 1 
ein. Es ist das Werk eines feinfühlenden und sorg¬ 
samen Forschers, der sich die Auslegung und Beurteilung 
der Dichtungen des verstorbenen Laureatus zur Lebens- | 
aufgabe gemacht hat. Nach einander werden hier alle 
Werke Tennysons einzeln behandelt, natürlich mit iVus- 
nahme derjenigen, welche erst im Jahre 1897 von des 
Dichters Sohn in der Biographie seines Vaters veröffent¬ 
licht sind; und namentlich die längeren Gedichte werden 
einer sehr detaillierten und eindringenden Untersuchung 
unterworfen, welche sich überall durch grosse kritische 
Selbständigkeit auszeichnet. Doch sind die Dramen (auf 
nur 19 Seiten) zu kurz gekommen. Wenn möglich wird 
der Entstehung und den häufigen Veränderungen der 
Gedichte nachgespürt, wie R. Jones das in seiner Heidel¬ 
berger Dissertation (1894) ausführlich für die „Idylls of 
the King“ gethan hat; und die Absichten des Dichters 
und ihre Verwirklichung werden klar auseinandergesetzt. 
Tennysons Quellen, viele Anspielungen auf seine Vor¬ 
gänger und andere Einflüsse auf den Dichter werden 
nachgewiesen, manchmal allgemeine Zeitströmungen auch 
weiter verfolgt. (Betreffs des auf Seite 233 f. besprochenen 
„Essay on Projects“ von Defoe sei der Verfasser jedoch 
auf meinen Brief über Defoe und Mary Astell in der 
Academy vom 14. März 1891 verwiesen). Ferner werden 
dem Leser die Eigenschaften vieler Gedichte durch sorg¬ 
fältige Analysen ihrer poetischen Elemente leicht fassbar 
gemacht; dadurch treten namentlich manche Besonder¬ 
heiten von Tennysons Sprache — in Worten, Formeln 
und Stil — klar zu tage. Wenn auch nicht alle Ge¬ 
dichte, noch alle Fragen beim selben Gedicht, gleich- 
mässig behandelt sind, so ist doch die Vielseitigkeit des 
Buches zu rühmen, und es kann besonders Studenten und 
andern Anfängern anempfohlen werden, denen es neben 
reichlicher Belehrung mannigfache Anregung und An¬ 
leitung zu weiteren Studien bietet. Denn das hier Er¬ 
klärte wird nicht in der Form abschliessenden Urteilens 
gegeben. Gewöhnlich können wir den Verfasser bei 
seiner einladenden Arbeit beobachten. Das Buch ist aus 
einer älteren Schrift, betitelt „New Studies in Tennyson“, 
hervorgewachsen. Daraus sind mehrere lehrreiche Aus¬ 
züge als Appendices zu einzelnen Kapiteln herüber- 
genommen. Diese wie einige andere Exkurse verraten 
auf den ersten Blick durch ihre Unvollständigkeit und 
Zufälligkeit, dass der Verfasser seiner Abhandlung noch 
keine vollendete Form gegeben und ebensowenig seine 
Aufgabe inhaltlich erledigt hat. Er verspricht denn 
auch in der Vorrede ein umfangreicheres Werk, wofür 
ihm leider jetzt die Gesundheit fehlt. 

Der ästhetische und moralische Wert von Tennysons 
Dichtungen wird warm, aber nicht blind verteidigt. In 
dem einleitenden Kapitel wird nach einer kurzen Lebens¬ 
beschreibung (von nur 7 Seiten) zusammenfassend seine 
Stellung in der Geschichte der englischen Litteratur 
(6 Seiten) und das Charakteristische seiner Weltan¬ 
schauung (16 Seiten) und seiner Kunst (26 Seiten) be¬ 
handelt. Auch diese allgemeinen Erörterungen sind 
lehrreich und überzeugend. 

Ausführliche Biographien haben wir inzwischen von 
Arthur Waugh (London 1896), von des Dichters Sohn 


(London 1897, und Leipzig 1899) und von Emil Koeppel 
(Berlin 1899) erhalten, die alle drei ihre besonderen 
Vorzüge haben. 

Groningen, Niederlande. K. D. Bülbring. 


Westholm, Al fr ed, Etüde historique sur la construction 
du type Li Filz Le Rei en franpais. These pour le 
doctorat. Vesteräs. Bergh. 1899. 52 S. 4°. 

In dieser sehr gelungenen Erstlingsarbeit hat West¬ 
holm durch gewissenhafte und verständige Behandlung 
eines ziemlich reichen Materials ältere Resultate kritisch 
geprüft und einige neue gewonnen, die wohl als stich¬ 
haltig anzusehen sein dürften. i 

Eine Einleitung erinnert an den im Lateinischen 
hie und da auftauchenden Dativus possessivus und an die 
vulgärlateinische Konstruktion mit ad in possessiver Be¬ 
deutung. Darin sieht W. den Ursprung sowohl der 
französischen Anwendung des präpositionslosen Substantivs 
als des Substantivs mit a zum Ausdruck des Besitzes. 
Ohne Zweifel mit Recht, besonders in Anbetracht von 
cui und danach geformten possessiven Ausdrücken. Ein 
häufig vorkommender Fall von possessivem Dativ im 
Lateinischen hätte noch angeführt werden können: sibi 
in Verbindung mit suus, wovon J. Pirson neulich handelte; 
vgl. Archiv für lat. Lex. und Gr. XI, 137. Man sagte 
also z. B. suos sibi magistros , cum suas sibi spinas, 
säum sibi dominum u. s. w. 

Das erste Kapitel behandelt — leider uno tenore 
— mehrere verschiedene Fragen. Im ältesten Fran¬ 
zösischen wird der wirkliche, d. h. persönliche Besitz 
durch blosses Substantiv im Obliquus ausgedrückt. Dieser 
Ausdruck entspricht indess sowohl objektivem als sub¬ 
jektivem Genitiv, in Uebereinstimmung mit der wech¬ 
selnden Anwendung der Possessivpronomina, von welcher 
bekanntlich Tobler ausführlich gehandelt hat. Andere 
dem alten Genitiv entsprechende Ausdrücke werden durch 
de vermittelt; desgleichen (oder durch a) auch der Besitz 
bei Pluralen oder Kollektiven oder wenn der Besitzer 
nicht (durch Artikel, Pronomen) determiniert ist: also 
z. B. la bocke d f un angle . Mit Verf. anzunehmen, dass 
Nomina propria den präpositionslosen Possessivausdruck 
kontinuiert haben, scheint unnötig. Er geht ja von einem 
filia regi aus und gelangt zum Typus li filz le rei ; 
sollten wirklich Nomina propria die Mittelstufe ausfüllen? 
Zwar ist es wahr, wie schon Diez bemerkte, dass der 
Possessivus mit a für Nomina propria nicht gewöhnlich 
ist; aber das hindert ja keineswegs, dass der präpo¬ 
sitionslose Possessivus auch bei Appellativen natürlich 
und gewöhnlich gewesen sei. Die Gleichwertigkeit der 
beiden Possessivausdrücke erhellt besonders aus Zusammen¬ 
stellungen wie Li serjant au roy de France et 1 le 
roy de Navarre. 

Im zweiten Kapitel behandelt Verf. die Konkurrenz 
der präpositionslosen und der mit Präposition versehenen 
Possessivausdrücke. Vom Anfang des XIII. Jahrhunderts 
an, greift de immer mehr um sich. Es war doch schon 
seit ältester Zeit für gewisse Fälle unerlässlich. Unter 
diesen Fällen fiuden sich Ausdrücke, in welchen ein „point 
de depart“ leicht zu entdecken ist, z. B. le dtiel de 
nostre ami (Alexis; ein but (objet)’ wird durch a aus¬ 
gedrückt: arnor a le detme [Cli. au C} r gne]). Die alte 
Konstruktion hält sich besonders bei Dien und le roi , 
weil diese Wörter häufig Vorkommen und den Charakter 

1 Druckfehler d. Störend ist der Druckfehler im folgenden 
Beispiel (S. 20): au soudanc de Halape statt le soudanc d . H 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. No. 1. 


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eines Nomen proprium haben. Dies ist eine interessante 
Bemerkung. Wie es sich auch mit der grösseren oder 
geringeren Veränderlichkeit im Laut der am meisten 
gebrauchten Wörter verhalten mag, sicher scheint mir 
zu sein, dass die häufigsten syntaktischen Verbindungen 
weniger veränderlich sind als die selteneren, und ich 
hoffe dies eines Tages weiter ausführen zu können. Warum 
hat Verf. dasselbe Argument nicht wörtlich wiederholt 
für signour (S. 41)? 

Seit dem Beginn des XV. Jahrhunderts verbreitet 
sich schnell und überall # der Gebrauch von de in den 
Ausdrücken des Besitzes. Das dritte Kapitel zeigt den 
Typus li filz le rei als eine tote Konstruktion; das vierte 
sammelt stereotype Spuren davon: place Vendöme, concert 
Colonne u. s. w.; vornehmlich in Lokalbenennungen und 
technischen Ausdrücken findet man solche Spuren mit ihren 
späten Nachbildungen. 

Gothenburg. Johann Vising. 

Leon Dorez, La mort de Jacques Gröviti. Vendöme, 

Empaytaz, 1899. 4 S. (S. A. aus Bull, du libr. et du biblioth.) 

L. Dorez veröffentlicht nach dein Original (Paris, 
Bibi. nat. coli. Dupuy t. 348 fol. 71) einen Brief vom 
27. April 1603, worin Lenormant, der Grevins Wittwe 
geheiratet, dem Erzieher des Prinzen von Condö, Nicolas 
Lefevre, Auskunft über den Todestag des jnngen Arztes 
und Dichters gibt. Es sind fast wörtlich die gleichen 
Angaben, die wir in de Tlious Geschichtswerk finden, 
so dass es sicher scheint, dass Lefevre, ein Freund de 
Tlious, in dessen Auftrag anfragte. Nun gibt der Brief 
den 7. Oktober 1570 als Todestag an, und dies Datum 
wird festzuhalten sein. De Tlious Lesart, die Nonen 
des November (= 5. November), dürfte Versehen, d. h. 
Schreib- oder Druckfehler für die Nonen des Oktober 
(= 7. Oktober) sein. 

Budapest. Pli. Aug. Becker. 

Paul Ssymank, Ludwig XIV. in seinen eigenen 

Schriften und im Spiegel der zeitverwandten Dichtung. 

Leipz. Diss. V. 48 S. 8°. 1898. 

Von der oben angeführten Abhandlung liegt hier 
nur der 2. Teil vor, welcher die Lobreden eines Boileau, 
Racine, Moliere u. a. fleissig zusammengestellt, Ludwigs 
Verhältnis zur Literatur skizziert und die Thatsache der 
Verehrung des roi soleil in der ersten Hälfte seiner 
Regierung näher begründet hat. Hie und da übt Verf. 
an den Lobrednereien auch Kritik, wie er z. B. auf 
den Abstand der militärischen Begabung Ludwigs und 
der dichterischen Verherrlichung seiner Kriegsthaten, 
bes. seines bekannten Rheinüberganges, hinweist. Im 
Einzelnen lässt sich mancherlei aussetzen, da des Verf. 
Studium der Literatur des Siöcle de Louis XIV. kein 
erschöpfendes, seine Kenntnis der neueren Literatur über 
Dichter, wie Boileau, Racine und namentlich Moliere, 
nicht immer -ausreichend ist. Zu den „zeitverwandten“ 
Dichtern gehörte doch auch als Verf. des Teleraaque 
der yon Hr. S. ganz kurz berührte Föneion. Auf die 
von der herkömmlichen Verherrlichung Ludwigs sehr 
abstechenden Urteile in F.’s akademischer Antrittsrede 
vom 31. März 1693, in seinen Briefen und namentlich 
in jenen anonymen Sendschreiben, das man ihm mit 
Unrecht abgesprochen hat (vgl. bes. (Euvres de F., 
Paris 1820 ff., XXI, 125 ff., Correspond, de F., Paris 
1827—29, II, 333 ff., 473, 475 u. a. 0.) hätte Verf. 
eingehen sollen, zunlal er auch sonst zeitgenössische 
Aeusserungen in nicht-dichterischer Form berücksichtigt. 
Zum mindesten aber durfte er die Anspielungen und 


Admonitionen mancher Stellen des „Tölemaque“, deren 
Beziehung auf Ludwig unzweideutig oder höchst wahr¬ 
scheinlich ist, nicht übergehen. Seine Bemerkung (S. 1) 
„unter Föneions Einfluss“ sei Widerspruch gegen die 
Vergötterung Ludwigs laut geworden, ist doch sehr an¬ 
greifbar, denn von den erwähnten Aeusserungen fanden 
nur die im Tölemaque weitre Verbreitung — jener ver¬ 
nichtende anonyme Brief galt den Zeitgenossen nicht 
einmal für sein Werk — und von diesen waren gerade 
die unzweideutigsten erst in der Ausgabe vom Jahre 
1717, also 2 Jahre nach Ludwigs Tod, zu finden. 

Auf Moliere hat der franz. Autokrat neben dem 
fordernden, auch einen nachteiligen Einfluss gehabt, in¬ 
dem er ihn zum poetischen Hofspassmacher erniedrigte 
und dadurch in die von Boileau getadelte niedrig-komische, 
possenhafte Richtung noch mehr hineindrängte, als die 
Rücksicht auf das „parterre“ ohnehin gebot. Von Nisard 
hätte sich Verf. nicht einreden lassen sollen, dass 
Ludwig XIV. dem „Bourgeois gentilhomme“ und den 
„Feinme8 savantes“ erst zu „gebührendem Beifall“ ver- 
holfen habe. Die „Femmes savantes“ hatten, wie die 
Einnahmen der 7 ersten Vorstellungen (s. Rögistre de la 
Grange 11. — 27. März 1672) beweisen, „gebührenden 
Beifall“, ebenso die des „Bourgeois gentilhomme“ im 
Palais-Royal, also vor dem eigentl. „Publikum“ (s. ebd. 
S. 23 Nvbr. 1670 u. f. Aufführungstage). Eine, selbst 
den Feinden des Dichters unbekannt gebliebene Anekdote, 
die sich erst bei M/s Biographen Grimarest, also 3 Jahr¬ 
zehnte nach seinem Tode, findet, sagt allerdings, dass 
die erste Hofaufführung dieser Posse keinen rechten 
Effekt gemacht habe, wofür übrigens gerade Lud wigs 
anfänglich laues Verhalten als Grund angegeben 
wird. Dagegen hatten auch die Hofvorstellungen von 
der 3. ab glänzenden Erfolg, wie ausRobinet’s verifiziertem 
Theaterbrief vom 22. November 1670 hervorgeht. Irrig 
ist es auch, dass der neidische Schauspieler Montfleury 
Moliere direkt denunziert habe — seine eigene Tochter 
geheiratet zu haben. M/s Denunziation sagte, worauf 
schon der Moliere - Forscher Livet längst hingewiesen 
hat, nur, dass der Dichter die Tochter seiner Geliebten, 
Madeleine Böjart, geheiratet habe und Hess SchHmmeres 
höchstens ahnen, wie das der Verf. des „Elomire 
hypocondre“ später auch machte. Ludwigs Verhalten 
im Tartuffe- Streite war bekanntlich von Schwankungen 
keineswegs frei und verdient kaum eine „besonders 
ehrenvolle Erwähnung“. Für misslich halten wir es, 
feststellen zu wollen, wer von Ludwigs Lobrednern 
wirklich aufrichtig und ehrlich gewesen sei, zumal Auf¬ 
richtigkeit der Grund - Ueberzeugung sich mit absicht¬ 
licher Beweihräuchrung in der Art und Weise des Lobes 
ganz gut vereint. An Pierre Corneilles völliger Auf¬ 
richtigkeit in der Verherrlichung des franz. Absolutismus 
möchten wir etwas zweifeln, glauben vielmehr, dass der 
schlaue Normanne, der seiner Ueberzeugung nach noch 
im „Cid“ aufSeiten der von Richelieu niedergehaltenen 
Feudal-Aristokratie zu stehen scheint, sich später nur 
dem Umschwünge der Zeit anbequemte, wie er aus ähn¬ 
lichem Grunde sich auch widerstrebend die Fesseln der 
„drei Einheiten“ im Drama anlegen liess. 

Diese Austeilungen zu denen sich noch einige ge¬ 
ringere fügen Hessen, sollen den Wert der sorgsamen, 
gut disponierten Arbeit, deren Zusammenstellungen dem 
Literarhistoriker recht nützlich sein können, keineswegs 
beeinträchtigen. 

Dresden. R. Mahrenholtz. 

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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. No. 1. 


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Emile Faguet, Flaubert. Lcs grands ecrivains francais. 

Paris, Hacnette 1899. 191 S. 8°. 

In dieser Monographie über Flaubert, einer wert¬ 
vollen Bereicherung der Sammlung der Grands Ecrivains, 
unterwirft Faguet die Werke des Schriftstellers einer 
eindringlichen Kritik. In einem einleitenden Kapitel 
schildert er an der Hand der Korrespondenz Flaubert’s 
das an Ereignissen arme ganz der Kunst gewidmete 
Leben des Schriftstellers uud weist darauf hin, dass 
schon frühe ein* später bis zur Monomanie gesteigerter 
Hang zum Menschenhass sich bei ihm zeigte als Folge 
eines masslosen Hochmuts und auch seines stark ent¬ 
wickelten Schönheitssinnes, der ihn unfähig machte die 
Menschen anders als von dem künstlerischen Standpunkte 
aus zu beurteilen. Durch einen scheinbaren Widerspruch, 
der psychologisch begründet ist, wird Flaubert zum vor¬ 
züglichsten Schilderer der Sitten der ihm verhassten 
„bourgeois“, engherziger Beschränktheit, Wichtigthuerei 
und kraftloser Sentimentalität. Faguet weist auf die 
Doppelnatur Flaubert’s hin, der zugleich Romantiker und 
Realist ist; von der Romantik hat er aber, wie Faguet 
richtig bemerkt, nur die Vorliebe für das Exotische bei¬ 
behalten, für Alles Glänzende und Prächtige, für das 
Grotesk - Komische, Phantastisch - Schauerliche und auch 
für die Faustischen Probleme (Teutation de St. Antoine); das 
Wesen der Romantik, das Hervortreten der Persönlich¬ 
keit, die Lyrik, ist ihm fremd und zuwider. Der Ro¬ 
mantiker und der Realist schliessen sich nicht gegen¬ 
seitig aus, stören sich nicht, sondern ergänzen sich. 
Statt seiner Doppelnatur freien Lauf zu lassen, wie 
Balzac wie V. Hugo oder Merimee oder Zola, ist es 
Flaubert dank einer bewunderungswürdigen Selbstzucht 
gelungen, den Hang zum Abenteuerlichen, Phantastischen 
und die scharfe, nüchterne Naturbeobachtung zu scheiden 
und abwechselnd „romantische“ und „realistische“ Ro¬ 
mane zu schreiben. So wurde Flaubert zum Begründer 
der realistischen Literatur in Frankreich, die aus einer 
Reaktion gegen die romantische Lyrik entstanden in 
einer möglichst objektiven Schilderung der Wirklichkeit, 
der klassischen Schönheit der Sprache das höchste Ziel 
der Kunst erblickt und zugleich eine Gewähr für das 
Fortleben des Kunstwerkes über die Gegenwart hinaus. 
Faguet bespricht die einzelnen Werke Flaubert’s, hebt 
die Schwächen in der Komposition und Schilderung der 
Charaktere Salammbö’s hervor, zeigt, dass in der Tentation 
de Saint Antoine die Ausführung hinter der Grossartig¬ 
keit der Aufgabe zurückbleibt. Während der Heilige 
eine Art Faust werden sollte, der Alles Sinnliche von 
sich weist und desswegen von der empörten Natur be* 
stürmt wird, hat Flaubert dem Hange seiner Natur 
folgend das Hässliche, Dumme, Schauerliche in der Natur 
und dem Menschen mühsam zusammengestellt und vor 
dem gepeinigten Heiligen vorüberziehen und das philo¬ 
sophische Problem in den Hintergrund zurücktreten 
lassen. Madame Bovary wird mit Recht als das ein¬ 
zige wirklich vollendete Werk Flaubert’s bezeichnet und 
gebührend gewürdigt, die meisterhafte Charakter¬ 
schilderung eingehend dargelegt. An der „Education 
sentimentale“ werden die Mängel der Komposition zu¬ 
gegeben; es hätte darauf hingewiesen werden können, 
dass Flaubert die künstliche Komposition offenbar ab¬ 
sichtlich aufgegeben hat, um die realistische Schilderung 
dem regellosen Gange der Ereignisse in der Wirklich¬ 
keit anzupassen. „Bouvard et Pecuchet“ wird mit Recht 
als eine Geschmacksverirrung bezeichnet, die eine Folge 


der systematischen Unterdrückung jeder weichen Regung 
des Mitleids den Schwächen und Thorheiten der Menschen 
gegenüber ist und Flaubert dazu führte in der Natur 
und den Menschen nur noch Gegenstände und Modelle 
für den Künstler zu erblicken. In einem besonderen 
Kapitel wird Flaubert als Stylist feinsinnig charakterisiert 
und seine Fähigkeit in weiser Selbstbeschränkung den 
Ausdruck dem dargestellten Gegenstände anzupassen an 
zahlreichen Beispielen nachgewiesen. Zuletzt wird der 
Einfluss Flaubert’s auf die französische Literatur er¬ 
örtert und als seine Schüler ithd Nachfolger Daudet, die 
Goncourt und Zola hingestellt. Merkwürdigerweise wird 
der direkte Schüler Flaubert’s Maupassant an der Stelle 
nicht erwähnt.. Die Gestalt Flaubert’s tritt deutlich in 
dieser sorgfältigen Studie hervor mit ihren Vorzügen, 
dem leidenschaftlichen Streben nach einem hohen Kunst¬ 
ideal, der Schärfe der Beobachtung, dem Sinn für 
plastische Schönheit und rhythmischen Wortlaut der 
Sprache, und zugleich ihrer Hauptschwäche, einer kurz¬ 
sichtigen Menschen Verachtung, die schliesslich in „Bouvard 
et Pecuchel“ die Schönheit der künstlerischen Schöpfung 
wesentlich beeinträchtigen sollte. 

Heidelberg. F. Ed. Schneegans. 

Francesco D’Ovidio, Note etimologiche (talento, sculier, 

caporale, cucire, Perugia, Tronto). Napoli, Tessitore 

1899, 84 S. gr. 8°. (Estratto dal Vol. XXX degli Atti della 

Reale Accademia di Scienze Morali e Politiche ai Napoli). 

Eine Anzahl sorgfältig und sauber gearbeiteter 
etymologischer Untersuchungen, deren Reihe ein Artikel über 
talento eröffnet, worüber D’Ovidio erst kürzlich gehandelt 
hatte (vgl. Lbl. XIX, Sp. 94). Nach Zusammenfassung 
des bereits früher gewonnenen Ergebnisses und Herbei¬ 
schaffung neuen Materials, das dies Ergebnis bestätigt, 
wird Ascolis Angriff in den Rendiconti del R. Istituto 
lombardo 1898 geistreich und siegreich zurückgeschlagen. 
In dem Beispiel aus Shakespeare S. 16 Anm. 5 ist 
talents schwerlich ein Echo der Parabel; nach englischem 
Sprachgebrauche musste der Plural stehen, weil von 
mehreren Personen die Rede ist (vgl. seven persons 
lost their lives). Der zweite Artikel zeigt, dass venez. 
sculier Löffel auf scutellarium zurückgellt und verknüpft 
damit cusler, cuslier u. s. w. III Für caporale nahm 
Ascoli als Ausgangspunkt ein altitalisches capor= caput 
au. D’Ovidio erklärt es einleuchtender als Analogie¬ 
bildung zu corpo-corporale , petto-pettorale. IV cucire 
e Perugia . cucio geht auf ein *cosjo , nicht *cossjo zu¬ 
rück , wie Ascoli will. Das u ist aus den endungsbe¬ 
tonten Formen in die betonten gedrungen. Ebenso 
stammt das u von Perugia aus dem Adjektive perugino . 
Erster es erhielt auch sein g von dem Adjektive, das es 
seinerseits von dem alten Perocia bekam mit der regel¬ 
rechten Erweichung in vortoniger Silbe. V Tronto 
zeigt, dass das Adjektiv Truentinus auch zur Bezeich¬ 
nung von Stadt und Fluss diente. Dies wurde zu 
Truntino , Trontino , und daher bekam die aus Truentum 
hervorgegangene Form ihr u oder o. Es versteht sich 
von selber, dass sich der Feststellung dieser Etymologieen 
eine ganze Reihe lehrreicher Erörterungen anschliesst. 
Ich will noch bemerken, dass ich nie die Aussprache 
Trient von einem Deutschen gehört habe, sondern immer 
nur Trient. 

Möchte D’Ovidio bald weitere Früchte seiner Studien 
veröffentlichen! 

Halle a. S. Berthold Wiese. 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. No. 1. 


22 


Enrico Sicardi, Gli Amori estravaganti e molteplici 
di Francesco Petrarca e l’Amore unico per madonna 
Lanra de Sade. Con un appendice e un facsimile. Milano, 
U. Hoepli, 1900. 280 pp. 8°. 

Trotz mancher übergrossen Lebhaftigkeit des Aus¬ 
drucks, ohne die es bei italienischer Polemik einmal nicht 
abzugehen pflegt, und trotz einer gewissen, wie es scheint 
ebenso unvermeidlichen Breite ein durchaus erfreuliches 
Buch. Es ist mehrfach in neuerer Zeit, zuletzt und am 
nachdrücklichsten von Cesareo, der Versuch gemacht 
worden, Petrarca im Canzoniere in Widerspruch mit sich 
selbst zu setzen, nachzuweisen, dass es mit seiner einzigen 
Liebe zur Laura nichts ist, dass Gedichte, die angeblich 
an diese gerichtet sind, sich vielmehr an andere Frauen 
oder Mädchen wenden, und sonstige Spuren eines galanten 
Lebens in diesem Werke aufzudecken. Solchen Versuchen 
gegenüber nimmt Sicardi, der übrigens an Henry Cocliin 
(La Chronologie du Canzoniere de Petrarque) einen 
Vorgänger gehabt hat, die innere Wahrhaftigkeit der 
petrarkischen Dichtung in Schutz. Er unternimmt es 
zu beweisen, dass man von einer anderen Liebe als der 
zu Laura im Canzoniere keine wirkliche Spur gefunden 
hat, und ich bin der Ansicht, dass ihm dieses Unter¬ 
nehmen durchaus gelungen ist. Es kann keine Rede 
davon sein, Petrarca von starker Sinnlichkeit und von 
deren Betätigung freizusprechen. Er selbst hat sich 
ihrer oft genug angeklagt, ja, er hat uns mit beinahe 
unerhörter Offenheit wiederholt gesagt bis zu welchem 
Lebensalter er der Fleischeslust unterworfen war. Diese 
Offenheit verdient aber, dass wir seinen Worten auch 
da glauben, wo er nicht von seiner Sinnlichkeit, sondern 
von seiner Liebe spricht. Das sind eben für den Dichter 
verschiedene Dinge. Wenn Petrarca zwei uneheliche 
Kinder hatte, so ist das kein Beweis, dass er die Mutter 
dieser Kinder in seinem Sinne „geliebt“ habe. Ich bin 
ganz geneigt mit Sicardi (p. 141) zu glauben, dass diese 
Mutter einer niederen Volksklasse angehörte, so dass es 
Petrarca kaum in den Sinn gekommen sein würde, an 
sie Verse zu richten, was Cesareo dagegen als selbst¬ 
verständlich annimmt. Dass der Dichter niemals seine 
Gedanken von Laura abwendete, dass er niemals ein 
Liebesgedicht an eine andere sandte, das können wir 
freilich nicht beweisen. Aber die im Canzoniere ent¬ 
haltenen Liebesgedichte giebt er uns als nur an Laura 
gerichtet, und nichts sagt, dass er die Unwahrhaftigkeit 
gegen sich und gegen uns beging unter die wirklich für 
sie bestimmten solche einzuschmuggeln, die ihren Ursprung 
anderen Liebesverhältnissen verdankten. Ebensowenig 
sind Schwächen des Gedächtnisses und der Urteilskraft beim 
Dichter nachgewiesen, die ihn etwa bei der Zusammen¬ 
stellung des Canzoniere eine Dichtung als für Laura 
bestimmt ansehen Hessen, während es dem schärferen 
Verstand moderner Kritiker gelingt diesen Irrtum auf¬ 
zudecken. Vielmehr hat Sicardi gezeigt, dass die mo¬ 
derne Kritik die Stellen, in welchen sie solche Beweise zu 
linden glaubte, auf oft fahrlässige Art missverstanden hat. 

So wird denn manches Gedicht bei Sicardi ein¬ 
dringender erklärt, als wenigstens Cesareo, gegen den 
er sich immer zunächst wendet, es aufgefasst hatte, und 
sowohl die Schätzung der Persönlichkeit des Dichters 
wie des poetischen Wertes der Dichtungen gewinnt bei 
dieser Untersuchung. Die Empfindung, die sich im 
Canzoniere ausspricht, erscheint wieder als eine tiefere 
als modernes Empfinden nachzufühlen sich bereit gezeigt 
hatte, die Dichtungen als wärmer, der Dichter als wahr¬ 
hafter. 


Man sollte ein Buch wie dieses nicht ohne eiu 
Register der Stellen drucken lassen, welche eingehender 
besprochen worden sind. Ich hole hier wenigstens das 
Notwendigste nach : Es werden behandelt Per fare un 
leggiadra sua vendetta und Era’l giorno ch'al sol si 
scoloraro p. 11 ff., die 2. Strophe von Nel dolce tempo 
p. 44 ff., Plü volte Amor p. 52, Donna mi vene 106, 
die Tornada des Escondich S’i’l dissi tnai p. 122, Mo - 
vesi il vecchierel p. 145, Ben sapevdio p. 150, Fuggendo 
la pregion p. 157, Ahi bella libertä p. 165, Poi che 
mia sperrte p. 168, Perch’io t’abbia guardato p. 197, 
PercKal viso d’ Amor p. 202, Uardente nodo p. 211, 
Sennuccios Sonett Oltra Vusato modo p. 191. Das 
estravagante Sonett Antonio, cosa ä fatto la tua terra 
wird p. 217 Petrarca mit guten Gründen abgesprochen. 

W r as ich gegen Sicardi einzuwenden habe, bezieht 
sich nur auf Einzelheiten. 

Auch er will, wie mir scheint, gelegentlich mehr 
aus den Worten des Dichters herauslesen als in ihnen 
liegt. So hat mich nicht überzeugt, wenn er S. 29 ff. 
in einigen Sonetten ( Quando mi vene inami, Quella 
finestra, Lasso quante fiate) eine bestimmtere Hindeutung 
auf den Ort des ersten Zusammentreffens mit Laura 
finden will. 

Von den Versen 5, 6 des Sonetts Per fare una 
leggiadra sua vendetta: 

Era la mia vir tute dl cor ristretta 
Per far ivi e ne gli occhi sue difese, 

(Quando } l colpo mortal lä giü discese 
Ove solea spuntarsi ogni saetta.) 
giebt Sicardi p. 20 ss. eine eingehende, übrigens nicht 
neue Erklärung: insomma la fräse „per fare sue di¬ 
fese“ vale con significato suo naturalissimo: „a fin 
che facesse sue difese * ; e cid, s’intende, quando il caso, 
poco probabile e temibile in quel giorno, lo avesse a 
richiedere . Insomma , la virtü del poeta h qui para- 
gonabile ad un presidio di soldati , raccolti insieme 
nella rocca centrale di una fortezza, coli 1 ufficio di 
difenderla al caso. Ma non d giä da immaginare 
che essi si trovino colle armi in pugno , nell 1 atto di 
respingere un assalto , e in forze sufficienti per la 
resistenza. 

Diese Erklärung mag das Richtige treffen; wenig¬ 
stens hätte sich Sicardi auf die ganz ähnliche Situation 
in Perseguendomi Amor berufen können: 

Perseguendomi Amor al luogo usato, 

Ristretto in guisa d’uom ch’aspetta guerra , 

Che si provede e i passt intomo serra, 

De’ miei antichi pensier mi stava armato u.s. w., 
und andere Erklärungen stossen auf nicht mindere Be¬ 
denken l . Aber allerdings hat der Dichter, wenn er 
das sagen wollte, seine Worte so knapp gefasst, dass 
sie dem Missverständnis ausgesetzt sind. Und dies er¬ 
klärt, dass man sie hat verbessern wollen. Denn ich 
gestehe zu denen zu gehören, von welchen Sicardi S. 27 
liebenswürdig sagt: solo agli idioti puö occorrere che 
si dimostri che quella Variante (nämlich Per far pian - 
gendo al suo fallir difese anstatt Per far ivi e negli 
occhi sue dif se) sia autentica, und weil auch Mestica 

1 Eine äussere Aehnlichkeit zeigt mit den fraglichen 
Versen Stanco giä di mirar v. 103: 

Trassimi a quei tre spirti che ristretti 
Erano per seguir altro camino ; 

E dissi al primo : „V prego che m’aspetti .... 
vgl. auch Trionfo d’Amore I, 34: Allor mi strinsi a rimirar 
sfatcuno liiconosccssi ne la folta schiera. 


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24 


1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. No. I. 


die Möglichkeit, dass diese und andere mit ihr zusammen¬ 
gehörige Lesarten echt seien, nicht zurück weist, bringe 
ich das hier zur Sprache. Die Variante wird von Becca- 
delli überliefert; aber er drückt sich sehr vorsichtig über 
ihren Ursprung aus: Non voglio lasciare di notar al- 
cuni luoghi , che gtä vidi mutati in un libro d’un 
grancV uomo ; ma non seppi Vorigine delle dette cor - 
rezioni: pur le ponerb per far pik gV ingegni sveg- 
liati (ed. Morelli Verona 1799, p. 77). Wer jene Va¬ 
riante noch für echt halten möchte, würde doch stutzen 
müssen, wenn er den Anfang des nächsten Sonetts Era’l 
giorno vicin cKal Sol mancaro statt Era il giorno 
ch!al Sol si scoloraro auch dem Dichter zuschreiben 
soll. Das Bestreben eine Schwierigkeit des Textes durch 
Aenderung zu umgehen, ist hier zu offenbar. Alle Kritik 
würde aufhören, sollte man bei solchen Varianten nicht 
auf dem Ausweis ihrer Herkunft bestehen. Da die Aus¬ 
gabe Morellrs ausserhalb Italiens nicht leicht zugänglich 
ist, führe ich hier die — von Mestica nur teilweise ab¬ 
gedruckten — weiteren Varianten gleichen Ursprungs auf. 
Gloriosa Colonna v. 3, 4: Fondata in pietra di valor 
sl fitio, Che non la piega ira di vento e pioggia. 
A qualunque animale v. 37: in cieca selva. 

Nel dolce tempo v. 157: Che dileguata la primiera 
imago Ratto in un cervo solitario e vago Di selva 
in selva tutto mi trafformo. 

Sl b debile v. 42: E di mare e di fiumi . 

Rotta b Valta Colonna v. 2: Ove s’appoggia il mio 
stanco pensero. 

Standomi un giorno v. 1: Fatta nel mio pensero alta 
fenestra. 

I vo piangendo v. 13: Ed al morir mi sia la tua 
man presta. 

Morte ha spento v. 4: Fatti sono i rniei lauri or 
quer eie ed olmi. 

Nur für die letzte Variante finde ich eine gewisse 
Stütze der Echtheit in der gleichen Lesart des Laurenz. 
XLI, 17 und darin dass das Wort Spenti im Vat. 3195 
auf Rasur steht. 

Die Auffassung der Ballata Donna mi vene spesso 
ne la mente bei Sicardi S. 107 ist wohl insoweit die 
richtige, dass es sich hier um Laura und die Gloria 
handelt. Es ist schwer verständlich, wie nicht nur Ce- 
sareo den allegorischen Charakter des Stückes hat ver¬ 
kennen können. Das Verhältnis zwischen den beiden 
Donnen dagegen scheint mir Sicardi missverstanden zu 
haben. Nicht das meint der Dichter in den letzten Versen, 
dass die Gloria nicht Laura und Amore gestatten sollte 
neben ihr in seinem Herzen zu erscheinen, sondern dass 
Amore nicht die Gloria neben Laura in seinem Herzen 
dulden sollte {non so come y Amore, Di che forte mi 
sdegno, tel consente = consenti , das Verb reflexiv 
genommen). Diese Auffassung ist dem Charakter der 
Ballata als eines Liedesgedichtes angemessen, und dafür 
dass es die richtige ist, spricht auch die andere Lesart 
des Chigiano: non so come Amore .... gliel consente. 

Seite 183 führt Sicardi die Verse 148—150 der 
Dichtung La notte che segul Vorribil caso an: 

Ma non si ruppe ahnen ogni vel, quando, 
Sola, i tuoi detti , te presente, accolsi, 

„Dir piu non osa il nostro amor u cantando? 
und malt die Szene aus, die sich aus diesen Worten er¬ 
kennen lässt. Ist aber (abgesehen davon, dass die Mög¬ 
lichkeit eines solchen Unter-vier-Augen zwischen Laura 
und ihrem Dichter erwogen werden muss) nicht sprach¬ 


lich das Nebeneinander von solo, te presente auffallend? 
Der Vorgang hat sich in der Tliat anders abgespielt. 
Auf Grund der handschriftlichen Ueberlieferung hat 
V. 149 zu lauten: 

Soli i tuo ’ detti, te presente , accolsi. 

Es handelt sich also um verschiedene detti, doch wohl 
Gedichte, welche Laura entgegenzunehmen Gelegenheit 
hatte; und sie nahm, in Petrarcas Gegenwart, nur die 
seinen an, indem sie Worte sang, welche den Dichter 
wohl beseligen konnten, wenn er sie auf sein Verhältnis 
zu Laura bezog. Dass diese Worte (übrigens Di piu , 
nicht Dir piü) einer Dichtung Petrarcas angehörten, 
geht aus der Stelle nicht mit Sicherheit hervor. Ja, 
sang Laura überhaupt ein italienisches Lied? Konnte 
es nicht ein provenzalisches sein? 

Ein Anhang fixiert das Datum des Sonetts La bella 
donna che cotanto atnavi wieder auf 1342, wie es vor 
Cesareo, der es nicht später als 1337 ansetzen will, 
üblich war, und beschäftigt sich mit der Frage an wen 
das Sonett Poi che voi ed io gerichtet sein kann, wobei 
aber nur negativ entschieden wird, dass es mit des 
Dichters Bruder Gherardo nichts zu tliun hat. 

Breslau. C. Appel. 


Luigi Gerboni, Un umanista nel secento, Giano Nicio 

Eritreo. Studio biografico critico. Cittä di Castello, L&pi. 

1899. 168 S. gr. 8°. Lire 3. 

Gerbonis Arbeit ist wie das Bd. XIX, Sp. 351 an¬ 
gezeigte Buch Lazzaris, mit dem es auch in der Anlage 
gewisse Aehnlichkeit aufweist, eine Florentiner Doktor¬ 
dissertation, Stoff und Darstellung sind hier aber noch 
interessanter. Verf. beherrscht nicht nur seinen Einzel¬ 
stoff gründlich, sondern er hat auch das Milien in dem 
Rossi (Eritreo) lebte, liebevoll studiert und somit einen 
wertvollen Beitrag zur Literatur- und Sittengeschichte 
Italiens in der ersten Hälfte des 17. Jahrh. geliefert. 

Nachdem Gerboni das an Enttäuschungen reiche 
Leben dieses Spätlings unter den Humanisten (1577 — 
1 647) dargestellt hat, wozu vor allem sein Briefwechsel 
und die Dialoge überreichen Stoff bieten, bespricht er 
seine Schriften, die alle erst in den späteren Lebens¬ 
jahren des Humanisten entstanden. Während der erste 
Teil mit einer allgemeinen Charakterzeichnung Eritreos 
schliesst, wird der zweite durch eine feine Skizze seiner 
geistigen Physiognomie eröffnet. Die einzelnen Werke, 
die in der neueren Zeit bis auf die Pinacotheca ganz 
in Vergessenheit geraten waren, ausser diesen besonders 
die auch geschichtlich und kulturgeschichtlich wichtigen 
und interessanten 27 Dialoge, die vier Bücher, Briefe 
und die Eudemia, würdigt Gerboni eingehend und be¬ 
stimmt ihr Verhältnis zu gleichzeitigen und älteren 
Werken. Seine Endurteile sind stets klar und umsichtig 
und, was besondere Hervorhebung verdient, frei von jeder 
Voreingenommenheit für Eritreo, dessen Fehler nicht 
übersehen werden. Der fesselnde Inhalt des Buches ist 
auch noch hübsch, ohne jede Ueberladung mit über¬ 
flüssigen Einzelheiten dargestellt, und einige geschickt 
gewählte Proben aus der Pinakothek, den Briefen, den 
Dialogen und der Eudemia im Anhänge ermöglichen es 
dem Leser mit ihrer Hilfe des Verf. Urteil nachzuprüfen 
und eine eigene Anschauung von den besprochenen 
Schriften, die nicht Jedermann gleich zur Hand sein 
dürften, zu gewinnen. Den Band schmückt auch ein 
ausdrucksvolles Bild des Eritreo. S. 35 Anm. Z. 7 ist 
1635 ein Druckfehler, wohl für 1655. S. 36, Z. 14 ist 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 1. 


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Westfalia als Städtename behandelt. S. 113, Z. 9 
lies ’636. 

Pio Rajna und Guio Mazzoni, denen die Arbeit 
gewidmet ist, wünschen wir noch viele so tüchtige 
Schüler! 

Halle a. S. Berthold Wiese. 


Benedetto Croce, Di Alctini principii di sintassi e 
stilistica psicologiche del Gröber, Napoli 1899. Estratto 
dal vol. XXIX degli‘Atti* dell’Academia Pontaniana. 12 S. 8°. 

In meiner Untersuchung über Benvenuto Cellinrs 
Stil 1 habe ich den ersten Versuch einer psychologischen 
Stilbetraclitung angestellt, und mein hochverehrter Freund 
Croce hat, durch meine Arbeit und vielleicht auch durch 
meine Bitte veranlasst, die Freundlichkeit gehabt, auf die 
von mir zu Grunde gelegten syntaktischen Theorien Gröbers 2 
des Näheren einzugehen. Seine Erörterungen, für die ich 
ihm auch an dieser Stelle meinen herzlichsten Dank aus¬ 
spreche, haben ihn dazu geführt, die psychologische Stil¬ 
betrachtung als verfehlt und geradezu unheilvoll zu ver¬ 
werfen und dem gegenüber die ästhetische als einzige 
Rettung zu bezeichnen. 

Die Einwände, die ich im Folgenden gegen C’s. 
Kritik zu machen habe, beruhen zum Teil auf privaten 
Mitteilungen, die mir mein hochverehrter Lehrer Prof. 
Gröber aufs liebenswürdigste zur Verfügung gestellt hat. 

Croce erklärt sich durchaus einverstanden mit Gröbers 
Bestreben, die grammatische Regel auf ihre seelische 
Grundlage zurückzuführen. Gegen eine psychologische 
Fundierung der Syntax hat er also im Prinzip nichts 
einzuwenden; aber für falsch und verhängnisvoll erklärt 
er deren Einteilung in eine „Syntaxis regularis“, die der 
objektiven, verstandesmässigen Gedankendarstellung ent¬ 
spricht, und in eine „Syntaxis figurata“, welche bei der 
subjektiven, gefühlsmässigen Gedankendarstellung zur 
Anwendung kommt. Falsch erscheint ihm diese psycho¬ 
logische Einteilung insofern sie eine dritte Art der Syntax 
für willensmässige (appetizione) Gedankendarstellung ver¬ 
missen lässt. Im Ernst wird Croce selbst nicht mehr an 
die alte Dreiteilung der Seelen vermögen glauben, und 
wird von den syntaktischen Mitteln der Sprache nicht 
erwarten, dass sie sich nach einer derartigen Unter¬ 
scheidung verteilen lassen. Auch hat Gröber genügend 
angedeutet, dass es die subjektive Rede ist, die uns 
die Mittel giebt, das vom Gefühle unzertrennlich be¬ 
gleitete Wollen zu äussern, und dessen gefühlsmässige 
Färbung zu offenbaren. 

Eine verhängnisvolle Gefahr aber erblickt Cr. in 
den Gröberschen Theorien insofern derselbe Unterschied 
von subjektiv und objektiv von Gröber zuerst andeutungs¬ 
weise und von mir zuletzt grundsätzlich aufs Gebiet der 
Stilbetrachtung übertragen wurde. Stil aber, fährt er 
fort, ist nichts anderes als „literarische Form“ — was 
ich ihm gerne zugebe — und ein derartiger Dualismus, 
eine derartige Einteilung nach psychologischen Gesichts¬ 
punkten ist hier durchaus unzulässig, denn die litera¬ 
rische Form unterliegt nur der literarischen, d. h. ästhe¬ 
tischen Betrachtung. Ich begnüge mich, zunächst fest¬ 
zustellen, dass nach dem gewöhnlichen Sprachgebrauch 
der Begriff der literarischen Betrachtung ein viel weiterer 
ist als derjenige der ästhetischen, und erlaube mir, meinen 


1 B. Cell. Stil in seiner Vita, Versuch einer psychologischen 
Stilbetrachtung in „Beiträge zur rom. Philol. Festgabe für 
Gröber“, Halle 1899. p. 414—451. 

* Grundriss p. 212 ff. 


hochverehrten Freund an seine eigenen Worte zu er¬ 
innern: noi non possiamo a nostro Capriccio considerar 
come specifico ciö ch’5 generico. (p. 4.) 

Die ästhetische Betrachtung als einziges Heil zu¬ 
gegeben, hätte ich also bei meiner Untersuchung immer 
nur die Frage: Ist Cellini’s Ausdrucksweise schön, oder 
ist sie hässlich? ins Auge fassen müssen. Und wann 
ist sie schön? wann ist sie hässlich? Welches ist der 
ästhetische Massstab? Cr. antwortet: Einzig und allein 
der Inhalt und zwar der gegebene concrete Inhalt, nicht 
der abstrakte. Diejenige literarische Form, die dem 
gegebenen Inhalt am vollkommensten convenirt, ist die 
schöne. Der Inhalt war in meinem Falle Cellini’s Leben. 
Von hundert Schriftstellern hätte jeder diesen selben 
Inhalt mit all seinen Einzelheiten in verschiedener Weise 
geformt und jeder hätte den Preis der schönsten Form 
für sich gefordert. Wer hätte den W 7 ettkampf zu ent¬ 
scheiden vermocht? „Einzig und allein das Auge, das 
der homo aestheticus besitzt“, (p. 12.) 

Ich glaube, wir haben unter modernen Literar- 
kritikern der hominum aestheticorum nur allzu viele 
gehabt, und jeder hatte wieder ein anderes Auge. Gerade 
auf denjenigen Gebieten, wo der „gute Geschmack“ — 
das ist ja doch wohl das Auge des homo aestheticus 
— der einzige Kuustrichter ist, herrscht totale Anarchie. 
Man denke nur an die heutige Malerei! De gustibus 
non est disputandum! Bei diesem Wahlspruch kann sich 
ein Kunstkritiker, der auf Massgeblichkeit Anspruch macht, 
kaum mehr begnügen, und wir werden ihm auch heut¬ 
zutage nichts mehr glauben, bevor er uns nicht die Zu- 
länglichkeit seiner Gesichtspunkte Schritt vor Schritt 
erwiesen hat. Der gegebene Inhalt aber ist ein durchaus 
unzulänglicher Gesichtspunkt. Von den hundert Schrift¬ 
stellern, die, nehmen wir an, Cellini’s Leben schreiben, 
könnte ja zufällig jeder ein stilistisches Genie sein, so 
dass jeder auf seine Art die schönste Form erreichte. 
Also ist es jedenfalls nicht allein der Inhalt, der die 
Form bedingt, also kann die Form auch nicht am Inhalt 
allein gemessen werden. 

Cr. unterscheidet einen concreten und einen ab¬ 
strakten Inhalt. Der abstrakte ist offenbar nichts anderes 
als der noch nicht künstlerisch verkörperte oder auch 
der nachträglich aus dem fertigen Kunstwerk abstrahirte; 
kurz, es ist der unausgesprochene, der Inhalt ohne 
Form; damit, dass dieser abstrakte Inhalt zum Ausdruck 
kommt, erhält er Form und wird concret. Einen concreten 
Inhalt ohne Form kann ich mir offen gestanden kaum 
denken. Oder versteht Cr. unter concretem Inhalt etwa 
denjenigen, der schon in allen Einzelheiten herangereift 
zur künstlerischen Gestaltung im Gehirn des Dichters 
gährt? 

Wie dem auch sein mag: von unseren hundert Cellini- 
biographien hätten wohl alle denselben abstrakten, aber 
jede wieder einen anderen concreten Inhalt, und um die 
literarischen Formen dieser Biographien zu beurteilen, 
müsste ich hundert verschiedene Massstabe anw r enden. 
Wollte ich mir aber ein einheitliches Mass hersteilen, 
so müsste ich selbst ans Werk gehen und den abstrakten 
Inhalt der Vita Cellini’s auf meine Weise zur Concretio 
bringen. Ich würde somit in Konkurrenz treten mit 
den hundert Biographen als 101; und würde — Künstler 
und Kunstrichter zugleich — meine eigene Leistung mit 
derjenigen der übrigen hundert vergleichen. Um ein 
Gedicht zu beurteilen, müsste ich es erst selber nach¬ 
dichten. Mein kritisches Urteil wäre in erster Linie 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 1. 


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durch meine künstlerischen Fähigkeiten bedingt, müsste 
somit durchaus subjektiv ausfallen und könnte in keiner 
Weise auf allgemeine Gültigkeit Anspruch machen, und 
die ästhetische Betrachtung wäre keine wissenschaftliche 
Thätigkeit mehr. 

Will der Kunstrichter aber objektiv zu Werke gehen, 
so wird er doch jeden von meinen hundert Künstlern 
mit einem andern Masse messen sollen und zwar immer 
mit demjenigen, das der einzelnen Künstlerindividualität 
zukommt. Diese zu studieren ist die vornehmste Be¬ 
dingung für jedes literarische Werturteil, das objektive 
Geltung beansprucht. Das Werturteil selbst wird ästhetisch 
bleiben und wird auf schön oder hässlich, auf gelungen, 
weniger gelungen oder gar nicht gelungen lauten. Aber 
all die unendlichen Vorarbeiten, die .nötig sind, dieses 
ästhetisch-synthetische Werturteil herzustellen, müssen 
auf den verschiedensten Gebieten geleistet werden. Ich 
muss die Lebens Verhältnisse des Künstlers studieren, und 
das ist historische Vorarbeit, das Milieu, in dem er 
sich bewegte, zu erfassen suchen, und das ist kultur¬ 
historische Vorarbeit, seine Sprachmittel kennen lernen, 
und das ist philologische Vorarbeit u. s. w. Solche 
Vorarbeiten leistete der homo aestheticus — ich denke 
dabei an Männer wie De Sanctis — wohl in ungefährer 
und unbewusster Weise vermöge einer mehr oder 
weniger glücklichen Divination. Wir aber verlangen 
bewusste analytische Einzelforschung, und, sofern der 
homo aestheticus nicht bald Historiker, bald Grammatiker, 
Paleograph und Textkritiker zu sein vermag, muss er 
sich auch unsere sprach-psychologischen Vorstösse ins 
Gebiet der literarischen Betrachtungen gefallen lassen. 

Mein Versuch über Cellini’s Stil will nichts anderes 
sein als eine derartige Vorarbeit zum endgiltigen Wert¬ 
urteil über Cellini, das ich dem homo aestheticus gerne 
überlasse zu fällen. Ich habe in einer kleinen Einleitung 
zunächst die syntaktischen Sprachmittel, welche dem 
Cellini zur Verfügung standen, zu konstatieren versucht 
mittelst einer knappen und, wie ich mir wohl bewusst 
bin, durchaus nicht vollständigen Darstellung der Syntax 
der florentinischen Volkssprache in der Mitte des 16. Jahr¬ 
hunderts; ich habe den Umfang der literarischen Bildung 
Cellini’s berücksichtigt u. a. Die vorhandenen Sprach¬ 
mittel werden nun aber in jedem literarischen Dokument 
wieder anders gehandhabt; der Grund dieser Verschieden¬ 
heit in der Handhabung scheint mir vor allem in der 
Individualität des Künstlers zu liegen und erst in zweiter 
Linie im Inhalt. Beide Faktoren habe ich in gleicher 
Weise berücksichtigt. Während der Inhalt aber von 
Satz zu Satze wechselt, ist die Individualität ein Faktor, 
der sich im grossen ganzen konstant bleibt. Der all¬ 
gemeine Gründcharakter, das Gesamtbild einer litera¬ 
rischen Form wird also doch in erster Linie von der 
Psyche des Künstlers bedingt. Das ist der Sinn meines 
Motto’s: Le style c’est 1’horame, dem Cr. die Klarheit 
absprechen möchte. Die Absicht meiner Arbeit ist, wie 
der Titel schon andeuten konnte, nicht eine ästhetische, 
sondern es ist die Rekonstruktion der Individualität des 
Schriftstellers aus dem analytisch und statistisch her¬ 
gestellten Gesamtbild seines Stils. — Die Grundsätze 
der Stilistik im „Grundriss“ des näheren zu entwickeln, 
war dem verstorbenen ten Brink Vorbehalten. Gröber 
selbst konnte in seinen syntaktischen Theorien nur erst 
im Vorbeigehen darauf hinweisen; und es ist mein eigenes 
Wagnis, wenn ich die psychologischen Gesichstpunkte, 
nach denen er mich gelehrt' hatte die Syntax zu be¬ 


trachten, aufs Gebiet der Stilistik grundsätzlich über¬ 
tragen habe, und gewisse gesetzmässige Beziehungen 
aufzuweisen versuchte zwischen den formalen Eigen¬ 
schaften der Affekte und der syntaktischen Form des 
Stils. Der Inhalt der Affekte ist natürlich nur aus 
dem Inhalt der Rede zu erschliessen, und ich glaube dessen 
Bedeutung am Schluss meiner Arbeit genügend ge¬ 
würdigt zu haben. 

Was ich zunächt von Gröber übernahm, ist seine 
Einteilung der Rede in eine objektive und eine subjektive. 
Diese Uebertragung soll nun aber nach Cr. durchaus 
unzulässig sein, indem sie ein psychologisches Prinzip 
einführt in die Betrachtung ästhetischer Formen. Mit 
demselben Recht, meint er, könnte man den Stil auf 
seine astronomischen oder juristischen Eigenschaften hin 
untersuchen. „Der Mensch“, sagt er, „mag verstandes- 
mässig gedacht oder aflfektisch gefühlt haben: im Augen¬ 
blick, da er den Mund öffnet, um sein Inneres auszu¬ 
drücken, schwebt ihm nicht etwa eine logische Operation 
vor oder ein Schauer des Gefühls, sondern das Resultat 
oder das Residuum einer derartigen Operation oder eines 
derartigen Schauers, ein Quid, das er zum Ausdruck 
bringen möchte. Dieses Quid ist unqualifizierbar, es ist 
nicht logisch und ist nicht aflfektisch, es ist ein Inhalt, 
der zum literarischen Ausdruck kommen soll. Literarisch 
gesprochen wird der Ausdruck zustande kommen oder 
nicht, er wird schön sein oder hässlich, aber er kann 
nicht intellektuell sein oder aflfektisch, denn diese Eigen¬ 
schaften kommen nicht dem Ausdruck zu, sondern anderen 
Prozessen, die in der Seele vorgefallen sind ausserhalb 
der cerchia espressiva (letteraria).“ — Cr. scheint also 
anzunehmen, dass Gröber und ich, wenn wir von einer 
gefühlsmässigen Rede u. s. w. sprechen, den Gefühls¬ 
schauer als etwas der Rede selbst inhärierendes betrachten; 
wo wir doch nichts anderes wollen, als aus der Form 
der Rede den Seelenzustand, der dem Ausdruck voran¬ 
ging, bestimmen nach zwei Richtungen hin: objektiv 
oder subjektiv? AfFektische Rede ist eine solche, deren 
Form man es ansieht, dass sie im Affekt erzeugt ist, 
ebenso wie ein empörter Ausruf ein solcher ist, der in 
der Empörung ansgestossen wurde. Nach Cr. dürfte 
man also auch nicht von einer pathetischen Rede und 
ähnl. sprechen, d. h. in der Aesthetik wenigstens nicht, 
denn der Aesthetiker will nichts wissen von den Seelen¬ 
vorgängen, die dem Ausdruck vorangegangen sind und 
die ihn hervorgerufen und bestimmt haben. Warum er 
sich dann um die Eindrücke, die der wahrgenommene 
Ausdruck im Hörer verursacht, bekümmern sollte, ist 
nicht abzusehen, denn auch diese fallen ins Gebiet der 
Psychologie. Ich lasse mir diese Isolierung der Aesthetik 
gerne gefallen, sofern sich die Aesthetiker damit zu¬ 
frieden geben. 

Croce hat nur übersehen, was ich feierlich wieder¬ 
hole: Gröber hat keine ästhetischen Theorien aufstellen 
und ich habe keine ästhetische Arbeit liefern wollen, 
sondern eine sprachpsychologische. Damit versteht es 
sich von selbst, dass ich Cellini’s Stil weder loben noch 
tadeln wollte und wo ichs je mit Ausdrücken wie „Stümper 
in logischer Gedankendarstellung“ gethan habe, bediente 
ich mich eben auch der „aflfektischen Metapher“ iu der 
Erwartung, der geneigte wissenschaftliche Leser möchte 
sie auf ihren „objektiven“ Wert zurückführen. Damit 
versteht es sich auch, dass Termini wie Pleonasmus, 
Permutatio u. s. w. aus der Syntax entnommen sind und 
weder Lob noch Tadel enthalten, sondern gewisse syn- 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 1. 


BO 


taktische Formen bezeichnen die von der Syntaxis regularis 
in quantitativer oder qualitativer Hinsicht abweichen, und 
es versteht sich, dass die Syntaxis regularis und der 
Terminus proprius im Gegensatz zur Metapher nicht ein 
ästhetischer Masstab ist, sondern ein philologischer, nicht 
ein subjektiver, sondern objektiver, der jederzeit gewonnen 
werden kann aus den abstrakten Regeln d£s jeweiligen 
Sprachgebrauchs. Nicht Ich entscheide, ob es sich um 
eine Abweichung von der Syntaxis regularis handelt, 
sondern der Sprachgebrauch. Was vor 300 Jahren 
affektische Permutatio war, kann heute regulär sein. 
Die Anwendung des Indicativs Imperfekti z. B. im irrealen 
Bedingungssatz hat im modernen Italienischen einen viel 
geringeren affektischen Wert als im Deutschen, weil sie 
dort häufig und hier selten ist; und am selben Tag, an 
dem der Konjunktiv des Imperf. in der Hypothese nicht 
mehr angewendet wird, tritt, was erst Permutatio war, 
in die Reihe der regulären Syntax. 

Ferner kann eine ganze Klasse von Individuen oder 
ein einzelnes Individuum für gewisse Metaphern eine 
besondere Vorliebe gefasst haben, und damit verlieren 
sie in ihrem Munde an affektischem Wert. Ich habe 
mich in meiner Stiluntersuchung immer bemüht, diesen 
doppelten Masstab des allgemeineren und des individuellen 
Sprachgebrauchs zu berücksichtigen. Wenn ich trotzdem 
nach meinem eigenen Dafürhalten noch lange nicht gejiug 
statistische Arbeit getrieben habe, so ist es, weil mir 
Zeit und Geduld dazu fehlten. 

Zum Schluss sei mir erlaubt, Gröber zu verteidigen 
gegen den Verdacht, gewisse Theorien der alten Rhetoriker 
aufgewärmt, psychologisch verkappt und für eigene Ent¬ 
deckungen ausgegeben zu haben. Er hat durch die cursiv- 
gedruckten Ausdrücke Syntaxis regularis und figurata, 
glaube ich, deutlich genug auf Cicero und Quinctilian 
hingewiesen, und hat uns auch in seinen praktischen 
Uebungen wiederholt auf die Unterscheidungen der alten 
Rhetoriker aufmerksam gemacht. — Cr.’s Einwände 
scheinen mir in der That auch besser auf die doktrinären 
Theorien der klassischen Rhetorik zu passen, als auf 
Gröber’s empirisch-analytische Syntaxbetrachtung. 

Heidelberg. Karl Vossler. 


Zeitschriften. 

Neuphil. Centralblatt XUI, 11: Medicus, Dantes Göttliche 
Komödie (Forts.). — Faust, Das ältere englische Schauspiel 
in Nachbildungen (Forts.). — Truelsen, Englisch in der 
Untersekunda nach dem Frankfurter Reforraplan von M. 
Walter. 

Modern Language Notes XIV, 6: Coar, The Parcae in 
Goethe’s Faust, Part II, Act I, Scene 3. — Allen, Wilh. 
MüllerandItalian Populär Poetry. — Emerson, The Legend 
of Joseph’s Bones in Old and Middle English. — Eggert, 
On the title and subtitle of Moltere’s Misanthrope. — 
Kuhns, Dante’s Infiuence on English Poetry in the XIX tl > 
Century. — Bright, Two Notelets on Shakespeare. — 
Thieme, Canfield, French Lyrics. — McClumpha, Brush, 
The Isopo Laurenziano. - A. Rainbeau, Breymann, Die 
phon. Literatur von 1876—1890. — I)ers., Michaelis—Passy, 
Dictionnaire phonet. de la langue fran<;aise. — Huss, 
Schiller und Goethe. — Schlutter. The Old English ägniden. 

— Kurze Besprechungen von Dottin, Glossaire des pariers 
du Bas-Maine; D o w d e n, Lyrical Ballads. — 7 : F u r s t, Con- 
cerning Sidney Lanier. — Shepard, The Dimensions of Male- 
bolge. — S egal. An Estimate of BSranget by Goethe. — Allen, 
Martin Opitz and Wilh. Müller. - Hulrae, Beers, A history 
of English Romanticism in the eighteenth Century ; Hancock, 
The French Revolution and the English Poets. — Wells, 
Sauer, Euphorion, Zs. für Literaturgeschichte. — Gay, 
Cameron, Selections .from Edmond and Jules de Goncourt. 

— Bierwirth, Walther, Allgemeine Meereskunde. — Cook, 


Phoenix56. — Pollard, Furnivairs 75* h birthday. — George 
Allison Hench. 

Archivio per lo studio delle tradizioni popolari XVIII, 3: G. 
Lignana, Esopo. ovvero dellaRappresentanza allegorica della 
Favola. — Enr.Grimaldi, Origine dell’ uso dimenare i cavalli 
alla chiesa di S. Antonio Abate in Napoli. — M. Di Martino, 
Antiche leggende sul diavolo. — M. Pitre. Le antiche feste 
di S.» Rosalia in Palermo descritte dai viaggiatori italiani 
e stranieri (con quattro Vignette): XIV—XX. — Gaet. Amalfi, 
Usi e Costumi di Avellino notati mezzo secolo fa. — G. B. 
C o r s i, Leggende popolari senesi. — Rod. Ner u c ci, Novelline 
toscane raccolte a Lucca. — A. Balladoro, Indovinelli- 
aneddoti veronesi. — Id. Nieri, Scioglilingua toscani. — 

G. Ferraro, Feste, Canti sacri, Preghiere in Sardegna. — 
E. Di Mattei, L. Lizio-Bruno, G. Pitrfc, Altri Motti 
dialogati siciliani. — G. A. Di Montededero, La Leggenda 
del castello ‘Munti li Rosi’ in Poggioreale. — M. Oster¬ 
mann, Leggende chiusine: I. La Leggenda del re Porsena; 
II. La Leggenda di S» Mustiola. III. La Leggenda delle 
torri. — Salv. Raccuglia, Impronte maravigliose in Italia: 
LXXIX. II piede della Madonna; LXXX. La pedata di S. 
Pancrazio; LXXXI. Le ginocchia di S. Cremete; LXXXII. 
La pedata di S. Bartolomeo; LXXX1II. I piedi del Bambino 
e della Madonna. — V. Fiorenza, A proposito dei Ginun 
nella credenza ebraico-tunisina. — S. Salomone-Marino, 
Le storie popolari in poesia siciliana messe a st.ampa dal 
secolo XV ai di nostri. Sec. XIX. — Miscellaneä: Salv. 
Manzella, La processione delle verginelle in Randazzo.— 
Salv. Butera, Auta comu la nivi di frd Diunisiu, modo 
proverbiale di Vicari. — La Casaccia k Genes en 1819. — Usi 
nuziali peruviani. — Giac. De Zerbi, Usi nuziali degli Indii 
Fueghini. — Rivista Bibliografica: G. Pitrfc, Rolland, Flore 
populaire. — Ders., Köhler-Bolte, Kleinere Schriften zur 
Märchenforschung. — Ders., Lawrence, The Magic of the 
Horse-ShoewithOther Folk-Lore Notes. — Ders., Abercromby, 
The Pre-and Proto-historic Finne both Eastern and Western 
with the Magic Songs. 

Melusine IX, 11. Sept. Okt. 1899: Rod. Reuss, Les super- 
stitions populaires et la sorcellerie en Alsace au XVII« si&cle. 
— J. Tuchmann, La fascination; Prophylaxie (les paroles 
sacröes). — E. Emault, Dictons et proverbes bretons. — 

H. G., Le Petit Chaperon-Rouge. — H. G., L’fitymologie 
populaire et le Folk-Lore XXII: Saint-Pardon. 


Tijdsclirift voor Nederlandsclie taai- en letterkunde 

XVIII. 3: J. te Winkel, Bijdragen tot de kennis der Noord- 
Nederlandsche tongvallen. II. De tongval van Delfland bij 
Huygens. — J. H. Kern Hz., De / in leefde. — W. van 
Helten, De Westfriesche eigennamen Joukc en Sjouke. — 
J. W. Müller, Nog iets over Sint- Brandaris. — Ders.. 
Een en ander over de Veelderhande Geneuchlijke Dichten, 
Tafelspeien ende Refereynen. — Ders., Tooneel en Houweel . 
Maatschappij der Nederlandsclie Letterkunde. Hande¬ 
lingen en Mededeelingen 1899: J. Verdain, Middelneder- 
landsche bewerkingen der stof van Schiller’s ‘Gang nach dem 
Eisenhammer*. — B. Symons, Het stamland der Indo¬ 
germanen. 

Taal en Letteren IX. 11: R. A. Kollewijn, Voorwerpen. 

— P. H. M., Verrekken. — Buitenrust Hettema, Kleinig- 
heden uit de spraakleer. VII. Wat fonetiek (Nederlandsche 
zinnetjes in phonetische spelling). — J. EkJzn., Aanteeke- 
ningen op ‘Ellen, een Lied van de Smart*. — A. ,T. Boter- 
mans, Plomp, De Middelnederl. bewerking v. h. gedieht v. 
d. VII Vroeden van binnen Rome. 

Noord en Zuid XXII, 6: .T. Prinsen, Renaissance en 
Humanisme. — G. A. Nauta. Enen metten cattenseel leiden . 

— T. H. De Beer, Peter Jacob Cosijn. 1840—1899. — 
Ders., Kok, van dichters en schrijwers. 

Arkiv für Nordisk Philologie ÄVI, 2: 0. Klockhoff, 
Folkvisan om konung Didrik och hans kämpar. II. — Fr. 
Burg, Held Vilin. — Fredr. Tamm. Anmärkningar tili 
‘Valda stycken af svenska författare 1526 — 1732'. — Erik 
Brate, Guhhe ock gamma . — Ders., Mcdelpad. — Th. 
Hjelmqvist, Gös säsora förklenande personbeteckning i 
svenskan. — 0. v. Friesen, Till tolkningen af Tunestenen. 

— S. Bugge, Det oldislandske elliptiske Udtryk sölsetra, 
sölsetrum. — E. Mogk, Anmälan av ‘Sproglig - historiske 
studier tilegne Prof. C. R. Unger*. 

Dania VI, 4: Kr. Nyrop, Eufemisme. — Vilh. Andersen, 
Aladdin-litteratur. — Kr. N., Kantusse. — J. M. Jensen, 
Lidt mere om dekorerede fornavne. — H. F. Feilberg, 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 1. 


32 


Pater Wolle Pieirsens munkeprmdiken. — H. Schuchardt, 
Dansk indflydelse pä tysk. — 0. Jsp., Ax. Sorensen, Dansk 
rimordbog. — Kr. X., E. Rolland, Flore populaire. — Ders., 
C. Wahlnnd, Sagan om rosen. — Th. A. Müller, Svar til 
lir. dr. Lehmann. 


Anglia Beiblatt X, 4: Bül bring, Bartlett., The metrical 
Division of the Paris Psalter. — Singer, Smyth, Shake- 
speare’s Pericles and Apollonius of Tyre. — Fischer, 
Schmid, Will. Congreve, sein Leben nnd seine Lustpiele; 
Dametz, John Vanbrughs Leben und Werke; Sarrazin, W. 
Shakespeare’s Lehrjahre; Morel, James Thomson, sa vie et 
ses eeuvres; Hamelius, Die Kritik in der englischen Literatur 
des 17. und 18. Jahrh. — 5: Holthausen, Knobbe, lieber 
die me. Dichtung Le hone Florence of Rome. — Fischer, 
Sawtelle, The sources of Spenser’s Classical Mythology; 
Gosse. The Jacobean Poets; Ker, Epic and Romance : Koppel, 
Shakespeare - Studien. I: Ergänzungen zu den Macbeth- 
Kommentaren; Koppel, Verbesserungsvorschläge zu den Er¬ 
läuterungen und der Textlesung des Lear ; Vollhardt, Die 
Beziehungen des Sommernachtstraum zum ital. Schäferdrama. 

— Ellinger. Memoirs of the Life and Writings of Edward 
Gibbon. — Ackermann, Hahn, Lord Beacontields Roman 
Venetia; Festschrift zum 8. Allgem. Deutschen Neuphilologen¬ 
tage. — Ellinger, Ein Vergleich von „Washington Irving’s 
Skizzenbuch 14 mit dem Originale. — Lüwisch, Balfour. The 
Educational Systems of Great Britain and Ireland. — Mann, 
Fischer und Pöliler, Französische und englische Lieder. — 
6: Fischer, Manly, Specimens of the Pre-Shakespearean 
Drama. — Ders., Zupitza, Lydgates Fabula duorum mer- 
catorum. Nach sämtlichen Hss. hrsg. von Dr. G. Schleich. 

— Wülker, Wendt, England. Seine Geschichte, Verfassung 
und staatliche Einrichtungen. — Klapperich, Shaw, a 
history of English Literature; Shaw, Specimens of English 
Literature; Who’s who? Ed. by Douglas Sladen. — Becker, 
The Journal of Edncation. — Löwisch, Walter, Englisch 
in der Untersekunda nach dem Frankfurter Reformplan. — 
Klapperich, Meurer, Englische Synonymik für Schulen. 

— 7: Sehröer, Klöpper, Engl. Reallexikon. — Ders., 
Sievers, Ags. Grammatik. 3. Aufl. — Liebermann, Wert¬ 
heim, Wörterbuch des Engl. Rechts. — Klapperich, Günther, 
a Manual of English Pronunciation and Grammar for the 
use of Dutch Studcnts. — Wetz, v. Westenholtz, Idee und 
Charaktere in Shakespeare’s Julius Cäsar. — Schnabel, 
Yarnall, Wordsworth and the Coleridges with other memoires 
literary and political. — Ders.. Wheeler, Letters of Walter 
Savage Landor. — Ders., Rubäiyät of Omar Khayyäin, the 
astronomer-poet of Persia. — Sauer, Bruun, An inquirv 
into the art of the illuminated manuscripts of the Middle 
Ages. — Seydel, Das engl. Landheer. — Klapperich, 
Wilke, Anschauungsunterricht im Englischen. — F. Helmolt. 
Engl. Skizzen von einer deutschen Lehrerin. — Mann, 
Wagner, Deutsch-Engl. Familien-Briefsteller. 


Revue des langues romanes XLtI, 5. 6. Mai-Juni: P. Vidal, 
Les Statuts et les coutumes de la commanderie de Saint- 
Andre de Gaillac. — P. Chassary, Ohl pousqut; .... — 
J. An gl ade, Notice sur un livre de comptes de l'öglise de 
Fournes (Aude). — F. Castets, I dodici canti . öpopöe ro- 
manesque du XVI® siede (Forts.). — E. Rigal, Gaste, 
L 'Avaricieux, com^die de Jacques Cahaignes. — J. Angl ade, 
Gehrt. Zwei altfranz. Bruchstücke des Floovant. 

Zs. für franz. Sprache und Literatur XXL, 5. 7: W. Wetz, 
Ueber Taine aus Anlass neuerer Schriften. — J. Bethge, 
Zur Technik Molieres. 

Giornale storico della letteratura italiana XXXIV, 3 
(= 102): V. Cian, Un codice ignoto di rime volgari 
appartenutoaB.Castiglione.—J. Sanesi, Iltoscaneggiamento 
della poesia siciliana. — G. Biscaro, Sordello e lo statuto 
Trivigiano ‘De his qui jurant mulieres in abscondito*. — 
G. Arias, Nuovi documenti su Giovanni Villani. — R. 
Renier, G. Antonini e L. Cognetti De Martiis, Vittorio 
Alüeri. Studi psicopatologici; P. Bossi. Genio e degeneruzione 
in Mazzini; 1 J . Bellezza, Genio e follia in Al. 3lanzoni; 31. 
L. Patrizi, Neir estetica e nella scienza. — Fr. Foffano, 
V. Vivaldi, Storia dcllc controversie intorno alla nostra 
lingua dal 500 ai nostri giorni. — P. Bellezza, Leggiardi- 
Laura, II delinquente nei ‘Promessi Sposi*. — E. Bertana, 
Fr. De Sanctis, Scritti vari inediti o rari, ed. da B. Croce. 
— Bollettino bibliografico: Biblioteca storic-o-critica della 
letteratura dantesca. Dir. da G. L. Passerini e da P. Papa. 


[1. Paget Toynbee, liicerche e note dantesche; 2. 3. La 
Vita di Dante, testo del cosidetto ‘Compendio* attribuito a 
Giov. Boccaccio, per cura di E. Rostagno; 4. X. Z ingar eil i, 
La pcrsonalitä storica di Folchetto di 3Iarsiglia nella Com¬ 
media di Dante; 5. E. Gorra, II soggettivismo di Dante] 
(R.). — Jr. Sanesi, La storia di Merlino di Paolino Pieri, 
edita ed illustrata (R.). — A. Linder, Plainte de la Vierge 
en vieux venitien (R.). — E. Müntz, Leonard de Vinci, 
r&rtist-e, le penseur, le savant. — Leonardo da Vinci. 
Frammenti letterari e tilosoüci trascelti da Edmondo Solmi. 
— Edm. Solmi, Studi sulla filosoiia naturale di Leonardo 
da Vinei (R.). — P. Molmenti, Sebastiano Veniero e la 
battaglia di Lepanto (V. R.). — L. Piccioni, Studi e ri- 
cerche su G. Baretti, con lettere e documenti inediti (Em. 
B.). — Fr. Beneducci, Scarapoli critici (Em. B.). — Annunzi 
analitici: Rustico di Filippo, Le Birne racc. ed ill. da V. 
Federici; C. Barbagallo, I na questione dantesca. Dante 
Alighieri, i Bianchi-Ghibellini esuli e i Romena; C.Zacchetti, 
Note dantesche; E. Carrara, Un oltretomba bucolico; V. 
Crescini, II cantare di Fiorio e Biancitiore ed. ed ill.; F. 
Gabotto, La vita in Asti al tempo di Giovan Giorgio 
Alione; G. M an a cor da, Galeotto del Carretto poeta lirico 
e drammatico monferrino; Istoria di Phileto Veronese, 
per cura di G. Biadego; U. Renda, L’elemento brettone 
neir ‘Avarchide* di Luigi Alamanni; L. Falcucci, Alcune 
osservazioni sulle storie fiorentine del Xardi e su quelle del 
Varchi; V. Spampanato, Bruno e Xola; C. Zacchetti, 
II ‘Ricciardetto* di Xiccolö Forteguerri; G. Pipitone- 
Federico, Giovanni Meli; G. Älelodia, II Foscolo e la 
Natura; E. Bertana, Arcadia lugubre e preromantica. — 
Pubblicazioni Nuziali: Br. Cotronei, Una commedia di 
Lope de Vega ed i ‘Promessi Sposi*. — Ant. Fiammazzo, 
Im codice dantesco ignoto. — M. Losacco, Dalla ‘Xuova 
Encyclopedia’ di Giacinto Gimma. — Comunicazioni ed 
Appunti: G. Rossi, Un’ edizione delle rime di Seraüno 
Aquilano sfuggita ai bibliografi. — E. Meie, II Cervantes 
traduttore d un madrigale del Bembo e di un’ ottava del 
Tansillo. — G. B. Gerini, II cicisbeismo ritratto da Paolo 
Mattia Doria. — P. Bellezza, Manzoni, Giordani e Stendhal. 

Studi di letteratura italiana pubblicati da una societä di 
Studiosi e diretti da E. Percopo e X. Zingarelli. 1. Heft 
[Napoli, Pignasecca 63]: U. Renda, L’elemento brettone nel- 
rAvarchide* di L. Alamanni. — G. Rosalba, La famiglia di 
B. Rota. — N. Zingarelli, La data del Teleutelogio (per la 
biografia di Dante). — E. Percopo, Un‘libretto* sconosciuto 
di Panfilo Sasso. — Das demnächst erscheinende 2. Heft 
wird enthalten: N. Scarano, L’apparizione dei beati nel 
Paradiso dantesco. — F. Colagrosso, Un’ usanza letteraria 
molto in voga nel Settecento. — E. Proto, Elementi classici 
e romanzi nelle ‘Stanze* del Poliziano. — G. Zaccagnini, 
Buonaccorso da Montemaguo il giovane (Studio biograüco 
con notizie delle Prose) ecc. ecc. 

Rassegna critica della letteratura italiana pubblicata da 
E. Percopo e N. Zingarelli IV. 3—6: N. Zingarelli, L’epistola 
di Dante a Moroello Malaspina. — E. Proto, Per una fonte 
dei ‘Cinque Canti*. — E. Filippini, Per lo ßvolgimento 
drammatico della leggenda dongiovannesca. — G. Bay, 
Polemica. — Recensioni: N. Zingarelli, P. Toynbee, A 
dictionary of proper names and notable matters in the works 
of Dante. — B. Croce, G. Gentile, Rosmini e Gioberti. — 
N. Zingarelli, Con Dante e per Dante. Discorsi e con- 
ferenze ecc. — E. Percopo, E. Cuccoli, M. A. Flaminio. — 
N. Zingarelli, 1. G. Leopardi, Scritti letterari, ediz. Mestica; 
II.—IV. G. Mestica, II Leopardi davanti alla critica; Lo 
svolgimento del genio leopardiano; G. Leopardi e i conti 
Broglio d" Ajano. — Bollettino bibliografico: G. Fanchiotti, 
I mss. italiani in lnghilterra (L. Piccioni). — G. Mari, I. 
I trattati medievali di ritmica lat.: II. Kitmo lat. e termino- 
logia ritm. med.; III. La sestina di Arnaldo, la terzina di 
Dante (L. M. Capelli). — G. Parini, Poesie, ediz. Sclierillo 
(G. Hosalba). — E. Pcrito, La ‘Talanta* di P. Aretino (P. 
P. Parrella). — V. Balbi, A. Ongaro (P. P. Parrella). — G. 
A. Scartazzini, Enciclopedia dantesca, II, P. I e II; D. 
A lighieri, D. Commedia, ediz. Scartazzini (Z.). — V. Brocchi, 
La scuola classica romagnola, P. 1 (P.). — A. Sacchetti- 
Sassetti, La vita e le opere di A. M. Ricci (E. Percopo). — 
N. de Sanctis, La lirica amorosa di M. Buonarroti (E. P£r- 
copo). — G. Zippel, Ginnte e Correzioni al Risorg. del- 
rantiehitä classica di G. A 7 oigt (1\). — F. d’Ovidio, I. Sul- 
rorig. dei versi ital.; II. Ancora sull’ etimol. delle forme 
gratnm. amano . dicono , ecc.; III. Talento nei suoi varii 


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33 


19(X). Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 1. 


34 


valori lessic.; IV. Note etimologiche; V. II Giuri e il Yoea- 
bolario (N. Zingarelli). — A. Zenatti, I. Pime per la par- 
goletta. II. Violetta e Scocchetto (Z.). — C. Zacchetti, Note 
dantesche (Z.). — E. Galli, I. La morale nelle Lettere di M. 
Ficino, II. Lo stato, la famiglia, leducazione secondo le 
teorie di M. Ficino (P.). — Annunzi sommarii: Fr. Novati, 
Sedici lettere di M. Girolamo Vida vescovo d'Alba. — Ant. 
Belloni. Le prime edizioni della ‘Pietra del paragone* di 
Traiano Boccalini. — Nino Quarta, I Frammenti di rime 
nel cod. Vatic. 3196 autografo del Petrarca. — Oorr. 
Zacchetti, Vita di Niccolö Forteguerri. scritta dal prior 
Bernardino fratello di lui. — Ders., Laude sacre. riprodotte 
da un codice del secolo XV appartenente alla Bibi, del 
Convento di Fonte Colombo presso Kieti. — Arturo Magno- 
cavallo, I codici del ‘Liber secretorum fidelium Crucis* di 
Marin Sanudo il Vecchio. — Gius. Biadego, Un maestro 
di grammatica amico del Petrarca: Kinaldo Cavalchini di 
Villafranca. — E. Pule jo. Sul piii antico abbozzo di gram¬ 
matica siciliana. — Aus. Dobelli, I/opera letteraria di An¬ 
tonio Phileremo Fregoso. — Fr. Corridore, Della vita e 
delle opere di Vincenzo Messina barone Bibbia. — G. Brogno- 
ligo, Postille Dantesche. — La Vita di Dante: testo del 
cosi detto Compendio attribuito a Giovanni Boccaccio, per 
cura di E. Rostagno. — Silv. Federici. Saggi di critica. 
— Rob. D’Alfonso, Note critiche sull’ autenticitä delT 
epistola a Can Grande della Scala. 

Liter. Centralblatt 44: C., Lessings sämtliche Schriften. 
Hrsg. v. Lachmann-Munckcr. 14. Bd. — Neubürger, Goethes 
Jugendfreund Friedr. Max Klinger. — R. P., Sowa, Wörter¬ 
buch des Dialekts der deutschen Zigeuner. — Ebhardt, 
Deutsche Burgen. — 45: -ltz- G.. Stengel. Die altprov. Lieder¬ 
sammlung c der Laurenziana in Florenz. — A. P., Seil, 
Goethes Stellung zu Religion und Christentum. — 46: E. S., 
Bremer, Zur Lautschrift. — W. M.-L., Beiträge zur roman. 

Philologie. Festgabe für Gust. Gröber.-yg-, Friedrich, 

Hamlet und seine Gemüts - Krankheit. — M. K., Rehmer. 
Laurence Sterne und C. M. Wieland. — 47: -ltz- G.. Glachant, 
Papiers d'autrefois (Interessante Aufschlüsse zu V. Hugo, 
Lamartine.). — Kopp, Deutsches Volks- und Studentenlied in 
vorklass. Zeit. — -1, Lublinski, Literatur und Gesellschaft 
im 19. Jahrh. — 49: -gk, von der Leven. Das Märchen in 
den Göttersagen der Edda. — -1-, Fischer, Beiträge zur 
Literaturgeschichte Schwabens. — Consentius, ‘Freygeister, 
Naturalisten, Atheisten*, ein Aufsatz Lessings im Wahr¬ 
sager. 

Deutsche Literaturzeitung No. 43: Gull-Poris Saga udg. 
ved Kr. Kälund, v. Golther. — Dorn. Benjamin Neukirch, 
von Ettlinger. — Brunetiere, Manuel de l'histnire de la 
Litt£rature franeaise. v. Frevmond. — 44: Dieffenbacher, 
Deutsches Leben im 12. Jahrh., von Martin. — Festschrift 
zu Goethes 150. Geburtstagsfeier dargebracht vom Freien 
Deutschen Hochstift; Weimars Festgriisse zum 28. Aug. 1899: 
Rudolf Brockhaus, zum 28. Aug. 1899. vonSteig. — Schröder, 
un Romancier francais au XVIII e siöcle. L’Abhe Prevost. 
Sa vie, ses romans, von Tohler. — Stolle. Wo schlug Cäsar 
den Ariovist? von Lehmann. — No. 45: Richter, Freiligrath 
als Uebersetzer. von Büchner. — Brand], Quellen des welt¬ 
lichen Dramas in England vor Shakespeare, von Kaluza. — 
No. 46: Vietor, Wissenschaft und Praxis in der neueren 

\ Philologie, von Schultz - Gora. — Kettner, Feber den 

^ religiösen Gehalt von Lessings Nathan dem Weisen, von 
Nieter. — Cochin. La Chronologie du Canzonierede Petrarque: 
Cesareo. le ‘Poesie volgari* del Petrarca, von Appel. — 
No. 47: Mathesius, ausgewählte Werke. Bd. 111: Luthers 
Leben in Predigten, von Baur. — Lublinski. Literatur 
und Gesellschaft im 19. Jahrh., von R. M. Mever. — 
Mortensen, Medeltidsdramat i Frankrike, von Söderhjelm. 

Nene Jahrbücher für das klass. Altertum. Geschichte 
und deutsche Literatur III. IV. 8: A. Hedinger und 
H. Hirt, Die Urheimat der Germanen. — K. Strecker, 
Probleme in der Walthariusforschung ( wird in 9 fortgesetzt). 
9: O. ('lernen. Stegreifdistichen aus dein 16. Jahrh. 

Wochenschrift für klass. Philologie 43: W. Hcraeus. Die 
Sprache des Petronius und die Glossen. — 4t: W. Bruinier, 
Das deutsche Volkslied; Frömmel. Kinderreime. — 45: H. 
Cuers, Bildung und Bedeutungswandel franz. Infinitive. 

Neue phil. Rundschau 22: Röttgers. Cloetta, Die enfances 
Vivien. — Pahst. The Oxford Hnglish dictionary. cd. bv 
James A. H. Murray. — Petsch. LTrich, Französische Volks¬ 
lieder. Ausgewählt und erklärt. 


Blätter für das Gymnasialschulwesen XXXV, 9/10: M. 
Rechner, Zur Jubelfeier des Liedes von der Glocke. — W. 
Hoffmann. Ein alter Fehler im Texte von Schillers Braut 
von Messina. — Brenner, Fuchs, Deutsches Wörterbuch 
auf etymol. Grundlage. — Nusser, v. Sallwürk, 5 Kapitel 
vom Erlernen fremder Sprachen. 

Bayer. Zs. für Realschulwesen VII, 4: Englert, Engel. 
Geschichte der engl. Literatur. — Ders., E. H. Meyer, 
Deutsche Volkskunde. — Frankel, Linz, Lehens- und 
Charakterbilder aus der franz. Literatur. 

Pädagog. Archiv 41, 11: Valentin, Goethe's Faust in der 
Schule. 

Der prakt. Schulmann 48, 7: Hummel, Schillers Aufenthalt 
in Gohlis. 

Forschungen zur Brandenbnrgischen und Prenssischen 

Geschichte XIT. 2: Fel. Priebatsch, Geistiges Leben in 
der Mark Brandenburg am Ende des Mittelalters. — 0. 
Tschirsch, Willibald Alexis als vaterländischer Dichter 
und Patriot. 

Braunschweigisches Magazin No. 24 und 25: Uhland in 
Braunschweig im Jahre 1842. Nach Dr. Karl Schillers Be¬ 
richten initget. von H. Mack. — Otto Schütte, Braun¬ 
schweiger Kosenamen. 

Protokolle über die Sitzungen des Vereins für die Ge¬ 
schichte Göttingens 1898-99, II, 2: Heyne. Bürgerliche 
Bauart Niedersachsens im Mittelalter mit Bezug auf Göttingen; 
Ders., Uebcr alte Beleuchtungsgeräte. 

Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürn¬ 
berg 13: Th. Ilampe, Die Entwicklung des Theaterwesens 
in Nürnberg von der 2. Hälfte des 15. Jahrh. bis 1806. 2. 

Nennumifiinfzigster Bericht über Bestand nnd Wirken 
des historischen Vereins zu Bamberg für das Jahr 
1898: Ein Bamberger Echtbuch (Über proscriptorum) von 
1414—1444 [der Name des Herausgebers ist nicht zu ersehen]. 

Wiirttembergische Vierteljahrshefte f. Landesgeschichte 
N. F. Ylll: Steiff. Lobspruch auf Sabina, Gemahlin 
| Herzog Ulrichs v. Württemberg. - K. Bobnenberger, 

I Römische Ortsbezeichnungen in Süddeutschland, insbes. in 
Württemberg. 

Unser Egerland LIL 5: Wilhelm, Zur Kreuzsteinforschung 
im allgemeinen und im Egerlande im besonderen. — Kinder¬ 
lieder aus dem Egerlande. 

Zs. des Vereins für die Geschichte Mährens und 
Schlesiens 111, 4: Eschler, Zur Geschichte der Besiedelung 
1 Südmährens durch die Deutschen. 

Schweizerisches Archiv fiir Volkskunde III, 4: A. Rossat, 
Chants patoisjurassiens.—E. Hoffmann-Krayer. Luzerner 
Akten zum Hexen- und Zauberwesen. IV. — G. Siitterlin, 
Gebräuche im Iiirseck. II. — B. lieber. Sagen aus dem 
Saasthal im Wallis. 

Anzeiger der Akademie der Wissenschaften in Rrakan 

1890, Juli: A. Ketrzynski, Die ostrheinischen Slaven (im 
Westen Deutschlands vor den Germanen nicht Kelten, sondern 
Slaven: die Sueven des Tacitus sind Slaven!!). 

Der Protestant III, 45: Goethe und das Uhristentum. 3. 

Zs. für Bücherfreunde 111. 7: von Zobeltitz, Bormann, 
Bacon-Shakespeare’s Venus und Adonis. 8: R. Ge nee, 
Schillers ‘Räuber* in den ersten Drucken nebst den wichtigsten 
Theaterzetteln. — A. Schlossar, Taschenbücher und 
Almanache zu Anfang unseres Jahrh. 2. Oesterreich und 
die Schweiz. 

Preuss. Jahrbücher Dez.: Fr. Sandvoss. Geiger, Goethe- 
Jalirbuch: Vogel, Goethes Leipziger Studenten Jahre; R. M. 
Meyer. Goethe. — Ders., Eckart. Allgcm. Sammlung nd. 
Rätsel; Dähnhardt, Volkstümliches aus dem Königreich 
Sachsen; Bruinier. Das deutsche Volkslied. — H. Conrad, 
Die neueste Shakespeare-Literatur. 

Nord und Süd Okt.: H. Funck. Lavaters Aufzeichnungen 
über sein Zusammensein mit Goethe in Ems 1774. 

Der Thiirmer I. 8: P. Seliger, Racine. 

Baltische Monatsschrift 4L 11: H. Piedcrichs, Ein Brief 
von Jakob Grimm an Job. Fr. Recke. 

Das Magazin für Literatur 68. 45: H. Michel. Gocthe's 
Euphrnsyne. — PL Reichel. Eine Hamlet-Correctur. — 47: 
II. IIoii ben. Molieres Tartuffe und Gutzkow's Urbild des 
Tartuffe. 

Dasliter. Echo II. 4: IL Conrad. Neue Shakespeare-Literatur. 

Di'* Gegenwart 56. 44: M. Landau. Die Krauen auf der 
Bühne. — Willy Criiger. Visclier's Shakespeare. 

Die Gesellschaft 15. 2. Oktoberlieft: L. Jacobowski, Wollte 
Goethe populär werdenV 

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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 1. 


36 


Allgemeine Zeitung 235: L. Keller, Zur Geschichte der 
ital. Academien im Zeitalter der Renaissance. — 242: Fr. 
Pradel, Sintfluthsagen. — 245—46: Rud. Beer. Eine Ge¬ 
schichte der ital. Literatur des 18. Jahrh. — 247: H. 
Jantzen, Zur Kritik der Shakespeare-Bacon-Hypothese. 
— Ders., Bruinier, Das deutsche Volkslied. — 249: E. 
Kilian, Das Mannheimer Theaterarchiv. — 251: A. L. 
•Teilinek. Das Shakespeare - Jahrbuch. — 253: Jantzen, 
Schweitzer, Die Wallensteinfrage in der Geschichte und im 
Drama. — 258: J. Wilbrand, Zur Keltenfrage. — 264: 
W. von Wurzbach, Eichendorffs Jugend. — 266/7: E. 
Wolff, Heinr. v. Kleist und Ludw. Wieland. 

Zeitung für Literatur, Kunst und Wissenschaft. Beilage 
des Hamburgischen Correspondenten 23: D. Seil, Goethe’s 
Einfluss auf die Entwicklung der deutschen Nation. 

Vossische Zeitung 496, Abendausgabe: E. Consentius. 
‘Freigeister, Naturalisten, Atheisten*, ein Aufsatz Lessings 
im Wahrsager. 

Museum VII, 10: P. H. van Moerkerken, Veelderhande 
Geneuchlijke Dichten, Tafelspeien ende Refereynen. Opnieuw 
uitgegeven vanwege de Maatschappij der Nederlandsche 
Letter künde te Leiden. — K. Poll, Kok, van Dichters en 
Schrijvers. Studien en Schetsen van Nederlandsche Letter¬ 
kunde. — K. D. Bü 1 bring, Bonner Beiträge zur Anglistik 
hrsg. von M. Trautmann. — P. D. Chantepie de la 
Saussaye, Hermann, Deutsche Mythologie in gemeinver¬ 
ständlicher Darstellung. 

Verslagen en mededeelingen der Kon. Akademie 1899, 
Aug. Sept.: Prayon-vanZuylen, De Vreese, Gallicismen 
in het Zuid-Nederlandsch. 

TijdSpiegel 1899, Nov.: Nauta, Shakespeare’s Hamlet I. 

The Athenaeum 3758: H. Parigot, Le drame d’Alexandre 
Dumas, ätude dramatique, sociale et littäraire. — 3759: 
E. M. Olerke, Fable and song in Italy. 

The Academy 1434: English satires, ed. Smeaton. 

Revue critique 46: A. C., Die ahd. Glossen, gesammelt und 
bearbeitet von E. Steinmeyer u. Ed. Sievers. IV. Bd. — A. C., 
Kögel, Geschichte der deutschen Literatur bis zum Ausgange 
des Mittelalters. II. — A. C., Des armen Hartmann Rede 
vom Glouven, hrsg. v. Fr. von der Leyen; Br. Arndt, Der 
Uebergang vom Mhd. zum Nhd. in der Sprache der Breslauer 
Kanzlei. — A. C., Dorn, Benj. Neukirch, sein Leben und 
seine Werke, ein Beitrag zur Geschichte der zweiten schles. 
8chule; Vossler, Das deutsche Madrigal; Rubensohn, Griech. 
Epigramme und andere kleinere Dichtungen in deutschen 
Uebersetzungen des 16. und 17. Jahrh. — A. C., Düsel, Der 
dram. Monolog in der Poetik des 17. und 18. Jahrh. und in 
den Dramen Lessings; Oberländer, Die geist. Entwicklung 
der deutschen Schauspielkunst im 18. Jahrh.; Stiehler, Das 
Ifflandsche Rührstück. — A. C., Pietsch, Schiller als Kritiker; 
Harnack, Schiller; Bellermann, Schillers Dramen, Beiträge 
zu ihrem Verständnis. — 47: E. Henri Bloch, Kont, Lessing 
et l’Antiquite. — A. 0., Engerand, Ange Pitou, agent royaliste 
et chanteur des rues 1767-1846. — R. Rosiäres, Faguet, 
Flaubert. — 48: G. Belouin, De Lollis, Gerardo Haupt¬ 
mann e Lopera sua letteraria. — 49: 0. E. R., Coutaud, La 
Pädagogiede Rabelais. — R. Rosiäres,Perrens, Lalittärature 
fran^aise au XIX« siäcle. — Ders., Robert, Les poetes du 
XIX« siäcle. 

Revue politique et litteraire 16: L. Sächä, Alfred de 
Vigny et Marie Dorval. Les amours d un poäte. — E. 
Schürf, La poäsie populaire en Roumanie (Le rhapsode de 
la Dambovi^a, chansons, ballades roumaines recueillies par 
Heläne Vacaresco, Paris, Lemerre 1899). — 17: J. Levallois. 
Femmes d’hier. Äthänais Michelet (die zweite Gattin des 
Historikers hat den Briefwechsel zwischen ihr und ihm, so¬ 
weit er vor der Heirat liegt, herausgegeben : Lettres inädites 
de M. ä Mlle Mialaret); Pauline Franck (die Gattin des 
Professors der Philosophie Adolphe F.; Une vie de femme, 
für Freunde gedruckt durch Frau Marguerite Deutz, lässt 
durch die Briefe Paulinens das Leben einer liebenswürdigen 
Frau kennen); Marie Deraismes (CEuvres complätes: Polemique 
religieuse, hrsg. durch Mme. Färesse, die Schwester der in 
Vorträgen und Schriften für Frauen - Emanzipation thätig 
gewesenen Dame). — 18: E. Tissot, Un roman fäministe 
(Femmes nouvelles p. Paul et Victor Margueritte). — J. 
Guillemot, Les ävänements du siäcle et les Revues de fin 
d’annee (Geschichte dieser Gattung von Bühnenspielen). — 
H. de Curzon, Le r Don Juan Tenorio u de Zorrilla (Ein¬ 
leitung einer im Erscheinen begriffenen neuen Uebersetzung 
ins Französische). — 20: Kurze Anzeige einer dichterischen 


Neubearbeitung der ‘Berthe aux grands pieds’ durch A. 
Rivoire (bei Lemerre). 

Revue des eours et Conferences VIII, 1: Em. Faguet , 
Houdar de la Motte. Le poäte lyrique. — G. Larroumet, 
Le theätre de Racine. Mithridate. — N. M. Bernardin. 
Le theätre de Rotrou. Saint-Gencst. — 2: Em. Faguet. 
Houdar de La Motte. Le traducteur de Tlliade. — G. 
Larroumet, Racine et Madame de Maintenon. — Ch. 
Dejob, Le thäätre de Schiller. Marie Stuart. — 3: G. 
Larroumet, Le thäätre de Racine: Esther. — Em.Faguet, 
Houdar de la Motte: Ses fahles et ses poäsies lägäres. — 
N. M. Bernardin, La comädie italienne en France. 

Revue celtique 3: Ant. Thomas, De quelques noms de lieux 
fran^ais d'origine celtique. 2® särie. 

Annales de PEst. 4: Besprechung v. Baldensperger, Quae 
in Oehlenschlägerii carmine Haddin inscripto e germanicis 
litteris pendeant; u. Gottfried Keller, sa vie et ses ceuvres. 
Revue de deux mondes 15. Juli: R. Douraic, George Sand 
avant 1840. 

Revue de Paris 15. Okt.: A. Chänier, (Euvres inädites. I. 

— 1. Nov. Dasselbe II. — Georges Monval, La däcadence 
de la Comädie-Franqaise en 1717. 

La Nouvelle Revue 1. Juli: Une lettre de et ä Voltaire. — 
1. Aug.: M. Shaw, Al. Dumas päre. 

La Grande Revue 1. Nov.: J. et A. Michelet, Fragments 
d’un Journal intime, publiäs par Gabriel Monod. — L. 
Daudet, La romance du temps präsent I. — H. Bordeaux, 
Balzac amoureux. — 1. Dez.: P. Souday, Le thäätre 
d’Emile Augier. 

Revue de Tinstruction publ. en Belgique XLII, 5: M. 

Basse, Logeman, Faustus-notes. 

Rassegna bibliograflca della letteratura italiana VII, 7: 
A. Medin, I poemetti sulla calata di Carlo VHI e la 
battaglia di Fornuovo. 

Bullettino della Societä Dantesca italiana VI, 5: M. 

Bar bi, Dante a S. Gimignano (1300). — E. Casanova e 
R. Davidsohn, Nuovi documenti sulla famiglia di Dante. 
Rivista delle Biblioteclie e degli Archivi X, 5—6: L. 
Colini-Baldeschi, Documenti volgari maceratesi. — 7.8: 
E. Casanova, Nuovi documenti sulla famiglia di Dante. 
Studi storici VIII, 2: G. Brizzolara, II Petrarca e Cola 
di Rienzo. 

Eros I, 5: A. Zenatti, II notaro da Lentini (Dante Purg. 
XXIV, 49). 

Rivista dTtalia 15. Mai—16. Juni: D. Gnoli, H Sogno di 
Polifilo. 

Rassegna nazionale 106: G. Fortebracci, Storia del 
sonetto. — P. Bellezza, Ancora il Manzoni e gli psichiatri. 
Bullettino storico pistoiese I, 3: P. Papa, Un documento 
inedito del 1297 riguardante, Cino da Pistoia studente in 
Bologna. — G. Volpi, Una canzone di Cino da Pistoia 
nel ‘Filostrato* del Boccaccio. 

Rivista abruzzese XIV, 6: G. Longo Manganaro, Sul- 
Linterpretazione di un vs. dantesco: E l’occhio riposato intorno 
mossi. — 7. 8: A. Cervesato, II Parini accademico. — E. 
Br am bi 11a, 11 diverso pellegrinaggio a S. Jacopo di G. 
Cavalcanti e di Dante Alighieri. 

Rassegna pugliese XVI, 3. 4: N. Vaccalluzzo, II plenilunio 
e l’anno della Visione dantesca. — 5: G. Petraglione, 
Sülle novelle di A. F. Doni (Forts, in 7). — 7: M. De Noto, 
II Madrigale in Italia: suo sorgere e sua fioritura (ist die 
Uebersetzung des betreffenden Kapitels in K. Vosslers 
Arbeit ‘Das deutsche Madrigal*). 

Miscellanea storica della Valdelsa VII, 2: 0. Car ne sec chi, 
L. Ariosto ed Agostino Nerucci da S. Gimignano. — M. 
Barbi, Per la data dell’ ambasceria di Dante a S. Gimignano. 

— 3: 0. Bacci, Dante ambasciatore di Firenze al Comune 
di S. Gimignano. 

Atti del reale istituto veneto di scienze, lettere ed arti. 

Tomo LVIII. Serie VIII, disp. 2. 3: G. Biadego, Un 
maestro di grammatica amico del Petrarca (Rinaldo Cavalchini 
da Villafranca). 

R. Istituto lombardo di scienze e lettere : Rendiconti. 

Serie II, vol. XXXII, fase. 14: P. Bellezza, Intorno ai 
presunti convegni del Chaucer col Petrarca e dello Scott col 
Manzoni, a Milano. — fase. 15: Giov. Mari, La sestina 
d’Arnaldo, la terzina di Dante. 

Atti e memorie della r. accademia di scienze, lettere ed 
arti di Padova. Nuova Serie, vol. XV, disp. 1; V. Crescini, 
Ancora delle lettere di Raimbaut de Vaqueiras al marchese 
Bonifacio I di Monferrato. 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 1. 


38 


Neu erschienene Bücher. 

Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum der Realschule zu 
Reichenbach i. V. 1899. II. Teil: P. Sauerstein, Charles 
d'Orleans und die englische Uebersetzung seiner Dichtungen. 
— O. Böhme, Zur Beschichte der sächsischen Kanzlei¬ 
sprache von ihren Anfängen bis Luther. I. Teil: 13. und 
14. Jahrh. 

Massarani, Tullo, Studi di letteratura e d’arte. 2 ft ed. 
Firenze, Le Monnier. VI. 527 S. L. 4. [Darin u. a.: (Bi 
studi italiani in Francia; Vitt. Alfieri e le sue opere minori; 
Poeti inglesi nelle versioni ital.; Enrico Heine e il movimcnto 
letter. in Germania u. s. w.] 

Sautebin, H., Un linguiste fran^ais du 18« siöcle. le prösident 
de Brosses. Etüde historique et analytique du traite de la 
formation mechanique des langues. Bern. Diss. 110 8. 
u. 7 Tafeln. 8°. 

Schill, E., Anleitung zur Erhaltung und Ausbesserung von 1 
Handschriften durch Zapon - Imprägnierung. 17 S. 8°. — 
U. Posse, Handschriften - Konservierung. Nach den Ver¬ 
handlungen der St. Galler Internationalen Konferenz zur 
Erhaltung und Ausbesserung alter Hss. von 1898 sowie der ' 
Dresdener Konferenz Deutscher Archivare von 1899 bearbeitet 
von Dr. 0. Posse. 52 S. u. 4 Tafeln. Dresden, Verlag des 
Apollo. 

Soames, Laura, Introduction to English, French and German 
Phonetics with Reading Lessons and Exercises. New edition, 
revised and edited by Wilh. Vietor. London, Sonnenschein! 
XXVII, 178 + 89 S. 8°. 

Spingarn, Joel Elias, A History of literary Criticism in 
the Renaissance: Witli Special Reference to the Influence 
of Italy in the Formation and Development of Modern 
Classicism. New York, The Macmillan Comp. Columbia 
University Studies in Literature. 


Andresen. K. G., Deutsche Volksetymologie. 6., neu durch¬ 
gesehene Auflage. Leipzig, 0. R. Reisland. VIII, 492 S. 8°. 
Autenrieth, Pfälzisches Idiotikon. Ein Versuch. Zwei¬ 
brücken, F. Lehmann. 8°. 197 S. 31. 4.50. 

Bibliothek älterer deutscher Ucbersetzungen. Hrsg. v. A. 
Sauer. Berlin. Felber. 6. 8°. M. 2. [6: Reuchlin's 

Verdeutschung der ersten olynthischen Rede des Demosthenes. 
1495. Hrsg. v. F. Roland. LVI, 35 S. 31. 2. 
Bulthaupt, H., Dramaturgie des Schauspiels. 3. Bd. 5. 
Auflage. Oldenburg, Schulze, gr. 8°. 31. 5. 

< Eastman, C. 3V., Die Svntax des Dativs bei Notker. Leipzig, 
Fock. Diss. 08 S. 8° 

Ehrhard, Aug., Le theätre en Autriche. Franz Grillparzer. 

Paris, Lecöne, Oudin et Cie. 8°. fr. 3.50. 

Evers, 31., Goethes Iphigenie auf Tauris. 2. Auf!. Leipzig, 
H. Bredt. 31. 1.40. [5. Bd. der deutschen Klassiker, er¬ 

läutert und gewürdigt für höhere Lehranstalten v. K u e n e n, 
Evers u. a. Mitarb.] 

Florschütz. J., Zur Entstehung des schwachen Präteritums 
im Germanischen. Graz, Styria. 

Fried mann, 8., Das deutsche Drama im 19. Jahrh. in seinen 
Hauptvertretern. Hebers, v. L. Weber. 1. Bd. Leipzig, 
Carl Meyer’s graph. Institut, gr. 8°. XV, 408 8. 31. 5. 
Fundinger, K., Die Darstellung der Sprache des Erasmus 
Alberus. Laut- und Flexionslehre. Ein Beitrag zur Ge¬ 
schichte der deutschen Schriftsprache im 10. Jahrh. Heidel¬ 
berg. Diss. Leipzig, Fock. 91 S. 8°. 

Gaede, Udo, Schillers Abhandlung ..Ueber naive und senti- 
mentalische Dichtung 4 *. Studien zur Entstehungsgeschichte. 
Berlin, A. Duncker. gr. 8°. 72 S. M. 2. 

Goethe, J. W. v.. Meine Religion. 3Iein politischer Glaube. 
Zwei vertraul. Reden. Zusammcngest. u. lirsg. v. AV. Bode. 
Berlin. E. S. Mittler & Sohn. 8°. 95 S. 31. 1. 

Goethe. Eine Biographie in Bildnissen. Zu Goethes 150. 
Geburtstage. [Aus: „Könnecke’s Bilderatlas zur Geschichte 
der deutschen Nationalliteratur*. 2. AuH.J 105 Abbildgn., 
1 Photograv. nach dem Oelbilde v. .1. K. Stieler aus dem 
Jahre 1828 u. 1 Beil. 2. Aufl. 3farburg. N. G. Elwert'sche 
A r erlagsbuchh. gr. Fol. 38 S. 31. 3. 
Goethe-Festschrift zum 150. Geburtstage des Dichters. 
Hrsg. v. der Lese- u. Redehalle der deutschen Studenten in 
Prag. Red. v. A. Strühol. Prag. J. G. Calve'sche Hof- u. 
Univ.-Buchh. gr. 8°. VI, 189 S. m. 2 Bildn. In Komm. 
31. 3. 

/ Götze, A„ Zur Geschichte der Adjektiva auf -isch. Leipzig. 
Fock. Diss. 51 8. 8°. 


Gotthelf, Fr., Das deutsche Altertum in den Anschauungen 
des 10. und 17. Jahrh. = Forschungen zur neueren Literatur¬ 
geschichte. XIII. Berlin. Duncker. 8°. 31. 2. 

Grimm, J. u. Grimm, \\ 7 ., Deutsches \\ r örterbuch. 10. Bd. 

2. Lfg. &eidebcfliUielt — Sein. Bearb. v. M. Heyne. Lex.-8°. 
Leipzig, S. Hirzel. Sp. 177—352. 31.2. — 4. Bd. 1. Abteil. 

3. Teil 2. Lief. Geratter — Gewahren. Bearb. v. H. Wunder¬ 
lich. Sp. 4045—4836. 31. 2. 

H e r d e r’s sämmtliche Werke. Hrsg. v. Beruh. Suphan. 32 Bd. 
Berlin, Weidmann, gr. 8°. IX. 542 S. M. 6. 

Hildner, .1., Untersuchungen über die Syntax der (Konditional¬ 
sätze bei Burchard AValdis. Ein Beitrag zur Grammatik 
des Frühnhd. Leipzig, Fock. Diss. 95 S. 8°. 

Huygens, Constantijn. Gedichten. Naar zijn Handschrift 
uitgegeven door J. A. AVorp. 9. Deel. Registers. Groningen, 
Wolters, gr. 8°. tl. 2.90. 

Jahrbuch der Grillparzer-Gesellschaft IX: J. 
3Iinor, Zur Geschichte. der deutschen Schicksalstragödie 
und zu Grillparzer s ‘Almfrau*. — AV. von AVurzbach, Die 
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Bildung; 2. Uhland als Dramatiker; 3. Rede zum Uhland- 
tage; 4. Zu (Bist. Freytags 70. Geburtstage; 5. Arthur 
Fitger: 6. Ludwig Steub; 7. Karl Alüllenhoff. — II. Oester¬ 
reich: 8. Jos. Selireyvogel-West; 9. Grillparzer; 10. Ed. v. 
Bauernfeld; 11. Anast. Grün; 12. Herrn, v. Gilm; 13. Gottfr. 
von Leitner; 14. Ludw. Anzengruber; 15. Zur Geburt des 
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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 1. 


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Ed. by Henry Bradley. 4°. 

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enthält eine Abhandlung über Shakespeare und sein Theater.] 

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poeta libero pensatore etc. Bergamo. 8°. 84 S. con tavola 
e facsimile. [Darin u. a.: Una lettera inedita di Giaeomo 
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comparata con la Divina Commedia dal prof. Catello De 
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Paris, Lec6ne, Oudin et Cie. 8°. fr. —.50. 

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scheinen.] 

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Farsetti, preceduti da uno Studio sul bruscello in genere. 
Firenze, 8alv. Landi. 16°. XLVI, 48 S. [1. II consiglio dei 
dodici lddei, di Tobia Masoni. 2. La distruzione di Troia. 
3. La ragazza canzonata. 4. Bruscello sulla caccia.] 
Canzoni d’amore e madrigali di Dante Alighieri, di 

M. Cino da Pistoia, di M. Girardo Novello, di M. Girardo 
da Castel Fiorentino, di M. Betrico da Reggio, di M. Ruccio 
Piacente da Siena. Riproduzione della rarissima edizione 
[stampata in Venezia, per Gugüelmo di Monferrato] 1518 
per cura di Jarro. 2» ed. Firenze, Salv. Landi. 8°. X. 
113 S. L. 5. 

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Paris, Arm. Colin et Cie. 18. fr. 3.50. 

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une notice et des notes par Raoul Guillard. 2 vol. petit in- 
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della pronunzia e di nuovi spedienti utili all 1 evidenza, ai 
raffronti, alle ricerclie, alla memorazione, dal prof. Luigi 
Polacco. 2« ed. dal medesimo riveduta e arricchita diTuna 
tavola delle parti. Milano, Hoepü. 16°. XIV, 403 S. L. 1. 

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[a cura di Domen. Palmieri]. Prato, Giachetti. 16°. 563 S. 

-La Commedia riveduta nel testo e commentata di Giulio 

Acquaticci. Foligno, Campitelli. XVI, 807 S. L. 3.50. 
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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 1. 


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martine, A. de Vigny u. s. w.] 

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s. Bernardino. 8°. 15 S. 

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francesa. Carcassona, Bibi, de la ‘Revue Meridionale*. 32 S. 
8 °. 

Faguet. Em., Politiqnes et Moralistes du XIX Ji ‘ me siede. 

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Taiue. Renan.] Paris, Rechne, Oudin et Cie. 8°. fr. 3.50. 

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Filippini, Enr., Spigolature folkloriche. Fabriano. stab. tip. 

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Fiorini, Ferd., Studio sulla lirica sacra dei poeti minori del 
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8 °. 

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Sondrio. 20 S. 8°. 

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nozze Nardini-Finaguerra. 

Gaudenzi, F. De, Studio psicopatologico sopra Torquato Tasso. 

Vercelli, Gallardi e Ugo. 333 S. 8°. 

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stab. tip. Appulo-Irpino. 35 S. 8°. 

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KV». VIII, 111 S. L. 1.50. 

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L. 1.75. 

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da Cittä di Castello. 4. Poeti minori. 5. Frate Angelo da 
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di Gubbio e d’Assisi. 10. Le Laude e Porigine della dram- 
matica nelP Umbria. 11. Bibliogratia.J Trevi. tip. Economica. 
16°. 116 S. 

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und deutschen Sprache. 1. Teil. Deutsch-italienisch. 11. 

и. 12. Lfg. Fol. Berlin. Langenscheidtsche Yerlagsbuchh. | 
633—719 S. In Komm. M. 1. 

Guatteri, Gualt.. Goffredo nella Gerusalemme Liberata di 
Torquato Tasso : ricerche. Firenze. Civelli. 21 S. 8°. 
Handbuch der klass. Altertums-Wissenschaft, hrsg. v. Prof. 
Dr. Iwan v. Müller. 2. Bd. 2. Abteil. München, C. H. Beck, 
gr. 8°. [II, 2: Stolz, Fr. n. Schmalz. J. IL. Lateinische 
Grammatik. Laut- u. Formenlehre. Syntax u. Stilistik. 
3Iit einem Anhang über lat. Lexikographie v. Prof. Dr. Ferd. 
Heerdegen. 3. Autl. XIV. 574 S. M. IL] 

H6mon, F£l., Cours de litterature. 13. Livraison : 31 me de 
Maintenon. Saint-Simon. Paris. Delagrave. 12°. fr. 1.50. 
Heraeus, Willi., Die Appendix Probi. Hrsg. v. H. [Ans 
.Archiv für lat. Lexikographie u. Gramm.*] Leipzig. G. 
B. Tenbner. gr. 8°. 31 S. M. 1.20. 

Hogan. J. F.. Life and works of Dante Alighieri. London. 
Longmans. 8°. 12 sh. 6 d. 

Impallomeni, Nie., I/Antigone di Vittorio Alfieri: Studio. 
Firenze. Sansoni. 12 S. 16°. L. - .50. Bildioteca critica 
della letteratura italiana diretta da Fr. Torraca 31. 

Istoria di Phileto Veronese, pubbl. da G. Biadego. Con no- 


tizie biografiche. Livorno, Giusti. 16°. Raccolta di raritä 
storiche e letterarie dir. da G. L. Passerini. 

Jahresbericht, 6., des Instituts für rumänische Sprache 
(rumänisches Seminar) zu Leipzig. Hrsg, von dem Leiter 
des Instituts G. Weigand. Leipzig. J. A. Barth, gr. 8°. 
VII, 398 S. 31. 6. [Inhalt: G. Weigand, Samosch- und 
Theissdialekte. — Ders., Der Codex Dimonie (Blatt 91—125b 
Schluss). — A. Byhan, Istrorumänisches Glossar. — G. 
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Klassiker-Bibliothek, französisch-englische. Hrsg, von J. 
Bauer u. Th. Link. 28. Bdchen. München, .T. LindauerVhe 
Buchh. 8°. M. 150. [28: Petit de Julieville. L., Les 
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l histoire de la litterature francaisc. Auswahl m. Anh,, An- 
merkgn. u. Wörterverzeichnis hrsg. v. R. Ackermann. IV, 
159 S. 31. 1.50]. 

Klöpper, CP. Französisches Reallexikon. 15. 16. Lfg. = Bd.II, 
S. 385—576. Gamhriiule — Illumination. 

Lavallaz. L. de. Essai sur le patois d‘Htfr£mence (Valois) 
(these). Premiere partie : Phonologie et Morphologie. In-8°. 
IV-285 p. Paris, libr. Weiter. 

Libro di cueina del secolo XPV, a cura di Lud. Frati. 
Livorno, Raff. Giusti. 16°. XV, 92 S. L. 2.50. Raccolta 
di raritä storiche e letterarie dir. da G. L. Passerini. vol. II. 

Lot sch. F.. Wörterbuch zu modern französischen Schrift¬ 
stellern. Ein Nachtrag zum encvelopäd. Wörterbuch <nebst 
Suppl.) v. Sachs-Villatte und zu allen übrigen franz. Wörter¬ 
büchern. Potsdam, A. Steins Verlagsbuchh. 8°. IV, 108 S. 
31. 2. 

31 an eut i, Gius.. Gins. Parini e la poesia morale nel secolo 
XVIII. Noto, tip. F. Orecchia. 52 S. 8°. 

Marendnzzo. Ant., Gli Assempri di fra Filippo da Siena. 
Siena, Carlo Nava. 80 S. 8°. 

3Iaria, Fgo De. La favola di Amore e Psiche nella letteratura 
e nelP arte italiana, con appendice di cose inedite. Bologna, 
Zanichelli. 295 S. 16°. L. 4. 

-Intorno ad un poema satirico di Niccolö Machiavelli : 

saggio critico. Bologna, Zamorani e Albertazzi. 19 S. 8°. 

Martinozzi, 31., Il frammento XXXIX di Giacomo Leopardi. 
3lodena, Soliani. 24 S. 8°. 

Mazzini. Fb.. La Cavalleria nei Pmmrssi Spoai : nuovo con- 
tributo alla ricerca dei fonti manzoniani. Firenze. Rassegna 
Nazionale edit. 10 S. 8°. 

3Ielodia. Giov., Il Foscolo e la natura. Palermo, Reber. 
67 S. 16°. L. 1.50. 

Meyer-Liibkc, Willi.. Grammatik der Romanischen Sprachen. 
3. Band: Syntax. Leipzig, 0. R. Reisland. XXL 815 S. 8°. 

Modi pro vor Mali e motti po polar i specialmente toscani 
dichiarati dal prof. E. Gius. Bianchini. 2 ft ed. notevolmente 
accresciuta. Livorno, Giusti. 16°. XII. 124 S. L. 1.20. 

3lonti, Yinc., Alcune lettere ad Angelo 3Iazza. Parma, ditta 
Fiaccadori. 18 S* 8°. Pubbl. da Gius. Miclieli per le nozze 
3Iieheli-Bianchi. 

Morici. 31.. Il ‘Greve giogo* di Nocera Umbra e Gualdo-Tadino 
(Par. XI. 47-8'. Firenze. Olsehki. 

— — Giustina Levi-Perotti e le petrarchiste marchigiane. 
Contrilmto alla storia delle falsiticazioni letterarie nei sec. 
XVI e XVII. Firenze 1899. 

— Il card. Alessandro Oliva predicatore quattrocentista. 
Firenze, Soc. tip. tiorentina. 1899. L. 2. 

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Avola. E. Piazza. 20 S. 16°. 

3lussafia, Ad., L>ei Codici Vaticani latini 3195 e 3196 delle 
Rime del Petrarca. Studio. 30 S. 4°. Denkschriften der 
Wiener Akademie Bd. XLYL 6. Wien, Gerold. 

Nelli, .1 acopo Ang.. Commedie pubbl. a cura di Ale. 3Ioretti. 
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Extraits publies, avoe des traductions. des notes. une in¬ 
troduction grainmaticale et des notires litteraires. 2® edition. 
revue et corrigee. Petit in-16. XGl 11-352 pages. Paris, libr. 

| Hachette et Cie. Fr. 3. 


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1900. Literaturblatt ftlr germanische und romanische Philologie. Nr. 1. 


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Pedde, Nie., L’imitazione classica nella Nautica di Bernardino I 
Baldi. Sassari, Giac. Chiarella. 74 S. 8°. | 

Perroni-Grande, L.. Un aneddoto leopardiano. Messina, ' 
V. Muglia. 14 S. 16°. 

Pergola. A. Deila, Terenzio Mamiani e le sue poesie. An- I 
cona, Morelli. XV, 261 S. L. 2.50. 

Perito, Enr., La Talanta di Pietro Aretino. Girgenti, Formica 
e Gaglio. 52 S. 8°. j 

Pier Delle Vigne. Canzone prima. Bassano. 16°. 10 S. | 
Pubbl. da Ang. Zardo per le nozze Olian Fanio-Padoa. 
Piergili, Gins., Notizia della vita e degli scritti del conte 
Monaldo Leopardi. Firenze, Sansoni. 78 S. 16°. L. 1. 
Bihl. crit. della letter. ital. dir. da Fr. Torraca 29. 

Pintor, Fortun., Delle liriche di Bernardo Tasso. Pisa. trat. 
Nistri. 8°. VII, 201 S. Aus den Annali della r. scuola 
normale superiore di Pisa vol. XIV. j 

Pisa, Giulio, Studi letterari. Milano, Baldini, Castoldi e C. ! 

L. 3. [Darin u. a. Artikel über Stendhal, Diderot u. s. w.] 
Pi va, Ed., Marino Faliero. Rovigo, Minelli. 25 S. 4°. Seguono 
quattro satire politiche, d’ignoto autore del XVI secolo j 
Estr. dal Veneto letterario, anno II, 13. 14. 

Plattner, Pb., Wörterbuch der Schwierigkeiten der französ. j 
Aussprache und Rechtschreibung. Zugleich 1. Heft des II. 
(Ergänzungs-) Bandes der Ausführlichen Grammatik der 
französ. Sprache von Plattner. Karlsruhe, Bielefeld. 8°. M. 3. j 
Polen ton, Sicco, La Catinia, le orazioni e le epistole, ed. ■ 
ed illustrate da Arnaldo Segarizzi. Bergamo. 8°. LXXXVII, 
155 S. L. 7. Bibi, storica della letteratura italiana diretta , 
da Fr. Novati 5. I 

R an i e r i, Ant., Una lettera inedita intorno a Giacomo Leopardi, 1 
Napoli, 13 giugno, 1837. Roma. 8°. 14 S. Pubbl. da ! 

Gennaro Buonanno per le nozze di Aless. Martini Marescotti 
con Laura Ruspoli. 

R6belliau, Alfr., Bossuet. Paris, Hachette. 16°. fr. 2. Les 
grands öcrivains frangais. 

Ritter, Eug., Notes sur Madame de Stael, ses ancetres et sa 
famille, sa vie et sa correspondance. Genf, Georg. 110 S. 8°. 
Roman, J., La Soci6t6 proven<;ale ä la fin du moyen age, ä 
propos d un ouvrage de M. Charles de Ribbe. ln-8°, 15 p. 
Paris, libr. Bouillon. 

Romano-Catania, G., D’un nuovo libro scientifico sopra G. 

Leopardi. Palermo, Reber. 55 S. 16°. 

Ronzoni, Dora., L’eloquenza di S. Bernardino da Siena e 
della sua scuola. Siena. 8°. 141 S. L. 2. 

Rossi, E., Dalla mente e dal cuore di Giov. Boccaccio. Per la 
storia del Decameron. Turin, Clausen. In-8 n . fr. 5. 

Rossi, Getulio, Breve commento sopra alcune poesie moderne, 
Parte II (Manzoni, Mameli, Mercantini, Carducci, Guerrini). 
Roma, Balbi. 8\ 83 S. L. 1.50. 

Rossi, M., Un letterato e mercante fiorentino del secolo XVI, 
Filippo Sassetti. Cittä di Castello, S. Lapi. 8°. 167 S. L. 3. 
Rossini, Franc., Dissertation sur Andromaque, tragedie de 
Jean Racine : analyse psycologique. Parma, Pellegrini. 
118 S. 8°. 

Russo, Gius., Gasparo Murtola e il suo poema sulla Creazione.’ 
Acireale, tip. delF Etna. 129 S. 8°. [1. Cenni su Gasparo j 
Murtola. 2. La natura trattata dai poeti greci, latini e | 
italiani; il poema didascaliuo nel 1500 e nel 1600. 3. Della 
Creatiane del mondo . poema sacro del sig. G. M.; 4. Se il \ 
Murtola nella Composizione del suo poema seguisse il Mondo 
creato del Tasso ovvero la Sepmaine del Du Bartas.] j 

Saggio di poesie e canti popolari religiosi di alcuni paesi ! 
umbri, raccolti e illustrati da Oresto Grifoni. Trevi, tip. 
Economica. 122 S. 16°. 

Saint-Simon, Mömoires de, Nouvelle Edition . . . par A. De 
Boislisle. Tome XIV. Paris, Hachette. fr. 7.50. ! 

Sannazaro. Jacopo. Le egloghe peschereccie, e altre poesie 
latine dei sccoli XV e XVI [di Giovanni Pontano, di Andrea 
Navagero. di E. G. Crotti. di M. A. Flaminio], recate in 
versi italiani da Luigi Grilli. Ed. corredata del testo. Cittä 
di Castello, S. Lapi. 94 S. 16°. L. 1.50. 

Scarano, N.. L’apparizione dei beati nel Paradiso dantesco. 
Napoli, Giannini 1899. 8 n . 

Sella, Attilio, Le rappresentazioni popolari in Valsesia. 

Varello, Camaschella e Zanfa. 21 S. 8°. 

Silvestri, Em., Genio e dolore : saggio critico su Dante, 
Tasso e Leopardi. 2 R ed. Vicenza, Rumor. 107 S. 8°. L. 1.25. ; 
Stendhal. Comment a v£cu Stendhal. Documents inedits. j 
Pröface de Casimir Stryienski. Paris, Girard et Villerelle. 
12°. fr. 3.50. . 

Storia letteraria dTtalia scritta da una societa di pro- ! 


fessori. 57—64. Milano, dott. Franc. Vallardi. S. 481— 
516, VII; 81-160, 401-447, X 1; 161-240, 241—320. Das 
Heft 1 L. [1. Ant. Belloni, Il seicento (57); 2. Fr. 
Flamini, 11 Cinquecento (58. 59. 61. 62); 3. C. Giussani. 
Letter, romana (60); 4. Tullo Concari, Il settecento (63. 64:. 
Tambara. Giov., Studi sulle satire di Lodovico Ariosto. 
Udine, frat. Tosolini e G. Jacob. 95 S. 8°. [1. La cronologia 
2. La materia e la forma. 3. Le correzioni del manoscritto 
ferrarese.] 

Terzine inedite del sec. XV in lode di Isotta da Rimini 
(1407—1470). Due sestine del sec. XIV [di Giovanni da 
Prato e Alberto degli Albizzil. Milano, Umb. Allegretti. 8°. 
40 S. Pubbl. da Rin. Bramhilla e Giov. Mari per le noizze 
Crespi-Sessa. 

Tocco, Fel., Quel che non c’fc nella Divina Commedia o Dante 
e Peresia, con documenti e con la ristampa delle Questioni 
dantesche. Bologna, Zanichelli. 8°. IV, 93 8. L. 2. Bi- 
blioteca storico-critica della letteratura dantesca, diretta da 
G. L. Passerini e da P. Papa. VI. 

Torraca, Fr., Di un commento nuovo [del prof. Giac. Poletto 
alla Divina Commedia. Bologna, Zanichelli. 124 S. 8° 
L. 3. Biblioteca storico-critica della letteratura dantesca 
diretta da G. L. Passerini e da P. Papa. 7. 8. 

Usi, credenze, proverbi e racconti popolari di Isnello, raccolti 
ed ordinati dal prof. sac. Christoforo Grisanti. Palermo, 
Reber. 250 S. 16 ü . L. 3. 

Villani, Car.. La lirica italiana delle origini (Giacomo Da 
Lentini, Rinaldo D’Aquino, Pier della Vigna). Fase. 1 
PiBtoia, tip. Cino dei fratelli Bracali. 59 S. 8°. L. 1.50 
das Heft. 

Vivo. C. De, Su PAminta di T. Tasso. Saggio critico. Napoli. 
Guerrera 1899. L. 2.50. 

-,11 canto a Silvia di G. Leopardi commentato. Napoli. 

Guerrera. 1899. L. 1. 

Weiss, J. J., Molifcre. Paris, Calmann-Lfcvy. 18°. fr. 3.50. 
Windenberger, J. L., Essai sur le systfcme de politique 
Gtrangöre de J. J. Rousseau. La Röpublique conf£d6rative 
des petits Etats (thfcse). In-8°, 316 p. Paris, libr. Picard 
et fils. 

Zaccagnini, G., Notizie sulla vita di Buonaccorso da Mon- 
temagno il giovane. Pistoia. 14 S. 8°. (Aus Bollettino 
storico pistoiese. I, 2.) 

Zacchetti, Guido, Il commento del Lombardi alla Divina 
Commedia e le polemiche dantesche di lui col Dionisi. Roma, 
soc. edit. Dante Alighieri. 16°. 64 S. L. 1. 

Zingarelli, Nie., Intorno a due trovatori in Italia. Firenze 
Sansoni. 16°. VIII. 75 S. 80 cent. Biblioteca critiea 
della letter. ital. diretta da Fr. Torraca. No. 30. 

Literarische Mitteilungen, Personal¬ 
nachrichten etc. 

Mit dem Ende des Jahres 1899 blickt das Literarische 
Centralblatt, welches 1850 von Friedr. Zarncke be¬ 
gründet wurde, auf ein$ 50 jährige Thätigkeit zurück. Die 
Jubiläumsnummer (No. 1, 1900) enthält ein vollständiges Mit¬ 
arbeiterverzeichnis, sowie ein Bild Friedr. Zarnckes. 

Nach dem Vorbild von Wölfflins Archiv für latein. Lexiko¬ 
graphie wird F. Kluge in Freiburg eine Zeitschrift für 
deutsche Wortforschung im Verlag von Dr. Trübner in Strass¬ 
burg herausgeben ; das erste Heft soll im neuen Jahr zu Ostern 
ausgegeben werden. 

Albert Waag in Karlsruhe wird demnächst eine ge¬ 
meinfassliche Darstellung über die Bedeutungsentwicklung des 
heutigen deutschen Wortschatzes veröffentlichen. 

Dr. Gustav Thurau hat sich an der Universität Königs¬ 
berg für das Fach der Romanischen Philologie habilitiert. 

Antiquarische Kataloge: 8. Kende, Wien (11: 
Rom.Phil.; Volkslied). — A. Lorentz, Leipzig (112: Folklore . 
— Simmel & Co., Leipzig (188: Literatur- und Theater¬ 
geschichte, Bibliographie seit dem 16. Jahrh.). 

Für die Lamey-Preis-Stiftung stellt die Universität Strass¬ 
burg folgende Preisaufgabe: 

„Die anakreontische Poesie des 18. Jahrhunderts in 
Deutschland in ihrem Verhältnis zur französischen Ge¬ 
sellschaftspoesie“. 

Der Preis beträgt 2400 M. 

Die Arbeiten müssen vor dem 1. Januar 1901 eingeliefert 
sein. Die Verteilung des Preises findet statt am 1. Mai 1901 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 1. 


Pie Bewerbung um den Preis steht jedem offen, ohne Rücksicht 
auf Alter oder Nationalität. Die Konkurrenzarbeiten kennen 
in deutscher, französischer und lateinischer Sprache abgefasst 
sein. Die Einreichung der Konkurrenzarbeiten erfolgt an den 
Universitätssekretär. Die Konkurrenzarbeiten sind mit einem 
Motto zu versehen, der Name des Verfassers darf nicht er¬ 
sichtlich sein. Neben der Arbeit ist ein verschlossenes Kouvert 
einzureichen, welches den Namen und die Adresse des Ver¬ 


fassers enthält und mit dem Motto der Arbeit äusserlich ge¬ 
kennzeichnet ist. Die Versäumung dieser Vorschriften hat 
den Ausschluss der Arbeit von der Konkurrenz zur Folge. 
Geöffnet wird nur das Kouvert des Verfassers der gekrönten 
Schrift. Zur Zurückgabe der nicht gekrönten- oder wegen 
Formfehler von der Konkurrenz ausgeschlossenen Arbeiten ist 
die Universität nicht verpflichtet. 


NOTIZ. 

Den germanistischen Teil redigiert Otto »Giessen. Hofmaunstrasse 8), den romanistischen und englischen Teil Fritz Nenoiftim 

(Heidelberg, Haaptstrasse 73), and man bittet, die Beiträge (Recensionen, kurze Notizen, Personalnachrichten etc.) dem entsprechend gefälligst zn adressiren. 
Die Redaktion richtet an die Herren Verleger wie Verfasser die Bitte, dafür Sorge tragen zu wollen, dass alle neuen Werke germanistischen und romanistischen 
Inhalts ihr gleich nach Erscheinen entweder direct oder durch Vermittelung von O. R. Reisland in Leipzig zugesandt werden. Nur in diesem 
Fallewird die Redaction stets im 8tande sein, über neue P u b 1 i c a t i o n e n eine Besprechung oder kürzere Bemerkung 
ln der Bibliographie) zu bringen. An O. R. Reisland sind auch die Anfragen über Honorar und Sonderabzüge zu richten. 


11 Preis für dreigespaltene 1 
, Petitzeile 25 Pfennige. || 

— - --= as 


Literarische Anzeigen. 


Beilagegebühren nach tj 

Umfang M. 12, 15 u. 18. ' 

- — - K? 

- C*K) 


Verlag von O, K. Reisla nd in Leipzig. 

Die 


Philosophie der Geschichte 

als 

Sociologie 

von 

Dr. Paul Barth, 

Privatdozent an der Universität Leipzig. 

I. Band. 1897. 25 Bogen, gr. 8°. M. 8.—. 

Dem Verfasser ist Philosophie der Geschichte gleichbedeutend mit Wissenschaft der Geschichte, und diese wiederum, 
da nur sociale Erscheinungen wahrhaft geschichtliche sind, nicht verschieden von konkreter Sociologie. Alle sociologischen 
Systeme, meist im Auslande entstanden, sind zugleich geschichtsphilosophische Versuche. Er giebt davon, mit Saint-Simon 
und Comte beginnend, eine kritische Uebersicht, die bisher fehlte, desgleichen eine kritische Zusammenstellung der noch wirk¬ 
samen einseitigen Geschichtsauffassungen, der ethnologischen, ideologischen, der ökonomischen, des Marxismus und anderer 
Richtungen und schliesst mit einer vorläufigen Skizze seiner eigenen Ansicht, die auch in der Kritik schon überall hervortritt. 
Für Philosophen, Geschichtsforscher und Geschichtslehrer, Nationalökonomen, Juristen, praktische und theoretische Politiker 
dürfte dieses Werk von mannigfachem Interesse sein. 


Urteil der Kritik: 

Das Literar. Centralblatt sagt u. a.: Dr. Barths Werk darf als eine durchaus tüchtige Leistung begrüsst werden, 

es ist ebenso schätzbar wegen des Reichtums seines Stoffes als wegen seiner energischen Gedankenarbeit.Doch solche 

Fragen und Zweifel treffen nicht den ersten Band, der vornehmlich eine kritische Uebersicht der neueren sociologischen und 
geschichtsphilosophischen Systeme bringt. Eine solche Uebersicht ist ein sehr nützliches und keineswegs leichtes Unternehmen, 
und die hier gebotene Lösung der Aufgabe verdient alle Anerkennung. Wir erhalten nicht nur eine klare und übersichtliche 
Darstellung der einzelnen Systeme, sondern auch eine eingehende Kritik, welche sowohl die Schranken, als den positiven Wert 
der Leistungen deutlich zu bezeichnen sucht und durchgängig eine selbständige Behandlung der Probleme aufnimmt. Auch verdient 
ausdrücklich bemerkt zu werden, dass der Verfasser der Geschichte der Begriffe und Termini eine besondere Sorgfalt zuwendet. 

Verfolgen wir den Gang der Untersuchung etwas näher, so findet sich zuerst eine Erörterung der sociologischen 
Systeme, die nach einer Einleitung über die Entstehung der Sociologie sich eingehend mit Comte beschäftigt, unter den Be¬ 
griff der klassificierenden Sociologie die Theorien von Littrö, de Roberty, de Greef, Lacombe znsammenfasst, in eindringender 
Untersuchung die biologische Socioiogie vornehmlich Spencers, dann aber auch Lilienfelds, Schäffles, FouilRes und Worms’ be¬ 
handelt und endlich mit dem Begriff der „dualistischen“ Sociologie die Lehren von Ward, Mackenzie, Hauriou, Giddings zu 
umspannen sucht. Der zweite Abschnitt der Kritik beschäftigt sich mit den Geschichtsauffassungen, welche vom Standpunkt 
einer das gesamte gesellschaftliche Leben umschliessenden Philosophie der Geschichte als einseitig erscheinen müssen. Der 
Verfasser unterscheidet dabei eine individualistische, änthropogeograpbische, ethnologische, kulturgeschichtliche, politische, 
ideologische, ökonomische Geschichtsauffassung. Die Darstellung und Kritik dieser letzten bildet einen Glanzpunkt 
des ganzen Werkes. Der dritte und letzte Abschnitt enthält als erstes Kapitel eine Erörterung von Diltheys Ablehnung 
einer Philosophie der Geschichte, als zweites eine Skizze der eigenen Ansicht des Verfassers, die aber zu knapp und zu sehr 
bloss deskriptiv gehalten ist, um die specifische Ausprägung seiner Theorie genügend erkennen zu lassen. — Die in dem 
Ganzen der Untersuchung behandelten Probleme hängen einerseits mit letzten philosophischen Ueberzeugungen, andererseits 
mit brennenden Fragen der Gegenwart viel zu eng zusammen, als dass eine durchgängige Zustimmung zu erwarten wäre; 
je nach der Stellung der Einzelnen wird das Buch eine verschiedene Aufnahme und gewiss auch manchen Widerspruch finden. 
Aber der Wert des Ganzen wird dadurch nicht im mindesten angetastet, jeder Forscher auf den Gebieten der Philo¬ 
sophie der Geschichte und der Sociologie wird sich mit ihm ernstlich beschäftigen und auseinandersetzen 

müssen, jeder Freund dieser Probleme kann aus ihm gewinnen.Doch verweilen wir nicht länger bei diesen 

Einzelheiten, sondern geben zum Schluss unserer aufrichtigen Anerkennung einer in hohem Grade tüchtigen und schätzbaren 
Leistung einen vollen Ausdruck. 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Phil 


_ öi. Gottn’fdic gurf)l)fl wbtuwfl 9 l ndifol fltr (g. m. b. !j\ in etuttfl ort. 

6ocbencrfd)iencn! 

^pidmannalmd). 

Jlooellen in Dcrlm ans dem jaiöfffcn und dceijcfinfm Jnfirfnnufpif 

übertragen Don 

^ifßefnt <&er^. 

Zweite rcrbcffortc uttb rermcbrte 2lufl«\te. 

Sgret* geheftet 9JL 6.50. 3» ©albfrang gebuitben 8.50. 

SBilfielm fterfc, ber ©elebrtc unb Siebter, ber erft fürglich in feiner Uebertragung 
befc „^argioaP beit alten SNufim erneuert bat, ber beftc Vermittler unferer 
mtttelbeutfcben Eitteratur git fein, bat ftd) entfdiloffcu, ba$ oor 3abren Don ibnt 
berauSgegcbcite ,,9pielnionii*biid)" neu gn bearbeiten. Xa8 Vucb enthält eine 
Sammlung Don aufcerleiencn groben altfrantöfifcber ©rgäblcrfnuft, tuie fie etroa ein 
normannifeber §offpielmann be« 13. 3abrbunberis bet ftef) führen mochte, um feine £ö:cr 
gu ergeben. Xie gereimten 92oDe(Ieu unb Sdttoänfe jener 3<-'d ertlinaen in ber öerfc’fcben 
Uebertraguna* bie, bei möglidifter Xreuc be« XejteS, bem (9 e i ft bc$ Original* fo 
nabe al* möglich gu fontmett fuebt, rote für unfer heutige* Ohr gefebaffen. 

3u ßejiefjcn öurrij öit m*if!en Bud^anölungsn. 


Aufsehen erregt 

folgende soeben in unserem Verlage erschienene Schrift: 

Hinter der Mauer. 

Beitrage zur Sehulreform 

mit besonderer Berücksichtigung des Gymnasialunterrichts. 

Bin Buch für Verzieher und Verbildete. 

gr. 8°. 6 Bügen. M. 1.50., 

Ein Buch, keineswegs nur für Erzieher (oder „Vorzieher“) von Fach, sondern für alle Gebildeten 
(oder „Verbildeten“» bestimmt, fesselt es jeden Leser — uud jede Leserin — von Anfang bis zu Ende. 


Marburg. 


N. ß. Elwert’sche Verlagsbuchhandlung. 


Ver la# von O. R. Keisland in Leipxi#. 

Soeben erschien der längst erwartete III. Band der 


dar 


Wilhelm Meyer-Lübke, 

o. Professor der Romanischen Sprachen an der Universität Wien, 

die Syntax enthaltend. 

52 Bogen. Gr. 8°. brosch. M. 24.—. 

Der Inhalt der vorhergehenden Bände ist folgender: 

Erster Band: Lautlehre. 181)0. 36‘/ 2 Bogen. Lex.-Oktav. Preis M. 16.—. 
Zweiter Band: Formenlehre. 1804. 43 l 4 Bogen. Lex.-Oktav. Preis M. 19.- 

Ein ausführliches Wort« und Sachregister zu allca drei Bauden soll in diesem Jahre folgen. 


In unserem Verlage erschien soeben: 

Freien Mistral 

der Dichter der Provence. 

Von 

Nicolaus Weiter. 

Mit Mistral’s Bildnis. 

8°. 23 Bogen. 

Preis M. 4.—, in Leinen gebdn. M. 5.—. 

Mistral, das noch lebende Hanpt der 
neuprcvenralischen Dichterschule der Fe- 
I Über, neben Müsset und Victor Hugo wohl 
dev bedeutendste Lyriker und Epiker, den 
| Frankreich in den letzten Jahrhunderten 
hervorgebracht hat, ist auch in Deutsc'h- 
| land längst kein Unbekannter mehr. 
Namentlich haben ihn die meisterhaften 
Verdeutschungen seiner lieblichen Min'io 
i uni seiner romantischen Xcrto durch A. 
Bert.ueh dem deutschen Publikum nahe 
gebracht. Allein es fehlte noch an einer 
ausführlichen Darstellung von des treff¬ 
lichen Dichters Lehen und Wirken, und 
diese wird in Weiters von gründlicher 
Sachkenntnis getragenem und gewandt 
geschriebenem Werke gebracht. 

Marburg/ . N. G. Elwert’sche 

£■' Verlagsbuchhandlung. 


Verla g von 0. Ri Kei sland in Leipzig. 


Soeben erschien: 


Ueber 


Karl Gustav Andresen. 

Sechste 

verbesserte und vermehrte Auflage 
besorgt von 

Dr. Hugo Andresen, 

Professor an der Akademie zu Münster. 
31 Bogen. M. 6.40, geb. M. 7.20. 
Früher erschien: 

Konkurrenzen 

in der Erklärung der 

deutschen Geschlechtsnamen. 

Von 

Karl Gustaf Andresen. 

1883. V, 111 S. M. 3.—. 


Hierzu eine Beilage der Verlagsbuchhandlung von Eduard Avenarius in Leipzig. 

Verantwortlicher Redacteur Prof. Dr. Fritz Neu mann in Heidelberg. — Druck v. G. Otto’s Hof-Buchdruckerei in Darmstadt. 

Ausgregreben am 20. Januar 1900. 


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LITERATURBLATT 

FÜR 

GERMANISCHE und ROMANISCHE PHILOLOGIE. 


HERAUSGEGEBEN VON 


D R OTTO BEHAGHEL 

o. 5. Professor der germanischen Philologie 
an der Universität Gieqsen. 


UND 


D R FRITZ NEUMANN 


o. 6. Professor der romanischen Philologie 
an der Universität Heidelberg. 


Erscheint monatlich. 


VERLAG VON 

O. R. REISLAND, LEIPZIG. 


XXI. Jahrgang. 


Nr. 2. Februar. 


Preis halbjährlich M. 5. 50. 

" ” 19007 


Steinmeyer u. Sievers, Die ahd. Glossen. IV. 
(Pipe r). 

8 c h i e p e k , Satzbaa der Egerländer Mundart 
(Behaghel). 

Ewart, Goethes Vater (Devrient). 

Steffen, Enstrofig nordisk folklyrik i jämforande 
framställing (Golther). 

— , Svenska lätar jä*nte danska och norska former, 
samlade och ordnade (Golther). 

Beo w ulf, hrsg. von A. Holder Ila. 2. Aufl. 
(Holthausen). 


Mfirkens, Untersuchungen über das ae. Exodus¬ 
lied (Holthausen). 

Trautmann, Zu Cynewulfs Runenstellen (Holt¬ 
hausen). 

— , Berichtigungen, Vermutungen und Erklärungen 
»um Beowulf (Holthausen). 

Nyrop, Grammaire historiqne de la langue frang. 
1. (H e r z o g). 

G a u e h a t, Etüde sur le Ranz des vaches fribourgeois 
(Mor f). 


Vossler, Poetische Theorien in der ital. Früh¬ 
renaissance (Wies e). 

H a n s s e n , Ueber die altspan. Präterita vom Typus 
ove pudt (Zauner). 

Lauchert, La Estoria de los Quatro Dotores de 
la Santa Eglrsia (Balg t). 

Daianu, Vocalis nasalis a romän nyelvbon 
(R u d o w). 

Bibliographie. 

| Literarische Mitteilungen. 


Steinmeyer, Elias und Sievers, Eduard, Die alt¬ 
hochdeutschen Glossen gesammelt und bearbeitet. 

Vierter Band. Alphabetisch geordnete Glossare. Adespota. 
Nachträge zu Band I—III. Handschriftenverzeichnis. Mit 
Unterstützung des k. preussischen Kultusministeriums und 
der k. preussischen Akademie der Wissenschaften. Berlin 
1898. XV und 790 S. Lex. 8°. 

Das Buch soll beurteilt werden, die Person ist gleich¬ 
gültig. Daher halte ich darauf, gleich bei Beginn der 
Besprechung der Bewunderung Ausdruck zu geben, mit 
der ich dem unermüdlichen Fleisse und der im Laufe der 
Arbeit sich steigernden Sorgfalt des Verfassers gefolgt 
bin, und ich wünsche, dass dieser Grundton auch bei den 
folgenden, weniger günstigen Bemerkungen hindurch- 
klinge. Menschenwerk ist Stückwerk, wie St. S. IX 
richtig bemerkt, und dieselben Ausstellungen, die ich 
zu den früheren Bänden machte, muss ich auch hier 
wiederholen, und zwar in verstärktem Masse, da es der 
letzte Band ist, bei dem man nicht, wie bei den früheren, 
auf eine Aenderung in dem folgenden hoffen kann. 
Meine Einwendungen bezogen sich anf die Kollationen, 
sowie auf die Anordnung der einzelnen Glossensammlungen 
und den infolge davon sich ergebenden Mangel an Ueber- 
sichtlichkeit. St. vertraut freilich, (S. VIII) dass, nach¬ 
dem er die Nummern der vier Bände dieses Werks, 
innerhalb welcher die grösseren und kleineren Glossen¬ 
komplexe zum Abdruck gelangten, gehörigen Orts über¬ 
all angegeben habe, so dass mit Hilfe der Beschreibung 
jeder Kodex samt seinem Glossenbestand rekonstruiert 
werden könne, nun die früheren Klagen über das 
Ordnungsprinzip der Sammlung, soweit sie nicht von 
der Unvernunft diktiert seien, verstummen würden. 
Nun sollte man ja, da St. nach bekanntem Schema kurz¬ 
weg den für einen Unvernünftigen erklärt, welcher noch 
etwas ein wenden möchte, davor zurückschrecken, anderer 
Meinung zu sein; aber da ich gar nicht schreckhaft ver¬ 
anlagt bin, wage ich zu behaupten, dass die Arbeit, 
welche durch die von St. berührten Zusammenstellungen 
erspart wird, gar nicht einmal die ärgerlichste beim 
Gebrauch seiner Glossenausgabe ist, sondern dass es viel 
peinlicher ist, bei sprachlichen, besonders dialektologischen 
Arbeiten mühsam sich das Material, welches im Originale 


beisammensteht, aus hundert Einzelgruppen zusammen¬ 
suchen zu müssen. Ich habe wenigstens das Buch nicht 
anders benützen können, als indem ich mir einzelne 
Partien zusammenlas und buchstäblich ausschrieb. St. 
scheint das im Grunde auch selbst zu fühlen, wenigstens 
sagt er, nach dem Bekenntnisse, dass er Abschliessenderes 
hätte leisten sollen, das Unvollkommene seiner Arbeit 
entschnldigend, auf S. IX: „Für mich stehen alle sprach¬ 
lichen Ergebnisse nur in zweiter Linie, sie gelten mir 
als Mittel, niemals als Zweck. Ich lege vornehmliches 
Gewicht auf die Geschichte deutscher Bildung und Ge¬ 
sittung. Wie die hehre Schönheit der antiken Welt 
noch in ihren dürftigen und verstümmelten Resten die 
Fähigkeit besass, verbunden mit dem Christentum neues 
Leben zu wecken, den wilden Sinn unserer Vorfahren 
zu zähmen und Barbaren in Kulturträger umzuwandeln, 
das erscheint mir als ein so bewunderungswürdiges Schau¬ 
spiel, dass dem Verständnis der Entwicklung dieses 
Prozesses zuverlässiges und gesichtetes Material zuzu- 
führen mich keine Mühe zu gross dünkt“. Man fragt 
sich erstaunt: was sollen so hohe Worte bei einer Aus¬ 
gabe der Glossen? Wer Glossen sammelt und heraus¬ 
gibt, muss es doch in erster Reihe thun um der sprach¬ 
lichen Ergebnisse willen. Durch diese kann ja erst das 
Viel oder Wenig kultureller Beobachtungen vermittelt 
werden, das daraus zu gewinnen ist. Freilich, um die 
sprachlichen Ergebnisse heraus zu destillieren, ist die 
Sammlung recht unbequem eingerichtet: aber stünde es 
denu besser mit ihrer Brauchbarkeit für kulturhistorische 
Studien? Ich bezweifle das, man mache den Versuch. 
Jedenfalls ist es ein Fehler, wenn für St. alle sprach¬ 
lichen Ergebnisse erst in zweiter Linie stehn. Er hat 
damit den Hauptzweck der Arbeit einem Nebenzwecke 
untergeordnet. Aber ich kann mir auch nur schwer 
denken, dass einer, der mit so mühsamem Fleiss, wie St., 
Glossensammlungen kopiert, ihren Quellen und Verwandt¬ 
schaften nachforscht, sie dann umstellt und in einander 
verarbeitet, Lesarten und Schreiberhände, Handschriften¬ 
inhalt und Druck feststellt und endlich das äusserst müh¬ 
same Manuscript anfertigt und die nicht weniger er¬ 
müdende Korrektur liest, dass der sich dabei stets mit 

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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 2. 


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seinen Gedanken und seiner Arbeit in einer so idealen 
Richtung bewegt, zumal da in der Arbeit selbst höchstens 
eine minimale Befriedigung solcher Bestrebungen liegt. 
Vielleicht fassen wir daher jenen Erguss besser, dem 
Zusammenhänge entsprechend, als eine Entschuldigung 
dafür, dass das Gewinnen sprachlicher Ergebnisse nicht 
genügend in dem Buche erleichtert ist. Als solche 
wollen wir ihn gelten lassen, doch hätte das kürzer, 
treffender und einfacher gesagt werden können. — Ich 
hatte beabsichtigt, bei der Besprechung dieses Bandes 
in der Weise mitzuarbeiten, dass ich, wie bei den früheren, 
wieder eine Handschriftengruppe in meiner Lesung mit 
derjenigen St.’s verglich. Ich hatte mir zu dem Zwecke 
meine Kollation der Züricher Handschriften hervorgeholt. 
Aber ich bin davon zurückgekommen, aus Gründen, die 
sich aus dem Folgenden ergeben werden. 

Ein höchst wichtiger Teil des vorliegenden Bandes 
ist das Verzeichnis der benützten Handschriften. Die 
Beschreibungen derselben sind, wie St. im Vorworte 
sagt, auf den glossographischen und germanistischen 
(nicht auf den kulturhistorischen?) Meridian visiert. 
„Weil der einheitliche Charakter einer Hs. oder ihre 
Nichteinheitlichkeit vielfach nur mittels der Lagen Ver¬ 
hältnisse sich eruieren lässt, wurden diese besonders be¬ 
achtet“. Ich finde vielmehr, dass dies nicht zur Genüge 
geschehen ist. Verhältnismässig selten sind die Hand¬ 
schriftenlagen angegeben; es scheint, dass St. diese nur 
angab, wo er sie gerade in Händen hatte, sonst aber 
wegliess. Wenn er auf S. 673 bei Beschreibung der 
Handschrift C 58'275 der Züricher Stadtbibliothek, zu 
seiner Rechtfertigung sagt, er habe auf den Kodex nur 
zehn Stunden verwenden können, so darf man diese 
Entschuldigung nicht gelten lassen. St. hätte sich eben 
die Zeit nehmen müssen. Die Züricher Stadtbibliothek 
ist äusserst entgegenkommend in der Darleihung ihrer 
Schätze, und ich habe die genannte Hs. nicht nur in 
aller Müsse an Ort und Stelle, sondern auch noch vor 
einigen Jahren auf der Hamburger Stadtbibliothek be¬ 
nützen dürfen. Folgendes sei über ihre Lagen und ihren 
Inhalt erwähnt: 1) S. 1 —16 (unten auf S. 1 steht V), 

2) S. 17—32 (unten auf 17 steht VI), 3) S. 33—44 

ein Quaternio, dessen zwei erste Blätter ausgeschnitten 
sind. 4) S. 45 — 56 ein Quaternio, von dem Bl. 5 

und 6 ausgeschnitten sind. Auf S. 45 unten steht VIII. 

5) S. 57 — 72 ein Quaternio, unten auf S. 57 steht VIIII. 

6) 8. 73 —84 ein Quaternio, dessen letzte zwei Blätter 

ausgeschnitten sind. Unten auf S. 73 steht X. 7) 
S. 85 - 92 ein Quaternio, von dem Bl. 1, 2, 3 und 8 
ausgeschnitten sind. 8) S. 93 108. Unten auf S. 93 

steht XII. 9) S. 109 -124; unten auf S. 109 steht 
XIII. 10) S. 125 136 ein Quaternio, von dem Bl. 2 

und 3 ausgeschnitten sind. Unten auf S. 125 steht 
XIIII. II) S. 137—148 ein Quaternio, dessen 3. und 

4. Blatt fehlen. Unten auf S. 137 stellt XV. 12) 
8. 149 -164 (unten auf S. 149 steht XVI. 13) 

5. 165—168 (unten auf 8. 165 steht XVII). 14) S. 181 — 

196 (XVIII auf 8. 181). 15) 8. 197 -208 ein Quat., 

von dem Bl. 7 und 8 ausgeschnitten sind (XVIIII unten 
auf S. 197). 16) S. 209—220 ein Quat., von dem Bl. 

1 und 2 fehlen. 17) 8. 221—236 (XXI uuten auf 
S. 221). 18) S. 237—252 (XXII unten auf S. 237). 

19) 8. 253 -268 (XXIII unten auf 8. 253). 20) S. 269 

— 284 (XXIIII unten auf S. 269). 21) 8. 285 300 

(XXV unten auf S. 285). 22) S. 301 -316 (XXVI unten 
auf 8.301). 23) 8.317-332 (XXVII unten auf 8. 317). 


24) S. 333—344 ein Quat., das 4. und 5. Bl. fehlen 
(XXVIII unten auf S. 333). 25) S. 345- 360 (XXVIIII 
unten auf S. 345). 26) S. 361—370 ein Quat., von 

dem das 6., 7., und 8. Bl. fehlen (XXX unten auf S. 361). 
Von dem reichen Inhalte füge ich, St. ergänzend und 
berichtigend, Folgendes hinzu, allerdings auf keinerlei 
Meridian visiert: 


S. 1 a, Z. 1. Uos qui diligitis bona que retinere 
nequitis. S. 1 b, Mitte. Qvi uult scire minas tempesta- 
tesque marinas. S. 2 a. Quidam mente bona facta sibi 
rite corona. S. 2 b, Z. 2 28. Audi faex iuuenum cuius 

sunt uerba (J. Werner, Neues Archiv XV, 2, S. 397); 
unten auf der Spalte: De puero quodam componit oracius 
odam. S. 3 a, drittletzte Zeile. Obiurgatio amatoris 
puerorum. Sorditus et fedus nimis est et fetet ut hedus 
(bis S. 4 a, Z. 20; vgl. Werner a. a. 0. S. 397). 
S. 4 a, Z. 22. Pergama flere uolo. Auf S. 4 a stehn 
auch die Glossen. S. 5 a, Z. 20—5 b, Z. 16. Contra 
Romanorum auariciam. Vae tibi Roma vorax absorbens 
cuncta Charybdis (Werner a. a. 0. S. 408); S. 5 b, Z. 17. 
De iudeo in latrinam lapso. Z. 24—S. 6 a. Mos est 
Romanis in causis cottidianis (Werner a. a. 0. S. 409). 
S. 6 a. Versus de Roma meliores quam sit aroma (Anthol. 
lat. III, 5), S. 6 b. Si cunctas urbes numeremus ab 
alpibns infra. S. 7 a. Vrbs pictauis, weiter unten: 
Quid tibi mors faciam que nulli parcere nosti? (Anthol. 
lat. IV, 20). S. 7 b, Z. 1. Vilior est humana caro quam 
pellis ouina. Z. 5. Epitaphium Hectoris. Z. 26. Epitaphium 
Achillis (Anthol. Burm. I, 98). S. 8 a, Z. 1. Orta 
fluunt (Epitaphium), Z. 15. Plangis horno migrare domo 
(Epitaphium), Z. 27. Quisquis ades qui morte cades 
(Epitaphium), Z. 35. Spc infernum polluit astra solum 
(Epitaph.). S. 8 b, Z. 3. Qvinque sacrq claues dicuntur 
stare sophie, Z. 25. Qvid carnis cultus sit monstrat hicce 
sepultus. S. 9 a, Z. 1—9 b, Z. 7. Omine felici te Musa 
salutat amici (Werner a. a. 0. S. 399). S. 9 b, Z. 8— 
10 a, Z. 9. Dulcis amica mea speciosior es Galathea 
(Werner S. 401). S. 10 a, Z. 9. Epitaphium petri 
baiolardi a semet compositum, Z. 25. Epitaphium epT 
cathal. S. 10 b, Z. 7. Cantande sextq plures ex fratribus 
assunt, Z. 20. Promeruit magnas, Z. 29. Non placet a 
dextris chorus hic qui continet hedos. S. 11a, Z. 13. 
In facie uenerem gestans in mente dianam, Z. 28. Viuere 
non possum sine te neque uivere tecum (Werner S. 401). 
S. 11 b, Z. 24—12 a, Z. 26. Ueber die Weiber (Anz. 
f. K. d. d. Vorz. 1878. XX, S. 257). S. 12 a, Z. 27. 
Accipe die plebi deus hic tibi mandat obedi. S. 13 a, 
Z. 22. Non minus eneruat animos aut dirimit aurum 
(über den nummus; vgl. Novati, Carmina medii aevi, 
p. 39—41). S. 13 b. Ecce patet cuique quod nummus 
regnat vbique. 8. 14 a, Z. 9. Septem modis peccata 
delentur, Z. 18. De Jacobo fratre domini, Z. 30. De 
sancta Maria perpetua uirgine. S. 14 b, Z. 15. Die 
Wochentage. 8. 15 a. Die Schöpfungstage. S. 15 a. 
Die plagae Egypti, 8. 15 b, Z. 7. Epitaphium lugdunensis 
hunberti, Z. 16. Epitaphium utriusque Marcelli. S. 16 a, 
Z. 3. Epitaphium cuiusdam puelle, Z. 14. De comite 
Theobaldo, Z. 31. Epithaphium Sviggeri abbatis sancti 
dionisii. 8. 16 b, Z. 14. Versus sancti Augustini de 
circulo paschali. S. 17 a, Z. 1. Floruit ars loice placuitque 
galone docente, Z. 21. Sillogismorum quicuraque cathe» 
goricorum. 8. 17 b, Z. 11. Magnus aristoteles scrutinando 
cacumina rerum. S. 18 a, Z. 24. Prosodie in Versen. 
S. 21 a, Z. 1. Incipiunt diuersarum prouerbia rerum 


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(Piper, Aeiteste Literatur). S. 21 b, Z. 23. Formq casuales i 
nominum. S. 22 a, Z. 25. De pasclia ubi contingat, i 
Z. 30. De prima littera vbi mensis incipit. Z. 34. De I 
adventu domini ubi contingat. S. 22 b, Z. 3. De tiibus 
missis in natale domini. S. 22 b, Z. 10—S. 23 a, Z. 20. 
Ad fugitiuum. Orania vilescnnt artusque dolore liquescunt. 
(Werner S. 402); S. 23 a, Z. 21—23 b, Z. 7. Conpar 
nulla tibi me teste nalet reperiri (Werner S. 403). S. 23 b, ' 
Z. 8—24. Auertat poenas deus et tibi donet amoenas 
(Werner S. 404). S. 23 b, Z. 25—Schluss. Si cuiquam • 
capto vel taetro carcere clauso (Werner S. 401). S. 24 a, 
Z. 1 —18. Omnia postpono, te pectore diligo toto (Werner 
S. 401). S. 24 a, Z. 19 ff. Carmina misisti quod amat j 
me Musa dedisti (Werner S. 405). S. 25 a. Klassische | 
Hexameter, z. B. Oderunt peccare boni uirtutis amore. | 
S. 26 b, Z. 8. Si uis de prosperitate tua aliquid signilicare, 
ta!ia uerba pone et his similia. S. 28 a, Z. 11. De laude, 
Z. 25. Primo omnium querendüm est homini que sit uera 
scientia. S. 28 b. Avgvstinvs. S. 29 a, Z. 9. Olim 
diues eras nunc es de diuite pauper. S. 29 b, Z. 13. 
llia sub nigra iacet ilice dantque soporem, Z. 19. Versus 
de geminis languescentibus. Roma duos habuit res est 
non fabula uana (Werner S. 406). S. 30 b, Z. 27. 
Phylosophia dole sed tu dyaletica soli.» S. 31b, Z. 3. 
Psalle cicada und Verschiedenes. S. 33 a. Z. 15. Nisi 
fallor pragmaticus Hoc theraatis rethoricus. S. 34 a, Z. 1. 
Oris tui premia fauci nostrq quam dulcia amarieant dulce- 
dinem. S. 34 b, Z. 20. Pape patris phtersicore sum dies 
S. 35 b, Z. 7. Qualis sopor sub arbore florulento. S. 36 a, 
Z. 27. Septenis liberalibus. S. 37 a, Z. 13. Qvo queso 
comparamine. S. 37 b, Z. 33. Omnis in quo saluificq 
thesaurus est scientiq. S. 38 b, Z. 19. Quomodo quis 
leuissimum. S. 39 b, Z. 8. Jam nunc uisu sillabicus 
Noster exposcit rithmulus. S 42 a, Z. 1. Forma honeste 
uitq. Moralium dogma philosophorum per niulta uolumina 
dispersum (geht bis 62$, Z. 16). S. 42.b, Z. 25. Honestvm 
est quod sua ui trahit (descriptio honesti). ln Fragen und 
Antworten wird dann erklärt, quid sit potentia, docilitas, 
iustitia u. s. w. S. 48 a, diuisio beneficentiq. S. 51b. 
fortitudo. S. 54 a. Verecundiä. S. 55 a. Moderautia. 
S. 56 b, 20. De seruis et eorum dominis. S. 62 a, Z. 16. 
Explicit de honesta uita. Dann folgt nach dem von St. 
erwähnten Stück die Passio S. Agnetis virginis. Agnes 
sacra sui calamum scriptoris inauret Linguam nectareo 
conpluat imbre meam Vt laus agnetis cunctis eluceat. 
eius Texere martirium litera nostra parat. 8. 67 a, Z. 30. 
De Svsanna uxore Joachim. Dann folgt: Quis turbo 
turba turbatur? quis sonus urbem? S. 69 a. Estus erat 
calor instabat sol flammeus undas. S. 70 a. Vtilibus 
monitis prudens accommodet aurem. S. 70 b. Turbat 
hiemps florem noxlucera larua decorem. S. 72 a. Canonicum 
qui canonice me canonicastis Canouicum non canonice de- 
canonicastis., dann de cathegoricis syllogismis. 8. 72 b, 
Z. 30. Hic dabitur gote wez cunctis ueuientibus aschez. 
S. 73 a. Ade peccatnm que conveniens aboleret. In der 
Mitte: Tollimus e medio satis urgentibus omues. S. 73 b. 
Offerimus tibi christe duas sed propter eosdem. In der 
Mitte: Celum terra chaos distinctio trina locorum. S. 74 a, 
Z. 15. De ornamentis verborum (Marbodii poema; vergl. 
Burm. ad anthol. lat. I, 105). Die einzelnen Formen 
werden dann behandelt, unten zunächst Repeticio, dann 
auf S. 74 b und weiter Conuersio, Complexio, Traductio, 
Contentio, Exclamatio, Ratiocinatio etc. S. 76 b. Hec 
tibi de multis ne plura forent honerosi Rhetoricae flores. 
Diese gehn bis S. 77 a, Z. 9. Dort steht: Expliciunt 


rethoricae flores. Dann folgt: Quod non sit mors corporis 
metuenda. S. 77 b. Ad monachum detractorem quod 
nullus sit desperandus dum uiuit. S. 78 a, Z. 18. Commen- 
datio virginitatis et castitatis. S. 78 b, Z. 6. Ad uir- 
ginem deuotam, Z. 25. Oratio pro animabus defunctis. 
S. 79 a, Z. 14. Consolatio lugentium. S. 79 b, Z. 8. 
Item consolatio lugentium, Z. 21. Descriptio verne 
pulcritudinis. S. 80 a, Z. 7. Dissua6io uenerii amoris. 
S. 80 b, Z. 14. Penitudo lasciui amoris, Z. 23. Dissuasio 
concubitus. S. 81 a, Z. 13—81 b zu Ende: Dissuasio 
intempestiui amoris sub assumpta parabola. Mens mea 
tristatur, viitus mea debilitatur. (Werner a. a. 0. S. 398). 
S. 82 a, Z. 1. De bubone qui sit nuncius mortis. S. 82 b, 
Z. 5. De odone. S. 83 a, Z. 15. Epitaphium Hectoris. 
S. 83 a, Z. 26. Porticus est rome. S. 83 b, Z. 5. 
Olim diues eras, Z. 18. Occubuit fixi iaculi mucrone 
sagitta (Anthol. lat. II, 259). SI 89 a, 1. Versus episcopi 
centionis (Hildeberti) 8. 85 a—87 b. Aemilius Macer. 
S. 85 b, Z. 4. De Ruta. S. 86 a, Z. 33. De apio. 

S. 86 b, Z. 31. De saluia. S. 87 a, Z. 10. De porro 

S. 87 a, Z. 15. De feniculo. S. 87 b. Die Glossen 
(s. St.) S. 88 a—93 b. Liber de naturali facultate (vgl. 
Graff. Diut. II 269 ff., 273 ff., Haupt, A. III, 41, Pfeiffer, 
Abh. d. Wiener Ak., Piper, P. XIII, 466 ff.) S. 94 a, 
Z. 32—S. 102 b, Z. 12. Glossen De arboribus etc. 

(s. St.). Auf S. 94 a steht noch: Uitibus ista conueniunt. 

oblaqueatio. putatio. propagatio. fossio. (S. 102 b —127 a, 
s. St.; 126 b, Z. 7. Ordo ivdicialis secundum Tullium). 
S. 127 b, Z. 1. Dicitur argento tenuiue exstare celindrus, 
Z. 22. Nunc aliud partum ingenio trademus eodem. 
S. 128 a, Z. 33—S. 144 b. Incipit periegesis Prisciani 
Grätici. (Es werden darin der Reihe nach die einzelnen 
Länder Asia, affrica, libia, Europa, roma, Greci, de insulis, 
populi, asia minor u. s. w. behandelt.) Bis S. 145 a s. St. 
S. 145. Excerpte aus Persius. S. 146 a, Z. 10. Versus 
de despectu Sapientis. S. 146 a, Z. 24: Sver an dem 
mqntage dar gat. da er | din fvz lat. deme iz alle die 
wocun | dezst ungemacher. Tif furt trvbe. un | schone 
vviphurre. sweme dar wirt | zegach. den geruit iz sa. 
Der zi chilcun | gat. vn ane rve da stat. der wirt zeme 
| ivngistime tage ane watin rescagin. | Sver da wirt 
virteilt. der tet unirleit. ! (Denkm. No. XLIX, 1—3). 
S. 148 a, Z. 26. Epitaphium super adam. S. 149 a, Z. 7. 
Genealogia sanctq dei genitricis Maiiq. Nupserat anna 
uiris tribus his si nosse requiris. S. 149 b, Z. 24 ein 
Computus. S. 150 a bis 153 a 8. St., dazu auch S. 150 b 
Simbolum und Credo. S. 152 ff. Geistliche Vorschriften. 
Im Folgenden gebe ich nur Ergänzungen zu St.’s An¬ 
gaben: S. 228 b. Hostia per gentiles dicebatur id quod 
offerebant congressuri cum hostibus. Daun folgen noch 
Worterklärungen und lateinische Predigten. S. 257 b. 
Qvoniam ergo fides est euidentius signum inter omnes 
uirtutes. Dann: Fides autem dicitur duobus modis quoniam 
creditur. S. 278 b— 279 b. Pater noster, dann De Penitentia. 
S. 282 b, Z. 26. Gradvs etatis sex sunt. S. 283 a, Z. 2. 
De quatuor regnis. S. 284 a, Z. 18. Dies egipciaci 
duodecim mensium cum horis. — 286 b ff. Verse über 
das Vorige. — S. 287 a, Regeln über die Verse. Auf 
S. 288 a unten steht das Rätsel: 

LVX. 

Fklka sxm splks. et sxm cxm splf crf | ^ ^ 

Sxm dfckfs qxknqxf. sxm qxknqxf dfcfmque xpc f 
Soluere qui poterit soluat, et eius erit. 

S. 293 b, Z. 12. Qvi sitit ad fontem ueniat potumque 
salubrem Hauriat. S. 294 b. Rosq uodum reserat ueii 


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solis radius. S. 294 a. Orbis factor rex eterne. S. 295 a. 
Austro terris influente surgens cedit aquilo flatu sacro 
succedente pulso mentis nnbilo. feruet etc. S. 295 b, 
Z. 24. Missus gabriel de celis. uerbi baiulus fidelis. 
S. 296 a, Z. 8. Exulatur a celesti domo caius odor fragrat 
cynamomio. Inmortalis fit mortalis homo manducato noxiali 
pomo. S. 296 b, Z. 1—S. 297 a, Z. 2. Captiuata largitas 
longe relegatur, und: Hospita in gallia nunc me uocant 
studia. S. 297 a. Mane prima sabbati surgens dei filius. 
S. 297 b. Post partum in partu et ante mater uiri nescia. 
S. 298 a. Nach Dicitur ops etc. folgt ein Carmen de 
aequivocis und ein Carmen de figuris, Worterklärungen 
in Versen. S. 305 — 7 s. St. S. 306 a Mitte—8. 307 a, 
Z. 6. Estuans intrinsecus (A. V, 293 ff.) S. 316 a. 
Angelicum carmen grece. Credo in deum grece. Agnus 
dei grece. — — S. 360 a. Sapientia edificauit sibi 
domum excidit columpnas VII. — S. 366 a, Z. 16. Dvm 
8ub mundi uespere dies inclinatur. S. 366 b, Z. 22. 
Bethleem u. s. w. S. 367 a, Z. 9. Ego quondam filius 
multi specialis (A. V, 293 ff.). S. 367 a unten steht: 
Salue mater mater patris soror sponsi sponsa fratris 
regis regum regia. S. 367 b, Z. 12. De Pilatho. Si ueluti 
quondam scriptor uel scripta placerenl In noua dicendo 
multi uelut ante studerent. 

Ich bin übrigens St. dankbar, dass er sich die Mühe 
gegeben hat, die irrige Bezeichnung des Codex in P. 
anzugeben; sonst wäre diese vielleicht unbemerkt ge¬ 
blieben oder ohne weiteres korrigiert worden. 

Endlich sehe ich mich leider genötigt, noch ein 
Wort in eigner Sache hinzuzufügen. St.’s Art zu citieren j 
oder nicht zu citieren, ist mir aus den Denkmälern, seine ; 
Voreingenommenheit gegen die luculentesten Thatsachen 
(als welche ich z. B. die Gleichung O i — P t und 0 2 = P 2 
betrachte) aus seiner Recension meiner letzten Otfridschrift 
zur Genüge bekannt. Ich habe mir Sammlungen darüber 
angelegt, habe aber vorläufig keine Zeit und Lust, die 
Sache weiter zu verfolgen. Da ich nun nolens volens 
heut in der Lage bin, sein Buch zu besprechen, so muss 
ich doch auch darüber ein Wort sagen, wenn ich nicht 
den Anschein erwecken will, dass St.’s Bemerkungen 
berechtigt sind. Als ich meine Züricher Handschriften¬ 
vergleichungen vornahm, um sie mit denen des vorliegenden 
Bandes zu vergleichen, fiel mir auf S. 669 von St.’s j 
Buche zum Cod. 143 der Kantonalbibliothek die Notiz : 
ins Auge: „Erste Nachricht über die Gll. bei Piper, 
Sprache und Literatur Deutschlands I (1880), 55, wahr¬ 
scheinlich nach A. Holders Mitteilung“. Wie kommt St. 
zu dieser Aeusserung? Hätte er das „wahrscheinlich“ 
fortgelassen, so wäre die Sache als Irrtum zu erklären 
gewesen; hätte er „möglicherweise“ statt wahrscheinlich 
gesagt, so hätte er sich auf das, was ich in dem betr. 
Buche S. 38 über Holder gesagt habe, berufen können, 
doch wäre die Bemerkung immerhin auffällig und un¬ 
freundlich gewesen. In der Fassung aber, wie sie jetzt 
dasteht, verfolgt sie den Zweck, auf Grund nicht fest¬ 
gestellter Dinge einen Eindruck beim Leser her vor zu rufen, 
der mir nicht günstig ist. Die Beurteilung dieses Ver¬ 
fahrens überlasse ich Herrn Prof. St. selber. Ich habe 
nur zu erklären, dass ich Holder viel mehr und Wich¬ 
tigeres, als das, verdanke; die Nachricht über diesen 
Codex aber stammt nicht von ihm, sondern ich weiss 
davon durch meine eignen Arbeiten an Ort und Stelle. 
Vielleicht zeige ich Herrn St. nächstens, dass ich noch 
manches Andre über Handschriften weiss, wovon er nichts 
erfahren hat. Holder weiss übrigens, dass es mir jedes- 


| mal eine besondere Freude und Genugthuung ist (ganz 
! abgesehen davon, dass es einfach Pflicht ist), wenn ich 
seinen Namen als den eines Beisteuernden in meinen 
Büchern erwähnen darf. Erstaunt bin ich nur, dass es 
Leute giebt, welche die gewissenhafteste Angabe der 
Quelle in solchem Falle nicht als selbstverständlich ansehn. 
Altona. P. Piper. 


Beiträge zur Kenntnis Deutsch - Böhmischer Mundarten 

im Aufträge des Vereines für Geschichte der Deutschen in 
Böhmen herausgegeben von Hans L am bei. I. Der Satzbau 
der Egerländer Mundart von Josef Schiepek. Erster Teil. 
Prag 1899. Verlag des Vereins für Geschichte der Deutschen 
in Böhmen. XIII, 206 S. 8°. 

Ein höchst erfreuliches Unternehmen beginnt in 
höchst erfreulicher Weise. Schiepek, ein Schüler Heinzeis, 
hat, ausgehend von der Mundart seines Heimatsortes 
Plan, ein ganz überraschend reiches Material zur Syntax 
der Egerländer Mundart zusamraengetragen und hat da¬ 
bei die grösste Umsicht und Sorgfalt bewiesen. Als be¬ 
sonders lehrreich und eigenartig seien die Beobachtungen 
über das Tempo der Rede und die musikalische Betonung 
hervorgehoben, z. B. die Wahrnehmung, dass das Tempo 
der Rede durch die objektive Schnelligkeit des in ihr 
dargestellten Geschehnisses beeinflusst wird ] . Auch hat 
der Verf., was sehr dankenswert ist. aus andern Ge¬ 
bieten Erscheinungen zur Vergleichung herangezogen; 
leider ergibt sich aus diesen Zusammenstellungen, wie 
wenig wir thatsächlich noch wissen von der Syntax der 
Mundarten; insbesondere ist Niederdeutschland noch ein 
ganz unbekanntes Gebiet. 

Die Auffassung der Erscheinungen verdient alles 
Lob. Wenn Sch. nicht selten davon spricht, dass eine 
Erscheinung x statt einer Erscheinung y stehe, sie ver¬ 
trete, so könnte der Unkundige zu der Annahme verleitet 
werden, dass x das Spätere, y das Frühere sei; es liegt 
aber hier nicht falsche Beurteilung, sondern eine un¬ 
geschickte Ausdrucksweise des Verfassers vor. 

Ueber die Umgrenzung des Stoffs wird man gelegent¬ 
lich mit dem Verfasser rechten können. Dass die Zeit¬ 
wörter sein , sagen , denken , thun zur Anwendung 
kommen, wo die Schriftsprache über eine ganze grosse 
Reihe von Zeitwörtern (§ 169) verfügt, dient zur Kenn¬ 
zeichnung des Wortschatzes, hat aber mit der Syntax 
kaum etwas zu thun. 

In der Darstellung und Anordnung des Stoffes ist 
Sch. etwas altmodisch; es herrscht die alte Vermischung 
i der Gesichtspunkte: bald wird die Form, bald die Be¬ 
deutung zur Grundlage der Gruppierung gemacht. So 
wird unter „Gebrauch des Präteritums“ auch von dem 
blossen Participium Präteriti gehandelt, das unter Um¬ 
ständen in der lebhaften Erzählung verwandt wird 
(S. 156), beim Futurum eine Redensart angeführt wie: 
jetzt heisst es nach dem Vieh sehen } die zur Noth mit 
einer futurischen Wendung gleichgesetzt werden kann. 
Ein solches Verfahren hätte allenfalls seine Berechtigung 
bei einer rein geschichtlichen Darstellung, wenn es sich 
darum handelte, den Ersatz älterer Formen durch die 
jüngere Zeit zu verfolgen. Aber in einer beschreibenden 
Darstellung ist es unwissenschaftlich; Abschnitte über 
Passiv und Medium dürfte es hier nicht geben. Was 
haben ferner die verschiedenen Formen der indirekten 


1 Damit hängt die längst wohlbekannte Thatsache zu¬ 
sammen, dass der dichterische Rythmus durch den Inhalt des 
Dargestellten bestimmt wird. 


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1900. Literatarblatt für germanische nnd romanische Philologie. Nr. 


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Rede mit den Modi zu thun? Die Erörterungen S. 184 ff. 
gehören grossenteils in die Lehre vom Satz. 

Dagegen ist es eine interessante Neuerung, dass 
die Lehre vom Satz an die Spitze der ganzen Erörterung 
gestellt ist, der der Abschnitt über die Wortklassen 
dann nachfolgt. 

In der Erklärung der syntaktischen Erscheinungen 
bleibt noch immer viel zu thun. Ich greife einige Punkte 
heraus, wo mir Sch. nicht das Richtige getroffen zu 
haben scheint. S. 10 wird erörtert, dass im voran¬ 
gestellten Nebensatz ansteigende Betonung die Regel 
ist. Es heisst jedoch: wenn ich aber nicht mag! so 
betont wie lass mich in Ruhe! Dazu meint Sch., der 
elliptische Nebensatz habe die absteigende Melodie von 
dem fehlenden Nachsatz entlehnt: doch wohl richtiger 
von eben dem daneben stehenden gleichwertigen Auf¬ 
forderungssatz, so dass eine Art von Konstruktions¬ 
mischung vorliegt (ebenso S. 56 unten!). — S. 26: die 
Ausdrucksweise: wart , ich werde dir stehlen erklärt 
Sch. durch die Ellipse eines lehren , helfen, weisen; das 
ist schwerlich richtig, denn daneben steht auch, wenigstens 
in meiner Heimat: wart , ich stehle dir . — S. 34: wenn 
bei was denn auf lat. quisnam verwiesen wird, so kann 
das zu der Auffassung verleiten, in was denn stecke 
eine Kausalpartikel. Nun findet sich aber die Formel 
schon zu - einer Zeit, wo denne rein temporal ist; es 
war ursprünglich nur in der zweiten Frage angewendet 
= nhd. was d&nn ? Man könnte also vielleicht zur 
Aufhellung des lat. nam auf die deutsche Parallele ver¬ 
weisen, aber nicht umgekehrt. — Was S. 42 und 43 
über das „pleonastische“ und gesagt wird, ist unklar. 
Natürlich ist von der „Erhaltung“ einer „unterordnenden 
Kraft“ des und keine Rede; wenn aber Sch. meint, es 
müsse statt von beiordnender von anknüpfender Kraft 
der Partikel geredet werden, so ist das eben nur ein 
Ausdruck für das Nichtwissen. Es ist auszngehen einer¬ 
seits von Sätzen wie: einen schönen Gruss und du 
sollst heinikommen ; hier werden zwei Dinge bestellt: 
erstens der Gruss, zweitens die Aufforderung zur Heim¬ 
kehr. Daneben wäre aber auch die Ausdrucksweise 
möglich: einen schönen Gruss , du sollst heimkommen 
Werden beide Formen zusammengehalten, so macht 
und im ersten Satze den Eindruck des Ueberfliissigen. 
Anderseits liegen allerdings auch Fälle mit Ellipsen zu 
Grund, wo die Wiederholung der gleichen Worte er¬ 
spart wird: ich gehe heim, und [ ich geh] wenns Katzen 
hagelt . — S. 58: merkwürdig ist die Konjunktion de - 
side seitdem (S. 58): sie ist offenbar zu side gebildet 
nach dem Muster von dewal (derweil) neben wal. — 
S. 131: Sch. meint, die Redensart: die Stube sitzt voll 
von Leuteft sei gewissermassen die passive Form einer 
aktiven Fügung, die etwa laute: die Leute sitzen die 
Stube voll . Die Wendung kommt aber schon in alter 
Zeit vor, ohne voll, zu einer Zeit, wo die als Ausgangs¬ 
punkt vorausgesetzte Fügung unmöglich ist (vgl. meine 
Heliandsyntax § 369); vgl. noch der Platz wimmelt von 
Menschen ; sie wird möglich durch die Schwäche in der 
Wahrnehmung der kausalen Verknüpfung, die ich in den 
wissenschaftlichen Beiheften des D. Sprachvereins be¬ 
sprochen habe (XIV/XV, S. 141). — S. 137: dass 
es im Mhd. ein temporales Augment ge - gebe, muss ich 
entschieden bestreiten. -- S. 149: es wird so sein im 
Sinne von ist wahrscheinlich soll entstanden sein, „in¬ 
dem die logische Folge sich in die Formen der zeit¬ 
lichen kleidete“. Das ist Erdmann’sche Mystik und mir 


unverständlich. Die Sache liegt so, dass potentiale Aus¬ 
drucksweise und futurische unter Umständen gleich war: 
ich thue es wahrscheinlich lässt die Ausführung er¬ 
warten; in Folge dessen kann die eine Form für die 
andere auch da eintreten, wo die thatsächliche Gleich¬ 
wertigkeit nicht vorhanden ist: „es wird schon so ge¬ 
wesen sein“. Eine genaue Parallele, wo ebenfalls die 
Hinweisung auf die Zukunft zur Bezeichnung des Poten¬ 
tialen geworden, bietet das Wort voraussichtlich , vgl. 
z. B. Jacobi, Kompositum und Nebensatz, S. 47: (der 
Unterschied) bestand voraussichtlich ebenso gut in nicht 
indogermanischen Sprachen; ebda. S. 100: Verbalnomina, 
die voraussichtlich niemals durch das ganze Paradigma 
durchflektiert worden sind; Kauffmann, Germania 37, 372: 
die Beobachtung Behaghels, in der voraussichtlich auch 
Andere mit ihm zusammengetroffen sind. — S. 160: 
Sie entschuldigen schon braucht nicht Imperativ zu 
sein, denn es kann auch im Singular heissen: Du ent¬ 
schuldigst schon. — S. 199: Hier werden Participial- 
konstruktionen besprochen, wie sie vielfach im Sprüch- 
wort vorliegen: Jung gefreit hat Niemand gereut. 
Zur Erklärung heisst es: „die nominale Natur des 
Particips befähigt es zu diesen Verwendungen so gut wie 
den Infinitiv“. Hier sieht man wieder, wie verhängnis¬ 
voll die Anwendung hergebrachter Termini werden kann: 
der Infinitiv ist ein Nomen, das Particip ist ein Nomen, 
folglich kann das Eine für das Andere eintreten. Ebenso 
gut könnte ich sagen: der Sekt ist eine Flüssigkeit, das 
Petroleum ist eine Flüssigkeit, also kann ich meinen 
Gästen auch Petroleum vorsetzen. Warum kann denn nun 
gerade in diesem besondern Falle das Particip gleich¬ 
wertig mit dem Infinitiv sein, während es nie heisst: 
ich soll bezahlt für ich soll bezahlen ? Nach meiner 
Meinung ist das als Subjekt erscheinende Particip ur¬ 
sprünglich ein ganzer Satz gewesen: jung gefreit hat 
niemand gereut ist eigentlich .jung gefreit! hat Niemand 
gereut. Das Particip stand hier im Sinne eines Impera¬ 
tivs; und dass dieser hypothetischen Sinn gewinnen kann, 
ist bekannt und von Sch. selbst ausgesprochen; also: 
wenn man jung freit, so hat das Niemand gereut. 
Ich glaube aber auch, dass das „absolute Particip“ ans 
einem Imperativ hervorgegangen ist: den Hut in die 
Stirn gedrückt, kam er daher; Sch. hat ja mit vollem 
Recht angenommen (§ 174, 2), dass das erzählende 
Particip aus rein imperativischer Geltung abzuleiten sei. 
Ich verweise im Uebrigen noch auf die „Verhandlungen 
der Züricher Philologenversammlung“ S. 297 ff. 

An der sehr sorgfältigen Korrektur nicht bloss, 
sondern auch mit sachlichen Beiträgen hat sich der 
Herausgeber Lambel eifrig beteiligt. 

Hoffen wir, dass recht bald der zweite Teil des 
Werkes glücklichen Abschluss finde, und dass sein Bei¬ 
spiel reiche Nachfolge hervorrufe. 

Giessen. 0. Behaghel. 


Felicie Ewart. Goethes Vater. Eine 8tudie. Hamburg u. 

Leipzig. Leop. Voss 1899. 104 S. M. 2.—. 

Frau Ewart, die sich bis jetzt, soviel ich weise, 
nur über Emanzipation in der Ehe literarisch bethätigt 
hat, veröffentlicht im Verlag von Leop. Voss jetzt eine 
liebenswürdig geschriebene Studie über Goethes Vater. 
Aus einer mehr instinktiven Sympathie für den treff¬ 
lichen Alten hat sie sich, wie sie bekennt, nach und nach 
autodidaktisch an der Hand der Fachliteratur ein festes 
Urteil zu bilden versucht. Ihr Büchlein soll eine Rettung 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 2. 


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des Vaters-Goethe sein gegenüber der angeblich unge- j 
rechten Beurteilung, die durch Zeitgenossen, besonders 
durch den grossen Sohn selbst, auf die Nachwelt ge¬ 
kommen sei. Indem die Verfasserin sich diese Rolle der I 
Verteidigerin, nicht die einer ruhig sachlichen Er- j 
zählerin, anweist, nimmt sie dem Leser das Recht, das I 
Tendenziöse ihres Schriftchens ihr zum Vorwurf zu 
machen. Sie will die griesgrämig strengen Züge des 
alten Rats aufhellen, und es gelingt ihr, uns eine ernste, 
tüchtige, männliche, ehrenfeste, haltungsvolle Gestalt vor 
die Augen zu führen. Wir erkennen als Goetheverehrer ; 
freudig die Dankespfiicht an, die wir der „fruchtbringen¬ 
den Lebensarbeit“ von Goethes Vater schulden. 

Nur will es uns bedünken, diesen Dank hätten wir 
schon immer empfunden, seit Goethe selbst den „Complex“ 
seiner Persönlichkeit in seine „Elemente“, die er von | 
den Vätern ererbt hat, aufgelöst und die Originalität 
seiner selbst halb scherzhaft, halb bescheiden mit einem 
Fragezeichen versehen hat. ! 

Alle Würdigungen des alten Rates, die Frau Ewart 
geben kann, werden schliesslich zusammengefasst in die ' 
Worte, die der Sohn dem Vater negativ wie positiv, 
dankend wie klagend gewidmet hat. Freilich ist die 
Schrift ja auch viel weniger gegen Goethes Darstellung j 
als gegen die neuerer Beurteiler gemünzt. Allein auch 
bei ihnen findet sich neben übermässigem Betonen der j 
Schwächen des alten Herrn doch ebensoviel Streben, dem j 
zweischneidigen Charakter gerecht zu werden. j 

Immerhin sind wir — ob für oder wider gestimmt — I 
der Verfasserin dankbar, dass wir an Hand ihrer Schrift 
wieder einmal die Figur des Vaters und, was uns in i 
jenem Umkreis immer am elementarsten anzieht, die Ge¬ 
stalt des grösseren Sohnes an uns vorübergleiten sehen. 
Es sind nicht neue Züge, die uns entgegenblicken, aber 
die Ergebnisse der neuen und neusten Forschung sind, 
soweit ich es verfolgt habe, allseitig herangezogen, so j 
dass die Schrift eine nützliche Zusammenstellung des 
Gefundenen bedeutet. Als Versehen fällt die mehrfach 
wiederholte Schreibweise ‘Reimer für ‘Riemer* auf. 

Druck und Ausstattung ist durch Leop. Voss in ge¬ 
wohnt würdiger Weise besorgt. Eine gefällige Wieder¬ 
gabe eines Porträts des alten Rates nach J. P. Melchiors 
Relief ziert den Fingang als eine Art Gegenstück zu 
dem Lichtdruck des Oelbildes der Frau Rat im letzten 
Goethe-Jahrbuch. 

Weimar. H. Devrient. 


Richard Steffen, Enstroflg nordisk folklyrik i jäm* 
förande framställing. Stockholm 1898. 8°. 236 S. 

— — — — , Svenska lätar jämte danska och 

norska former, samlade och ordnade. 1 . äldre strofer 
och strofkoraplexer. Stockholm 1898. 8°. 66 S. (Svenska 
landsmälen, Heft XVI. 1 u. 2.) 

Steffen gibt eine sehr anregende und ergebnisreiche 
Untersuchung über einstrophige Volkstanzlieder im Norden, 
deren Art, Alter und Ausbreitung durch Vergleichung 
mit entsprechenden deutschen Einzelstrophen festgestellt 
wird. Die einleitenden Abschnitte behandeln die Schnader- 
hüpfel, deren Hauptmerkmale (Natureingang, Inhalt, 
Vierzeiligkeit, Anwendung zum Tanzgesang, ursprüng¬ 
liche Zugehörigkeit zum Tanze) geschildert werden. 
Die Verwandtschaft des norwegischen stev leuchtet so¬ 
fort ein (vgl. S. 117 18), besonders wenn wir seinen 
Zusammenhang mit dem Tanz in Betracht ziehen. Aus 
Schweden und Dänemark bieten sich bei genauerem Zu¬ 
sehen ebenfalls eine Menge selbständiger, vierzeiliger, 


zum Ringelreihen und Paartanz gesungener Einzelstrophen, 
denen die Kennzeichen dieser volkstümlichen Dichtart 
anhaften. In den Sammlungen sind diese Tanzstrophen 
aber nicht immer in ihrer Selbständigkeit erkannt und 
gewürdigt worden. Darum sucht Steffen die schwedischen 
„lätar“ samt ihren dänischen und norwegischen Seiten¬ 
stücken aus der Ueberlieferung herauszuheben. Im An¬ 
hang stellt er 43 solcher Gesätze, die mit der nordischen 
Balladendichtung mindestens gleichaltrig sind, zusammen. 
Die selbständigen Einzelstrophen sind in verschiedener 
Weise überkommen. W’ir finden in Deutschland wie im 
Norden häufig lyrische Gedichte, deren Strophen gar 
keinen Zusammenhang unter einander aufweisen. Das 
sind eben blosse Sammlungen von Einzelstrophen, die 
gar keinen Anspruch erheben, als ein zusammenhängendes 
mehrstrophiges Gedicht betrachtet zu werden. Einzel¬ 
strophen sind ferner oft in zusammenhängende epische 
Volksliedereingestreut, als lyrische Eingänge, Abschlüsse, 
Kehrreime in Balladen erzählenden Inhalts benützt, 
manchmal auch von reflektierenden Dichtern zu melir- 
strophigen Liedern erweitert. Aus zusammengesungenen 
Einzelstrophen können sogar scheinbar einheitliche Ge¬ 
dichte mit fortschreitender Handlung entstehen, die frei¬ 
lich doch im ganzen und einzelnen widerspruchsvoll, 
lückenhaft und dunkel bleiben (vgl. S. 180 ff. über die 
Naohtigallstrophen). Steffen erörtert auch die ver¬ 
schiedenen Weisen und Tänze, zu denen diese Strophen 
gedichtet wurden. Aus dem reichen Inhalt der an¬ 
regenden klaren Schrift hebe ich nnr den einen, auch 
für die deutsche Volksliederforschung wichtigen und 
fruchtbaren Grundgedanken heraus, dass die alten Texte 
zahlreiche ursprünglich selbständige Einzelstrophen ent¬ 
halten, deren Erkenntnis und Bestimmung nicht nur 
unser Wissen von dieser uralten und noch gegenwärtigen 
Volksliedergattung bereichert, sondern auch erst das 
richtige Verständnis vieler bisher dunkler, zusammen¬ 
hangsloser, scheinbar verkürzter und verstümmelter mehr- 
strophiger Texte ermöglicht. 

Rostock. W. Goltlier. 

Beowulf. Herausgegeben von Alfred Holder. II a: Be¬ 
richtigter Text mit knappem Apparat und Wörterbuch. 
Zweite Auflage. Freiburg i. Br., Leipzig und Tübingen, 
Verlag von J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1899. [ = Germanischer 
Bücherschatz. 12 a.] VIII, 190 S. 8 C . 

Die im Jahre 1884 zuerst erschienene Beowulfaus¬ 
gabe A. Holders liegt jetzt in neuer Auflage vor, wo¬ 
durch sich ihre Existenzberechtigung neben der vielbe¬ 
nutzten Heyne-Socin’schen deutlich bekundet. Nach dem 
Vorwort ist ihr die Forschung der letzten 15 Jahre auf 
dem Gebiet des Altenglischen zu Gute gekommen, und 
Kluge hat auch diesmal das Buch während des Druckes 
durchgesehen. Ausserdem hat Cosijn Besserungen bei¬ 
gesteuert. Bei einem Vergleich mit der ersten Auflage, 
die von der Kritik durchweg freundlich aufgenommen 
wurde, zeigt sich überall ein Fortschritt; mehrere glück¬ 
liche Konjekturen Kluge’s haben verderbte Stellen in 
befriedigender Weise gebessert, die Quantitäten sind 
überall nach den metrischen Forschungen von Sievers 
bestimmt, die Verse richtig abgeteilt, die meisten Lücken 
glücklich ausgefüllt — kurzum, es ist die einzige Beowulf¬ 
ausgabe, die in metrisch-textlicher Beziehung auf der 
Höhe der Zeit steht. Das Hauptverdienst an dieser er¬ 
freulichen Thatsache wird man doch wohl Kluge zu¬ 
schreiben müssen, da der Herausgeber m. W. niemals 
als Forscher auf dem Gebiet der altenglischen Studien 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 2. 


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aufgetreten ist. Wie in der ersten Auflage sind auch 
diesmal viele metrisch oder grammatisch notwendige 
Besserungen in die Fussnoten verwiesen und bloss ein 
Teil Konjekturen in den Text aufgenommen. Der Grund 
dieser verschiedenen Behandlung des Textes ist mir nicht 
immer klar geworden, mehr Energie und Einheitlichkeit 
hätte dem Ref. besser gefallen; überhaupt sind die Kon¬ 
jekturen früherer Forscher und Herausgeber auch jetzt 
nur in streng begrenzter Auswahl gegeben, während 
Heyne-Socin hier ja ausführlicher ist. Da der Preis des 
Buches jetzt auch erheblich herabgesetzt ist (auf M. 2.50), • 
dürfte es nunmehr sich überall als Hülfsmittel beim 
akademischen Unterricht einbürgern. 

Bei einer flüchtigen Durchsicht des Buches sind 
mir einige Punkte aufgestossen, die ich hier als kleinen 
Beitrag für eine künftige Neuauflage verzeichnen möchte. 
V. 70 lies ylda. — V. 73 lies feorutn. — V. 102 lies 
gcest ‘Geist*. — V. 133 lies wirgan. — V. 136 setze 
Komma nach fore . — V. 142 lies hei-, — V. 160 lies 
- sctut , vgl. Beitr. X, 507. — V. 186 lies ivite. — 
V. 191 lies snottor (Sievers). — V. 232 lies füslic (S.). 

— V. 247 setze Fragezeichen nach gemedu. — V. 271 
ist wohl besser pces für Peer zu lesen. — V. 286 erg. 
mit S. hi vor on. — V. 300. Desgl. nach peet. — 
V. 306. Ist vor güp vielleicht eine Lücke anzunehmen 
und dann - mödgan men zu lesen? — V. 368 lies mit 
S. geatwum. — V. 387 und 729 lies besser sibgedriht. 

— V. 395 lies mit S. geatwum. — V. 470 ist besser 
mit S. ic nach Siddan einzusetzen. — V. 528 b ist zu 
kurz: lies nia[a]n oder [gejbidan, — V. 710 lies hleodum. 

— V. 788 lies haftlon. — V. 820 lies hleodu. — 
V. 915 lies gefreegra . — V. 986 lies häpnes. — Y. 1026 
ist doch scotennm zu kurz, lies sceotendum. — Y. 1048 
lies mit S, (Beitr. X, 269) man [ne] lyhd . — V. 1210 
lies mit S. feoh statt feorh. — V. 1318 lies neegde. 

— V*. 1514 lies weeter ndenig. — V. 1875 möchte ich 
ä ‘je* hinter seoddan einschieben. — Y. 1887 lies seo 
(= yldo) statt si. — V. 1923 erg. hi nach pder. — 
V. 1939 lies scedden , vgl. Beitr. X, 313. — V. 1941 
lies mit S. efnan. — V. 1975: Die Besserung rode 
stammt von Sievers (Beitr. X, 272), nicht von A. Holder! 

— V. 2093 lies mit S. reccan. — V. 2150 lies gelang 
lissa. — V. 2217 sollte ageaf kursiv gedruckt und als 
Konjektur Bugges bezeichnet sein! — V. 2298 ist un¬ 
möglich, da i cistenne und bilde nicht alliterieren. Lücke? 
Oder ist si wüda statt bilde zu lesen? — V. 2312 
lies gosst ‘Geist*. — V. 2338 lies irenne [ scyld ] und 
streiche eall. — V. 2432 lies mit S. wihte. — V. 2435 
desgl. ungedife oder - döfe (Beitr. X, 234). — V. 2488 
ist heoro eine ungenügende Ergänzung. — V. 2525 
ist ganz unmöglich. Lies: oferflcon fites trem | ac 
unc [feohte] sceal || . — V. 2562 lies mit S. secean . 

— V. 2592. Gehört hy nicht besser zur ersten Halb¬ 
zeile? Oder besser noch vor da? — V. 2615 lies heim 
brunfdgne oder mit Rieger byrnan hringde. — V. 2636 
lies mit S. geatwa. — V. 2804 lies p&t statt si mit S. 

— Y. 3104 lies pder statt pces mit S. — V. 3154 lies 
ung[en]des. 

Zum Glossar habe ich nur weniges zu bemerken: 
celwiht ist auch N. — atertdn ‘vergiftete Schwert¬ 
schneide* bezweifle ich, so lange nicht Beweise für diese 
heimtückische Waffenart beigebracht sind. — bealonid 
‘tötliches Wüten* stammt wohl aus Heyne; der Instr. 
ist besser mit ‘feindselig’ zu übersetzen. — Bedeutet 
bearm auch ‘Besitz’? — Bearu ist nicht mit ‘Baum’ zu 


übersetzen! — Statt byrele lies byrellH — Camp kann 
auch N. sein. — Diadbed bedeutet ‘Totenbett*. — Be¬ 
deutet deor auch ‘wild’? — Dreor kann auch N. sein. 

— Statt eal-irenne lies Aren, — Streiche eöton-weurd, 
da dies V. 668 natürlich nicht Acc. sein kann (lies mit 
Trautmann abdd statt abiad). — Lies fenhlid statt -hlid 
und übersetze ‘Sumpfdecke*. ‘Sumpfiger Abhang* ist doch 
etwas zu merkwürdiges! — Ist forswdfan als Verbum 
anzusetzen? — gexcyrpan bedeutet, wie Cosijn nachge¬ 
wiesen hat, in reflex. Gebrauch ‘genesen*. — Heolfor 
kann auch M. sein. — Heoru-drior heisst ‘Kampfblut*. 

— Heoro-hocyhte heisst ‘mit verderblichen Widerhaken*. 

— Hioro-weedlende wäre wohl besser mit der verderben¬ 
bringende’ zu übersetzen. — Ist hlytrn M.? — Statt 
htutgan lies neJegan. — Hryssan wäre besser unter 
hrissan zu verweisen. — Zwischen hweedre ‘doch’ und 
htcceder ‘ob* (= N. des Pron.) hätte scharf geschieden 
werden sollen, trotzdem sie in der Hs. zuweilen ver¬ 
mischt sind. — tsig heisst natürlich ‘eisig, beeist*. — 
Wo ist leessan Ac. Masc. ? V. 43 ist es doch Instr. 
PI. — Streiche mehl ‘Klinge, Schwert, Waffe, das es 
überhaupt nicht gibt! — Myrd (zu mierran, got. 
marZjan) bedeutet ‘Aergernis, Schädigung und hat nichts 
mit myrhd zu tliun. — Statt nidgeest 1. -gehst. — Oftion 
gehört nicht zu tihan (!) sondern zu teön = *tiohun. 

— Statt onbidian lies -bidian. — Statt sceaden-mcel 
lies scedden. — Ist sendan ‘schmausen’ zu rechtfertigen? 

— Sigan heisst auch ‘hinaufziehn*! — Sweolud kann 
auch N. sein. — Uhte, Acc. Sg. -an } kann doch nicht 
N. sein! — Unsyn Adj. ist Unsinn. V. 1072 bessre 
ich unsy7in\g\um. — Weegsweord ist wohl eher 
‘Schlachtschwert*. — Statt u erga lies tcirya ; es gehört 
zu wirig. — IVen heisst nicht ’Hofthung und winan 
nicht ‘hoffen*. — Wyrp heisst nicht ‘Wechsel’. — 
pnjdswyd ist Adj. (— -suid) und bedeutet ‘stark an 
Kraft’. 

Gotenburg. F. Holthausen. 

Bonner Beiträge zur Anglistik. Herausgegeben von Prof. 
Dr. M. Traut mann. Heft II. Sainmelheft. Colley 
Cibbers Bühnenbearbeitung von Shakespeares Richard III. 
Von Dr. Richard Dohse. Untersuchungen über das alt- 
englische Exoduslied. Von Dr. Gerhard Mürkens. Zu Cyne- 
wulfs Runenstellen. Von M. Trautmann. Berichtigungen, 
Vermutungen und Erklärungen zum Beowulf. 1. Hälfte. 
Von M. Trautmann. Bonn 1899. P. Haustein s Verlag. 
192 S. 8°. 

Da die erste von diesen Abhandlungen bereits im 
Literaturblatt (1899, Nr. 7) besprochen ist, kann sich 
Referent auf die übrigen, sämtlich dem Gebiet der alt- 
englischen Philologie angehörenden Aufsätze dieses Sammel¬ 
heftes beschränken. In dem ersten untersucht Mürkens 
nochmals eingehend das schon mehrfach behandelte Exodus¬ 
lied unter folgenden Rubriken : 1) Inhalt und Gliederung, 
2) Verhältnis der sechsten Fitte zum Ganzen, 3) Quellen, 
4) Komposition, 5) Heimat, 6) Entstehungszeit, 7) Text¬ 
kritik. Die 6. Fitte hatte nach M. ursprünglich mit 
dem Exodusliede nichts zu thun, sondern ist ein eiu- 
geschobenes, selbständiges Gedicht mit lehrhafter Tendenz, 
das man mit ‘Isaaks Opferung’ überschreiben könnte. 
Die Quelle des Exodusliedes war ausser der Bibel auch 
das Gedicht des Avitus „De transitu maris rubri“, und 
zwar nicht bloss für die 2. Fitte, wie Groth will. Die 
Dichtung ist höchst wahrscheinlich ein einheitliches, aus 
der Hand eines einzigen geistlichen Verfassers hervor¬ 
gegangenes Erzeugnis, also ohne Interpolationen. Es 
ist ferner, wie sich aus Sprache und Metrik ergibt, in 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 2. 


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Nordhumberland, spätestens um 700, gedichtet, nicht 
aber, wie Sievers meinte, in Kent. Was M. gegen diese 
Ansicht vorbringt, scheint mir durchaus überzeugend, 
nur will mir die S. 93 aufgestellte Erklärung von 
ingemen V. 190 als ‘die zu den waffenfähigen Männern 
gehörigen* nicht gefallen, die M. durch ingepeod und 
ingefolc stützen zu können glaubt. Sollte in inge nicht 
dasselbe, noch unerklärte Adjektiv stecken, wie in dem 
icge ( gold) des B6owulf? Oder könnte es der Plural 
von einem * innig ‘domesticus* sein? Uebrigens hätte 
M. darauf hin weisen dürfen, dass sonst in der Exodus 
ea und eo stets vokalisch alliterieren, vgl. up : iadigra 
V. 4, eordan : ymb : up V. 26, eald : Egypta V. 50, 
eoräan : up : efne V. 76, eorla : or V. 154, ofer : iored 
V. 157, bade : cedelum V. 186, eorp : Scan V. 194, 
atol (== eatol) : dfen : egesan V. 201, torlas: cernum 
V. 216, eorla : un : eallum V. 261, bagum : on V. 278, 
ealde : ter V. 285, eorlas : der : ofest V. 293, andoegne: 
eorla V. 304, ealdor : agan V. 317, Sode : un : ealdor 
V. 335, eorla : ceäelo : an V. 353, or : ealde V. 359, 
eallum : eord: See V. 370, alh : eord V. 392, ängan : 
eordan : yrfe V. 403, ealde : ecg V. 408, awa : aldre 
(= ealdre) : un V. 424, eordan : ymb : up V. 429, 
yldo : eordan : ealle V. 436, dna : ealle V. 439, atol 
(= eatol) : yda : denig V. 455, ealles : un : cenig V. 508, 
earm : anbid : bdel V. 533, badig : up V. 544, dclum: 
ealle V. 578, yd: ealle V. 585, während g stets mit g 
oder j stabt. — Mit welchem Recht werden S. 99 f. 
Verse wie gdrberendra, sodfeest cyning, in uprodor, 
hi wees Uof gode Dehnverse genannt? Von den 
S. 100 besprochenem zweiten Halb-Versen mit fehler¬ 
haftem Auftakt, V. 7 und 388, liesse sich übrigens der 
erste leicht bessern, wenn man nämlich hyre statt gehyre 
schreibt. S. 102 wird das eald teerige von V. 50 mit 
kurzem e gelesen, doch muss ich eine solche Auffassung 
ablehnen. Cosiju liest ealwbrige, was M. nicht erwähnt, 
und der fehlende Fuss lässt sich leicht durch Einschiebung 
von pbod nach ealwbrge (schw. Form) hersteilen. Ebenso 
unerwähnt bleibt der Vorschlag von Sievers, Beitr. X, 
461, der - wirigra empfiehlt. - S. 113 ff. stellt M. die 
ihm notwendig erscheinenden Textbesserungen zusammen, 
unter denen sich auch einige neue eigne befinden. Nur 
zu wenigen Versen habe ich etwas zu bemerken: V. 46 
hatte ich selbst schon Anglia, Beibl. V, 231 healle vor¬ 
geschlagen; V. 62 ist doch wohl merringa zu lesen, 
wenn das Wort zu got. marzjan gehört; V. 391 liegt 
metode dem überlieferten gode doch näher; V. 498 kann 
man bei M.’s Lesung on nicht gut eine Präposition 
nennen; wegen der Alliteration „im 4. Fusse“ war auf 
Sievers altgerm. Metrik S. 133, 3 zu verweisen L — 
Vergessen sind die Besserungen von frea V. 19 und 
271 in friga, die Sievers, Beitr. X, 479 giebt, desgl. 
die von blödige in blödig ebd. S. 461 Anm. 

Der zweite kleine Aufsatz stammt vom Heraus¬ 
geber und behandelt die U ~Rune der bekannten ‘Andreas- 
steile 1 (d. h. des von Napier in der Hs. von Vercelli 
entdeckten, auf die Schicksale der Apostel folgenden 
Bruchstückes), die JF-Rune in der Himmelfahrt und die 
Verse 1262 ff. der Elene. Die erstere wird jetzt auf 
Grund von Bosworth-Toller als unne ‘Geschenk* gedeutet, 
desgl. an den entsprechenden Stellen der Himmelfahrt 
und Elene, w in der Himmelfahrt soll worn ‘Menge* 

1 Viele dieser Fälle sind übrigens leicht durch Umstellung 
zu beseitigen, z. B. Beow. 1514: weeter n&nig, Cristl461: pin 
nur onfeng , Phönix 655: word sindon etc. 


bedeuten — früher hatte Tr. willa vermutet —, El. 1262 
endlich schlägt er Aenderung von pder in piah und 
V. 1263 von meet in mdete vor, wobei auch das vor¬ 
angehende f6re als Opt. Prät. gefasst wird. 

Der Schlussaufsat z desselben Verfassers bringt 
zu den ersten 1215 Beowulfversen und einigen anderen 
Stellen der ae. Poesie eine Menge neuer Erklärungs¬ 
und Besserungsversuche bei. Obwohl gewiss nicht alle 
Beistimmung finden werden, so wird man doch den 
Scharfsinn Trautmanns gebührend anerkennen und eine 
Anzahl seiner Aufstellungen getrost dem eisernen Be¬ 
stände der Beowulfkritik einverleiben dürfen. Es sei 
mir gestattet, hier einige eigne Vermutungen vorzu¬ 
tragen, auf die mich die anregende Abhandlung des ver¬ 
dienten Gelehrten gebracht hat. V. 107. in Caines 
cynne kann ich nicht als zu lang anerkennen. — V. 
181 hat schon Sievers nyston vorgeschlagen. — V. 210 
schlage ich mit Grundtvig fyrd ‘Fahrt* statt fyrst vor. 

— V. 253 Uaf-sciaweras ‘erlaubte Späher* (scherzhaft!) 
zu lesen, scheint mir wenig ansprechend. Wenn wir 
Verwechslung von ea und eo annehmen, könnte vielleicht 
Uöd-scbaweras das ursprüngliche sein? — Die Er¬ 
örterungen zu V. 301 ff. (besonders S. 145) berück¬ 
sichtigen nicht, dass nach V. 293 ff. der dänische Strand¬ 
wächter erklärt, er wolle durch seine Leute das Schiff 
der Geaten bewachen lassen. Diese brauchen daher 
niemanden zurückzulassen! — pd in V. 402 hat schon 
Sievers gestrichen. - V. 457 ist ein Synonymon zum 
folgenden dr-stafum einzusetzen, und das ist weord- 
myndum. Könnte nicht fyhtum aus einem *wyndum 
der Vorlage hervorgegangen sein ? — V. 459 möchte 
ich ergänzen: geslöh pin feeder fdehde \ [ fyrda) meeste . 

— S. 158: ‘euer* heisst im As. iuwa , nicht Iwa. — Zu 
V. 618 f. Warum soll nach boed kein Inf. wesan zu 
ergänzen sein, da doch z. B. der Heliand diese Ellipse 
nach latan und skulan kennt? — V. 633 ist vielleicht 
georne oder gearwe nach hogode zu ergänzen, da ge - 
hogode dem Vers nicht aufhilft. — V. 666 möchte ich 
wundre (Dat. = Grendle) statt wuldor vorschlagen 
und kyning belassen. — S. 162 oben: zu trüwode vgl. 
Sievers Beitr. X, 233, der trbowde dafür setzt. Orrms 
trowwenn beruht doch auf ae. triowian! — V. 724 
streiche ich das erste pd, wodurch zwei parallele 
Schilderungen als Varianten entstehen. — V. 764 lies 
wyrd gewendun? — V. 846 wird durch Vorsetzung 
von and korrekt. — V. 870 lies gif-hlceden? — V. 955 
lies [mid] deedum . — Statt wolde V. 991 ist vielleicht 
scolde zu schreiben. — V. 1028 lies feoh odde statt 
fbower ? — V. 1033 kann ich Idfe nicht für metrisch 
falsch ansehen, da peet him Auftakt sein könnte. — 
V. 1073 lies unsymi[g]u7)i, D. PL von utisytmiy, 
parallel mit dem folgenden Uof um. — V. 1084 lies 
ivid Hengeste | hrbd gefeohtan . Das Verbum findet 
sich sonst mit den Acc. döm und bl&d. — V. 1096 ist 
nicht getrüwodon zu lesen, vgl. oben zu S. 162. — 
V. 1098 lies unslitne unzerrissener* ? Desgl. vielleicht 
V. 1130. — V. 1142 lies piah statt peet und irre 
statt inne? Nach mihte V. 1141 wäre dann ein Punkt, 
nach gemunde ein Komma zu setzen. — V. 1153 lies 
dreore statt fiorum ? — V. 1192 lies etwa beohdta 
statt Giata ? Man darf auf die Fortsetzung dteser 
Beowulfstudien mit Recht gespannt sein. Im übrigen 
verweise ich auf meine Anzeige der neuen Heyne-Socin*schen 
Ausgabe im Beiblatt zur Anglia. 

Gotenburg. F. Holthausen. 


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1900. Literaturblatt für germanische nnd romanische Philologie. Nr. 2. 


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Nyrop, Kr., Gramm&ire historique de la langue fran- 
$aise. Tome premier. Copenhague, E. Bojesen ; Leipzig, 
O. Harrassowitz; Paris, A. Picard 1899. 488 + XVI S. 8°. 

Man mag sich fragen, ob nach den trefflichen Arbeiten 
von Darmesteter (cours de grammaire historiqne de la 
langue fran^aise publik par les soins de M. Ernest 
Muret Par. 1891, 2 1895) und Behrens wirklich eine neue 
historische Darstellung der französischen Sprache eine 
Notwendigkeit ist. Aber jenes Buch enthält nur die 
wichtigsten Thatsachen und lässt sich auf Details nicht 
ein; ist auch an vielen Stellen durch die gleichzeitig 
erschienenen Bände von Meyer-Lübke’s Grammatik über¬ 
holt; — dieses, die Schwan’sche Grammatik des Alt¬ 
französischen, ist zwar auch in seinen zwei neuen von 
Behrens bearbeiteten Auflagen, seiner ganzen Anlage 
nach nicht so sehr eine Grammatik des Altfranzösischen 
als eine historische Grammatik der franz. Sprache; aber 
sie ist eben nur der erste Teil einer solchen. Eine Arbeit, 
die die gesammte Geschichte des Französischen in der 
gleichen Art behandelte, wäre also immerhin sehr will¬ 
kommen. 

Das Buch ist zunächst für die Einführung ins 
Studium berechnet: ‘le but de ce livre est surtout p£- 
dagogique. En l’^crivant, je me suis propose de donner 
aux romanistes d£butants un guide clair et pratique, 
aux professeurs d’Universitß un manuel qui püt servir 
de base k leurs cours et exercices’ sagt der Verfasser 
an der Spitze der Vorrede. 

Diesem Zweck dient bereits die gut gelungene Ein¬ 
leitung: eine allgemeine Geschichte der französischen 
Sprache von den Anfängen bis zur Jetztzeit. Die naive, 
frische Sprache des Mittelalters, die allmähliche Fixierung 
der Schriftsprache, die lateinischen, italienischen, spanischen 
Einflüsse im Mittelfranzösischen, die puristischen Be¬ 
strebungen des 17. Jahrh., der heutige Kosraopolitismus 
werden mit grosser Anschaulichkeit und jener Wärme 
der Anteilnahme, oft der Begeisterung dargestellt, die 
Anfängern Mut und Interesse an der Sache einzuflössen 
vermag. — Wenig unrichtiges ist mir hier aufgefallen: 
§ 22 ist mort li chiens le cerf keine afrz. Prosa¬ 
stellung, § 39, 2 utle ist nicht ein mot populaire rern- 
plac6 par le mot savant (utile), § 39 Rem. kann doch 
acouter für escouter keine Form sein, die wie poids, 
sqavoir, dipner falscher Etymologisierung (uxov&iv) zu 
verdanken ist; es ist erhaltenes ascultare (§ 174) und 
sollte es sich wirklich auf Gebieten finden, die früher 
esc . aufweisen — was noch näher zu untersuchen wäre 
— so ist es neuerlicher Präfixtausch. 

Dann folgt ein Kapitel Orthographie, worin Verf. 
sehr lebhaft gegen die heutigen Missbräuche auftritt. 
Im einzelnen mag bemerkt sein, dass der Autor sicher 
Unrecht gethan hat, die Vermutung des Hatzfeld-Darme- 
steter-Thomas’schen Wörterbuchs aufzunehmen, habüler 
gehe auf ä und bille zurück (§ 99). In dem heutigen 
Wort dürften allerdings zwei Wörter zusammen ge¬ 
schmolzen sein, das eine eine Ableitung von habile , das 
zweite Ableitung von abi (habit) nach der Proporzion 
peri(z) : periVer = abi(z) : abiVer etc. gebildet. 

Von dem speziellen Teil der Grammatik liegt in 
diesem Band die Lautlehre vor. Auch hier gehen 
wieder zwei einleitende Kapitel vorher, die den Anfänger 
über die wichtigsten Erscheinungen bei der Entwicklung 
der Laute und Wörter im allgemeinen belehren sollen. 
Das erste unterrichtet über die Bedeutung der Laut¬ 
gesetze, Satzphonetik, Assimilazions- und Dissimilazions- 


erscheinungen etc., das zweite über die Wirkungen der 
Analogie und verschiedene Einflüsse mehr willkürlicher 
Natur, wie der der Schrift, des Reimes, der Mode, 
Euphemismen, Zärtlichkeitsausdrücke, Verabredungs¬ 
sprachen (Analog der deutschen LF-Sprache; largonji, 
javanais etc.), Wortspiele. Viel sprachphilosophisch 
interessantes Material ist hier auf wenigen Seiten zu- 
saramengetragen. Zu streichen wäre etwa in dem Para¬ 
graph über Entwicklung neuer Laute (§ 113, 3), wo 
Erscheinungen wie cendre, canif besprochen werden, 
das Beispiel pooir > pouvoir , das bekanntlich ins Ge¬ 
biet der Analogie gehört. Es könnten dafür Beispiele, 
wie tüyq, dyo, heute weit verbreitete Aussprache für 
tuer, rions eingesetzt werden. 

Nun folgt eine gedrängte Uebersicht der Entwicklung 
der Vokale und Konsonanten; zuerst wird immer das 
Gesetz aufgestellt, eine Liste von Beispielen gegeben; 
dann kommen die scheinbaren Ausnahmen: Analogien, 
vereinzelte Fälle, Lehnwörter. Der Behandlungschwieriger, 
ungelöster und vielumstrittener Fragen (z. B. Doppel¬ 
entwicklung des oi im Neufranz.; - ier aus arius; pro- 
paroxyt.) wird aus dem Wege gegangen, was bei einem 
Buch, das zur Einführung ins Studium bestimmt ist, 
durchaus zu billigen ist; aus demselben Grund ist aber 
zu bedauern, dass hie und da gänzlich unbewiesene und 
unbeweisbare Behauptungen aufgenommen sind. So 
§ 127 ‘toutes les voyelles ont dü avoir k peu pr&s la 
meme duräe, qui a 6t6 relativement br6ve* (im 
altfranz.); § 132 das vulg. lat. hätte nur die sieben 
verschiedenen Vokale gehabt (wobei bereits hier au > <?!). 
§ 171 a[> e erst nach der Assibilazion von ca, denn 
carutn :> cerum hätte der ergeben. Dass a > e vor 
kqlum > tsqlu gefallen sei, behauptet wohl niemand; 
wenn es aber später ist, so haben wir daraus durchaus 
keinen Anhaltspunkt, ob karu > kieru > t$ier oder 
karu > täaru (respekt. k'aru) > Wer, da auch germ. 
ke, ki zu täe, tsi wird. Ebenso unhaltbar die gleiche 
Folgerung für das nachtonige a in franca > franche 
§ 253. — § 171, 2 wird für e aus a eine sehr offene 
Aussprache angesetzt, offener als für q aus *T], Dieser 
Ansatz ist nicht so sehr an und für sich unhaltbar, als 
im Zusammenhang mit den sonst vom Verf. vertretenen 
Ansichten, wie der oben erwähnten, dass alle Vokale 
gleich kurz waren uüd der aus der Tabelle § 133 und 
sonst ersichtlichen, dass a, ce (= q) e , t in Bezug auf 
Mundstellung eine kontinuirliche Reihe bilden. Dann 
spricht die spätere Entwicklung dagegen; denn wir 
haben ja einen Fall, w r o noch heute e aus a verschieden 
von den andern e gesprochen wird: vor verstummten 
auslautenden Konsonanten : man spricht heute ne (= afrz. 
nes, [wasw]), aber prq [prqssu] und sogar mq [/»mw]; 
nimmt man Nyrop’s Auffassung an, so ist es ganz uner¬ 
klärlich, wie näs zu nq habe werden können, ohne mit 
den andern e zusammenzufallen und von ihrer Entwicklung 
mitgezogen zu w r erden. Auch ich glaube, dass e aus a 
ursprünglich ä gelautet habe, aber zugleich in der 
Artikulation von q und q verschieden gewesen sei; diese 
waren beide mid- oder high-Vokale (ich brauche hier 
wohl nicht erst hervorzuheben, dass q, sogar a auch 
high gesprochen werden können) ä ein low-Vokal, eben 
jener Vokal, der entsteht, wenn man ein gewöhnliches 
mid-a, bei dem die Zungenspitze an den Unterzähnen 
ruht, ohne sie davon zu entfernen, low spricht. Ich 
werde wohl noch Gelegenheit haben auf den Punkt 
zurückzukommen, und auf die Parallelität hinzuweisen, 

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1900. Literaturblatt für germanische nnd romanische Philologie. Nr. 2. 


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die sich dann für die Entwicklung von a[, eL Q[ ergibt; 
jetzt nur so viel, dass man bei dieser Annahme nicht 
notwendig hat, eine Quantitätsdifferenz der Vokale an¬ 
zunehmen. — Die Annahme cresco > crekso > creis, discu 
> dikso > dois lässt sich immerhin rechtfertigen; voll¬ 
ständig unnötig und unbeweisbar ist die gleiche Auf¬ 
stellung vor palatalen Vokalen, bei crescit , crescere 
§ 406, 2; § 499. Abgesehen davon dass es merkwürdig 
wäre, dass die Erscheinung dann vor 0 , 0 , u einträte, 

aber nicht vor a, wird nun in vortoniger Stellung 
vascellu > vaissel ebenso (über ks) erklärt; aber dann 
würde man doch billig auch sco y scü > issö, issü er¬ 
warten: aber es wurde z. B. *irascutu > irascu, wo 
sich also sc gerade an einer durch Analogie sehr ge¬ 
fährdeten Stelle gehalten hat. 

Von unrichtigen Behauptungen seien noch hervor¬ 
gehoben: § 140 ange und esclandre sind keine forraes 
populaires; § 139, 5, 150 foie kann nicht auf *fiticum 
beruhen ( coraticum > corage), sondern kommt von ftcatu 
(wie ital.). § 169 wird accaptat > achete von (icheter 
aus erklärt und für dieses auf den Paragraphen ver¬ 
wiesen , der cantarajo > chanterai u. a. behandelt; 
aber auch acheter kann nicht lautgesetzlich sein, da 
hier gedecktes a vorliegt; es erklärt sich vielmehr durch 
Analogie an die Verba auf - eter . Im § 247 beweist 
der Reim larmes : fermes nicht die Vermischung von 
nr und er, da ersteres Wort im ältern Franz, lairmes 
lautet; § 267 ist der Ansatz -eiz ( etitium ) in Fällen 
wie leveiz etc. wohl nur Druckfehler. Schwerer be¬ 
greiflich § 276: p'iur ( *pavura) > peur est du k l’in- 
fluence des mots en eur ; peur ist doch peour zu lesen, 
der Suffixtausch schon alt. § 165: nicht *&brium, sondern 
ßbrium ist für ivre verantwortlich zu machen ( ivre in 
allen Dialekten Frkr. und iure prov.); i würde hier 
nach muta + liqu. nicht konsonantisch, sondern blieb 
auch nach Abfall des u t also Öbri, dann Umlaut, wie 
föci >fiz ; ebenso cupriu > cuivre (vgl. totti > tuit). 

§ 233 add. aveuc für avec im Patois des Pierrot (MoliSre) 
ist nicht gleichzustellen mit den Dialektfällen von e > Ö, 
die sich nur vor t) finden, sondern geht auf afrz. avuec 
zurück. § 181 Rem. Der Uebergang von afrz. fourme 
zu nfrz. forme etc. lässt sich nicht durch gelehrten 
Einfluss erklären, weil derselbe eben bei mourne > morne 
(übrigens auch bei ourme> ormel) ausgeschlossen ist; 
sondern es dürfte aufzustellen sein: ü (oder 6?) vor 
r + liq. > <?. § 162 calandre : die Littr6’sche Ableitung 
{cylindrus) wird mit Recht von H.-D.-Th. angezweifelt, 
da das Wort erst ziemlich spät auftritt. Deutsches , 
gleichbedeutendes glander (entweder mit mhd. glander= | 
Glanz oder mit glinden = gleiten zusammenhängend) 
dürfte zu Grunde liegen. § 183 Rem. ist ausseracht 
gelassen, dass ein Reim wie peu : repu, ceux : digus 
wirklich einen — für die Gegend, aus der Ronsard und 
Malherbe stammt — korrekten Reim bilden; der Laut ö 
ist im Westen gar nicht unbekannt, sondern aus eu 
( =dii ) entstanden (vgl. noch Garnier receus : ceux Corn. 
286; veu : peu M. Ant. 1634); heute so ( seu ) z. B. 
Bessin, la Hague, Val de Saire, Guernesey etc. 

Unangenehm ist, dass der Verf. sich selbst öfters 
widerspricht. So wird als Etymon von verai § 312, 

§ 417, 2 veracum ; § 260 veracem (nach Gr. Gr.) auf¬ 
gestellt, wovon letzteres wenigstens ganz unmöglich ist; 

§ 194 wird gesir mit seinem e zu cheval etc. gestellt, 

§ 416 steht gisir ‘probablement pour *jaisir ; § 266 
'diel (1 digitale ) > di, au lieu de denn (??), qui existe 


dans plusieurs dialectes; influence de di < datum ?*; in 
Wirklichkeit ist das l lautgesetzlich abgefallen, so lange 
das Wort noch zweisilbig gesprochen wurde, wie der 
Verf. § 344 auch wirklich sagen zu wollen scheint. 
Während § 455 ganz richtig altfranz. fuir aufstellt, 
ist ihm § 202 die Assonanz fuir : vif (Aiol 3234) ein 
Beweis, dass der Diphthong üi sich zu ui ver¬ 
schoben hat. Nach der Lesung der Ausgabe in der Soc. 
d. Anc. T. scheint allerdings das Metrum ein zu der 
Zeit unerhörtes einsilbiges fuir zu fordern; hätte aber 
Nyrop sich die Mühe genommen, Försters Ausgabe ein¬ 
zusehen, so wäre der Irrtum unmöglich gewesen. 

Der letzte Abschnitt behandelt unter dem Titel 
ph6nom£nes divers wieder allerhand Erscheinungen, die 
etwas mehr sporadisches, zufälliges an sich haben: 
Agglutination des Artikels, Prosthese, Epenthese, para¬ 
sitische Laute, Assimilation, Haplologie, Metathese, Ver¬ 
kürzung, Verschränkung, Volksetymologie; auch hier ist 
anzuerkennen, dass eine Menge interessanten Materials 
beigebracht wird. Einiges freilich lässt sich bestreiten; 
so § 529 bienveiUant sei afrz. bienvueillant -f veiller; 
-veillant ist vielmehr regelmässige Entwicklung von 
vueillant vgl. vuidier > vider. chat-huant ist nicht 
eine Alteration von chouan , das im Gegenteil jünger 
ist, während sich in älterer Zeit auch alleinstehendes 
huant findet. 

Hier wie schon früher sucht der Verf. durch aller¬ 
hand passende Anekdoten die Thatsachen zu illustrieren, 
den Stoff möglichst anziehend zu machen und dessen 
Einprägung zu erleichtern. 

Wien. E. Herzog. 


L. Gauchat, Etüde sur le Ranz des vaches fribourgeois 
(Wissenschaftliche Beilage zum Programm der Zürcher 
Kantonsschule), Zürich 1899. 47 S. 4°. 

Der greyerzer Kühreihen (Eintreibelied) setzt sich 
aus ungefähr 20 zweizeiligen Couplets zusammen, deren 
zweite Zeilen alle auf demselben Reim ä laufen, während 
die ersten reimlos sind. Die achtsilbigen Zeilen zeigen 
also das Schema a B, c B, dB etc. Diese Couplets er¬ 
zählen eine lustige Geschichte von den Sennen des 
Dorfes Colombettes, die ein ausgetretener Bach an der 
Alpfahrt verhindert und dem Cure von Charmey, der 
für Käs und gute Werte mit einem Ave Maria das 
Hindernis beseitigt. 

An jedes Couplet fügen sich als doppelter Refrain : 
1) langgezogene Ausrufe, deren Hauptbestandteil 
Lyauba! ist und 2) ein lebhafterer Kehrreim, der im 
wesentlichen ans einer summarischen Aufzählung der an¬ 
gerufenen Kühe besteht: 

Vinide tote, 

Pitite , gröse, 

Blyaqtse, neyre, 

Rodze y modeyle ! 

Und der auch wieder in Lyauba! Lyauba! \>or arid! 
[= pour traire) ausklingt. Für diesen zweiten leb¬ 
hafteren Kehrreim gibt es zwei Varianten, die zum Teil 
mit dem hier mitgeteilten Text kombiniert werden. 

Aehnliche Eintreibelieder finden sich an manchen 
Orten, namentlich der deutschen Schweiz. Der appen¬ 
zeller Kühreihen ist kürzlich von Alfred Tobler (Küh¬ 
reihen, Jodel und Jodellied in Appenzell, Zürich, 
Hug 1890) zum Gegenstand einer sehr interessanten 
Studie gemacht worden. Der Ausruf Lohn ! eignet auch 
den deutschen Liedern, ebenso die Aufzählung der an- 


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gerufenen Kühe, doch ist sie hier eingehender, man 
möchte sagen persönlicher, indem die Thiere bei Namen 
genannt werden: 

Wänd er yha! wand er yha! Loba! Lola! 
Allsamma mit Kama, 

Die Alten, die Jungen .... 

Die Hinket , die Stinket, 

Die Platzet, die Gsch&cket, 

Die Blasset , die Gfläcket, 

Die Schwanzere, Panzere , 

Glinzere, Blinzere . (Appenzell). 

Und während die Couplets des greyerzer Reihens 
einen zusammenhängenden Text bilden, bestehen die¬ 
jenigen der deutschen Reihen aus Schnaderhiipfeln: 

Syt dass i gwybet ha, 

Ha-n-i kä Brot meh gha ; 

Syt dass i gwybet ha, 

Ha-n-i kä Glück meh gha. 

Loba! Loba! 

In seiner hübschen und scharfsinnigen Arbeit weist 
L. Gauchat nach, dass der Kühreihen ursprünglich ein 
„Lied ohne Worte“ ist, eine blosse Alphornweise und 
zwar eine Improvisation, der erst im Laufe der Zeit 
von der menschlichen Stimme einzelne Ausrufe dann 
auch einzelne Worte (Tiernamen) untergelegt und endlich 
eigentliche Verse beigefügt worden sind. 

Die Alphornweise trägt bestimmte Merkmale, die 
in der unvollkommenen Art des Instrumentes begründet 
sind: es umfasst nur zwölf Töne, von denen einer in 
charakteristischer Weise falsch ist; es kennt keine halben 
und keine Moll-Töne. Die Alpbornweise hat keinen 
strengen Rhythmus und besteht gemeiniglich aus einem 
ersten langsamen (A) und einem zweiten lebhafteren (B) 
Satz, welch letztem Gauchat die Kadenz nennt. Diese 
charakteristischen Züge finden sich in den Eintreibe- 
liedern, speziell auch noch im greyerzer Ranz des 
raches wieder. Allerdings ist die wildgewachsene 
Alphornweise gezähmt. Sie ist durch die menschliche 
Stimme, die ihr bestimmte Worte unterlegt, diszipliniert, 
rhythmisch festgelegt und mit neuen Elementen ver¬ 
sehen, ausgeschmückt worden. Der erste Teil A ist im 
Ranz des raches mit den Interjektionen ä! d! ä! ä! 
lyauba! lyauba! zu denen die Einladung por arid ge¬ 
fügt ist, fixiert worden. Die lebhaftere Kadenz B er¬ 
scheint mit einer langen Aufzählung der einzutreibenden 
Tiere. Und ein neues Element ist hinzugetreten: die 
Coupletmelodie. — 

Dieser französische Kühreihen stammt aus der 
deutschen Schweiz. Ranz (eine schlechte Graphie für 
rä = franz. rang < deutsch Ring) ist eine ungeschickte 
Uebersetzung des deutschen Reihe {— Lied). Chile- 
reihe > Ranz des raches. Lyauba ist das Loba der 
deutschen Lieder und nach Gauchat’s Deutung, der man 
gewiss zustimmen wird, darf man darin nicht ein Wort 
sehen, sondern nur eine Lautreihe, wie juhe! huado!, 
die zwei langgezogenen Tönen des Alphorn untergelegt 
wurde und der eine naheliegende Interpretation erst 
nachträglich die Bedeutung von Kuh gegeben hat. 
Loba ist der älteste vokalische Bestandteil der Ein- 
treibelieder. 

Gauchat hat die erreichbaren textlichen und 
musikalischen Varianten des Ranz des raches im An¬ 
hang zusammen gestellt und in erklärenden und kritischen 
Anmerkungen auch sonst Vieles zum tiefem Verständnis 
des Liedes beigebracht. Zum linguistischen Teil ist 


etwa zu bemerken, dass Zeichen und Definition des 
Lautes /li (z. B. yliäo < ftorem): Son unique dans 
lequel le son allemand ich et VI mouiUie se combinent, 
wenig glücklich ist. Der Laut ist ein stimmloses l und 
hat Anspruch auf ein besonderes einheitliches Zeichen. — 

Gauchat’s Arbeit regt dazu an, den Ranz des 
raches mit den deutschen Eintreibeliedern entwicklungs¬ 
geschichtlich noch näher zu vergleichen. 

Uebersieht man die verschiedenen Formen der 
schweizerischen Kühreihen, so erscheint die appenzellische 
als die am wenigsten disciplinierte, ursprünglichste. 
Appenzell ist wohl die Heimat des Kühreihens, der auf 
seiner Wanderung nach dem Westen regelhaftere Gestalt 
angenommen hat. Man vergleiche z. B. den Appenzeller 
mit dem Reihen von Oberhasli (Bern), der ein streng 
strophisches Gebilde von kunstreichem metrischem Bau 
geworden ist. 

Den ältesten Text teil des Eintreibeliedes bilden 
zweifellos (cf. Gauchat p. 11 und 17), nach den blossen 
Interjektionen des Teils A, die Anrufe an die Tiere, 
welche der Kadenz B untergelegt sind. Es ist ein 
armseliger aber für den Sennen vielsagender und stimmungs¬ 
voller Text, der aus der Arbeit des Eintreibens selbst 
fliesst: ein Arbeitstext, d. h. der Kühreihen ist ein 
sogen. Arbeitslied. Der primitive Text, wie er in 
Appenzell noch vorhanden ist, hat im Oberhasli eine 
mehr kunstmässige Ausbildung erfahren: an das Anrufen 
der Tiere schliesst sich eine ausführliche Schilderung 
der Thätigkeit des Kühers (Eintreiben, Melken, Buttern, 
Käsen, Hüten), die viele Strophen füllt. 

In dieses appenzellische bernische etc. Arbeitslied 
hat sich mit der Zeit — und wie es scheint nicht vor 
mehr denn hundert Jahren — ein anderes Element ein¬ 
gefügt: das Schnaderhüpfel. Es unterbricht mit 
seiner munteren Art die Eintönigkeit des Arbeitsliedes; 
es ist der Sang der Erholung und Unterhaltung. Im 
appenzellischen Eintreibelied ist das Schnaderhüpfel noch 
ziemlich regellos in den eigentlichen Reihen eingefügt, 
im oberhasler Reihen ist der Wechsel zwischen Arbeits¬ 
lied und Schnaderhüpfel streng geregelt. Bei den deutschen 
Eintreibeliedern aber ist gemeinsam, dass das Schnader¬ 
hüpfel nur als hors-d’oeuvre erscheint; weder textlich 
noch musikalisch kommt es an Umfang dem Arbeitslied 
gleich. 

Das ist, was ich den deutschen Typus (a) des 
Kühreihens nennen möchte. 

Der französische (greyerzer) Typus (ß) ist da¬ 
von ganz erheblich verschieden: das ursprüngliche 
Schnaderhüpfel ist hier zum förmlichen zusammen¬ 
hängenden Lied ( chanson dramatique) und damit zum 
Kern des ganzen Kühreihens geworden, während 
das eigentliche Arbeitslied verkümmert ist. Im fran¬ 
zösischen Kühreihen ist das, was ursprünglich nur ein 
Amüsement war, das einstige Schnaderhüpfel, zur Haupt¬ 
sache geworden und hat sich so breit gemacht, dass 
das alte Arbeitslied in den Kehrreim gedrängt wurde. 
Verschwunden ist damit auch die liebevolle Einzel¬ 
benennung der Tiere. Es ist dies eine Entwickelung, 
die aus der Geschichte des Volksliedes wohlbekannt ist: 
das Arbeitslied verfällt der Unterhaltung, dem Spiel. 

Entwickelungsgeschichtlich stellt sich also der Ranz 
des raches als eine Verkümmerung des schweizer¬ 
deutschen und speziell des bernischen Arbeitsliedes dar. 
Auf die bernische Form weist eine Refrain Variante des 
Ranz des raches , in welcher es heisst: 


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Unter dieser Eiche 

ist’s dass ich Dich melke; 

Unter dieser Esche 
ist’s dass ich käse — 

und die als ein bescheidene« Fragment der Beschreibung 
der Küherarbeit, wie sie der oberhasler Reihen bietel, 
erscheint. 

Nicht verwundern würden wir uns, im Typus ß 
statt der chanson dramatique von den Sennen von 
Colombettes und dem Cur6 von Charmey auch irgend 
einem anderen Liede zu begegnen. Spuren davon fehlen 
nicht. Im Ormondsthal finden sich neben der chanson 
dramatique einige Strophen eines Spottliedes auf die 
Ungeschicklichkeit nachbarlicher Küher, ja ein Rest da¬ 
von ist auch im greyerzer Lied zu erkennen. Man weiss, 
welche Rolle solche Spottlieder im dörflichen Leben 
spielen. — 

Darnach stellt sich die Entwickelung des Kühreikens 
folgendermassen dar: 

I. Alphornweise: A + B. 

II. Zutritt der menschlichen Stimme mit Interjektionen 

(Loba) zu A und Anrufen an die Tiere zu B. 

III. Einfügung von Schnaderhüpfeln (Typus a). 

IV. Der Schnaderhüpfelmelodie wird ein zusammen¬ 
hängendes Lied unterlegt (Typus ß). 

Der Ram des vaches zerfällt also in zwei Teile 
ganz verschiedenen Alters und Ursprunges und was an 
ihm allein noch vom ursprünglichen deutschen Kühreihen 
sich herschreibt, das ist bloss der heutige Refrain: 
ä, ä, ä, ä, lyauba , lyauba 

Vinide tote, 

Pitite, grö$e, 

Blyaqtse, neyre , 

Rodze , modeyle! 

Lyauba, lyauba, por arid } A 
mit seinen Varianten. 

Der Ranz des vaches ist eine Kühreihenruine. 
Aus dieser Ruine ist ein neues Lied von eigenartiger 
Schönheit aufgeblüht. Das alte deutsche Arbeitslied ist 
nur noch das Motiv, das einer neuen Schöpfung als 
Grundlage dient. 

Auch am Liede vollzieht sich der Kreislauf des 
Lebens. — 

Mit seiner reizvollen, feinen und anregenden Studie 
über das berühmteste westschweizerische Volkslied gibt 
uns L. Gauchat eine Probearbeit aus der Werkstätte, 
aus welcher das westschweizerische Idiotikon 
(Glossaire des patois de la Suisse romande) hervor¬ 
gehen wird. Man sieht, das dieses Unternehmen, das 
Dank Gauchat’s Bemühungen jetzt gesichert ist, in guten 
Händen ruht. 

Und während der Rezensent dies niederschreibt, 
erschallen, wie zur Bestätigung, vom Rosenlaui herüber 
die Klänge des Alphorns. 

Hasliberg. H. Morf. 


Karl Vossler, Poetische Theorien in der italienischen 
Frührenaissance. Berlin, Felber 1900 (Thatsächlich 1899). 
88 S. 8°. 

„Auf Grund einer möglichst sorgfältigen und voll¬ 
ständigen Ausbeute des Materials, die Entwickelung der 
poetischen Anschauungen in gedrängtem Zusammenhang 
zu geben“, ist die dankbare und interessante Aufgabe, 
die sich der Verf. gestellt hat, und er hat sie in der 


anziehendsten Weise gelöst. Mit drei Schlagworten 
fasst er selbst das Ergebnis seiner Untersuchung zu¬ 
sammen: „Die Entwickelung führt vom Dichtertheologen 
über den Poeta Orator zura Poeta Rhetor und Philologus“. 
Die drei Perioden, in denen sie sich vollzieht sind die 
Zeitalter Dantes, Petrarcas und der ersten Humanisten. 
Im Laufe der lebendigen Darstellung trifft man eine 
ganze Fülle treffender und feiner Bemerkungen, die zum 
Weiterdenken und Weiterforschetf anregen. Nur wenige 
Bemerkungen möchte ich der schönen Arbeit anschliessen. 
Die S. 24, Anm. 1 zusammengestellten Aeusserungen 
Dantes über die Vulgärsprache lassen sich eventuell ge¬ 
rade selbst als Argumente zur Herstellung der Chronologie 
der kleineren Werke Dantes benutzen. S. 25 ist der 
primo cinghio del carcere cieco Purg. XXII, 103 ver¬ 
kehrt erklärt: es ist doch der Limbus damit gemeint, 
denn Virgil betont ja ausdrücklich, dass er selbst, Persius, 
Homer und viele andere mit Plautus und Terenz zu¬ 
sammen weilen: 

„Costoro, e Persio, ed io, e altri assai, 
rispose il duca mio, siam con quel greco 
che le muse lattär piü ch’altro mai, 
nel primo cinghio del carcere cieco:“ 

Auch Inf. 58 59 bezeichnet cieco carcere nur die Hölle 
im allgemeinen. Ich glaube, es kann nicht bezweifelt 
werden, dass Giovanni del Virgilio aus Padua stammt 
(S. 28, Anm. 5). Das Urteil über Boccaccios Genealogia 
Deorum S. 56, Anm. 1 halte ich für zu hart. Das 
Werk hatte doch auch lange Zeit grossen Wert als 
Handbuch der klassischen Mythologie. DieHypnerotomachia 
Poliphili (S. 56, Anm. 3) ist in der unzulänglichen 
History of Italian Literature von Garnett S. 108 er¬ 
wähnt und jetzt eben nach Gnoli durch Fabbrini im 
Giornale storico della letteratura italiana XXXV S. 1 ff. 
einer eingehenden Betrachtung unterzogen worden, die 
Vossler natürlich noch nicht gekannt haben kann. 

Der Fortsetzung der Arbeit, welche die poetischen 
Theorien der Hochrenaissance behandeln soll, sieht man 
mit Freude entgegen. 

Halle a. S. Berthold Wiese. 

Hanssen, Fr, Ueber die altspanischeu Präterita vom 

Typus ove pude . Valparaiso. Imp. del Universo. 1898. 

68 S. 8°. (Sep.-Abz. aus den Verhandl. der Deutschen Wiss. 

Ver. in Santiago, Bd. III.) 

Diese Abhandlung enthält etwas mehr als der Titel 
verspricht, indem auch wichtige Fragen der span. Laut¬ 
lehre zur Sprache kommen. Nachdem zunächst die An¬ 
sichten einiger Gelehrten über die in Rede stehenden 
Präterita wiedergegeben worden sind, folgt im § 2 eine 
Sammlung der in den ältesten span. Sprachdenkmälern 
belegten Formen jener Verba — sehr umfangreich und 
; wie bei H. selbstverständlich, ungemein fleissig. Dann 
i wird im § 3 der durch £ und i bewirkte Umlaut be¬ 
sprochen. Die Darstellung schliesst sich im ganzen der 
l üblichen Ansicht an; bemerkenswert ist, dass altspan. 

! tebio als lautgesetzlich erklärt und mit soberbio nervio 
auf eine Stufe gestellt wird (S. 25). Dass das neuspan. 
tibio von entibiar beeinflusst sein sollte, leuchtet indess 
nicht ein; auch dürfte die Erklärung des Paradigmas 
der Verba mit stammhaftem £ ( servio ) bei Annahme der 
H.’schen Ansicht auf Schwierigkeiten stossen. Den 
Gegensatz zwischen sintio und vendiö erklärt H. durch 
| die Voraussetzung, dass der Themavokal der II. Kon- 
I jugation ursprünglich geschlossenes § gewesen sei; 


por aria | a 
B 


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den Beweis für diese Voraussetzung dürfte er nicht er- ! 
bracht haben. | 

Vendiö ist durch den Einfluss der stammbetonten 
Formen und des Imperf. leicht begreiflich. Auf das 
Imperf. kann sich H. natürlich nicht berufen, da ja nach 
seiner Ansicht die Endungen der 2.—6. P. iS aufweisen, 
also Umlaut bewirken müssen; darüber unten. — Zum 
Umlaut rechnet H. auch die Fälle der Attraktion 
(madera u. 8. w.) und die Behandlung der Vokale vor 
palatalen Konsonanten (hecho u. s. w.), was wohl ge¬ 
wöhnlich nicht hierher gezählt wird. 

Im § 4 wird der Umlaut zwischen ove und pude 
besprochen. H. hält es nicht für unmöglich, dass Meyer- 
Lübke, R. Gr. II, S. 322, Recht habe. Wahrscheinlicher 
aber ist ihm, dass die ursprüngliche Konjugationsweise 
folgende gewesen sei: pudi podiste podo ptidiemos 
pudiestespudieron. „Die scharfe Scheidung der Präterita 
vom Typus pude und jene vom Typus ove wäre dann 
das Werk der Analogie“. Wie man sich diese Analogie 
zu denken habe, wird nicht gesagt. Man wird wohl 
lieber Meyer-Lübke zustimmen. Uebrigens hat H. Recht, 
wenn er meint (S. 32), dass o aus a -{- u sich dem 
Umlautsgesetze gegenüber anders verhalten habe als o 
aus o + u. Meyer-Lübke hat R. Gr. I, S. 259 hübe 
aus hobi durch Umlaut erklärt, sich aber II, S. 331 
stillschweigend korrigiert. 

Es folgt nun im § 5 eine Besprechung der Endungen 
des altspan. Präteritums, woran sich S> 53 eine Ueber- 
sicht der Paradigmata und S. 59 eine Zusammenstellung 
der urspan. Formen reihen. Ueber das Verhältnis der 
letzteren zu den lateinischen lässt sich H. leider nicht 
aus. Einige Andeutungen, die er darüber gibt, würden 
aber Erläuterungen fordern. S. 38 heisst es von der 3. P. 
der starken Präterita: ‘Ueberall ist -o durch Entlehnung 
aus den n-Präteritis eingedrungen’. Das sieht so aus, 
als ob in letzteren das o lautgesetzlich wäre, zumal S. 37 
unten von dem Ursprünge dieses o nichts weiter gesagt 
wird. Das o der n-Verba stammt aber aus der «-Kon¬ 
jugation und zwar geschah die Uebertragung zur Zeit 
als noch io betont wurde; dazu stimmt, dass im Cid, 
der schon iö betont, o in den u -Verben bereits durch¬ 
geführt ist. — S. 60: 'Das ie der starken und w-Präterita 
hat sich im Castilischen der zweiten und dritten Kon¬ 
jugation bemächtigt*. Wie ist es aber in jene gekommen? 

In den nun folgenden Anmerkungen nimmt H. mehr¬ 
mals auf meine Anzeige seiner früheren Arbeiten im 
Litbl. 1898, Sp. 163 Bezug. S. 61 sagt er: ‘...es 
liegt kein Grund vor, den Abfall des -t (in *saliöt) in 
eine sehr frühe Epoche zu setzen*. Gleich darauf aber 
schliesst er, ‘dass das -t .... in der für den Laut¬ 
wandel entscheidenden Periode nicht mehr fest war*. 
Das scheint mir ein Widerspruch zu sein. — S. 62 wird 
gegen meinen Zweifel, dass vezin, pleit, estrument u. s. w. 
proklitisch gebraucht werden können, eingewandt, dass 
in der Fügung pleit nuestro das Subst. proklitisch sei; 
darauf ist aber zul erwidern, dass das Subst. doch der 
Träger der Bedeutung ist, während das Pronomen Form¬ 
wort ist, ausserdem ist die Stellung pleit nuestro doch 
seltener als die umgekehrte. Dass vezin de eine proklitische 
Formel sein könnte, will ich zugeben, bei pleit , 
estrument aber ist dies ausgeschlossen. Die Abkürzung 
der Vornamen ist begreiflich, da in Ferran Gonzalez 
z. B. für den nicht zur Famile Gehörigen doch der Zu¬ 
name das Wichtigste ist und den Ton an sich reisst. 

Endlich S. 63 verteidigt H. wieder seine Hypothese, 


dass das Imperf. II. teniSs u. s. w. zu sprechen sei; diese 
Behauptung meint er, habe viele Zweifler gefunden, da 
man überlieferte Irrtümer nur dann aufgebe, wenn man 
müsse. Es fragt sich aber doch, ob man in diesem Falle 
muss. H. wiederholt nur seine Gründe, ohne meine 
Einwände zu widerlegen. 

Solange H. das nicht thut (und ich zweifle, dass 
ihm dies möglich sei) halte ich an meiner Ansicht fest. 
Nach eingehender Beschäftigung mit dieser Frage glaube 
ich nun mit vollkommener Gewissheit behaupten zu können, 
dass die altspan. Betonung tenies war. Der Raum ver¬ 
bietet mir, hier näher darauf einzugehen; ich werde an 
einem andern Orte ausführlich darüber sprechen. 

S. 65 nimmt er für den altspan. Diphthongen ie 
die Betonung auf den zweiten Bestandteil an. Ohne 
darüber entscheiden zu wollen, bemerke ich nur, dass 
der Parallelismus tenie , pidiö eine petitio principii ist 
und muger u. dergl. nicht notwendig dafür spricht. Auch 
darauf komme ich vielleicht anderswo zu sprechen. 

Endlich S. 66 wird nachgewiesen, dass sich der 
Konjunktiv sia f wenn auch nicht im Castilischen, doch 
auf andern Punkten des span. Gebietes finde. 

Prag-Weinberge. Adolf Zauner. 

La Estoria de los Quatro Dotores de la Santa Eglesia. 

Die Geschichte der vier grossen lateinischen Kirchenlehrer 
in einer alten spanischen Ueber Setzung nach Vincenz von 
Beauvais. Herg. von F. Lauchert. Romanische Bibliothek 
Ko. 14. Halle, M. Niemeyer 1897. XII, 443 S. 8°. 

Eine der so zahlreichen spanischen Uebersetzungs- 
arbeiten des 15. Jahrh.: auch das Wenige, das nach dem 
Herausgeber der Spanier seiner Vorlage zugefügt zu 
haben scheint, stammt sicher aus dem bisher nur unvoll¬ 
kommen edierten Speculum: das Verhältnis des in den 
Drucken fehlenden span. Cap. 128 zu seiner Umgebung 
lässt darüber keinen Zweifel. Der Abdruck erscheint 
sorgfältig, die in Klammern eingeschalteten Korrekturen 
sind nicht immer zutreffend, das Glossar ist wenig er¬ 
schöpfend, der Text übrigens sprachlich nicht sehr er¬ 
giebig. Der Herausgeber ist den Quellen des Vincentius 
in dankenswerter Weise nachgegangen; aber er hätte 
grösseren Dank erworben, wenn Mühe und Aufwand einem 
der zahlreichen weit interessanteren Originale aus dem 
15. Jahrh. zugewandt worden wäre, die der Auferstehung 
harren. 

Freiburg i. B. G. Baist. 

Vocalis nasalis a romän nyelvben. Tanulmäny a romän 
nyelv hangtanäböl. Irta Däianu 1116s. (Der Nasenlaut im 
Rumänischen. Untersuchung aus der rum. Lautlehre von 
E. Däianu.) Pest 1895. 40 S. 8°. 

Die ‘Einführung bemängelt das magyarische romdn , 
das romanisch und rumänisch 1 bedeutet, stellt gegen 
Mangiuca fest, dass d wie ä selbständige Laute sind und 
betont a die Wichtigkeit der mundartlichen Aussprache. 

‘A im Schriftrumänischen* bestreitet zunächst, 
dass die Schriftsprache etwas anderes sei als die Volks¬ 
sprache ; inbezug auf die Sprachform mit Recht, inbezug 
auf den Wortschatz mit Unrecht — kein Bauer versteht 
etwa einen Leitaufsatz. Dann wird ä (i i ) als abgeleiteter 
Laut erklärt, und sei demnach ä zu schreiben, wenn es 
aus a (vor n, mp) entstanden sei (cintar Wage kommt 
nicht von ctt [quantus und quot] sondern von centenarium ); 

1 Gewöhnlich das verächtliche oldh (walach), worin manche 
Blätter so vernarrt sind, dass sie es auch für romanisch 
brauchen, so neulich vom „oldh stilua“ eines Domes. 


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% wenn aus e ; % wenn aus i. Die einzigen mit ä aus 
o schreibe man jetzt nur mänästire, plumdnl . Ersteres 
wird hier jedoch mänästire , letzteres allgemein plämäm 
gesprochen. Stint oder s?nt aus lat. sunt (oder sint ?). 

*A in der Volksaussprache’. Beispiele aus 
bistritzer, moldauischen und banater Volksliedern, wo ä 
abweichend von der Schriftsprache steht. 

Darauf wird ä vom „phyBiologischen Stand¬ 
punkte“ aus behandelt und zunächst als in der Kehle 
gebildeter Nasenlaut bezeichnet, auch das neben r stehende 
von den übrigen unterschieden. Hier (S. 21) findet sich 
auch ein sinnentstellender Druckfehler: r ist kein ma- 
ganhangzö (Selbstlaut), sondern mdssalhangzö (Mitlaut). 
R bilde mit ä den Uebergang von den Mitlauten zu 
den Selbstlauten. (Das slav. silbenbildende r entspricht 
ganz dem rum. ir, ri:vri$tä , virttä — tschechisch vrsta.) 

'Alter des ä im Rumänischen. Weist zunächst 
Miklosichs Ansicht ab, dass ä aus ä entstanden sei, 
untersucht die so schwankende Wiedergabe durch slavische 
Buchstaben, die zwischen ä und ä kaum unterscheiden 
lässt, stellt aus den bis 1592 zurückreichenden in lat. 
Schrift überlieferten Sprachproben fest, das ä schon da¬ 
mals im ganzen ebenda stand, wo es sich jetzt findet, 
und weist es dann um 1000, um 500 und endlich schon 
in des Ulfilas Brief an die „Rümoneis“ nach. Hiernach 
könne A von Entlehnung keine Rede sein. 

K A bei den Südrumänen’. In Makedonien wird das 
Dasein des ä bestritten, jedoch nur insofern mit Recht, 
als es dort dem ä ähnlicher klingt, ln Istrien dagegen 
ist es bisher nicht nach gewiesen. 

Die Schlussworte sind^übrigens unrichtig: die neue 
Richtung hat nicht den Laut, sondern nur das Zeichen 
ä aufgegeben und dafür i gesetzt. Da i nie mit a, 
häufig dagegen mit t ( tinär , tinerx) wechselt, ist dies 
die einzig angemessene Schreibweise, die demnach von 
fast allen unabhängigen Schriftstellern Rumäniens an¬ 
gewendet wird. 

'Nasenlautein anderen Sprachen’: Latein maximus 
und maxumus , ital. Mundarten. Schliesslich wird jedoch 
ä (?) auf dakischen Ursprung zurückgeführt, da Ent¬ 
sprechendes im Latein und Romanischen zu selten ist. 

‘Schluss’weist darauf hin, dass die Gebildeten, im 
Banat und Moldau auch das Volk, i immer mehr meiden 
und dafür gewöhnlich i sprechen, selten e. 

Alles in allem ist die Arbeit ein zwar bescheidener, 
doch brauchbarer Baustein; der am Schluss wiederkehrende 
Spott über die Neue Richtung war allerdings über¬ 
flüssig, zumal da er, wie gesagt, nur auf Missverständnis 
beruht. 

Schade, dass der Verfasser eine Sprache gewählt, 
welche sein Werk weiteren Kreisen unzugänglich macht. 

Grosswardein. W. Rudow. 


Zeitschriften. 

Archiv für das Studium der neueren Sprachen 103, 3. 4: 
P. Geyer, Schiller in der heutigen Schule. — K. Lu ick, 
Ueber die Diphthongierung von me. ü , % und verwandte 
deutsche Erscheinungen. — A. L. Stiefel. Ueber die Quelle 
von J. Fletchers ‘Island Princess*. — .T. Schick. Zu Shelleys 
Prometheus Unbound. Hrsg, aus dem Nachlass von Julius 
Zupitza (Schl.). — G. Dobschall, Zu Petrarcas Sonett Era 
il giorno ch’al Sol ci scoloraro. — E. Björkman, Zur engl. 
Wortkunde. Rob. Petsch, Zum engl. Volksrätsel. — R. 
Wessely. Fr. Scholz. Geschichte der deutschen Schriftsprache 
in Augsburg bis zum Jahre 1374. — F. Holthausen, Die 
Aussprache des Schriftdeutschen. Mit dem ‘Wörterverzeichnis 
für die deutsche Rechtschreibung zum Gebrauch in den 


| preussischen Schulen* in phonetischer Umschrift sowie 
! phonetischen Texten von W. Vietor. 4. Aufl. — R. Petsch, 

| Neue Publikationen der ‘Gesellschaft zur Förderung deutscher 
Wissenschaft, Kunst und Literatur in Böhmen*. — M. Morris, 
J. R. Haarhaus, Joh. Wolfg. v. Goethe. — P. Haake, Fr. 
August Clemens Werthes und die deutschen Zrinydramen. 
Biogr. und quellenkritische Forschungen von Dr. Th. Herold. 
— Rob. Petsch, Ö. Frömmel, Kinder - Reime, Lieder und 
Spiele. — 0. Glöde, R. Mentz, Französisches im mecklen¬ 
burgischen Platt und in den Nachbardialekten. Teil EL — 
J. Schoembs, The foreign sources of modern English versi- 
fication. With especial reference to the so-called jambic 
lines of 8 and ten syllables. A thesis presented to the 
faculty of the graduate department of Yale university, upon 
application for the degree of doctor of philosophy, by Cbarlton 
M. Lewis. — F. Holthausen, Beowulf. Angelsächsisches 
Heldengedicht, übertragen v. M. Heyne. 2. Aufl. — Ders., 
Altenglische Dichtungen (Beowulf, Elene u. a.) in wort¬ 
getreuer Uebersetzung von H. Steineck. — J. Schoembs, 
Rud. Brotanek. Untersuchungen über das Leben und die 
Dichtungen Alexander Montgomeries. — A. Brandl, F. J. 
Carpenter, Metaphor and simile in the minor Elizabethan 
drama. — Ders., Sir Philip Sidney, The defense of poesy, 
otherwise known as An apology for poetry. Edited with 
introduction and notes by A. S. Cook. — Wolfg. Keller, 
The Spanish tragedy. A play written by Thomas Kyd. 
Edited with a preface, notes and glossary by J. Schick. — 
A. Brandl, Myra Reynolds, The treatment of nature in 
English poetry between Pope and Wordsworth. — E. Penner, 
The Jessamy bride. By F. Frankfort Moore. — R. Bieder¬ 
mann, H. S. Merriman. Roden’s corner. — M. Meyer- 
feld, Mrs. Alexander, Barbara. Lady’s maid & peeress. — 
Dorothea Gerard, A forgotten sin. — George Paston, A fair 
deceiver. — Annie E. Holdsworth, The gods arrive. — H. 
Lindberg. Modern English writers II. Autobiography of 
a slander by Edna Lyal. Abraham Lincoln, ed. Camilla 
Hammond. III. Biographies of great Englishmen, ed. Prof. 
Dr. F. J. Wershoven. British eloquence, ed. F. J. Wers- 
hoven. — Ders., The cricket on the hearth, ed. Prof. Dr. 
Hans Heim. — Alb. Herrmann, Dr. W. Scott Dalgleish, 
Life of Queen Victoria. Rechtmässige Ausgabe. Für den 
Schulgebrauch hrsg. und erklärt von CI. Klöpper. — Ders., 
Anna Brückner, Talks about English literature from the 
earliest times to the present day. Appendix: Three Little 
Plays. — G. Ebeling, Meraugis von Portlesguez, altfr&nz. 

■ Abenteuerroman von Raoul von Houdenc, zum ersten Mal 
nach allen Handschriften hrsg. von Dr. Mathias Friedwagner. 

, —A. Krause, Le Curial par Alain Chartier. Texte fran^ais 

du XV« sifccle avec l’originnl latin, publiös d’aprfcs les 
manuscrits par F. Heuckenkamp. — Ad. Tobler, Li livres 
du gouvernement des rois, a Xlllth Century french Version 
of Egidio Colonna’s treatise ‘de regimine principum* now 
| first published from the Kerr Ms. together with introduction 
and notes and full-page facsimile by Samuel Paul Molenaer. 

| — G. Carel, Prof. Dr. E. Pariselle, Sieben Erzählungen 

von Ludovic Halfcvy, Guy de Maupassant, Francois Coppee, 

! Alphonse Daudet, Andrfe Theuriet, Emile Zola, Masson- 

| Forestier. Für den Schulgebrauch hrsg. — W. Meyer- 

Liibke, G. Rydberg, Zur Geschichte des französischen — 

I Ad. Tobler, Alfr. Westholm, Etüde historique sur la con- 
struction du type ‘li filz le rei* en frain^ais, th&ae pour le 
doctorat. — K. Buck, Th. Schöningh, Die Stellung des 
| attributiven Adjektivs im Französischen. — Ad. Tobler, 
Histoirede la langue et de la litt^rature frangaise des origines 
ä 1900 . . publifce sous la direction de L. Petit de Julleville. 
— Ders., E. Loseth, Observations sur le Polyeucte de 
Corneille. — E. Braunholtz, Charles Carlton Ayer, The 
tragic heroines of Pierre Corneille. — Alfr. Pili et, Gesta 
Karoli Magni ad Carcassonam et Narbonam. Lateinischer 
Text und provenzalische Uebersetzung mit Einleitung von 
1 Dr. F. Ed. Schneegans. — 0. Hecker, Grundriss der ital. 
Grammatik für Schul- und Privatgebrauch von Gio. Meli. 
4. Aufl. - Ders., LTtaliano parlato. Frasi usuali giornaliere 
I con trascrizione fonetica di Federico Kürschner. — P. de 
Mugica, Gramätica histörico-comparada de la Lengua 
| castellana por el P. Torres. — Ad. Tobler, Dr. Heinrich 
Schröder, Der höhere Lehrerstand in Preussen, seine Arbeit 
i und sein Lohn. Neue Untersuchungen insbesondere über die 
Sterblichkeitsverhältnisse der höheren Lehrer. 

Die Neueren Sprachen VII, 7. 8: G. Wendt, Neue Bahnen 
im neusprachf Unterricht. — Phil. Aronstein, Samuel 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. No. 2. 


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Pepys und seine Zeit. ITI. — H. Ho ff mann. Die schlesische 
3lundart. II. — R. J. Lloyd, The acoustic analysis of the 
spirate fricative consonants. — A. Beyer. Bericht über die 
Verhandlungen der neuphil. Sektion der 45. Versammlung 
deutscher Philologen und Schulmänner in Bremen. — Ders., 
Bericht über das dritte Vereinsjahr des Neuphilologischen 
Vereins in Bremen. — H. Klinghardt, Klöpper, Beiträge 
zur franz. Stilistik; Edm. Franke, Franz. Stilistik; .T. Michelet, 
Tableau de la France; Ph. Plattner, Ausführl. Grammatik 
der franz. Sprache. — M. Krummacher, K. Feyerabend, 
A History of English Literature; Justin McCarthy, Engl. 
Liter, in the Reign of Queen Victoria: Two chapters from 
the author's History of our own Times. Hrsg, von Rieh. 
Ackermann; H. Lewin, Zur engl. Realienkunde: Familien- 
und Gesellschaftsleben; Mrs. Brassey, A Voyage in the 
Sunbeam. Hrsg, von A. Strecker; Schulausgaben: Hall. An¬ 
leitung zum Unterricht in der engl. Sprache auf Grund der 
Anschauung, für Mädchenschulen. — F. D., Engl. Schulaus¬ 
gaben deutscher Schriften. Engl. Schulausgaben französ. 
Schriften. — G. Höft, Ein Wort für die Methode Gouin. 

The modern quarter ly of language and literature No. 5: 
August W. Tilley, Prof. W. Victor. — L. Wiener, Spanish 
studies in England in the lß. and 17. cent. — W. W. G., 
Pre-Malorian romances. — W. W. Grey, Engl, translations 
of Lenore. — F. E. 8andbach, Otto von Diemeringens 
German translation of Mandeville's Travels. 

Kuhn’s Zeitschrift für vergleich. Sprachforschung XXXVI, 
2: A. Thumb, Etymologien. [Darin u. a. TtjKrto, urgerm. 
*drabo8 -; got. n/hs Tempel; got. hnupö; got. hvöpan; got. 
qainön ; got. pairh. — f W. Luft, Wulfila oder Ullila? 

Zs. des Vereins für Volkskunde IX, 4: L. Frankel, Volks¬ 
kundliches aus .T. W. Wolfs Kölner Jugenderinnerungen. — A. 
F. Dörler, Tiroler Teufelsglaube (Schl.) — H. Schukowitz, 
Kriegs- und Schlachtensagen aus dem Marchfelde. — M. 
Gerhardt und R. Petsch, Uckermärkische Kinderreime 
(Schl.). — F. P. Piger, Eine Primiz in Tirol. — W. Hein, 
3Iährische Marterln und rumänische Erinnerungskreuze. — R. 
F. Kain dl, Ruthenische Märchen und Mythen aus der 
Bukowina. — A. Petak, Alte deutsche Weihnachtslieder 
aus dem Lungau. 


Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und 
Literatur XXIV, 3: S. Bu gge, Beiträge zur vorgermanischen 
Lautgeschichte. I. Zur Erläuterung des germanischen «/. 

— A. Goetze. Zur Geschichte der Adjektiva auf -isch. — 
Fr. v. d. Leyen, Zu Hartmanns Rede vom Glauben. — F. 
A. Wood, Etymologisches. — H. Pipping. Ueber den got. 
Dat. Plur. nahtam. — S. Müller, Zur Heimat der Volcae. 

— W. Horn, Zu Beitr. 24. 403. — J. Lunzer, Alte Lese¬ 
zeichen in einer Ortnithandschrift. — 0. Behaghel, Der 
Artikel bei Personennamen. — A. Goetze. Heulied. — E. 
Sievers, Zum Schlutterscandal. - Berichtigungen. 

Zs. für den deutschen Unterricht X. 12: G. Berlit. Eine 
Jugendarbeit Rudolf Hildebrands. — Dr. Ritter, Der deutsche 
Lehrplan der höheren Mädchenschule. — H. 31 enges, Zu 
Rückerts Schwalbenlied: Aus der Jugendzeit. — E. 3Iackel, 
Wie hat sich der Lehrer des Deutschen zu Bieses „Philosophie 
des 3Ietaphorischen“ zu verhalten? — Sprechzimmer: No. 1: 
F. Sohns, Zur niederdeutschen Namenforschung. — No. 2: 
A. Bauer, Der morgende Tag. — No. 3: E. Nestle, Er 
hilft uns frei aus aller Not (Zs. VII. Iß5». — No. 4: .1. 
M6n6trier, Zu dem Gedichte .Nacht gehet“ von Luise 
Hensel. — No. 5: R. Jordan, Eine Ergänzung zur Schrift 
von Tesch: „Die Lehre vom Gebrauch der grossen Anfangs¬ 
buchstaben etc.“ — No. ß: R. Sprenger. Der Zürcher 
Bächtelitag. — No. 7: W. Hai lad a, Gebrauch von über¬ 
haupt für besonders. — No. 8: U. L. Furtmiiller, Der 
Buttlerbrief. — J. Sahr. Ad. Hausrath. Aleander und Luther 
auf dem Reichstage zu Worms. Ein Beitrag zur Reforinations- 
geschichte. — K. Reuschel, J. W. Bruinier, Das deutsche 
Volkslied. Ueber Werden und Wesen des deutschen Volks¬ 
gesanges. — G. Klee, 0. Gurlitt, Die deutsche Kunst des 
neunzehnten Jahrhunderts. Ihre Ziele und Thaten. — Ders., 
R. M. 31eyer, Die deutsche Literatur des neunzehnten Jahr¬ 
hunderts. — Ders., Geibels Gedichte. Auswahl für die 
Schule mit Einleitung und Anmerkungen von Dr. M. Niotzki. 
Chronik des Wiener Goethe-Vereins XIII. 10. 11: 31. 

M orris. Das Datum eines Goethe'sehen Briefes. 

Nynre bidrag tili kännedom om de svenska laudsmalen 
H. ß5: E. Wigström, Folktro och sägner, S. 85 —212. — 
H. ßß: R. Steffen, Norska stev. — J. Nordländer, Jämt- 


ländska ortnamn. — A. Kock, Nägra svenska etymologier. 
[Auch sep., vgl. Litbl. 1809, No. 2. 3, Sp. 107.] — H. ß7: 
0. Graan, Relation eller en fulkomblig beskrifning om 
Lapparnas vrsprung, sä wähl som om heela dheras lefwernes 
förehällande [hrsg. von K. B. Wiklund]. — L. 

Taa! en Letteren IX, 12: J. H. van den Bosch, Het 
litteratuur-onderwijs in het tegenwoordige sisteem van M. 0. 
en op het eindeksamen. — K. Poll, Goethe en .1. Winkler 
Prins. — Ders., Vloyen. — W. F. Gombault, Oudneder- 
lands. De Wachtendonckse psalmen. II. (über Borgeld’s 
Diss. *over de Oudoostnfrk. Psalmen*.) — J. H. Gallee, 
Studie van Spraak-Klanken I. (über Jespersen’s Fonetik.) 


Anglia XXII, 4: W. Ewig, Shakespeares „Lucrece“. Eine 
litterarhistorische Untersuchung. III. — G. Binz. Londoner 
Theater und Schauspiele im Jahre 1599. — E. W. Bowen. 
The Development of Long u in Accented Syllables in 3Iodern 
English. — E. Einenkel, Das Indefinitum. IV. — 0. F. 
Emerson, The Text of Johnson’s Rasselas. — E. Flügel, 
Chaucer’s kleinere Gedichte. I. Liste der Handschriften. 

Anglia Beiblatt X, 8: Wülker, Eugen Kolbing. — Ders., 
Hall. Old English Idyls; Arber, British Anthologies. — 
Ellinger, Grieb-Schröer, Engl. Wörterbuch. — Singer, 
Klebs, Die Erzählung von Apollonius von Tyrus. — Schnabel, 
Thackerav, Vanity Fair. With an introduction by Stephen 
Gwynn; The Ödes of Keats. hrsg. v. Downer; Steffen. England 
als Weltmacht und Kulturstaat. — Ellinger, Ein Vergleich 
von „Washington Irving’s Skizzenbuch“ mit dem Originale. 


Za. für roman. Philologie XXIV, 1: Joh. Niederländer, 
Die Mundart von Namur. — 0. Sol tau, Die Werke des 
Trobadors Blacatz. II. — Wilh. Bruckner, Die Diphthonge 
german. Lehnwörter im Italienischen. — E. Herzog. Ge¬ 
schichte der französischen Infinitivtypen. II. — J. Ulrich, 
Neue Versionen der Riote du Monde. — Ph. Aug. Becker, 
Jacques Grevin und Joh. Sambucus. — 0. Schultz-Gora, 
Eine weitere Anspielung auf 'Valensa'. — Ders., Der altfranz. 
Name Anfelise. — Ders., Li port de Guitaand im Rolands¬ 
liede. — H. Schuchardt, Tessin. (Arbedo) papadüu. — Paul 
3Iarchot, a. fr. mitou , fr. matou. — J. Subak, franz. 
amarrer. — Ad. Zauner, Zum bearnischen Impf. II. — 
Ad. Tobler, Mischung indirekter und direkter Rede in der 
Frage. — F. Ed. Schneegans, Frey, Die Dichtungen des 
Michelagniolo Buonarroti hrsg. und mit krit. Apparat ver¬ 
sehen. — Alfr. Schulze, Lindberg. Les locutions verbales 
figees dans la langue fram;aise. — G. G., 3Iatzke, The 
question of free and checked vowels in gallic populär Latin. 

Revue de Philologie fran$aise et de litterature XIII, 3: 
L. Vignon, Les patois de la region lyonnaise; les pronoms 
de la l re et de la 2« personne du pluriel. — A. Dauzat, 
Oontribution ä la phonetique de Yo dans Flamenca. — L. 
Cie dat. Sur les emplois de mnne. — Chronique. 

Giornale dantesco VII, Serie terza, quad. X: 31. Bufalini, 
Sulla canzone petrarchesca Chiare, fresehe e dolci ac<pie, II. 
— Or. Bacci, La Biblioteca storico-critica della Letteratura 
dantosca. diretta da G. L. Passerini e da P. Papa. — G. 
Brognoligo. Le Briciole letterarie di Gildo Valeggia. — 
L. 31. Capelli. Bibliogratiapetrarchesca. —G. L. Passerini, 
Bibliogratia dantesca. - In den Notizie: Le ossa del conte 
Ugolino e de’ suoi ligliuoli e nepoti. — Dante e Giotto. — 
La traduzione francese della terminologia scolastica. — II 
novo Soldan di un sonetto del Petrarca. — II lusso alla 
corte pontificia di Avignone. — Una nuova edizione del 
Poema di Dante. 

Revue Hispanique 15: R. J. Uuervo, Disquisiciones sobre 
antigua ortografia v pronunciaciön castellanas. II. — L. 
Medina. Dos sonetos atribuidos ä Lupercio Leonardo de 
Argensola. — Boris de Tannenberg, Ecrivains castillans 
contemporains. J.-3I. de Pereda. — Diego Hurtado di 
3Iendo<;a. 3Iechanica de Aristotiles. — R. Foulche- 
Delbosc, El P. Arolas. Su vida y sus versos. Estudio 
critico por .rose R. Lomba y Pedraja. — Ders.. Kinilio 
Cotarelo y 3Iori. Iriarte y su epoca. — .T. Chastenay, 
Auto sacramental nuebo de Las pruebas del linaje uiuano y 
Encumicnda del honbre <lßD5* puhl. por Leo Rouanet. — S. 
Guasch. Mosen Jacinto Verdaguer. (’anigo, leyenda pirenaica 
del tiempo de la reconquista. Version castellana seguida 
de notas y un apendice por el conde de Cedillo. — R. 
Fon lebe-Delbosc, Poesias ineditas de P. de Andrade 
(’aminha, publ. pelo Dr. .1. Priebsch. — 16: J. Leite de 
yasconcellos, Notas philologicas II. — Jul. 3Ioreira, 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. No. 2. 


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Etymologies portugaises. — R. MenGndez Pidal, El Poema Schul tz-Gora. — 1900, No. 1: Beiträge zur romanischen 

del Cid y las Crönicas Generales de Espafia.— R. Foulchä- Philologie, Festgabe !. Gröber, von Tobler. — Zwei Jngend- 

Pelbosc, Les traductions turques de Don Quichote. — Läo Lustspiele von H. v. Kleist, hrsg. von E. Wolff, von E. Schmidt. 

Rouanet, Angel Ganivet. — H. Butler Clarke und John — Fr. Vi sch er, Vorträge. 2. Reihe: Shakespeare-Vorträge, 

D. Fitz-Gerald, James Fitzmaurice-Kelly, A History of von Brandl. — Wilser, Herkunft und Urgeschichte der 

Spanish Literature. (Short Histories of the Literatures of Arier, von Joh. Schmidt. — ,T. Grimm, Deutsche Rechts¬ 
te World V. London, Heinemann. XII. 423 S.) — 17: altertümer, 4. Ausg. besorgt durch A. Heusler u. Rud. Hübner. 

Prince L.-L. Bonaparte, A. G. Gon^alves Vianna, von Brunner. — Bücher, Arbeit und Rythmus. 2. stark 

Correspondance philologique. — Varia: Cortamonte; Note verm. AufL, von v. Wilamowitz-MoeUendorf. 

sur l'Auto de las pruebas del linaje urnano; Le sonnet A Neue Jahrbücher für das klass. Altertum, Geschichte 
Crlsto crucificado II; Une lettre inädite de Guillaume de und deutsche Literatur und für Pädagogik II. Jahrg. 

Humboldt. — Poesias intercaladas en la Crönica troyana 3/4, 10. Heft: Karl Steinweg. Zum Macbeth Shakespeares, 

romanceada. publicadas por A. Paz y Mfclia. — Cartas de Schillers und Pavenants. 

D. Martin Fernandez de Navarrete, D. Agustin Cean Ber- Neues Correspoudenz-Blatt für die Gelehrten- u. Real- 
mudez y D. Diego Clemencin, ä D. Tomäs Gonzalez, archivero schulen Württembergs 6, 10: Fein, Etymologisches über 
de Simancas, publ. por M. Serrano y Sanz. — Mario Schiff, j französ. Orts- und Landnamen. 

Catälogo de la Real Biblioteca. Manuscritos. Crönicas Zs. für die Österreich. Gymnasien 50, 11: W. Du sch ins ky, 
generales de Espaüa descritas por Ramön Menendez Pidal Ueber die Quellen und die Zeit der Abfassung von Grill- 

(Madrid 1898. XII. 164 S.). —19: John D. Fitz-Gerald, parzers Esther. — A. Rebhann, Zu unsern Schulausgaben 

Spanish etymologies. — R. Foulchfc-Delbosc, üAude sur deutscher Classiker. — Ellinger, Gesenius, Kurzgefasste 

La tia fingida. — H. S. Ashbee, Don Quixote and Pickwick. engl. Sprachlehre für Gymnasien. 

— Varia: Testament de Diego de Peralta; Sur quelques Berichte des freien Deutschen Hochstifts zu Frankfurt 
vues de villes espagnoles et portugaises du XVI« sidele; I a. M. N. F. 16,1: L. Frankel, Die drei Wiener Weidmanns 
Puesto ya el pie en el estribo ; Note sur une comädie de Jos6 und der Weidmannsche Faust. 

Antonio Porcel. — 136 Sonnets anonymes. — R. FoulchG- Neue Heidelberger Jahrbücher IX, S. 121—139: Karl 

Delbosc, Retrato de la lozana Andaluza en lengua espafiola 1 Vossler, Die Lyrik des Angelo Poliziano. 
rauy clarisima. Compuesto en Roma por Franc. Delicado, j Zürcher Taschenbuch 1900, S. 150-165: E. Hofföaann- 
vicario del Valle de Cabezuela, y publ. por primera vez en \ Kray er, Eine handschriftliche Sammlung Lavater’scher 
Venecia en los anos MDXXVIII; el cual retrato demuestra | Gedichte. 

Io que.en Roma pasaba y contiene muchas mäs cosas que Korrespondenzblatt des Gesammtvereins der deutschen 
la Celestina. Colecciön de libros picarescos. Con una nota j Geschichts-und Altertums vereine 1899,11 u. 12: Varren- 
bibliogräfica y biogräfica de Luis de Lara (1899. 264 S.). trapp, Strassburgs Einwirkung auf Goethe’s historische 
- Anschauungen. 

Literarisches Centralblatt 50: Banner, Das franz, Theater Zs. des historischen Vereins für Niedersachsen 1899: 
der Gegenwart. — Filon, De Dumas ä Rostand. Esquisse Zwei Briefe von Leibniz betr. eine „Teutsche Gesellschaft* 

du mouvement dramatique contemporain. — E. P. E., Federn, zu Wolfenbüttel nebst zwei Briefen von J. G. Schotteiius an 

Essays zur amerik. Literatur. — M.-P., Warkentin, Heinrich j Herzog August von Braunschweig-Wolfenbüttel, von E. 

von Kleist in seinen Briefen. — Uhl, Das deutsche Lied. — Bodemann. 

Frömmel, Kinderreime. Lieder und Spiele. — 51. 52: 0. D., Archiv der ,,Brandenburgia“ Bd. V: Rob. Mielke, Die 
Ohlert, Das Studium der Sprachen und die geistige Bildung. Bauernhäuser in der Mark. 

— Kn., Tobler, Vermischte Beiträge zur franz. Grammatik. : Ons Hemeclit, Organ des Vereins für Luxemburger Ge- 

— Wienstein, Lexikon der kathol. deutschen Dichter. — 1 schichte, Literatur und Kunst V, 1—3: J. Weber, Die 
Martin Luthers Deutsche Briefe, ausgew. und erläutert von | Luxemburger Sprache. 

Georg Buchwald. — mp., Kleist. Der zerbrochene Krug, Diöcesanarchiv von Schwaben 1899, 11 u. 12: Th. Schön, 
Prinz Heinrich von Homburg. Krit. Ausgaben von Eugen Geschichte des Theaters in Ulm. 

Wolff. — 1: Suchier, Häpke, Krit. Beiträge zu Jacques Mitteilungen der Schlesischen Gesellschaft für Volkskunde 
Milet’s dramat. Istoire de la destruction de Troye la grant. VI, 4 u. 5: P. Drechsler, Des schlesischen Bauern Werkzeug 

— Ders., Lichtenstein, Vergl. Untersuchung über die jüngeren und Hausgerät. - J. Hahn, Zwei schlesische Volksfeste. 

Bearbeitungen der Chanson de Girart de Vianc. - Ders., — K. Gusinde. Sanct Kümmernis in Schlesien. 

Noack, Der Strophenausgang in seinem Verhältnis zum Refrain 1 Carinthia Jahrg. 89, No. 2. 3: V. J., Sagen aus dem Milstätter 
und Strophengrundstock in der refrainhaltigen altfranz. i Seegebiete. — M. Mo rer. Sagen aus dem Görtschitztliale. 

Lyrik. — W. Streitberg, Fink. Der deutsche Sprachbau als i Deutsche Rundschau Dez.: E. Zeller, Ludwig Uhland be- 
Ausdruck deutscher Weltanschauung. — Festschrift zu ! treffend. — H. Hiiffer, Zu Heines Geburtstagsfeier. 

Goethes 150. Geburtstagsfeier, dargebr. vom freien deutschen Das Magazin für Literatur 68, 49: E. Reichel, Hamlets 
Hochstift. — 2: K. Brgm., Hirt, Der indogermanische Ab- Mutter (Schl). — R. Steiner, Goethe als Aesthetiker (Forts. 

laut.-ltz- G., Nyrop, Grammaire historique de la langue ir 50). — 50: E. Reichel, Das Fortinbras-Motiv und die 

franeaise I. — Ldw. Pr., Koppel, Verbesserungsvorschläge Wegsendung Hamlets (Forts, in 52). 

zu den Erläuterungen und der Textlesung des ‘Lear*. — i Literarisches Echo II, 5: R. M. Meyer, Pniower, Goethes 
M. K., Weissenfels, Der junge Goethe. — Ders., Goethe, | Faust. — 6: R. Schoener, Eine ital. Literaturgeschichte. 
Eine Biographie in Bildnissen. — Franke, Die Brüder Das Neue Jahrhundert U, 11 : R. Müller, Goethes Faustina. 
Grimm. — Richter, Ferd. Freiligrath als Uebersetzer. — 3: DieNationl7.il: R. 31. Meyer, Der Dichter des ‘Romanzero*. 
Roethe, Die Reimvorreden des Sachsenspiegels. — Bauch, — M. Luggin, Spanische Volkslieder. 

Geschichte des Leipziger Frühhumanismus. — Keats 1 Hyperion. Bühne und Welt II, 6: E. v. Jagow, Das moderne französ. 
Hrsg. v. Joh. IIoops. — R. W—n, Theob. Hock, Schoenes Drama im Urteile Emile Augiers. 

Blumenfeld. Hrsg. v. M. Koch. — p., Bruinier, Da« deutsche Allgemeine Zeitung Beil. 272. 273: H. Funk, Zwölf Briefe 
Volkslied. — S—tz, Heyne, Das deutsche Wohnungswesen I von Lavater an Goethe. — 278: Rud. Louis, Arbeit und 

von den ältesten geschichtlichen Zeiten bis zum 16. Jalirh. ! Rhythmus. — 279.280: Jul. Asb ach, Heine und das Düssei- 

Deutsche Literaturzeitung No. 47: Mortensen, Medel- dorfer Lyceum. — 285. 286: H. Düntzer, Neues über 

tidsdramat i Frankrike, von Söderhjelm. — No. 48: Morris, Goethes Faust. — 288. 289: Ferd. Sommer, Der Keltische 

Goethe-Studien, von Strack. — Bremer, Zur Lautschrift, Spraclistamm. — 291: 0. Brenner, Das deutsche Wohn- 

von Heilig. — Lope de Vega, Los Guzmanes pubblie. | haus in den ältesten Zeiten. 

dal Dr. Antonio Restori. von Farinelli. — 49: Schönbach, Museum VLI, 11: E. T. Kuiper, Middelnederlandsche geeste- 
Deutsche Uebersetzungen biblischer Schriften, von Nestle. lijke liederen, uitgeg. door Lccoutere. — Kok, Landau. 

— G. G. Schmidt, Die Rieser Mundart, von Schatz. — G. , Geschichte der italienischen Literatur im 18. Jahrb. 

A. Scartazzini, Enciclopedia Dantesca, II. S—Z. von Wiese.— Tijdspiegel 1899, 12: Nauta, Shakespeare’s Hamlet, een 
No. 50/51: Biese, Pädagogik und Poesie, von Matthias. — ziektebeeld (Schl.). 

Der Hymnus Jesu dtilcis memoria in seinen lateinischen | The Athenaeum 3761: Skeat, The Scawagers. — Tyrer, 
Handschriften und Nachahmungen, sowie deutschen Ueber- Dante and Shakespeare. — Budgett Meakin, Tennyson's 

Setzungen, hrsg. von Brerame, von Dreves. — Kaiser. Die Timbuktoo. — 3762: Dante and Shakespeare. — 3764: 

Fastnachtsspiele von der Actio de spotisu. von Euling. — Neilson, The scribe of the Kingis Quair. 

Weiter, Freden Mistral, der Dichter der Provence, von | The Academy 1439: Spiel mann, The hitherto unidentified 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. No. 2. 


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contributions o! Thackeray to Punch. - Dumas in the 
Caucasus. 

Th© qnarterly review 379: Montesquieu in Italy. 

Nineteenth Century Aug. 1899: W. J. Still mann, The 
‘Decamerone* and its villas. 

Pedagogisk tidskrift 1899, 7—8 und 10—11: R. v. Kr seiner, 
Om trestafviga ords användning i vers. — L. 

Nordisk tidskrift für vetenskap, konst och indnstri 1899. 

1: 0. Montelius, Norske Gaardnavne. Oplysninger . . 
udgivne med tilfoiede Forklaringer af O b Rygh. — 6: G. 
Cederschiöld, Om kvinnospräk. — A. Akerblom, Lilja. 
En religiös dikt frän Islands medeltid tolkad. — 7: H. 
Olrik, Danmarks Gilde- og Lavsskraer fra Middelalderen; 
samt Dansl$e middelalderlige gildesegl. A! C. Nyrop. — 8: 
R. Berg, Arets valspräk, ett slags syensk slang. — L. 
Historist tidskrift (svensk) 1899, 3: A. Akerblom, Heim- 
skringlas framställning a! förhällandet mellan Olof 8köt- 
konung och Olaf den helige. — L. 

Ord och Bild 1399, 3: E. Lidiorss, Tvaa Blad ur Dantes 
Inferno. 

Revne pol. et litt. 21: A. Rfcbelliau, La morale dans la 
pr£dication de Bossuet. — 22: L. Söchö, Madame Alfred 
de Vigny. — 23: Zadig, M. Ludovic Halevy. — G. Lanson, 
Les stances du mariage dans FEcole des femmes (III. 2. Der 
Verf. sieht in ihnen eine Parodie der 1040 erschienenen 
‘Pr£ceptes de mariage de Saint Gregoire de Nazianze, envoyes 
ä Olympias le jour de ses noces; stances* von Desmarets). 

— 24: L. Delaporte, M. Anatole France. — 25: G. Monod, 
Malvida de Meysenbug (Vorrede zu einer demnächst er¬ 
scheinenden franz.Uebersetzung der‘Memoiren einer Idealistin 1 , 
die von Mlle Fanta verfasst ist). — 20: L. Söchfc, Les 
amities litt£raires d’Alfred de Vigny (I. Victor Hugo). 

Revue critique 50: J. Lecoq, Roscoe Addison Small, The 
Stage-quarrel between Ben Jonson and the so-called poetasters. 

— F. Baldensperger, Kuno Francke, Social Forces in 
German Literature. — 51: Ch. Dejob, Ferrari, Del ‘('affe*, 
periodico milanese del secolo XVIII. — 1: Ch. Bastide, 
Sykes, French elements in Middle English. — A. Bauer, 
Liebich, Die Wortfamilien der lebenden hd. Sprache. — Uh. 
.T., Rolland. Flore populaire ou Histoire naturelle des plantes 
dans leurs rapports avec la linguistique et le Folk-lore. — 

2: L. Roustall. E. Fr. Haupt, Goethes Gedichte ins 
Lateinische übertragen. 

Revue des cours et Conferences VIII. 4: E. Faguet. 
Houdar de la Motte. Ses fables et ses poesies legeres (Schl.). 

— G. Larroumet, Le theätre de Racine : Athalie. — Cli. 
Dejob, Le sentiment r£publicain dans le thöätre de Voltaire. 

— 5: G. Larroumet, Racine. Sa Mort. Comparaison de 
Racine et de Corneille. — H. Leroux, Le theätre de Corneille. 
‘Horace*. — 6: Em. Faguet, Jean-Baptiste Rousseau et 
Voltaire. — Paul Morillot. Le theätre romantique. ‘Antony*. 

7: E. Faguet, Jean-Baptiste Rousseau. Sa biographie.— 
G. Larroumet, Le theätre francais au XVHI e si£cle. — 

8: Ders., Quinault. — Ch. Dejob, De Rmotion dramatique: 
‘Rhadamiste et Z6nobie*. — 9: E. Faguet, Jean-Baptiste 
Rousseau. Sa biographie. — G. Larroumet, Le theätre 
de Racine. Andromaque. * 

Revue des 6tudes historiques Dez. Jan.: Urbain, Biblio¬ 
graphie critique de Bossuet. — In den Comptes rendus: 
Tourneux, Diderot et Catherine. 

Mölanges d’archäologie etd’histoire XIX. 3.4: J. Luchaire, 
Un manuscrit de la legende de 8. Catherine de Sienne. — 
P. Lauer, Le poeme de la ‘Destruction de Rome* et les 
origines de la Uitö Löonine. 

Bulletin du MusdeBeige 1899. 9: C. Lecoutere.De Vreese, 
Gallicismen in het Zuid-Nederlandsch. 

Atti della r. accademia di archeologia, lettere e belle 
arti (Societä reale di Napoli) Vol. XX: Franc. Colagrosso, 
Saverio Bettinelli e il teatro gesuitico. 

Atti e memorie della R. Deputazione di storia patria 
per le Romagne Serie III, vol. 17, No. 1-3: G. Albini, 
Dell* umanista Franc. Modesto. < 

Memorie del R. Osservatorio astronomico di Palermo I, j 
ö: F. Angelitti, Le regioni dell’ aria nella Divina Com¬ 
media. | 

La biblioteca delle scuole italiane VIII, 17. 18: F. Novati. ’ 
Fu Dante maestro d’Ubaldo da Gubbio? — F. Flamini, | 
Imitazioni italiane in Garcilaso de la Vega. — 0. A n t o g n on i, j 
Dalla luna alla terra (Zu Dante, Paradiso XXVLI, 13(5—8). I 
Annali della r. scuola normale superiore di Pisa Vol. | 


XHr, 1899: Abd-El-Kader Salza, L’ab. Antonio Conti e le 
sue tragedie. — G. Gentile, Rosmini e Gioberti. 

Rivista bibliograflca italiana August 1899: A. Cerquetti, 
Voci notevoli tratte dai primi tre volumi dei ‘Pensieri di 
varia filosofia e di bella letteratura* di G. Leopardi (Wichtige 
Beiträge zum ital. Wörterbuch). 

Rassegna bibliograflca della letteratura italiana VII, 8: 

A. Salza, Intorno a Lodovico Domenichi. 

Rivista dTtalia II, 9: Fr. D’Ovidio, L’epistola a Cangrande. 
La rassegna nazionale 107: P. Bellezza, Idee di A. Man- 
zoni sulla guerra. — 108: G. Fortebracci, L’ereditä di 
Giovanni Boccaccio (über B.’s Einfluss auf die Entwicklung 
der ital. Prosa). — G. Vannuccini, Una poetessa im- 
prowisatrice della seconda metä del sec. XVIII (Teresa 
I Bandettini). — M. Morici, Giustina Levi-Perotti e le 
petrarcliiste marchigiane. 

Gazzettino letterario 1,4. 5: A. Zenatti, ViolettaeScocchetto, 
I noterella dantesca. 

Faufulla della doraenica XXI, 20: G. Rossi, Le versioni 
in dialetto bolognese della ‘Secchia rapita*. — Carletta, 
I Casanoviana. — 40: F. Sesler, Eschilo e Leopardi. 

La Sesia XXIX, 61: C. Faccio, Poeti sangermanesi. 

Iride III, 36. 37: G. Marchesi, Leopardi e la poesia inglese 
(handelt von gewisser Verwandtschaft zwischen L. u. Keats). 
Revista critica de liistoria y literatura espaiiolas, por- 
tuguesas 6 hispano-americanas IV, 3. 4: B. C. Aribau, 
Ainadis De Gaula. 

| Neu erschienene Bücher. 

! Beck man, N., Spräkpsykologi ocb modersmälsundervisning. 
Diss. Uppsala. Lund 1899. 152 S. 8°. 

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1 Larsson, H., Poesiens logik. Lund, Gleerup. 148 S. 8°. 

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Eigenart der dichterischen Sprache.] 

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! spräkvetenskapen. Populär framställning. Stockholm, Selig¬ 
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Rousselot, L’abbö, Historique des applications pratiques de 
la phonötique experimentale. Aus ‘La Parole* 1899. No. 6. 
19 S. 8°. _ 

I Akerblom, A., Nordiska fornkväden öfversatta. I. De femton 
| första sängerna af Wisens Carmina Norrtena. Lund, Möller. 
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Bauer, F., Ueber den Einfluss Laurence Sternes auf Chr. 

M. Wieland (Forts.). Progr. Karlsbad. 19 S. 
Bibliotheek van Middelnederlandsche Letterkunde. Afl. 63. 
Dr. P. Leendertz, Middelnederlandsche dramatische Poezie. 
Eerste Afl. Prijs f. 1.50. Groningen, J. B. Wolters. 
Böhme, 0., Zur Geschichte der sächs. Kanzleisprache von 
ihren Anfängen bis Luther. 1. TI. 13. u. 14. Jahrh. Halle, 
Karras. 58 S. 8°. 

Borgeld, A., De oudoostnederfrankische Psalmen. Klank-en 
vormleer. Groningen Diss. 142 S. 8°. 

Bremer, 0., Ethnographie der germanischen Stämme. [Aus 
‘Paul s Grundriss der german. Philol., 2. Aufl.*] Strassburg, 
Karl J. Triibner. gr. 8°. XII, 216 S. m. 6 Karten. M. 8. 
Bugge, A., Studier over de norske Byers Selvstyre og Handel 
for Hanseaternes Tid. Kristiania, Grondal. 222 S. 5°. 
Cederschiöld, G., Om Erikskrönikan, ett historiskt epos frän 
Folkungatiden. Göteborg, Wettergren & Kerber. 265 S. 
8°. Kr. 2.75. 

Falk. H. og A. Torp, Dansk-norskens syntax i historisk 
fremstilling. Kristiania, Aschehoug. H. 1. 48 8. 8°. Kr. 0.75. 
Fieroske Folkesagn og Aeventyr udgivne ved Jakob Jakobsen. 
H. 2. (Samfund til udgivelse af gammel nordisk litteratur, 
27.) S. 161—320. 

Feilberg, H. F., Dansk Bondeliv, saaledes som det i Mands 
Minde fortes navnlig i Vestjvlland. Kobenhavn, G. E. C. 
Gad. Del 2 212 S. 12°. Kart, Kr. 1.60. 

Goedeke, K., Grundriss der Geschichte der deutschen Dichtung. 
Aus den Quellen. 2. Aufl. Nach dem Tode des Verf. in 
Verbindung mit Fachgelehrten fortgeführt von E. Goetze. 

6 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 2. 


21. Heft. Dresden, L. Ehlermann. 21. Heft. gr. 8°. 7. Bd. 
S. 385 -576. M. 4.20. 

Goethe, Die Mitschuldigen. Ein Lustspiel. [Der Hand¬ 
schrift des Dichters nachgebildet.] Ausg. der Gesellschaft 
der Bibliophilen, hrsg. v. G. Witkowski. Leipzig, J. J. 
Weber. 4°. 157 u. 19 S. M. 12. 

^ Goethe und die Romantik. Briefe mit Erläuterungen. 2. TI. 
Hrsg. v. 0. Schüddekopf und Oskar Walzel. (Schriften der 
Goethe-Gesellschaft, Bd. 14). LI und 399 S. 8°. 

^ Golther, W., Goethe. Festrede. Leipzig, Hirzel. 8°. M. —.40. 
Grundriss der germanischen Philologie. Hrsg. v. H. Paul. 
2. Aufl. 111. Bd. 4. Lfg. gr. 8°. Strassburg. Trübner. XVII 
u. S. 769—995 m. 6 färb. Karten. M. 4. 

Hart, G., de Medelidinge der hilgen Junckfruwen Marien. 
Nd. Text nach der Hs. vom J. 1480. 51 S. 8°. Progr. 

Aschaffenburg. 

> Hartmann. Franz, Betrachtungen über die Mystik in Goethe’s 
„Faust“. Leipzig, Friedrich. 8°. M. 3. 

Heimskringla udg. ved Finnur Jönsson, H. 7 (Samfund 
til udgivelse af gammel nordisk litteratur). S. 353—576. 
Hildebrand, H.. Sveriges medeltid, kulturhistorisk skildring. 

Stockholm, Norstedt. T. 3. II. 1. S. 1—160. Kr. 3.50. 
Idiotikon, schweizerisches. Wörterbuch der schweizer¬ 
deutschen Sprache. Begonnen v. F. Staub u. L. Tobler. 
40. Heft. Bearb. v. A. Bachmann, R. Schoch, H. Bruppacher 

u. E. Schwvzer. Frauenfeld, J. Huber, gr. 4°. 4. Bd. Sp. 
1425—1584." M. 2. 

Kahle, B.. Ein Sommer auf Island. Mit lllustr. und Karte. 

Berlin, Bodenburg. IV, 285 S. gr. 8°. 

Kipfmüller, B., Das Ifflandische Lustspiel. Ein Beitrag zur 
Geschichte der dramatischen Technik. Heidelberger Diss. 
75 S. 8°. 

Laxdtela Saga. Translated from the Icelandic by Muriel A. 
C. Press. Temple Classics. Map. 16 mo, pp. viii- 276. 
London, Dent. 

Leven van Sinte Lutgart, tweede en derte Boek. Naar en 
Kopenhaagsch Handschrift vanwege de maatschappij der 
nederlandsche letterkunde te Leiden uitgegeven door Frans 
van Veerdeghem. Leiden, Brill. LX1X. 209 S. 4°. 

Lidfcn, E.. Ein baltisch-slavisches Anlautgesetz. Göteborg[s 
högskolas ärsskrift]. 31 S. 8°. [Behandelt auch eine An¬ 
zahl germanischer Wörter mit anlautendem yr- und #/-.] 
Literaturdenkmale, deutsche, des 18. u. 19. Jahrh.. hrsg. 

v. A. Sauer. Nr. 83—88. Neue Folge Nr. 33—38. Berlin. 

B. Behr's Verlag, gr. 8°. ä M. —.60. [83 — 88: Kuhn au, .T., 

Der musikalische Quack-Sailer (1700). Hrsg. v. K. Benndorf. 
XXV. 271 S ] 

Lund, T., Livsbelysning. Dagligt Liv i Norden i det 16. 
Aarhundrede. 2. Ausg. Kjobenhavn, Gyldendal. 246 S. 
8°. Kr. 3.50. 

Me ringer, R., Indogerm. Sprachwissenschaft. 2. Aufl. Leipzig, 
Göschen. 136 S. 12°. 

Mitteilungen der Gesellschaft für deutsche Sprache in Zürich. 
5. Heft. Zürich, E. Speidel, gr. 8°. M. - .80. 5: Singer, S., 
Die mittelhochdeutsche Schriftsprache. Vortrag. 23 S. M. —80. 
Nibelunge, Der, Not, in Auswahl und mhd. Grammatik mit 
kurzem Wörterbuch von W. Golther. 4 Aufl. 2. Abdruck. 
Leipzig, Göschen. 192 S. 12°. 

Nyrop, C., Danmarks Gilde- og Lavsskräer fra Middelalderen. 

Kjobenhavn, Gad. T. IT. H. 2. 

Ordbok öfver svenska spräket utgifven af Svenska akademien. 
Lund, Gleerup (Leipzig, Spirgatis). H. 12 anmana—a?i^ikte. 
H. 13 baldrian — barhufvad. H. 14 ansiktiip-ante. ä Kr. 1.50. 
Pal ander, H., Die althochdeutschen Tiernamen. I. Die Namen 
der Säugetiere. Diss. Oerlin, Mayer & Müller, gr. 8°. 
XV, 171 S. M. 4. [Erschien früher bereits als Diss. von 
Helsingfors.] 

Peltzer. A., Deutsche Mystik und deutsche Kunst. Strass¬ 
burg, Heitz VII. 244 S. 8°. M. 8. 

Pleijel, H., Om Nya testainentet pä fornsvenska. Stockholm. 
23 S. '8°. 

— En bild af svenska bibelsprakets utveekling. Sämling af 
numera föraldrade eller annars egendomliga ord och uttryck 
i de kända delarna af Nya testainentet pa fornsvenska jäuite 
angifvande af parallel-ställena i de nysvenska normal- 
upplagorna och af den bufvudorden motsvarande grund¬ 
texten. Stockholm. 80 S. 8°. 

Sch au ff ler, Th., Ahd. Litteratur, mit Grammatik, Ueber- 
setzung und Erläuterungen. 2. Aufl. 2. Abdr. Leipzig, 
Göschen. 152 S. 12°. 

Walther von der Vogelweide m. e. Auswahl aus Minne¬ 


sang und Spruchdichtung. Mit Anmerk. u. e. Wörterbuch 
von Prof. Otto Güntter. 3. Aufl. 2. Abdr. Leipzig, Göschen. 
152 S. 12 M. 

Woordenboek der Nederlandsche Taal. II, 13: Berispen— 
Besmeuren (v. A. Kluyver); III, 9: Br engen—Broed er (v. 
J. W. Müller); V, 13: Handel — Hanej)Oot (v. A. Beers); 
XI, 4: Opdrinken—Opendaan (v. G. J. Boekenoogen). 


Butler, Pierce, Legenda aurea — Legende dor6e — Golden 
legend: a study of Caxton's Golden Legend, with special 
reference to its relations to the earlier English prose trans- 
lation. Johns Hopkins University Diss. Baltimore, John 
Murphy. 1899. VI. 154 S. 8°. 

Butler, Samuel, Shakespeare’s Sonnets. Reconsidered and in 
part Re-arranged. With Introductory Ohapters, Notes and 
a Reprint of the Original 1609 edition. 8vo, pp. 340. London. 
Longrnans 10/6. 

Christoph, F., Ueber den Einfluss Jean Paul Friedrich 
Richters auf Thomas de Quincey. Progr. Hof. 36 S. 
Dennis, John, The Age of Pope (1700—1744). Third edition. 

London, G. Bell. VI. 260 S. 12°. 

Dry den Anthology, The, 1675-1700 a. D. Edited by Prof. 
Edward Arber. (British Anthologies.) Cr. 8vo. pp. vi—312. 
Oxford, Clarendon Press 2/6. 

Early English Text S ociety ExtraSeries 71: The Towneley 
Plays. Re-ed. from the unique Ms. by G. England. With 
side-notes and introduction by A. W. Pollard. XXXIV. 416 S. 
8°. — 72: Hoccleve’s Works. III. The Regement of Princes. 
A. D. 1411—12. From the Harlcian MS. 4866, and 14 of 
Hoccleve’s Minor Poems from the Egerton MS. 615. Ed. by 
Fr. J. Furnivall. LXIII. 216. — 73: Hoccleve’s Minor 
Poems II. from the Ashburnham MS. ed. by .T. Gollancz. — 
74: Three Prose Versions of the Secreta Secretornm. Ed. 
with introd. and notes by R. Steele, and a glossary by T. 
Henderson. I. Text and glossary. 293 S. — 75: Speculum 
Gy de Warewyke. An Early English Poem. With Intro¬ 
duction, notes and glossary. Here for the first time printed 
and first ed. from the mss. by Georgiana Lea Morrill. CXCVI. 
116 S. — 76: George Ashby’s Poems. Ed. from two 15 & 
Century mss. at Cambridge by Mary Bateson. 104 S. 8°. 
— 77: The Pilgrirnage of the Life of Man. Englisht by John 
Lydgate. A. D. 1426, from the French of Guillaume de 
Deguillcville, A. D. 1325. Ed. by F. J. Furnivall. I. XII. 
240 S. — 78: The Life and Death of Mary Magdalene. A 
Legendary poem in two Parts about A. D. 1665. by Dr. 
Robinson. Ed. by H. Oskar Sommer. XXVIII. 82 S. 8°. 
Englands Helicon: A Collection of Lyrical and Pastoral 
Poems: Publishcd in 1600. Edited by A. H. Bullen. Cr. 
8vo, pp. 300. London, Lawrence and Bullen 5/. 

English Lyrics: Chaucer to Poe. 1340—1809. Selected and 
Arranged by William Ernest Henley. New ed. Cr. 8vo, 
pp. 436. London, Methuen 3/6. 

English Madrigals in the Time of Shakespeare. Edited, with 
an Introduction, by F. A. Cox. 12 mo, pp. 292. London, 
Dent 2/6. 

Ford, Harry Clinton. Observations on the Languageof(Thaucer’s 
House of Farne . Diss. University of Virginia. 1899. 

Four Poets. Poems from Wordsworth, Coleridge, Shelley and 
Keats. Selected by Oswald Crawfurd. New ed. 12 mo, pp. 
488. London, Chapman and Hall 2/. 

Gillardon, Heinr., Shelley s Einwirkung auf Byron. Heidel¬ 
berger Diss. 115 S. 8°. 

Hall, John Leslie, Old English Idyls. Boston, Ginn & Co. 
115 S. 8°. 

Harri son, Fr., Tennyson, Ruskin, Mill and other literary 
estimates. London, Macmillan. 330 S. 8°. 

Kings Lyrics, The: Lyrical Poems of the Reigns of King 
James I. and King Charles L; together with the Ballad of 
Agincourt. Written by Michael Drayton. Selected and 
Arranged by Fitz Roy Cai rington. Portraits. Cr. 8 vo, pp. 
xiii—128. London. Duckworth 2/6. 

Koeppel, E., Zur Engl. Wortbildungslehre. Festgruss für 
Herrn. Breymann zu seinem 25 jährigen Jubiläum als ord. 
Professor in München. Braunschweig, Westermann. S.-A. 
aus dem Archiv für das Studium der neueren Sprachen. 
104, 1. 2. 44 S. 8°. 

Lydgate’s Horse, goose and sheep. Hrsg. v. M. Degenhart. 

Leipzig, Deichert. 31. 2. " 

Mas son, I)av., Chatterton. A Biography. New and revised 
ed. London, Hodder and Stoughton. 8°. VIII, 320 S. 

Mil ton, J., Complete poetic and dramatic works. Cambridge 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 2. 


86 


Ed. Ed. by Wm. Vaughn Moody. With introduction to 
the longer poems, notes, translations of Milton’s latin poems. 
indexes to titles and ftrst lines, and a biographical sketch. 
Boston. Cr. 8°. sh. 9. 

Pope Anthology, The, 1701—1744. Edit. by Prof. Edward 
Arber. (British Anthoiogies.) Cr. 8vo, pp. 318. Oxford, 
Clarendon Press 2/6. 

Pope’s Rape of the Lock. Edited by F. Ryland. Cr. 8 vo. 
London, Blackie 1/6. 

Simons, R., Worte und Wortverbindungen in den echten 
Schriften Cynewulfs. Bonner Diss. 32 S. 8°. 

Swift, Jonathanj Prose Works. Vol. 8. Edit. by Temple 
Scott. With a Biographical Introduction by the Rt. Hon. 
W r . E. H. Lecky. (Bohn’s Library.) Cr. 8vo, pp. 340. London, 
G. Bell 3/6. 

Whiting, L., Study of Elizabeth Barrett Browning. London, 
Gay & Bird. 8°. sh. 5. 

Wollaeger. H. W. F., Studien über Swinburne’s poetischen 
Stil. Heidelberger Diss. 106 S. 8°. 


Bihler, Heinr., Die histor. Sprachforschung im franz. Unter¬ 
richt der Gymnasien. Progr. Freiburg i. B. 17. 4°. 

Bonfanti, R., La donna di garbo, di Carlo Goldoni. Noto, 
Zammit. 108 S. 8°. * 

Bruneti£re, F., L’Evolution de la po6sie lyrique en France 
au XIX« siede. Le<;ons profess6es ä la Sorbonne. T. l« r - 
3« Edition. In-16, 336 pages. Paris, libr. Hachette et Co. 
fr. 3.50. 

Bufano, Mich., Angelo Costanzo, poeta e storico del secolo 
XVI: studio storico. Napoli. 46 S. 8°. 

Calderone, Casim., II sentimento della natura in Giovanni 
Meli. Palermo, frat. Vena. 36 S. 16°. 

Canti e proverbi della Piana di Calabria, raccolti ed annotati 
da G. Mecali Del Giudice. Catania, Musumeci. 54 S. 16°. 

Chansons et Ballades populaires du Valois, recueillies par 
G6rard de Nerval. Avec une pr6face par Anatole Loquin. 
R« Edition, complfcte. In-8°, 32 p. Paris, lib. Garnier freres. 
fr. 1.50. 

Dante Alighieri. La Divina Commedia voltata in prosa, 
col testo a fronte, da Mario Foresi. 3» ed. Firenze, Salani. 

3 Bde. 269. 256. 264, XIV. 16*. 

Delaborde, H. F., et L. Le Grand, L6on Gautier (1832— 
1897). Notice nfccrologique. Paris. 41 S. 8°. 

Denis, J., Pascal. L’Homme. Mdnoire infcdit de feu M. Jacques 
Denis. In 8°, 44 pages. Caen, impr. Delesques. 1899. 
[Extrait des M6moires de l’Acadämie nationale des Sciences, 
arts et belles-lettres de Caen.] 

D’Ovidio, Fr.. L’epistola a Cangrande. Aus Rivista d’Italia 
fase. 9. Roma, Societä editrice ‘Dante Alighieri*. 1899. 
31 S. 8°. 

Farinelli, A., Cuatro palabras sobre Don Juan y la literatura 
donjuanesca del porvenir. In Homenaje a Menendez y Pelayo. 
Madrid, Suärez. 1899. 

Ferrari, L., Del ‘Gaffä* periodico milanese del sec. XVIII. 
In Annali della R. Scuola Normale superiore di Pisa. XIV. 

Ficoriili, G. B., Angelo Maria Ricci: la sua vita, le sue 
opere. Cittä di Castello, Lapi 1899. 

Fiordelisi, A., La storia d’un casotto: ricerche sulle rappre- 
sentazioni teatrali in Napoli al principio del secolo. Napoli, 
Gennaro M. Priore. 19 S. 8°. 

Giacomelli, Italo, D’un luogo non bene osservato nella can- 
zone XIV di Francesco Petrarca. Piacenza. 22 S. 8°. 

Gini, Salv., Vita e studio critico delle opere di Ippolito Pinde- 
monte. Como, tip. coop. Comense. 152 8. 8°. L. 3. 

Giusti, Gius.. Epistolario, con illustrazioni e note per cura 
del prof. Oza Giuntini. 6» ediz. Firenze, Salani. 511 S. 16°. 

Graffeo, Salv., Gius. Parini i suoi tempi, sua vita, sue opere. * 
Palermo, casa edit. Era nova. 32 S. 16°. 

L’Araucana. Po£me fcpique par D. Alonso de Ercilla y 
Zufliga. Morceaux choisis prüdes d’une £tude biographique, 
bibliographique et litt^raire, suivis de notes grammaticales 
et de ver8ilication et de deux lexiques par Jean Ducamin. 
Paris, Garnier Freres. XC. 340 S. 8°. 

La Terre de promission (das Land der Verheissung), alt- 
franzos. Uebersetzung des Eugesippus-Fretellus nach der 


Maihinger Hs. 730 und der Pariser Hs. 1036 mit lat. Original 
nach der Münchener Hs. 5307 zum ersten Male hrsg. v. M. 
Roesle. Jahresbericht der Kgl. Realschule Landshut 1898 99. 
VIII. 44 S. 8°. 

Leopardi, Giac., Vita di, scritta da esso, estratta dal- 
l’Epistolario a cura del prof. Gius. Piergili. Firenze, Sansoni. 
XII. 287 8. L. 2.50. 

Liet, A., Traite de prononciation francaise. Paris, Boyveau 
& Chevillet. 8'*. fr. 3. 

Lyon net. H., Le thöatre en Italie. Paris, Ollendorf. 18°. 
fr. 3.50. 

Maddalena, E., La serva amorosa del Goldoni. S.-A. aus 
Rivista Dalmatica I, 5. 16 S. 8°. 

Martin, le P. J., poßsies biterroises (1674—1752), publ. sous 
le titre de ‘Bouquet de cauquos flouretos cueillidos sul 
Parnasso biterrois’ et r66dit6es d’aprfcs l'unique exemplaire 
connu, avec une notice bio-bibliographique et des notes, par 
Fr6d. Donnadieu. Bfcziers, Sapte. 152 S. 8 . 

Ott, A. G., fitude sur les couleurs en vieux frangais. Thfcse. 
Paris, Bouillon. XII, 187 S. 8«. 

Paluani, Gino Lu., Due poemi poco noti del secolo XVI. 
Padova, Gallina. 91 S. 16°. [1. Della Marphtsa bizarra, 
di G. B. Dragoncino da Fano; 2. La Marfisa innamorutu, 
di Marco Bandarini.] 

Pfeiffer, Gust., Ein Problem der romanischen Wortforschung. 
Stuttgart, Greiner & Pfeiffer. 40 S. 8°. M. 1. 

Provasi, Pacifico, Due poemetti mitologici dei secoli XIV e 
XV. Pavia. 1899. (Handelt von dem Ninfale fiesolano u, 
d. Driadeo d’amore.) 

Racine, Jean, Athalie. Tragödie. Ed. with introduction, 
notes and index by H. W. Eve. Cambridge, Univereity 
Press. Pitt Press Series. XXXVI. 155 S. 8°. 

Rajna, P., A Roncisvalle. Alcune osservazioni topografiche 
in servizio della Chanson de Roland. [8.-A. aus Homenaje 
ä Menöndez y Pelayo en el afio vigfcsimo de su profesorado. 
Madrid, Suärez. 1899.] 13 8. 8°. 

Restori, A., Poesie spagnole appartenente a donna Ginevra 
Bentivoglio. In Homenaje ä Menändez y Pelayo. Madrid, 
Suärez. 1899. 

Sal vioni. C., Della villadove avrebbe soggiornato Santo Aurelio 
Agostino in Lombardia. In Rendiconti dell’ Accademia dei 
Lincei (Classe di Scienze morali, storiche e filologiche). 
VIII, pp, 63 —71. 1899. [fi un lavoro di Toponomastica.] 

Schuchardt. Hugo, Romanische Etymologien. II. Wien, 
Carl Gerold Sohn. 222 S. 8°. — Sitzungsber. der Kais. 

Akad. der Wissenschaften. Phil.-histor. Klasse. Bd. CXLI. 

Toldo, Pietro, Elementi di grammatica storica della lingua 
francese. Torino, Petrini. 1899. 

Vilere, A. de. Jean Racine, d’aprfcs sa correspondance. In-8°, 
67 pages. Arras, lib. Sueur - Charruey. Paris, lib. de la 
mfime maison. Extrait de la Revue de Lille. 


Literarische Mitteilungen, Personal¬ 
nachrichten etc. 

Kand. Kor len in Gotenburg beabsichtigt eine ausführ¬ 
liche Laut- und Formenlehre der kleineren altsächs. Denkmäler 
herauszugeben. 

A. L. Stiefel in München ist mit einer umfassenden 
Arbeit über Calderon beschäftigt, deren I. Teil, eine krit. 
Studie Uber die Ausgaben des Dichters enthaltend, in Bälde 
erscheinen wird. 

Der bisherige ao. Professor der german. Philologie an der 
Universität Zürich, Dr. A. Bach mann ist zum Ordinarius 
ernannt worden. 

Der Privatdozent der deutschen Philologie an der Universität 
Marburg, Dr. F. W r e d e ist zum Professor ernannt worden. 

Der Privatdozent der deutschen Philologie an der Universität 
Halle, Dr. Otto Bremer ist zum ao. Professor ernannt worden. 

Die Privatdozenten an der Universität Wien, Dr. M. H. 
,1 e 11 i n e k (deutsche Sprache und Literatur) und Dr. A. Weil 
von Weilen (neuere deutsche Sprache und Literatur) wurden 
zu ao. Professoren ernannt. 




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1900. Literatarblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 2. 


88 


Preis für dreiffespaHene 
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1869- 71. Cloth, (sh. 42.—) 25.— 

Warton, Th., bistory of English poetry from the 12. to the close of the 16- 
Century. With notes variorum ed. by W. C. Hazlitt. 4 vols. London 1871- 
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Nicht Vorräthiges wird schnellstens und billigst besorgt. — Zusammenstellung 
und Einrichtung grosser und kleiner Bibliotheken. — Annahme von Abonnements 
auf sämtliche in- und ausländische Journale und Lieferungswerke. — Ankauf 
ganzer Bibliotheken und einzelner werthvoller Werke. — Antiquariats-Kataloge 

gratis und franko. 


1 


Neuer Verlag von 

Äug. Westphalen in Flensburg. 


Barnstorff, Lehr- und Lese- 
buch der eugl. Sprache. 
3. verb. Stereotyp-Aufl. 

Preis M. 1.80. 

OG** Hie rasche Folge der Auflagen 
ist die beste Bürgschaft für 
die vorzügliche Brauchbarkeit 
dieses Lehrbuches. 

Bamstorff and Schmarje, 
English Readingbook for 
German Pupils. Pr. m. i.öo. 


fiV Das Buch wird seiner Aufgabe 
als fremdsprachliches Lesebuch 
vollkommen gerecht; durch seine 
leicht verständliche, gefällige 
Sprache unterstützt es den Unter¬ 
richt im Englischen und durch 
die besondere Berücksichtigung 
der engl. Realien dient es auch 
den übrigen Unterrichtsfächern. 
Der reichlich bemessene Stoff ist 
praktisch und methodisch gleich 
vorzüglich geordnet u. entspricht 
den verschiedensten Seiten des 
geistigen Lehens der Schüler, so 
dass das Buch nicht verfehlen 
kann, eine gewinnbringende und 
anregende Lektüre für die Schüler 
zu werden. Der Anhang enthält 
sehr brauchbare litterar - ge¬ 
schichtliche Notizen sowie ein 
reichhaltiges Wörterverzeichnis 
(50S.). Den Herausgebern ge¬ 
bührt Dank und ihrem Bache 
die weiteste Verbreitung. 

(Schlesische Schul zeitung.) 
Beide Bücher sind in erster Linie 
für Mittelschulen u. Höhere Mädchen-, 
schulen bestimmt. 


Die Lehnwörter 
io der hnzös. Sprache 

ältester Zeit 

von 

Or. Heinrich Berger. 

1899. 22 Bogen. 8°. Preis M. 8.—. 


Hierzu eine Beilage von Carl Winter’s Universitätsbuchhandlung in Heidelberg und der N. 6. Elwert’schen 

Verlagsbuchhandlung in Marburg. 


Verantwortlicher Redacteur Prof. Dr. Fri tz Neu mann in Heidelberg. — Druck v. G. Otto’s Hof-Buchdruckerei in Darmstadt. 

Ausg-egeben am 12. Februar 1900. 


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LITERATURBLATT 

FÜR 

GERMANISCHE und ROMANISCHE PHILOLOGIE. 


HERAUSGEGEBEN VON 

D R OTTO BEHAGHEL uni. D r FRITZ NEUMANN 

o. 5. Professor der germanischen Philologie o. Ö. Professor der romanischen Philologie 

au der Universität Qiessen. an der Universität Heidelberg. 


VERLAG VON 

Emebeint monatlich. 0. R. REISLAND, LEIPZIG. 

XXI. Jahrgang. Nr. 8. März. 


Preis halbjährlich M. 5. 60. 

1900. 


Lembke, Studien zur deutschen Weidmannssprache 
(Kluge). 

8 c h e e 1, Die deutscho Grammatik des Albert 
Oelinger (S o c i n t. 

Martin und Lienhart, Wörterbuch der Elsäss. 
Mundarten (Behap^hel). 

G e r e k e, Studien zu Reinfried von Braunschweig 
(Re ns c hei). 

Ehrenfeld, Studien zur Theorie des Reims 
(Brenner). 

Latein. Literaturdenkmäler des 15. und 
16 Jahrh. brsg. v. M. Uerrmann 13. 14. (Bahl- 
mann). 


V e r c o u 11 i e , Beknopt etymologisch Woordenboek 
der nederlandsrhe taal (Klug e). 

N i 1 s s o n , Loddfäfnismäl. An eddic study 
(Heuiler). 

C y n e w u 1 f s Elene. Hrsg. r. Jul. Zupitza 4. Auf). 
(B i n z). 

Bonner, Poetik W. Scott’« in seiner Lady of the 
Lake (Glöde). 

S u c h i e r und Birch - Hirschfel't, Geschichte 
der franz. Literatur. 1. Lfg. (8 c h n e e g a n s). 

P a r i s , G., La Literatur© Normande avant Pannexion 
912 - 1204 (M inck witz). 


Les Narbonnais, ohanson de gesto publ. par 
H. Suchier (Becker). 

Guy, Essai sur la vie et les Oeuvres littäraires du 
trour&re Adan de le Haie (S c h n e e g a n s). 

G u i z o t, Montaigne, 6tndes et fragments 
(8 c h n e e g a n •). 

D’Eichthal, Alexis de Tocqueville 
(Mahrenholtz). 

Roessger, Die württembergischen Waldenser 

(Com u). 

Bibliographie. 

W e n k e r, Mitteilung. 


Lembke, Pani, Studien znr Deutschen Weidmanns- 
spräche Eine von der Universität Rostock gekrönte Preis¬ 
schrift (Rostocker Dissertation). Dresden 1898. 

Seit der Arbeit der Gebrüder Kehrein hat die 
sprach geschichtliche Betrachtung der Weidmannssprache 
geruht, obwohl durch Ernst v. Dombrowski die Quellen 
uns bequem zusammengestellt sind. Die vorliegende 
Arbeit ist aus einem Rostocker Preisausschreiben hervor¬ 
gegangen. Die Aufgabe war schwerer, als sich für 
studentische Bewerber wohl gehört. Schon die Be¬ 
schaffung des Materials macht grosse Schwierigkeit. 
Aber auch die in Frage kommenden Gesichtspunkte liegen 
keineswegs auf der Hand. Das Vorbild von Büchern , 
über Studentensprache weist nicht immer die Wege zur ! 
Beurteilung anderer Standessprachen. Ich selbst habe 
mancherlei zusammengetragen aus dem weidmännischen 
Bereich und dabei gehofft, dass ich einmal zu einer 
Darstellung der Weidmannssprache kommen möchte. Aber 
ich bin erfreut liier die Erstlingsarbeit eines Doktoranden 
anzuzeigen, die der deutschen Lexikographie und Sprach¬ 
wissenschaft eine wesentliche Förderung bringt. Wir 
wünschen, dass der Verfasser, der sich nicht in dem 
landläufigen grammatischen Schema — lange Vokale, 
kurze Vokale, Diphthonge; Labiale, Gutturale, Dentale 
u. s. w. — bewegt, seiner Ankündigung gemäss dem 
Thema treu bleiben und uns dereinst einen neuen Kehrein, | 
mit neuen unbekannten Quellen und neuen systematischen 
Gesichtspunkten bringen möge. Die Literatur ist viel 
verzweigter und versteckter, als man anfänglich bei der¬ 
artigen Arbeiten glaubt; da hilft manchmal alles suchen 
nicht, das findet sich erst im Lauf der Zeit zusammen. 
Da habe ich vor mir eine 1786 erschienene Uebersetzung 
von Fieldings Tom Jones, die allerlei Weidmannssprache 
birgt: dass Jones dadurch überflüssig überzeugt werden 
musste, man habe ihn (nach Weidmannssprache) im 
Kessel gerahmt II, 330; ibid. 331 die Prunft als weid- j 
männisch; ibid. I, 244 eine kitte Feldhühner . . . wurde 
von den beiden Weidmännern nach ihrer Sprache in j 
einem tangelbusche gemarkt ; ibid. I, 246 begegnet die 
dickich, der tangelbusch. — Aus V. Bremer’s Fürst¬ 
liche Jägerburg 1657 habe ich mir mancherlei Excerpte 


gemacht (wilderer 131. 145. 146. 168. 177; bursch 
‘das Buschen’ 78; schwingen des Gerfalken 22; leen 
oder baif 12; branten oder tatzen des Bären 14 u. s. w.). 

- Solche Literatur liegt nicht immer am Wege und 
man kann dem Verfasser keinen Vorwurf daraus machen, 
dass er manches derartiges nicht gesehen hat, Eher 
konnte man erwarten, dass er über die weidmännischen 
Partien der deutschen Grammatiken von Meichsner 1538 
(Zachers Zs. 13, 367) und von Sattler 1610 etwas 
äusserte. Ich habe mir noch den klugen Hausvater 
von Joh. Joach. Becherer 1709 dazu notiert. Immerhin 
aber hat Lembke manches neue beigebracht; natürlich 
sind diese Aufsätze kein Repertorium, von dem ein¬ 
schlägigen Wortmaterial wird nur ein kleiner Ausschnitt 
zu einer Charakteristik des weidmännischen Wort¬ 
schatzes verwendet, es handelt sich nicht nm das 
gesammte Material, das der Verfasser zur Verfügung 
hat. Freilich kommt der Verfasser nach langsamer 
Weiterarbeit in Jahren zu einer umfassenderen Arbeit, 
so hoffen wir eine reichere und breitere Ausnutzung auch 
| neu zu beschaffender Materialien unter Ausnutzung ge¬ 
schichtlicher und landschaftlicher Gesichtspunkte zu 
treffen; dann wären auch einzelne Jagdarten wie die 
Falkenjagd besonders zu behandeln. 

Freiburg i. B. F. Kluge. 

Die deutsche Grammatik des Albert Oelinger berausgeg. 
von Willy Scheel. (Aeltere deutsche Grammatiken in 
Neudrucken, No. 4). Halle, Niemeyer 1897. LXXI1 u. 128 S. 
5 M. 

Der Hauptteil der Einleitung ist, wie billig, dem 
Verhältnis des Oelinger zu seinem Doppelgänger Laurentius 
Albertus gewidmet. An Hand einer minutiösen Ver¬ 
gleichung von Kapitel zu Kapitel gelangt Scheel zu 
folgenden Ergebnissen : Es kann keine Rede davon sein, 
dass Albertus und Oelinger nur verschiedene Namen für 
eine und dieselbe Persönlichkeit wären. Oelinger ist 
später als Albertus und bat diesen noch benützt (vgl. 
namentl. Scheel S. 44). Aber ein Plagiator ist er da¬ 
rum doch nicht, denn er hatte selber schon jahrelang 
eine Grammatik vorbereitet und hatte auch deren Gerippe 
bereits, als das Werk des Albertus erschien. Vielfach 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 3. 


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erklärt sich auch ' das Zusammentreffen der Beiden aus 
der Benützung gleicher Quellen. 

Dem Neudruck ist der älteste Oelingerdruck (1573) 
nach einem Berliner Exemplar zu Grunde gelegt, Druck¬ 
fehler des Originals sind verbessert. 

Basel. Adolf Socin. 

Wörterbuch der Elsässischen Mundarten, bearbeitet von 

E. Martin und H. Lienhart Im Aufträge der Landes¬ 
verwaltung von Elsass-Lothringen. Erster Band: A. E. .T. 

0. ü. F. V. G. H. J. K. L. M. N. Strassburg, Trübner. 

1899. XVI und 798 S. gr. 8°. M. 20. 

Mit dem schönen, grossen Werke, dessen erster 
Band uns nunmehr vorliegt, ist ein wichtiger Schritt 
vorwärts gethan in der Erkenntnis der deutschen Mund¬ 
arten. Jetzt zum ersten Mal ist ein wirklicher Vergleich 
zwischen dem Wortschatz zweier unmittelbar benach¬ 
barter Mundarten möglich. Das Gebiet, das Schmeller 
bearbeitete, und das vom Schweizerischen Idiotikon um¬ 
fasste berühren sich auf keinem Punkte; die Schweiz 
dagegen . und das Eisass haben wenigstens ein gutes 
Stück weit gemeinsame Grenze. Noch günstiger freilich 
wird die Sache liegen, wenn einmal das Schwäbische 
Wörterbuch vollendet ist. 

Seiner Lage entsprechend, berührt sich der Elsässische 
Wortschatz ausserordentlich nahe mit dem der Schweiz; 
das beweisen schon die ungemein zahlreichen Verweise 
des vorliegenden Buches auf das Schweizerische Idiotikon. 
Es fehlt aber nicht an sehr bezeichnenden Unterschieden. 
Geradezu erstaunlich ist es, welche Masse von Wörtern 
hier gebucht wird, die aus dem Französischen entlehnt 
sind, ein Stoff, der zu mancherlei lehrreichen Beobachtungen 
Anlass geben wird. Wir sehen, dass sogar arabische 
Wörter durch Vermittelung französischer Soldaten im 
Eisass volkstümlich geworden sind, vgl. mapii/l verrückt, 
betrunken aus arab. mäbhül. Eine interessante An¬ 
gleichung bietet laetral — neutral. Mode hat männliches 
Geschlecht; in Festhaltung des französischen oder unter 
dem Einfluss von Brauch ? Ganz ungemein stark ist dann 
weiter die hebräische Beimischung. Bei einzelnen hierher 
gehörigen Wörtern, wie Chadischemune (Protestant), 
maibäres (schwanger) würde man gern hier die aus¬ 
drückliche Erklärung darüber erhalten, ob diese Wörter 
im Munde von Germanen oder nur von deutschsprechenden 
Juden gebraucht werden. Von andern Abweichungen 
zwischen Schweiz und Eisass ist mir eine aufgefallen, 
die zugleich kulturhistorische Bedeutung hat; dem 
schweizerischen Jass (ein Kartenspiel) mit seinen zahl¬ 
reichen Zusammensetzungen und der Ableitung jassen 
steht im Eisass das einzige Klapper jass gegenüber. 
Eine erhebliche Rolle spielen im Eisass — ich wage 
hier nicht vergleichsweise zu sprechen — Spracher- 
scheinungen, bei deren Zustandekommen dem Scherz — 
oft einem recht derben -- die Hauptrolle zufällt: Buch¬ 
stabenumstellungen wie Hundskeib für Gesundheit , Ka- 
vanz für Vakanz ; Bezeichnungen von unangenehmen 
Dingen durch Wörter, die eine gegenteilige Vorstellung 
hervorrufen: Kaffee = Jauche und Molca — Chikorie, 
Kanarienvogel = Kröte; eigenartige Uebertragungen: 
Fulfieber = Faulheit, Lochfieber — Durchfall, Stange¬ 
fieber — Erektion, Kalberjahr = Jünglingsalter, Kamin¬ 
feger eine Hyacinthenart, weil der Blüthenkolben einem 
Werkzeug des schwarzen Mannes ähnelt, Schwarzwülder- 
maidle die Rotznase, wobei an die herabhängenden Zöpfe 
gedacht wird. 

Aber der Wortschatz an sich ist nicht das einzige, 


was bei Martin und Lienhart fesselt und zur Beobachtang 
herausfordert. Das Wörterbuch iBt zugleich eine ungemein 
reiche Fundgrube an volkskundlichem Stoff, an Rätseln, 
Sprichwörtern und Volksneckereien, an Spielen and 
Bräuchen, an abergläubischen Vorstellungen u. dergl. 
Und es ist augenscheinlich dieser Teil ihres Werkes, 
der den Herausgebern besondere Freude bereitet hat. 

In sprachlicher Beziehung konnte es in den meisten 
Fällen genügen, auf das Schweizer Idiotikon zu ver¬ 
weisen. Manchmal hätte man allerdings gerne noch 
mehr Auskunft gewünscht, als das Gesagte bietet, oder 
das Gesagte ist anfechtbar. Dass die Redensart „ans 
dem ff“ etwas mit fortissimo zu thun habe, kann ich 
nicht glauben, denn es wäre die Verwendung der Prä¬ 
position ganz unbegreiflich; man wird doch an das 
Zeichen für die Digesten anknüpfen müssen. — Unter 
Feiel heisst es: „die ahd. Formen fihala , flla mhd. mle , 
feiel t vigel sind im Eisass sämtlich vertreten“. Der 
Fernerstehende möchte aber doch auch gerne wissen, 
welche neuere Formen den einzelnen ältern entsprechen. 

Liegt in Veilott Veilchen Suffix Vertauschung vor? 
— Bei Feiffel fehlt die Bemerkung, dass es eingewandert 
sein muss. — vivele entspricht nicht franz. vive, sondern 
einem vive le y entstammt also einem vive le roil — 
Bei just vermisse ich die Bemerkung - die bei andern 
Adjektiven steht — dass es nur prädikativ als Adjektiv 
verwendet wird. — Bei Marok, Marolf denkt M. frag¬ 
weise an Werwolf ; sollte nicht der vielgewandte Markolf ’ 
bezw. Morolf hier eine Spur hinterlassen haben ? - Bei 
Wörtern, die mit einem f als ausgestorbene Vertreter 
der Mundart bezeichnet werden, kann ich bisweilen den 
Verdacht nicht loswerden, dass wir es einfach mit Bestand¬ 
teilen der Schriftsprache zu thun haben. 

Möge es der bewundernswerten Arbeitskraft der 
Herausgeber, die erst 1890 zu lebhafter Tliätigkeit für 
ihr Unternehmen gekommen sind, gelingen, ihr prächtiges 
Werk in ungehindertem Fortgang zu Ende zu führen. 
Hoffentlich halten sie an ihrem Vorsatz fest, am Schlüsse 
eine alphabetische Wortliste beizugeben; denn bei der 
gewählten Anordnung, die im Ganzen mit der des 
schweizerischen Idiotikons übereinstimmt, ist es wirklich 
bisweilen nicht leicht, ein Wort aufzufinden. 

Die Ausstattung des Werkes ist ganz vortrefflich. 

Giessen. 0. Behaghel. 

Paul Gereke, Stadien zu Reinfried von Brauu9chweig. 

Hallenser Dissertation 1898. 33 S. 8°. Vollständig in den 

Beiträgen zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur. 

Bd. XXIU, 358-483. 

G. hat dem Reinfried eine sehr eingehende Arbeit 
gewidmet. In einem ersten Abschnitte spricht er über 
den unbekannten Dichter und schliesst sich mit guter 
Begründung dem Urteile Bartschs und Eichhorns an, 
dass der Verfasser ein Bürgerlicher gewesen sei. Der 
zweite Teil handelt über Quellen und Vorbilder und 
zwar I. höfische Epen, II. Spielmannsdichtung, III. mittel¬ 
alterliche lateinische Schriftsteller, IV. die Bibel, V. alt¬ 
lateinische Dichter. Ein dritter Abschnitt beschäftigt 
sich mit Stil und Sprache des Gedichts. 

An Sorgfalt hat es G. nie fehlen lassen, und so 
ist es ihm gelungen, zur Kenntnis des Reinfried wert¬ 
volle Beiträge zu liefern. Als der ertragreichste Teil 
der Untersuchungen dürfte der zweite zu bezeichnen 
sein. Schon der Herausgeber des Gedichts hat auf 
Konrad von Würzburg als das Vorbild für die künstlerische 
Darstellung verwiesen, G. ermittelt einzelne stoffliche 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 3. 


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Uebereinstimmungen mit Konrads Engelhard und stellt 
fest, dass sich der Dichter des Reinfried in seinen 
Kampfesschilderungen an Konrad anlehnt. Ansserdem 
werden sonstige Anklänge an den Basler Dichter hervor¬ 
gehoben. Auch dem Rudolf von Ems verdankt der un¬ 
bekannte Schweizer ziemlich viel, nur Weniges dessen 
Lehrer Gottfried und Hartmann von Aue. Mit vieler 
Sorgfalt wird dann den Beziehungen zu Wolfram nach- 
gegangen, die sich als sehr enge erweisen. Endlich 
macht G. auf Berührungen mit dem jüngeren Titurel 
aufmerksam und hebt zahlreiche Anklänge an die Spiel¬ 
mannsepik hervor. 

Besonderes Interesse bietet der Unterteil des Ab¬ 
schnitts II, der von den mittellateinischen Schriftstellern 
handelt, die Qnellen für den Reinfried bildeten. Honorins 
Augustodunensis und Vincentius Bellovacensis sollen dem 
Dichter Stoff geliefert haben. Bezüglich des ersteren 
scheint mir der Nachweis nicht geglückt zu sein. Keine 
der Parallelen ist zwingend. Dagegen hat Vincentius 
Bellovacensis entschieden als Quelle gedient. Bei den 
Versen 13102 ff. glaube ich allerdings nicht an eine 
derartige Beeinflussung, vielmehr haben wohl Be¬ 
schreibungen von Reisen im Heiligen Lande die Angabe 
veranlasst, in der Bundeslade hätten sich ausser den 
Gesetzestafeln Moses Wünschelrute, Aarons Gerte und 
ein Eimer mit Himmelsbrot befunden. Eben die Wünschel¬ 
rute fehlt ja auch dem Vincentius, wie der Bibel. Das 
Volksbuch von Montevilla (Simrock) erwähnt aber S. 52 f., 
in dem Sarge Christi seien u. A. Aarons Rute und 
Moses Gerte, mit der er das Rote Meer teilte, einge- 
schlossen gewesen. Auf einen solchen Bericht gehen 
wahrscheinlich auch die Verse 19536 ff. zurück, in denen 
erzählt wird, dass die Amazonen sich die linke Brust 
abschneiden lassen, um den Schild besser anlegen zu 
können. Denn das Volksbuch von Montevilla erwähnt 
S. 88 das Gleiche. 

Die Verse 19 750 ff. stimmen mit einer Stelle über¬ 
ein, die sich in Goropius Becanus’ Hieroglyphica findet 
und aus Josephus, Antiquit. Jud. I, 2, 3 entnommen ist. 
Da meint K}.: Ob er (der Reinfrieddichter) diese (Ge¬ 
schichte von den vor der Sintflut errichteten Säulen) 
aber aus derselben Quelle geschöpft wie Goropius, und 
welches jene Quelle ist — denn schwerlich geht Becanus 
direkt auf Josephus zurück — vermag ich nicht zu sagen. 
Weshalb sollen denn nicht beide Verfasser aus dem 
weitbekannten Buche geschöpft haben? 

Die Stellen, denen die Bibel zu Grunde liegt, 
werden sämtlich verzeichnet. Wenn der Dichter 26972 
und 26976 f. einen Unterschied zwischen dem Gebirge 
Sinai und dem Berge Horeb macht, so beweist das eine 
(durch Reisebeschreibungen vermittelte) genaue geo¬ 
graphische Kenntnis. 

An Eichhorns Ausführungen anknüpfend, untersucht 
G. im letzten Abschnitte Stil und Sprache. Dabei führt 
er die für den Dichter sehr bezeichnenden Sprichwort- | 
liehen Redensarten nicht alle auf, es fehlen 27 354 f., j 
26846 f., 26 878 ff., 10 708 ff., 13 422 ff., 20 058 f., 

11 132 f. wie auch die in den Versen 24 110 f., 24 145 ff., 
26 085 f. enthaltenen Lebenserfahrungen. 

Trotz der tüchtigen Arbeit bleibt für den Reinfried 
noch Manches zu thun übrig. 

Dresden. Karl Reuschel. 


Dr. Alex. Ehrenfeld, Studien zur Theorie des Reims. 

I. Teil. Zürich, E. Speidel 1897 (Abhandl. hrsg. von der 
Gesellschaft für deutsche Sprache in Zürich I.). Pr. M. 2.50. 

Der Verfasser wendet sich gelegentlich spöttisch 
gegen moderne Dichter wie gegen moderne Zahlenforscher. 
Damit mag er Recht haben. Aber ich glaube, man 
braucht nicht allzu modern sein, um auch an ihm den 
Geschmack zu verlieren. Die Sprache in den Studien 
ist geziert, wie wir sie allerdings in Abhandlungen unserer 
Zeit nur ausnahmsweise finden, dabei nicht immer recht 
klar. „Schönheit“ ist bei wissenschaftlichen Werken 
nicht mehr verpönt; aber sie ist doch auch noch nicht 
erstes Erfordernis, auch nicht bei ästhetischen Unter¬ 
suchungen — und was dem Einen schön dünkt, braucht 
es noch nicht zu sein. Was den Inhalt anlangt, so ist 
in Ausdehnung und Ordnungauch wieder mehr temperament¬ 
volles Gefühl als nüchterne Berechnung zu bemerken. 
Bemerkungen über den Reim bei Herder, Moritz, Goethe, 
den Romantikern, die Theorie Poggels, W. Grimms, 
einzelne Aeusserungen Potts und der „Neueren und 
Neuesten“ werden ausgehoben und ‘interpretiert’. Den 
Ursprung des Reimes will E. eigentlich ausgeschlossen 
haben; aber er muss doch immer wieder Ansichten Anderer 
darüber Vorbringen und Stellung dazu nehmen. Sonst 
werden wir immer hin- und hergeschüttelt zwischen dem 
Reim des entstehenden und dem des fertigen Gedichtes, 
zwischen seiner Bedeutung für den Dichter und der für 
den Hörer und Leser — und ästhetischen Kritiker. Das 
vorliegende Heft ist als Eingang zu einer Theorie des 
Reimes gedacht. Da nun in diesem Abschnitt die 
Stellung des Verfassers doch auch zum Ausdrucke kommen 
musste, da Vollständigkeit keineswegs angestrebt wurde, 
da im theoretischen Teil die Vorgänger nicht übergangen 
werden dürfen, fragt mau sich, warum doch der Verfasser 
die geschichtlichen Notizen — eine Geschichte der 
Theorie des Reimes kann man das Heft nicht nennen 
— nicht in die Theorie verarbeitet, die ausführlicheren 
Stücke hätten als Exkurse Platz gefunden. Es wäre 
dabei manches als überflüssig ausgeschieden worden, was 
mit der Reimtheorie lose oder nicht zusanimenhängt; 
dann hätten auch die „harmlosen“ mathematischen Formeln 
am Rande entbehrt werden können. Dem Verfasser 
wird durch den Druck seiner geschichtlichen Belege der 
grösste Gefallen für die bequemere Ausarbeitung seiner 
Theorie geschehen sein, doch werden immerhin auch 
Andere wie der Berichterstatter, das Gebotene mit Interesse 
lesen und schliesslich mit dem Verfasser darüber eins 
sein, dass die Fortschritte seit Herder nicht gross sind. 
Für seine eigene Theorie wird Ehrenfeld Büchers 
Forschungen in dem prächtigen Buch über Arbeit und 
Rhythmus wohl bedeutenden Einfluss gewähren müssen; 
im ersten Heft konnte die erste Auflage noch kaum ver¬ 
wertet werden. 

Würzburg. 0. Brenner. 

Lateiuische Litteraturdenkmäler des XV. nnd XVI. Jahr¬ 
hunderts. Hrsg, von Max Herrmann. 13. 14. Berlin, 
Weidmann. 8°. [13: Georgius Macropedius, Rebelles und 

Aluta. Hrsg, von Johannes Bolte. Mit Bildern und Noten¬ 
beigaben. 1897. XLII, 104 8. M. 3. — 14: Joannes Nicolai 
Secundus. Basia. Mit einer Auswahl aus den Vorbildern 
und Nachahmern hrsg. von Georg Ellinger. 1899. LH, 
38 S. M. 2.] 

Von den durch Bolte neu herausgegebenen beiden 
Lustspielen des Macropedius, der seine Lehrtätigkeit in 
| Utrecht nach dem reproduzierten Titelblatte nicht erst 
i 1537, sondern bereits 1535 begann, verdienen die „Re- 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. No. 3. 


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helles“ besondere Beachtung, weil sie zum erstenmal das 
Schulleben auf die Bühne gebracht und die späteren 
Dramen dieser Art bekanntlich nicht unwesentlich be¬ 
einflusst haben. Die komische „Aluta“ ist 1595 von 
Schonaeus für seinen „Vitulus“ benutzt (A. v. Weilen, 
Shakespeares Vorspiel etc., Frankfurt 1884, S. 39) und 
3 Jahre später von Jakob Ayrer ziemlich frei übersetzt 
worden, nachdem schon 1556 ein Anonymus und 1557 
Simon Roth beide Stücke, Rebelles und Aluta, in deutsche 
Reime gebracht hatten. Dass Bolte bei Aufzählung der 
dramatischen Werke des Macropedius die von Roersch 
(Biogr. nat. XIII, 1894 95, Sp. 12) noch erwähnten 
Stücke „Susanna“, „Passio Christi“ und „Dimulla“ über¬ 
haupt nicht nennt, geschieht sicherlich deshalb, weil die 
beiden ersten nach den Ausführungen Jacobys (Progr. 
des Königstädtischen Gymnas. zu Berlin 1886, S. 11 f.) 
nicht von Macropedius verfasst sind und auch eine „Dimulla“ 
bisher ebensowenig aufgefunden ist, wie die von Leonhard 
Päminger (1495 — 1567) ungedruckt hinterlassenen Ver¬ 
deutschungen einiger Dramen unseres Dichters. 

Eine keineswegs leichte, aber sehr dankenswerte 
Aufgabe hatte Ellinger zu lösen, der in der von ihm 
gebrachten Einleitung die Vorbilder der etwa 1535 ent¬ 
standenen „Küsse“ des Secundus und ihren Einfluss auf 
die neulateinische Poesie und die verschiedenen National¬ 
literaturen darzulegen suchte. Die Anlehnungen an 
klassische Muster sind schon früher zusammengestellt, 
als humanistische Vorbilder jedoch ausser Sannazaros 
Gedicht „Ad Ninam“ (1533) noch zwei Dichtungen von 
Philippus Beroaldus (1491) und Petrus Crinitus (1508) 
erst von Ellinger nachgewiesen. Trotzdem ist des 
Secundus Werk als eine durchaus originale Schöpfung 
zu bezeichnen, die Georg Buchanan (1506 - 82), M. A. 
Muret (1526—85), Janus Douza (1545—1604), Janus 
Lernutius (1545 — 1619), Janus Bonefonius (1554—1614), 
Albertus Enfrenius (f 1625) und Caspar Barth (1587 — 
1650) mehr oder weniger nachgeahmt. Fast durchweg 
neue Thatsachen teilt Ellinger unter Benutzung zahl¬ 
reicher in Deutschland nicht vorhandener Originalaus¬ 
gaben in demjenigen Abschnitte mit, der dem Nachleben der 
„Basia“ in der holländischen, französischen, italienischen, i 
englischen und deutschen Literatur gewidmet ist: die 
meisten Anklänge finden sich in den Niederlanden und 
vor allem in Frankreich, verhältnismässig recht wenige 
— entgegen der allgemeinen Annahme — in Deutschland : 
im 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts, während 
solche später auch dort öfter, u. a. bei Goethe und j 
Bürger, zu Tage treten. 1 

Die Texte sind unter Berücksichtigung abweichender 
Lesarten in beiden Heften getreu wiedergegeben: von 
Bolte 1 nach der Editio princeps (1535), von Ellinger nach 
der ersten Gesamtausgabe der Werke des Secundus 
(1541). Von letzterer veranstaltete Guilielraus Cripius 
1561 eine zweite Auflage, die bei Andreas Wechel in 
Paris erschien, jedoch, soweit ich durch Vergleichen 
festgestellt, auch nicht eine hier irgendwie in Betracht 
kommende Aenderung auf weist. 

Münster i. W. P. Bahlmann. 

Vercoullie, J., Beknopt etymologisch Woordenboek 
der nederlandsche taal. Tweede verbeterde en zeer ver- 
meerderde uitgave. Gent—Gravenhage 1898. 464 S. 

Das Buch ist 1890 zum ersten Mal erschienen. 
Die vorliegende neue Auflage, die fast 150 Seiten stärker 

1 Vgl. Liter. Centralblatt 1897, Sp. 1230 f. 


als die erste ist, zeigt, dass Nachfrage nach dem Buche 
besteht und dass es gute Dienste gethan hat. Man 
könnte ja vom wissenschaftlichen Standpunkt über die 
Berechtigung eines solchen Werkes verschiedener Meinung 
sein; die einzelnen Artikel sind zu knapp, zu dogmatisch. 
Aber solche Bedenken sind durch den Erfolg als über¬ 
flüssig erledigt. 

Die neue Auflage zeigt eine wesentliche Erweiterung 
und Bereicherung des Buches. Und gerade ein Nach- 
schlagebuch bedarf der öfteren Erneuerung, der Revision 
und Ergänzung, wenn es gute Dienste tlmn soll. Man 
sieht überall Spuren des Einflusses der einschlägigen 
Literatur, naturgemäss auch selbständige Arbeit des 
Verfassers. Alles knapp eingetragen und schmuck- und 
kunstlos. Ich selbst habe mich mancher Uebereinstimmung 
mit dem Verfasser zu erfreuen. Mein Hinweis für ndl. 
wulp und anglB. hwilpe kehrt natürlich auch hier 
wieder. Aber für ndl. alsem hätte doch spätlat. aloxinus 
zugezogen werden sollen, das die nach Franck vorge¬ 
tragene Etymologie wiederlegt. Für den Artikel stront 
hätte Grdr. I 2 , 345 berücksichtigt werden müssen. In 
dem Artikel 2 vloot musste mein Hinweis auf das früheste 
Zeugnis für das Wort, ags. fiota ‘classis* in den dem 
8. Jahrhundert angehörigen Erfurter Glossen Beachtung 
gefordert. Unter zijd hätte für die Formel toijd en 
zijd die entsprechende ags. und altsächs. Formel einen 
Platz verdient. Für prediken wäre das predikon der 
altndl. Psalmen instruktiv gewesen. Zu wedewinde 
vgl. altags. widuwind(l)e. Der Artikel keper hätte aus 
der alten Auflage nicht beibehalten werden dürfen; vgl. 
Grdr. I 2 , 336. Bei der Deutung von inkt ‘Tinte*, das 
ndd. auch zweisilbig als inket erscheint, ist Herkunft 
aus lat. tineta wie aus lat. encaustum gleich unhalt¬ 
bar; nur ein allerdings seltenes lat. Sncautum genügt 
für das ndl.-ndd. Wort, aber wohl auch für frz. euere. 
Bei paus war das alte pdvos der ndd. Bedahomilie zu 
beachten. Für küssen ‘Sitzkissen* durfte die neue Deutung 
Paul Meyers aus lat. cox'mum nicht unerwähnt bleiben. 
Unter oog hätte wohl Beeinflussung im Vokalismus von 
seiten oor angeführt werden können. 

Man sieht, dass ich im einzelnen Einwendungen zu 
machen habe. Aber vielleicht hat der Verf. diesen oder 
jenen Hinweis absichtlich unterlassen, weil er abweichender 
Meinung ist. 

Freiburg i. Br. F. Kluge. 

Loddfäfnismal. An eddic study. A thesis accepted by the 
faculty o! the university o! Minnesota for the degree o! Doctor 
of philosophy, by Victor Nilsson. Minneapolis, the uni- 
versity press of Minnesota. 1898. 47 S. 8°. 

Die erste Hälfte des Büchleins berichtet sehr ein¬ 
gehend über die kühnen Hypothesen, die Bugge und 
Rydberg zu den Loddfafnismal aufgestellt hatten. In 
der zweiten Hälfte bringt der Verf. einen eignen, nicht 
minder kühnen Vorschlag — wobei er eine von Rydberg 
Mythologie 2, 271 ff. getretene Spur in anderer Richtung 
weiter verfolgt — : Loddfafnir ist Sigurd; der Urheber 
der Ratschläge ist Gripir. Das Gedicht hat also die¬ 
selbe epische Situation wie die Gripisspa, nur dass es 
der ältere Dichter auf ein spruchhaftes, der jüngere auf 
ein katalogisches Stück anlegte. 

Erste Bedingung wäre nun, dass die in den Lodd¬ 
fafnismal vorausgesetzten Lebenslagen in Sigurds Lauf¬ 
bahn widerkehren. Aber dies ist, trotz dem Bemühen 
Nilssons, ganz und gar nicht der Fall. Es stimmt hier 
noch weniger als bei der Spruchpartie der Sigrdrifumal. 


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1900. Literafcurblatt für germanijche und romanische Philologie. Nr. 9. 


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Es ist unmöglich, bei dem ßqlkunnigri konu skalatu i 
faäwt sofa an Brynhild, bei dem ... nt piöfar ni 
leiki an Sigurds heimtückische Mörder zu denken. Und 
da man bei N.’s Auslegung zu dem Schluss kommt: 
Sigurd hat alle diese Ratschläge aufs beste beherzigt 
und hat doch traurig geendet, muss man sich fragen: 
welchen poetischen Sinn hätte es denn, das Motiv des 
Ratgebers so anzuwenden, dass weder die Missachtung 
seiner Lehren das Unheil, noch ihre Befolgung das 
Glück des Zöglings bedingen? 

Eine Stütze seiner Ansicht erblickt N. in dem Namen 
Loddfdfnir: er übernimmt Bugges Erklärung „der fest 
umklammernde“ und findet darin Beziehungen auf Sigurds 
früheste Jugend. Dass in den Anfangsstrophen der 
Fafnismal die Vorstellung durchblickt, Sigurd sei oborinn 
und in der Wildnis aufgewachsen, leuchtet ein; und 
dass der seltsame Deckname gqfugt dtjr (Faf. 2) auf 
das Aufwachsen bei der Hindin weise, ist ein erwägens¬ 
werter Gedanke. Aber zu dem Namen Loddfdfnir , der 
mir immer noch auf seine Deutung zu warten scheint, 
fuhrt uns alles dies nicht hinüber. 

Zugegeben, dass dieser Name eine dichterische 
Fiction mit einer bestimmten, uns unbekannten An¬ 
spielung sei, kann man doch N.’s Ausgangspunkt: „Lodd- 
fafnir ist eine Persönlichkeit der Sage“ nicht gelten 
lassen. Warum sollen wir der altnordischen Literatur 
keine reinen Lehrgedichte zuerkennen, Gedichte, die 
nur das reale Leben im Auge haben, aus ihm ihren Stoff 
schöpfen und auf das Phantasiereich der Götter- und 
Heldensage verzichten? Hat nicht der Inhalt der drei 
Gedichte, Havamal I (die Einschiebsel ausgenommen), 
Loddfafnismal, Sigrdrifumal 22 ff., genügendes Wirklich¬ 
keitsgepräge , um als ethisch - spruchhaftes Spiegelbild 
jenes Alltagslebens, das uns aus den Familien- und 
Königsgeschichten so vertraut ist, unmittelbar verständ¬ 
lich zu werden? Die Aufzeichner der eddischen Ge¬ 
dichte sehen wir ja überall darnach trachten, Zusammen¬ 
hänge herzustellen, wo keine beabsichtigt waren; ver¬ 
bindende Fäden zu schlingen um die Reste der Dichtung, 
die in ihrer natürlichen Eigenart und Bedeutung nur 
noch halb gewürdigt wurden. Die Kompilation dev 
sog. Havamal und ihre Einrückung neben die Odinslieder, 
dann die Behandlung der .Sigrdrifumal zeigen, dass eine 
Dichtung ohne mythisch - heroische Schutzmarke nicht 
mehr verständlich war. Wenn sich unser Verf. die 
Aufgabe stellte, „den Loddfafnismal ihren gebührenden 
Platz im Kreise der Eddalieder anzuweiaen“, hätte er 
besser bedenken sollen, dass dieser Kreis noch anderes 
umschlieaat als Gedichte von Göttern und Heroen. 

Berlin. Andreas Heusler. 


CynewuLfe Elene. Mit einem Glossar hrsg. von Julius 
Zupitza. Vierte Auflage. Berlin, Weidmann’sche Buch¬ 
handlung 1899. IX, 89 S. M. 2. 

Diese vierte von ATbert Herrmann besorgte Auflage 
der Eleneausgabe Znpdtzas unterscheidet sich von der 
dritten (vgl. Litbl. 11, 1890, 8p. 60) nur durch die Be¬ 
richtigung einiger weniger Druckfehler und durch die 
Ergänzung der Angaben über die wichtigste seit 1888 
erschienene Literatur zur Elene; im übrigen ist sie ein 
unveränderter Abdruck der dritten Auflage. Dies ist 
bedauerlich; Zupitza selbst, der mit peinlichster Genauig¬ 
keit die Lesungen und Besserungs Vorschläge früherer 
Herausgeber verzeichnete, hätte unzweifelhaft, wäre er 
noch dazu gekommen* eine Neubearbeitung vorgenommen 


und dabei die Ergebnisse der neueren, ziemlich Intensiven 
Beschäftigung mit CJynewulf, namentlich auch diejenigen 
der metrischen Stadien, wenigstens für die Anmerkungen 
verwertet. Nur eine eingehende Berücksichtigung dieser 
neueren Literatur hätte der. Znpitza’schen Ausgabe auch 
jetzt noch die hervorragende Stellung gesichert, welche 
sie in ihrer früheren Form mit vollem Rechte beanspruchen 
durfte; ein blosser Neudruck, so wertvoll er an und für 
sich sein mag, wird heute den gleichen Rang nicht mehr 
lange behaupten können. Selbstdie verschiedenen beachtens¬ 
werten Fingerzeige, welche Brenner E. St. 13, 480 ff. 
für eine Neugestaltung der Quellen Vergleichungen gegeben 
batte, sind unbenützt geblieben. Für eine übertriebene 
Gewissenhaftigkeit halte ich dagegen die Beibehaltung 
aller früheren falschen Lesungen in den Anmerkungen 
| auch heute noch, da jeder mit Leichtigkeit den Wortlaut 
der Hs. mit Hilfe der photographischen Wiedergabe un- 
' zweifelhaft festzustellen im Stande ist; vollends über¬ 
flüssig ist aber meines Erachtens die fernere Aufführung 
| solcher falscher Lesungen im Glossar wie z. B. böacenige , 

| htaceninga aus V. 842. An Stelle der ausgemerzten 
| sind einige neue Druckfehler getreten: grimmas statt 
gitnwas io V. 90, oculus statt oculos S. 13, Z. 6 v. u. 
und die inconsequente Behandlung von Formen wie feore ) 

! wveare, firena , die bald mit, bald ohne ' erscheinen. Im 
! Literaturverzeichnis vermisse ich Trautmanns Aufsätzchen 
1 zu Cynewulfs Runenstellen im 2. Hefte der Bonner Bei- 
! träge zur Anglistik S. 118—120, welches schon vor dem 
Datum der Vorrede erschienen war. 

Basel. Gustav Binz. 


F. Benier, Poetik W. Scott’s in seiner Lady of Ute 
I Lake mit Hinweisen auf Byron’s Siege of Coxinth und 
Bums’ Poems. Rost. Diss. Ludwigslust 1899. 67 S. 8°. 

| Hinsichtlich der Anlage nnd Ordnung des Materials 
i verdankt der Verfasser vieles den Münster’sclien Disser- 
I tationen von Feld. Kaulen (Poetik Boileaus 1882) nnd 
| Friedr. Brincker (Poetik Shakespeares in den Römer¬ 
dramen 1884). Citiert ist nach Thiergens Ausgabe in 
der Velhagen’schen Sammlung. Zur Vergleichung sind 
■ ungefähr 40 Gedichte von Burns und Byrons Siege of 
Corinth heran gezogen. Im ersten Abschnitt behandelt 
i Benaer die Klangfiguren, die Allitteration, den Reim, 
die Annomination, das Polyptoion und die Onomatopoeie. 
ln dem Gebrauch der Allitteration ist der Unterschied 
zwischen Scott, Byron und Burns nicht gross, Burns 
wäre an erster Stelle zu nennen. Den ausgedehntesten 
Gebrauch von den verschiedenen Arten des Reimes macht 
Burns, doch sind Augenreime und unreine Reime seltener 
* bei ihm, als bei Scott und Byron, die sich hinsichtlich 
] der Anwendung des Reimes kaum von einander unter¬ 
scheiden. Der Mittelreim, der übergehende und innere 
| Seim sind bei dem Liederdichter Burns natürlich viel 
; öfter vorhanden nnd gewiss absichtlich angewandt, während 
das Vorkommen derselben bei Scott und Byron zuweilen 
wohl nur Zufall ist. Die Annomination, besonders die 
von Substantiv und Verb (To spoil tbe Spoiler as we 
may und ähnliche), kommt bei Scott am häufigsten vor, 
seltener ist sie bei Burns, noch etwas seltener bei Byron. 

I Polyptota kommen vor mit verschiedenen Deklinations¬ 
formen ( MaidenJ hear a maiden 1 s prayer), mit ver¬ 
schiedenen Konjugationsformen (He goes to do — what 
1 bad done) oder mit verschiedenen Komparationsformen 
i (Wben «n tbe weurg night dawned wearier day) und 
I ebenfalls am meisten bei Scott, fast ebenso häufig bei 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 3. 


Byron, etwas seltener bei Barns. Die Zahl der onomato¬ 
poetischen Verba ist gerade bei Scott sehr gross, and 
alle wiederholen sich ziemlich oft, wie neiyh , champ , 
roar, rustle , mutter y groan u. a. und ihre Bildungen. 
Von den Wiederholungsliguren kommt besonders häufig 
die Anaphora vor, ebenso wie ihr Gegenteil, die Epiphora. 
Die erstere kommt bei Scott etwas häufiger vor als bei 
Byron und Burns, die letztere findet sich am meisten 
bei dem Liederdichter Burns, bei Scott seltener, bei 
Byron gar nicht mehr. Aehnliche Verhältnisse treffen 
wir in Bezug auf die Symploke, die Epizeuxis, die Ana- 
clasis (Brand to brand, hilt to hilt), den Kyklos und die 
Anadiplosis (The headmost horseman rode alone , Alone , 
but with unbated zeal). 

S. 20 flg. behandelt Benner die Wortverbindungs¬ 
figuren , wie das Asyndeton und Polysyndeton, den 
Pleonasmus und die Tautologie, das Hendiadyoin, die 
Inversion, die Anastrophe, Distributio, die Antithese 
(findet sich 110 Male in the Lady of the Lake). Es 
folgt S. 29 flg. eine erschöpfende Behandlung des Chias¬ 
mus (Shouting clans or squadrons stamping), der Anti- 
metabole, der Klimax, des Epitheton ornans, der häufigsten 
aller Figuren. Im IV. Abschnitt (S. 32 — 39) werden 
die Satz- und Sinnfiguren (Ausruf, Apostrophe, die Griisse 
und Flüche, die Schwur- und Beteurungsworte, Wunsch- 
und Segensworte, die Frage, Wecliselrede, Ellipse und 
Aposiopese), im V. Abschnitt (S. 40 — 65) die Rede¬ 
figuren (das Wortspiel, die Periphrasis, der Euphemismus, 
die Metonymie, die Synekdoche und Hyperbel, die Litotes, 
die Anspielung, die Ironie, das Oxymoron, die Personi- 
fication, die Allegorie, die Metapher, das Gleichnis und 
der Vergleich) behandelt. Durch Benners fleissige Arbeit 
ist bewiesen, dass Scotts Sprache in diesem Gedicht 
dichterisch sehr hoch steht, die zahlreichen Tropen und 
Figuren beweisen dies. Der Ausdruck ist der Stimmung 
sorgfältig angepasst, wie überhaupt der Dichter für 
Klangwirkung ein feines Gefühl hat. Durch gelungene 
Anwendung aller dieser Figuren lässt der Dichter den 
Stil an Klarheit, Nachdrücklichkeit und Lebendigkeit 
gewinnen. Die Vorzüglichkeit seiner Vergleiche hat 
Scott’s Gedichten einen eigenartigen Reiz und grosse 
Schönheit verliehen. Bei Burns finden sich natürlich 
jene Figuren öfter als bei Scott, die für einen Dichter 
aus dem Volke charakteristisch sind, wie z. B. die Allit- 
teration und Personification, während er alle irgendwie 
kunstvollen Figuren vermeidet, wie gesuchte Metaphern 
und längere Vergleiche. Wenn auch Byron im Ganzen 
wenig von Scott in Bezug auf die Figuren abweicht, 
so ist er Scott doch als Versdichter überlegen. Er 
strebt nach Klarheit und möglichster Kürze und ver¬ 
meidet deshalb Pleonasmen, Tautologien, lange Distri¬ 
butionen u. dergl. 

Benner hat durch seine zahlreichen Belege das er¬ 
füllt, was er in der Einleitung zu seiner Abhandlung 
versprochen hat, naelizuweisen, durch welche sprach¬ 
lichen Mittel der Dichter die poetische Wirkung der 
Lady of the Lake hervorgebracht hat. 

Doberan i. M. 0. Glöde. 

H. Suchier u. Adolf Bircli-Hirsch fei d, Geschichte : 
der französischen Literatur von den ältesten Zeiten 
bis zur Gegenwart. Leipzig und Wien, Verlag des biblio¬ 
graphischen Instituts. 1900. Erste Lieferung. 

Mit dieser Geschichte der französischen Literatur, 
deren erste vielversprechende Lieferung eben erschienen 
st, findet die von dem bibliographischen Institut unter- i 


| nommene Darstellung der Hauptliteraturen Europas in 
Einzelmonographien ihren Abschluss. Das Werk wird 
die gesammte Literatur Frankreichs von den ältesten 
Zeiten an behandeln, sowohl auf nordfranzösischem wie 
auf provenzalischem Gebiet, so dass Herr Prof. Suchier 
die mittelalterliche, Herr Prof. Birch - Hirschfeld die 
! neuere Periode behandelt. Das Buch, welches die Be¬ 
dürfnisse weitester Kreise berücksichtigt, will mit Ver¬ 
zicht auf wissenschaftliche Erörterungen und gelehrten 
Apparat in zusammenhängender Darstellung „den wesent¬ 
lichen Inhalt der neuesten Forschung“ geben und durch 
Inhaltsangabeu und Hervorhebeu der „Stofflichen Elemente, 
ihrer Zusammenhänge und ihrer Entwickelung“, zumal 
in der älteren Periode, auf die „universelle Bedeutung“ 
der französischen Literatur hinweisen. Ein reicher Bilder¬ 
apparat, der, soweit aus dem Prospekt zu ersehen ist, 
mit Geschick und Geschmack ausgewählt ist, soll besonders 
die äusseren Erscheinungsformen der Literatur veran¬ 
schaulichen. Die Ausführung der dieser ersten Lieferung 
beigefügten Tafeln — Miniaturmalerei aus einer Breslauer 
Froissarthandschrift, ein Blatt aus dem Handexemplar 
der Essais von Montaigne, ein Zwischenakt im Theätre 
fran^ais nach dem Gemälde von Dantan mit Portraits 
zeitgenössischer Schriftsteller und Künstler — ist vor- 
, züglich. — Das Werk wird in 14 Lieferungen von etw f a 
48 Seiten (zu je 1 Mark, gebunden 16 Mark) vollständig 
sein. Wir behalten uns vor später über das Buch ein¬ 
gehend zu berichten. 

Heidelberg. F. Ed. Schneegans. 

Gaston Paris, La Litteratore Normande avant 
l’annexion (912—1204). Paris, E. Bouillon 1899. 8°. 57 S. 

Le vrai patriotisme provinciul comme le vrai 
patriotisme national veut avant tout sapptiyer sur la 
viriUecarte les illusions, et eher che ä fonder la 
conscience du präsent et Vespärance de Vavenir sur la 
connaissance exacte et le sentiment juste du passe. 
Mit diesen Worten hat Gaston Paris als neuernannter 
„direct eur“ der Sociite des Antiyuaires de Normandie 
(auch mit dieser Würde ein altes Erbe Paulin Paris’ 
antretend) in der öffentlichen Sitzung vom 1. Dezember 
1898 seine Hörer auf die teilweise negativen Resultate 
seiner von ihm persönlich zur Verlesung gelangenden 
Abhandlung über die normannische Literatur vor der 
Annexion vorbereitet. Im Sommer 1899 ist dieser Vor¬ 
trag mit zahlreichen Anmerkungen versehen in den 
„Mämoires u der genanten Gesellschaft sowie als Sonder¬ 
ausgabe im Drucke erschienen. — Die negativen Re¬ 
sultate der Studie erstrecken sich über die ersten 
21 Seiten. Nach vier Richtungen hin wird ein Mangel 
schöpferischer Eigenart konstatiert: Erstens fehlt es an 
echt normannischen chansons de geste (zur Zeit der 
glänzenden Waffentliaten in Unteritalien, der Eroberung 
Englands und des Kreuzzugs ist die Aera der Volks¬ 
epen bereits abgeschlossen, und die Französisierung der 
Normannen ist überhaupt zu spät erfolgt), zweitens 
scheint der normannische Rationalismus sich ablehnend 
gegen die „matiere de Bretagne“ zu verhalten, drittens 
fehlt es an „romans d’aventure“, viertens an „trouveres 
normands“ K Aus diesen klaffenden Lücken im literarischen 
Inventar, noch mehr aber aus dem vorhandenen über¬ 
wiegenden Bestand ernster historischer, kirchlicher und 
rein didaktischer Dichtungen ist ein Rückschluss auf die 
eigentümliche Beaulagung der Normannen Frankreichs 

1 lio<jer d’Andeli (p. 19) ausgenommen. 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 3. 


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trotz eines gewissen Vorbehalts nicht schwer. An den 
erhaltenen normannischen Literaturdenkmälern offenbaren 
sich zwei Grundzüge, die der französischen Prosa ins¬ 
besondere zur Ehre gereichen: la raison et la clartß. 

Meisterhaft ist in wenigen Zügen das Portrait von Wace 
(p. 27) entworfen. Selbstverständlich wird auch der nor¬ 
mannische Hang zur Spottlust, zur Satire, insbesondere 
zum politischen Pamphlet und zwar durch zwei interessante 
Dokumente belegt. Zu bedauern ist, dass die anglo- 
normannische Literatur ausdrücklich von dieser an 
psychologischem Gewinn so reichen Untersuchung aus¬ 
geschlossen blieb. Der noch immer nicht geschlichtete 
Streit um die „matiere de Bretagne“ hat somit nur ein 
ganz kurzes Streiflicht erhalten. Gaston Paris rührt an 
die komplizierte Frage, ob unter Bretagne der kon¬ 
tinentale oder der insulare keltisch gebliebene Teil zu 
verstehen sei. Seine Antwort lautet: il est probable 
que c'est Vune et V aut re, et que les traditions sur 
Arthur, ses hiros et leitrs merveiUemes aventures sont 
venues aussi bien des Bretons de France que des 
Bretons m d' Anglet er re (p. 14). An diese - wie er 
selbst bemerkt — seit mehr als fünfzehn Jahren in 
Frankreich, England und Deutschland leidenschaftlich 
erörterte Frage knüpft er eine zweite: sont ce les 
Normands qui lenr ont servi d'intei'mödiaires? In 
den nun folgenden Betrachtungen konzentriert sich selbst¬ 
verständlich die volle Aufmerksamkeit auf die recht un¬ 
sichere Rolle, die von der Normandie diesen phantastischen 
ihr nicht adäquaten Stoffen gegenüber gespielt worden 
sein mag. 

Inzwischen hat Gaston Paris selbst in Band XXVIII 
der Romania (Oktober-Nummer) p. 642 auf einige Druck¬ 
fehler sowie ein irrtümliches Citat aus H. Suchier, Reim¬ 
predigt, Bibliotheca Normannica I p. VII. hingewiesen. 
Karlsruhe. M. J. Minckwitz. 

Les Narbonnais, chanson de geste publice pour la premiere 
fois par Hermann Snchier. 2 tomes. (Soci6t6 des 
anciens textes fran^ais.) Paris, Firmin Didot et Cie. 1898. 
I : IV, 320 S.; II : LXXXVI, 250 S. 8°. 

Neue Förderung erfährt die altfranzösische Epen¬ 
forschung durch diese handliche und zuverlässige Aus¬ 
gabe eines an sich lesenswerten Heldenliedes. Die 
wichtigsten Ergebnisse hebe ich kurz hervor: 

Das Epos les Narbonnais wird hinfort die früher 
sogenannten „Departement des enfants d’Aimeri“ und 
„Siege de Narbonne“ vertreten, die als eine Dichtung 
anzusehen sind; denn nur vereint geben sie eine ge¬ 
schlossene Handlung. Drei Fassungen liegen vor. Von 
diesen bietet nur die der reinen Aimericyklus-Hss. (Br. 
Mus. Harl. 1321, B. N. n. acq. 6298, Br. Mus. roy. 
20 B XIX) das Lied in seiner ursprünglichen Vollständig¬ 
keit. Die combinierten Aimeri-Wilhelmcyklus-Hss. (Br. 
Mus. roy. 20 D XI, B. N. 24 369), oder vielmehr ihre 
gemeinsame Vorlage hat hinter Tir. XIV die Enfances 
Guillaume eingeschaltet und mit Rücksicht auf dies 
Epos die folgenden Abschnitte bedeutend gekürzt, auch 
bis Tir. C die schliessenden Kurzzeilen unterdrückt, in 
den Schlusspartien hingegen verschiedene Aenderungen 
im Hinblick auf das Couronnement de Louis vorge- 
nomraen. Ueber die Hs. B. N. 1448 s. u. Ein be¬ 
deutender Gewinn für die Forschung ist die nunmehr 
unumstösslich festgestellte Thatsache, dass sowohl der 
franz. Prosaroman als die Nerbonesi unser Epos in 
seiner vollständigen Fassung kannten. Die beiden Er¬ 
zähler werden mithin keine combiuierte Hs., sondern 


Aimericyklus und Wilhelmcyklus getrennt benutzt haben. 
Damit ist auch die Frage der genealogischen Unter¬ 
bringung ihrer Vorlage neuerdings aufgerollt. 

Einige weitere Bemerkungen seien mir gestattet. 

Zu II, vi. Die Annahme einer Handschriftenkreuzung 
dünkt mich nicht hinreichend motiviert. Die alten Ab¬ 
schreiber änderten zu leicht, als dass man aus Varianten 
wie Vauferrant destrier für corsier , Aimeri le f ranc 
für le grant , Va si forment fern für l’a si grant coup 
feru u. s. w. einen gültigen Schluss ziehen könnte. 

Zu II, vii—ix. Da wir die Aimerilieder nur in 
der Gestalt kennen, die ihnen der Sammler des Aimeri¬ 
cyklus gab, so ist die Frage, ob sich Zusätze von dessen 
Hand erkennen lassen, vollberechtigt. Die zum nächsten 
Epos hinüberleitenden Verse, gewisse Anspielungen, die 
Aufzählung v. 3639—52 sind sicher auszuscheiden. Ob 
an Tirade LXXXVIII—C etwas zu ändern ist, möchte 
ich bezweifeln; nach meinem Gefühl entspricht es ganz 
der Technik der alten Epensänger, dass die Pause nicht 
nach Tir. LXXXVII, wo wir Neueren eine Kapitel¬ 
überschrift anbringen würden, sondern nach Tir. C ge¬ 
macht ist; denn die Vorbereitung zum Ueberfall auf 
Narbonne ist nur im Zusammenhang von Interesse; wurde 
der Sänger aufgefordert den zweiten Teil des Liedes 
für sich vorzutragen, so setzte er gewiss hier in medias res 
mit dem feierlichen: Ce fu en guig . . . ein. 

Vielleicht darf man einen Schritt weitergehen und 
noch andere, der Interpolation verdächtige Stellen heraus¬ 
heben. So finde ich Tir. XXI—XXIII in jeder Hinsicht 
störend, und Suchier hat sie, wie ich sehe, bei der Inhalts¬ 
angabe (II, xvii) übergehen zu müssen geglaubt. Im 
zweiten Teil betrachte ich die gesamten auf Romant 
bezüglichen Verse als Einschiebsel. Sie unterbrechen 
die Erzählung und bringen Widersprüche hinein. Wie 
kommt es, dass unter den bei Streifzügen um Narbonne 
; gemachten Gefangenen sich Romant und sein Vater Garin 
befindet? Garin, der vor zwei Monaten als Jüngling 
ausgezogen ist! Und kein Wort der Freude über das 
unverhoffte Wiedersehen! Wie unangebracht Romants 
Ausfall und Einzelkampf am Morgen, bevor Guibelin er¬ 
wacht! Wie ungelegen unterbricht sein Zweikampf mit 
Gadifer die Verhandlung über Guibelins Schicksal! Mit 
einem Worte es laufen hier zwei unter sich nicht ver¬ 
bundene Handlungen neben einander und stören sich 
gegenseitig. Dabei ist nichts leichter als Romant aus¬ 
zuscheiden: man tilge v. 3889 — 92, v. 4039 - 4116 
(a-Reim!), Tir. CXXXI —CXL1I, und ersetze in Tir. 
CXXVII Romant durch eine andere Person, so erhält 
man eine einheitliche, glatt verlaufende Erzählung, bei 
der Romant nichts zu thun hat. Dazu der Unterschied 
zwischen den knappen, an prägnanten Zügen reichen 
Kampfschilderungen auf der einen, und der stereotypen 
Weitschweifigkeit auf der anderen Seite! Auch bei der 
Botenfart und im Schlusskampf tritt Romant nur in 
müssigen Nebendingen hervor und schliesslich ist er so 
gut wie verschollen. 

Zu II, lii — Ix. Man war geneigt die Narbonnais 
als Fortsetzung des Girart de Vienne und Aimeri de 
Narbonne und mithin als Werk Bertrands von Bar-sur 
Aube anzusprechen. Suchier ist zur gegenteiligen An¬ 
sicht gelangt, und man wird ihm wohl folgen müssen. 
Der Ton dieser Epen ist zu verschieden und die beider¬ 
seitigen Vorstellungen über die Schicksale der Aimeri- 
söhne sind unvereinbar. Die Narbonnais sind, von 
den Interpolationen befreit, ein anschauliches, glattes, 


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1900. Literaturblatt für germanische nnd romanische Philologie. No. 3. 


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ziemlich unterhaltliches Lied, aber ohne geniale Erfindung. 
Suchiers Einwand mit Ricordane wird aber nicht gelten 
dürfen, da in Girart und Aimeri kein Anlass war die 
Route von Paris nach Narbonne zu beschreiben. In 
unserem Lied (Tir. XLVIII sqq.) schlagen die jungen 
Narbonner den richtigen Weg ein; er musste sie über 
die Ostvorlagerungen des Loz&regebirges vom Gardon- j 
ins Allierthal führen, und dort liegt Ricordane nach dem 
Charroi de Nimes. Falsch hingegen ist die Angabe 
Tir. CLXV und CLXXVIII sqq.; denn über Vienne an 
der Rhöne ging die Strasse von Orleans nach Narbonne 
gewiss nicht. 

Zu II, lx — lxv. Bekanntlich sind Narbonnau und 
Enfances Guillaume Paralleldichtungen, insofern beide j 
die Jugenderlebnisse Wilhelms und seiner Brüder er- j 
zählen. Eine gewisse inhaltliche Uebereinstimmung 
zwischen beiden ist nicht zu verkennen. Daraus schliesst j 
nun Suchier — eine schon 1873 von ihm vertretene An- , 
sicht verfolgend und modifizierend — auf einen gemein- ; 
samen Kern der beiden Epen, d. h. auf ein verlorenes 
und in letzter Instanz historisch fundiertes Lied, aus 
dem jene Epen die übereinstimmenden Züge geschöpft 
hätten. Auch in dieser Gestalt kann ich mir zwei, 
trotz der Aehnlichkeit des Themas und Grundrisses im 
Einzelnen so wesentlich verschiedene Epen nicht als 
Ueberarbeitungen einer und derselben Vorlage vorstellen; 
ich sehe sie vielmehr als freie Dichtungen im Hinblick I 
auf gleiche Voraussetzungen an. Denn, Bobald Couronne - | 
ment, Charroi, Prise d } Orange gegeben waren und sich | 
eine feBte Anschauung von Aimeris Stellung in Narbonne 
gebildet hatte, musste jede Dichtung über Wilhelms 
Jugendjahre von Narbonne ausgehen und konnte nur 
damit enden, das Wilhelm trotz aller Verdienste ohne 
Lehen am königlichen Hoflager blieb und sein Bruder 
Bernart mit ihm; und da eine Eroberung wie die von 
Barbastre oder Andrenas ausgeschlossen war, musste 
sich der Kampf um Narbonne drehen. Mithin bedarf es 
der Annahme einer gemeinsamen Quelle nicht, um die 
Uebereinstimmung in diesen Punkten zu erklären. Das 
Dasein des postulierten Liedes wäre mit andern Gründen 
zu erhärten. 

Eine sehr interessante Frage wirft Suchier in An¬ 
schluss an diese Erörterungen auf, ob nähmlich, arnaldus 
= ribaldus und arnauder aus dem Epos stammen: cet I 
emploi du nom d'Arnaut, rf’oi viendrait-il sinon de la 
manüre burlesque dont Hernaut le Roux se comporte 
pendant le voyage et ä Paris ? Die einzige Quelle 
ist das Epos wohl nicht, und gerade der wichtigste Beleg 
ist auszuscheiden, ich meine das Ansammeln bei der 
Belagerung von Crema im Jahre 1159 jener quedam 
magna societas solummodo pauperum et egenorum qui 
derisione filii Arnaldi appeuabantur; denn hier handelt 
es sich unstreitig um den geistigen Anhang Arnolds von 
Brescia, der bis ins 13. Jahrh. als „lombardische Arme“ 
von sich reden machte, ähnlich den Lyoner Armen oder 
Waldensern. Mit dem Epos haben die nichts zu schaffen. 

Zu II, lxv sq. Die Fassung der Hs. B. N. 1448 
ist fraglos ein Flickstück, das die Lücke zwischen Enf . 
Guillaume und Couronnement ausfüllen soll. Aus unserem 
Epos stammt dabei nur der eine Zug, dass Bo von die 
Tochter Yons von Gascogne heiraten soll; das übrige 
ißt aus Couronnement, Charroi , Enf. Vivien und Süge 
de Barbastre zusammengestoppelt; die Vorgänge um 
Gironde scheinen eigene Zugabe. Diese 300 Verse, 
die nur das Grundthema des ersten Teils unseres Liedes 


grosso modo wiedergeben, denen aber jede abgerundete 
Handlung fehlt, können nicht als Lied für sich bestanden 
haben; ein für sich umlaufendes Epos dieser Art existiert 
nicht. Ich kann mir nur denken, das dieses Flickstück 
vom Redaktor des Hs. 1448 stammt, der bekanntlich 
eine arg zertrümmerte Handschrift vor sich hatte, die 
er nach Vermögen aasbesserte und ergänzte. Der Ein- 
wand, dass die 2. pl. ind. praes. assaillis der Hs. sonst 
fremd ist, scheint mir nicht triftig, weil es etwas anderes 
ist in einer selbstgedichteten Tirade zur Erzielung eines 
Reimes eine Form seiner Mundart zu verwenden, als 
beim Abschreiben fremder Epen seine Dialektformen an 
Stelle der gemeinfranzösischen einzuführen: wer das 
erstere einmal thut, wird nicht notwendigerweise auch 
das zweite thun, namentlich wenn er überhaupt keinen 
reinen Dialekt schreibt. Im übrigen mag der Abschreiber 
ein anderer als der Redaktor gewesen sein. 

Zu II, lxvi 8. 99 und App. VI und VII. Zu den 
wertvollen Beiträgen zum Haager Fragment bemerke 
ich nur, dass das Vorkommen einer Combe-Bourrel beim 
Orbiel und die Bezeichnung des epischen Heiden als Borellus 
de Cumba im Philomena nicht unbedingt auf eine frühe 
Lokalisierung der Sage weist. Die Ortsbezeichnung kann 
anderen als epischen Ursprungs sein, da Borei ein be¬ 
legter christlicher Name ist; die bekannte Oertlichkeit 
kann alsdann den Fälscher der Gesta zum Gebrauch 
jenes Beinamens und überhaupt zur Einflechtung Boreis 
in seine Erzählung angeregt haben. Immerhin bleibt die 
Beziehung des Haager Fragments auf Narbonne strittig. 

Ich schliesse; denn es wäre vermessen, wollte ich 
Suchiers bewährte Meisterschaft und die hervorragenden 
Verdienste auch dieser Arbeit mit Worten würdigen. 

Budapest. Ph. Aug. Becker. 


Henry Guy, Essai sur la vie et les oenvres littäraires 
du trouväre Adan de le Haie. Paris, Hachette et Cie. 
1898 in 8°. LVIII + 605 S. 

Eingehende archivalische Studien haben es H. G. 
ermöglicht in dieser umfassenden Arbeit über Adan de 
le Haie 1 und in dem gleichzeitig erschienenen kritischen 
Namensverzeichnis zu den von A. Jeanroy herausgegebenen 
„Chansons et dits Artßsiens du XIII. stecle“ (Bibi, des 
Universitas du Midi fascicule II) Licht zu verbreiten über 
die unternehmungslustige und kunstliebende Bourgeoisie 
von Arras und die artesische Dichterschule. Durch 
scharfsinnige Kombinationen ist es H. G. gelungen uns 
über die Lebenszeit, die Vermögensverhältnisse jener 
reichen Kaufleute und Dichtermäcene zu unterrichten, 
über die Aemter, die sie bekleiden, nur zu oft über ihre 
bedenklichen finanziellen Unternehmungen, die den Ruf 
von Arras gefährdeten und die angesehensten Bürger in 
gerichtliche Verfolgungen durch die königliche Gewalt 
verwickelten. Was aus dürren Zahlen und Urkunden 
zu ziehen ist, hat H. G. zur Beleuchtung des Milieus, 
in dem Adan lebte und wirkte, und zur Erklärung der 
Textschwierigkeiten und Anspielungen auf zeitgenössische 
Ereignisse in seinen Dichtungen beigebracht. Er schildert 
zunächst den historischen Hintergrund der Werke Adan’s, 
die Kämpfe der Bürgerschaft gegen die „ächevins“ bei 
der Selbsteinschätzung der Steuerzahler, die Bestrafung 
und zeitweilige Verbannung der Hauptübelthäter, das 
Aufstreben der jugendkräftigen Kaufmannschaft inmitten 


1 Die Aenderung der traditionellen gemein französischen 
Namensform, die als solche ihre Berechtigung hatte, war nicht 
nöthig. 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 3. 


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der unruhigen Verhältnisse und einer Anarchie, welche 
die individuelle Freiheit begünstigte. Den Mittelpunkt 
des geistigen Lebens bildet die literarische Gesellschaft 
des „Puy 1 d’Arras“, dessen Zusammenhang mit der 
religiösen „caritö de Notre-Dame des Ardents“, der Ver¬ 
einigung der Verehrer der „heiligen Kerze“, des Palla¬ 
diums von Arras, näher beleuchtet wird. Anschaulich 
werden die Einrichtungen des Puy, seine literarischen 
Wettstreite und Festlichkeiten geschildert. Aus der 
Biographie des Dichters werden Legenden und Irrtümer 
entfernt, wobei oft zu eingehend auf die Phantasien 
älterer Bearbeiter eingegangen wird. Die rohen Spässe 
und Indiscretionen, die^der Dichter in dem „Jeu de la 
Feuillöe“ über seine Frau, seinen Vater und sich selbst 
einstreut, werden als lustige Erfindungen und ein Mittel 
angesehen, schlimmere Wahrheiten über Andere gefahr¬ 
los einzufdhren. Der Verfasser nimmt entgegen der 
von Tobler 2 (Litbl. 1896, S. 53 und Vermischte Bei¬ 
träge II, 201) gegebenen Deutung von v. 169- 70 des 
Jeu de la Feuillee einen Aufenthalt Adan’s in der Abtei 
von Vaucelles an. Ueber die beiden Brüder Le Normant, 
die nach Conge str. 8 für die Erziehung Adan’s gesorgt 
haben, vermag H. G. aus Urkunden Einiges zu ermitteln, 
sowie über die zeitgenössischen artesischen Dichter (be¬ 
sonders J. Bretel) und die im Cöng6 erwähnten Be¬ 
schützer Adan’s. Für die im Congö und im Jeu de la 
Feuillee angekündigte von modernen Kritikern in Abrede 
gestellte Studienreise Adan’s nach Paris findet der Ver¬ 
fasser einen überzeugenden Beweis in einem „Motet“ 
Adan’s (Coussemaker p. 265), das er feinsinnig mit drei 
Pariser Studentenliedern (Raynaud, Recueil de motets 
frangais des XII. et XIII. si&cles in Bibi, frang. du 
moyen äge) zusammenstellt. Adan hat offenbar für seine 
artesischen Studienfreunde ein damals in Paris beliebtes 
Lied umgearbeitet. Die Verbannung Adan’s giebt zu 
einer lehrreichen historischen Abhandlung über die Steuer¬ 
verhältnisse, die falschen Angaben bei der Selbstein¬ 
schätzung und die Prozesse und Skandale Anlass, in die 
die reiche Bourgeoisie verwickelt wurde. Mit Hülfe der 
von Jeanroy und Guy veröffentlichten artesischen Ge¬ 
dichte, welche in den Kreisen der unteren Volksschichten 
entstanden den Handel zu satirischen Angriffen gegen 
die habsüchtigen Bürger benutzen, werden die Ereignisse 
eingehend und anschaulich geschildert, welche die Ver¬ 
bannung Adan’s und seiner in einem solchen Steuer¬ 
prozess kompromettierten Gönner zur Folge hatten. 
Ueberzeugend wird dieser Vorfall in das Jahr 1269 ge¬ 
setzt und zugleich für die Entstehung der „Vers de la 
Mort“ von Robert le Clerc, die auf dieselben Ereignisse 
anspielen, zwischen 1262 — 69 (wahrscheinlich 1269) ein 
neuer Beweis gewonnen. Der Verfasser nimmt an, dass 
Adan wohl bei Gelegenheit des feierlichen Einzugs 
Philipp’s III. in Arras aus der Verbannung znrück- 

1 Die von H. G. vorgeschlagene Erklärung von puy d’Amour, 
puy Notre Dame aus podium = Berg, mit Bezugnahme auf 
den „Musenberg“ der Alten ist feinsinnig, aber kaum über¬ 
zeugender als die andern Deutungsversuche. 

* Trotz der Ausführungen des Verf.’s und Toblers bleibt 
die Stelle dunkel. Dass die von Langlois (Jeu de Robin et 
Marion p. 3 Anm.) gegebene Erklärung von „a le savour de 
Vaucelles“ gezwungen ist, lässt sich kaum leugnen. Anderer¬ 
seits unterscheidet sich unsere Stelle von den in den Vermischten 
Beitr. angeführten Beispielen verblümten Ausdrucks dadurch, 
dass in letzteren Fällen Wortspiel vorliegt, bei Adan dagegen 
die Bezugnahme auf Vaucelles und die Einführung des Namens 
fehlen, wenn nicht angenommen wird, dass Adan in Vaucelles 
war. 


gerufen wurde. Das Verhältnis Adans zu Robert von 
Artois und Karl von Anjou,, sein Tod (c. 1286 oder 
1287), sein Charakter und Ruf bei den Zeitgenossen 
werden im Schlusskapitel des ersten Teiles behandelt. 
Im zweiten, dem Studium der Werke gewidmeten Teil 
werden zunächst die lyrischen Gedichte einer ästhetischen 
Betrachtung unterzogen, die die konventionellen Phrasen 
| der Liebeslyrik von den auch nach unserm Empfinden 
I schönen Gedichten mit löblicher Unparteilichkeit sondert 
und die stilistischen Vorzüge — präciser, scharfer Aus¬ 
druck, originelle Bilder — hervorhebt. Es folgt eine 
- zu breit angelegte — Untersuchung über die „Chanson 
du Roi de Sicile“, deren romanhafte Ausschmückung einer 
, unschönen Wirklichkeit treffend gekennzeichnet wird. 
In den folgenden Kapiteln über den „Jeu de la Feuillee“ 
werden zunächst die Fragen behandelt, die sich an die 
Aufführung vor und zum Teil durch die Mitglieder des 
Puy d’Arras, die Rollenverteilung an einzelne Bürger *, 
die Komposition des Stückes beziehen. Eine Einteilung 
in Scenen und Komposition im modernen Sinne darf 
nicht in diesem Stück gesucht werden und wird von dem 
Verf. mit Recht verworfen. Die kunstvolle Gruppierung 
der Ereignisse um einen Mittelpunkt ist dem Mittelalter 
unbekannt, das im Drama wie im Epos das Prinzip der 
chronologischen Reihenfolge der Thatsachen durchführt. 
Adan’s Feuillee ist ein dramatisiertes Volksfest, wie es 
in der Nacht des ersten Maies gefeiert wurde, in welches 
die Phantasie des Dichters die Vorstellung des Volks¬ 
aberglaubens, dass die Feen in dieser Nacht unter den 
Menschen wandeln, kunstvoll verwoben hat. Das märchen¬ 
hafte Element wird im Folgenden eingehend behandelt 
und die Parallelstellen aus altfranzösischen Dichtern, 
wo die „dames“ auftreten, verglichen. Es hätte hervor¬ 
gehoben werden können, dass alle diese Dichter wie 
später Ch. Perrault in seinen Contes de f6es das Phan¬ 
tastische dieser Figuren der Volkssage abstreifen und 
sie vermenschlichen. Auch der wilde Jäger Hellequin 
ist kaum noch ernst gemeint und zum galanten Aben¬ 
teurer 2 geworden. Der Verfasser, und soweit ich sehe 
auch die früheren Bearbeiter des Textes, übergeht die 
merkwürdige Schlussepisode der „föerie“, wo Dame Douce 
die Feen zum Aufbruch auffordert und ihnen sagt, dass 
sie und ihre Töchter auf der Wiese „a le crois“ mit 
den „vielles fernes de le vile“ schon lange die Feen er¬ 
warten. In seltsamen Ausdrücken verkündet Douce, dass 
sie vor den Leuten beschimpft worden ist, wohl wegen 
eines Mannes „que je voeil manier“ (liebkosen? mit An¬ 
spielung auf die Scene, wo Douce als Geliebte Rikier’s 
blossgestellt wurde). „Wenn ich kann, sagt sie, wird 
er auf der Bahre (biere) liegen „ou tournäs che devant 
derriere — Devers les pies ou vers les dois“. „Bald 
werd ich ihn ins Bett gebracht haben, wie ich im vorigen 
Jahr mit Jakemon Pilepois es that und diese Nacht mit 
Gillon Lanier“ antwortet Morgue. Und die Feen ver- 


| 1 Dass die „Dame Douche“ eine Courtisane sein soll, ist 

j wenig wahrscheinlich. Wie wäre sie als solche in die Confrörie 
des Ardents aufgenommen worden? 

| * Der Verf. bespricht die verschiedenen Erklärungsversuche 

des Namens Hellequin, Hoillequin, verwirft mit Recht die von 
G. Raynaud gegebene (Etudes romanes dfediöes ä G. Paris 
S. 52 ff.) auf einem Missverständnis beruhende Etymologie und 
möchte Hellequin aus „Erlkönig“ erklären, wobei er auf die 
nur scheinbare Aehnlichkeit der beiden Gestalten hinweist, 
übersieht aber, dass Erlkönig überhaupt keine alte Sagenfigur 
ist. sondern durch einen bekannten Irrtum Herders aus Elfen¬ 
könig entstanden ist. 

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sprechen Douce ihren Beistand. Schon Grimm (Mytho¬ 
logie II, 1008) sieht in unserer Stelle eine Darstellung 
des Hexensabbats, wobei er auf die „Gemeinschaft zwischen 
den Feen und Hexen“, die aus den alten heidnischen 
Gottheiten entstanden sind und die Hexenfahrt anfiihren, 
hin weist. Die Versammlungen der Hexen (der „vielles 
fernes de le vile“ bei Adan) findet auf Wiesen in der 
ersten Mainacht (Walpurgis) statt (ib. p. 1003) und 
Grimm führt Stellen aus französischen Schriftstellern des 
Mittelalters an, wo von dem Mahl die Rede ist, das den 
„bonae mulieres“, den Nachkommen der heidnischen 
Göttinnen, wie den Feen Nachts bereitgestellt wird, 
wenn sie mit dem Hexenzug die Häuser der Menschen 
besuchen (ib. p. 1013). Adan hat also den Zauber der 
Walpurgisnacht dramatisiert und dabei die „bonae mulieres“ 
durch die Feen ersetzt, sodass hier zwei Motive, der 
Hexensabbat und die Zusammenkünfte der Hexen auf der 
Wiese einerseits, die F6erie mit dem Feenmahl, dem 
Neid der Fee, die kein Messer erhalten hat (cfr. Belle 
au Bois dormant), der Gabenverteilung andererseits mit 
einander verquickt sind. — In der Besprechung des sa¬ 
tirischen Teiles des Dramas wird besonders eingehend 
und gründlich die Angelegenheit der „clercs bigames“, 
auf die Adan anspielt, behandelt und dadurch neues Licht 
ih diese Episode gebracht. — Der Jeu de Robin wird 
mit den lyrischen Pastourellen verglichen und als eine 
kunstvolle dramatische Bearbeitung der verschiedenen 
von der Pastourelle behandelten Situationen bezeichnet, 
bestimmt den Franzosen am neapolitanischen Hof ein 
poetisches Bild aus der Heimat vorzuführen. 

Man muss dem Verfasser ganz besonders dankbar 
sein für die Art, wie er vorzüglich in den zahlreichen 
historischen Exkursen durch steten Hinweis auf die ihm 
so wohl vertrauten Verhältnisse in Arras den oft trockenen 
Stoff zu beleben wusste. Bereichert wird dieser wert¬ 
volle Beitrag zur Geschichte der so interessanten artesischen 
Dichterschule durch einen Anhang über Bodel’s Conge 
und Weltflucht, die sehr überzeugend in die Jahre 1249 
oder 1250 gesetzt werden. Eine Bibliographie der 
Werke Adan’s und der benutzten Literatur beschliesst 
das Buch \ Das leider fehlende Inhaltsverzeichnis wird 
durch eine ausführliche „Table des Matieres“ einiger- 
massen ersetzt. 

Heidelberg. F. Ed. Schneegans. 

Guillanme Guizot, Montaigne, ätudes et fragments, 

ceuvre posthume publide par les soins de M. Auguste 

Salles preface deM. Kmile Faguet. Paris, Hachette et Cie. 

1899 in 8°. XXXIX + 269 S. 

Diese geistvollen „essais sur les Essais“, wie sie H. 
Faguet nennt, sind wie Bekenntnisse eines glaubens¬ 
festen und sittenstrengen Hugenotten, der zwischen einer 
uneingeschränkten Bewunderung für den Künstler in 
Montaigne und einer scharfen Kritik des Menschen und 
Philosophen schwankt. Guizot ist ein entschiedener 
Gegner einer Auffassung, die aus der Literaturgeschichte 
eine rein historische und descriptive Wissenschaft machen 
möchte, und beansprucht für den Kritiker das Recht 
und die Pflicht auch über den ethischen Wert des Werkes 
zu urteilen, eine Forderung, die Montaigne gegenüber 
durchaus berechtigt ist, weil er wie wenige Schriftsteller 
durch den Zauber seiner Sprache und die Feinheit seiner 
Dialektik den Leser festbannt. Die Grundgedanken 
dieser von dem Herausgeber in verschiedene Gruppen 

1 Im Errata sind übersehen: S. 243, 7. 24 lies on nepuet. 
S. 269, Z. 5 lies si bien n'entnancc mie. 


— Montaigne et les siens, Montaigne et la Bo6tie, M. 
magistrat et citoyen, caractere de M. u. s. w. — ver¬ 
einigten Fragmente sind in dürren Worten folgende: 
als Künstler steht Montaigne unübertroffen da (vergl. 
die feinen Bemerkungen über den ihm innewohnenden 
„don de la vie“ p. 93;) Montaigne ist aber kein „Weiser“, 
kein „sage“ : weder seine Lebensführung, seine Indifferenz 
einem Verbrechen wie die Bartholomäusnacht gegenüber, 
noch seine Lehre und Lebensauffassung, die über einen 
kleinlichen Epicureismus sich nicht erhebt und jede er- 
spriessliche Thätigkeit lähmt, lassen ilm mit einem Sokrates 
vergleichen; er ist daher weder ein wahrer Vertreter 
der Renaissance, deren jugendfrisches Streben ihm fehlt, 
noch auch des französischen Volksgeistes, denn eine 
Nation von Montaigne wäre längst dem Untergang ge¬ 
widmet: sein Skepticimus ist oberflächlich und unfrucht¬ 
bar, oberflächlich, weil er sich mit tiefeindringenden 
„coups de sonde“ auf allen Gebieten begnügt und keines 
: bis auf den festen Grund durcharbeitet — „tont essayer, 

| tout esquiver, voilä Montaigne“ — unfruchtbar, weil 
der Skepticismus zu einem geistreichen Spiel wird, in 
dem M. sich gefällt 1 , und statt ein Mittel zu sein zum 
Zwecke wird. H. Faguet versucht in einer weitansge- 
j dehnten „Rettung“ Montaigne’s die Wirkung des Buches 
dadurch abzuschwächen, dass er die positive Seite in 
den Essais hervorhebt. Er führt aus, was Guizot in 
epigrammatischer Kürze z. B. S. 207 ausspricht: „le 
sage de Montaigne est un Epicurien qui a l’imagination 
stoique (mit Bezug auf die Plutarchbewunderung bei 
Montaigne) et qui ne laisse pas ses liautes visions hanter 
le reste de son äme et de sa vie“. Wenn er auf den 
erzieherischen Wert der Essais und der Selbstprüfung, 
der sich Montaigne unterzieht, hin weist, so folgert er 
aus dem Skepticismus Montaigne’s gerade das, was 
Guizot ihm vorwirft vernachlässigt zu haben. — Man 
fühlt bei der Lektüre dieser Fragmente, wie schwer es 
dem Verfasser wird die Fehler an seinem Lieblings¬ 
schriftsteller zu rügen, er hält es aber für seine Pflicht 
vor Ueberschätzung Montaigne’s zu warnen. Die „Etudes 
et Fragments“ sind das Werk eines Moralisten und ihre 
Tragweite geht über den Kreis der Montaigneforschung 
hinaus. H. G. versteht es meisterhaft in epigrammatischer 
Form oder kühner Antithese ein Urteil zusammenzufassen, 
das die behandelte Frage scharf beleuchtet, oder Ge¬ 
stalten aus der Literaturgeschichte zusammenzustellen, 
deren Vergleich den Leser zu selbständigem Nachdenken 
auffordert: „Montaigne est notre Hamlet . . . Hamlet est 
un Montaigne qui aurait pu s’entendre avec Pascal. 
Montaigne est un Hamlet avec qui Horace se serait 
entendu (p. 245 f.). Montaigne, conscience 6veill6e et 
6nervee (p. 52). Les Essais de M. sont le Genie du 
paganisrae tel que pouvait le coraporter le XVIe siede 
finissant, d6courag6 et degoüt£ de ses hautes entreprises 
(p. 218) .. . Cette Celimene gasconne (Montaigne) dont 
nous sommes tous amoureux (p. 165) Montaigne est une 
espece de Goethe superficiel (p. 40). — Guizot’s „Etudes 
et Fragments“ sind wie ein Gegengift gegen den ver¬ 
führerischen, den Willen und die sittlichen Kräfte des 
Lesers zersetzenden Reiz des „endormeur des consciences“, 
wie er Montaigne einmal nennt. 

Heidelberg. F. Ed. Schneegans. 

1 „Lui qui ne haissait pas les Souvenirs antiques, il serait 
homme ä nous dire que, lorsque Dfedale construisit le Labyrinthe. 
c’6tait pour qu’on s’y perdit, et qu’Ariane avec son fil aurait 
m6rit6 d’ötre devorße par le Minotaure“ p. 72. 


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Eug. d’Eichthal, Alexis de Tocqueville et la d4- 

mocratie liberale. Paris, Calm. L6vy. 1897. 354 S. 

Verf. gibt eigentlich mehr, als er verspricht, denn 
seine Schrift rundet sich zu einer vollständigen Biographie 
T.’s ab. Die Hauptabschnitte handeln aber von TVs | 
Werken über die Demokratie in Amerika und das un¬ 
vollendete „L’ancien rögime et la Revolution“. T. kannte 
die Verhältnisse der N.-A.-Union aus eigner Anschauung 
und übersah auch ihre Schattenseiten, wie die Ausartung 
der Presse und des Parteitreibens und die mangelnde 
Staatseinheit nicht ganz. Aber schon seine Meinung, 
dass die „religion und liberte“ in der nordamerikanischen 
Demokratie vereint seien, zeigt zu ideale Vorstellungen. 
Verf. oben erwähnter Schrift deutet die Schwächen des 
Werkes auch an, und hebt ebenso hervor, dass T. in 
dem zweiten Hauptwerke den Einfluss der Aufklärung 
des XVIII. Jahrh. auf die franz. Revolution unterschätze. 
Was über TVs sehr massvolle politische Wirksamkeit 
gesagt wird, berührt in der Hauptsache nur bekannte 
Dinge. Von Interesse sind die im Anhänge mitgeteilten 
„Fragments des Entretiens de T. avec Nassau William 
Senior“. Der bekannte englische Volkswirtschafts-Schrift¬ 
steller Nassau W. Senior hatte bei seinen Aufenthalten 
in Frankreich während der Jahre 1848 -1858 manche 
politisch-soziale Unterhaltungen mit T., die 1872 unter 
dem Titel: Conversations witli Tocqueville erschienen. 
Verf. gibt sie mit wenigen Abkürzungen in französischer 
üebertragung. 

Dresden. R. Mahrenholtz. 


A Roessger, Die württembergischen Waldenser. (Mit 
‘Illustr.) In Vom Fels zum Meer. XIX, 2. 

Die Seiten 91—96 enthalten einen wertvollen Auf¬ 
satz von A. Roessger über die württembergischen 
Waldenser mit Photographien der Dörfer Serres, 
Schönenberg, Grossvillars und Kleiuvillars. Am Schlüsse 
des Aufsatzes werden ein Sprichwort und ein Kinder- 
reimchen mitgeteilt, welche hier Platz finden mögen, da 
sie nicht ganz richtig abgedruckt sind. Das Sprichwort 
lautet: A l’aso de partio setscho lu banas, U A Väne 
gui a plusieurs maitres shche la qneue u . Banas ist 
wohl Für panas = penas verhört, welches Wort in 
den Alpen im Sinne von Schweif, nach Mistrals Angabe, 
verwendet wird. 

Margarito, Margarot! 

La tschatanja bülyun trop : 

TtV arreire lu düpin, 

La sum bru per lu matin , 

ist der Wortlaut des Kinderreimchens, wo zwei Wörter 
von dem Verfasser des Aufsatzes ebenfalls verhört 
worden sind. Denn statt düpin ist offenbar tüpin (S. 
Mistral s. v. toupin) und statt bru ist pru genug’ = 
nprov. prou oder proun zu lesen. Sehr beachtenswert 
ist es, dass in der Sprache der württembergischen 
Waldenser das Wort tschatanjo ‘Kastanie’ in der Be¬ 
deutung Kartoffel gebraucht wird. 

Prag. J. Cornu. 


Zeitschriften. 

Modem Langnage Notes XV, 1: Johnston, Old French 
Grammar (Use of le , la, les before me, te, nous , vous, lui , 
leur in Old French). — Wilson, The Boese Geist in the 
Cathedral Scene, Faust 1. — Levi, The Sources of l’Avare. 

— Wood, The semasiology of understand, verstehen, inlautuai. 

— Allen, Petsch, Neue Beiträge zur Kenntnis des Volks¬ 
rätsels. — Jenkins, Molenaer, Li Livres du Gouvernement 


des Rois. — Hulme, Arnold, Notes on Beowulf. — Ders., 
Morris-Wyatt, The Tale of Beowulf sometime King of the 
Weder Geats. — Ders., Ragozin, Tales of the Heroic Ages: 
Siegfried, the Hero of the North, and Beowulf, the Hero of 
the Anglo - Saxons. — Armstrong, Nyrop, Grammaire 
historique de la langue frangaise. — Huss, Nichols, Lessing’s 
Minna von Barnhelra. — Ohild, Fürst, A Group of Old 
Authors. — Bourland, Tomar las de Villadiego. — 2: 
Hennemann .The XVII th Annual Meeting of the Mod. Lang. 
Ass. — Fisher, The first American reprint of Wordsworth. 

— Long, A Detail of Renaissance criticism. — Searles, 
Some notes on Boiardo’s Version of the Alexander-Sagas. — 
Wood, Etymologies. — Nöllen, Fürst, Heine’s Prose. — 
Thieme, Faguet, Drame ancien et drame moderne. - 
Minckwitz, Weiter, Fr. Mistral. — Adams, Harris, 
Goethe’s Poems. — Robertson, Splettstösser, Der heim¬ 
kehrende Gatte und sein Weib in der Weltliteratur. — 
Child, The Diphthong oi in New England. 

Melusine IX, 12: G. Doncieux, Renaud le tueur de femmes, 
chanson populaire. — J. Tuchmann, La Fascination: Les 
fascin6s, Prophylaxie. - E. Ernault, Dictons et proverbes 
bretons. VII. — E. E., Fr. S. Kraus, H. G., Fumer = Boire. 

— H. Gaidoz, Saint Expfcdit. 

Zs. für deutsches Altertum und deutsche Literatur 43, 4: 

Matthaei, Rüdiger von Bechlaren und die Harlungensage. 

— Schröder, Liickenbiisser: Zum Guten Gerhard. — 
Wrede, Die Heimat der altsächsischen Bibeldichtung. — 
Schröder, Steigerung und Häufung der Allitteration in 
der westgerman. Dichtung. I. Die Anwendung allitterierender 
Nominalcomposita. — Frhr. Schenk zu Schweinsberg, 
Die Herkunft Erasmus Albers. — Jellinek, Zu Ebernands 
Heinrich und Kunigunde. — Ders., Christi Geburt v. 88ff. 

— R. M. Meyer, Bernays, Schriften zur Kritik und Literatur- 
eschichte Bd. III. u. IV. — Finck, v. Sowa, Wörterbuch 
es Dialekts der deutschen Zigeuner. — Jellinek, Siebs, 

Deutsche Bühnenaussprache. — Wilmanns, Lemcke, Unter¬ 
suchungen zu den Liedern Heinrichs v. Morungen. — Ders., 
Rössner, Untersuchungen zu Heinrich v. Morungen. — Blöte, 
Wechssler, Die Sage vom heiligen Gral. — Martin, Singer, 
Bemerkungen zu Wolframs Parzival. — Schröder, Hen- 
czynski, S. Alexius von Konrad von Würzburg. — E. Meyer, 
Ritter, Altschwäbische Liebesbriefe. — Walze 1, Rieger, 
F. M. Klinger II, m. e. Briefbuch, 2 Bde., Notiz dazu von 
M. Rieger. — Literaturnotizen: Kretschmer, Meringer, 
Etymologien zum geflochtenen Haus. — Wrede, Stuhrmann, 
Das Mitteldeutsche in Ostpreussen III. — Roethe, Heliand 
und Sachsenspiegel. — Wrede, Berichte über G. Wenkers 
Sprachatlas des Deutschen Reiches XVII (Registerzu I—XVI). 
Zs. für deutsche Philologie XXXII, 1: E. Jacobs, Ein alt¬ 
deutscher Neujahrswunsch mit der ursprünglichen Singweise. 

— A. L. Plumhoff, Beiträge zu den Quellen Otfrieds (Schl.). 

— E. Bernhardt, Zum Willehalm Wolframs von Eschen¬ 
bach. — G. Binz, Ein Basler Fastnachtspiel aus dem 

15. Jahrh. — 0. Behaghel, Ich habe geschlafen. — Fr. 
Kauffmann, Soph. Müller, Nord. Altertumskunde. — 0. 
Men sing, Behaghel, Syntax des Heliand. — Fr. Kauffmann, 
Kraus, Heinr. von Veldeke und die mhd. Dichtersprache. 

— G. Ehrismann, Die grosse Heidelb. Liederhs. hrsg. von 
Fr. PfafT. — W. Köhler, Murner, An den Adel deutscher 
Nation, hrsg. von E. Voss; Die Schriften Hartmuths von 
Cronberg, hrsg. von E. Kück. — R. M. Meyer, Bartels, Die 
deutsche Dichtung der Gegenwart. — R. Krauss, Gedichte 
von L. Uhland; hrsg. von Er. Schmidt und Jul. Hartmann. 

— J. Meier, Horn, Die deutsche Soldatensprache. — 0. 
Men sing, Evers, Deutsche Sprach- und Literaturgeschichte. 

— R. M. Meyer, Festschrift zu Goethes 150. Geburtstags¬ 
feier dargebr. vom Fr. Deutschen Hochstift. — G. Ellinger, 
Borinski, Balth. Gracian und die Hofliteratur in Deutschland. 

— Ders., Griech. Epigramme und andere kleine Dichtungen 
des 16. und 17. Jahrh. hrsg. von Rubensohn. — H. Seedorf, 
Bericht über die Verhandlungen der german. Sektion der 45. 
Philol. Versammlung zu Bremen. — R. M. Meyer, Eine 
oceanische Volundarkvipa. — J. Stosch, Zu Steinmar. — K. 
Burdach, Zu Zs. 30, 588 ff. — E. Nestle, Ein angebl. got. 
Alphabet von 1539. — L. Geiger, Zu Goethes Clavigo. 

Euphorion VI, 4: D. Jacoby, Diderot in Leipzig. — Rud. 
Wolkan, Eine unbekannte Sammlung von Volksliedern des 

16. Jahrh. — Ad. Hauffen, Fischart-Studien. V. Der Anti- 
Machiavell. — Joh. Bolte, Zeugnisse zur Faustsage. 1. Ein 
Meisterlied von Fr. Beer. 2. Victor Perillus 1592. 3. Andreas 


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1900. Literaturblatt für germanische nnd romanische Philologie. Nr. 3. 


Ketterlin 1613. — M. Morris, Die Walpnrgisnacht. — R. 
Steig, Bemerkungen zu dem Probleme Goethe und Napoleon. 
— J. Müller, Jean Pauls literarischer Nachlass. B. Zweiter 
Hauptteil. Nr. 6—12. Studien. C. Dritter Hauptteil. Faszikel 
No. 13 a und b: Selbständige grössere Aufsätze. I. Aus der 
Gymnasialzeit in Hof. II. Die Schriftstellerthätigkeit in der 
Universitätszeit. — H. Röttinger, Lenaus Bertha. Ein 
Beitrag zur Lebensgeschichte des Dichters. — W. Keller, 
Amor und Tod. — H. Funck, Zu Goethes Briefwechsel mit 
Lavater und mit dessen Gattin. — Zur Datierung Schiller scher 
Jugendbriefe. — Zu den Xenien. — Alb. Köster, Bernays, 
Schriften zur Kritik und Literaturgeschichte. Zweiter bis 
vierter Band. — K. Zeiss, Falk, Geheimes Tagebuch. Hrsg, 
von S. Schnitze. — Fr. Jo dl, Ziegler, Die geistigen und 
sozialen Strömungen des 19. Jahrh. — R. Steig, H. Meisner 

v und R.Geerds, Ernst Moritz Arndt. — Ed. Castle, Roustan, 
Lenau et son temps. — R. M. Werner, Neumann, Aus 
Friedrich Hebbels Werdezeit. — K. Zeiss, Brandes, Julius 
Lange. — Bohatta und Holzmann, Adressbuch der 
Bibliotheken der Oesterreich-Ungarischen Monarchie. — Ad. 
Hauffen, Zeitschriften. — Ed. Hoffmann-Krayer, An¬ 
hang. Schweizerische Zeitschriften. — Nachrichten. — Ge¬ 
sellschaft für deutsche Literatur in Berlin. — V. Manheimer 
und M. Rubensohn, Nachträge und Berichtigungen. — Fr. 
Spina, Register. 

Chronik des Wiener Goethe-Vereins 13, 12: J. Minor, 
Festrede zur Goethe-Feier. — S. M. Prem, Zur Erinnerung 
an Ulrike von Levetzow. — Goethe-Feier in Wien. — E. 
Oswald, Goethe-Feier in London. — E. Martin, Goethes 
Reliquie. 

Zs. für den deutschen Unterricht 14. 1: Fr. Beyschlag, 
Volkskunde und Gymnasialunterricht. — K. Staedler. 
Das wahre Lied von der Glocke. — Wilh. Münch, Sprache 
und Ethik. — Lud. Frankel. Ad. Schullerus, Michael Albert, 
sein Leben und seine Werke. — Ders., M. Schiessl, Die 
stilistische Entwickelnngstheorie in der Volksschule. Theorie, 
Praxis und Methode des Aufsatzunterrichtes. — K. Land¬ 
mann, E. Schmidt und V. Valentin, Festreden bei der 
Akademischen Feier in Frankfurt a. M. zu Goethe s 150. Ge¬ 
burtstag. — K. Knabe, 0. Frick, Aus deutschen Lesebüchern. 
Fünfter Band. Wegweiser durch die klassischen Schul¬ 
dramen. 

Wissenschaftliche Beihefte zur Zeitschrift des Allgemeinen 
Deutschen Sprachvereins Heft 17/18: 0. Behaghel, Ge¬ 
schriebenes Deutsch und gesprochenes Deutsch. Festvortrag, 
gehalten auf der Hauptversammlungdes Allgemeinen Deutschen 
Sprachvereins zu Zittau am 1. April 1899. — Ders., Zur 
deutschen Wortstellung. — Ders., Das -e im Dativ der Ein¬ 
zahl männlicher und sächlicher Hauptwörter. — Ders., Zum 
Wortlaut der politischen Reden Bismarcks. 

Zs. des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins XV, 1: B. 
Buchrucker, Die Hässlichkeit der Fremdwörter. — 0. 
Behaghel, welcher. 

Zs. für hd. Mundarten. Hrsg. v. 0. Heilig und Phil. Lenz. 
I, 1. 2. [Heidelberg, Winter. Erscheint in zweimonatlichen 
Heften von 3—5 Bogen Umfang zum Preise von 12 M. für 
den Jahrgang.]: Vorwort. — E. Wagner und W. Horn, 
Verbalformen der Mundart von Grossen-Buseck. — Ph. Lenz, 
Flexion des Verbums im Handschuhslieimer Dialekt. — W. 
Horn, Einige Fälle von Dissimilation. — 0. Weise, Die 
Zahlen im Thüringer Volksmunde. — Ders., Theekessel- 
Tölpel und Verwandtes. — E. Gopfert, Aus dem Wort¬ 
schatz eines erzgebirgischen Chronisten. — A. Holder, Die 
Berechtigung der Stammesliteraturgeschichte. besonders auch 
der volksmundartlichen. — K. Rieder, Mystischer Traktat 
aus dem Kloster Unterlinden. — A. Haass, Sprachproben 
aus dem Markgrätlerland. — O. Heilig, Texte in alemannischer 
Mundart. — W. Unseld, Schwäbische Sprich Wörter und 
Redensarten. — Bücherbesprechungen: L. Hertel, Grosse, 
Zwei Arnstädter Heilige -Christ-Komödien. — W. Horn, 
Menges, Mundart in der Volksschule. — J. Franck. Horn, 
Beiträge zur deutschen Lautlehre. — Franz Wilhelm, 
Böhmens deutsche Poesie und Kunst. 111. Jahrbuch. — W. 
Horn, Volk, Sunndag und Werdag. 

Tijdschrift voor Nederlandsche Taal- en Letterkunde 
XVIII, 4: J. te Winkel. Den Nederduvtschen Helicon van 
1610. — J. Franck, Mittelniederländisches aus Köln. — W. 
van Helten, Het adjectief gut. Een en ander over en naar 
aanleiding van het subst. ttim, snoer. — F. A. Stoctt, 
Boontje komt om zijn loontje. — M. M. Kleerkooper, 
S. Coster als pamtietschrijver. Kallefs—Val (1628). — J. W. 


Müller, Holland—OUand. — P. L. Bender, Naar aanleiding 
van 'Jan. u arme clerc * in den Lekenspieghel (Dl. III, bl. 278 <. 
— M. Leopold, Doodeter. — H. Kern, Appel. 

Noord en Zuid XXlII, 1: T. H. de Beer, Jonker Jan van 
der Noot. — M. K. de Jong, Kantteekeningen bij de 
Nederlandsche Spraakkunst door T. Terwey 7—9. — A. M. 
Molenaar, Bloemleaing uit het Woordenboek der Neder¬ 
landsche TaaL 

Taal en Letteren X, 1; F. Buitenrnst Hettema, *t Neder- 
lands en z’n Studie. A. Over Taal. — J. Koopmans. 
Vondel-Studieen IV. — K. P. de Vries, De kerkelijke 
twisten te Amsterdam 1626—1631. Inleiding op Vondels 
hekeldichten uit dien tijd. — B.-H., Nieuw - Nederlandse 
verskunst. 


Angiia Beiblatt X, 9: Trautmann, Beowulf. Hrsg. v. Heyne. 
6. Aufl. bes. von Ad. Socin; Beowulf. Ed. by A. J. Wyatt; 
Beowulf. Hrsg, von A. Holder. II a . 2. Aufl.; Cynewulfs 
Elene. Hrsg, von Zupitza. 4. Aufl.; Wagner, Die Sprach- 
laute des Englischen, 2. Aufl. — Holthausen, BeowuH. 
Hrsg, von Heyne. 6. Aufl. bes. von Socin. — Mann, Zur 
Bibliographie des Physiologus. 


Romania 113 (Jan. 1900): P. Meyer, Notice du ms. Rawlinson 
Poetry 241. — W. A. Neil son, The Pnrgatory of croel 
Beauties. — G. Hu et, Traduction fran^aise des 'Martins* 
de Maerlant. — F. Lot, Asselin. — G. P., Un fragment 
£pique. — G. P., La mort de Siger de Brabant. — A. Piagefc, 
Quelques vers du Cardinal Pierre d* Ailli. — L. Havet. 

Äbrij ailleurs. — G. P., Beiträge zur roman. Philologie. 
Festgabe für G. Gröber. — G. P., Der anglonormannische 
Boeve de Haumtoue, hrsg. von Stimming. — A. Jeanroy, 
Cesareo, Le origini della poesia lirica in Italia. —J. Ulrich, 
Decurtins, Raetoromanische Chrestomathie. 

Revue des langues romanes .Tuli-Aug. 1899: Th. Aubanel, 
Poesies infcdites p. p. L. LegrA —J. Ulrich, La traduction , 

du Nouveau Testament en haut engadinois, par Bifrun (Schl.). j 

— E. Stengel, Le Chansonnier de Bernart Amoros (Forts.). 

— L. G. PPlissier, Quelques lettres ducales de Louis XII. f 

— E. Rigal, Loeseth, Observations sur le Polyeucte de » 

Corneille. — J. Ducamin, Beer, Zur Ueberlief erung alt¬ 
spanischer Literaturdenkmäler. ■— M. Grammont, Bruch- 
mann. Poetik. Naturlehre der Dichtung. 

Giornale storico della letteratura italiana XXXV, 1 
(— Fase. 103): Franc. Fabbrini, Indagini sul Polifilo. — 

Dom. Perrero, Le due prime Filippiche sono opera di A. 
Tassoni. — Vitt. Cian, nn codice ignoto di rime volgari 
appartenuto a B. Castiglione. — Alfr. Galletti, Garnett, 

A history of Italian literature. — V. Cian, Nicc. Machiavelli, 

II Principe; testo critico, con introduzione e note a cura di 
Giuseppe Lisio. — T. Concari, M. Landau, Geschichte der 
ital. Literatur im 18. Jahrh. — Bollettino bibliografico: 
Wiese und P&rcopo, Geschichte der ital. Literatur (R.) 

— Fr. Lo Parco, Aulo Giano Parrasio (R.). — Luigi 
Grilli, Le Egloghe Pescherecce di Jacopo Sannazaro e altre 
poesie latine dei secoli XV « XVI recate in versi italiani 
(B. S.). — K. Vossler, Benvenuto CellinTs Stil in seiner 
‘Vita’. Versuch einer psychologischen Stilbetrachtung (P. 

S. L.). — Salv. Di Giacomo, La prostituzione in Napoli 
nei secoli XIV, XV e XVI (R.). - L. Falcfci, I puristi del 
secolo XIX. II classiciBmo dei puristi (Em. B.). — Gio. Batt. 
Ficorilli, Angelo Maria Ricci, la sua vita e le sue opere i 
(Em. BJ. — L. Fornaciari, Epistolario scelto ed illnstrato 

pel centenario della sua nascita. Per cura di Raffaello figlio 
di lui (Em. B.). - R.Barbiera, Figure e figurine dei secolo | 

che muore (R.). — Gins. Conti, Firenze vecchia (R.). — , 

Annunzi analitici: 0. Griloni. La letteratura umbra f 

nel secolo XIII. - E. Di Bisogno, S. Bonaventura e Dante. I 

— Gius. Ciuffo, La visione ultima della VitaNuova. — C. 
Cipolla. Compendio della storia politica di Verona. — K. 
Vossler, Poet. Theorien in der italienischen Frührenais6ance. 

— A. Marenduzzo, Gli ‘Assempri* di frä Filippo da Siena. 

— Pac. Provasi, Due poemetti mitologici dei secoli XIV 

e XV. — Ces. Carocci, La giostra di Lorenzo de’ Medici 
messa in rima da Luigi Pulci. — Abel Lelranc, Marguerite I 

de Navarre et le platonisme de la Renaissance. — Giov. j 

Tambara, Studi stille satire di Lud. Ariosto. — C. Bonardi, ■ 

Giov. Batt. Gelli e le sue opere. — Gius. Sanesi, La vita 1 

e le opere di Donato Giannotti. — Gat. De Vivo, Sa 
PAminta di T. Tasso. — Med. Morici, Giustina Levi-Perotti ; 
e le petrarchiste marchigiane. — Gr. Senigaglia, Capitan 


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1900. Literatorblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 3. 


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Spavento. — ö. Zacchetti, II commento del Lombardi alla 
Divina Commedia e le polemiche dantesche di lui col Dionisi. 
— R. Bonfanti, La donna di garbo di Carlo Goldoni. — 
Ch. Dejob. Les femmes dans la comädie fran<jaise et italienne 
an 18® sifccle. — Gir. Romeo, II carme dei ‘Sepolcri* di U. 
Foscolo. — F. Domenico Guerrazzi, Note autobiografiche 
e poema. — Pubblicazioni nuziali: Ad. Levi, L’ingresso 
di Borso d’Este in Reggio nel luglio 1453. Ett. Bram- 
billa, II diverse pellegrinaggio a san Jacopo di Guido 
Cavalcanti e di Dante jUighieri. —Gio. Zannoni, un’ ode 
lirica a Federico di Montefeltro. — Alb. Gregorini, Prologo 
ed intermezzi composti da Giov. Leone Semproni per ‘la Filii 
di Sciro* di Guidubaldo Bonarelli. — Fr. P. Luiso, La vera 
lode de la inclita et gloriosa cittä di Firenze composta in 
latino da Leonardo Bruni e tradotta in volgare da frate 
Lazaro da Padova. — V. Lonati, Un romanzo poetico del 
Rinascimento. — C. Marchesi, Carlo Marsuppini d’Arezzo 
e Donato Acciajoli. — A. Donati, Una lettera inedita di 
A. Magliabechi ad Al. Marchetti. — Comunicazioni ed 
Appunti: L. Frati, Rime inedite del Tebaldeo e di Franc. 
Quercente. — H. Hauvette, Les ‘Dodici canti' attribuös ä 
L. Alamanni. — E. Bertana, Postilla manzoniana; la 
Monaca di Monza. 


Liter. Centralblatt 4: Grimm. Deutsche Rechtsaltertümer. 
4. Aufl. bes. von Heusler und Hübner. — G. Landgraf, 
Klebs, Die Erzählung von Apollonias aus Tyrus. — Meyer, 
Le livre-joumal de maitre Ugo Teralh. —gk., Gull-j)örissaga 
eiler {jorskfirdingasaga, udg. . . . ved Kr. Kälund. — Ten 
Brink, Geschichte der Engl. Literatur I. 2. Aufl. von Al. 
Brandl.-1., Meyer, Die deutsche Literatur des 19. .Tahrh. 

— M. K., Bächtold, Kleine Schriften. — Reichel, Entwurf 
einer deutschen Betonungslehre. — 5: A. R., Sehmsdorf, 
Die Germanen in den Balkanländern bis zum Auftreten der 
Gothen. — Harnack, Essais und Studien zur Literatur¬ 
geschichte. — Achelis, Grundzüge der Lyrik Goethes. 

Deutsche Literaturzeitung No. 2: Seil, Goethes Stellung 
zu Religion und Christentum, von Matthias. — Pick, Schiller 
in Erfurt, von Harnack. — Knortz, Walt Whitman, Der 
Dichter der Demokratie, von Evans. — Lieder. Cento Liriche 
tedesche scelte nella letteratura dei secoli XVIII e XIX e 
tradotte da Eugenia Levi, von Wendriner. — Heyne, Das 
deutsche Wohnungswesen von den ältesten geschichtlichen 
Zeiten bis zum 16. Jahrh., von A. Schultz. — No. 3: Gross¬ 
mann, Herder und die Schule, von 0. Hoff mann. — Nohle, 
Der zweite Teil von Goethes Faust für den deutschen Unter¬ 
richt dargestellt, von Weissenfels. — Uhl, Das deutsche 
Lied, von Martin. — Jahrbuch der deutschen Shakespeare- 
Gesellschaft, Bd. 35, von Franz. — Hanssen, Ueber die 
altspanischen Präterita vom Typus ove pude, von Farinelli. 

— Archiv und Bibliothek des Hof- und Nationaltheaters in 
Mannheim, 1779—1839, hrsg. von Walter, von A. v. Weilen. 

— No. 4: Türnau, Rabanus Maurus, von Dümmler. — 
Pniower, Goethes Faust, von Köster. — Con Dante e per 
Dante, Discorsi e Conferenze: Del Lungo, Giacosa, Negri, 
Novati, Rocca, Rossi, Scherillo, Zuccante, von Wiese. — 
Sakmann, Eine un^edruckte Voltaire-Korrespondenz, von 
Schneider. — G. Friedrich, Hamlet und seine Gemüts¬ 
krankheit, von Lorenz. 

Sitzungsberichte der preuss. Akademie der Wissen¬ 
schaften. Phil, histor. Klasse 1: Er. Schmidt, Deutsche 
Reimstudien. 1. Stück. 

Neue Heidelberger Jahrbücher IX, 1: P. Hensel, Engl. 
Zustände zu Anfang des 18. Jahrh. — K. Vossler, Die 
Lyrik des Angelo Poliziano. 

Neue pbil. Rundschau 25: Th. Eng wer Pinvert, Jacques 
Gtevra. — H. Bihler, Menthel. Beiträge zur franz. Lexiko- 

f raphie. — M. Kaluza, Vietor, Einführung in das Studium 
er engl. Philologie. — 26: J. Ulrich, Körting, Formenbau 
des franz. Nomens. — H. Schmidt, Link, grammaire de 
rfecapitulation de la langue fran<;aise. — A. Wacker zapp, 
Wolff und Ziehen, franz. Lesebuch. — H. Bahrs, Goerlich, 
franz. und engl. Vocabularien. — 1: E. Wolff, Stein, die 
Völkerstämme der Germanen nach röm. Darstellung; Die 
Stammsage der Germanen und die älteste Geschichte der 
deutschen Stämme. — H. Bihler, Tobler, Beiträge zur 
franz. Grammatik. 3. Reihe. — W. Wetz, Stopford A. 
Brooke, English literature from the beginnig to the Norman 
Conquest. — M. Ewert, Splettstösser. Der heimkehrende 
Gatte und sein Weib in der Weltliteratur. 

Gymnasium XVIII, 2: Grote, Ulrich, Charles de Villers. 


Protestantische Monatshefte IV, 1: M. Krenkel, Calderons 
Auto: „Das Leben ein Traum“. 

Zs. für wissenschaftliche Kritik und Antikritik I, 3: Zur 
Abwehr (Eugen Wolff wider Erich Schmidt). 

Zs. für Ethnologie XXXI, 5: E. Sackschath, Ein deutsches 
Beschwörungsbuch. — H. Brunnhofer, Die Herkunft der 
Sanskrit-Arier aus Armenien und Medien. 

Neues Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Ge¬ 
schichtskunde 25, 2: P. v. Winterfeldt, Zur Geschichte 
der rhythmischen Poesie. 

Mansfelder Blätter XIII: H. Gröszler, Die Sagen von 
Winfried-Bonifacius. — Ders., Achte Nachlese von Sagen 
und Gebräuchen der Grafschaft Mansfeld und deren nächster 
Umgebung. 

Mitteilungen des Vereins für Sächsische Volkskunde 

1899, 12: Alfr. Müller, Zu den Volksliedern. 

Dresdner Geschichtsblätter VIII, 1: P. E. Richter, Ein 
mittelalterlicher Spottvers. 

Mitteilungen und Umfragen zur bayerischen Volkskunde 

1899, No. 4: R. Petsch, Volkstümliche Bilderschriften. 

Altbayerische Monatsschrift I, 6: J. Striedinger, Ein 
historisches Volkslied vom Schmalkaldischen Kriege. 

Korrespondenzblatt des Vereins.für siebenbürgische 
Landeskunde XXIII, 1: A. Schullerus, Zursiebenbürgisch- 
deutschen Rätseldichtung. 

Das Magazin für Literatur 69, 3: Eug. Reichel, Gottsched- 
Citate. 2. — R. Steiner, Goethes Weltanschauung. — 4: 
R. Steiner. Weltanschauungen der Goethezeit. 

Nord und Süd Jan.: L. Geiger, Briefe von Justinus Kerner 
an Varnhagen von Ense. 

Der Thürmer II. 4: G. Diercks, Calderon de la Barca. 

Das litter. Echo II, 7: Rieh. M. Meyer, Goethe-Schriften. — 
M. Meyerfeld, Eine deutsche Tennyson-Biographie. 

Die Gesellschaft 16, 1: Ldw. Jacobowsky, Romantische 
Lyrik vor 100 Jahren. 

Eisleber Zeitung No. 15.16.18.19: H. von Pf ister, Ueber Ur¬ 
heimat der Arier. 

Allgem. Zeitung Beilage 296/7: A. Bettelheim, Grillparzer 
und Anzengruber. — 3: R. Weltrich, Friedr. Vischers 
akademische Vortrüge: Das Schöne und die Kunst. — H. 
Schuchardt, Das neue Jahrhundert’ in sprachl. Hinsicht. 

— 7: M. Necker, R. Huchs ‘Bliithezeit der Romantik’. — 
9: Minckwitz, Gast. Paris, La littörature Normande avant 
Tannexion. 

Neue Zürcher Zeitung 25—33: L. P. Betz, Edgar Allan 
Poe und Charles Baudelaire. Ein Phänomen der Welt- 

The Academy 1442: The world of Dickens. — 1444: English 
elegies, ed. Bailey. — Hagar, Dante. — Butler, Shake- 
speare’s sonnets. — 1445: Harrison, Tennyson, Ruskin, 
Mill and otlier literary estimates. — Inglott Bey, A dictionary 
of English homonyms. — Oorson, An introduction to John 
Milton. — On the abuse of dialect. — 1446: Murray, A 
new Engl. Dict. glasscoach graded. 

The Athenaeum 3765: Skeat, Noggin. — 3766: H. de Balzac, 
Lettres ä l’6trang&re. — Nyrop, Grammaire hist, de la 
langue francaise. I. — La Chastelaine de S. Gilles, Du 
Chevalier au barisei, ed. Schultz-Gora. — Miliar, The 
scribe of the Kingis Quair. — 3767: Editions of Shakespeare. 

Museum VII, 12: W. de Vries, Te Winkel, De Noordneder- 
landsche tongvallen. — Bülbring, Cynewulf’s Elene, hrsg. 
von Zupitza. 4. Aufl. — Van Hamei, Bourquin et Salverda 
de Grave, Pr6cis de phonfctique francaise. — F. Buitenrust 
Hettema, De Bewerking van het Fries Woordenboek. 

Verslagen en Mededeelingen der K. Akademie van 
Wetenschappen, Afd.Letterk. 4® Reeks, 111,3: A. Kluyver, 
Over den stofnaam camelot. — .T. Verd am, Nieuwe aanwinsten 
voor onze kennis der middeleeuwsche taal en letterkunde. 

- J. Verdam en A. Kluyver, Verslag over eene ver- 
handeling van den hecr Salverda de Grave; Essai sur 
quelques groupes de mots n£erlandais empruntös au latin öcrit. 

De Gids. 1900, 1: G. Kalff, Hooft’s lyriek (P. C. Hooft, Ge¬ 
dichten. Volledige uitgave door Dr. F. A. Stoett). 

Revue critique 3: A. Delboulle, Les lettres N et 0 du 
Complöment du Dictionnaire de Tancienne langue francaise 
par F. Godefroy. fase. 93. 94. — 4: Ch. Bastide, Wilbur 
L. Cross, The developpment of the English novel; F. W. 
Chandler, Romances of Roguery. I. — Ch. Dejob, Faguet, 
Pulitiques et moralistes du XIX siöcle. — 5: V. Henry, 
Sweet, The practical Study of Languages. A Guide for 
Teachers and Learners. — J. Lecoq, Legouis, Pages choisies 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. No. 3. 


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des grands fccrivains. Shakespeare. — C. J., Griesebach, 
Weltliteratur. — 6: P. Lejay, Stolz und Schmalz, Lat. 
Grammatik. 3. Aufl. — Y. Henry, Michels, Mhd. Elementar¬ 
buch. — A. Morel-Fatio, Ingratitud por amor, comedia 
de Don Guillen de Castro. Ed. by Hugo A. Rennert. 
Revue des cours et Conferences VIII, 10: N. M. Bernardin, 
‘France . . . d’abord*, de M. H. de Bornier. — 11: E. Faguet, 
J. B. Rousseau. Ses idfces litteraires.— A. Beljame, John 
Lyly et l’euphuisme. Jeunesse et dfcbuts litteraires de John 
Ly ly. — G. Larroumet, Le theätre de Leconte de Lisle. 
*Les Erynnies’. — 12: G. Larroumet, Thomas Corneille. 

— 13: A. Chuquet, Les Brigands de Schiller (Forts, in 14). 

— N. M. Bernardin, Le Th6atre de Regnard (Les Folies 
amoureuses). — 14: AM. Emile Faguet. — Ein. Faguet, 
J.-B. Rousseau. Ses idfces litteraires. — G. Larroumet, 
Le thöatre de Ctebillon. ‘Attee et Thyeste*. 

Annales du Midi 45 (Jan. 1900): G. Paris, Le roman du 
comte de Toulouse. — A. Jeanroy et P. Aubry, Une 
chanson provengale k la Vierge. — A. Jeanroy, P. Fabra, 
Contribuciö k la gramatica de la lengua catalana. — Ders., 
Becker. Der südfranz. Sagenkreis und seine Probleme. 
Revue des 6tudes juives 1899: Ch. Dejob, Le juif dans la 
comedie au XVIII« stecle. 

Bulletin hispaniqne 4 (Okt. Dez.): Ducamin, Dubois et 
Oroz, Pieces choisies du th6ätre espagnol, trad. nouvelle. — 
Morel-Fatio, Homenaje a Menendez y Pelayo, estudios 
de Erudicion espafiola con un prologo de Dr. Juan Valera. 

— Cirot, Bello, Grammatica de la lengua castellana. 
Archivio storico siciliano XXIV, 1/2: M. La Via, La cosi 

detta ‘colonia lombarda* di Sicilia. (Betrifft auch die gallo- 
italischen Mundarten Siciliens.) 

Atti detta R. Accademia Lucchese vol. 30: G. Bassi, Com- 
menti danteschi (1. Sulla ‘lonza* e sulla ‘bestia senza pace*; 
2. Sul ‘bei pianeta che ad amar conforta* Purg. I, 19; 3. Sul 
significato della Matelda. 

La Biblioteca delle scuole italiane IX, 1, Gennaio 1900: 

F. No vati, IGoliardielapoesiamedievale. — M. Scherillo, 
Curiositä Manzoniana. — V. Ci an, Novati, Sedici lettere 
inedite di M. Girolamo Vida Vescovo d’Alba. — Mussafia, 
Dei codici vaticani latini 3195 e 3196 delle Rime del Petrarca. 

Rassegna bibliografica della letteratura italiana VII, 9. 
10: A. Neri, Un traduttore della ‘Henriade* del Voltaire 
(Michele Bolaffi). 

Rivista politica e letteraria 1899, Nov.: G. Bustico, Svolgi- 
mento storico del romanzo italiano nel sec. XIX. 

Roma letteraria VII, 1: E. Panzacchi, Cinquecento. — 4: 

G. Rigutini, Nota petrarchesca. — 14: V. Prenestini. 
Manzoniana. — 17: A. Giannini, LTntroduzionc ai‘Promessi 
Sposi*. — 20: 0. Villani, II sentimento della natura nei 
‘Promessi Sposi*. — N. Quarta, Questioni dantesche. 

Erudizione e belle arti IV, 12: C. Arlia, Colazione o 
colezione. — V, 1: F. Ravagli, Due laudi alla Vergine, tratte 
dal cod. 276 della bibl. della Fraternitä di S. Maria d’Arezzo. 
Natura ed arte 1899, 21: M. Scherillo, Pariniana. — 23: 

P. Nurra, Beatrice d’Este e il Parini. 

La rassegna nazionale 109: G. Crocioni, Dante e il Mamiani 
con saggi di postille inedite. — IT. Mazzini, La Cavalleria 
nei ‘Promessi Sposi*. — P. Tonoli, Pariniana. 

Rassegna pugliese XVI, 5: G. Petraglione, Sülle noveile 
di A. F. Doni. — N. Quarta. Gentil ramo (Ueber Petrarcas 
‘Chiare, fresche e dolci acque*). 

Neu erschienene Bücher. 

Osthoff, Herrn., Vom Suppletivwesen der indogermanischen 
Sprachen. Erweiterte Akademische Rede. Heidelberg, 
Kommissionsverlag von Alfr. Wolff. 4°. 95 S. 

Potanin. G. N., Vostochn’ie Motiv’i v” sredneviekovour 1 
evropeiskom” epossie. Moskau, Kouchneref & Cie. 1899. 
8°. X. 896 S. (Le Motifs orientaux dans Tepop^e europeenne 
du moyen äge.) 

Abele, W., Die antiken Quellen des Hans Sachs. II. Progr, 
Cannstatt. 

Brandes, E., Aus Fritz Reuters Leben. Progr. Strassburg 
1899. 102 S. 8°. 

Gramer, W., Kriemhild. Eine sagengeschichtl. Untersuchung. 
II. Mythus und Geschichte in den Sagen des Nibelungen¬ 
kreises. 1. Hälfte. Progr. Colmar. 42 S. 4°. 

Edda Saemundar. Den leldre Edda, norrone oldkvad Ira 


vikingetiden 9—11. aarh. e. Chr. oversatte af G. A. Gjessing. 
Kristiania, Aschehoug & Co. 1899. VIII. 279 8. 8°. 

Flossmann, P., Picander (Christian Friedrich Henrici). Diss, 
Leipzig 1899. 121 S. 8°. 

Grosch, R., Die Jugenddichtung Friedrich Hölderlins. Diss 
Berlin 1899. 46 S. 8°. 

Heinrich, Curt, Die komischen Elemente in den Lustspielen 
von Joh. Chr. Brandes. Heidelb. Diss. 8°. 

Jaeckh, Ernst, Studien zu Kotzebue’s Lustspieltechnik. Heidel¬ 
berger Diss. 8°. 

>K emmer, L., Versuch einer Darstellung des Lautstandes der 
Asch affenburger Kanzleisprache in der 1. Hälfte des 16. Jahrh. 
2. Teil. Die Konsonanten. Progr. Dillingen. 135 S. 8°. 

Levinstein, K., Christian Weise und Molilre. Eine Studie 
zur Entwicklungsgeschichte des deutschen Lustspiels. Diss. 
Berlin 1899. 45 S. 8°. Leipzig, Fock, 
j Linde, 0. zur, Heinrich Heine und die deutsche Romantik. 

Diss. Freiburg 1899. 219 S. 8°. 

I Maync, H., Uhlands Jugenddichtung. Diss. Berlin 1899. 

1 62 S. 8°. Leipzig, Fock. 

Miillenhoff, K., Deutsche Altertumskunde. IV, 2. Berlin, 
j Weidmann. XXIV. S. 385—751. 8°. M. 10. 

Nolte, A., Der Eingang des Parzival. Ein Interpretations¬ 
versuch. Marburg, Eiwert. 8°. M. 1.20. 

Pantl, E., Die von H. Bock auf gestellten Regeln über den 
Gebrauch des Konjunktivs im Mittelhochdeutschen untersucht 
an den Schriften Meister Eckarts. Progr. Wien 1899. 
29 S. 8°. 

Procop, W., Die Psalmen des Paulus Melissus in ihrem Ver¬ 
hältnis zur franz. Psalmen-Uebersetzung des Marot-Beza 
und zur Vulgata. Eine sprachliche Untersuchung. Progr. 
Rosenheim 1899. 21 S. 8°. 

Scheid, N., P. Nikolaus Avancini S. J., ein österreichischer 
Dichter des XVII. Jahrh. Progr. Feldkirch 1899. 48 S. 8°. 

8chröder. Edw., Goethe und die deutschen Professoren. 
Marburg, El wert. 8°. M. 2. 

Schwill, R., August Wilhelm Schlegel über das Theater der 
Franzosen. Diss. München 1898. 30 S. 8°. 

Teichmann, A., Eine Rede gegen die Bischöfe. Alt-Norwegische 
politische Streitschrift aus König Sverres Zeit. Uebersetzt 
nach der Ausgabe von G. Storm, Christiania 1885. Progr. 
Basel 1899. 48 S. 4°. 

Uibeleisen, K., Die Ortsnamen des Amtsbez. Wertheim. 
Besprochen und erläutert. Mit einem Anhang: Die benach¬ 
barten bayerischen Ortsnamen, gr. 8°. 52 S. Wertheim, 

E. Buchheim Nachf. M. —.50. 

Wehmert, B., Goethes Reim. Diss. Berlin 1899. 56 S. 8°. 

Weise, Oscar, Syntax der altenburger Mundart. = Gram¬ 
matiken deutscher Mundarten Bd. VI. Leipzig, Breitkopf 
& Härtel. XII. 164 S. 8°. M. 5. 

Backhaus, 0., Ueber die Quelle der mittelenglischen Legende 
von der heiligen Juliane und ihr Verhältnis zu Cynewulfs 
Juliane. Diss. Halle 1899. 57 S. Leipzig, Fock. 

Brenn ecke, E., Kulturhistorisches aus Ben Jonson’s Dramen. 
Diss. Halle 1899. 51 S. 8°. 

Ch au c er, The Prologue to the Canterbury Tales. Ed. by 
A. J. Wyatt, with a Glossary by J. Malins. Introduction, 
Text, Notes, Glossary and Appendix. University Tutorial 
Series. Cr. 8 vo, pp. 116. London, Clive 1/ 

Kötz, 0., Faerie Queene und Pilgrim’s Progress. Ein Beitrag 
zur Quellenfrage Bunyans. Diss. Halle 1899. 48 S. 8°. 

Lauschke, J., John Websters Tragödie Appius and Virginia, 
eine Quellenstudie. Diss. Leipzig 1899. 63 S. 8°. 

Palaestra. Untersuchungen und Texte auß der deutschen 
und engl. Philologie. Hrsg, von A. Brandl und E. Schmidt 
VI und X. Berlin, Mayer « Müller, gr. 8°. M. 17.60. VI: 
Märkisch, R„ Die aitenglische Bearbeitung der Erzählung 
von Apollonius v. Tyrus. Grammatik und lateinischer Text 
62 8. M. 1.60. - X: Churchill, G. B., Richard III. up 
to Shakespeare. XIII, 548 S. M. 16. 

Root, Rob. Kilburn, Andreas: The legend of St. Andrew, 
translated from the Old English. (Yales Studies in English. 
VII.) New York, H. Holt & Co. 1899. 

Schmidt, G., Ueber die Sprache und Heimat der „Vices und 
Yirtues“. Ein Beitrag zur mittelenglischen Dialektkunde. 
Diss. Leipzig 1899. 69 S. 8°. Leipzig, Fock. 

Seccombe, Thom., The Age of Johnson 1748—1798. Cr. 8 vo, 
pp. 404. London, G. Bell. 3/6. 

Spenser Anthology, The, 1548—1591 A. D. Edited by Prof. 


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117 


1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. No. 3. 


118 


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Press 2/6. 

Varnhagen, H., De fabulascenicaimmolationemlsaactraetante 
quae sermone medio -anglico conscripta in codice Bromensi 
asservata est. Progr. Erlangen 1899. 20 S. 4°. 

Vischer, Fr. Th., Shakespeare-Vorträge. II: Macbeth. Romeo 
und Julia. Stuttgart, Cotta. 8°. M. 6. 

Witt, 0., The Tempest. or The Enchanted Island. A Comedy 
by John Dryden. 1670. The Sea-Voyage. A Comedy by 
Beaumont and Fletcher. 1647. The Goblins 1 Tragi-Comedy 
by Sir John Suckling. 1646, in ihrem Verhältnis zu Shakspere’s 
„Tempest 1 * und den übrigen Quellen. Rost. Diss. 138 S. 8°. 


Abraham, F., Ueber Quellen und Mundart des delphinatischen 
Mysteriums: Istoria Petri et Pauli. Diss. Halle 1899. 66 S. 
und 3 Tafeln Schriftproben 8°. 

Alexicr, G., Texte din literatura poporanä rominä. Tom. I. 
Poesia traditionalä. Budapest 1899. 8°. XIV. 294 S. 

Augugliario, B., Seneca nel teatro alferiano. Saggio. Tra- 
pani. tip. Messina. 1899. 

Azemar, Oh., Coutumes d’Escoussens (transaction du 10janvier 
1515). Texte roman avec traduction fran<;aise. Albi 1899. i 
8°. 157 S. | 

Baker, Alfr. T., Outlines of French historical Grammar j 
With representative French Texts. London, J. M. Dont &Co. 
XIV. 375 S. 8°. 

Bertrin, G., La sincerit^ religieuse de Chateaubriand. 1 vol. 
in-12 : 3 fr. 50. Paris, Libr. Victor Lecoffre. 

Brush. Murray Peabody, The Isopo Laurenziano, edited with j 
notes and an introduction treating of the interrelations of j 
Italian Fable collections. Columbus (Ohio). Laurence 1899. 
8°. VIII. 186 S. 

Chauvet, H., Folk-lore catalan. Legendes du Roussillon. 
Paris, Maisonneuve. 119 S. 16°. 

Dante, La Commedia di, II testo Wittiano, riveduto da Paget 
Toynbee. London, Methuen. 1900. 8°. 554 S. 

Darmesteter. M. J., La Reine de Navarre (Marguerite 
d'Angouleme); par Mary James Darmesteter. Traduction 
de Tanglais par Pierre Mercieux. IV. 326 S. 18". Paris, 
C. Lövy. 

Delille, L., Notice sur la Rhetorique de Cicöron traduite par 
maitre Jean d’Antioche, ms. 590 du Musee Condö. Paris, 
Klincksieck. 1899. 4°. 63 S. Aus ‘Notices et Extraits des 
Manuscrits* t. XXXVI. 

Doujat. Dittiounari moundi de Jean Doujat, empeoutad per 
G. Visner. Dictionnaire de la langue du pays toulousain, 
de J. Doujat; ajoute par G. Visner. Pröface de M. Jeanroy. 
Paris, Picard. 8°. 242 S. 1897 (?). 

Federn, K.. Dante. Leipzig, Seemann. X. 235 S. 8°. M. 4. 

Froissart, J., Chroniques de J. Froissart. Deuxi&me Livre, 
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Raynaud. T. II (1382—1385) : Depuis la bataille de Roose- 
bekc jusqu’ä la paix de Tournay In 8°, LXXVH-492 p. 
Paris, lib. Laurens. 1899. 

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Rinaseimento abbiano imitato Plauto e Terenzio. I. Progr. 
Capodistria 1899. 30 8. 8°. 

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ä la bri6vet£ de Texpression. Progr. Graz 1899. 29 S. 8°. 

K ron, R., Le petit Parisien. Pariser Französisch. Ein Fort¬ 
bildungsmittel und Lesestoff für diejenigen, welche die 
lebendige Umgangssprache auf allen Gebieten des täglichen 
Verkehrs erlernen wollen. 7. Autl. 31 it einen Plan von 
Paris. Karlsruhe, Bielefeld. 12°. VIII, 200 S. M. 2.40. 


Lauer, Ph., Le po£me de la Destruction de Rome et les 
origines de la cit6 Leonine. Rom 1899. 8°. 57 S. Aus 
Melanges d’archöologie et d’histoire publ. par Pecole frang. 
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Mancini, L., Le tragedie di Silvio Pellico avanti la sua 
prigionia. Senigallia, tip. Puccini. 

Mantovani, Dino. 11 poeta soldato, Ippolito Nievo. Milano, 
Treves. 1900. 

Manzoni, Alessandro, Scritti postumi pubblicati da Pietro 
Brambilla a cura di G. Sforza. Vol. I. VIII-420 S. gr. 8°. 
3lailand. U. Hoepli. fr. 5. 

Mazuc, £mile, Grammaire Languedocienne. Dialecte de 
Pözenas. Toulouse, Ed. Privat. 8°. XVI. 352 S. fr. 7.50. 

Merker, J., Laut- und Formenlehre der altfranzösischen Dialoge 
Gregoire lo Pape. Diss. Bonn 1899. 29 S. 8°. 

Me uni er, J. 31., Les Parlers du Nivernais, discours. In-8°, 
18 p. Nevers, imp. Cloix. 1899. 

3Iontaigne. Les Essais de M. T. V. Notice. Bibliographie. 
Variantes. Glossaire. Paris, Lemerre. 8°. ' fr. 10. 

3Iorpurgo, 8.. Le epigrafi volgari in rima del Trionfo della 
3Iorte\ del ‘Giudizio universale e inferno* e degli ‘Anacoreti’ 
nel Camposanto di Pisa. Roma 1899. S.-A. aus L’ Arte II, 
fas. 1—3. 

Na veil. W., King Arthur and the Table Round. Tales chiefly 
after the Old French of Chrestien of Troves, with an account 
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Houghton MifHin 1898. 8°. LX. 230 + 270 S. 

Oestberg, H. 0., Les voyelles velaires accentu^es, ladiphtongue 
au et la desinence -acus dans quelques noms de lieux de la 
France du Nord. Diss. Upsala. 8". IV. 100 S. 

Petit de Julleville. L.. Histoire de la littörature francaise, 
des origines ä nos jours; par L. Petit de Julleville. professeur 
k la Facultö des lettres de Paris. Nouvelle edition, conte- 
nant un index des auteurs et des ouvrages cites. In-16°, 
600 p. Paris, libr. 3Iasson et Cie. 

Rajna, P., Per le origini della novella proemiale delle ‘3Iille 
e una Notte\ Firenze 1899. 8.-A. aus Bd. XII des Giorn. 
della Soc. Asiat. Ital. 

Renouvier. Ch., Victor Hugo, le philosophe. Paris, Colin 
et Cie. 18°. fr. 3.50. 

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Chanson des 8axons‘. Diss. Greifswald 1899. 68 S. 8°. 

Smith, Justin H., The Troubadours at home, their lives and 
Personalities, their songs and their world. 2 Bde. XXX. 
493; V, 496 S. 8° und 178 Jllustr. New York und London, 
G. P. Putnanrs Sons. 

Suchier. H. und Ad. Birch-Hirschfeld, Geschichte der 
franz. Literatur von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. 
Leipzig. Bibi. Institut. 1. Lfg. (Vollst. in 14 Lfg. ä 1 31,) 

Tasso. Torquato, Le rime. Edizione critica a cura di Angelo 
Solerti. Vol. III : Rime d'occasione e d'encomio. Bologna, 
Romagnoli-Deir Acqua. 1900. 


Die Januarablieferung des Sprachatlas des Deutschen Reichs 
(vgl. 1899, Sp. 430) umfasst die Wörter: bin [Satz 40] nw. no, 
bist [Satz 16j nw, no, dann [Satz 18] nw. dem [Satz 38] nw, 
du [Satz 16, I] nw, no, durch [Satz 41 nw, er [Satz 20] nw, er 
[Satz 25] nw, euch [Satz 31] nw. no, fest nw, no. gehn [Satz 12] 

| nw, Hanf sw, hier nw, ist [Satz 5J nw, no, ist [Satz 25, II] 
I nw, musst nw. no, neun nw, schon nw, sind [I. pl.] nw, no, 
sind [111. pl., Satz 38J nw, no, wachst sw. — Gesamtzahl der 
fertigen Karten 512. 

Marburg. Dr. G. Wenker. 


NOTIZ. 

Den germanistischen Teil redigiert Otto Bebashel Giessen. Hofmannstrasse 8), den romanistischen und englischen Teil Fritz Nenmann 
t Heidelberg, Hauptstrasse 73t, und man bittet, die Beitrage iRecensionen, kurze Notizen, Personalnachrichten etc.) dem entsprechend gefälligst zu adressiren. 
Die Redaktion richtet an die Herren Verleger wie Verfasser die Bitte, dafür Sorge tragen zu wollen, dass alle neuen Werke germanistischen und romanistischen 
Inhalts ihr gleich nach Erscheinen entweder direct oder durch Vermittelung von O. R. Reisland in Leipzig zugesandt werden. Nur in diesem 
Falle wird die Redaction stets im Stande sein, über neue Publicationen eine Besprechung oder kürzere Bemerkung 
In der Bibliographie) zu bringen. An O. R. Reisland sind auch die Anfragen über Honorar und Sonderabzüge zu richteu. 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 3. 


120 


Preis für dreigespaltene 
Petitzeile 25 Pfennige. 


Literarische Anzeigen. 


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Ma88mann, H. F., Vollständiger alphabetischer Index zu Graffs althochdeutschem 
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Gryphius, A., Lustspiele, Trauerspiele und Gedichte. Hrsg, von H. Palm. 

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Grimm, Brüder, Altdeutsche Wälder. 3 Bde. Cassel und Frankfurt 1813—16. 

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1822—37. Hfz. Schönes Exemplar. Selten 30.— 

Haupt und Hoffmann, Altdeutsche Blätter. 2 Bde. Leipzig 1836—40. Grün 
Hfz. Schönes Exemplar. Sehr selten. 25.— 

Horae belgicae, Studio atque opera Hoffmanni Fallerslebensis. Ed. I et II. 
12 partes in 9 voll. Hannover, Breslau. Göttingen 1837—62. Pbde. und 
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Aug. Westphalen in Flensburg. |j 


Barnstorff, Lehr- und Lese¬ 
buch der eugl. Sprache. 

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Die rasche Folge der Auflagen 
ist die beste Bürgschaft für 
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dieses Lehrbuches. 

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German Pupils. Pr. m. 1 . 50 . | 

8^* Das Buch wird seiner Aufgabe |] 
als fremdsprachliches Lesebuch 
vollkommen gerecht; durch seine 
leicht verständliche, gefällige . 
Sprache unterstützt es den Unter- dl 
rieht ira Englischen und durch 
die besondere Berücksichtigung 
der engl. Realien dient es auch 
den übrigen Unterrichtsfächern. 
Der reichlich bemessene Stoff ist 
praktisch und methodisch gleich 
vorzüglich geordnet u. entspricht 
den verschiedensten Seiten des 
geistigen Lebens der Schüler, so 
dass das Buch nicht verfehlen 
kann, eine gewinnbringende und |] 
anregende Lektüre für die Schüler 
zu werden. Der Anhang enthält 
sehr brauchbare litterar - ge- Ij] 
schichtliche Notizen sowie ein L 
reichhaltiges Wörterverzeichnis 
(50 S.). Den Herausgebern ge 
bührfc Dank und ihrem Buche ^ 
die weiteste Verbreitung. |[l 
(Schlesische Schulzeitung.) 

Beide Bücher sind in erster Linie n 

für Mittelschulen u. Höhere Mädchen- lü 
schulen bestimmt. I 


Verlag; von O. R. Reisland in Leipzig. 


Heditha, 

Neues Lehr- und Lesebuch der französischen Sprache für höhere Mädchenschulen und verwandte Anstalten 

von 

Dp. Hans Rahn, 

Oberlehrer an der städtischen höheren Töchterschule zu Dresden. 

Erster Teil. Mit Anhang: Blanclieneige, ComSdie en cinq actes von Frln. L. Kopliamel. 1899. 2. Auflage. IV, 169 S. 

Geh. M. 1.40. Zweiter Teil. VIII, 250 S. 1897. Geb. M. 2.-. 

Mit diesem Neuen Lehrbuch wird ein genau nach den Verordnungen der Kgl. Preussischen Regierung ge¬ 
arbeitetes Lehrmittel veröffentlicht. Der 2. Teil vermittelt den Anschluss an des Verfassers: 

Lehrbuch der französischen Sprache in vermittelnder Methode. 

Zweiter Teil (6. und 7. Schuljahr). Siebente Auflage. 1898. Geb. Preis M. 1.40. 

Dritter Teil (Systematische Schulgrammatik der franz. Sprache) für die 2, bez. 3 letzten Schuljahre bestimmt. 

Sechste Auflage. 1897. Geb. Preis M. 2.80 

Diese beiden Teile (II und HO sind bereits nach der neuen Methode bearbeitet. 

Hierzu eine Beilage von Karl J. Trübner, Verlagsbuchhandlung in Strassburg i. E. 


Verantwortlicher Redacteur Prof. Dr. Fritz Neumann in Heidelberg. — Druck v. G. 0 tto’s Hof-Buohdruokerei in Darmstudt. 

Ausgregreben am 12. M&rz 1900. 


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LITERATURBLATT \ 

FÜR 

GERMANISCHE und ROMANISCHE PHILOLOGIE. 


HERAUSGEGEBEN VON 


D R OTTO BEHAGHEL 

o. ö. Professor der germanischen Philologie 
an der Universität Giessen. 


UND 


D R FRITZ NEUMANN 

o. o. Professor der romanischen Philologie 
an der Universität Heidelberg. 


Erscheint monatlich. 


VERLAG VON 

O. R. REISLAND, LEIPZIG. Preis halbjährlich M. 5. 50. 


XXI. Jahrgang. Nr. 4. April. 


1900. 


K ä d i n g, Häufigkeitswörterbuch der deutschen 
Sprache (8 o c i n). 

Hassding, Die Freradwortfrage für Behörden, 
Fachwissenschaft und Gewerbe (8 o c i n). 

Kemmer, Darstellung des Lautstandes der Aschaffen¬ 
burger Kanzleisprache in der 1. Hälfte des 16. 
Jahrh. (Gl öde). 

Frank, Die Frankenhäuser Mundart (Horn). 

Richter, Ferdinand Freiligrath als Uebersetzer 
(Ttrdel). 

Kaluza. Hist. Grammatik der englischen Sprache 
I. (H o 11 h a u s e n). 

Simons, Cynewulfs Wortschatz (Holthausen). 

K o ep pe 1, Tennyson (Proescholdt). 


K o e p p e 1, Quellenstudien zu den Pramen George 
Chapman’s, Phil. Massinger’s und John Ford’s 
(Proescholdt). 

Oloetta, Die Enfances Vivien. Ihre Ueber- 
lieferung. Ihre cyklische Stellung (S u c h i er). 

F 1 u r 1, Isembart et Gormont. Entwicklung der 
Sage und historische Grundlage (Schläger). 

Zenker, Das Epos von Isembard und Gormond. 
Sein Inhalt und seine historischen Grundlagen 
(8 c h 1 ä g e r). 

Schlessinger, Die altfranz. Wörter im Machsor 
Vitry (Zauner). 

L 0 s e t h , Observatlons snr le Polyeucte de Corneille 
(Mahrenholt/.). 


P a s o a 1, Abrögä de la Vie de Jesus - Christ p. p. 

Pr. Faugäre (M a h r e n h o 11 z). 

Michaelis et Passy, Dictionnaire phonötlque 
de la langue fran$aise (8 ü 11 e r 11 n). 

C r o c e, 1 predlcatori italianl del seicento e 11 
guato spagnuolo (Vosslor). 

— , i trattatlsti italianl del „Conoettismo* o Balt. 
Graclan (Vos&ler). 

Sabersky, Ueber einige Namen von Bergen, 
Thälern, Weilern, Weiden und Hütten in der 
Umgebung von Madonna di Campiglio 
(8 a 1 v i o n i). 

T ik t i n , Gramatioü romänä (Rudo w). 
Bibliographie. 

Literarische Mitteilungen. 


Häufigkeitswörterbuch der deutschen Sprache. Fest¬ 
gestellt durch einen Arbeitsausschuss der deutschen Steno¬ 
graphiesysteme. Herausgegeben von F. W. Käding. 
Steglitz b. Berlin 1898, 8elbstverl. d. Herausg., in Kommission 
bei E. S. Mittler & Sohn, Berlin. 671 S. Lex! Okt M. 22,50. 

Das vorliegende Werk verdankt, wie der Titel er¬ 
kennen lässt, stenographischen Bedürfnissen seine Ent¬ 
stehung. Da nämlich das stenogr. Zeichenmaterial ein 
beschränktes ist, handelt es sich darum, die häufigsten 
Wörter, Laute und Lautverbindungen ausfindig zu machen, 
um diesen die bequemsten Zeichen zuzuteilen. Erhebt 
sich z. B. die Frage, ob für tsch ein einheitliches Zeichen 
nötig ist, so giebt uns Käding folgenden Aufschluss: in 
den zu Grunde gelegten 20 Millionen Silben kommt tsch 
11412 mal vor, davon entfallen 9959 auf das Wort 
deutsch , und es verbleiben noch 1453 Fälle, oder, auf 
100 000 Silben als einheitlichen Massstab reduziert, die 
Häufigkeit 7,26. Folgerung: deutsch ist mit einem „Sigel“ 
zu versehen, tsch braucht kein besonderes Zeichen. 

Der Plan des Häufigkeits-Wb. wurde unter dem 
Beirat von Oberregierungsrat Blenck, Leiter des preus- 
sischen statistischen Bureaus, festgestellt. Es bat sich 
nun ergeben, dass 76,47 °/o Wörter in den 20 Millionen 
Silben nur ein einziges Mal Vorkommen; Käding berück¬ 
sichtigt nur diejenigen, die mindestens 4 Mal vorge- 
kommen sind. Die Richtigkeit dieser Frequenz ist, was 
die Begriffswörter anbetrifft, eine durchaus relative, von 
den gewählten Zählstoffen zufällig bedingte. Dagegen 
wird man für die Frequenz der allgemeinen Redeteile 
den Kädingschen Zählungen auch absolute Beweiskraft 
beilegen dürfen. Die 3 häufigsten Wörter: die , der , und 
machen fast Vio sämtlicher Wörter aus, die 66 häufigsten 
zusammen die Hälfte. 56 davon sind Einsilbler, 10 
Zweisilbler. 

Da auch Buchdruckerkreise sich für das Unternehmen 
interessieren, sind die Silben zunächst nach Buchstaben 
analysiert. Will also jemand die Frequenz des Lautes 
h haben, so muss er die Subtraktion der Rubriken 
Dehnungs-A, c,A sch etc. vollziehen. 

Kann nun auch die Sprachwissenschaft aus dem 
Werke Nutzen ziehen? Etwelchen immerhin. Ich denke, 


wer eine deutsche Sprachlehre für Ausländer verfasst, 
wird gut thun, wenn er die als besonders häufig nach¬ 
gewiesenen Wörter durch viele Beispiele hervortreten 
lässt. Ferner ergiebt sich einiges über die wahre Frequenz 
der Fremdwörter und vielleicht fällt auch Licht auf diese 
oder jene Analogiewirkung. 

Käding hat während Jahren seine ganze freie Zeit 
und dazu eine bedeutende Geldsumme für seine Arbeit 
zum Opfer gebracht. Ein rascher Absatz wird ihn nicht 
belohnen, das Werk wird das einzige seiner Art bleiben, 
aber es wird noch in späten Zeiten nachgeschlagen und 
gewürdigt werden. 

Basel. Adolf Socin. 

Hausding, A. (Mitglied des Kaiserl. Patentamtes), Di© 
Fremdwortfrage für Behörden, Fachwissenschaft und 
Gewerbe nebst einem Verdeutsclmngswörterhuch. Als Denk¬ 
schrift bearbeitet. Berlin, Heymann 1897. 194 S. 8°. M. 1.60. 

Der Verf. teilt die Fremdwörter in bis auf weiteres 
beizubehaltende und in entbehrliche. Die letztem machen 
hei weitem die Mehrzahl aus. Es befinden sich darunter 
z. B. belletristisch, Bibliothek, Botanik, Boudoir, Bureau. 
Die Frage, ob denn Wörter wie diese zu dem specifischen 
Wortschätze des Patentamtes gehören, wollen wir nicht 
aufwerfen, aber schönwissenschaftlich giebt den Begriff 
belletristisch nicht richtig wieder, eine Bücherei ist keine 
Bibliothek und der Bibliothekar kein Bücherwart. Das 
Standesbewusstsein spielt in der Fremdwortfrage eine 
wichtigere Rolle als man meint, und so lange man es 
auf andern Gebieten pflegt, kommt man auch hier mit 
den Schlagwörtern Eitelkeit, Nachahmungslust u. s. w. 
nicht dagegen auf. Sauce will der Verf. heibehalten, 
aber als Soosse, es sei dann Lehnwort. Als ob für die 
Unterscheidung von Lehnwort und Fremdwort die Ortho¬ 
graphie oder die Lautform massgebend wären 1 ! Sind 
Balkon, Ballon, Bureau denn keine Lehnwörter? 

1 Einigermassen ist die Lautform hier doch wohl von Be¬ 
deutung; man vergl. die Ausführungen von Kluge, Zs. des 
allgem. deutschen Sprachvereins 1894, 206 ff. Auch in anderen 
Punkten nehme ich einen andern Standpunkt ein als der Herr 
Berichterstatter. 

Giessen. 0. Behaghel. 

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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 4. 


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In der Einleitung wird das Erfordernis der Klarheit 
und Gemeinverständlichkeit betont, und der Verf. hat iu 
der Tliat eine Reihe treffender Beispiele beigebracht, 
in denen die Sache mit deutschen Wörtern viel einfacher 
und knapper ausgedriickt ist. Wenn er aber den Fremd¬ 
wörtern Vieldeutigkeit vorwirft, so trifft er damit auch 
die deutsche Sprache. Der Vorwurf ist überhaupt un¬ 
berechtigt, da Zusammenhang und begleitende Umstände 
mitberücksichtigt werden müssen. Warum soll ferner 
ein Augenarzt, der eine verbesserte Brille anmeldet, 
nicht von Myopie, Accommodation u. s. w. reden dürfen? 
Es kommt alles darauf an, zu wem man spricht. Gewiss 
ist der Titel „Encyklopädie und Methodologie der Kultur¬ 
technik“ eine Unsitte, wenn das Werk für den Landwirt 
gewöhnlichen Schlages, nicht aber, wenn es für landwirt¬ 
schaftliche Akademien bestimmt ist. Ich gestehe* dass 
ich als Laie mir ebensowenig eine Vorstellung bilden 
kann, ob ich von einer Compound- oder von einer Verbund¬ 
maschine höre. Was ist Fernzug, was Schnellseher 
(S. 24)? Allgemein gesprochen halte ich es für eine 
grosse Erleichterung, wenn ich in einem fremdsprachigen 
Werke meines Faches wenigstens die gleichen termini 
technici antreffe. Diese Ansätze einer internationalen 
Sprache siud für Wissenschaft, Technik und Verkehr 
ein Bedürfnis, und gerade wegen der Internationalität 
dieses Wortschatzes liegt für die nationalen Sprachen die 
Gefahr nicht auf dieser Seite. 

Warum haben Fahrrad und Radfahrer überall das 
Feld erobert, der Fernsprecher aber nicht? Weil sie 
unzweideutig, kurz und namentlich weil sie leicht sprech¬ 
bar sind. Das Moment des Wohlklanges besteht und 
kann nicht mit dem Einwand der Subjektivität aus der 
Welt geschafft werden. Endlich ist für telephonieren 
kein Ersatz da. Derartigen Einwürfen begegnet der 
Verfasser in den Vorbemerkungen zum Verdeutschungs¬ 
verzeichnis mit den Worten: „Um eine allzugrosse Aus¬ 
dehnung des Verzeichnisses zu vermeiden, ist in allen 
Fällen, in denen die von einem fremden Wurzelworte 
abgeleiteten Wörter, als Haupt-, Eigenschafts-, Umstands¬ 
oder Zeitwort, denselben Sinn decken, nur für die wesent¬ 
lichste Form dieser Wortbildungen die Verdeutschung 
angegeben, da hieraus die Ersatzwörter der anderen 
Wortbildungen ohne Weiteres folgen“. Eine Schwierig¬ 
keit ignorieren heisst aber nicht sie beseitigen. 

Die Schrift nimmt sich zu viel vor und schwächt 
ihre Wirkung selber ab. Die Verdeutschung hätte an 
konkreten Satzbeispielen gezeigt und auf Grund dessen 
eine mässige, sich streng auf die Technik beschränkende 
Liste entbehrlicher Fremdwörter aufgestellt werden 
sollen. Auf die Forderung sofortiger gleichmässiger 
Einführung der Verdeutschungen wäre überhaupt zu ver¬ 
zichten. 

Basel. Adolf Socin. 

L. Kemmer, Versuch einer Darstellung des Lantstandes 
der Aschaffenburger Kanzleisprache in der ersten 
Hälfte des 16. Jahrh. I. Teil: Die Vokale. Programm 
des K. humanistischen Gymnasiums zu Dillingen. Ostern 
1898. Dillingen 1898. 74 S. kl. 8°. 

Burdach hat in seiner Habilitationsschrift als Auf¬ 
gabe dessen, der es unternähme, eine Geschichte der 
Kanzleisprache im Geburtsjahrhundert der neuhoch¬ 
deutschen Schriftsprache zu schreiben, bezeichnet „die 
Erforschung der Kanzleisprache in ihrer lokalen Ver¬ 
schiedenheit nach den einzelnen Landschaften, ihr Ver- 
ältnis zum Latein, Zu Luthers Sprache, zur Rechts¬ 


sprache, zum Briefstil, zu der Verkehrssprache des täg¬ 
lichen Lebens“. Die vorliegende Arbeit beschränkt sich 
auf den Versuch, den Lautstand der Aschaffenburger 
Kanzleisprache in der ersten Hälfte des 16. Jahrh. dar¬ 
zustellen. Das Verhältnis der Kanzleisprache zu der 
Verkehrssprache des täglichen Lebens und zum Latein 
hat der Verfasser in den Grenzen des Lautstandes, so 
weit es die ihm zu Gebote stehenden Schriftwerke er¬ 
möglichten, zu klären versucht. Die Untersuchung stützt 
sich ausschliesslich auf handschriftliches Material. Das¬ 
selbe enstamrat teils dem Ratsarchiv, teils dem Archiv 
des Stifts SS. Petri et Alexandri zu AschaffenbuVg. 
Nach den Kanzleien und den Schreibern zerfallen die 
Urkunden in mehrere Gruppen. Es sind Zins- und Ge¬ 
haltsquittungen," zwei Küchenzettel, ein Kaufbrief, Vor¬ 
mundschafts- (Vormonderechnung) und Verwaltungs¬ 
rechnungen und einige vom Stadtschreiber angefertigte 
amtliche Beglaubigungen. Der Kanzlei des Kollegiat- 
stifts gehören ein der Gerichtshaltung in Mainhausen bei 
Obernburg zu Grunde liegendes Weistum von dem Jahre 
1521, die umfangreichen Maigerichtsprotokolle von den 
Jahren 1521, 1526, 1527, 1533, 1535, 1840, 1543, 
1556, sowie ein Weysdhum des Gerichts zu Obernbessen- 
bach vom Jahre 1554. Eine weitere Quelle bildeten 
11 Privaturkunden aus den Jahren 1499—1539. Es 
sind Zins-, Gehalts- und Stipendienquittungen, welche 
ausdrücklich als Autogramme der Aussteller bezeichnet 
sind. Zum Vergleiche sind herangezogen zwei Quittungen 
und ein Brief des Frankfurter Bürgers Sebastian Zip ff 
aus den Jahren 1530 und 1531, sowie zwei Briefe der 
Baw und Renthmeister zu Selgenstad an die Baw und 
Renthmeister zu Aschaffenburgk, ferner eine Anzahl von 
Mainzer Urkunden. In der Anordnung der Lanter- 
scheiuungen diente dem Verfasser Weinholds mittelhoch¬ 
deutsche Grammatik (2. Aufl. Paderborn 1883) als Muster, 
in der Darstellung lehnt er sich nur bisweilen an Wein¬ 
hold an, vielmehr an Brenner (Grundzüge der geschicht¬ 
lichen Grammatik der deutschen Sprache. München 1896) 
S. 9—40 giebt Kemmer die genaue Beschreibung des 
Lautstandes des Vokalismus (ä, n und ihre Umlaute, e 
und e, i, ü, iu (ü), i 6 und o und ihre Umlaute, ü und 
u und ihre Umlaute). Es folgen die Diphthongen ey, ei, 
ai , ou , au, iu , en, ie , uo. 

Der Umlaut des ä wird in der Aschaffenburger 
Kanzleisprache durch e bezeichnet. Das Gebiet des Um¬ 
lautes ist gegenüber dem Mittelhochdeutschen und Nhd. 
erweitert, ebenso das Gebiet des Kontraktions-e aus ei, 
der alte Monophthong t ist im Wesentlichen auf das 
präfigierte adv. in und das Deminutionssuftix beschränkt. 
Für mittelhochdeutsches 6 erscheint nicht selten o mit 
einem bald als e bald als i fixierten Nachklang. Neues 
6 entsteht bisweilen durch Kontraktion aus uo und au, 
der Laut o steht im Wechsel mit u, und zwar erscheint 
o für u vorzugsweise vor Nasalen. Für die Ascbaffen- 
burger Kanzleisprache ist ferner ai für a (vgl. hymeltait) 
und der Schwebelaut ei für ä und 8 charakteristisch; 
ie ist in der Aussprache zu i geworden, der Umlaut des 
ue ist in der Regel nicht bezeichnet, uo ist durchweg 
zu ü geworden. Als Resultat der Vokalzersetzung in 
dem unbetonten zweiten Teil komponierter Wörter und 
in Suffixen erscheint nur e. In einzelnen Fällen tritt 
in Folge der Proclise Vokalschwächung und Vokalschwund 
ein, auch die Enclise der Pronominalformen und des 
Artikels findet sich. Der Nebenton der Konsonanten l , 
n, r, w wird häufig bezeichnet durch e, seltener durch t. 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 4. 


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In den folgenden Kapiteln behandelt der Verfasser die 
•Synkope im Stamm und in Wortbildungssufiixen, im 
Infinitivsuffix, im Part. Perf. der starken Verba, in 
Flexionssuffixen, vor suffixalem r y s und t. S. 50 flg. 
wird der ausgedehnte Gebrauch der Apokope behandelt. 
Kemmers Studie ist ein wertvoller Beitrag zur ein¬ 
gehenden Darstellung der Universalgeschichte der Kanzlei¬ 
sprache im 16. Jahrh. 

Doberan i. M. 0. Glöde. 

Julius Frank, Die Frankenhäuser Mundart. Leipziger 
Diss. Halle 1898. 65 S. 8°. 

Diese kleine Abhandlung bietet einen neuen Beitrag 
zur Grammatik der thüringischen Mundart, mit deren 
Erforschung sich seither besonders Regel, Hertel und 
Weise befasst haben. Leider befolgt Frank eine recht 
unübersichtliche Anordnung des Sprachstoffes. Es ist 
z. B. durchaus unangebracht, die Lautlehre mit dem Ein¬ 
fluss des r und l auf die Vokale zu beginnen. Es empfiehlt 
sich, bei dem hergebrachten Schema zu bleiben, das ist 
für den Benutzer das bequemste und bietet dem Verfasser 
Gewähr für Vollständigkeit. Sehr lehrreich ist es aller¬ 
dings, die Lautwandlungen der Mundart nach C. Frankes 
Muster unter bestimmten Gesichtspunkten zusammenzu¬ 
fassen; aber das Wichtigste . ist doch, dass die Laut¬ 
wandlungen selbst vollständig (auch wo sie mit der Schrift¬ 
sprache übereinstiramen) und in klarer Anordnung vor¬ 
geführt werden; dann kann jeder die Zusammenfassung 
ohne grosse Mühe selbst vornehmen. 

Die unpraktische Anordnung ist jedoch nicht das 
einzige, was an dieser Schrift zu tadeln ist. Man ver¬ 
misst überall ein tieferes Eingehen auf die sich bietenden 
Probleme , sowie hinreichende Bekanntschaft mit der 
grammatischen Dialektliteratur. So ist es doch allzu 
äusserlich, wenn § 26 behauptet wird: mild. Umlaut -<?, 
das gewöhnlich als £ erscheint, wird vor r, l zu q. — 
Nach § 18 soll sogar der palatale/-Laut umlautend ge¬ 
wirkt haben! — In polisch für polnisch soll (§ 39) n 
geschwunden sein. — W T arum wird gesddrna 'gestern*, 
das gelegentlich im § 42 erscheint, nicht unter den e - 
Lauten aufgeführt? — In e Sticker fünf ‘etwa fünf 
Stück' (§ 56) findet Frank einen Genitiv, uud zwar einen 
Genitiv partitiv. ‘in Abhängigkeit von Zahlwörtern*! u. s. w. 
— Im allgemeinen hat es der Verf. auf eine Erklärung 
der Erscheinungen gar nicht abgesehen. Sonst wäre es 
doch natürlich gewesen, dass er z. B. bei Erwähnung 
von äs9 (essen) und dso üson (zu essen) den Grund der 
Verschiedenheit in der Endung durch Hinzufügung von 
mhd. ezzeriy ze 'tezenne angedeutet hätte. 

Als wissenschaftliche Leistung wird man also die 
Arbeit nicht gelten lassen. Als (freilich unbequeme) 
Materialsammluug ist die Lautlehre zu gebrauchen; die 
Formenlehre, die einfacher darzustellen ist, ist besser ge¬ 
lungen. 

Darmstadt. Wilhelm Horn. 


Kurt Richter, Ferdinand Freiligrath als Uebersetzer 

(Forschungen zur neueren Literaturgeschichte, hrsg. v. Franz 
Muncker. Heft XI). Berlin 1899. 

In sehr anerkennenswerter und erfolgreicher Weise 
hat der Verfasser den weiten Kreis der Uebersetzungen 
Freiligraths nicht nur nach dem ihnen selbst innewohnenden 
Wert, sondern auch nach der Bedeutung für die selbst¬ 
ständigen Schöpfungen des Dichters behandelt. Referent 
begrüsst die Arbeit um so mehr mit Freuden, als er eine 
geschichtliche Darstellung der neueren deutschen poetischen 


Uebersetzungsliteratur aus dem Französischen, namentlich 
aus BSranger, Lamartine, Victor Hugo und Müsset vor¬ 
bereitet. Die angegebene bisherige Literatur über die 
Theorie und Geschichte der deutschen Uebersetzungskunst 
in der neneren Zeit (S. 10 und 12) bedarf noch der 
Vervollständigung. Abgesehen von Bernays grundlegender 
Einzeluntersuchung über Schlegels Shakespeare und vielen 
zerstreuten Urteilen über einzelne Erscheinungen ist vor 
allem 0. F. Gruppes die antiken Uebertragungen be¬ 
handelndes Werk „Deutsche Uebersetzerkunst“ (1858, 
1866) zu erwähnen; vergleiche auch J. Labierre, L’art 
de traduire (Progr. Mülhausen 1896). Einen allgemeinen 
Abriss über die Geschichte der deutschen Uebersetzungen 
hat übrigens schon Robert Prutz in Ruges und Echter¬ 
meyers Hallischen Jahrbüchern 1840 No. 57 fg. gegeben. 
In Betreff Freiligraths ist dem Verfasser leider die wert¬ 
volle Arbeit E. Breitfelds. F. Freiligraths Uebertragungen 
aus Victor Hugo (Plauen i. V. 1896 Progr.) entgangen. 
Jm ersten Abschnitt bespricht Richter Freiligraths Ueber¬ 
setzungen aus dem Französischen, im zweiten die aus dem 
Englischen, unter steter Verwertung der zahlreichen 
brieflichen Aeusserungen des Dichters nach Büchners 
Biographie. Einige Uebersetzungen aus der Jugendzeit 
des Dichters, die seiner Zeit nur in jetzt fast unzugäng¬ 
lichen Lokalzeitungen erschienen, sind von J. Schwering 
(Beilage zur Allgera. Zeitung 1897, No. 285) wieder ab¬ 
gedruckt worden. Unter den französischen Dichtern, die 
Freiligrath beschäftigten, nimmt V. Hugo die erste Stelle 
ein. Diese Uebertragungen werden mit richtiger Be¬ 
urteilung der Schwierigkeiten, die dem Uebersetzer aus 
einer romanischen in eine germanische Sprache von vorne 
herein entgegenstehen, eingehend gewürdigt. Doch hat 
weder Richter noch Breitfeld versucht, uns einen tieferen 
Einblick in die Enwicklung der Uebersetzungskunst des 
Dichters zu gewähren, obwohl dies durch Vergleichung 
der stets mit Eifer geänderten Ausgaben von 1836 
und 1845 (1870) möglich gewesen wäre. Der sicher vor¬ 
handene Einfluss V. Hugos auf den exotischen Charakter 
der eigenen Poesie Freiligraths, der sich zuweilen sogar 
im Stil und im Vermass erkennen lässt, wird an einer 
Auswahl von Gedichten untersucht. V. Hugo gegenüber 
werden die Verdeutschungen aus Lamartine, Reboul, 
Marceline Desbordes-Valmore, Barbier und Müsset etwas 
zu kurz abgethan. Hier und auch sonst zuweilen ver¬ 
misst man einen Nachweis der französischen (oder englischen) 
Originale. Wo stehen beispielsweise Barbier’s „Nisa“ 
und die beiden Gedichte „Der Rufer an der*Rhöne“ und 
„ Die Nachtwache des Negers“ von Marc. Desbordes-Valmore? 
Ich habe sie in mehreren, mir gerade zugänglichen Einzel¬ 
sammlungen nicht gefunden. Der zweite Teil der Arbeit 
beschäftigt sich zunächst mit der Uebersetzung des „Ancient 
mariner“ von Coleridge und mehrerer Lieder von Scott 
und Moore, es folgen Bruchstücke aus Southey’s Thalaba 
und Gedichte aus Longfellow, Tennyson u. a. Unter den 
politisch-socialen Liedern ist besonders das ergreifende, 
berühmt gewordene „Lied vom Hemd“ von Thomas Hood 
bemerkenswert, das ausser Freiligrath noch weitere Ueber¬ 
setzer gefunden hat. Nach Henne am Rhyn (Kinkel, 
S. 58) hat Strodtmann eine Nachbildung des Liedes in 
Verbindung mit einigen Strophen auf Kinkels Spularbeit 
im Zuchthans gedichtet. Zugleich mit der auch von 
Freiligrath übernommenen „Seufzerbrücke“ Hoods ist es 
von Albrecht Graf Wickenburg (Eigenes und Fremdes, 
"Wien 1874) bearbeitet worden. Im Magazin f. d. Litt, 
d. Auslandes (No. 59, 1890) findet sich eine Uebertragung 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. No. 4. 


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von Georg E. Geilfas. Daran schliesst sich die Be¬ 
sprechung der drei grösseren übersetzten Epen, Felicjia 
Heraan’s „The forest sanctuary M , Sbakespeare’s „Venus 
and Adonis“ und Lougfellow’s „Song of Hiawatha“, von 
denen das letztere wegen der Neuheit des Inhalts und 
der Form für unsere Literatur am wichtigsten geworden 
ist. Bei den beiden letztgenannten Dichtungen würde 
eine Vergleichung mit früheren oder späteren Ueber- 
setzungen lehrreich gewesen sein. Bemerkenswert ist 
die von Richter angedeutete Beziehung zwischen Freilig- 
raths unvollendetem Cyklus „der ausgewanderte Dichter“ 
und der erwähnten Dichtung der Felicia Hemans. Zuletzt 
werden einige Uebertragungen aus Walt Whitman, Macauly 
und Bret Harte betrachtet. So überblicken wir die um¬ 
fassende Uebersetzerthätigkeit Freiligraths, der er sich 
fast fünfzig Jahre hindurch mit seltenem Eifer und 
grossem Erfolg gewidmet hat. 

Bremen. Hermann Tardel. 

Historische Grammatik der englischen Sprache von Max 
Kaluza, Professor an der Universität Königsberg. Erster 
Teil: Geschichte der englischen Sprache, Grundzüge der 
Phonetik, Laut- und Formenlehre des Altenglischen. Berlin, 
Verlag von E. Felber 1900. 

„It never rains, but it pours“. An dies englische 
Sprichwort muss man unwillkürlich denken, wenn man 
die Menge Lehrbücher der altenglischen Sprache oder 
der englischen Sprachgeschichte überblickt, die im Laufe 
der letzten Jahre den wissbegierigen jüngeren und älteren 
Anglisten dargeboten wurden. Eine altenglische Grammatik 
hätte man neben der grösseren und kleineren Ausgabe 
des Sie versuchen Buches sowie den Abrissen von Cosijn 
und Dieter — um von englischen Hiilfsmitteln zu schweigen 
— gewiss entbehren können, aber eine historische und 
ausführlichere Darstellung des Englischen in seiner ganzen 
Entwicklung darf neben den Werken von Sweet, Emerson 
und Morris-Keller-Bradley wohl nicht als überflüssig be¬ 
zeichnet werden. Kochs und Mätzners Grammatiken sind 
ja im Allgemeinen veraltet und nur noch in Einzelheiten 
brauchbar. So wird sich Kaluzas Buch, das für Studierende, 
Lehrer und Lehrerinnen bestimmt ist und ihnen dasjenige 
Material bieten soll, „welches sie in den Stand setzt, 
einen leichteren alt- oder mittelenglischen Text zu ver¬ 
stehen, die geschichtliche Entwicklung der englischen 
Sprache von den ältesten Zeiten an bis zur Gegenwart 
klar zu überschauen, die neuenglischen Laute und Formen 
auf ihre älteste Grundlage zurückzuführen und die Ab¬ 
weichungen der modernen englischen Aussprache von ihrer 
schriftlichen Darstellung zu erklären“, wohl einen Platz 
unter seinen Rivalen erringen können. Der zweite Teil 
soll bald nachfolgen. 

Der Inhalt dieses ersten Teiles ist auf dem Titel¬ 
blatt angegeben. Die Hauptzüge der englischen Sprach¬ 
geschichte sind auf etwas über 30 Seiten bündig, klar 
und übersichtlich dargestellt. S. 36 f. erörtert K. den 
Begriff und die Aufgabe der historischen Grammatik und 
sagt dabei, er habe den Hauptnachdruck darauf gelegt, 
„die gerade Linie der Entwicklung vom Ae. zur ne. 
Schriftsprache möglichst klar und anschaulich darzustellen, 
während auf die Verzweigungen der einzelnen Dialekte 
in älterer und neuerer Zeit nur in beschränktem Umfange 
eingegangen wird“. Man wird diesem praktischen Ge¬ 
sichtspunkte, der auf die Zwecke der Studierenden Rück¬ 
sicht nimmt, seine Billigung nicht versagen. Ein biblio¬ 
graphischer Anhang soll die wichtigsten Hilfsmittel, 
Grammatiken und Einzelschriften bringen. , 


Folgt ein zweiter Abschnitt: Phonetik, S. 40—74, 
auch durchaus den Anforderungen, die die Benutzer 
stellen können, entsprechend gehalten. — Den Rest des 
Buches bildet eine ae. Laut- und Flexionslehre mit steter 
Berücksichtigung der urgermanischen und meist auch der 
indogermanischen Grundlagen. Das Westsächsische steht 
dabei im Mittelpunkte der Darstellung, die Abweichungen 
der andern Dialekte sind nur in kurzen Uebersicliten in 
beBouderen Paragraphen berücksichtigt. Eigentlich hätte 
ja, da das Ne. eine ostmittelländische Mundart ist, vom 
Merkischen ausgegangen werden müssen, doch verbot sich 
dies aus bekannten Gründen. — Auf die Darstellung der 
Formenlehre folgen noch 4 Abschnitte über die Adverbien, 
Präpositionen, Konjunktionen und Interjektionen. 

Bei einer Beurteilung des Buches wird man unwill- 
kührlich von seinem Verhältnis zu der Darstellung bei 
Sievers ausgehen. K. bietet einesteils mehr als S., näm¬ 
lich (abgesehen von den zwei ersten Abschnitt en) die 
ausführliche, historisch-sprachwissenschaftliche Erörterung 
der ae. Laut- uud Formenverhältnisse, andernteils weniger, 
indem er auf viele Einzelheiten verzichtet, was ja auch 
durch den Zweck des Buches erklärt wird. Ein Haupt¬ 
unterschied besteht aber in der Anordnung des Stoffes. 
K. hat es vorgezogen, die Veränderungen wie Umlaut, 
Brechung, Dehnung etc., die ganze Gruppen von Lauten 
treffen, nicht in besonderen Kapiteln übersichtlich zu¬ 
sammenzubehandeln, sondern jedesmal bei jedem Vokal, 
Diphthongen und Konsonanten anzugeben und durch eine 
Masse von Beispielen zu erläutern. So stehen unter a 
26 verschiedene Entwicklungen dieses Lautes! Das kann 
wohl in der gotischen, altsächsischen und althochdeutschen 
Grammatik angehn, wo die lautliche Differenzierung eine 
ziemlich einfache ist, aber fürs altenglische scheint sie 
mir pädagogisch höchst bedenklich, da sie das Erlernen 
der verschiedenen Erscheinungen und das Begreifen der 
grossen Hauptzüge in der Entwicklung erschwert, ja fast 
unmöglich macht. In diesem Punkte hat Sievers ent¬ 
schieden einen besseren Weg eingeschlagen. Auch die 
Uebersicliten über die wichtigsten Fälle des Lautwandels 
(S. 70 ff.), in denen eine grosse Menge verschiedener 
Erscheinungen mit Paragraph-Verweisungen, aber ohne 
Beispiele, zusammengehäuft sind, halte ich für eher ab¬ 
schreckend als lehrreich, wenn man sie sich von einem 
Anfänger betrachtet denkt. Daher kann ich auch die 
gedrängten Uebersicliten über die Veränderung der urgerm. 
Vokale und Konsonanten im Altengl. (§ 56 und 78) nicht 
für praktische Kapitel halten. Wohl aber sehe ich die 
Rückblicke vom ae. Bestände auf den urgerm. (§75 und 
100), den K. wohl nackNoreens altisländischer Grammatik 
giebt, für eine nützliche Zugabe an, die allerdings durch 
Beifügung je eines Musterbeispiels noch erheblich an 
praktischem Wert gewinnen würde. — In der Formen¬ 
lehre wird die reichliche Aufstellung von Paradigmen 
den Lernenden ohne Zweifel angenehm sein. 

Bedenklich scheint mir, dass der Verf. die von Hirt, 
Streitberg u. a. aufgestellten idg. uud urgerman. Accent¬ 
hypothesen schon durchgekends als sichere Thatsacken 
benutzt, obwohl doch ihre allgemeine Anerkennung noch 
sehr fraglich ist; bedenklicher, dass er seine eignen 
metrischen Theorien als ebenso sichere Grundlagen für 
die Darstellung der ae. Accentverhältnisse hinstellt. Für 
alle, die an Kaluzas ae. Metrik zweifeln (und das dürften 
vielleicht nicht so wenige sein), haben diese Abschnitte 
natürlich gar keinen Wert! 

Gern aber erkenne ich das Buch im übrigen als 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 4. 


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brauchbar und praktisch an. Wenn es auch nicht viel 
Neues bietet, so ist das gewiss in den Augen der meisten 
Benutzer kein Schaden. Und so erfülle ich mit Ver¬ 
gnügen die im Vorwort ausgesprochene Bitte, dem Verf. 
die mir beim Studieren des W T erkes aufgestossenen Be¬ 
niner mitzuteilen, damit er sie noch 
J einer neuen Auflage verwerten könne, 
wäre eine Verweisung auf Tliurneysens 
,4ifen Engl. Studien XXII, 163 ff. wohl an- 
Dass „die Berührung mit einer fremdsprach- 
jen Bevölkerung“, d. h. mit den Kelten, die eigen¬ 
artige Entwicklung des Altenglischen mit verschuldet 
haben sollte, ist mir durchaus unwahrscheinlich. Dazu 
war der Verkehr, der ja doch mehr in Unterdrückung, 
Vertreibung und Ausrottung bestand, ein zu geringer. 
Ebenso könnte man ja die Eigentümlichkeiten des 
amerikanischen Englischen auf den Verkehr mit den 
Indianern schieben! — § 7, S. 8 waren ne. angel , porch 
und preach nicht unter den christlichen lat. Lehnwörtern 
zu nennen, da sie ja aus dem Französischen stammen! 

S. 11: Ob der Charakter des Nordhumbrischen auf 
Einfluss des Nordischen beruht, scheint mir auch sehr 
zweifelhaft. Uebrigens kann to die auch echt englisch 
(*die%an) sein, wie ja Napier neuerdings dargethan hat. 

- § 15. Der Einfluss des Französischen begann doch 
schon vor dem 13. Jahrh. — § 49. Auch der Quantitäts- 
Unterschied bei ne. build und built, wise und ire wäre 
hier zu erwähnen gewesen. — S. 77. Zu den gewöhn¬ 
lichen Runenzeichen kommen jetzt die merkwürdigen, von 
Wadstein in seiner Schrift: The Clermont Runic Casket 
(Upsala 1900) mitgeteilten Runen für a, z, e, i und o. 
Dieselben sind übrigens nicht „eingeritzt“, wie K. S. 75 
behauptet! — S. 87 unten. Die durch Kontraktion zweier 
Vokale entstandenen Diphthonge, wie in sSon , sUan, 
hia(n) hält K. für „schleifend betont“, weil sie metrisch 
als zweisilbig gelten. Die einfachere Erklärung ist doch 
wohl die, dass sie zur Abfassungszeit noch nicht kontrahiert 
waren, man vielmehr noch seohan , sleahan, hfahe etc. 
sprach. Diese Formen haben wir natürlich in kritischen 
Ausgaben wieder herzustellen. — 8. 90 würde ich die 
got. Formen unter g) und k) lieber baup, ravßs ; gadeps , 
statt der etymologischen Neubildungen mit -d ansetzen. 
Unter m) ißt das Lehnwort u kein gutes Beispiel für 
idg. V. — S. 91, Z. 4 lies lat. n !us . — S. 103. Anm. 17. 
Kluge setzt das feste o in %eon c. als lang an. — S. 104, 
Z. 6 fehlt ein * vor strangipu. — Ib. x). In betsta , 
twelf, ein stand ae. urgerm. a doch ursprünglich in 
offener Silbe! — Ib. y) lies am Ende: got. ansts. — 
S. 106 c) lies got. qemun. In %edön kann auch urgerm. 
ö stecken, vgl. as. gidört. Die Nebenform ^edten aus 
*gidöin scheint dies sogar zu beweisen. — lb. d). Ae. 
mved gehört zu nhd. Matte, nicht zu ‘Mäht’ (sic! lies 
'Mahd*). — S. 107, Anm. 3. Ae. wice hat 6, nicht de, 
weil es anglisch ist! So schon Sweet. - Unter k). 
Ae. wdn bedeutet nicht ‘Hoffnung*, sondern ‘Erwartung’ 
(Sievers). — S. 110, a). Wie as. ebbiurtga lehrt, steckt 
in ae. ebba ‘Ebbe’ Umlauts-e, urgerm. a. So auch in 
Ofigegn, vgl. ahd. geyin, gagan. Dasselbe gilt für ongen, 
S. 111, Z. 3. — S. 111, Anm. 2. Der Unterschied in 
der Behandlung des e in gimm und tempel hätte erklärt 
werden ßollen. Letzteres ist natürlich ein spätes Lehn¬ 
wort, das den Wandel von e zu i nicht mehr mitmachte. 

— S. 112, Anm. 5 könnte es scheinen, als ob hem 
Scheune* mit altem e, statt mit Umlauts-e angesetzt wäre, 
vgl. doch got. larizeins . — Ib. b). Nach S. 223, 4 Anm. 


hat feower langen Diphthongen. — S. 113, § 64. eow 
‘Mutterschaf’ hat nicht urgerm. eu in der Wurzel, sondern 
geht auf *awi? (= lat. ovis) zurück. Auch lautet der 
Nom. eowu oder eowe ( ewe ), vgl. Sievers, ags. gramra. 8 
§ 258, Anm. 2. — S. 118, c). Statt rust lies rast , 
vgl. schott. roost, W T indhiIler rast. — S. 119, f) lies 
ahd. obasa. S. 120, Anm. 2. An ‘Brechung* in wBosc, 
wBox glaube ich nicht, sondern nehme mit Sievers Ueber- 
gang in die reduplic. Klasse an. -- S. 123, Z. 3 streiche 
cycen , da y hier nicht a-Umlaut von ü , sondern von urgerm. 
eu, iu ist. Sonst müsste es ja ne. *kirken lauten! — 
S. 125, e). Im Gen. ceceres liegt kein alter Mittelvokal 
vor (vgl. got. nkris ), sondern hier stammt das -e- aus 
dem Nom. Ac. Sgl. — S. 128, Anm. 2. Den Uebergang 
von bindu in ae. binde sehe ich nicht als einen laut¬ 
lichen, sondern mit Sievers als Analogiebildung nach dem 
Opt. an. Man beachte, dass auch im schw. Prät. Ind. 
und Opt. -e die Endung der 1. Person ist! Dasselbe 
gilt für S. 129, d). — S. 129, f) und g). Dass man 
noch ae. giefB, daga , dcegB, eahtä etc. ansetzen dürfe, 
bezweifle ich. Hier hätte übrigens auf die alten -a? in 
Endungen wi e gifce hingewiesen werden können! — 
S. 130, Anm. 4. Formen wie bealuwes waren durch 
den Einfluss von bealu zu erklären. Von einem ‘Einschub* 
kann man da eigentlich nicht reden. — S. 131, 11 lies 
„der i-Umlaut von Ba ist B“. — Ib. unter „b) Kentisch“ 
ist das B von gesBne falsch auf Bo zurück ge führt, während 
es'doch nach Anglia XVII, 406 got. au voraussetzt. — 
S. 138, Mitte fehlt der Uebergang von idg. (nicht gerra.) 
tt in $ nach langer Silbe, z. B. ivTs neben gewiss. — 
S. 139, d) und e) lies lat. water, fr ater. — S. 140, k) 
hätte wisse als die ursprüngliche, wiste als Neubildung 
bezeichnet werden sollen. — S. 147, a). Ae. ofen hat, 
wie das hochd. beweist, altes f nicht altes b. — S. 148, e). 
Darf man das -t/;- in blawan , blöwan als urgerm. be¬ 
zeichnen ? — S. 149, § 84 b) lies attor statt attor und 
füge unter c) noch wls ‘weise* zu. — S. 150, b). Wenn 
biddan zu lat. ffdo , veiSto gehört, geht es natürlich 
auf urgerm. *bidjan zurück. — Ib. zu d) füge noch 
lattBow aus *lad-pBotr. — S. 150 unten und 151 i). Wenn 
rychle zu cydde wird, ist die Mittelstufe natürlich stimm¬ 
haftes p (ßt); man kann also nicht sagen, die urgerm. 
Verbindung p -\- d bliebe anfangs „unverändert“, das 
wäre ja Buchstabenlehre, nicht Lautlehre! Uebrigens ist 
diese Verbindung erst ae., da es ja got. kunpida, urae. 
*küpidce, *kgpidce hiess. — S. 153, d) Anm. Für ts 
erscheint auch z, vgl. Sievers, ags. Gramm. 3 § 205. — 
S. 153, § 89. Dass urgerm. j im Anlaut zu ae. palatalem 
Verschlusslaute (g) und dann wieder zur Spirans geworden 
sein sollte, scheint mir höchst unwahrscheinlich. — S. 154e). 
Ae. hebban beruht natürlich auf *habjan , nicht *hafja-n , 
das *heffan ergeben hätte. — S. 155 oben. Dass pa¬ 
latales und gutturales k später unterschiedslos durch c 
bezeichnet würden, widerlegt Bülbring im Beiblatt zur 
Anglia IX, No. X, 289 ff. — S. 158, d) lies vnengean. 

— S. 160, e) lies „ahd. dthsila u und *-$aunia - statt 
*-sahnia- (vgl. oben zu S. 131, b). — S. 166 Mitte. 
Die nördliche Endung der 3. Person Ind. Präs, auf -s 
kann teils Einfluss der zweiten (wie in den skand. Sprachen), 
teils von ts ‘ist* sein. Der Plural zeigt dann Ausgleichung 
nachdem Sgl., wie im heutigen Dänischen und Schwedischen. 

— S. 172 oben. Die Endung des Nom. PI. - äsas ist 
doch nur die indische, aber nicht die indogerm. Letztere 
kann nur -ös oder -öses gewesen sein. — S. 173 vermisse 
ich einen Hinweis auf den Wechsel der auslautendeu 


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1900. Literatnrblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 4. 


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Konsonanten bei Wörtern wie 8ceat(t ), piof, dead, ploh 
u. a., wo einfacher und doppelter (langer) oder stimm¬ 
loser und stimmhafter Laut in den ein- und mehrsilbigen 
Formen wechseln. Dasselbe gilt von S. 175 f. — S. 184, 
Z. 2. Hdbd ist M. oder N., kein F., vgl. Sievers, P. 
Br. Beitr. XX, 553. — S. 185, e) streiche hced (sic!). 

— S. 190, b) lies oferhgdu• — S. 190 unten. Der 
Zusammenfall der 3 Formen: G. D. Sgl. und Nom. (Acc.) 
PI. der w-Stämme erklärt sich wohl so, dass zuerst der 
Dat. *suniu dem Gen. *sunau gleich gemacht wurde 
und dann der dem D. Sgl. gleiche Nom. PI. dasselbe 
Schicksal erfuhr. Sollte dabei vielleicht noch das Muster 
giefu - giefa mitgewirkt haben? — S. 211, c) d) lies 
grBne. — S. 213 unten a) lies cyme , das also nicht 
zu den kurzsilbigen gekört (ahd. kümi, vgl. nhd. kaum y 
ndd. kgm etc). — S. 219 unten f) M&st{a) ist offenbar 
durch den Gegensatz l$st(a) beeinflusst. — S. 226, Z. 7 f.) 
ist mit Unrecht behauptet, p ginge in fifta, siexta nach 
f und s in t über, da ft und st natürlich idg. t erhalten 
haben, das eben durch den vorgehenden Spiranten vor 
der Lautverschiebung bewahrt blieb, wie auch in ht und 
wie p in sp . Fifta entspricht also genau Trejunrog, 
siexta lat. sextus . — S. 231. Sollte sB nicht durch hB 
beeinflusst sein? Der Ac. Sgl. F. pä kann übrigens nicht 
direkt auf urgerm. *pöm zurückgehen, da man dann *pö 
erwarten müsste, sondern ist offenbar alte Neubildung 
nach den entsprechenden Formen der Nomina und mehr¬ 
silbigen Pronomina auf ae. - e, älter urae. *-ci. — 
S. 232, 3 lies geönre, geönd, begiöndan . — S. 235, 12. 
Steile zeigt Einfluss von hwilc. — S. 236, Z. 1 lies 
weordan. — S. 243 hätte bemerkt werden können, dass 
nöm nach nömon unter Einfluss von Formen wie/ör: föron 
neugebildet und ndmon wieder eine spätere Neubildung 
nach nam ist. — S. 245, e) lies fölen . — S. 246, Z. 2: 
frtnan: frän ist gebildet nach wrltan: wrät . Die Dehnung 
allein thut es nicht, sonst müsste man ja *fr$n erwarten. 

— S. 248, § 158 lies „urgerm. ö“. — Ib. unter VI, 
was den Uebergang von ö zu eo anbelangt, vgl. oben 
zu S. 120. Desgl. S. 249, c). — S. 249, g) lies hab-j-an. 

— S. 252, § 162: Dass swBop für *sivBp lautlich wegen 
des vorhergehenden w ein getreten sei, glaube ich nicht, 
wohl aber, dass es Analogiebildung nach wäwan ist. — 
Ebenda streiche swäfan, da das einmal im Beowulf be¬ 
legte forspeof (!) offenbar Schreibfehler für forswBop 
ist. S. 257 ist das Verhältnis von trymian zu trymman 
und von penian zu pennan falsch beurteilt. Natürlich 
sind die Formen mit Geminata die ursprünglichen und 
die Nebenformen spätere Neubildungen nach herian etc., 
vgl. Sievers, ags. Gramm. 3 , § 400, Anm. 2. Hierzu 
gaben die vielen übereinstimmenden Flexionsformen (2. 
3. Sgl. Ind. Präs., Sgl. Imp., das Prät.) leicht Veran¬ 
lassung. — Ib. unten. Darf man in leegan neben lergean 
von Ausstossung eines Mittelvokals reden? Erstere ist 
doch die alte Form! — S. 268. Wegen binde für bindu 
vgl. oben zu S. 128, Anm. 2. — Das - est der 2. Person 
erklärt sich auch noch durch den Einfluss des Präterito- 
präsentia, besonders wüst und möst. — S. 269 oben 
würde ich hinzufügen, dass die Kurzformen vor wB, gB 
ursprünglich auf die auf -w ausgehenden Formen be¬ 
schränkt waren und im lud. also Analogiebildungen sind. 

— S. 271, Anm. 3. Die Konj. cyme , cymen hätten 
eine Erklärung verdient; bekanntlich ist hier e = got. I, 
nicht — got. ai . Wir haben hier also die Endungen 
des Opt. Prät. — S. 272, § 180 lies *habjan statt 
Htafjan. Desgl. S. 273, Z. 1. — S. 273, § 180 Schluss: 


Woher hat K. den Imp. hliehe ? Man sollte doch *hU 
aus * hielte oder *hl%e erwarten. — S. 277 oben. Der 
Imp. maca entspricht ja got. makö , as. mako und be¬ 
darf daher nicht der eigentümlichen Erklärung aus ae. 

•oi, -ai (!). — S. 280, § 188. Unter den Kennzeichen 
der niclitwestsächs. Dialekte wäre auch das Fehlen 
synkopierter Formen des Part. Prät. wie asett, ahredd 
(Sievers, ags. Gramm. 8 § 402) zu erwähnen gewesen. 

- S. 286, t) lies macTatme. — S. 288, f.) hätte der 
grammatische Wechsel bei dearr besprochen werden 
können (ursprünglich: *dears : durron < durztin, dann < 
Ausgleichung). — S. 289, § 192 c). Bis(t) möchte ich 
eher mit Streitberg durch Einfluss von is erklären; wenn 
es aus *bijisi (lat. fls) entstanden wäre, müsste man doch 
*bis{t) erwarten. Hiervon könnte allerdings bis die un¬ 
betonte Satzdoublette sein. — S. 294, § 194. Die Endung 
-or des Adverbs muss ihr -r durch Einfluss des Adjektivs 
erhalten haben, vgl. dagegen mä u. a. Letzteres ist 
übrigens nicht = lat. magis, wie unter b) behauptet 
wird! — S. 295, § 196 lies gBse. — S. 297 oben: til 
braucht kein nord. Lehnwort zu sein! — Ib. 15 lies: 
geönd etc. — Ib. 20 lies widütan. — S. 298, 27 lies 
gefmdan etc. — S. 299, 13 lies töweardes. —- S. 300, 4. 
Nemde , nymde steht doch wohl für *ne$ifnede . — Ib. 8 
lies hiexder pe. — Die Ausstattung des Buches ist vor¬ 
züglich. 

Gotenburg. F. Holthausen. 


Cynewulfs Wortschatz oder vollständiges Wörterbuch zu 
den Schriften Cynewulfs von Dr. Rieh. Simons. [= Bonner 
Beiträge zur Anglistik hrsg. von Prof. Dr. M. Trautmann. 
Heft III.] Bonn 1899. P. Hanstein’s Verlag. IV, 164 S. 8°. 

In diesem Buche ist der Wortschatz folgender alt¬ 
englischer Dichtungen, die der Verf. Für Werke Cyne¬ 
wulfs hält, vollständig verzeichnet: Elene , Juliane , 
Christi Himmelfahrt (= Crist V. 440 -887), Andreas, 
Schicksale der Apostel und endlich die von Napier ent¬ 
deckte Runenstelle in der Hs. von Vercelli. In der Ein¬ 
leitung sucht der Verf. zunächst die Einwendungen zn 
widerlegen, die in neuerer Zeit gegen die Ansicht er¬ 
hoben worden sind, Cynewulf sei auch der Dichter des 
Andreas. Ohne auf die wichtigen Arbeiten von Cremer 
und Fritzsche und die Bemerkungen von Sievers (vergl. 
P. Br. Beitr. XII, 465, Anglia XIII, 9 und 25, Altgerra. 
Metrik S. 121) einzugehn, hält Simons es für ausreichend, 
mit einigen Worten die treffliche Abhandlung von Frl. 
Bnttenwieser abzuthun und einfach mit Sarrazin und 
Trautmann den Andreas für ein Werk Cynewulfs zn er¬ 
klären. Dies glaubt er durch sein Wörterbuch beweisen 
zu können. Beistimmen kann ich ihm nur in der Zurück¬ 
weisung von Brandls Behauptung, die Schicksale der 
Apostel seien ein Reisesegen. 

Da ich es als durchaus unbewiesen ansehe, da9$ 
Cynewulf den Andreas gedichtet habe, vielmehr glaube, 
dass das Gegenteil die höchste Wahrscheinlichkeit für 
sich hat, so bedaure ich, die fleissige Arbeit von Simons 
als ein absolut verfehltes Unternehmen bezeichnen zu 
müssen. Praktischen Wert könnte sie nur für diejenigen 
haben, die zur Lektüre eines der darin behandelten Ge¬ 
dichte ein Spezialwörterbuch zu benutzen wünschen. Zn 
diesem Zwecke eignet es sich in der That vortrefflich. 

Gotenburg. F. Holthausen. 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 4. 


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£m|l Koeppel, Tennyson. Mit Bildnis. Berlin, Ernst 
üofmann & Co. 1899. 175 S. 8°. (Geisteshelden (Führende 
Geister). Eine Sammlung von Biographien. Begründet von 
A. Bettelheim. 32. Band). 

-, Quellenstudien zu den Dramen George Chapman’s, 

Philip Massinger’s und John Ford’s. Strassburg. Karl 
J. Triibner 1897. 229 S. gr. 8°. (Quellen und Forschungen 
zur Sprach- und Kulturgeschichte der germanischen Völker. 
Hrsg. v. A. Brandl, E. Martin, K. Schmidt. Heft LXXXII). 

Wenn es nach dem Erscheinen des Werkes von 
Arthur Waugh (1896) und besonders nach der in mancher 
Hinsicht geradezu abschliessenden Biographie Tennysons 
von seinem Sohne (1897) einerseits nicht mehr allzu 
schwer ist, das Material zu einem für weitere Leserkreise 
berechneten Buche über den grossen Poet Laureate 
zusammenzutragen, so ist es andrerseits um so schwerer, 
einem solchen Buche den Charakter der Selbständigkeit 
zu wahren. Und das ist Koeppel in dem seinigen in 
vollem Masse gelungen. Dass er die Daten des in ver¬ 
hältnismässig engen und ruhigen Bahnen verlaufenden 
äusseren Dichterlebens richtig angiebt, versteht sich bei 
einem Gelehrten wie Koeppel ganz von selbst. Aber 
auch die innere Entwicklung des Dichters bringt er 
meisterhaft zur Darstellung. Da ist ebenso wenig von 
Voreingenommenheit und blinder Bewunderung wie von 
kleinlicher Tadelsucht etwas zu verspüren, sondern mit 
klarem Blick nimmt Koeppel dem Dichter und seinen 
Werken gegenüber eine durchaus objektive Stellung ein 
und weise von dieser aus ebensowohl die grossen Schön¬ 
heiten und Vorzüge wie die kleinen Mängel und Schäden 
der Tennyson’schen Dichtungen in das rechte Licht zu 
stellen. Die Charakterisierung der kleineren wie der 
grösseren Werke des Dichters ist dem Verfasser in her¬ 
vorragender Weise gelungen, und man möchte sie nicht 
vermissen, selbst wenn man der Meinung sein sollte, dass 
K. darin zuweilen über die ihm durch den Zweck seines 
Buches gesteckten Grenzen etwas hinausgehe. Jedenfalls 
ist seine Tennyson - Biographie ein Werkchen, das den 
deutschen Freunden des englischen Dichters nicht warm 
genug empfohlen werden kann. Für den Studierenden 
ist besonders auch die im Anhaug gegebene Bibliographie 
wertvoll, die nicht etwa auf Vollständigkeit Anspruch 
macht, wohl aber das Wichtigste bringt, was über den 
Dichter geschrieben worden ist. Vermisst habe ich darin 
die Angabe, dass das Memoirenwerk des jüngeren Lord 
Tennyson nunmehr auch in der Tauchnitz-Sammlung er¬ 
schienen ist, in der es sich mancher Deutsche lieber an- 
schaffen dürfte als in der immerhin ziemlich teuren englischen 
Originalausgabe. Vielleicht hätte K. auch noch auf das 
Buch von Hugh Walker ‘Tho Age of Tennyson* (London 
1897) hinwei8eu können, in dem von Tennyson selbst 
zwar nur auf den Seiten 38—43 und 220—228 die Rede 
ist, wo aber in diesem engen Rahmen ein äusserst zu¬ 
treffendes Bild von dem Dichter, seinem Entwicklungsgang 
und seinen Werken gegeben wird. 

Ruft die K.’sche Tennyson-Biographie in dem Leser 
die angenehme Empfindung wach, als habe sie ihr Verf. 
gewissermassen in einer Erholungspause als eine Jabour 
of love* geschaffen, so versetzt uns das an zweiter Stelle ■ 
genannte Buch auf sein eigentliches Schaffens- und 
Forschungsgebiet, auf dem er nicht die von anderen ge- I 
triebenen Stollen oder Schächte nur auszubeuten brauchte, 
sondern auf dem er die gesamte Bergmannsarbeit selbst 
zu leisten hatte, ehe er die Schätze des Erdinnern zu 
Tage fördern konnte. 

Welche glückliche Hand Koeppel in dem Abbau 


dieser Literaturschicht hat, haben seine im Jahre 1895 
erschienenen Quellenstudien zu den Dramen Ben Jonsons, 
John Marstons und Beaumonts und Fletchers bewiesen. 
Schade ist, dass die beiden Serien von 1895 und 1897 
nicht in ein und derselben Sammlung, oder wenigstens 
in ein uud demselben Verlage erschienen sind; denn sie 
bilden unverkennbar ein Ganzes, das dem Verfasser zwar 
| nicht von Anfang an als solches vorgeschwebt haben 
! mag, zu dem es ihm aber bei der Arbeit unter der Hand 
herangewachsen ist: zu einer knappen, scharf umirssenen 
Charakteristik des gesamten Stuart-Dramas. Die sieben 
Hauptvertreter davon heben sich als streng geschiedene 
Dichterpersönlichkeiten ab, und je weniger man eine so 
weitgreifende Behandlung hinter dem bescheidenen Titel 
! vermutet, desto mehr ist man über die Fülle des Gebotenen 
| erstaunt, und desto mehr bewundert man die Kunst, mit 
der der Verfasser, von den äusseren Quellenfragen aus¬ 
gehend, in die Tiefe der Gesamtkompositionen zu steigen 
weiss, derart, dass er von all den vorgeführten Dichter¬ 
persönlichkeiten und ihren Werken ein erschöpfendes Bild 
giebt. Welche grossen Dienste Koeppel durch seine 
neuen Forschungen den Literarhistorikern geleistet hat, 
das im Einzelnen darzulegen, kann um so weniger unsere 
Absicht sein, als unsere Anzeige seines Buches aus Gründen, 
für die der Unterzeichnete nicht verantwortlich ist, reich¬ 
lich verspätet erscheint. Auch ist eine solche Darlegung 
bereits mehrfach erfolgt; es sei nur.auf die ebenso aus¬ 
führliche wie anerkennende Besprechung seines Werkes 
durch Robert Boyle in den Englischen Studien (Bd. XXV, 
S. 289—297) hingewiesen. Hoffentlich nimmt der Ver¬ 
fasser auch jetzt noch an dieser Stelle unsern Dank 
nebst der Versicherung hin, dass wir alle die von ihm 
bisher veröffentlichten Studien zu den wertvollsten Be¬ 
reicherungen unserer Kenntniss von dem Drama aus der 
Zeit Elisabeths und der Stuarts rechnen. Möge er uns 
recht bald wieder und noch recht oft Gaben seines 
Forscherfleisses bieten. 

Friedrichsdorf (Taunus). Ludwig Proescholdt. 


Wilhelm Cloetta. Die Enfances Vivien. Ihre Ueber- 
lieferung. Ihre cyklische Stellung. Berlin, Ebering 1898. 
VIII, 96 S. 8°. 

Mehrere der schwierigen Probleme, die von den 
Enfances Vivien gestellt werden, hat Cloetta mit Scharf¬ 
sinn in Angriff genommen und wesentlich gefördert. Er 
führt den überzeugenden Nachweis, dass der an die Schlacht 
bei Rouceval anknüpfende Eingang des Vulgatatextes 
(V. 1 — 23) ein stümperhaftes Schreibermachwerk ist. 
Wir haben also in sieben Vulgalahandschriften von dem 
wichtigen alten Texte nur einen kopflosen Rumpf. Der 
unechte Anfang lag bereits dem Verfasser des Covenant 
Vivien vor, wie Cloetta nicht ausdrücklich konstatiert, 
aber doch durch den Hinweis auf V. 145 dieser Chanson 
| erschlossen lässt. Die merkwürdige Thatsache, dass 
schon am Ende des XII. Jahrh. der Bearbeiter einer 
Chanson de geste eine unvollständige Vorlage nach vorn 
hin ergäuzen musste, ruft wieder neue Fragen wach. 
Ist etwa der echte Anfang in der Boulogner Handschrift 
erhalten, die bekanntlich mit einer von allen übrigen 
Texten abweichenden Erzähluug beginnt? Cloetta ist 
geueigt, die Frage zu bejahen. Hier setzen die in einigen 
Wochen im Druck erscheinenden Untersuchungen Otto 
I Rieses ein, die aus einer Arbeit meines Romanischen 
i Seminars hervorgegangen sind. Nach Riese ist fast Alles, 
I was die Boulogner Handschrift Eigenes bietet, die Zu- 


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sätze, Umarbeitungen und Auslassungen, die Sechssilber 
am Laissenschluss und auch der eigentümliche Eingang, 
nichts anderes als Entstellung des ursprünglichen Textes. 
Ich will seine Argumente, die mir zwingend scheinen, 
hier nicht widerholen. Nun wird nach der Vulgata 
Viviens Vater Garin bei Ronceval gefangen genommen, 
während er nach dem Boulogner Text von den Heiden 
auf der Jagd überrascht wird. Wenn nun Cloetta und 
Riese überzeugend nachweisen, dass beide Darstellungen 
der alten Sage fremd waren, so entsteht die Frage: Bei 
welcher Gelegenheit hatte denn der Dichter der Enfances 
Vivien die Gefangennahme Garins eintreten lassen? 
Ich glaube, dass Garin in der grossen Narbonner Schlacht 
gefangen wurde, die in den Narbonnais erzählt wird. 
Dass Gärin von Narbonne aus in die Gefangenschaft ab¬ 
geführt wurde, zeigen zwei im zweiten Bande der Nar¬ 
bonnais S. XXXVIII aus den Enfances Vivien angeführte 
Stellen. Garin gehört der Stadt Narbonne an, in deren 
unmittelbarer Nähe sein Wohnsitz Anseüne gelegen ist. 
Ich wage aber noch eine weitere Vermutung. Wenn 
Garin in der Schlacht von Aliscans fehlt, so darf das 
nicht so erklärt werden, dass die Narbonner Familie 
damals nur aus sechs Brüdern bestanden habe und er 
als der siebente erst später hinzugekoinmen sei. Er fehlt 
weil er todt ist: er war vorher in einer Schlacht ge¬ 
fallen. Dass dies die Schlacht von Aliscans gewesen 
sei, hat möglicherweise der Verfasser von Foucon de 
Candie geglaubt. Jedenfalls ist diese Annahme, wie Cloetta 
S. 94 zeigt, eine recht unglückliche. Indem ich aber 
die Angabe von Aliscans über Garin mit einer Angabe 
der Enfances Vivien kombiniere, derzufolge Garin zu¬ 
nächst fällt und von den Seinen als todt beklagt wird, 
bis ein Bote eintrifft der sie darüber auf klärt, dass er 
als Gefangener der Sarrazenen noch am Leben sei, schliesse 
ich, dass er ursprünglich bei Narbonne den Tod fand 
und dass erst der Dichter, der die Enfances Vivien an 
die Narbonner Schlacht anknüpfte, den Tod in Gefangen¬ 
schaft umgewandelt hat. 

Cloettas Untersuchung liefert noch manches wert¬ 
volle Ergebnis: über die Vorlagen des Prosaromans, über 
das Handschriftenverhältnis von Aliscans und Enfances 
Vivien, über die Neffen Wilhelms, über die sich schon 
in den Haudschriften allerlei Irrtümer linden. Seine Aus¬ 
führungen über Garin d’Anseüne glaube ich oben er¬ 
gänzt zu haben. Seinen Vermutungen über eine ältere 
Sagenstufe, die noch nicht die Siebenzahl der Narbonner 
Brüder gekannt habe, muss ich entgegentreten, kann 
mich aber hier nicht über die Frage verbreiten. 

Cloetta setzt die Abfassung der Enfances Vivien 
nach Aliscans und vor Moniage II an; er hätte auch 
anführen können, dass sie jünger als der Siege de Barbastre 
und älter als das Covenant Vivien sind. 

Schliesslich gebe ich meiner Freude Ausdruck, auf 
einem Gebiet, wo in letzter Zeit so viel Unfertiges und 
Haltloses geäussert worden ist, einem so gründlichen und 
umsichtigen Forscher begegnet zu sein. 

Halle. H. Suchier. 


Theodor Fluri, Isembart et Gormont. Entwicklung der 
Sage und historische Grundlage. Züricher Diss. Basel, 
Birkhäuser 1895. 8 Ü . 131 8. 

Rudolf Zenker, Das Epos von Isembard und Gormund. 

Sein Inhalt und seine historischen Grundlagen. Nebst einer 
metrischen rebersetzung des Brüsseler Fragmentes. Halle, 
Niemeyer 1896. 8°. XL und 203 S. 

Wenn nach so langer Zeit erst eine Besprechung 


dieser beiden wichtigen Schriften erscheint, so hat das 
in diesem Fall immerhin sein Gutes. Ich kann mich 
nämlich mit auf die lebhafte Erörterung beziehen, die 
besonders Zenker mit seiner tiefeindringenden und freilich 
kühnen Arbeit hervorgerufen hat, und in der er sich 
kürzlich in einem Schlussworte 1 sehr ehrenvoll behauptet 
hat gegen alle Vorwürfe, welche seine Kritiker Becker, 
Lauer und Lot 2 gegen ihn erhoben hatten. Sein Fleiss, 
sein Scharfsinn und seine Kombinationsgabe haben ja 
von allen Seiten Anerkennung gefunden; wenn man die 
letzte Eigenschaft bei ihm im Uebermass ausgeprägt 
ünden wollte, so hat er sich mit Erfolg dagegen zu ver¬ 
wahren gewusst. Ich finde, dass er bei aller Kühnheit 
doch sehr behutsam vorgegangen ist und in seinen Ver¬ 
knüpfungen nirgends das Mass dessen überschritten hat, 
was bei solchen Untersuchungen erlaubt sein muss. Mag 
man trotzdem seinen Ergebnissen nur zögernd zustimmen, 
so liegt das nicht an Zenker, sondern an dem Gegen¬ 
stände selbst, der sich schwerlich jemals einer glatten 
Lösung fügen wird. Und dessen ist sich allerdings Z. 
nicht ganz bewusst geblieben, dass es sich auf diesem 
Gebiete immer nur um eine grössere oder geringere 
Wahrscheinlichkeit höchst subjektiver Art handeln kann, 
da die Dinge selbst für uns zu dicht vom Nebel umhüllt 
sind. Es ist schon zu viel, wenn er seine Ergebnisse 
als in der Hauptsache gesichert betrachtet. Aber das 
soll man ihm nicht verdenken, dass er sich die Forschung 
selbst durch solche Skepsis nicht hat verkümmern lassen. 

Zenkers Forschung hat folgendes ergeben. Das 
Brüsseler Fragment gehört zu einer chunson de geste, 
deren erkennbarste geschichtliche Grundlage der Sieg 
des westfränkischenKönigsLudwigHI. über die Normannen 
bei Saucourt (881) ist. Lassen sich daneben Spuren 
anderer Ueberlieferungen erkennen: über die Schlacht 
bei Thimeon 880, den Westfranken Ludwig II. und den 
Ostfranken Ludwig III., so sind wir bei dem Sarazenen¬ 
häuptling Gormund geradezu darauf angewiesen, anders¬ 
wo zu suchen. Für ihn bieten sich die Normannen- 
| häuptlinge Guthorm - Guthrun - Gorm (uacli seiner Taufe 
Aethelstan) und Wurm-Vurmo dar; bei diesem ist sogar 
unmittelbarer Zusammenhang mit der Schlacht bei Saucourt 
nicht unmöglich. Alle diese Ereignisse und Personen 
fanden sich in einem Epos (oder einer Kantilene?) zu¬ 
sammen, dem Saucourt-Liede. 

Mit diesem Liede verschränkte sich in unbestimm¬ 
barer Zeit, aber beträchtlich nach 881 ein anderes, von 
Haus aus fremdes, das aber in Handlung und Personen 
jenem parallel gegangen sein muss. Dieses Isembard- 
Lied spielte in Italien; es behandelte Kämpfe des Kaisers 
Ludwig II. gegen die Sarazenen mit der Schlacht bei 
San Martino am Volturno (872), verbunden mit einer in 
der Chronik von Montecasino zum Jahre 860 erzählten 
Empörung, wobei ein Gastalde Isembard, den die Sage 
aus erkennbaren Gründen zum Renegaten gemacht haben 
mag, in S. Agata dei Goti bei Benevent belagert und 
zur Uebergabe gezwungen wurde. Kaiser Ludwig II. 
ist also zum Ludwig des Saucourtliedes hinzugetreten, 
ebenso ein Sarazenenhäuptling, wahrscheinlich Mufareg- 
ibn-Salem, zum Gormund, woraus sich denn auch die 
Verwandlung der Normannen in Sarazenen erklärt. 

Noch fehlt es an einer Person des Saucourtliedes, 


1 Zs. für roman. Philologie XXHI, 1899, S. 249-287. 

2 Zs. für roman. Philologie XX, S. 549 —554; Rom. XXVI. 
1897, S. 161—174; XXVH, S. 1—54. 


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die Isembard entsprechen und mit ihm verschmolzen sein 
könnte. Z. möchte deswegen noch einen Normannen¬ 
häuptling heranziehen und zwar Rollo, auf den aber das 
Erzählte erst wieder von einem andern, Gotfrid, über¬ 
tragen sein müsste. 

Man sieht, es ist ein überaus künstliches Gebäude, 
das Zenker errichtet hat, aber man muss ihm auch zu¬ 
gestehen, dass er sorgsam Stein auf Stein geschichtet 
und nirgends eine Lücke gelassen hat. Ein schwacher 
Punkt ist ohne weiteres ersichtlich: die Brücke, die zum 
Isembardlied hinüberführen soll. Z. hat wohl selber er¬ 
kannt, dass Rollo ihm nur für seine Annahme der Lieder¬ 
verschränkung erwünscht gewesen war, und hat später 
darauf verzichtet. Dieser Verzicht wird um so leichter, 
je weniger man von der Liederverschränkungstheorie 
selbst hält. Mir ist sie fremdartig und wenig glaublich, 
falls sie nämlich so gemeint ist — ganz klar bin ich 
aus Zenkers Ausführungen nicht geworden —, dass zwei 
fertige Organismen sich gleichsam in einander geschmiegt 
haben sollen. Es fehlt zu sehr an einem greifbaren 
Beispiel dafür; denn auch in dem, was Z. aus dem finnischen 
Epos anführt, dürfte es sich mehr um Uebertragung 
einzelner Züge handeln. Glaubhafter ist mir, dass, 
wie Suchier 1 will, schon die Sagen zusammengeflossen 
sind; man kann auch näher an Zenkers Meinung bleiben, 
indem man annimmt, dass ein fertiges Lied nach der 
anderen Sage bewusst umgestaltet worden ist oder seiner¬ 
seits auf die im Flusse begriffene Sage eingewirkt hat. 
Unsere Vorstellung vom Entwicklungsgänge kann jeden¬ 
falls nur gewinnen, wenn wir nicht mehr genötigt sind, 
alles Einzelne in genaue Parallele zu setzen. 

Anderseits giebt es doch zü denken, dass Z. die 
Rollosage so leichten Herzens fallen lässt, während er 
wiederum geneigt ist, anderes, was der Isembard-Gormund- 
Sage eben auch nicht näher zu stehen scheint, als un- 
umstösslich zugehörig zu betrachten. Gleicherweise kann 
man sich wundern, dass er auf die Erzählung vom Tode 
Ludwigs III. in Tours (vgl. S. 67) mit ihren über¬ 
raschenden Aehnlichkeiten kein Gewicht gelegt hat. Folge¬ 
richtig hätte er zu der Anschauung kommen können, 
dass es überhaupt eine missliche Sache ist, auf einem so 
schlüpfrigen Wege festen Stand gewinnen zu wollen. 

Unter den einzelnen Gleichsetzungen Zenkers ist 
besonders gegen eine Einspruch erhoben worden: die des 
italienischen Gastalden mit dem Helden des Brüsseler 
Fragments. Aber doch nicht mit ausreichenden Gründen; 
denn es ist nun einmal der Sage zu viel zugemutet, wenn 
manüebereinstimmung mit dem geschichtlich Ueberlieferten 
fordert. Die Sage erwählt und verwirft Menschen und 
Dinge nach ihren eigenen Gesetzen, die unserm philologischen 
Sinne selten offen liegen. Z. hat mit Recht darauf hin¬ 
gewiesen, wie sie grade den geschichtlich unscheinbaren 
Roland manchem vorgezogen hat, dem wir grösseres An¬ 
recht zuerkennen würden, Mittelpunkt der Ueberlieferung 
zu werden. — Dass der Gastalde Isembard Held eines 
Liedes werden konnte, scheint mir zweifellos; die un¬ 
mittelbare Wahrscheinlichkeit, dass er mit unserem Lied 
etwas zu thun hat, ist nicht sehr gross, aber das kann 
doch nicht entscheiden, denn was hat unser Augenmass 
zu bedeuten gegenüber den unendlich feinen und viel¬ 
verzweigten Kanälen, die der mittelalterlichen Sage und 
Dichtung offen standen? Wir können uns wohl noch 
auf andere Ueberraschungen gefasst machen, als sie uns 

1 Lit. Centralblatt 1896, Sp. 1576. 


Zenkers Buch gebracht hat. Nur darf man sich wiederum 
nicht verführen lassen, die objektive Richtigkeit solcher 
Gleichungen zu hoch einzuschätzen. Aehnlichkeiten 
zwischen Geschichte und Dichtung treten uns oft genug 
entgegen, und manchmal kommen wir in die Verlegenheit, 
zwischen mehreren Möglichkeiten wählen zu müssen. Ganz 
lehrreich sind die von Lauer zur Sprache gebrachten 
„historischen“ Berichte über Sedric und den Renegaten 
Turmod bei Flodoard und Richer. Z. hat nicht umhin 
gekonnt, zu seinen früheren Ergebnissen noch hinzu¬ 
zufügen, dass auch die hierbei zugrunde liegende ge¬ 
schichtlich-sagenhafte Ueberlieferung, wahrscheinlich auch 
schon in dichterisch festgewordener Form, auf die Ent¬ 
stehung unseres Epos eingewirkt haben, also sich ent¬ 
weder mit dem Saucourt-Lied oder dem italienischen 
Isembard-Lied oder dem fertigen französischen Iserabard- 
Liede vereinigt haben müsse. Auch das ist methodisch 
gerechtfertigt, erhöht aber nicht gerade die Glaub¬ 
haftigkeit. Ohne mich auf den bestimmten Fall zu be¬ 
ziehen, will ich nur ganz allgemein die Möglichkeit be¬ 
tonen , dass die Sage älter ist als die geschichtliche 
Ueberlieferung und die Heldensage. Durchmnstern wir 
die mittelalterliche Geschichte, so lassen sich immer und 
immer wieder gewisse typische Formen erkennen, unter 
denen man das einzelne Ereignis aufgefasst hat. Hinter 
der einzelnen Heldensage wartet unser in noch tieferem 
Dunkel die neue Frage: warum musste dieses und jenes 
geschichtliche Ereignis gerade solche Züge annehmen? 
und lässt sich vielleicht das Gepräge einer Ursage daran 
erkennen? Noch fehlt es hier an jedem festen Kenn¬ 
zeichen, aber ich bin überzeugt, dass viele Ueberein- 
stiramungen zwischen Sage und Sage, Geschichte und Sage, 
Geschichte und Geschichte auf diese Weise zu erklären 
sind. Es ist natürlich, dass dieser Standpunkt eine ge¬ 
wisse Skepsis gegenüber dem philologisch Erreichbaren 
mit sich bringt. 

Und so schwimme ich denn schon mit vollen Segeln 
auf dem Meere der Spekulation. Es scheint mir eine 
der besten Seiten dieses Stoffes und namentlich der 
Zenkerschen Behandlung, dass man zum Fortspinnen von 
allerlei Gedankenfäden aufs lebhafteste angeregt wird, 
dass einem sowohl die Feinheiten der literargeschicht- 
lichen Forschung als auch ihre Grenzen, dass auch die 
Klippen, die Untiefen und die noch unermessenen Tiefen 
recht deutlich zum Bewusstsein kommen. 

So anregend ist Fluris Arbeit nicht, aber auch sie 
ist tüchtig und solid begründet. In einzelnen gelegent¬ 
lich vollständiger und durchsichtiger als Zenkers Buch, 
giebt sie dankenswerte Ergänzungen dazu. Fluri scheint 
in erster Linie ein scharfer Kritiker zu sein; ein um so 
besseres Zeichen ist es, wenn seine sagengeschichtlichen 
Ergebnisse wesentlich mit denen Zenkers übereinstimmen. 
Ueber die historischen Grundlagen freilich hat er z. T. ganz 
andere Ansichten. Was Isembard betrifft, so kommt er 
zu einem völlig negativen Resultat; er würde wohl eine 
Gleichsetzung auch abgewiesen haben, wenn er von dem 
Gastalden Isembard etwas gewusst hätte. Gormunds 
Vorbild sucht er in der keltischen Sage, im Zusammen¬ 
hang mit der Einnahme von Cirencester. Aber es lässt 
sich durchaus nicht glaubhaft machen, dass in dieser 
Episode der Kernpunkt der Gormundüberlieferung zu 
suchen sei. 

Glauchau i. S. G. Schläger. 


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Dr. Gustav Schlessinger. Die altfranz. Wörter im 
Machsor Vitry nach der Ausgabe des Vereins „Mekize 
Nirdamim“. Mainz, Joh. Wirth’sche Hofbuchdruckerei. 1899. 
104 8. 8°. 

Das Machsor Vitry (Machzor u. a. —- Gebetbuch) 
enthält eine Zusammenstellung von Gesetzesvorschriften 
und liturgischen Stücken, sowie eine Erklärung zu den 
Pirke Aboth („Sprüchen der Väter“). Das Denkmal ist 
zu verschiedenen Zeiten entstanden, die Handschrift ge¬ 
langte im ersten Viertel des 13. Jahrh. zum Abschluss. 
Welches Vitry unter den vielen Ortschaften dieses 
Namens hier gemeint sei, ist nicht mit Bestimmtheit an¬ 
zugeben. Der Verf. findet, dass die Wörter „offenbar 
burgundisches Gepräge“ aufweisen, ohne indes diese An¬ 
gabe näher zu begründen. 

Die vorliegende Arbeit verfolgt einen doppelten 
Zweck: „einmal will sie dem Romanisten aus einer Fund¬ 
grube, aus der er für seine sprachlichen Forschungen 
reiche Schätze heben kann, . . . einige Proben in die Hand 
geben, dann aber will sie auch dem Kenner und Freunde 
der jüdischen Literatur die fremden Elemente, auf die 
er zuweilen bei der Lektüre . . . stösst, verständlich 
machen“. 

Ich habe schon bei der Besprechung einer ähnlichen 
Abhandlung (Litbl. XIX, Sp. 135) auf die Bedenken hin¬ 
gewiesen, die sich der Benutzung der jüdisch-französischen 
Glossare für die französische Sprachgeschichte entgegen¬ 
stellen. Die vorliegende Arbeit ist keineswegs geeignet, 
diese Bedenken zu entkräften. Die Unsicherheit der 
Transskription wird hier noch dadurch erhöht, dass diese 
Glossen bis auf geringe Ausnahmen nicht vokalisiert 
sind. Der Verf. sagt selbst (S. 16): „Doch ist dabei 
im Auge zu behalten, dass man nie die sichere Gewähr 
hat, vor einem fehlerfreien Wort zu stehen“. Dazu 
kommt, dass die Glossen in verschiedenen Zeiten ent¬ 
standen sind, daher auch verschiedene Sprachzustände 
darstellen; so ist einmal das intervokalische d erhalten, 
d as anderemal nicht. Es kann ein und derselbe Buch¬ 
stabenkomplex auf verschiedene Art gelesen werden, 
(z. B. porche und forche) ; ebenso wird umgekehrt 

ein und dasselbe Wort in verschiedener Weise trans- 
skribiert (vgl. Gl. No. 6). Am misslichsten ist es, dass 
die Vokale so gut wie nie ausgedrückt sind, denn selbst, 
wo sie ausdrücklich geschrieben sind, ist man über ihren 
Wert im Unklaren. Aehnlich haben z. B. p und /, c 
und 6 dasselbe Zeichen. Man würde gerne Aufschluss 
erhalten über gewisse Punkte der Aussprache, über die 
uns die altfranz. Quellen keine oder nur indirekte Aus¬ 
kunft geben. Wie wurde oi gesprochen? wie ai, ue? u. s. w. 
Die jüdischen Glossen versagen jedoch hier gänzlich, 
denn es werden beispielsweise oi, ui, ue auf gleiche 
Weise dargestellt. 

Der Verf. findet, wie gesagt, dass die Glossen 
burgundischen Ursprunges seien, ohne für seine Be¬ 
hauptung Beweise anzuführen. Es deuten vielmehr einige 
Eigenheiten auf südliche, vielleicht provenzalische Heimat 
des Glossators. So wenn z. B. altfranz. v (gewöhnlich 
durch 1 oder 11 dargestellt), einigeraale als 2 erscheint: 
sahoneire , saponaria; oder laitugm . Derartige Dialekt¬ 
mischungen sind übrigens bei der Entstehungsart der 
Glossen leicht verständlich. 

Jedenfalls aber kann unter solchen Umständen der 
Wert der Glossen für die französische Sprachgeschichte 
nicht so hoch angeschlagen werden, als es der Verf. 
zu thun geneigt ist. 


Am ehesten darf man auf lexikalischem Gebiete 
Belehrung erwarten. So wird z. B. ein altfranz. ovre 
(lat. über) gesichert. 

Lobend ist hervorzuheben, dass der Verf. die Grund¬ 
sätze der romanischen Lautlehre vollständig beherrscht, 
was bei einem Schüler Toblers allerdings nicht Wunder 
nehmen kann. 

Unverständlich ist mir nur die Bemerkung zur 
Glosse 147 kgyd f geblieben: „Unsere Gl. bestärkt die 
Abi. v. lat. eaecutia u . (?) 

Wien. Adolf Zauner. 

Loseth, E., Observations sur le Polyeucte de Corneille. 

Videnskabsselskabets Skritter. II. Historisk - filosofisk 

Klasse. 1899. 4. Christiania. A Commission chez .Jacob 

Dybwad. 1899. 18 p. 

Der arme Lessing! Seit Sainte-Beuve ist man 
seinen scharfen Beurteilungen der französischen Tragödie 
heftig zu Leibe gegangen. In Lessings eignem Vater¬ 
lande ist dem von ihm übel zugerichteten Corneille ein 
Ritter sonder Furcht nnd Tadel in Paul Schmid (Beitr. 
zu Corneilles Polyeucte, (Abh. z. J. B. der Fürsten und 
Lande8sch. z. Grimma, 1896) erstanden, jetzt droht auch 
vom eisigen Norden her ein tötliches Geschoss. Aber 
glücklicherweise bedarf es hier nicht eines Lessing 
um Lessing zu schonen. Hr. Losetli, der sich Paul 
Schmid’s Kritik im Wesentlichen aneignet, hat Lessings 
(allerdings einseitige) Auffassung der Aristotelischen 
Furcht- nnd Mitleid-Theorie garnicht einmal verstanden. 
„On sait que ce fidöle serviteur d’Aristote (Lessing) 
demandait sans cesse (!) k la tragedie d’exciter la terreur 
et la pitiA Or l’acte de Polyeucte ne nous cause-t-il 
pas de l’epouvante . . .? Ne craignons-nous pas pour 
lui . . . Nach Lessing sollen wir aber nicht für den 
Helden, sondern für uns selbst fürchten. Den Vorwurf 
Leasings, dass Corneille lauter ideale, von wechselseitigen 
Lobesphrasen übertriefende Charaktere gezeichnet habe, 
glaubt Hr. L. so wiederlegen zu können: Pour un 
auteur, n’est ce pas se conformer k la nature des choses 
que de r£partir la bonte entre plusieurs individus plutot 
que de la concentrer en un seul? Et les louanges, ne 
perdons pas de vue qu’elles sont de Tepoque, du style 
habituel de Corn. et un peu aussi de la langue fran$aise 
faite pour les compliments et les am6nit6s. (Nur für 
diese?) Hr. L. macht seiner Autorität, Paul Schmid, den 
Vorwurf de rifuter gravement des choses qui tournent 
du cotnique , d. h. Lessings vernichtende Kritik der s. g. 
christl. Tragödie. Wir möchten nicht gern uns einem 
ähnlichen Vorwurfe aussetzen, indem wir solche wohl¬ 
feile Advokatenwendungen ernstlich zu wiederlegen 
suchten. Schlimm ist es nur, dass Hr. L.’s Zugeständ¬ 
nisse doch sehr in das Lessing’sche Fahrwasser ein¬ 
münden. So sagt er von C.: En tout cas on peut pre- 
sumer qu’il se soit propose d’amener le d£nouement par 
ce grossier truc de la Grdce, moyen commode dont il 
se sert pour se soustraire au controle et pour trancher 
le noeud. Ce n’est gu6re k tout prendre le deus ex 
machina , eher aux faiseurs de mSlodrames. Giebt es 
eine schärfere Verurteilung der s. g. christl. Tragödie? 
Ferner: II (Corneille) n’ op6re pas le juste partage 
sc£nique entre l’amour et la religion, il confond meine 
ces deux puissances ou, au mieux, il les juxtapose. Hr. 
L. ist sogar nicht abgeneigt, anzunehmen, dass der Held 
der Tragödie nur aus verschmähter oder für verschmäht 
gehaltener Liebe zum Märtyrer seines christl. Glaubens 
geworden sei. Ein Hauptfehler C.’s bleibt es allerdings, 


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wie er im Examen du Polyeucte selbst sagt, durch Ver¬ 
mischung der christl. Unbeugsamkeit mit den Zärtlich¬ 
keiten der menschl. Liebe zugleich den Frommen und 
den Kindern der Welt es recht machen zu wollen. Die 
Abhandlung des Herrn L. hat durch die Zusammenstellung 
dessen, was in Deutschland und Frankreich über den 
Polyeucte geschrieben ist, einigen Wert, wenn schon Vf. 
weder Vollständiges, noch kritisch Gesichtetes bietet. 
Zur Widerlegung eines Lessing muss man aber andere 
Waffen führen. R. Mahrenholtz. 


Abrögä de la Vie de Jösus- Christ paT Blaise Pascal 

p. p. Prosper Faugfcre, avec le testament de Pascal. Paris. 
Ern. Leroux. 1897. 64 und XI p. 8°. 

Der Herausgeber hat sich um die Entdeckung un¬ 
gedruckten Materials über Pascal schon verschiedene 
Verdienste erworben und sich meist als vorsichtigen 
Kritiker erwiesen, so dass man seiner Versicherung, das 
hier zum Druck beförderte neu aufgefundene Manuscript 
sei echt, wohl trauen darf. Die Existenz dieses kleinen, 
aus Excerpten und kurzen Bemerkungen bestehenden 
Manuscripts ist durch das Zeugnis von Pascals Neffen, 
Abbö Perier bewahrheitet und neuerdings hat van der 
Hoeven, ein Utrechter Kleriker, in der Haus-Bibliothek 
der Familie Klarenburg, eine Kopie aufgefunden, die in 
den Besitz eines Fräulein Themericourt, der Freundin von 
Marguerite Perier, Pascals Nichte, gekommen war. 
Manche Fehler dieser Abschrift hatte jene Dame schon 
verbessert, viele aber stehen lassen. Herr F. hat sich 
durch den von Fehlern gereinigten, korrekten Abdruck 
dieses Abrögö unleugbar verdient gemacht, seine Schuld 
ist es nicht, wenn dasselbe von ziemlich geringem Wert 
ist. Auch seine Ueberschätzung der religiösen Be- | 
geisterung Pascals, die von Bertrand, dem gelehrten j 
Biographen P.’s, bereits auf das rechte Mass zurückge¬ 
führt ist, wollen wir ihm zu Gute halten. Es wird aber j 
Zeit, mit der Legende von Pascals selbstlosem Edelmute 
und seiner unentwegten Wahrheitsliebe, die besonders 
durch seinen Angriff auf die Jesuiten moral in Kurs ge¬ 
kommen ist, gründlichst aufzuräumen. Das „Testament“ 
Pascals, von dem Faugere schon ein in dem Archive 
des Hospitals von Clermont gefundenes Fragment ver¬ 
öffentlicht hatte (Lettres et Opuscules de Mme. Perier 
et de Jacqueline, soeur de Pascal, et de Marguerite 
Perier, sa niöce, p. XV e. 480) ist hier nach der Kopie 
des im Besitze eines Pariser Notars befindlichen Originals 
abgedruckt worden. Als literarhistorisches Dokument 
ist es immerhin von Wert. 

Dresden. R. Mahrenholtz. 

H. Michaelis et P, Passy, Dictionnaire phonötique de 
la langue fran^ase (Bibliothek phonetischer Wörterbücher 
I B.). Hannover und Berlin, Karl Meyer (Gust. Prior) 1897. 
XVI und 320 S. Geh. M. 4, geb. M. 4.80. 

Ein Wörterbuch, das die Aussprache aller Wörter 
einer Sprache bequem und übersichtlich, vollständig und 
genau, sachverständig uud ohne Voreingenommenheit ver¬ 
zeichnet, ist für die Lehrer aller neueren Sprachen, be¬ 
sonders der fremden, aber auch der Muttersprache, schon 
längst ein Bedürfnis. Passy und Michaelis haben diesem 
Bedürfnis zunächst auf dem Gebiete des Französischen 
abzuhelfen gesucht. Ihr Werk hat manche Vorzüge: 
die Angaben sind im Ganzen richtig, die Bezeichnung 
der Lautwerte ist einfach und verständlich, und der Stoff 
ist auch so ziemlich in seinem ganzen Umfang erschöpft. 

Leider lässt das Buch aber auch viel zu wünschen 


übrig. Vor allem ist es ganz verfehlt angelegt. Die 
Verfasser stellen die lautliche Form der ^Vörter in ihrem 
Unternehmen voran undjerklären sie durch^das Schrift¬ 
bild ; sie ordnen demgemäss den Stoff nach der lautlichen 
Schreibweise an. Nun sieht man aber zunächst einmal 
nicht ein, warum sie sich dann an die herkömmliche 
Reihe des ABC’s gehalten haben. Die 24—25 land¬ 
läufigen Schriftzeiclien genügten ihnen natürlich nicht, 
und so haben sie ein Dutzend neue angenommen. Da 
sie diese aber an verschiedenen Stellen in die alte Reihe 
einschieben, ist ihr neues Alphabet halb alt, halb neu 
und darum unübersichtlich. I)a hätten sie doch am Ende 
lieber ganz lautwissenschaftlich verfahren und die Laute 
nach ihrem ,Wesen aneinanderreihen sollen! 

Aber es ist überhaupt ein starker Missgriff, dass das 
lautliche Wortbild dem Schriftbild vorangeht. Als Be¬ 
gründung dieses Verfahrens führen die Verfasser haupt¬ 
sächlich an, sie hätten für solche Benutzer arbeiten 
wollen, die wohl die Aussprache eines Wortes kennen, 
aber nicht die Schreibweise, also für französische Kinder 
und Ungebildete, sowie für die Bedienungsmannschaft von 
Schreibmaschinen, die eine Rede zuerst phonetisch auf- 
nehraen und dann in die gewöhnliche Schrift umsetzen 
müssten. Diese Begründung ist aber so schwach, dass 
es sich kaum verlohnt, sie zu widerlegen. Ungebildete 
und Kinder können die angewandte neue Schreibweise 
kaum lesen, und dass die phonetische Schreibung für den 
ersten Leseunterricht in Frankreich schon so ausgiebig 
verwendet werde, um das Erscheinen des vorliegenden 
Werkes zu rechtfertigen, ist mir unbekannt. Auf die 
zahlreichen Gebildeten, welche die übliche Schreibung 
eines Wortes kennen und die genaue Aussprache wissen 
wollen, wird jedenfalls nicht genügend Rücksicht ge¬ 
nommen. Und die hätten doch ein derartiges Buch am 
nötigsten und hätten es auch gekauft. Vielleicht ent¬ 
schlossen sich die Verfasser noch, auf diese Auskunfts¬ 
bedürftigen doch auch ein Auge zu haben und für sie 
bei der Neuauflage wenigstens eine besondere Ausgabe 
zu veranstalten. 

Auch im Einzelnenjj ist noch das und jenes zu be¬ 
merken. Nach welchem Grundsatz die Eigennamen auf¬ 
genommen sind, ersieht man nirgends. Provence, Laon, 
Neuchätel } Fionie und Elseneur werden z. B. angeführt, 
Caen t Fleurus , Hendaye , Laruns, Montrejeau und be¬ 
sonders Personennamen wie Boieldieu , Saint - Saens, 
Claretie , Fenelon, SiSyh, CambacMs , Thiers u. s. w. 
fehlen. Auch unter den Gattungsnamen vermisst man 
einen oder den andern, z. B. go’emon , kodak , da doch 
andere mindestens ebenso seltene verzeichnet werden, 
wie exergue, varech, »cambium. 

Die Angaben über das Schwanken der Aussprache, 
die übrigens eher an den Anfang des Werkes gehörten 
als an das Ende, dürften ausführlicher und gleichmässiger 
sein. Obwohl sonst die Aussprache der einzelnen Landes¬ 
teile berücksichtigt wird, wird doch z. B. nicht erwähnt, 
dass au in Wörtern wie panvre, autre im ganzen Süd¬ 
westen ausgeprägt offen klingt; dass die Eudungen - et 
und - ette im Süden auch ein geschlossenes e enthalten 
können und nur in der Mitte des Landes etwa ein 
mittleres. Dass stimmhafte [Geräuschlaute im Auslaut 
den Stimmton verlieren, kenne ich nicht nur aus Belgien 
und Nordfrankreich, sondern auch aus Gegenden des 
Jura. — Sonst möchte man noch gerne wissen, wodurch 
sich die beiden Aussprachen sillab und &ilab unterscheiden, 
und wann bei den Lauten, die aus Stimmton und Geräusch 


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zusammengesetzt sind, im Einzelnen der Stimmton und 
wann der Geräuschlaut über wiege, wann sie also als Vokale 
und wann als Konsonanten aufzufassen seien (S. 307). 
Ob eine Lautverbindung wie zt überhaupt vorkomme, 
ist mindestens fraglich; da die Verfasser doch die ge¬ 
sprochene Sprache bevorzugen, hätten sie diese Verbindung 
ganz bei Seite lassen können; Passy hat ja auch sonst 
dafür st eingesetzt (Fran$ais par!6 S. 11, 14; vgl. auch 
Rousselot, Modiiications S. 48). 

Ueberhaupt macht die Entscheidung, welche die Ver¬ 
fasser getroffen haben, oft den Eindruck einer gewissen 
Willkürlichkeit. An sich ist das ja schwer zu vermeiden, j 
und bei P. Passy und bei seinem Bruder lässt man sich das j 
angesichts des guten Rufes, den sie in diesen Dingen schon 
besitzen, noch gefallen. Aber warum die Fräulein Halter 
und Paul darin auch als Muster vorgehalten werden, 
versteht man nicht so ohne weiteres. Haben die denn 
gerade Eigentümlichkeiten in ihrer Aussprache, die be¬ 
sonders allgemein oder besonders fein sind? 

Merkwürdig ist auch die Art, in der die Verfasser 
für sich und ihr Werk unnötig die grosse Trommel 
schlagen. Dass ein Brief von Gaston Paris das Ganze 
eröffnen muss, mag noch hingehen, wenn man auch wissen 
möchte, wem der Fettdruck gewisser Stellen darin zuzu¬ 
schreiben sei, dem Schreiber des Briefes oder den Empfängern. 
Aber dass^der 19. Juni 1896 als denkwürdiger Tag be¬ 
zeichnet wird, weil es da dem einen Herausgeber, Michaelis, 
gelungen sei, 13—14 jährigen Zöglingen einer Pariser 
Volksschule durch Betrachtungdes Lautstandes französischer 
Wörter in einige der schwierigsten Fragen der Sprach¬ 
wissenschaft einzuweihen, ist doch etwas zu viel. Warum 
wird auch bei Gaston Paris, überall wo sein Name ge¬ 
nannt wird, in Klammern erläutert, auf welche Abteilungen 
sich seine Eigenschaft als ‘Mitglied des französischen In¬ 
stitutes* beziehe? Und was hat endlich der am Schluss 1 
ein- (nicht an-) gefügte Auszug aus den Satzungen der \ 
an sich ganz verdienstlichen ‘Association Phon6tique Inter¬ 
nationale* mit der französischen Aussprache zu thun? 

Das Druckfehlerverzeichnis ist auffallend lang; aber 
trotz seiner 70 Berichtigungen ist noch nicht jedes Ver¬ 
sehen ausgemerzt: bei den wenigen Stichproben, die ich 
gemacht habe, ist mir aufgestossen finande (für finaude 
S. 108) und exnrgue (S. 73). 

Es tliut mir leid, dies alles hier anführen zu müssen; 
aber bei einem Gelehrten von dem Ansehen und dem 
Einfluss Passys hat man die Pflicht, besonders scharf 
zuzusehen, weil der selbst durch ein kleines Versehen 
einen grossen Schaden stiftet. 

Heidelberg. Ludwig Sütterlin. 

Benedetto Croce, I predicatori italiani del seicento 
e il gusto gpagnuolo. Napoli, Pierro e Veraldi. 1899. 
26 8. 8°. 

— — , I trattatisti italiani del „Concettismo“ e Baltasar 
Gracian. Napoli 1899. Estratto dal Vol. XXIX degli Atti 
dell’ Academia Pontaniana. 32 8. 8°. 

Der Verf., der gegenwärtig an einer „Geschichte 
der Aesthetik mit besonderer Berücksichtigung Italiens“ 
arbeitet, giebt uns in den vorliegenden zwei Aufsätzchen 
die Erstlingsfrüchte seiner Vorstudien. Indem er aus¬ 
geht von einem Kapitel der bekannten secentistischen 
Poetik des Piemontesen Emanuele Tesauro (II cannocchiale 
aristotelico, 1654), entwickelt er zunächst die damaligen 
Theorien vom sogen, „concetto predicabile“ und illustriert 
dessen Anwendung mittelst praktischer Beispiele. — Vom 
Concettismus in der Lyrik wissen wir, dass er ohne 


spanische Einflüsse auf italienischem Boden spontan ent¬ 
standen ist; dafür ist nun von Cr. das zweifelhafte Ver¬ 
dienst, diese verhängnisvolle Kunstform zuerst auf die 
Predigt angewandt zu haben, den Spaniern wenn auch 
nicht definitiv gesichert, so doch vorläufig zuerkannt 
worden. Die Bedingungen, unter denen die concettistische 
Predigt entstand, sich in den verschiedenen Literaturen 
entwickelte und, mit burlesken Elementen untermischt, 
auch volkstümlich wurde, sind in knapper Klarheit dar¬ 
gelegt. Der hübsche und inhaltsreiche Aufsatz schliesst 
mit einer kurzen Geschichte der Bekämpfung der con- 
cettistischen Predigt in Frankreich, Italien und Spanien. 

Ein ziemlich umfassenderes Thema hat sich Croce 
in seiner zweiten Arbeit gestellt. Hier wird Ursprung 
und Wesen des Concettismus in der Theorie erläutert, 
und die jeweilige Stellungnahme der wichtigsten Lehr¬ 
bücher Spaniens und Italiens für oder wider den Con¬ 
cettismus kritisch beleuchtet. Die Bedeutung der „Agudeza 
y aTte de ingenio“ des Baltasar Gracian wird auf das 
wohlverdiente Mittelmass heruntergedrückt, und Matteo 
Pellegrini mit seinem „Trattato delle acntezze“ kommt 
wieder zu Ehren. Es ist das Verdienst dieser Arbeit, 
klargelegtzuhaben,wieaufderGrundlagederaristotelischen 
Rhetorik (lib. III) eine erfolgreiche und prinzipielle Be¬ 
kämpfung des Concettismus unmöglich war, und wie 
darum alle Gegner dieser Richtung von Pellegrini und 
Sforza Pallavicino bis zu den Modernsten nur auf empirischem 
Wege und dem dunklen Instinkt des guten Geschmackes 
folgend den Kampf gegen die Theoretiker des Secentismus 
aufnehmen konnten, während die Secentisten selbst die 
volle logische Konsequenz auf ihrer Seite hatten. — Die 
Scheidung in Concettismus der Materie und Concettismus 
der Form lässt Cr. mit Recht nicht mehr gelten, denn 
sogut wie Allegorie und Symbol sind natürlich auch 
Metapher und Concetto immer nur Kunstformen. 

Heidelberg. Karl Vossler. 

H. Sabersky, Ueber einige Namen von Bergen, Thälern, 

Weilern, Weiden und Hütten in der Umgebung von 

Madonna di Campiglio. Strassburg, Karl ,T. Trübner. 

1899. kl. 8°. 54 8. 

Madonna di Campiglio 6 una localitä di qnella parte 
del Trentine che chiamano le ‘Giudicarie*, e il cui dialetto 
fu egregiamente studiato* da Teodoro Gärtner. Siam 
dunque in una regione d’Italia la cui suppellettile topono- 
mastica fu gia con una certa abbondanza illustrata, e 
ricordo i nomi del Malfatti, dell* Orsi, dello Schneller, 
che meglio degli altri seppe applicare i buoni metodi. 

Il S., come appare dal titolo del lavoro, limita il 
suo assunto a una scarso numero di nomi di luoghi che 
stanno intorno a Madonna di Campiglio. Siamo quindi sempre 
in un ambiente dialettale ben ristretto, e questa circostanza 
non potrebbe non tornar profittevole al lavoro. Il quäle 
e nel suo complesso ben fatto, ma tradisce in piü punti 
lo studioso non interamente addomesticato coi metodi 
dell’ indagine linguistica, e talvolta poco informato. 
Sotto malga si viene a parlare del lomb. rqz ) dicendosene, 
sulla fede del Lorck, incerta l’etimologia. Ma *röteu 
conviene pienamente vuoi ne’ riguardi semasiologici (cfr. 
crocchio , lomb. cröö, di fronte al sinonimo, pure lombardo, 
crös, cioe * con-röteu ), vuoi ne’ fonetici (1’ 6 in ö davanti 
a tj non £ necessario; cfr. lomb. barqza - roc , allato a 
baröz). Per baito -a s’accetta la etimologia dello 
Schneller, che e troppo artificiosa per esser verosimile. 
Campiglio e da *camp6lliu come provan le forme medievali 
del nome. Per 1’ I, cfr. Camptglia a Lonigo, nel Pie- 


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monte e auche nella Toscana (Pieri, Toponom. delle Valli 
del Serchio e della Lima, p. 142). Numbtno ü certo il 
diminutivo di Ambe , ch’ e nelle scritture medievali, e 
la forma Ambhxo ci raostrerä quell’ alternare di - ino e 
-bno che la Lombardia offre in piü altri esempi. La 
forma Ambano e malsicura, e in ogni modo ü da scon- 
sigliato il ricorrere a un ambiente dialettale diverso, 
per dimostrarci la possibilitä che d si convertisse in i. 
La piü attendibile spiegazione di Pancügolo e quella che 
il S. rifiuta a p. 18 n. Da un *pancücolo, acetosella, 
si poteva facilmente venire a - cügolo , dissimilandosi c - c 
in c — g. Patascös ü dichiarato in modo impossibile. 
Ragdda e participio di un verbo (re- ragd) ben diffuso 
in Lombardia, e di cui si possono intanto vedere le mie 
Nuove Postille italianeal Vocab. lat.-roraanzo, s. ‘eradicare’, 
aggiungendo il berg. ra- regand franare. Pra tnaniam 
sarä si Pra[to ] Romugnano , ma la caduta della prima 
sillaba del secondo elemento del composto, si spiega per 
la sovrapposizione sillabica (v. Grammont, La dissimilation 
conson., p. 147 sgg.) L Sarä per una svista che il fo 
di Mandra di fo ü tradotto per ‘Bohne* auzi che per 
‘Buche*. La spiegazione di Paluave ü troppo artificiosa, 
e non convince nemmeno quella di Palii della lava. 
Serödoli sarä da serötiuus, etimo tanto piü accettabile, 
se ö vero che tutte le localitä cosi chiamate abbian come 
peculiaritä cornnne la mancanza di vegetazione. Per il 
-l- y cfr. il parm. rust. zrodel autunno. Mdsare e ben 
ricondotto a macerare , ma non v’lia nessuna ritrazion 
d’ accento, mdsare essendo un deverbale. Leores ü 
spiegato assai male, ne di piü so dire, visto anche che 
il S. omette di indicare 1* accento della parola. Val 
della lus e forse ‘valle della foce*, ma occorrerebbe d’essere 
meglio informati circa al valore che il S. attribuisce al 
segno u. Agola altro non ü se non ‘aquila*. Baldlmo 
(con -f/i da w, internato) non andrä con Balduino ma 
con Monte- Buldo, ecc. PersS e impossibile si connetta 
con *perso\ 

Pavia. C. Salvioni. 


II. Tiktin, Gramaticft romäna pentru invetamintul se- 
condar. Teorie §i practica. Ed. 2. Bucuresci 1895. (Ru¬ 
mänische Grammatik für die Mittelschulen.) 

Dieses Lehrbuch des Rumänischen enthält im ersten 
Bande die Laut- und Formenlehre, im ganzen zweck¬ 
entsprechend, nur die Einteilung lässt etwas zu wünschen 
übrig. So enthält Kap. 3 die Laute, 4 Rechtschreibung 
und Aussprache, die nebst Kap. 6 (Ton) und 7 (lautliche 
Aenderungen) sich an 3 anschliessen müsste, während 
5 (die Silbe), soweit es Länge und Kürze behandelt, 
ebenfalls zur Lautlehre gehört, die Silbentrennung da¬ 
gegen mehr zur Schriftlehre. Wenn am Ende dem in 
der Mitte der Zeile stehende Bindestrich der am Aus¬ 
gang stehende als Trennungsstrich entgegengesetzt wird, 
so ist das unbegründet, da ja der Strich auch am Ende 
nur anzeigt, dass die abgebrochenen Wortteile zusammen¬ 
gehören. — Hierher gehört auch die Zeichensetzung als 
Teil der Schriftlehre, doch findet sie sich erst am Ende 
des zweiten Bandes. 

Ueber den zweiten Teil, die Formenlehre, ist zu 

1 Mi si lascin ricordare due begli esempi individuali del 
fenomeno. Una persona che nel racconto d’una battaglia ebbe 
piü volte a adoperare la combinazione *aveva guadagnato* (nel 
suo dialetto : V eva vadahä ), 1* ho sempre sentita dire : C eva 
danä. E a Milano ho udito dire l\ vigjd da la mdrna per l\ 
piydda ecc. (e viziata dalla mamma). 


bemerken, dass § 102 das zwischen codru und pom in 
der Mitte stehende Beispiel fehlt, worin sich u zwar 
erhalten hat, jedoch nicht silbenbildend: ocktü, obgleich 
§ 103 diese drei Formen als gleichwertig nebeneinander 
stellt. § 156, 1 gehört nicht zur Steigerung. § 170, 
nota 1 wird vielfach bestritten; in Ungarn spricht man 
ti-a y nicht \e-a ; demnach atdPta § 188 nota. § 199. 
Alle und kein sollte man nicht unbestimmte Fürwörter 
nennen, sondern sie diesen als zusammenfassende und 
verneinende nebenordnen. § 202 totuluX gibt es, wenn 
auch nur in der Redensart: cu totuluX tot. Zu § 243 
nota ergänze: na nimm. § 276 nota 2 fehlt zi neben 
du und fä (die, duc, fac). § 296 fehlt m’aui fost 
mirat u. s. w., am Ende mirä-te n. s. f., auch fiindu - 
mö mirat. 

Dies sind indess alles nur nebensächliche Bemerkungen. 
Unpassend wird dagegen nun an die Formenlehre des 
Zeitwortes das adverb , prepositiutie, conjuncfiune und 
interjec^iune gereiht, obgleich alle diese Wörter nur 
eine Form haben und daher nicht in die Lehre von der 
Formenbildung gehören. Ueberdies fehlt § 305 das Adverb 
der Menge; atät und cdt finden sich unter denen der Art 
und Weise, § 308, andere § 311. 

Kap. 45 endlich wird die Wortbildung behandelt, 
allerdings nicht sehr vollständig, unter den Bildungs- 
endungen fehlen at , ut; überdies die Stammbildung 
gänzlich. Dagegen waren die nicht volksmässigen Nacli- 
und Vorsilben § 342 und 352 überflüssig, da sie kaum 
zur Bildung neuer Wörter gebraucht werden. Uns 
wenigstens scheint limbaj u. dgl. weder schön noch not¬ 
wendig. 

Band 2. Sintaxa. Auch hier ist Einteilung und 
Behandlung des Stoffes im ganzen als zweckmeässig an¬ 
zuerkennen. Im einzelnen ist zu bemerken: S. 19, Z. 15 
von unten lies bolnäoicXos. — § 374, Z. 1 lies persoana 
III statt II. — § 381, Z. 5 mijloacele. — § 3^7, Z. 5 
setze hinter substantiouluX noch: articulat. — § 400, 1 
gehört eigentlich zur Uebereinstimmung bezw. Abweichung 
zwischen nebeneinander stehenden Nennwörtern, die jedoch 
nur in Prädikatsstellung behandelt werden, § 372. — 
§ 410. Sint Romdn steht deshalb ohne unbestimmten 
Artikel, weil Romdn Prädikat ist, was hätte erwähnt 
werden können. — § 418 nota 1 lies: de popä. — § 427 
nota 1 lies: de treabä. — § 441, 1. In: Ware ce 
manea wird eher das ce als dab tnänca von ure ab- 
hängen. — § 442 nota 2 und § 507 nota 2 sind unter 
„c/e vor dem Beiwort bei Massbestimraungen 4 zusammen¬ 
zufassen. — § 482, 1. Erst (wäg’s), dann (wag’s) werden 
unter den verbindenden Fügewörtern aufgeführt, man 
kann sie aber auch zu den trennenden ziehen, da ja 
I beides nicht gleichzeitig ist. — § 505 behandelt (nach 
j den Nebensätzen des Ortes und der Zeit) die der Art 
und Weise, zu deneu vergleichende und folgernde ge¬ 
hören. Nicht ganz verständlich ist mir, dass § 511 die 
des Grundes ausser den begründenden noch die de 
Zweckes, der Bedingung und der Einräumung umfassen. 

Alles in Allem genommen kann Tiktins Grammatik 
wohl empfohlen werden. 

Grosswardein. W. Rudow. 


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Zeitschriften. 

Modem Language Notes XV. 3: Eastman, Meeting of 
the central Division of the Mod. Lang. Association of America. 

— Hohlfeld. .Toh. Rautenstrauch und Goethe’s Götz. — 
Marrill, Wordsworth’s Realism I. — Senger, Faust-Inter- 
pretations. — Wheelock, Note on the Time Analysis of 
Macbeth, Act III, Sc. IV — Act IV. Sc. I. — Buck, The 
Present Status of Rhetorical Theorv. — Hewett, Poll. | 
Materials for GermanProseComposition; Wenckebach, German j 
Oomposition. — Job ns ton, Ohapin, First Italian Grammar; 
Goldoni, un curioso accidente. — D eering, Schoenfeld,Schiller’s ; 
Maria Stuart. — Thieme, Symington. Augier et Sandeau, 
Le Gendre de Monsieur Poirier; Wright, France’s Le Crime 
de Silvestre Bonard. — Hamilton, Wäger, The Seege of 
Troye. — Bo wen, Bronson, Seines de voyage de Victor Hugo. ! 

Publications of the Modern Language Association of j 
America XIV, 4: G. Hempl, Fepper, Fickte, and Kipper . j 

— A. S. Napier, a hitherto unnoticed Middle English Ms. 

of the Seven Sages. — M. A. Scott. Elizabethan Trans- | 
lations from the Italian: The titles of such works now first 
collected and arranged. — XV, 1: E. Kirby Putnam, The 
Lambeth Version of Havelock. — H. Alf. Todd, La Vie de 
Ste Catherine d*Alexandrie, as contained in the Paris 
Manuscript La Clayette. — H. C. G. v. Jagemann. Philology 
and purism. — C. A. Smith, Interpretative Syntax. — A. 
H. Thorndike, Influence of the Court Masques on the 
Drama 1608-15. . , 

Archivio per lo stndio delle tradizioni popolari XVIII, 

4: R. Nerucci, Credenze popolari toscane: I. Le code di 
Ziffa. II. Formula fanciullesca. III. Allucinazioni. IV. 
Linchetto. V. Streghe. - P. Viola, Lu Conzu: attrezzi ed 
usi per la pesca fluviale in Sicilia: Lettera al Dott. G. Pitrö. 

— G. B. Corsi, Impronte maravigliose in Italia nel Senese. 
LXXXIV. La Madonna di Provenzano. LXXXV. La Madonna 
della Palla. LXXXVI. I ferri e i chiodi del cavallo di S. 
Galgano. LXXXVII. La Madonna delle Vertighe. LXXXVIII. 

II CrocifiBSo di Spaltenna. LXXX1X. La croce di Beiforte. 
XC. 11 piede della B. Agnese di Montepulciano. XCI. Lo 
spacco della Regina. G. Pitre, In Sicilia: XCII. Le pedate 
del Diavolo in Isnello. XCIII. II Crocifisso di Porta d’Ossuna 
in Palermo. — F. Pu lei, Usi e Costumi dei zolfatari in Si¬ 
cilia. I. La gita alle miniere. II. Nelle viscere della terra. 
III. La poesia nelle miniere. IV. Rapporti tra picconiere e | 
carusi. V. 11 ritorno dalla miniera. VI. La domenica dei I 
zolfatai. VII. Personale della miniera. — S. Raccuglia, j 
Proverbi e inodi proverbiali riguardanti persone e cose di 
Sicilia. — A. Balladoro, Nuovi motti dialogati veronesi. 

— A. Trotter, Canzonette infantili mantovane. — G. 
Amalfi, Sedici Canti raecolti in Tegiano, prov. di Salerno. 

— M. Pitrö, Le feste deir Assunta in Messina descritte 
dai viaggiatori italiani e stranieri (con tre Vignette). I. La 
festa secondo P. Brydone nel 1770, con due disegni. II. La 
festa secondo J. Houel nel 1776. III. La festa secondo R. 
de Saint-Non nel 1785. IV. La festa secondo J. H. Bartels 
nel 1786. V. La festa secondo W. Irvine nel 1808. — Usi 
nuziali di popoli primitivi. — A. Viriglio, Gerghi, frasi j 
furbesche e modi di dire nel dialetto torinese. — G. B. Corsi, ( 
Motti dialogati senesi. — G. Filippini, Le carnpane del 
comune di Pavia. — Miscellanca: G. Lumbroso, Di un pro- 
verbio veneziano sopra i Tedeschi. — Costumi degli Arqua- 
nesi nel Veneto. — L’origine del di dei morti. — Rivista 
Bibliografica: G. Pitre, Straparola e Rua, Le Piacevoli 
Notti, riprodotte sulle antiche stampe. — Ders., Megali del 
Giudice, Canti e Proverbi della Piana di Calabria. — Ders., 
Pineau, Les vieux Chants populaires scandinaves. — Ders., 
Deans, Tales from the Totems of the Hidery. 


Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und 
Literatur XXV, 1: W. Braune, Die Handschriftenverhält¬ 
nisse des Nibelungenliedes (auch separat erschienen 222 8. 
8°.; — O. Bremer, Zum Alter des Namens der Franken. 

The Journal of Germanic Philology III, 1: F. A. Black¬ 
burn, The Husbund'a Message and the Accompanying Riddles 
of the Exeter Book. — Alb. C. L. Brown, The Source of 
a Guy of Warwick Chap-Book. — John McLaren McBrvde, 
Jr., Ä Study of Cowley's Davideis. -- Phil. S. Allen. Wil¬ 
helm Müller and the German Volkslied. — Edwin W. Fay, 
The Primitive Aryan Name of the Tongue. — Cam. von ( 
Klenze, Rod, Essay sur Goethe. — J. Taft Hatfield, , 
Strassburger Goethevorträge. — C. Alph. Smith, Sweet, A i 


New English Grammar, Logical and Historical. — A. S. Cook. 
Sykes, French Elements in Middle English. — 0. Günther. 
Golz, Pfalzgräfin Genovefa in der deutschen Dichtung. — 
Will. E. Me ad, Skeat, The Lamentatyon of Mary Magda- 
leyne: Text with critical introduction (Zürcher Diss.). 

Zs. d. allgera. deutschen Sprachvereins XV, *2: O. Brenner, 
Vprrflpnt^phuiTff ripr Mopfljsnn.mpn. — Vom militärischen Stil. 

— Kirr a n ke, Schützet gute alte Wörter in der Schule. 

— Zu Treitsclikes u. Freytags Briefen über den allgemeinen 
deutschen Sprachverein. — H. Dünger, Eine österreichische 
Verdeutschung der Speisekarte. 

Alemannia 27, 3: K. Arnold, Volkskunde von Mückenloch 
hei Neckargemünd. — F. Pf aff. Die Kindermorde zu Benz¬ 
hausen und Waldkirch i. Br. Ein Gedicht aus dem Anfang 
des 16. Jahrh. — F. A. Maver, Zu Alem. XXVI, 72 ff. Bolte: 
(„Zu den Amores Söflingenses“). — Carl von Fischbach. 
Spottlied auf die Jäger von ehemals aus Hohenzollern. — 
Anzeigen und Nachrichten: Gskar Spiegelhalder, H. Loth. 
Die Uhrenindustrie im bad. Schwarzwald. — P. Albert, 
A. Ivopp, Zehentwesen und Zehentablösung in Baden. — 
Ders., P. Heitz, Original-Abdruck von Formschneider-Ar¬ 
beiten des 16. u. 17. Jahrhunderts. 

Zs. f. den deutschen Unterricht XIV, 2: W. Schwarze, 
An Goethes Hand unter südlichem Himmel. — O. Lyon. 
Geheimer Rat Franz Wilhelm Kockel. Ein Gedenkblatt zu 
seinem 70. Geburtstage. — K. Staedler, Das wahre Lied 
von der Glocke (Schl.). — Sprechzimmer: No. 1: R. Petsch, 
Mord- und Sühn kreuze. — No. 2: G. Weck, Bereits = Fast. 

— A. Müller, Th. Vogel, Lehrplan für den deutschen Unter¬ 
richt in den latcinlosen Unterklassen der Dreikönigschule 
(Realgymnasium) Dresden-N. — O. Lyon. Th. Vogel, Goethes 
Selbstzeugnisse über seine Stellung zur Religion und zu 
religiös-kirchlichen Fragen. 

Arkiv för Nordisk Filologi XVI, 3: M. Nygaard, Verbets 
stilling i stetningen i det norröne sprog. — A. Kock, Till 
de nordiska sprakens historia 1—V. — A. Trampe Bödtker, 
Vokalharmoni i ubetonet e. — 0. S. .Tensen, Bibliografi for 
1898. — G. Ad. Tiselius. Anmälan av K. P. Leffler, 
Skuttungemälet.s akeentuering. — F. Jönsson, Nekrolog 
över Eirikur Jönsson. 

Anglia XXIII, 1: F. Görbing. Beispiele von realisierten 
Mythen in den englischen und schottischen Balladen. — B. 
Leonhardt, Die Textvarianten von Beaumont und Fletchers 
‘Philaster, ov Love Lies A-Bleeding’ etc., nebst einer Zusammen¬ 
stellung der Ausgaben und Literatur ihrer Werke. IV. The 
Maid s Tragedy. — ,T. Douglas Bruce, The Middle English 
metrical romance ‘Le Morte Arthur* (Harleian Ms. 2252): 
Its source and its relation to Sir Thomas Malory’s ‘Morte 
Darthur*. — Leo Wiener, Engl, rummage, franz. maquignon, 
maquilier , masque etc. — Ders., roman. ogro , orco. — E. 
Einenkel, Das Indefinitum V. — F. Holthausen, Zu alt- 
und mittelengl. Dichtungen XII. 

Anglia Beiblatt X, 10: Binz, Ten Brink, Geschichte der engl. 
Literatur. Hrsg, von Alois Brandl. — Ders., Henderson, 
Scottish Vernacular Literature. — Wetz, Shakespeare's 
Dram. Werke. Uebers. von Aug. W. von Schlegel u. Tieck. 
Hrsg, von Al. Brandl. — Ackermann, Shakespeare. Mac¬ 
beth. Hrsg. v. Beljame; Sh., Jules Oesar. Hrsg. v. Beljame. 

— Mann, Kulms, The Literary Infiuence of Medi«eval Zoology; 
Peters, Der griech. Physiologie und seine oriental. Ueber- 
setzungen. — v. Westenholz, Erwiderung. — Wetz, 
Erklärung. — Ellinger, Ein Vergleich von Washington 
Irvings Skizzenbuch mit dem Originale (Forts.). — Ders., 
Lord Macaulay's Essay on Madame d’Arblay. By Alex. Clav 
and Dr. Gustav Schirmer; God save the Queen. Für die 
erste Schullektüre geschrieben von C. Massey und hrsg. von 
Dr. L. Fries; Bahlsen und Hengesbach, Schulbibliothek franz. 
und engl. Prosaschriften aus der neueren Zeit. — 11: Acker¬ 
mann, Englaender, Lord Byrons Mazeppa. — Ders.. 
Tennysoniana I. Anthes, The Antonine Wall An Account 
of Excavations made under the direction of the Glasgow 
Archaeological Society. — Pogatscher, ZuR. Fürst’s Buch 
Die Vorläufer der Modernen Novelle im 18. Jahrh.* — 
Deut sch bei n, Krön, The little Londoner. 

Yale Studies in English (Albert S. Cook, Editor) I. The 
Foreign Sources of Modern English Versification. Charlton 
M. Lewis. Ph. D. (s. o. Sp. 9). — II. JUfric: A New Study 
of his Life and Writings. Caroline Louiaa White. Ph. I). 

— UI. The Life of St, Cecilia, from MS. Ashmole 43 and 
MS. Cotton Tiberius E. VU, with Introduction, Variante and 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 4. 


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Glossary. Bertha Ellen Lovewell, Ph. D. — IY. Dryden’s sur la tragEdie; E. Bouvy, Voltaire et Pltalie; V. Monti, C. 
Dramatic Theory and Practice. Margaret Sherwood, Ph. D. Gracco, ediz. B. Ootronei; F. Colagrosso, S. Bettinelli e il 

— Y. Studies in .Tonson’s Comedy. Elisabeth Woodbridge, ‘Teatro gesuitico*. — Bollettinobibliografico: G. Zaccagnini, 

Ph. D. — YI. A Glossary of the West Saxon Gospels, Latin- I vari elementi comico-satirici in due poemi eroicomici minori 
West Saxon and West Saxon-Latin. Mattie Anstice Harris, (P.). — Z. Benelli, G. Rossetti. — T. Ortolani, Studio 
Ph. D. — VII. Andreas: The Legend of St. Andrew, trans- riassnntivo sullo strambotto (P.). — C. Cimegotto, II pianto 
lated from the Old English. Robert Kilbum Root. — VIII. dTtalia, ottave patriottiche del sec. XVII (r. P. Parrella). 
The Classical 3Iythology of Milton’s English Poems. Charles - A. Chiti, T. Baldinotti poeta pistoiese (P.). — Annunzi 
Grosvenor Osgood, Ph. D. — IX. A Guide to the Middle sommarii: G. Naro, L’Alamanni e la ‘Coltivazione*. Saggio 
English Metrical Romances dealing with English and Ger- biograhco-critico. — L. Perroni-Grande, Per la dedica 
manic Legends, and with the Cycles of Charlemagne and of della ‘Vita Nova*. E. Monaci, Esempj di scrittura latina 
Arthur. Anna Hunt Billings, Ph. D. (In preparation). — dal sec. I di Cristo al XVIII. — A. Marenduzzo, La 
(Henry Holt and Company, New York.) versione delle ‘Georgiche* di Virgilio di Bernardo Trento. — 

- A. Belloni. L’invenzione della pila nella poesia italiana. 

Revue des langlies romanes Sept. Okt. 1899: A. Blanc, — Catello de Vivo, I. Su TAminta di T. Tasso. II. II 
Narbonensia. Toponymie et Etymologie populaire. — 31. canto a Silvia di G. Leopardi commentato. 

D’Exilac, Lou riou pouetsicou (Forts.). — A. Vidal, Trois 'Itassegna bibliograflca della letteratnra italiana VII, 11. 
randonnEes. — F. Castets, I dodici canti (Forts.). — M. , 12: C. Cessi, Un’egloga pastorale poco nota del Cinquecento. 

Grammont, Etymologie : Fressure. -- Ders., Dottin, — E. Lamma, Delle forme schematiche dei sonetti danteschi. 

Glossaire des parlers du Bas-Maine. — ,T. Anglade. Nieder- i Giornale Dantesco Anno VII, Serie terza, quaderno 11. 12: 
länder, Die Mundart von Namur. j F. Torraca, Catalano e Loderingo. — 0. Bacci, Per la 

Romanische Forschungen XII, 2: C. Decurtins. Räto- | Lettura di Dante in Or S. Michele. - G. Lisio, L’incontro 
romanische Chrestomathie. V. Bd. 2. Lfg. — K. Vollmöller, | delle ombre con Dante. — Lettere di Dantisti : Michelangelo 
Statuten der Gesellschaft für Romanische Literatur. Caetani di Sermoneta, al Conte Carlo Troya : XV lettere 

Zs.fürfranz.Sprachen.LiteraturXXI, 6. 8: Bartholoraac, pubbl. a cura di G. L. Passerini. 

H. Paul, Prinzipien der Sprachgeschichte. — 0. Dittrich, - 

M. Nitzsche, Ueber Qualitätsverschlechterung französischer Liter. Centralblatt 6: J. Wychgram, Bourget, (Euvres 
Wörter und Redensarten. — E. Herzog, K. Berghold, Ueber complEtes. — A. L. Müller, Haandbog i den danske Litteratur 

die Entstehung der Nasalvokale. — Ders., W. Klahn, Ent- j udgiven til Brug i Skole og Hjem.-nn-, Schiepek, Der 

Wicklung des lateinischen primären und sekundären mn im Satzbau der Egerländer Mundart. — M. K., Aug. von Platens 
Französischen. — Ders., E. Staaff. Le Suffixe -ime, -inne en i Tagebücher. Hrsg, von Laubmann und Scheffler. — 7: H. C., 
fran^ais. — Koschwitz, A. Zünd-Burguet, La PhonEtique j Elze, Venezianische Skizzen zu Shakespeare. — p.. Neujahrs- 
expErimentale appliquEe ä l’Enseignement des Langues vi- | wünsche des 15. Jahrh. hrsg. von P. Heitz. — Joh. Hübner, 
vantes. — Ders., K. Quiehl, Französische Aussprache und ! Christ-Comoedia. Hrsg, von Brachmann. — Raab, Joh. Jos. 
Sprachfertigkeit. — M. Wilmotte, Aucassin und Nicolete, j Felix von Kurz, genannt Bernardon. — 8: -nn-, Bilfinger, 
mit Paradigmen und Glossar hrsg. von H. Suchier. — W. | Untersuchungen über die Zeitrechnung der alten Germanen. 
Creizenacn, Vodoz, Le ThE&tre Latin de Ravisius Textor. I. Das altnord. Jahr. — Hffm., König, Goethes optische 

— R. Mahrenholtz, M. Gisi, Franz. Schriftsteller in und Studien. — P. F., Lope de Vega, Los Guzmanes de Toral 

von Solothurn. — Ders., H. Cordier, Moliere jugEpar Stendhal. 6 Como ha de usarse del bien y ha de prevenirse el mal.... 

— Ders., G. Rossmann, Der Aberglaube bei MoliEre. — pubbl. dal Ant. Restori. — K. L., Chadwick. Studies in Old 

I)ers., F. Tendering, 3IoliEres Femmes Savantes im Unter- English. — M.-P., Friedmann, Das deutsche Drama im 19. Jahrh. 
rieht der Prima. — Ders., Käthe Schirmacher, Voltaire, — 31. K., Weltricb, Fr. Schiller. —1., Bankwitz, Die religiöse 
eine Biographie. — G. Carel, R. Allier, Voltaire et l’affaire Lyrik der Annette von Droste-Hülshoff. —p., Uhl, Das deutsche 

Calas. — Er. Jung, M. Liepmann, Die Rechtsphilosophie des Lied. — 9: -gk., Torp u. Falk. Dansk-Norskens Lydhistorie. 

Jean Jacques Rousseau. — Ders.. F. Haymann, Jean Jacques —Langmesser, Jakob Sarrasin, der Freund Lavaters, Lenzens, 
RousseausSocialphilosophie. — W. Ricken, E. von Sallwtirk, | Klingers u. A. — Pachaly, Die Variation im Heliand und 
Fünf Kapitel vom Erlernen fremder Sprachen. — C. Th. j in der as. Genesis. — Lieder von Walther von der Vogel- 

Lion, W. Ulrich, Der französische Familienbrief. — E. | weide. Ins Neudeutsche übersetzt von W. Eigenbrodt. 

Leitsmann, Stier, Lehrbuch der franz. Sprache, V: Syntax, i Deutsche Literaturzeitung No. 5: La saga de Gunnlaug 

— H. J. Heller, Ed. Rostand, Cyrano de Bergerac. comEdie 1 Langue de Serpent, traduite par Felix Wagner; von 3togk. 
hEroi’que, übers, v. L. Fulda. — Ders., 31. Donnay, L’Affranchie. — Ulrich, Charles des Villers, sein Leben und seine Schriften, 

— Ders., 31. Leblanc, Voici des ailes. — Ders., Ed. Rod. von Steig. — Heinr. Molenaar, Robert Burns’ Beziehungen 

Le MEnage du pasteur NaudiE. — Ders., M. MontEgut, Rue zur Literatur, von Aronstein. — Dahn, Die Könige der 

des 3Iartyr8. — Ders., J.-H. Rosny, Les Arnes perdues. — Germanen, Bd. VIII: Die Franken unter den Karolingern. 
Ders., P. Loti, Reflets sur la sombre route. — Ders., A. 8. Abt., von Hahn. — No. 6: Die Jakobsbrüder von Kunz 
France, L’Anneau d’amEthyste. — Ders., J.-H. Rosny, Kirstener, hrsg. von K. Euling, von Jantzen. — Franzos, 
LTmpErieuse BontE. — Miszellen: E. Stengel, 4 Briefe von | Heine’s Geburtstag (1797!). von Werner. — Hesseling, 
Friedrich Diez an Albert Hoefer. — L. Holzapfel, Zur het Afrikaansch, von Heinsius. — La bone Florence of Rome, 
Biographie von Friedrich Diez. — R. M. Meyer, Edmond j hrsg. von Vietor. I. Abdruck der Hs. II. Untersuchung des 
About und Athanasius Kircher. Denkmals von Alb. Knobbe, von Wallensköld. — No. 7: 

Zs. für franz. Sprache und Literatur XXII, 1. 3: W. Borinski, Lessing. 2 Bde., von W. Bolin. — Loseth, 
Goltber, Bemerkungen zur Sage und Dichtung von Tristan observations sur le Polyeucte de Corneille, von Schultz-Gora. 
und Isolde. — W. Mangold, Friedrich der Grosse und — Liebe, Der Soldat in der deutschen Vergangenheit, von 
Moliere. — E. Ritter, Sainte-Eulalie. K. 3Iorgenroth, j A. Schultz. — No. 8: Th. 31urner, An den grossmächtigsten 
Zum Bedeutungswandel im Französischen II. — W. Horn, und durchlauchtigsten Adel deutscher Nation, hrsg. von E. 
Zur Lautlehre der franz. Lehn-und Fremdwörter im Deutschen ( Voss, von Benrath. — Volksschauspiele aus dem Böhmer- 
(Forts.). — Ch. Doutrepont, Notes de dialectologie walde, hrsg. von Ammann, von Wolkan. — Zum hundertsten 
tournaisienne. Geburtstag Jeremias Gottlielfs: 1) Ammann, Zur Erinnerung 

Revue d’Histoire littEraire de la France VII, 1: Eug. Ri gal, j an Jeremias Gotthelf. 2) Stickelberger, Ueber die Sprache 
Comment ont EtE composEs ‘Aymerillot* et le ‘Mariage de j .Jeremias Gotthelfs, von Frey. — Franklin, La vie privEe 
Roland’. — A. Gazi er, Racine et Port-Royal. — Jos. BE di er, I d’autrefois. Ars et mEtiers, modes, moeurs, usages des 
Chateaubriand en AmErique. VEritE et fiction (Forts). — Parisiens du XV« au XVIII« siEcle, von Mahrenholtz. — 
P. Toldo, Un imitateur ou un inspirateur de Rabelais. — ^ Koppel, Verbesserungen zu den Erläuterungen und der 
E. Griselle. Un fragment inEdit de Ledieu sur l’education ' Textlesung des ‘Lear’, von Wetz. — L. Tobler, Kleine 
du Dauphin. — Ein. Roy, ClEment, Henri Estienne et son Schriften zur Volks- und Sprachkunde. hrsg. von Baechtold- 
oeuvre fran^aise. — R. Harra and, Toinet, Notes pour servir Bachmann, von Schatz. 

ä l’histoire litteraire du XVII« siEcle. —P. Brun, Perrens. 1 Neuphil. Centralblatt 14, 2: Geissler, Claude Marcel und 
La littErature frangaise au XIX« siEcle. seine Hudes den langues. 

Rassegna critica della letteratnra italiana IV, 7—9: G. J Neue phil. Rundschau 2: L. Sütterlin, Deschanel, les 
Rosalba, Per e contro Sofronia. — E. Proto, Di un j deformations de la langue franqaise. — H. Knobloch, Jacp, 
episodio della ‘Basvilliana*. — E. PErcopo, C. Dejob, Etudes I Anmerkungen zu H. Saures engl. Gedichtsammlung. — H. 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. No. 4. 


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Rose, Wilke, Anschauungsunterricht im Englischen. — 
Ders., v. Roden, Die Verwendung von Bildern zu iranz. 
und engl. Sprachübungen. — Swaen, Schipper, Festschrift 
zum 8. Neuphilologentage in Wien. — 3: C. Reichel, 
Johannesson, franz. Uebungsbuch. - - H. Rose, Towers-Clark, 
Die vier Jahreszeiten für die franz. und engl. Conversations- 
stunde. — F. Papst, Studier i Modern Spräkvetenskap 
utgifna af Nyfilologiska Sällskapet. Stockholm. — 4: Fass, 
Daniel, Handwörterbuch der deutschen und franz. Sprache. 

— J. Ellenbeck, Reber, Ein Blick auf Frankreichs Schul¬ 
wesen. — H. Jantzen, Vischer, Shakespeare-Vorträge. — 
H. Hofschulte, Charles Dickens, a Christmas Carol in 
Prose. — Stehlich, Pesta, George Crabbe. 

Zs. für di© österreichischen Gymnasien 50, 12: F. Prosch, 
Kleine Beiträge von Ariost und Tasso. 

Zs. fiir lateinlose höhere Schulen 11. 3. 4: C. Humbert, 
Einige auffällige Eigentümlichkeiten der franz. Formenlehre, 
Syntax und des sonstigen Sprachgebrauchs, die in den 
Grammatiken und Wörterbüchern kaum oder garnicht er¬ 
wähnt werden und wohl gar den aufgestellten Regeln wider¬ 
sprechen. 

Das Magazin für Literatur 69. 5: E. Reichel, Zu Gott¬ 
scheds Gedächtnis. — 5. 6: E. Reichel, Polonius. — 7: E. 
Reichel, Polonius. - 8: G. Cantor, Shakespearologie und 
Baconianismus. — R. Steiner, Das deutsche Drama im 
19. Jahrh. 

Das liter. Echo II, 9: R. M. Werner, Ein Pariser Abenteuer 
Hebbels. — A. E. Schönbach, Wilh. Hertz als Uebersetzer. 

— 0. Harnack, Eine moderne Literaturgeschichte. 

Historisches Jahrbuch XX, 4:Grauert, Aus Dantes Seelen¬ 
leben. 

Korrespondenzblatt des Gesamtvereing der deutschen 
Geschichte- und Altertumsvereine No. 2: Henning. Aus 
der Vorgeschichte des Eisass. — H. Bloch, Die geschicht¬ 
liche Einheit des Elsasses. 

Monatsbltttter für Pom morsche Geschichte und Altertums¬ 
kunde 1899, 2: Hugo Schumann, Slavische und germanische 
Burgwälle. — 8: R. B., Der Hofprediger Gregorius Hagius 
und die englischen Komödianten in Loitz. 

Brandenbnrgia VIII, 7: Karl Poetters, Noch Etwas vom 
Böten. 

Mitteilungen des Vereins fiir Geschichte der Stadt Nürn¬ 
berg H. 17: Th. Hampe, Die Entwicklung des Theater¬ 
wesens in Nürnberg von der zweiten Hälfte des 15. .Tahrb. 
bis 1806. Th. II. 

Schweizerisches Archiv für Volkskunde III, 4: A. Rossat. 
Obants patois jurassiens. — E. Hoffmann-Krayer, Luzern er 
Akten zum Hexen- und Zauberwesen. IV. - G. Sütterlin, 
Gebräuche im Birseck II. — B. Reber, Sagen aus dem 
Saasthal im Wallis. — IV, 1: Fr. Heinemann, Die Henker 
und Scharfrichter als Volks- und Viehärzte seit Ausgang 
des Mittelalters. — S. Meier, Volkstümliches aus dem Frei- 
und Kellerarat. — Ant. KHehler, Volkstümliche Notizen. 

— E. Hoffmann-Krayer, Das Berner „Matten-EnglisclP 
(Umfrage). — E. Muret, Autres cloches, autres sons. — 
Miszellen: E. Ritter, Fantömes apparus dans le pays de 
Vaud. — Alf. Millioud, Marques de famille de Lessoc. — 
Bücheranzeigen. — Preissausschreibung. — E. Hoffmann- 
Krayer. Bibliographie. — Mitgliederverzeichnis. 

Correspondenzblatt des Vereins für siebenbürgische 
Landeskunde 23, 1: A. Schullerus, Zur siebenbiirgisch- 
deutschen Rätseldichtung. 

NordiskTidsskrift for Filologi Ser. III, VIII. 1—3, S. 61—4: 
G. Rydberg, Zur Geschichte des franz. a; bespr. von Sand¬ 
feld Jensen. S. 112—16: Kr. Nyrop, Grammaire historiquo 
de la langue fran^aise, bespr. von E. Staaff (vorzügliches 
Werk). 

Aarböger for nord. Oldkyndighed og Historie 1899. 
S. 155—66: St. Eligius von Kr. Nyrop. 

Finsk Tidskrift Dez. 1899, S. 463-65: J. Vising, Rolands¬ 
sängen und J. Mortensen, Medeltidsdramat i Frankrike. bespr. 
von A. Wallensköld. 

Samtiden (neue norwegische Zeitschrift für Literatur und 
soziale Fragen) H. 1. 2 (1900), S. 28—53: H. Schlick, Der 
Untergang der antiken Welt. — S. 54—65: R. Doumic. 
Die literarische Situation in Frankreich (ins Norwegische 
übersetzt). 

Revue pol. et litt. 1900, I, 1: L. Söclte, Alfred de Vigny et 
Marie Dorval (Nachträge zu dem Artikel vom Dezember 1899 . 

— A. Aulard, Voltaire professeur de mensonge (zeigt die 
Harmlosigkeit der in einem Briefe Voltaires an Thteriot zu 


findenden Worte il faut mentir comme un dtable . . hardiment 
et toujours , die ein abbfc Bertrin in einem Buche über 
Chateaubriand als Formulierung einer von Voltaire über¬ 
haupt vertretenen Lehre missbraucht hat). — 2: G. Bertrin. 
Voltaire professeur de mensonge (Antwort auf den Artikel 
der vorigen Nummer, mit Anmerkungen Aulards). — 3: 
L6vy-Briihl, La morale sociale d’Auguste Comte (aus einem 
im Erscheinen begriffenen Buche *la Philosophie d’A. C.’t 
Besprechungen der Politiques et moralistes du XIX« sifccle. 
3« sörie, par E. Faguet und Bossuet par A. Rebelliau. — 4: 
F. Loltee, La politique ä TAcadfcmie. Paul Deschanel (der 

K auf genommene Kammerpräsident). — 6: L. S6ch6, 
niti6s litteraires d’Alfred de Vigny (Delphine et Mar¬ 
celine). — 6. Coquerel, Bossuet ä Rome. — 7: E. Faguet. 
Chateaubriand et Sainte-Beuve (beschäftigt sich mit der 
merkwürdigen, durch den Abbfe Bertrin in La sineärite re- 
ligieuse de Chateaubriand festgestellten Thatsache. dass eine 
von Sainte-Beuve mehrmals als in den Mämoires d’Outre- 
Tombe befindlich angeführte Seite doch in diesen Denkwürdig¬ 
keiten nicht zu entdecken ist. Er nimmt an, sie sei durch 
einen der Sekretäre Cbat.’s zur Kenntnis Sainte-Beuves ge¬ 
kommen. und dieser habe später nicht bemerkt, dass sie im 
Drucke fehlt, wie sie auch in dem erhaltenen Druckmanuskript 
sich nicht findet; an ihrer Echtheit sei nicht zu zweifeln). — 
Le baron d’Avril: La legende de Roland en France; Tenfant, 
l’adolescent, le fiance (aus Aspremont. Girart de Viane und 
der Nouvelle biblioth&que bleue)’ — 8: J. Troubat. Une 
page contestöe des ‘Mfcmoires* de Chateaubriand (giebt nach 
den im Besitze von Herrn Spoelberch de Lovenjoul befind¬ 
lichen Papieren Sainte-Beuves ein photographisches Facsimile 
der Abschrift, welche dieser 1834 von der oben erwähnten, 
wie von andern Stellen aus den ihm damals anvertrauten 
‘MSmoires* genommen und im ganzen viermal in seinen 
Aeusserungen über Ch. verwendet hat. Das dem Abdruck 
in der ‘Presse* 1848 und in der Buchausgabe zu Grunde 
liegende Manuskript der ‘Mfcmoires* weicht in vielen Punkten 
von der erster Niederschrift ab ; so auch an einer andern 
Stelle, die Ch. selbst 1827 im ‘Globe* in wesentlich ver¬ 
schiedenem Wortlaute veröffentlicht hatte). — P. Souday. 
Moltere et .T.-.T. Weiss (aus Anlass der eben aus dem Nach¬ 
lasse des bekannten Kritikers bei Calmann Lfcvy heraus¬ 
gegebenen vier Vorträge über M.). — 9: M. Malpy, M. Paul 
Hervieu. — 10: Souvenirs de Cuvillier-Fleury (Auszüge 
aus dem Buche, das nächstens bei Pion erscheinen wird). — 
L. 86ch6, Les manuscrits des ‘Mömoires d’Outre-tombe* 
(giebt Nachricht davon, wo heute noch Teile des Werkes in 
eigener Niederschrift des Verfassers oder der seiner Sekretäre 
sich finden, und über der Stellen, wo Bruchstücke noch bei 
Oh.’s Lebzeiten veröffentlicht werden, und zeigt an einer 
längern Probe, wie die Verf. den ursprünglichen Text fiir 
den Druck gekürzt oder sonst geändert hat). 

Revue des conrs et Conferences VIII, 15: F. Brünettere, 
Le roman frangais avant le XIX« siöcle. — H. Hauser. 
La presse en France avant le journal. I: Comment se pro- 
pageaient les nouvelles. — G. Larroumet, Le thfcätre de 
Moliere. “L’öcole des femmes“. — 16: Em. Faguet. Jean- 
Baptiste Rousseau. Son imagination. — V. Giraud, Les 
principaux courants de la litterature fran^aise au XIX« stecle. 
— 17: G. Larroumet, Cröbillon. E/ectre, Rhadamiste et 
Zhiobic. — H. Hauser, La presse en France avant le journal. 
II. La presse et l’opinion. — 18: F. Brünettere, Le Roman 
personal. — E. Faguet, J.-B. Rousseau; sa sensibilite; son 
esprit. — A. Beljame, John Lyly et l’Euphuisme. La 
jeunesse et les döbuts litteraires de .Föhn Lyly 
Revue critique 7: G. Dalmeyda, Möbius, Ueber das Patho¬ 
logische bei Goethe. — 8: L. Pineau, Kahle, Ein Sommer 
auf Island. — 9: A. Thomas, Berger, Die Lehnwörter in 
der franz. Sprache ältester Zeit. — H. Hauvette, Zingarelli, 
La personalitä storica di Folchetto di Marsiglia; Gorra, il 
soggettivismo di Dante; Tocco, Dante e l’Eresia; Moore, 
Studies in Dante: Del Lungo, DaBonifazio VIII ad Arrigo VII. 
Revue des deux Mondes 1. Okt.: A. Jeanroy, La po£sie 
provencale au moyen age. IT: La po£sie chez les troubadours. 
— 1. Nov.: P. Gautier, Madame de Stael et la Röpublique 
en 1798. — 15. Nov.: T. de Wyzewa, L’oeuvre de Goethe 
et la critique allemande. — 1. Dez.: F. Brünettere, La 
litterature europSenne au 19® stecle. 

La Revue de Paris 15. Febr.: L. Itevy-Bruhl, Flaubert 
philosophe. 

La Revue hebdoraadaire 24. Febr.: Vic. De Lovenjoul, 
Un roman inacheve de Sainte-Beuve. 


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1900. Literatorblatt für germanische und romanische Philologie. No. 4. 


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1/Amateur d’autographes 15. Okt. 15. Nov. 15. Dez.: E. de 
Refuge, Correspondance inödite de J.-F. Ducis. 

Revue des Universitas fran^aises et etrangeres Okt.-Dez. 
1899: .T. Vianey, Les poösies antiques de Ch6nier et l'öpopee 
contemporaine. — Ch. Joret, M m « de Stael et la cour 
litteraire de Weimar. 

Bulletin du Musde Beige IV, 1: Lepitre, Koschwitz, les 
parlers parisiens. 

La Biblioteca delle scuole italiane IX, 2: F. Foffano, 
Una giostra d’amore nel Cinquecento. — G. Brognoligo, 
Goldoniana. — P. Rasi, Di una particolaritä ortografica 
nei codici vaticani latini 3195 e 3196 delle Rime del Petrarca. 

— 3: V. Rossi, Un sonetto e la famiglia del ßurchiello. — 
L. A. Micbelangeli, Per l 1 interpretazione di due passi 
della ’Divina Commedia’. — F. Novati. La morte di Sigeri. 

— M. Morici, Un amico di Coluccio Salutati. — G. Brog¬ 
noligo, V. Cian, I contatti letterari italo-provenzali e la 
prima rivoluzione poetica della letteratura italiana. 

Nuova Antologia Fase. 676: P. Villari, Dante Alighieri a 
Messina. — A. Venturi, Dante e Giotto. 


Neu erschienene Bücher. 

Festschrift zu dem 50jährigen Jubiläum des Friedrichs- 
Realgymnasiums zu Berlin. Veröffentlicht vom Lehrer- 
Kollegium des Friedrichs-Realgymnasiums. Berlin, Gärtner. 
Gr. 8°. M. 7. [Inhalt: W. Haag, Ausonius und seine 
Mosella. Mit 1 Karte. - H. Oschinsky, Der Ritter unter¬ 
wegs und die Pflege der Gastfreundschaft im alten Frank¬ 
reich. — L. Freytag, Das Pferd im germanischen Volks¬ 
glauben. — R. Eule, Germanische und fremde Personen¬ 
namen als heutige (deutsche) Familiennamen. Nach dem 
Berliner Adressbuch.) 

Hagen, P., lieber den Gral. Strassburg, Trübner. 8°. 

Leber mann, N., Beiisar in der Literatur der romanischen 
und germanischen Nationen. Heidelb. Diss. 118 S. 8". 


Bar an, A„ Ein melodramatisches Gedicht aus der Zeit des 
Jesuiten-Gymnasiums auf Maria Theresias sieghaftes Gott¬ 
vertrauen. Progr. Gymn. Krems. 

Bever, 0.. Deutsche Poetik. Theoretisch-praktisches Hand¬ 
buch der deutschen Dichtkunst. 3. Aufl. 3 Bde. Berlin, 
Behr. 765, 576, 276 S. M. 10. 

Bilfinger, G., Untersuchungen über die Zeitrechnung der 
alten Germanen. I. Das altnordische Jahr. Stuttgart, Kohl¬ 
hammer. 100 S. 4°. M. 2.50. 

-> Braune, Wilh., Die Handschriftenverhältnisse des Nibelungen¬ 
liedes. Halle, Niemeyer. 222 8. 8°. 

Burckas, Die Ohrdrufer Familiennamen nach Herkunft und 
Bedeutung. Th. IV. Progr. Ohrdruf. 16 S. 4°. 

Chantepie de la Saussaye, P. D., Geschiedenis van den 
godsdienst der Germanen vöör hun overgang tot het christen- 
dom. Haarlem, de Erven F. Bohn. 8". 2 fl. 25 c. 

Denkmäler der älteren deutschen Literatur, für den literatur- 
eschichtl. Unterricht an höheren Lehranstalten im Sinne 
er amtl. Bestimmungen hrsg. v. G. Bötticher u. K. Kinzel. 
I, 3. u. II, 3. Halle, Waisenhaus. 8°. M. 2. (I, 3: Das 

Nibelungenlied im Auszuge nach dem Urtext mit den ent¬ 
sprechenden Abschnitten der Wülsungensage. erläutert und 
mit den nöth. Hilfsmitteln versehen v. G. Bötticher und K. 
Kinzel. 4. Aufl. X, 179 S. M. 1.20. — II, 3: Messiaden. 
die ältesten deutschen. Heliand nebst einem Anhang über 
Otfrieds Evangelienbuch, ausgewülilt, übers, und erläutert 
v. J. Seiler. VII, 83 S. M. —.80.) 

Drescher, K., Untersuchung über den Verfasser der ersten 
deutschen Decamerone-Uebersetzung. Strassburg. Trübner. 8°. 

Duvau, L., Formation de la mythologie scandinave. Sophns 
Bugge, studier over de nordiske gude og heltesagns oprin- 
delse, Anden Raekke : Helge-Digtene i den ieldre Edda, deres 
Hjem og Forbindelser (Etudes sur la formation de la my- 
thologie norroise. 2« Serie : le Cycle de Helgi dans l an- 
cienne Edda, sa provenanee et les sources). ('openbague. 
G. E. A. Gad 1896. Par L. Duvau. In-4°, 15 pages. Paris, 
Imprim. nationale. [Extrait du Journal des savants.) 

Eckart, R., Stand und Beruf im Volksmund. Eine Sammlung 
von Sprichwörtern und spriehwörtl. Redensarten. Güttingen, 
Franz Wunder. 12°. 249 S. M. 2. 

Falk, H.. og A. Torp, Dansk-norskens syntax i historisk frem- 
stilling. 5. heft. Christiania, H. Aschehoug & Co. 8°. 75 ö. 

Florer, W. W., Substantivflexion bei Martinus Luther. (Bibel- 


i ausgabe 1545.) Diss. Cornell Univ. The Inland Press: Ann 
I Arbar, 1899. 

Fürst, Rud., August Gottlieb Meissner. Eine Darstellung 
seines Lebens und seiner Schriften mit Quellenuntersuchungen. 

2. Aufl. Berlin. Behr. XVI, 356 S. M. 3. 

Geschichte, die, vom Hühnerthorir. Eine altisländ. Sage, 

übers, v. A. Heusler. Berlin, Wiegandt & Grieben. 8°. 92 S. 
M. 2. 

Gliese, Wilh.. Kurze Einführung in das Studium des Gotischen. 

Heidelberg, C. Winter. IV. 103 S. 8°. M. 2. 

Graf, M., Die Wundersucht und die deutsche Literatur des 
18. Jahrh. Eine literar- und kulturgeschichtl. Skizze. 40 S. 
8 °. Progr. Theresien-Gymnasiura München. 

Hartmann, F., Betrachtungen über die Mystik in Goethes 
„Faust 4 . Leipzig, Wilh. Friedrich. 8°. IV, 152 S. M. 3. 
Hildebrand, R.. Ueber Walther von der Vogelweide. Eine 
Jugendarbeit (aus dem Jahre 1848). Hrsg. v. G. Berlitt. 
[Aus „Zeitschr. für den deutschen Unterricht 4 .] • Leipzig, 

( Teubner. gr. 8°. 39 S. M. —.60. 

I Jahresberichte für neuere deutsche Literaturgeschichte. 
Mit besonderer Unterstützung v. E. Schmidt hrsg. v. J. Elias, 
M. Osborn, W. Fabian, C. Alt. 8. Bd. (Jahr 1897.) 1. Abt. 
Lex.-8°. Berlin, B. Behr’s Verlag. 137 S. M. 6.40. 
Kekule von Stradonitz, St., Goethe als Genealog. Vortrag, 
gehalten in Goethes Jubeljahr zum 30 jährigen Stiftungsfest 
des Vereins „Herold 4 am 3. November 1899. Berlin, J. A. 
Stargardt. 8°. 18 S. mit 2 Fase. (Stammtafeln des Hauses 

der Medici und des Oagliostro). M. 1. 

Kock, A., Die alt- und neuschwedische Akzentuierung. Strass¬ 
burg, Trübner. 

Kühl mann, Bernh., Eresburg und Irminsul. Progr. Pader¬ 
born. 52 S. 8°. 

Leviticus, F., Laut- und Flexionslehre der Sprache der St. 
Servatiuslegende Heinrichs von Veldeke, nach dem Leidener 
Ms. mit Heranziehung der übrigen handschriftlichen Frag¬ 
mente. Leipzig. 0. Harrassowitz. gr. 8°. VII, 134 S. mit 
3 Tab. M. 5. 

Lessing’s, G. E., Sämtliche Schriften. Hrsg. v. K. Lachmann. 

3. Aufl., bes. durch F. Munckcr. 15. Bd. Leipzig, G. J. 
Göschen’sche Verlagsh. gr. 8”. X. 522 S. M. 4.50. 

Mu ncker, Franz. Friedrich Gottlieb Klopstock. Geschichte 
seines Lebens und seiner Schriften. 2. Aufl. Berlin, Behr. 
IX, 566 S. M. 7. 

Richter, K.. Einige Züge altgermanischen und mittelalter¬ 
lichen Lebens, dargestellt nach der Küdründichtung. Progr. 
Prag 1899. 34 S. 8°. 

Roethe. G., Jakob Grimms Vorlesungen über deutsche Literatur¬ 
geschichte. Aus den Nachrichten der K. Gesellschaft der 
Wissenschaften zu Göttingen. 1899. No. 4. 

Schofield, W. H., The Home of the Eddie Poems with 
especial reference to the Helgi - Lays by Sophus Bugge. 
Revised Edition with a new Introduction concerning Old 
Norse Mythology by the Author. Translated from the 
Norwegian. London, Dav. Nutt. 8°. 

Schumann, C., Volks- und Kinderreime aus Lübeck und Um¬ 
gegend. Beiträge zur Volkskunde. Lübeck, Gebr. Horchers. 
8 °. XVI, 205 S. M. 1.50. 

Siebs, Th., Grundzüge der Bühnenaussprache. Nach den Er¬ 
gebnissen der Beratungen zur ausgleichenden Regelung der 
Bühnenaussprache, die unter Mitwirkung der Herren Graf 
v. Hochberg, Frhr. v. Ledebur, Tempeltey, Sievers, Luick, 
Siebs im April 1898 zu Berlin stattgefunden haben. Kleine 
Ausgabe, auf Veranlassung des deutschen Bühnenvereins als 
Auszug bearb. Köln, Ahn. gr. 8°. 64 S. M. 1.50. 
Söderhjelm, W., Anteckningar om och ur handskrifterna 
tili Runebergs lyriska Dikter. Särtryck ur Svenska Lit. 
sällsk. Förhandlingar och IJppsatser. Helsingfors. 67 S. 8°. 
Stolle, Franz, Wo schlug Cäsar den Ariovist? Progr. 
Schlettstadt. 42 S. 4°. 

Tardel, F., Die Sage von Robert dem Teufel in neueren 
deutschen Dichtungen und in Meyerbeers Oper. Berlin, 
A. Duncker M. 2. 

Wad stein, E., Kleinere as. Sprachdenkmäler mit Anmerkungen 
und Glossar. Norden. Soltau. 8°. M. 7.20. 

Wagner, Felix, La Saga de Gunnlaug Langue de Serpent. 
Trad. de TAncien Islandais avec une Introduction. Gand. 
A. Siffer. 

Al den. Ravm. Macdon., The Rise of Formal Satire in England 
under classical influence. Publications of the University of 

11 


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155 


1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. No. 4. 


156 


Pennsylvania. Series in Philology, Literature and Archaeology. 
VII, 2. Boston, Ginn & Co. VII, 264 S. 8°. 

Christian, C., Pie Quellen des allgemeinen Teils von Andrew 
of Wyntowns orygynale Cronykil o! Scotland und das Ver¬ 
hältnis des Chronisten zu seinen Vorlagen. Piss. Halle 1900. 
67 S. 8°. 

Pickinson, W., A Glossary o! the Words and Phrases 
Pertaining to the Pialect of Cumberland. Rearranged by 

E. W. Prevost. Cr. 8vo. London, Bemrose. 13/. 

Franz, W.,Shakespeare-Grammatik. 2.Hälfte. Halle,Niemeyer. 

XII. S. 273—427. 8°. 

Holthausen, F., Pie altenglischen Waldere-Bruckstücke. 
Neu hrsg. von F. H. Mit 4 Autotypien. Göteborgs Högskolas 
Arsskrift 1899. V. Göteborg, Wettergren & Kerber. 17 S. 
8°. 

Just, H., A short sketch of the life of Charles Bickens. Progr. 
Prag 1899. 15 S. 8°. 

Keller, W.. Pie literarischen Bestrebungen von Worcester in 
angelsächs. Zeit. Strassburg, Triibner. 8°. M. 2.50. 
Kirsten, R., Studie über das Verhältnis von Cowley und 
Milton. Leipziger Piss. VIII. 125 S. 8°. 

Milton, John, Poetical Works. Ed. by II. C. Beeching. With 
two Collotypes and nine facsimile title-pages. 8°. Oxford 
University Press. 7 s. 6 d. 

Morte Parthur, Le. Sir Thomas Malory’s Book of King Arthur 
and of his Noble Knights of the Round Table. 2 vols. 
(Library of English Classics.) London, Macmillan. 8vo. 7/ 
Muret, E. und Sanders, Pan., Encyklopädisches englisch¬ 
deutsches und deutsch-englisches Wörterbuch. Hand- und 
Schulausgabe (Auszug aus der grossen Ausgabe). 2. Teil: 
Deutsch-Englisch v. H. Baumann. Lex. 8°. XXIV. 888 S. 
Berlin, Langenscheidt. M. 6. 

Siege of Troye, The, Ed. from MS. Harl 525. With In- 
troduction, Notes and Glossaries by C. H. A. Wäger. London. 
Macmillan. 5/. 12°. CXV. 126 S. 

Spenser, Edm., The Faerie Queene. Book 6. Edited from 
the Original Editions of 1590 and 1596. With Introduction 
and Glossary by Kate M. Warren. Cr. 8vo, pp. xxxii—223. 
London, Constable. 1/6. 

Wadstein, E., The Clermont Runic Casket. With 5 Plates. 
Upsala, Akad. Bokhandeln (C. J. Lundström). Leipzig, 
Harrassowitz 1900. [Skrifter utgifna af K. humanistiska 
vetenskaps - samfundet i Upsala, VI, 7]. 

Atkinson, C. T., Michel de lTIospital: Being the Lothian 
Prize Essay, 1899. Cr. 8vo. London, Longmans. 4/. 
Baird, H. M., Theodore Beza, the Counsellor of the French 
Reformation. 1519—1605. (Heroes of the Reformation.) Cr. 
8vo, pp. 398. London, Putnam’s Sons. 6/. 

Bernard. Fästo de Nouvö. Uno messo de miäjo-niue au 
casteu de Saumano, pastouralo en tres ate, amfc lis er di 
nouvö; par M. l’abbä Bernard, chanoine honoraire, supörieur 
du petit sfcminaire de Notre -Pame- de -Sainte- Garde. Nou- 
velle ödition. In-16°, 123 p. Carpentras. impr. et librairie 
Seguin. Saint-Pizier (Vaucluse), au petit söminaire de Sainte- 
Garde. fr. 1.50. 

Bonaventura, A., La poesia neolatina in Italia dal sec. 

XVI al presente. Cittä di Castello, S. Lapi. 16°. 4 1. 
Boutifc, P. L. Fänelon; par P.-Louis Bouti£, de la Compagnie 
de J6sus. Paris, Retaux. In-8°, vii-335 p. et 1 portrait 
Brondex, A. et Mory. B., Chan Heurlin, ou les Fiangailles 
de Fanchon, poäme en patois messin, en sept chants; par 
A. Brondex et P. Mory (de Metz). Nouvelle ödition, con- 
forme ä la premiäre, accompagn£e d’une introduction et 
d’une traduction frangaise litterale. Illustrations de M. 
Victor Masson (de Metz). In*8°, 114 p. Nancy, imp. Cr6pin- 
Leblond; lib. Sidot. 

Brune 11 i, V., Illustrazione storica a Pante div. com. par. 

XIX. 140—142. Progr. Zara 1899. 22 S. 8°. 
Catalogue gönöral des manuscrits frangais; par Henri Omont, 
conservateur du d£partement des manuscrits ä la Biblioth&que 
nationale. Nouvelles acquisitions frangaises. II. No. 3061- 
6500. In -8°, xv-465 p. Angers, impr. Burdin. Paris, lib. 
Leroux. 

Cavet, E., Pourtraict racourcy du bienheureux Frangois de 
Sales, evesque de Geneve, tire par Estienne Cavet, chanoine. 
en 1632. Nouvellement r£iraprim6 par les soins de L6on 
Galle. Moütiers, Pucloz. 16°. XXXIX. 182 S. 
Chadeyras, F., Superstitions et Legendes d’Auvergne; par 

F. Chadeyras. In-18, 45 p. Draguignan, imprim. Olivier- 
Joulian. 50 cent. 


Champion, E., Introduction aux essais de Montaigne. Paris 
Colin et Cie. XII. 316 S. 16°. 

Chateaubriand, Memoires d’outre-tombe. Nouvelle Edition 
avec une introduction, des notes et des appendices par Edm. 
Birö. Paris. Garnier. T. I. 18°. LV. 484 S. 

— , Mämoires d’outre-tombe. Edition abregee avec ötude et 
notes par L. A. Molien. Lyon, Vitte. 8°. 434 S. 

Ci an, Vittorio. I contatti letterari italo-provenzali e la prima 
rivoluzione poetica della letteratura italiana. Messina, tipogr. 
d'Amico. 1900. 

Cyrano de Bergerac. (Euvres comiques, galantes et lit* 
t£raires de Cyrano de Bergerac. Nouvelle Edition, revue et 
publiee avec des notes par P. L. Jacob, bibliophile. 2« edition. 
In-18 jfcsus, viii-475 pages. Paris, libr. Garnier fräres. 

Pante Alighieri. LaPivinaCommedia. Nuovamenteriveduta 
nel testo dal Pr. E. Moore, con indice dei nomi propri 
compilato da Paget Toynbee. 8°. VI. 558 S. 6 s. Oxford 
University Press. 

Pallapiccola, P., II concetto pessimista delV umana vita uei 
canti di Giacomo Leopardi. Progr. Rovereto 1899. 22 S. 8°. 

Barmesteter, A., Cours de grammaire historique de la langue 
frangaise. Premiere partie : Phonätique. Publiee par les 
soins de M. Leopold Sudre. 4« ödition, revue et corrigfe. 
In-18 jfcsus, xi-204 p. Paris, libr. Belagrave. 

Pe Gourmont, R., L’Esthfctique de la langue frangaise (La 
Deformation; La Möthaphore; Le Gliche; Le vers libre; Le 
Vers populaire). Paris, Mercure de France. 12°. fr. 3.50. 

Pelaporte, P. V., Etudes et Oauseries littäraires, par P. V. 
Pelaporte. S. J. I r « sörie : Victor Hugo; Leconte de Lisle; 
Alphonse Daudet. In-8°, 237 p. et portraits. Lille, libr. 
Desciee, de Brouwer et Cie. 

— — , Etudes et Causeries litteraircs; par P. V. Pelaporte; 
S. J. 2« s6rie : Louis Veuillot; Gresset; G. Nadaud; Poetes 
de 89. In-8°, 237 p. et portraits. Lille, lib. Descläe, de 
Brouwer et Cie. 

Delmont. Bossuet et la derniere lettre de Löon XIII au 
clergö de France. Petit in-8', 39 p. Meaux, imprim. et libr. 
Le Blondei. [Extrait de la Semaine religieuse du dioeäse 
de Meaux]. 

Pensusianu, Ovid, Scoala Latinista in Limba si Literatura 
Rominä, Originea, Tendintele §i Influenza ei. "Lec^iune de 
deschidere £inutä la facultatea de litere din Buciiresti in 
ziua de 10 Noemvre 1899. Extras din ‘Nona RevistÄ Rominä*. 
Bucuresci, Carol Göbl. 34 S. 8°. fr. 1. 

Dornis, J., La Poösie italienne contemporaine. 4® ödition. 
revue et augment6e. ln-16, 344 p. Paris, lib. Ollendorff. 

Echeverria i Reyes, Anibal, Voces usadas en Chile. Sant¬ 
iago, imprenta Elzeviriana. XXII, 246 S. 8°. 

Faguet, Em., Histoire de la littörature frangaise illustr£e 
d’apräs les manuscrits et les estampes conservös ä la Biblioth&que 
nationale. I. Pepuis les origines jusqu’ä la fin du XVI« siede. 
II. Pepuis le XVI« si£cle jusqu’ä nos jours. Peux volumes 
in-8 ecu, se vendant säparöment. 481 4 475 S. Jeder Bd. 
6 fr. 

Fährmann, E., Jean Jacques Rousseaus Naturanschauung. 
Progr. Plauen i. V. 60 S. 4°. 

Franklin. A., La Vie privöe d’autrefois. Arts et Mfctiers. 
Modes, Moeurs, Usages des Parisiens du XII« au XVIII« siäcle. 
d’apres des documents originaux ou inädits; par Alfred 
Franklin. (La Vie de Paris sous Louis XV devant les 
tribunaux.) In-18 jösus, viii-375 p. avec grav. Paris, impr. 
et lib. Pion, Nourrit et Cie. fr. 3.50. 

— — , La Vie privöe d’autrefois. Arts et Mötiers, Modes, 
Moeurs, Usages des Parisiens du XII« au XVIII« steelc. 
d’apres des documents originaux ou in^dits; par Alfred 
Fjanklin. (Les Animaux.) T. 2. (Du XV« au XIX« siäcle), 
xix-307 p. avec grav. Paris, imprim. et libr Pion, Nourrit 
et Cie. fr. 3.50. 

Gardner, Edm. G., Pante’s Ten Heavens: A Study of the 
‘Paradiso*. New ed. 8vo, pp. 366. London, Constable. 12/. 

Giraud, V., Pascal : l’homme, l’opuvre, l’iniluence. Notes d’un 
cours professö ä l’Universitö de Fribourg (Suisse), durant le 
semestre d’ötö 1898. 2« ödition, revue et corrigäe. In-16, 
x-252 p. Paris, libr. Fontemoing. 

Godefroy. Fr., Lexique de Tancien fraugais publ. par les 
soins de M. M. J. Bonnard et Am. Salmon. Paris, Weiter 
Fase. 3: emproposer — forseneux. S. 161—240. 

Jovellanos. La Satire de Jovellanos contre la mauvaise 
öducation de la noblesse (1787). Publiöe et annot^e par 
Alfred Morel-Fatio, directeur-adjoint ä l’Ecole pratique des 
hautes etudes. In-8°, 48 p. Bordeaux, imp. Gounouilhou; 


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157 


1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. No. 4. 


158 


libr. Feret et fils. Lyon, Georg. Marseille, Ruat. Mont¬ 
pellier. Coulet. Toulouse, Privat. Paris, Fonteraoing. [Bi- 
bliothfcque des universitfcs du Midi (fascicule 3).] 
Klassiker-Bibliothek, französisch-englische. Hrsg. v. J. 
Bauer u. Th. Link. 29. u. 30. Bdchn. 8°. München, J. 
Lindauer’sche Buchh. M. 1.50. [29: Dannheisser, E., Le 
drame franqais moderne. Seines des* ceuvres de Augier, 
Dumas fils, Pailleron, Sardou. Im Auszuge und zum Schul¬ 
gebrauche hrsg. Mit einem Wörterverzeichnis. V, 96 S. 
M. —.80. — Perrault, Ch., Les contes de ma mere Foie. 
Zum Schulgebrauch hrsg. v. L. Appel. Mit Wörterverzeichnis. 
VII, 72 S. M. 70.] 

Lamartine. (Euvres d’A. de Lamartine. Raphael; Pages de 
la Vingtifcme annfce; par A. de Lamartine. In-16-223 pages. 
Paris, impr. Capiomont et Cie; libr. Hachette et Cie. fr. 1.25. 

e Sdition publi6e par la Socifcte propriötaire des oeuvres de 
amartine.] 

— . Le Manuscrit de ma märe, avec commentaires, prologue 
et äpilogue; par A. de Lamartine. In-16, xi-322 pages. 
Coulommiers, imp. Brodard. Paris, lib. Hachette et Cie. 
fr. 3.50. j(Euvres de Lamartine.] 

Latreille, C., La Fin du thäätre romantique et Frangois 
Ponsard rl’apräs des documents inädits. Paris, Hachette. 
Un volumne in-16, ornä d’un portrait, broebd fr. 3.50. 

-, De Petro Boessatio (1603—1662) ac de conditione lit- 

teratorura virorum in Delphinatu eadem uetafce (these). ln- 
8°, 88 p. Vienne, impr im. Ogeret et Martin. 

Michaelis de Vasconcellos, Carolina, Zum Cancionero von 
Modena. Erlangen, Junge. 22 S. 8°. (S.-A. aus Roman. 
Forsch. XI, 1.) 

Ogden, Phil., A comparative study of the Poem Guillaume 
d’Angleterre, with a dialectic treatment of the manuscripts. 
Diss. Johns Hopkins University Baltimore. 31 S. 8°. 
Olivier, J. J., Voltaire et les comädiens interprätes de son 
thäätre. Etüde sur Fart thäätral et les comfcdiens au 
XVIII« siede, d’apres les journaux, les correspondances, les 
mämoires, les gravures de l’äpoque et des documents inä- 
dits; par Jean- Jacques Olivier. Avec 3 gravures coloriäes, 
d’apräs les originaux de Janinet, hors texte. In-8°, xxxv- 
441 p. Poitiers, Sociätä fran<;aise d’impr. et de libr. fr. 10. 
Pallioppi, E., Wörterbuch der roman. Mundarten des Ober¬ 
und Unterengadin, des Münsterthals, von Bergün und Filisur 
mit bes. Berücksichtigung der oberengad. Mundart. Deutsch- 
Romanisch. 2. Lfg. Erhabenheit—Kommen. S. 241—480. 
Palmieri, D., Comraento alla Divina Commedia di Dante 
Alighieri. 3 vols. Prato, Giachetti, Figlio & Co. 8°. I. 15. 
Rauschmaier, Aut., Französisches Vokabularium auf etymo¬ 
logischer Grundlage. 2. durchges. und vermehrte Auflage. 
München, Oldenburg 1900. 110 S. M. 1.60. 

Richard, F., Poäsies en patois limousin et en fran^ais; par 
F. Richard. Avec une traduction littärale par P. Du- 


courtieux. 3« Edition, revue et augmentäe. In-16, xxi-303 p. 
Limoges, imp. et lib. V® Ducourtieux. 

Söderbjelm, W., Calderon. Helsingfors. 12 S. 8°. 1900. 

(Finnisch geschrieben.) Aus ‘Valvoja*, Januar 1900. 

Stein, Leop., Untersuchungen über die proverbios morales v. 
San tob de Carrrion, mit besond. Hinweis auf die Quellen u. 
Parallelen. Berlin, Mayer & Müller, gr. 8°. 109 S. M. 3. 
Suchier, Herrn, u. Birch-Hirschfeld, Ad., Geschichte der 
franz. Literatur von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. 
Mit etwa 150 Abb. im Text, 23 Taf. in Farbendr., Kupfer¬ 
ätzung u. Holzschn. u. 12 Fksm.-Beilagen, (ln 14 Lfgn.) 
2.-6. Lfg. gr. 8°. Leipzig, Bibliogr. Institut, ä M. 1. 
Suchier, W., lieber das altfranz. Gedicht von der Zerstörung 
Jerusalems (La venjance nostre Seigneur). Diss. Halle 1899. 
38 S. 8°. 

Texier, Herbert, Virgilo Limouzi. Poäme inädit de 1748 en 
vers limousins burlesques, suivi d’une traduction. Paris, 
Bouillon. XXXVm. 338 S. 8°. 

Tscbernjaew, P., Terentiana. Ueber die Redeweise des 
Demea in der Terenzian. Komoedie ‘Adelphoe’. Eine Studie 
aus dem Gebiete des sogenannten Vulgärlateins. Leipzig, 
G. Fock. gr. 8°. 17 S. M. 1.50. 

Vising, Joh., Franska Spräket i England. I. Göteborg. 

33 S. 8°. Einladungsschrift der Universität Göteborg. 
Weigand , G., Die rumänischen Dialekte der kleinen Walachei, 
Serbiens und Bulgariens. [Aus ‘Jahresber. d. Inst. f. rumän. 
Sprache’.] Leipzig, Barth, gr. 8°. III, 92 S. M. 2. 


Literarische Mitteilungen, Personal¬ 
nachrichten etc. 

Oberlehrer Dr. Willy Scheel in Steglitz ist mit einer 
rösseren Arbeit über Johann von Schwarzenberg, den „deutschen 
icero“, beschäftigt und würde für Nachweisung etwa noch 
vorhandener Handschriften ausserhalb der Schwarzenbergischen 
Archive dankbar sein. 

A. T. W. Borsdorf, Professor der roman, Philologie an 
derWales-University, beabsichtigt das Gedicht Gui deCambrai’s, 
welches mit den Worten beginnt: Oies de haute estore Fuevre, 
und in einigen Hss. den Titel trägt: C’est de le mort nostre 
signeur, in anderen Dou regret de le crois, herauszugeben. 

Dr. E. G. W. Braunholtz wurde zum Reader in Romance, 
Dr. Breul zum Reader in Germanic an der Universität Cam¬ 
bridge ernannt. 

Prof. Dr. Gr. Sarrazin in Kiel wurde als Nachfolger 
Eugen Kölbings nach Breslau berufen. 

Privatdozent Dr. Keller an der Universität Jena wurde 
zum ao. Professor der englischen Philologie daselbst ernannt. 

Dr. Joseph (Germ. Phil.) an der Universität Strassburg 
wurde zum ao. Professor in Marburg ernannt. 


NOTIZ. 

Den germanistischen Teil redigiert Otto Uelia^liel iGiessen, Hofmannstrasse 8), den romanistischen und englischen Teil Fritz Nenmann 
(Heidelberg, Haaptstrasse 73), und man bittet, die Beiträge fRecensionen, kurze Notizen. Personalnachrichten etc.) dem entsprechend gefälligst zu adressiren. 
Die Redaktion richtet an die Herren Verleger wie Verfasser die Bitte, dafür Sorge tragen zu wollen, dass alle neuen Werke germanistischen und romanistischen 
Inhalte ihr gleich nach Erscheinen entweder direct oder durch Vermittelung von 0. R. Reisland in Leipzig zugesandt werden. Nur in diesem 
Falle wird die Redaction stets im 8tande sein, über neue P u b 1 i c a t i o ne n eine Besprechung oder kürzere Bemerkung 
in der Bibliographie) zu bringen. An O. R. Reisland sind auoh die Anfragen über Honorar und Sonderabzuge zu richten. 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 4. 


SS —- -•=» 

j Preis für dreigespaltene I 
Petitzelle 25 Pfennige. 

« - -- —= » 


Literarische Anzeigen. 


K ■ - 

Beilagegebuhren nach I 

Umfang H. 12, 15 u. 18. < 


S. Calvary & Co., Buchhandlung und Antiquariat 

Berlin NW. 7,^?Neue Wilhelmstrasse 1 

offerieren: 

Kirchhof, H. W., Wendunmuth. Hrsg. v. H. Österley. 5 Bde. Tübingen, 
Lit. Verein. 1869. 50.— 

Grosse Schw&nksammlung aus dem Ende des 16. Jahrh. 

Lucas, N. J., Englisch-deutsches und deutsch-englisches Wörterbuch. 2. Bde. 

Lex.-8°. Bremen 1854—68. Hfzbde. 45.— 

Lye, E., Dictionarium Saxonico et Gothico-Latinum. Acced. fragmenta Ul- 
phianae, necnon opuscula quaedam Anglo-Saxonica. Ed. 0. Manning. 2 tom. 
Fol. Londini 1772. Hfz. 38.— 

Meyer’8 Conversationslexicon. 5. Auflage. 17 Bde. Leipzig 1893—98. Eleg. 

Hfz. (M. 170.-.) Wie neu! 100.- 

Molbech, C., Dansk ordbog. 2. udg. 4°. Kjöbenhavn 1859. Hldr. Ver¬ 
griffen und gesucht. 22.— 

Mundarten, die deutschen. Zeitschrift für Dichtung, Forschung und Kritik. 
Hrsg. v. G. K. Frommann. 7 Bde. in 6. (Alles was erschien.) Nürnberg, 
Nördlingen und Halle 1844—77. Hlwd. 72.— 

Nordiske Oldskrifter, udgivne af det nordiske Literatur - Samfund. 33 Bde. 
cplt. Kjöbenhavn 1847—85. 60.— 

Enthält zahlreiche Abhandlungen zur Kultur- und Literaturgeschichte, Märchen, Sagen 
etc. etc. 

Pitre, G., Ouriosita popolari tradizionali. Vol. I—XI. Palermo 1885—93. 
(fr. 46.-) 25.— 

Enthält zahlreiche ungedruckte Volkslieder, Sprichwörter, Sitten etc. der verschiedenen 
Gegenden ItaUens. 

Schleicher, A., Handbuch der litauischen Sprache. 2 Bde. Prag 1856. Un- 
aufgeschn. 19.— 

Umfangreiches *Lager neuer und antiquarischer Werke aus allen Wissenschafts¬ 
gebieten zu massigen Preisen und unter günstigen Zahlungsbedingungen. 
Nicht Vorräthiges wird schnellstens und billigst besorgt. — Zusammenstellung 
und Einrichtung grosser und kleiner Bibliotheken. — Annahme von Abonnements 
auf sämtliche in- und ausländische Journale und Lieferungswerke. — Ankauf 
ganzer Bibliotheken und einzelner werthvoller Werke. — Antiquariats-Kataloge 

gratis und franko. 


Verlag von O. R. Reisland in Leipzig. 


Grammatik der romanischen Sprachen 

von 

Wilhelm Meyer-Lübke, 

o Professor der romanischen Sprachen an der Universität Wien. 

Erster Band: Lautlehre. 1890. 36V* Bogen, gr. 8°. M. 16.—, geh. M. 18.—. 

Zweiter Band: Formenlehre. 1894. 43 1 / 4 Bogen. M. 19.— , geb. M. 21.—. 

„Der zweite Band von Meyer-Lübkes Grammatik, welcher die Formen¬ 
lehre und die Wortbildung behandelt, darf zu den hervorragendsten Leistungen 
auf dem Gebiete der romanischen Sprachforschung gerechnet werden. Er 
zeichnet sich aus, wie der erste Band, durch gründliche Kenntnis der lebenden 
romanischen Mundarten über das ganze Gebiet hin, worin der Verfasser nicht 
leicht seinesgleichen findet, durch Sicherheit und Geschick in der Handhabung 
der wissenschaftlichen Methode, durch IJebersichtlichkeit und Klarheit der 

Darstellung.Jeder angehende Sprachforscher sollte einen Teil seiner 

Lehrzeit beim Romanischen zuhringen und sich, ehe er Brugmamrs Grundriss 
zur Hand nimmt, mit Meyer-Lübkes Grammatik bekannt machen u . 

(Litterarisciies Centralblatt No. 43. 1894.) 

Dritter Band : Romanische Syntax. 1899. 53 Bogen. M. 24.—. geh. M. 26.—. 

Ein ausführliches Wort- und Sach-Register zu allen 3 Bänden soll in diesem Jahre 

folgen. 



Verlag von 0. B. Beisiand in Leipzig. 

Lesebuch 

für den 

engl. Unterricht u. Formenlehre. 

Von Dr. O. Boensel. 

3. verb. Auf]. 1900. 18 Bogen. Preis geb. M. 2.20. 

„Dieses Bueb steht auf dem Boden der Reform: 
als vornehmstes Ziel hat vorgeschwebt, den 
Schü1ern S toffe darzubieten, die das 
kindliche Interesse erregen, die Ge¬ 
legenheit und Anregung geben an 
frischer und freudiger Weehselrede*. 

Das beigegebene, sorgfältig gearbeitete Wörter¬ 
verzeichnis enthält auoh, in lesbarer Umschrift dis 
Aussprachebezeichnung. 


Hierzu je eine Beilage von H. Weiter, Verlagsbuchhandlung in Paris, Otto Harrassowitz in Leipzig und 
von der N. G. Elwert’schen Verlagsbuchhandlung in Marburg i. H. 


Verantwortlicher Redacteur Prof. Dr. FritzNeumannin Heidelberg. — Druck v. GK O tto’s Hof-Buohdruokerei in Darmstadt. 

Ausgegeben am 9. April 1900. 


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LITERATURBLATT 

FÜR 

GERMANISCHE und ROMANISCHE PHILOLOGIE. 


HERAUSGEGEBEN VON 


D R OTTO BEHAGHEL 

o. ö. Professor der germanischen Philologie 
an der Universität Qiessen. 


UND 


D R FRITZ NEUMANN 

o. 6. Professor der romanischen Philologie 
an der Universität Heidelberg. 


VERLAG VON 

Erscheint monatlich. O. R. REISLAND, LEIPZIG. 

XXJ. Jahrgang. Nr. 5. Mai. 


Preis halbjährlich M. 5. SO. 

1900. 


Wolksn, Deutsche Lieder auf den Winterkönig 
iDierotr). 

Er. Schmidt und V. Valentin, Festreden zu 
Goethes 150. Geburtstag (8 u 1 g e r - G e b i n g). 
Stock)ein, Bedeutungswandel der Wörter (Waag). 
Heilig und Lenz, Zeitschrift für hochdeutsche 
Mundarten (Behaghel). 


R. M. A1 d e n, The Eise of Formal Satire In Eng¬ 
land under Classical Influence (Koeppei). 
Richter, Percy Bysshe Shelley (Proescholdt). 
Schneegans, Gesta Karoli Magni ad Carcassonam 
et Narbonam. Lat Text und prov. Uebersetzung 
(8 u c h i er) 

M k z u c , Grammaire Languedocienne (A n g 1 a d e). 


| S u b a k , Das Zeitwort In der Mundart von Tarent 
(Zauner). 

| B e n a r d , Les Annuaires Parigiens de Montaigne k 
Didot (M a h r e n h o 11 z). 

I Bibliographie. 

Literarische Mitteilungen. 


Deutsche Lieder auf den Winterkönig. Hrsg, von Dr. 
Rudolf Wo 1 kan. Mit Porträt und 7 Tafeln in Lichtdruck. 
(Bibliothek Deutscher Schriftsteller aus Böhmen, hrsg. im 
Aufträge der Gesellschaft zur Förderung deutscher Wissen¬ 
schaft, Kunst und Literatur in Böhmen, Bd. VIII.) Prag, 
J. G. Calve 1888. 2 BL, XVIII u. 412 S. 8°. 

Das Sammelwerk, dessen 8. Band liier vorliegt, hat 
vorher Schriften von Moriz Reich, Nicolaus Hermann, 
Karl Egon Ebert, Johannes Mathesius, Josef Rank, Josef 
Messner gebracht; diesmal erhalten wir eine Sammlung 
meist anonymer deutscher flugschriftlicher Gedichte, die 
sich gemeinsam auf eine entscheidungsreiche Epoche der 
böhmischen Geschichte .beziehen, insonderheit aber auf 
einen Mann, der sich damals seine wenig beneidenswerte 
Popularität in Böhmen geholt hat, den berühmten 
böhmischen Winterkönig Friedrich von der Pfalz. Der 
Herausgeber, dem wir über ‘Böhmens Anteil an der 
deutschen Literatur des 16. Jahrhunderts ausführliche 
Belehrung verdanken, führt uns jetzt in die Anfangs¬ 
jahre des 30jährigen Krieges. Den Hauptteil seines 
Buches (316 S.) bilden 63 Nummern sorgfältig abge¬ 
druckter zeitgenössischer deutscher ‘Lieder auf den Winter- 
könig*. Der geschichtliche Wert derartiger Erzeugnisse 
der politischen Publizistik besteht darin, dass sie ent¬ 
weder die öffentliche Meinung, in ihren verschiedenen 
Parteischattierungen, widerspiegeln, oder aber zeigen, 
in welchen Richtungen offiziöse Federn das Publikum zu 
beeinflussen wünschten. An literarischem Wert sind 
Dichtungen der vorliegenden Gattung bekanntlich unter 
einander sehr ungleich. Auch in unserer Sammlung ist 
allerhand Qualität vertreten, neben dem vollen Schwünge 
leidenschaftlicher poetischer Empfindung finden wir die 
ganze Oede langweiliger gereimter Prosa, bei der man 
ausrufen möchte: ‘ein garstig Lied! pfui! ein politisch 
Lied; ein leidig Lied!’ Näher hierauf einzugehen ist 
nicht meines Faches. — Von den (zuweilen mehrere 
Gedichte umfassenden) 63 Nummern des Textteiles lagen 
24 bisher noch nicht in Neudrucken vor, 9 andere 
nur in wesentlich abweichender Form. Die Angaben 
des Herausgebers über diesen Punkt genügen nicht. In 
obigem Sinne neu sind No. 2, 7, 8, 11 —14, 15 a, 15 b 
(S. 82), 18, 31, 35, 36, 42, 48, 51, 52, 53 a, 53 b 
(S. 271), 53 c (S. 278), 54, 55, 57, 59, 61—63; davon 
stammen No. 11, 18, 36, 57, 59 aus Handschriften, die l 
übrigen aus alten Drucken. Von anderen Neudrucken | 


wesentlich verschieden sind No. 20, 23, 24, 27, 29, 34, 
50, 58, 60. Auf nähere Vergleichung verschiedener 
Redaktionen geht der Herausgeber nicht ein. ‘Der Ab¬ 
druck aller unbekannten Stücke hätte den Umfang des 
Buches mindestens verdoppelt*, sagt der Herausgeber. 
Aber ob es nicht sinnreicher gewesen wäre, mehr als 
24 ‘unbekannte’ und entsprechend weniger bekannte Stücke 
auszuwählen, stellt dahin. Doch sind wir auch für das 
Gebotene dankbar. — Dem Textteil folgt eine durch 
langjährigeemsigeMühezu8ammengebrachte‘Bibliographie* 
(73 S.), die auch fremdsprachige Stücke umfasst. Wie 
verdienstvoll eine solche Arbeit ist, liegt auf der Hand. 
Einige Verwirrung stiftet in unserem Falle freilich das 
Fehlen eines festen Ordnungsprinzips (es wird geordnet 
z. T. nach Gedichten, in verschiedenen Ausgaben, z. T. 
nach Drucken, in verschiedenen Auflagen, mit gemischtem 
und schwankendem Inhalt, z. T. nach der Zeitfolge, dies 
freilich mit wenig Glück). Auch vermisst man vielfach 
die Angabe der Gedichtanfänge. Die grösste Merkwürdig¬ 
keit der Bibliographie aber besteht darin, dass sie auf 
den Textteil gar keinen Bezug nimmt, eine gänzlich 
andere Reihenfolge hat und dem Benutzer die unerwünschte, 
noch dazu durch Druckfehler u. s. w. erschwerte, Arbeit 
zuschiebt, den nötigen Einklang herzustellen und in der 
Bibliographie anzumerken, welche Stücke im Textteil 
neu gedruckt sind. — Den Schluss machen drei Anhänge 
zum Text teil, nämlich ‘Anmerkungen (13 S.), ein kleines 
‘Glossar’ und ein ‘Verzeichnis der Liederanfänge*. Die 
‘Einleitung* endlich (18 S.) bezieht sich auf Text und 
Bibliographie, nicht ohne zuweilen im Zwiespalt der 
Nummern zu entgleisen; ausser Nachträgen enthält sie 
lesenswerte literarhistorische Erörterungen allgemeinerer 
Art. 

Zu einzelnen Nummern des Textteils bemerke ich 
folgendes. Der Titel von No. 6 muss heissen ‘Fridericus 
rex hyemis et aestatis* (s. S. 341); die Ansicht, der 
Name Winterkönig sei nicht von vorn herein ein Spott¬ 
name gewesen (S. I, S. 396), ist irrig. Von No. 9 ist 
auch das erste Stück bereits gedruckt (Weller S. 23). 
Der Dichter von No. 9 und von No. 10, Joh. v. Rörig, 
sollte in den Ueberschriften genannt werden, wie es dem 
(pseudonymen?) Dichter von No. 2 geschieht, der sich 
aber Thomanus, nicht Thomas, Hoffmann schreibt. Ueber 
die Vorlagen von No. 4 und 5, die Vorbilder von No. 

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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 5. 


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13, 15 a, 15 b siehe S. 396 und 399. Zu No. 23 ge¬ 
hört ausser Bibi. No. 60 auch Bibi. No. 116 (c) und 169 E! 
Ob die kürzere oder die hier gedruckte längere Form 
des Gedichts ursprünglicher ist, darüber ist der Heraus¬ 
geber mit sich selbst uneinig (S. VII contra S. 343). 
In No. 27 sind die Verse 1—47 (*49) neu, die Verse 
48 (‘51*) ff. dagegen identisch mit dem bekannten Gedicht 
‘Simia Heidelbergica comparata Romanae* von 1620 
(nicht 1621), vgl. die verworrenen Angaben Bibi. No. 116 
(b) und 166. Zu No. 34 (Str. 15 — 18 neu) gehört ausser 
Bibi. No. 116 (d) auch Bibi. No. 160, wo die kürzere 
Form verzeichnet wird. Diese ist übrigens jetzt auch | 
aus handschriftlicher Vorlage mit ausdrücklichem 
Datum 1620 (nicht 1621) neugedruckt worden: Mitt. des 
histor. Vereins der Pfalz 22 (Speier 1898) S. 74. Zu 
No. 50 gehört ausser Bibi. No. 137 auch Bibi. No. 198. 
Die Quelle von No. 52 betitelt sich ‘Blutige Sanfftmuet 
. . . sampt Dess . . Pfaltzgraffen . . Klag'; beim Abdruck 
der Klage bedarf es also keiner ‘Blutigen Sanftmut* als 
(unverständlichen) Obertitels. Aehnlich in anderen Fällen. 
No. 52 ist übrigens mit No. 32 (vgl. S. X) verwandt; 
wohl deshalb ist Bibi: No. 78 H irrtümlich auch in Bibi. 
No. 161 hineingeraten (S. 381, Z. 9, 8 und 6 v. u.). 
Doch findet sich ähnliches Wirrsal auch sonst; so ge¬ 
hören die letzten 3 Zeilen von Bibi. No. 1 zu Bibi. 
No. 3 (d). Der Titel ‘Böhmisches Jag-Hörnlein* eignet 
keineswegs der ganzen Nr. 53, sondern nur ihrem 1. 
Stück, einem nach Ausweis der vielen Ausgaben (Bibi. 
No. 128 und 78!) sehr beliebten Liede; das S. 271—277 
an gefügte Lied heisst ‘Von Herrn Johann Georg, Hertzog 
zu Sachsen*. Zu No. 58 gehören ausser Bibi. No. 174 
auch Bibi. No. 96 b (sehr deplaziert!), 108 und 113; 
der sehr abweichende Text im Arch. d. histor. Ver. f. 
Unterfranken 30 S. 250 entstammt nicht dem Druck von 
1621, sondern einer Würzburger Hs. von 1620; die 
Ueberschrift ‘Das Bayerisch Vatter unser* gebührt lediglich 
den Versen 1 — 30; Vers 31—44 und 45—52 sind ‘Ave 
Maria* zu betiteln (vgl. Bibi. No. 96 B), zwischen Vers 
52 und 53 unserer Redaktion fehlt das ‘Credo* der 
Würzburger Hs. (vgl. Bibi. No. 108); Vers 53—84 
(‘54—85*) enthalten die ‘Calvinische Music* (vgl. Bibi. 
No. 113; die letzten 4 Verse abweichend von der Hs.); 
endlich Vers 85 (*86*) ff sind bisher unbekannte Reimereien, 
die nicht in der Hs. stehen. — Ein kürzlich bekannt 
gemachtes Stück ‘Ein Jesuit mitt der Echo*, Neues Arch. 
f. sächs. Gesch. 19 (1898) S. 352, möchte ich erwähnen 
wegen des Vermerks ‘Afferebat e Bohemia Henrich 
Berndt Metzsch*. 

Marburg i. H. Hermann Diemar. 

Erich Schmidt und Veit Valentin, Festreden bei der 
akademischen Feier in Frankfurt a. M. zu Goethes 
150. Geburtstag veranstaltet vom Freien Deutschen Hoch¬ 
stift und der Goethe-Gesellschaft. Frankfurt a. M., Druck 
und Verlag von Gebrüder Knauer. 1899. 31 S. 

Unter der Masse von Goetheliteratur, die das ver¬ 
flossene Jubiläumsjahr gebracht hat, gehört das vor¬ 
liegende elegant ausgestattete Schriftchen zum bleibend 
Wertvollen. Keine wissenschaftlichen Untersuchungen, 
keine Tagesfeuilletons, sondern wirkliche Festreden, ge- 
halt- und schwungvoll zugleich, harmonisch in sich ab¬ 
geschlossen und doch zu weiterer Gedankenarbeit an¬ 
regend. Gerichtet sind sie an den grossen Kreis echter | 
Goetheverehrer durch zwei Berufene, die einen grossen j 
Teil ihrer reichen Lebensarbeit Frankfurts bestem Sohne ; 
gewidmet haben: von der Höhe ihrer Anschauung und aus ' 


der Fülle ihres Wissens ziehen sie die Resultate langjähriger 
Vertrautheit mit Goethes Werk und Wesen, und bieten 
so bei scheinbarer Beschränkung auf Einzelthemen doch 
Aus- und Ueberblicke über den ganzen Mann und sein 
weltumfassendes Schaffen. Wenn Erich Schmidt über 
,,Goethe und Frankfurt“ spricht, so führt er doch aus 
dem Geburtshaus am Hirschgraben hinaus nach Weimar 
und Rom und wieder zurück nach der Vaterstadt; neben 
die unvergleichliche Gestalt der Mutter tritt die Frank¬ 
furter ‘Suleika* Marianne von Willemer und das Frank¬ 
furter ‘Kind* Bettina, neben Dichtung und Wahrheit 
Götz und Werther, Wilhelm Meister und Faust, neben 
die Jugendlyrik der Lillizeit die Alterslyrik der Suleika- 
zeit. Und in feinsinniger Weise sieht Schmidt die Er¬ 
füllung des stürmischen Gebetes im Faustvorspiel, das 
mit den Worten schliesst „Gieb meine Jugend mir zurück“, 
in jener Wiederkehr der Jugend „durch zwiefaches An¬ 
knüpfen an Frankfurt“ : in der Neuschöpfung seiner 
Frühzeit im Kunstwerk (Dichtung und Wahrheit) und 
in der Neugeburt des Quells gedrängter Lieder, der als 
„Geschenk verjüngender Heimfahrten an Main, Rhein und 
I Neckar“ sich ergoss (West-östlicher Divan). — Form¬ 
vollendet, wenn auch hie und da vielleicht im Stil etwas 
gar zu absichtlich Goethesierend zollt der Vertreter der 
Goethe-Gesellschaft und Weimars, dem freien deutschen 
Hochstift und Frankfurt freudigen Dank für Alles, was 
| sie zu Ehren Goethes geleistet. Möge sein Wort, das 
zwar als von einem Faktum spricht, meiner Erfahrung 
nach aber zur Zeit doch erst einen Wunsch enthält, 
mehr und.mehr zur Wahrheit werden: „Längst ist der 
Wahn vorbei, als könne man die grosse Harmonie seines 
Daseins und Wirkens zerstückeln, den Jugendschatz auf 
Kosten gelassenerer Mannes- und Altersjahre, die eine 
Stadt zu Ungunsten der andern herausstreichen, oder als 
gehe gar ein böser Riss von Freiheit und Unfreiheit 
durch dieses organische Wachsthum“ (S. 6). — Steht 
Schmidt auf dem Boden literarhistorischer Forschung, so 
fusst Veit Valentin, der Frankfurter Vertreter des 
Hochstiftes auf dem philosophischer Forschung in seiner 
Rede: „Natur und Kunst bei Goethe“. Die Vereinigung 
von Kunst und Natur, die man auch sonst grossen Künstlern 
nachrühmt, bedeutet bei Goethe noch etwas ganz be¬ 
sonderes. Denn er erkannte auf dem Doppelwege 
dichterischer Intuition und wissenschaftlicher Forschung, 
dass Schöpferkraft der Natur und Schöpferkraft des 
Künstlers Ergebnisse desselben das ganze Weltall er¬ 
füllenden SchaffenstriebeB, Natur und Kunst nur ver¬ 
schiedene Aeusserungen dieses einen Schaffenstriebes sind. 
Das Wirken eines einheitlichen Schaffenstriebes wird zum 
allbeherrschenden Gesetz. Das Kunstwerk ist ein N&tur- 
erzeugnis auf höherer Stufe der Formgestaltung. Die Er¬ 
kenntnis des Wirklichkeitskeimes, des zu Grunde liegenden 
Erlebnisses fördert die ästhetische Wirkung des Kunst¬ 
werkes nicht, sie führt aber zur tieferen Erkenntnis des 
Wesens eines Künstlers durch die Erkenntnis seiner 
Kunstmittel. „Ein solches Kunstmittel Goethes ist die 
Versetzung eines wirklichen Erlebnisses in eine neue 
Umwelt, durch die seine Bedeutung gesteigert wird“. 
Beispiele: der Wanderer, die römischen Elegien, Alexis 
und Dora. (Für letzteres Gedicht glaubt Valentin den 
Wirklichkeitskeim gefunden zu haben in Herders Ab¬ 
schied von Caroline Flachsland und dem Bewusstwerden 
seiner Liebe im Augenblick dieses Abschieds am 27. August 
1770: eine Ansicht, die bei der Länge der Zeit zwischen 
diesem Ereignis und der Ausführung des Gedichtes, be- 


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1900. Literatur bl att für germanische und romanische Philologie. No. 5. 


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sonders da es nicht einmal ein eigenes Erlebnis Goethes 
war, nicht unwidersprochen bleiben dürfte). Auch Valentin 
schliesst mit dem Ausblick auf den ganzen Goethe, den 
Künstler, den Forscher und den Menschen, der „ein Leit¬ 
stern für das Aufblühen edlen Menschenthums“ in Frank¬ 
furt seinen Aufgang genommen hat. 

München. Emil Sulger-Gebing. 

Dr. Joh. Stöcklein, Gymnasiallehrer am Wilhelmsgymnasium 
in München, Bedeutungswandel der Wörter* Seine Ent¬ 
stehung und Entwicklung. München, Lindauer 1898. 
79 S. 8°. M. 1.—. 

Im Jahre 1895 liess Stöcklein, damals Gymnasial¬ 
lehrer in Dillingen, in Form eines Programms sehr be¬ 
achtenswerte „Untersuchungen zur Bedeutungslehre“ er¬ 
scheinen, worin er gründliche Beherrschung der se- 
masiologischen Literatur bekundete und nach Auseinander¬ 
setzungen mit Hecht, Heerdegen und Hey besonders 
dafür eintrat, dass der Bedeutungswandel, der Wörter 
nur aus dem jeweiligen Satzzusammenhang heraus er¬ 
kannt werden könne, wobei hauptsächlich, wie an einem 
Einzelfall gezeigt wird, auf Beispiele des Uebergangs 
von einer alten Bedeutung zu einer neuen zu achten sei. 
Dieser als „Voruntersuchung für einen Beitrag zur Be¬ 
deutungslehre“ (S. 3) bezeichnten Schrift folgt nun die 
Abhandlung über den „Bedeutungswandel“, worin der 
Verf. an einer Reihe von glücklich gewählten, meist der 
deutschen Sprache entnommenen Beispielen für weitere 
Kreise die allmähliche Verschiebung der Wortbedeutung 
in bestimmten Satzzusammenhängen darstellt. In den 
einleitenden Kapiteln weist er besonders darauf hin, wie 
eine bestimmte Vorstellung, die sich zunächst als Neben¬ 
vorstellung durch den Zusammenhang an ein Wort 
knüpft, durch häufigen Gebrauch desselben in gleichem 
Zusammenhang so erstarkt, dass sie selbst zur Haupt¬ 
vorstellung wird und als solche neue Verbindungen des 
Wortes ermöglicht („einen zu Tisch laden“, „bei Tisch 
sein“, „die Familie führt einen guten Tisch“, „nach Tisch 
soll man gehen“, „der Nachtisch besteht aus Obst“ 
S. 13—15); andererseits führt er aus, wie eine Be¬ 
zeichnung, die ja zunächst immer nur e i n Merkmal des 
Gegenstandes heransgreift, sich allmählich an den be- 
zeichneten Gegenstand „adäquiert“ : „es Bchmiegen sich 
gleichsam die Vorstellungen an das Bezeichnete an“ 
(S. 21), so dass die Unzulänglichkeit des Ausdrucks immer 
mehr schwindet. Mit Recht zieht der Verf. hieraus auch 
die praktische Folgerung, dass bei der Schaffung neuer 
Wörter, sei es für neue Gegenstände oder als Ersatz 
für Fremdwörter, möglichst einfache und bequeme Aus¬ 
drücke zu wählen sind, indem die befürchtete Undeutlich¬ 
keit alsbald schwindet („Karte“ für Billet besser als 
„Fahrkarte“ S. 33). Wenn übrigens der Verf. (ebenda) 
nach einem deutschen Ausdruck für „Adäquation“ sucht 
und ihm, wie er sagt, weder „Anschmiegung“ noch „Aus¬ 
gleichung“ recht behagen will, so wäre vielleicht an den 
in der Naturgeschichte gebrauchten Ausdruck „Anpassung“ 
zu denken. In Kap. V „Adäquation veranlasst durch 
die Veränderung des Objekts“ wird hierauf gezeigt, dass 
es für das Verständnis der Wortbedeutung notwendig 
ist, auch die Entwicklung eines Gegenstandes zu kennen, 
indem dieser sich oft verändert, aber der Name bleibt 
(„Feder“, „Papier“, „Blatt“), so dass die Geschichte 
eines Kulturproduktes somit zugleich die Bedeutungs¬ 
geschichte des Wortes liefert, wie auch umgekehrt. 
Kap. VI „Reaktion auf Euphemismus“ behandelt Aus¬ 
drücke, die ursprünglich in verhüllender Weise gebraucht 


werden, um das Scham- und Ehrgefühl sowie religiöse 
Empfindungen nicht zu verletzen, die aber bei häufigem 
Gebrauch sich an den wirklich gemeinten Begriff adäquieren, 
so dass der Wert des Ausdrucks sinkt und jener schon 
oft festgestellte pejorative (pessimistische) Zug in der 
Bedeutungsentwicklunghervortritt. InKap.VII „Reaktion 
auf Uebertreibung“ wird dargestellt, wie übertreibende 
steigernde Ausdrücke bei häufiger, teilweise unberechtigter 
Anwendung sich an den realen Gehalt eines Begriffs 
adäquieren und somit an Kraft verlieren und sich ab¬ 
schwächen („gewiss“, „fast“, „im Augenblick“). Kap. VIII 
„Zur Uebertragung“ zeigt die Entstehung der Metapher 
als Geistesblitz, die Abblassung des Bildes bei häufigem 
Gebrauch und die schliessliche Erstarrung, womit dann 
ein eigentlicher Bedeutungswandel eintritt; dass alle 
Ausdrücke für geistige Begriffe im Grunde auf sinnliche 
zurückgelien, wird an verschiedenen Beispielen erläutert. 
In Kap. IX stellt endlich der Verf. „Verschiedene Fälle“ 
zusammen, die nach seiner Ansicht noch mehr als die 
bisher von ihm besprochenen einer Untersuchung und 
psychologischen Begründung harren, darunter die Ver¬ 
engung nnd Erweiterung des Bedeutungsumfangs durch 
Bereicherung bezw. Verarmung des Bedeutungsinhalts 
sowie Ausdrücke, die im Streben nach Kürze ursprüng¬ 
lich eine Ergänzung aus dem Zusammenhang wie aus 
der Situation voraussetzen, aber durch häufigen Gebrauch 
so gefestigt werden, dass jener Zusatz überflüssig er¬ 
scheint („Rüdesheimer“, „Emmenthaler“)^ wenn jedoch 
der Verf. im Gegensatz zu He erd egen die Translation 
(Metapher) nicht mit der Erweiterung der Wortbedeutung 
in Beziehung bringen will, so sei doch darauf hinge¬ 
wiesen, dass Hermann Paul noch in der letzten Auflage 
seiner „Prinzipien“ (1898) in den meisten usuell ge¬ 
wordenen Metaphern eine Verbindung von Verengung 
und Erweiterung der Bedeutung erblickt (S. 86), während 
er in der 2. Auflage die Metaphern unmittelbar zu den 
Bedeutungserweiterungen stellt (S. 80). In dem Schluss¬ 
kapitel fasst St. seine Ergebnisse auf dem Gebiet psycho¬ 
logischer Begründung des Bedeutungswandels zusammen 
und weist nochmals auf sein Ideal hin, das in vollständiger 
Aufhellung des dabei stattfindenden Seelenprozesses be¬ 
ruht. Keinem Zweifel unterliegt es, dass er die , junge 
Disciplin“ bedeutend gefördert hat, und so sei seine fesselnde 
Schrift allen aufs wärmste empfohlen, denen die Aus¬ 
gestaltung der Bedeutungslehre am Herzen liegt. Es 
sei noch erwähnt, dass Hermann Paul, dem die Ab¬ 
handlung vor dem Druck Vorgelegen ist, sich mit der 
Grundforderung des Verfassers, die Bedeutungsentwicklung 
der Wörter ans dem Satzverband heraus zu begreifen, 
unbedingt einverstanden erklärt hat (Anm. S. 6). 

Karlsruhe. Albert Waag. 

Zeitschrift für hochdeutsche Mundarten, brsg. von Otto 

Heilig und Philipp Lenz. Jahrgang I, H. 1 und 2. 

Heidelberg, Winter. 111 S. 8°. 

Es ist das dritte Mal seit einem Jahrzehnt, dass 
wir eine neue der Erforschung der Mundarten gewidmete 
Zeitschrift zu begrüssen haben. Brenners Unternehmen 
(Bayerns Mundarten) hat es in den Jahren 1891—95 
auf zwei Bände gebracht. Von den „Deutschen Mund¬ 
arten“, die Nagl herausgiebt und mit persönlichen An¬ 
griffen anmutig würzt, sind seit 1895 drei Hefte er¬ 
schienen. Nun besitzen zwei badische Gymnasiallehrer 
den Mut, im Verein mit einem Heidelberger Verleger 
eine neue Zeitschrift zu begründen, die sich ihre Ziele 
weiter als Brenner und enger als Nagl gesteckt hat. 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. No. 5. 


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Wir wünschen ihnen von Herzen tüchtige Mitarbeiter 
und eine freundliche Aufnahme beim lesenden und kaufenden 
Publikum. An weiten Gesichtspunkten, an richtiger Er¬ 
kenntnis der Aufgaben fehlt es den Herausgebern nicht, 
wie ihre einleitenden Worte erweisen. Man hätte vielleicht 
freilich es gerne gesehen, wenn das vorliegende Heft uns 
ein etwas anschaulicheres Bild von dem gegeben hätte, 
was die Forschung heute leisten kann. Zum grösseren 
Teil wird uns blosser Stoff, nicht Erörterung geboten; 
so eine Anzahl alemannischer und schwäbischer Spracli- 
proben; von Göpfert eine umfangreiche Sammlung von 
lexikalischen Auszügen aus einem erzgebirgischen Chro¬ 
nisten ; von Weise einige Bemerkungen über die Zahlen 
im Thüringer Volksmund; von W. Horn, Emma Wagner 
und Ph. Lenz ausführliche Sammlungen von Verbalformen 
je einer Mundart bei Giessen und bei Heidelberg; diese 
Sammlungen unter den stofflichen Beiträgen das einzige 
Eigenartige und zur Weiterarbeit Anregende; endlich 
veröffentlicht Bieter einen mystischen Traktat aus dem 
Eisass, aus einer Basler Hs. des 15. Jahrli., von dem 
der Herausgeber ohne weitere Prüfung es unentschieden 
lässt, ob er dem 13. oder 15. Jahrh. angehört. Einen 
hinreichenden Grund für diesen Abdruck vermag ich 
nicht zu erkennen, denn er bietet des mundartlich 
Interessanten ungemein wenig; Bieter legt Gewicht auf 
die Schreibung b für w (z. B. bider = wider , bonunge 
= wonange u. s. w.), hat aber ganz vergessen zu fragen, 
ob es irgend eine Mundart giebt, die anlautendes w zu 
b gewandelt hat in derartigen Wörtern. Unter den 
eigentlichen Abhandlungen hätte man die ziemlich in¬ 
haltsleeren Erörterungen von Aug. Holder über die „Be¬ 
rechtigung der Stammesliteraturgeschichte“ ohne grossen 
Nachteil entbehrt; jedenfalls ist Holder selber ein schlechtes 
Beispiel für den Segen, der aus der Beschäftigung mit 
dem heimischen Volksthum, mit der Volksmundart er¬ 
wächst: seine Sprache ist bisweilen geradezu unerträglich 
und nicht einmal von groben Fehlern frei (man höre 
z. B. S. 71: „der echt bajuvarische Auftrieb, welcher 
das deutsch-österreichische Scliriftum lange Jahrhunderte 
hindurch augenscheinlich kennzeichnet, bildet in der That 
und Wahrheit die treibende und gestaltende Kraft der 
volkstümlichen Literatur der Brüder in der deutschen 
Ostmark“ oder S. 70: „die nächste Ursache davon, dass 
eine Dichtung durch den Zusammenhang mit ihrer Heimat 
gerade so und nicht anders sich gestaltet, um hiedurch 
an Anschaulichkeit in belangreichem Masse zu gewinnen, 
pflegt man als (so!) deren Bodenständigkeit zu be¬ 
zeichnen“). 0. Weise macht einige Bemerkungen über 
Theekessel (Tölpel) und Verwandtes. Endlich bietet W. 
Horn interessante Erörterungen über einige Fälle von 
Dissimilation; ich hebe besonders einen schönen Beleg 
für den dissirailatorischen Einfluss des bestimmten Artikels 
hervor: im Ostpreussischen heisst es der Schwalm (= 
Sclmarm), aber im Plural die schwärme. 

Hoffentlich bringen die folgenden Hefte recht 
wichtige Beiträge für die Erkenntnis unserer Mundarten. 

Giessen. 0. Behaghel. 

Raymond Macdonald Alden, The Bise of Formal 
Satire in England ander Classlcal Influence (Publications 
of the University of Pennsylvania, Series in Philology, 
Literature and Arcbaeology vol. VII, N. 2). Philadelphia, 
Ginn and Co., 1899. VII und 264 S. 

Ein erwünschtes und nützliches Buch, eine tyeffliche 
Vorarbeit für den, der es unternehmen wird, die Ge¬ 
schichte der englischen Satire im 16. Jahrh. zu schreiben. 


Der Verf. hat sich auf diesem grossen Gebiet ein be¬ 
stimmtes Arbeitsfeld abgesteckt: er will nur von den 
regelrechten, unter klassischem Einfluss stehenden sa¬ 
tirischen Dichtungen handeln. Innerhalb dieser Grenzen 
hat er das von der Ueberlieferung gebotene Material 
fleissig und erschöpfend zusammengetragen, ich wenigstens 
wüsste keine weitere satirische Dichtung dieser Art hin¬ 
zuzufugen. Auch die ziemlich spärliche Literatur über 
die fragliche Dichtergruppe ist im Ganzen sorgsam heran¬ 
gezogen, nur hätte hin und wieder die deutsche Mit¬ 
arbeit etwas mehr berücksichtigt werden sollen. So gut 
wir es uns angelegen sein lassen, die in so erfreulicher 
Weise sich mehrenden und Bich vertiefenden Beiträge der 
amerikanischen Fachgenossen zu prüfen und zu benutzen, 
sollten auch unsere Freunde in der neuen Welt stets 
darauf bedacht sein, die Ergebnisse der deutschen Forschung 
zu verwerten. 

Alden’s Weg hat ihn durch die Niederungen der 
englischen Dichtung des 16. Jahrh. geführt: die meisten 
dieser nach klassischen Mustern gefertigten Satiren haben 
etwas Kaltes und Unwahres. Facit indignatio versum 
— selten lässt sich JuvenaPs Wort auf die satirischen 
Ergüsse der Engländer anwenden. Es fehlt die warme, 
leidenschaftliche Teilnahme des Dichters selbst, er setzt 
nicht seine ganze Persönlichkeit ein, immer wieder haben 
wir die Empfindung, dass die humanistisch gebildeten, 
jungen Dichter — denn grosse Jugend ist eine Eigen¬ 
schaft der meisten Poeten dieser Gruppe — ohne eine 
unwiderstehliche, innere Nöthigung, in der That nach 
den ihnen durch ihre Studien vertrauten, berühmten 
lateinischen Mustern schelten und wettern und donnern. 
Gleichwohl fallen aus ihren Produkten so viele fesselnde 
Streiflichter auf die Kultur, auf die politische und kon¬ 
fessionelle Geschichte und — im letzten Drittel des 
Jahrhunderts, wie die literarische Temperatur sich er¬ 
hitzte — auch auf die Literatur ihrer Zeit, dass man 
doch nicht an ihnen vorübergehen darf, dass sich Alden 
durch das Sammeln des Stoffes und durch die Unter¬ 
suchung des Verhältnisses der englischen Satiren zu den 
klassischen Vorbildern und ihrer gegenseitigen Abhängig¬ 
keit wirklich ein Verdienst erworben hat. 

Bei der vergleichenden Betrachtung der lateinischen 
Quellen ist Alden zu dem Ergebnis gekommen, dass von 
dem Satiriker - Trio Horaz, Juvenal und Persius der 
mittlere den stärksten Einfluss ausgeübt hat. Nicht die 
Urbanität, die feine Ironie Horazens, sondern die bis 
zur Masslosigkeit heftige, oft im Schmutze wühlende 
Kritik, die Juvenal an seiner Welt geübt hat, fand im 
16. Jahrh. die meisten Nachahmer, ähnlich wie sich im 
Mittelalter die Dichter besonders stark von dem prunk¬ 
haften, überladenen Stile des Statius angezogen fühlten. 
Das Uebertriebene, das Uebermaass lässt sich leichter 
nachahmen als das Maass. Wie Juvenal malen seine 
englischen Epigonen in den grellsten Farben, ohne freilich 
die Fülle seiner Sittengemälde, die Originalität und die 
Kraft seiner Darstellung zu erreichen. Eine beachtens¬ 
werte Vermutung Alden’s ist, dass auch in der gesuchten, 
dunklen und manchmal geradezu unverständlichen Aus- 
drucksweise, die uns namentlich bei den begabtesten der 
englischen Satiriker, bei Donne, Hall und Marston oft 
stört, eine Nachwirkung der klassischen Vorbilder, eine 
Absicht der Nachahmer zu erkennen sei — sie hätten 
sich durch solche rätselhafte Sätze der knappen, oft 
schwer verständlichen Sprache des Juvenal und vor 
allem des Persius nähern wollen. 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 5. 


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In dem fünften und letzten, die Ergebnisse seiner 
Untersuchungen zusammenfassenden Kapitel des Buches 
hätte vor Allem der Abschnitt: Objects of Satire (p. 228 ff.) 
eine ausführlichere Gestaltung verdient. Die Anspielungen 
der Satiriker auf ihre Gegenwart, namentlich auf die 
confessionellen Verhältnisse, in deren Beurteilung sich 
ein starker antirömischer Zug erkennen lässt, und auf 
die zeitgenössische Literatur werden sich noch zu einem 
fesselnderen, lebensvolleren Bilde ordnen lassen, dessen 
Komposition durch Alden’s schematische Analysen des 
Inhalts der einzelnen Satiren wesentlich erleichtert 
werden wird. 

Zu einzelnen Stellen des Alden’sclien Buches habe 
ich noch zu bemerken: p. 10 f. Die Stelle aus ‘The 
Complaint of the Plougliman* wäre wohl besser nach 
Skeat’s neuer Ausgabe in ‘Chaucerian and other Pieces* 
(Oxford 1897) zitiert worden, und bei der Benutzung 
dieser neuen Ausgabe würde sich Alden überzeugt haben, 
dass ‘Jack Upland’ offenbar in Prosa abgefasst ist und 
somit in seiner der satirischen Dichtung des englischen 
Mittelalters gewidmeten Einleitung nicht am richtigen 
Platze ist. — P. 16: Für die Erkenntnis des Quellen- 
Verhältnisses von Barclay’s ‘Ship of Fools* hätte Alden 
Nutzen aus der Breslauer Doktorschrift von Fedor Frau¬ 
stadt „Ueber das Verhältnis von B.’s 'Ship of Fools’ zur 
lateinischen, französischen und deutschen Quelle“, Breslau 
1894, Nutzen ziehen können. — P. 33 ff. Alden’s Be¬ 
merkungen über die lateinischen Satiriker würden durch 
eine Berücksichtigung der trefflichen Charakteristiken in 
Ribbecks „Geschichte der römischen Dichtung“ gewonnen 
haben und für die italienischen Satiriker hätte er seine 
Leser nicht nur auf GinguenG und Symonds, sondern auch 
und mit besonderem Nachdruck auf Gaspary’s „Geschichte 
der italienischen Literatur“ verweisen sollen. — P. 116 ff. 
erwähnt Alden Collier’s Bemerkung, dass Joseph Hall’s 
Satiren auffälliger Weise keine Anspielung auf Thomas 
Lodge zu enthalten schienen, neigt sich aber selbst ver¬ 
nünftiger Weise der Ansicht zu, dass der in der zeit¬ 
genössischen Literatur so gut belesene Hall gleichwohl 
auch Lodge’s Dichtungen gekannt habe. Den in Lodge’s 
Buch von 1595 enthaltenen Satiren habe Hall aber so 
wenig Bedeutung zuerkannt, dass er trotzdem für sich 
selbst den Ehrentitel des ersten römischen Satirikers in 
Anspruch nahm, in den oft besprochenen Versen seines 
Prologs : 

I first adventure: follow me who list, 

And be the second English satirist. 

Ich glaube, dass sich aus einer Stelle der Hall’scheu 
Satiren ohne Zwang ein Beweis für diese Vermutungen 
herauslesen lässt, dass uns Hall selbst seine Kenntnis 
und seine Geringschätzung des Dichters Lodge mitgeteilt 
hat, in der üblichen, versteckten Weise der Satiriker. 
Zur Beleuchtung des Gemeinplatzes, dass eine gleissende 
Aussenseite oft trügt, sagt Hall in der 2. Satire des 
5. Buches: 

So pride above doth shade the shame below, 

A golden periwig on a black-moor’s brow, 

When Maevio’s first page of his poesy, 

Nail’d to an hundred postes for novelty, 

With his big title an Italian mot, 

Layes siege unto the backward buyer’s groat, 
Which all within is drafty sluttish geere, 

Fit for the oven, or the kitchen fire. 

Auf dem Titelblatt der 1595 veröffentlichten Gedicht¬ 
sammlung des Lodge lesen wir: A fig for Momus, 


Containing Pleasant varietie, included in Satyr es, 
Eclogues , and Epistles .... Che [!] pecora si fa, 
il Inpo selo mangia . Da haben wir den grossen, 
anspruchsvollen Titel und das italienische Motto. Es ist 
mir sehr wahrscheinlich, dass der junge Hall mit Maevio 
den wesentlich älteren Dichter-Kollegen gemeint hat, 
und diese scharfe Aeusserung lässt uns um so besser 
begreifen, warum er den Anspruch des Lodge, als sein 
satirischer Vormann zu gelten, vollkommen ignorierte. 
Nebenbei möchte ich bemerken, dass natürlich dieses 
italienische Sprichwort — und nicht dessen französische 
Fassung, welche Macray p. 157 zur Erklärung heran¬ 
zieht — aus den entstellten Worten herauszulesen ist, 
die der Prahlhans Gullio als ein Zitat aus Ronzarde 
vorbringt (Returne from Parnassus IV, 1). — P. 136 ff. 
Bei der Besprechung der Quellen Marston’s hätte ich 
gern Auskunft darüber erhalten, ob sich vielleicht auch 
in den Satiren ein Einfluss des Narrenschiffes erkennen 
lässt, auf welches Marston in seinen Dramen wiederholt 
Bezug genommen hat, im ‘Parasitaster’ und in der trotz 
R. A. Small (Harvard Studies V) bis auf den angeflickten 
Schluss unzweifelhaft echten Tragödie 'The Insatiate 
Countess’. Hätte Alden den Marston-Abschnitt in dem 
11. Heft der „Münchener Beiträge“ berücksichtigt, so 
würden ihm diese für die satirischen Neigungen Marston’s 
überhaupt beachtenswerten Anspielungen auf die alte 
Satire nicht entgangen sein. Ungern vermissen wir bei 
Marston ausserdem einen Hinweis auf seine Erwähnung 
von Shakespeare’s ‘Romeo and Juliet’: 

Luscus, what’s play’d to-day? Faith now I know 
I set thy lips abroach, from wlience doth flow 
Nauglit but pure Juliet and Romeo 
(Scourge, Sat. XI, 37 ff., vgl. Bullen’s Ausgabe III, 372). 

— P. 148 ff. In Edward Guilpin’s ‘Skialetheia vom 
Jahre 1598 hat Alden deutliche Anklänge an John 
Donne’s Satiren erkannt. Ich möchte noch auf eine 
weitere Uebereinstimmung der beiden Dichter aufmerksam 
machen. Der lügnerische Reisende, spottet Guilpin, will 
überall gewesen sein: 

He hath beene in both the Indias, East and West, 
Talkes of Guiana, China and the rest; 

The Straights of Gibraltare, and Aenian 
Are but hard by, no, nor the Magellane 
(vgl. Sat. I, Alden p. 150; die letzte Zeile muss ver¬ 
dorben sein). 

In Donne’s durchaus ernst gemeintem Gedicht Hymn to 
God, my God, in nty Sickness lautet die 4. Strophe: 
Is the Pacific sea my home? Or are 
The eastern riches? Is Jerusalem? 

Anyan, and Magellan, and Gibraltar? 

All straits, and none but straits, are ways to them 
Whether where Japhet dwelt, or Cham, or Shem 
(vgl. Poems ed. E. K. Chambers; London 1896; I, 211 f.). 
Die Bedeutung des Wortes Anyan ist mir selbst erst 
durch W. L. Phelp’s Notiz: ‘ Anian or ' Anyan was a 
theoretical N. E. passage from the Pacific to the At¬ 
lantic, more than a hundred years before Behring 
Strait was known (Mod. Language Notes XIV, 99 N. 8 
p. 258) klar geworden. Dass hier keine zufällige Ueber- 
eiustimmung Guilpin’s und Donne’s vorliegt, scheint sicher 

— weniger sicher ist aber, wer in diesem Falle der Ent- 
lelmer war. Donne’s Divine Poems , unter welchen das 
fragliche Gedicht steht, werden gewöhnlich in das spätere 
Leben des Dichters gesetzt (zwischen 1607 — 1631, meint 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 5. 


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Chambers p. XLI seiner Einleitung) und die drei Meeres¬ 
engen sind in dem Berichte des lügnerischen Reisenden 
jedenfalls mehr an ihrem Platze, als in dem religiösen 
Gedicht Donne’s, in dem sie uns als eine sehr künstliche, 
unorganische Einschiebung überraschen. Dass Guilpin’s 
Satire Beachtung gefunden hat, wird uns ja durch eine 
zwischen ihm und Ben Jonson bestehende Beziehung be¬ 
wiesen, die Alden hätte betonen können: in dem Präludium 
der ‘Skialetheia ist ein Captain Tucca erwähnt, der 
später als komische Hauptfigur in Ben Jonson’s ‘Poetaster* 
erscheint (vgl. Small ‘The Stage Quarrel etc.* p. 26). 

— P. 162: Alden’s Bemerkung: The name ‘ Pasquil * 
is a familiär one during the second half of the 
sixteenth Century , kann man noch dahin ergänzen, dass 
schon in der ersten Hälfte des Jahrhunderts, 1533 und 
1540, Sir Thomas Elyot ein satirisches Prosa-Gespräch 
über die Vorteile der Redseligkeit und des Schweigens 
veröffentlicht hatte unter dem Titel ‘Pasquil the Playne : 
Pasquillus, Gnatho und Harpokratesheissen die Sprecher. 

— P. 165: Zu den Versen, welche aus Nicholas Breton’s 
milder Satire ‘No Whippinge, nor trippinge etc.* als ein 
Beweis seiner Friedensliebe zitiert sind: 

Let all good wits, if any good there be, 

Leave trussing and untrussing of tlieir points. . . 
hätte zur Erklärung dieser Ausdrucksweise doch darauf 
hingewiesen werden sollen, dass sie mitten aus einer 
berühmten literarischen Fehde heraus geschrieben sind, 
in welcher das Wort untrussing eine grosse Rolle 
spielte: mitten heraus aus dem Krieg zwischen Ben 
Jonson und Dekker und Genossen. Schon im ‘Poetaster* 
hatte Ben Jonson angedeutet, dass ihm seine Gegner 
ein untrussing zugedacht hätten: Our Muse is in mind 
for th } untrussing a poet — hatte er Demetrius 
Fannius = Dekker sagen lassen, und wenige Wochen 
später erschien Dekkers Drama Satiromastix; or, The 
Untrussing of the Humorous Poet*, lic. Nov. 11, 1601. 
Diese Verhältnisse bestimmten Breton’s Wortwahl in 
seiner Satire, deren Druckerlaubnis am 14. September 
1601 erwirkt wurde. — P. 196: Ueber Ben Jonson’s 
Verhältnis zu Horaz ist nun noch eine Schrift zu ver¬ 
gleichen, die Alden wohl noch nicht Vorgelegen hatte: 
Reinsch ‘Ben Jonson’s Poetik und seine Beziehungen zu 
Horaz* Münchener Beiträge No. 16. Dass Alden Ben 
Jonson’s Epigramm in sein Satiren-Buch aufgenommen 
hat, ist bei der Bedeutung des Mannes durchaus zu 
billigen. Für die rein literarische Satire ist auch in 
den Epigrammen des Sir John Harington eine reiche 
Ernte zu halten. — P. 200: In der 4. Satire von 
R. C.’s ‘The Times Whistle’ findet sich eine interessante 
Erwähnung des Faustus, die es verdient hätte, hervor¬ 
gehoben zu werden (vgl. Tille’s ‘Faustsplitter* p. 134 ff.). 

— P. 240 ff.: In dem Ueberblick über die Satiren des 
17. Jahrhunderts wäre noch zu erwähnen gewesen: 
Nathaniel Richards’s Sammlung ‘The Celestiall Publican, 
a Sacred Poem’ (1630), deren gemischter Charakter auf 
den Titelblättern der späteren Auflagen deutlich ange¬ 
geben ist: 1632 ‘Poems, Divine, Morall, and Satiri- 
call*; 1640 ‘Poems Sacred and Satyricall*. 

So wird sich der von Alden gezogene Faden noch 
feiner spinnen lassen. Aber es ist jedenfalls sehr er¬ 
freulich, dass die genauere, systematische Durchforschung 
der englischen* Satire des 16. Jahrhunderts von einem 
so tüchtigen und gewissenhaften Arbeiter begonnen 
worden ist. 

Strassburg i. E. E. Koeppel. 


Helene Richter, Percy Bysshe Shelley. Mit einem 

Bildnis des Dichters. Weimar, Verlag von Emil Felber 1898. 

640 S. 8°. 

Das vorliegende Werk der Fräulein H. Richter hatte 
ich bereits an anderer Stelle kurz angezeigt, und diese 
Anzeige trug mir eine Entgegnung von Seiten der Ver¬ 
fasserin ein, in der sie sich hauptsächlich gegen meinen 
doppelten Vorhalt verwahrt, dass sie sich äusserlich za 
eng an das bekannte Buch Dowdens anlehne, aber in 
Bezug auf innere Kritik den englischen Gelehrten sich 
nicht zum Wegführer nehme. Auch dagegen erhob sie 
Einspruch, dass ich ihre Beurteilung der persönlichen 
und dichterischen Excentricitäten Shelley’s als zu milde 
bezeichnet hatte. Vordem ich meine kurze Anzeige schrieb, 
hatte ich zwar jede Zeile des Buches gelesen: aber trotz¬ 
dem folgte ich dem guten Rate der Verfasserin und sah 
es mir wiederholt näher an. Dass aber dieses erneute 
Lesen mich in meinem ursprünglichen Urteil hätte wankend 
machen können, kann ich leider nicht sagen. Wohl bin 
ich gerne bereit, den grossen Fleiss der Verfasserin an¬ 
zuerkennen, mit dem sie über die Entstehung und den 
Inhalt der einzelnen Werke Shelleys referiert. Sie be¬ 
schränkt sich aber eben zu sehr auf das Referieren; es 
fehlt zu häufig das kritische Urteil. Man lese die Inhalts¬ 
angabe der ‘Defence of Poetry* (S. 510 ff.). Wenn solche 
Verstiegenheiten, wie sie auf S. 513 aus der Abhandlung 
angeführt werden, unwidersprochen bleiben, so weiss ich 
für mein bescheidenes Teil nicht, wo die Kritik einsetzen 
soll. Man kann mit Dowden die ‘Defence of Poetry’ für 
die bewundernswürdigste Prosaschrift Shelley’s im all¬ 
gemeinen halten, braucht aber deshalb nicht blind gegen 
die handgreiflichen Uebertreibungen im einzelnen zu sein. 
Fräulein Richter verzichtet indessen auf jedes über das 
blosse Referat hinausgehende Wort. Und solcher Stellen 
Hessen sich aus dem Buche eine ganze Menge namhaft 
machen. Wer nach einem Beleg für die Behauptung 
verlangt, dass die Verfasserin für die persönlichen Fehler 
und Schwächen Shelleys zu wenig Auge habe, der lese, 
was sie über seine erste Ehe und deren Lösung schreibt, 
und vergleiche es mit dem, was Dowden, Bd. II, S. 65 fg., 
dazu sagt. Muss es nicht in hohem Grade seltsam be¬ 
rühren, dass der männliche Kritiker ein viel feineres Ver¬ 
ständnis für das bekundet, was die Ehre und den Schutz 
des schwächeren Geschlechts betrifft, als diejenige, die 
man von Natur aus für berufen halten sollte, für die 
heilige Sache der Ehe einzutreten? Ich scheue mich 
nicht zu bekennen, dass ich altmodisch genug bin, bis 
auf weiteres den Forderungen der guten Sitte den Vorzug 
vor den Lehren der freien Liebe zu geben. Schlimm 
genug, wenn in gelehrten Büchern, auch wenn sie sich 
auf Autoritäten wie Milton beziehen, das Ansehen der 
Ehe, auf deren Einrichtung unser gesamtes Kulturleben 
beruht, in so leichtfertiger Weise untergraben wird! 
Und daran mitzuwirken sollte sich vor allem das weib¬ 
liche Geschlecht hüten. 

Wenn ich also auch nicht in der Lage bin, mein 
Gesamturteil über die Anlage und Tendenz des R.’schen 
Buches zu ändern, so will ich doch wenigstens den Be¬ 
weis erbringen, dass ich es mit grossem Interesse studiert 
habe. Zu dem Ende w r eise ich auf eine Reihe von Stellen 
hin, in denen ich Einzelheiten zu beanstanden und teil¬ 
weise auch zu verbessern habe. Auf S. 11 Anm. 2 ist 
die Erklärung des bekannten Wortes fag durch ‘drudge 
— Sklave, Knecht* wenig glücklich. Hätte die Verfasserin 
Murrays H. E. D. aufgeschlagen, so hätte sie dort eine 


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bessere Erläuterung für diejenigen gefunden, die noch 
nicht wissen, was ein fag in den englischen Schulen ist; 
es heisst dort unter 2: ln English pullic schools , a 
junior who performs certain duties for a senior. — 
Auf S. 18, Z. 5 ist statt Bürgers Leonore zu lesen 
Lenore ; ebenda Z. 8 Matthew statt Matthiew. Zn 
S. 28 ist nachzutragen, dass seit dem Erscheinen des 

R. ’schen Buches ein Exemplar der ‘Original Poetry by 
Victor and Cazire’ tbatsächlich aufgefunden worden ist, 
und zwar ist dieser Fund dem Antiquariat von Jaggard& Co. 
in Liverpool nach jahrelangem, unermüdlichem Suchen ge¬ 
lungen. Die ursprüngliche Auflage, die in 1500 Exemplaren 
abgezogen worden war, wurde auf Verlangen des Ver¬ 
legers selbst eingestampft — wegen der zu handgreif¬ 
lichen Entlehnungen aus den bekanntesten Dichtwerken 
des Tages —, und das von Jaggard aufgefundene und 
zu verhältnismässig sehr hohem Preise bezahlte Exemplar 
scheint das einzige zu sein, das der Vernichtung ent¬ 
gangen ist. Vergl. Athenaeum, No. 3717 vom 21. Januar 
1899, S. 83; siehe auch dieselbe Zeitschrift vom 26. Nov. 
1898, S. 774 fg. — S. 37. Zu der hier angegebenen 
Zeiteinteilung möchte man die Frage erheben: Wie viel 
Stunden hatte eigentlich der Tag für Shelley? 16 Stunden 
lesen, lange Spaziergänge machen, zwei bis vier Stunden 
in lethargischem Zustand liegen?! Wo bleibt da die Zeit 
für alles Uebrige, dessen doch auch der Dichter als 
Mensch nötig hat? — Auffallend ist, dass die eifrige 
Verteidigerin Shelleys auf S. 58 von dem Urteil eines 
Oxforder Kommilitonen des Dichters nur die erste Hälfte 
wiedergiebt, die ziemlich scharf ist, während sie den 
mildernden, versöhnlichen Nachsatz weglässt. Es heisst 
dort: ‘ich glaube, niemand bedauerte ihre (d. h. Hoggs 
und Shelleys) Abreise; denn es gab wenige, die Shelleys 
phantastische Streiche und seine noch eigentümlicheren 
Ansichten nicht gefürchtet hätten*. Der Schluss lautet 
aber: *but all acknowledged bim to have been very 
good-humoured and of a kind disposition* (vgl. Dowden, i 
I, 122). — S. 64, Z. 7 giebt Dowden das Datum 19. Juni j 
1811 statt des 17. Welches von beiden ist richtig? — I 

S. 71, Z. 25 ist 1798 statt 1718 zu lesen. — Auf der¬ 
selben Seite steht folgender Satz: ‘Ich lebe ganz einsam j 
und kann die Gesellschaft keine Alternative der Ein¬ 
samkeit nennen*. Das kann doch nur der verstehen, der j 
den Originalbrief Shelleys, dessen Fortsetzung übrigens 
ganz willkürlich und ungenau von Frl. R. zitiert wird, j 
zur Hand hat. Dort sagt Shelley: T am all solitude, | 
as I cannot call the society here an alternative of it*. 

— Auf S. 90, Z. 12 ist als Geburtsjahr Coleridges 
fälschlich 1749 angegeben; es muss natürlich 1772 heissen; j 
ein paar Zeilen weiter unten ist zu korrigieren, dass die 
Gillmans, bei denen Coleridge in seinen spätem Jahren ! 
lebte, nicht in Hammersmith, sondern in Highgate wohnten. 

— S. 142, Z. 17 lies das 6tatt dass. — S. 170, Z. 19. 
Was denkt sich die Verfasserin bei dem Ausdruck ‘Aus- 
und Aufeinanderfolge der Gedanken? — S. 175 wird 
der 5. Mai als Datum für das erste Wiedersehen zwischen 
Shelley und Mary Godwin angegeben. Woher hat die 
Verfasserin dieses genaue Datum? Dowden sagt nur: 
In May or early June; auch lässt Dowden es unentschieden, 
ob Shelley die Mary früher überhaupt schon gesehen 
habe, was R. auf S. 130 bestimmt annimmt. — S. 228, 

Z. 3 v. u. ist das Jahr 1817 falsch; es muss 1818 heissen; 
vgl. dazu S. 311, wo es richtig steht. — Auf S. 361 
und 363 ist abermals Verwirrung zwischen den Jahres¬ 
zahlen 1819 und 1820. — S. 387, Z. 17 fehlt die Jahres¬ 


zahl 1820. — Die Charakterisierung des englischen 
Dramas, die R. im Anschluss an die ‘Cenci* giebt (S. 391 fg.), 
ist in zu grellen Farben gemalt. — S. 623. Warum 
nennt die Verf., die sich doch sonst so genau an ihre 
Quellen hält* beider Leichenverbrennungsscene den Captain 
Shenley nicht unter den Augenzeugen? Etwas mehr Vor¬ 
sicht wäre dagegen dem Buche Biaggi’s ‘Shelleys letzte 
Tage* gegenüber am Platze gewesen. Denn ob die Augen¬ 
zeugen. auf die Biaggi sich beruft, im stände waren, 
nach 68 Jahren noch zuverlässige Angaben zu machen, 
erscheint doch ziemlich zweifelhaft. Aber selbst Biaggi 
drückt sich vorsichtiger aus als R. Das Buch, das 1892 
in italienischer Sprache erschien, liegt übrigens neuer¬ 
dings auch in englischer Uebersetzung vor (London, Fisher 
Unwin); vgl. die nicht gerade günstige Besprechung im 
Athenaeum, No. 3715 vom 7. Januar 1899, S. 11 fg. — 
Auf S. 625 erzählt R. die Geschichte von Shelleys Herz 
und sagt, dass man es ‘braun und verschrumpft in seidener 
Umhüllung* zwischen den Blättern eines Buches gefunden 
habe. Wie sich die Verf. das denkt, erscheint ziemlich 
unklar. Dowden spricht nur von embrowned aslies*, die 
man dort gefunden habe. — Die Seite 626 stimmt fast 
wörtlich mit Richard Garnetts Artikel ‘Shelley’s Last 
Days* überein; vgl. Dowden II, 536. 

Schliesslich seien noch ein paar Worte über die 
Sprache R. ? s gesagt. Im allgemeinen ist sie gewandt 
und fliessend; unangenehm fällt aber auf, wie die Ver¬ 
fasserin einzelne Wörter geradezu zu Tode hetzt. Da ist 
das leidige ‘obzwar’, dem man im Buche hunderte von 
Malen begegnet. Ferner liebt sie neumodische Ausdrücke 
wie ‘vertonen* und ‘Vertonung*, Wortgebilde wie ‘herz- 
reich*, ‘reglos*, ‘betreut* und dergl. Ihre Uebertragung 
englischer Ausdrücke ist mehrfach unrichtig. 

Friedrichsdorf (Taunus). Ludwig Proescholdt. 


Gesta Karoli Magni ad Carcassonam et Narbonam. Lat. 

Text und prov. Uebersetzung mit Einleitung von Dr. F. 

Ed. Schneegans. = Rom. Bibliothek, hrsg. v. W. Foerster. 

XV. Halle, Niemeyer 1898. IX. 75 + 270 S. 8«. 

Eine neue Ausgabe des Lateinischen und Proven- 
zalischen Philomena ist als sehr verdienstlich anzuer¬ 
kennen. 1 Längst wünschte man Ciampis Lateinischen 
Text durch einen bessern ersetzt, und die geringen Aus¬ 
züge des Provenzalischen Romans, die bis jetzt gedruckt 
waren, machten den lebhaften Wunsch nach Kenntnis 
des Ganzen rege. Schneegans druckt die beiden Texte, 
deren jeden er auf Grund zweier Handschriften wider- 
giebt, neben einander ab. Den Lateinischen stellt er 
mit Recht voran; denn darüber kann kein Zweifel ob¬ 
walten, dass der Provenzalische nicht das Original des 
Lateinischen, sondern daraus übersetzt ist. Der Heraus¬ 
geber hat dies richtig erkannt und in der Einleitung 
hervorgehoben. Er hätte noch einzelne Lateinische 
Wortformen hierfür anführen können, die in der Ueber¬ 
setzung stehen geblieben sind, z. B. Burdegal 1823. 
2628, das offenbar dem Provenzalen unverständlich ge¬ 
blieben war. Im Ganzen ist der Lateinische Text be¬ 
friedigend hergestellt. Ich finde nur wenig daran zu 
bessern. So möchte ich für Pontinorum , Berviatorum 
2875 Pontivorum, Berviatorum (Bewohner von Ponthieu 

1 Die Ausgabe wurde bereits angezeigt in der Romania 
XXVIII. 319 (Paul Meyer); im Lit. Centralblatt 1899 N. 19 
(Schultz - Gora); in den Annales du midi XII. 221 (Coulet). 
Ueber die Einleitung handelt ausführlich und mit treffender 
Kritik Becker im Litbl. für german. und roman. Philologie 
1898 Sp. 144. 


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und Berri) vermuten. Für lüteraliter 158 brauchte 
eine Aenderung nicht vorgeschlagen zu werden; denn, 
wie Du Cange nachweist, bedeutet es soviel wie Latine. 
Wenig glücklich ist die Aenderung des mit geringem 
Schwanken überlieferten Supersigus 600 in Forregandus, 
das gerade unmittelbar vorausgeht. Den Namen Juste- 
atnendus schreibt Ciampi regelmässig Justeamundus; 
hierüber wäre doch eine Bemerkung am Platze gewesen. 
Die Lücken in F sind nicht genau angegeben: die auf 
S. 184 erwähnte beginnt 2407 (nicht 2404); eine andere 
geht von 2870 (nicht 2868) bis 2884 (nicht 2891). 

Von dem Provenzalischen Text bedaure ich sagen 
zu müssen, dass er nicht mit der wünschenswerten Sorg¬ 
falt bearbeitet ist. Schon dass die handschriftlichen 
Lesarten mit diakritischen Zeichen (Apostrophen u. dgl.) 
versehen werden, ist sehr störend. Wem soll mit einer 
solchen Neuerung gedient sein? Der Deutlichkeit ge¬ 
wiss nicht. Die Neuerung macht es dem Herausgeber 
unmöglich, ein in der Handschrift stehendes Apostroph¬ 
zeichen u. dgl. zur Kenntnis des Lesers zu bringen; sie 
macht den Kundigen stutzig und täuscht den Unerfahrenen. 
Denn was heisst d’aitah P anders als dass ein fälschlich 
gesetztes Abkürzungszeichen hinter d in der Handschrift 
steht, was doch nicht undenkbar ist? Ferner sind in 
den Varianten Deutsche Worte zuweilen, aber leider 
nicht immer kursiv gesetzt. Zuweilen stehen einzelne 
Buchstaben in Provenzalischen Worten kursiv z. B. in 
den Varianten zu 662. 1051, ohne das man einsieht, 
was dieses zu bedeuten hat. 

Auch im Texte selbst fehlt es nicht an Ungleich¬ 
heiten. i und j sind zuweilen reguliert, wenn auch 
nicht auf Grund richtiger Beobachtung der Provenzalischen 
Aussprache; dann aber liest man jran , jratz , jntrar, 
martirj und anderseits ia (1888). Warum steht für 
liberare livrar 171. 2488, wenn laborare laurar lautet 
404? Das eine Mal wird en ayssi gesetzt, das andere 
Mal enayssi . Im Lateinischen steht Brolium 1382. 
1524, im Provenzalischen bruelh , wo das Wort am 
besten auch als Name der Oertlichkeit gross geschrieben 
wäre; auf keinen Fall durfte es in den beiden Texten 
verschieden behandelt werden. Der Apostroph fehlt 
sehr oft in so (für s’o sibi hoc). 

Ich bedaure auch, dass Schneegans an dem Texte 
der zu Grunde gelegten Handschrift allerlei herum- 
korrigiert hat, um eine grössere Gleichmässigkeit der 
Sprachformen herzustellen. Die Sprachformen der Hand¬ 
schrift durften nur angetastet werden, wo Schreibfehler 
Vorlagen. Wird über dieses Mass hinausgegangen, so 
wird der Wert des Textes als sprachliche Urkunde 
zwecklos beeinträchtigt. Nichts ist einem Herausgeber 
mehr zu empfehlen, als Selbstlosigkeit am rechten Platz! 

Wenn ich von diesen mehr das äussere Kleid des 
Textes betreffenden Ausstellungen absehe, finde ich, dass 
der Text im Ganzen nicht übel hergerichtet und lesbar 
gemacht ist. Ich beschränke mich hier • auf wenige 
Bemerkungen, die dem Herausgeber nicht zum Nachteil 
gereichen sollen. Zumal an der Interpunktion wäre öfter 
zu bessern. Zeile 40 sollte für Satuniinus eine drei¬ 
silbige Provenzalische Form stehen. Zeile 297 deckt 
sich die Variante mit dem Text. 1715 sollte für ne no] 
non o stehen. 2336 ist de Marceli zu tilgen. 2362 
müsste das Komma nicht hinter e, sondern hinter pus 
stehen. 2916 ist für so avia endevenir zu setzen so 
avi’a endevenir . 3015 hätte der offenbare Schreibfehler 

tnisericordievLS Dieus nicht geduldet werden sollen! 


| Von dem, was dem Text beigegeben ist, sind die 
sieben Seiten Anmerkungen das Beste. Hier werden auf 
Grund eindringender Forschung einzelne Oertlichkeiten 
nachgewiesen. Leider hat der Herausgeber es unterlassen, 

! was doch so nahe gelegen hätte, die Topographie des 
I Textes im Zusammenhang darzulegen und ein alphabetisches 
Verzeichnis der Ortsnamen anzuhängen. Ein Mitglied 
meines Seminars (Hermann Kempe) hat es unternommen, 
j die Schneegansische Arbeit nach dieser Richtung hin zu 
ergänzen. 

Zum Glossar hätte ich gewünscht, dass darin die 
Entsprechungen des Lateinischen Originals häufiger an¬ 
gegeben wären. Auch sollten zu Worten, die nicht 
seinel dicta sind, grundsätzlich mindestens zwei Stellen 
, angeführt werden. Das merkwürdige annera 1875 P 
i hätte wohl zu aremenar zitiert werden können, puejar 
ist falsch an gesetzt, da der Diphthong in der unbetonten 
Silbe keine Berechtigung hat. 

Dem Verzeichnis der Eigennamen, worunter hier 
wunderlicher Weise nur Personennamen verstanden sind, 
wäre wohl besser der Lateinische Text zu Grunde ge¬ 
legt worden, was ein Heranziehen des Provenzalischen 
nicht ausgeschlossen hätte. 

Endlich komme ich zu der Einleitung, aus der ich 
nur die Fragen nach den Quellen, nach der Zeit der 
Abfassung und nach den Handschriften herausgreife. 

Ueber die Quellen sagt der Herausgeber manches 
Treffende, wählt aber seinen Standpunkt zu hoch und 
betrachtet die Sache zu sehr aus der Ferne. Becker 
hat hier bereits die Forschung weiter geführt. Eine 
Untersuchung scheint mir immer noch wünschenswert, 
die feststellte, was im Einzelnen aus Turpin, dessen 
Einfluss der Herausgeber sehr unterschätzt (die Ueber- 
einstimmungen sollen auf Benutzung einer gemeinsamen 
Quelle beruhen!), aus Roland, Sachsenkrieg, Aimeri tt u.s.w. 
herübergenommen ist. Erst dann, und wenn auch die 
Legenden ausgeschieden sind, wird sich die Frage er¬ 
ledigen lassen, was an echter Sage vorliegt, und ich 
glaube, dass dieses Ergebnis wertvoller und sicherer 
wäre, als das Gerede des Herausgebers ahnen lässt. Er 
spricht nicht selten Gedanken aus, die er wohl bei einiger 
Ueberlegung anders formuliert oder unterdrückt haben 
würde. Oder liegt es an mir, wenn ich fragen muss, 
welche historischen Begebenheiten in dem Satz gemeint 
sind (S. 24): „Das ursprüngliche Gedicht erzählte mit 
engem Anschluss an die historischen Begebenheiten die 
Belagerung von Narbonne durch Karl und Aymeri“ u. s. w. 
Ich behaupte, dass historische Züge nur in dem legenden¬ 
haften Teile des Philomena zu finden sind. 

Für die Zeit der Abfassung kommt zweierlei in 
Betracht: die Erwähnung der Picarden 2876 und des 
Abtes Bernhard 27. Was S. 40 aus Du Cange ange¬ 
führt wird, ist ungenau: er konstatiert, dass Picardi 
als Volksname zuerst unter Ludwig VIII. bei Nicolas de 
Braye und (um 1240) bei Bartholomaeus Anglicus vor¬ 
kommt. Unter dem Abt Bernhard verstand man bis jetzt 
Bernhard III. (1237—1255), und daran wird auch ferner¬ 
hin festzuhalten sein, trotz Schneegans, der an den nur 
ein Jahr (1205) fungierenden Abt Bernhard II. denkt 
und zur Begründung sagt (S. 40): „Einen terminus ante 
quem finden wir in der Thatsache, dass Aymeri in den 
Gesta das gewaltige Gebiet des Grafen von Toulouse 
I in seiner Hand vereinigt. Eine solche Vorstellung ist 
, nicht mehr denkbar nach . . . 1229“. Ich muss hier 
I fragen: Geriet denn die frühere Ausdehnung der Graf- 


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Schaft Toulouse 1229 sofort in Vergessenheit? Musste 
nicht jemand, der Begebenheiten aus der Vorzeit er¬ 
zählen wollte, hierfür den ältern Zustand voranssetzen, 
den er selbst noch erlebt hatte, obwohl es auch vollauf 
genügt hätte, wenn ihm die Kunde davon aus dem Munde 
alter Leute gekommen wäre? 

Nun zu den Handschriften 1 . Aus der S. 43 er¬ 
wähnten Handschrift Doat hatte Du M£ge Auszüge ge¬ 
druckt (Histoire g6n6rale de Languedoc, Tome II, Toulouse 
1840, Notes et Additions S. 17—32) und auch in den 
Memoires de PAcademie de Toulouse, Band V. S. 157. 
213 über Philomena gehandelt. Von der Handschrift 
Mßjanes giebt Schneegans zwar die älteste Bezeichnung 
an, aber weder N. 799, die sie in U. Robert’s Inventaire 
hat, noch die neueste Bezeichnung (424, nach dem ge¬ 
druckten Spezialkatalog). Eine Handschrift stammt nach 
Du M&ge aus der Abtei S. Savin im Sprengel Tarbes. 
Ich verweise auch auf Chabaneau, Revue des langues 
romanes XXIII. 120. 

Die auf S. 43 Anm. 2 erwähnte Handschrift steht 
nach Paul Meyer, Recherches sur P6pop6e fran^aise 
S. 27, in Band LXXTV (Schneegans falsch LXXIX) der 
CoH. de Languedoc. 

Um die ältere Literatur über Philomena scheint 
sich Schneegans nicht viel gekümmert zu haben, und 
doch ist von vorn herein sehr wohl denkbar, dass die hier 
und da abgedruckten Stellen aus heute verschollenen 
Handschriften genommen sind. Ich schlage die Biblioth^que 
universelle des romans, octobre 1777, I 170 auf und 
vergleiche das dort adgedruckte Stück, das Cliabaneau 
wiederholt hat, mit Schneegans 446 fg. Das Stück steht 
Pam nächsten, doch fehlen (nach Schneegans zu schliessen) 
in P 452 glorisa , 454 que aissi so, 466 desxendutz ) 
anderer Varianten zu 461 und 465 zu geschweigen. 
Wenn wir nicht annehmen sollen, dass Schneegans jene 
sechs Worte übersehen hat, muss es sich da um eine 
dritte Handschrift handeln. 

Die S. 42 Anm. 2 erwähnte Notiz dürfte von Catel’s 
Hand geschrieben sein, an dessen Memoires S. 404. 547 
sie wörtlich anklingt. 

Ich kann aber zu den von Schneegans benutzten 
Handschriften noch drei (wenn nicht fünf) weitere fügen, 
die er übersehen hat. Sie werden sämtlich in dem zu 
Paris 1745 erschienenen Catalogus codicum manu - 
scriptorum Bibliothecae regiae T. IV verzeichnet. Die 
erste, lat. 4977, war auch in Paul Meyer’s Recherches 
S. 27 erwähnt, wo bekanntlich über Philomena ausführ¬ 
lich gehandelt wird. Hat der Herausgeber dieses gar 
nicht gelesen? Die zweite und dritte, lat. 5946 
(= Peiresc 53) und 5947 (beide aus dem XIV, Jahrh.), 
enthalten nach dem Catalogus die Historia de gestis 
Caroli Magni quoad captionem Carcassonae et Narbonae 
authore Ouillelmo Vitali , Paduano. Hier taucht also 
der Name Vitalis auf, den Schneegans S. 42 nicht zu 
erklären vermochte und den er auch bei Catel hätte 
finden können. Von noch zwei Handschriften, lat. 5944 
und 5945 (beide aus dem XV. Jahrh.), weiss ich nicht 

1 Das auf S. 42 erwähnte Kloster Sancti Cipriani ist sicher 
das heutige Saint-Cyprian, chef-lieu de canton im Arrondissement 
Sarlat, mit alter Abtei. — Zu dem Abschnitt über die Sprache 
nur eine Bemerkung. Auf S. 69 sagt der Herausgeber, die 
Artikelform el, eis finde sich nach vokalischem wie nach kon¬ 
sonantischem Wortschluss. Da ich mich nicht entsinnen kann, 
sie nach konsonantischem Wortschluss gelesen zu haben, so 
bitte ich den Herausgeber hiermit, solche Fälle namhaft zu 
machen. 


ob sie mit Philomena in Beziehung stehen; sie enthalten 
einen stromatheus tragicus de gestis Caroli Magni ad 
Joannem ducem Bituricensem, una cum glossis authore 
Agmerico de Peyraco, abbate Moyssiacensi. Ferner 
ist eine Französische Uebersetzung des Philomena in der 
Handschrift Nouv. acq. fr. 1915 enthalten (der Katalog 
erschien kürzlich im Druck), und eine Notiz über eine 
Philomenahandschrift ist im Katalog der Bibliothek zu 
Narbonne (Cat. g6n. des mss. IX. 119) gedruckt. 

Ich denke nicht daran, für den Herausgeber daraus 
einen Vorwurf abzuleiten, dass er die erwähnten Hand¬ 
schriften nicht gekannt hat. Auch eine merkwürdige 
Beobachtung, die für die Benutzung epischer Lieder im 
Philomena spricht (vgl. Voretzsch in den Philologischen 
Studien, Festgabe für Eduard Sievers, Halle 1896, S. 68), 
ist sowohl von Schneegans als auch von dem Referenten 
des Lit. Centralblatts übersehen worden. Ueberhaupt liegt 
es mir fern, den jungen Gelehrten entmutigen zu wollen. 
Ich wünsche vielmehr, dass er die hier gegebenen An¬ 
regungen zu einer Ergänzung und Berichtigung seiner 
Ausgabe benutze. Er sollte es dann nicht unter seiner 
Würde halten, auch eine knappe Bibliographie des 
Philomena beizufügen. 

Vielleicht ist es nicht überflüssig, hier einige Werke 
zu nennen, die aus Philomena geschöpft haben: die Vita 
sancti Honorati (Zs. für Roman. Philologie II. 141); die 
von Dürrwächter herausgegebenen Gesta Caroli Magni 
der Regensburger Schottenlegende (Bonn 1897); die 
Chronik Esquerrier’s in Chroniques romanes des comtes 
de Foix . . publikes par F61ix Pasquier et Henri Courteault 
(Foix 1895), vgL S. 7 Anm. 7; Pere Tomic's Historias 
e conquestas dels excellentissims e catholics reys de Arago 
1534, Neudruck Barcelona 1886; de Barellas, Centuria, 
o Historia de los famosos hechos del gran Conde de 
Barcelona Don Bernardo Barcino (Barcelona 1600); 
Besse, Histoire des ducs ... de Narbonne (Paris 1660); 
de Marchangy, la Gaule po6tique, Tome III, Paris 1819, 
S. 217—382 passim. Man sieht: in keinem Jahrhundert 
seit seiner Abfassung hat Philomena aufgehört, Gegen¬ 
stand literarischer Benutzung oder Betrachtung zu sein. 

Halle a. S. Hermann Suchier. 


Emile Mäzuc, Grammaire Languedocienne (Dialecte 
de PözänAs). Toulouse, Imprimerie Ed. Privat. 1899. 
In-8° de XVI + 330 p. 

M. M. nous avertit au d6but de sa pr6face que ce 
livre est l’ouvrage de sa vieillesse. On a peine k com- 
prendre aprßs cette däclaration comraent il a eu si peu 
d’occasions dans sa vie de se familiariser tant soit peu 
avec certains principes de linguistique et de Philologie 
romane en particulier dont on ne peut plus se passer. II 
n’est d’ailleurs guere permis de les ignorer k Pheure 
qu’il est, trente ans apres la fondation de la Revue des 
Langues Romanes et de la Romania, pr6s de trente 
ans apres la traduction de Diez, pour ne parier que des 
travaux faits en France. Est-ce Pamour du dialecte natal 
qui a pouss6 M. M. k appeler le frangais la „ Royale 
ßle u de la langue d’Oc? (P. XIII) J’ai cru m’etre 
tromp6 tout d’abord, raäis M. M. s’est charg6 de dissiper 
un peu plus loin mes illusions et de dessiller mes yeux. 
P. 22 le fran^ais est devenu le fils du languedocien. 

„Ce mot fils n'a rien d’exagbrt parce que Pest 
nous qui Vavons engendri, et quand par hasard nous 
lui empruntons un vocable nouveau , nous ne faisons 
que rentrer dans notre bien u . (P. 22) P. 149 nouvelle 

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recidive aussi grave: „Le frangais, (Urivi aussi du 
latin , k travers la langue d’oc. . .“ Enfin, comme si 
M. M. avait peur que son lectenr n’eüt oubliä cette idäe 
fondamentale, il la reprend k propos de la Syntaxe. 
La langue frangaise, calquee pour ainsi dire sur la 
langue d’oc, n'a pas, on Va vu, une syntaxe sensiblement 
differente. (P. 209) Une derniäre fois avant de con£ 
mencer le Glossaire M. M. nous avertit que nous y 
trouverons „setdement les mots les plus usuels de notre 
dialecte qui n’ont pas ätä adoptes par la langue fran- 
qaise“. Däcidäment M. M. est un convaincu. 

Que dire des ätymologies? Contentons-nous de les 
däclarer amüsantes. En voici quelques-unes: adoubd C 
adhibeo; asclo (äclat de bois) < assecari, deranca 
(arracher) < runcare; endebio < intubum; touat (con- 
duit sonterrain) < „tubus (Sänäque) u ; deletnbra (oublier) 

< dilabor memoria ; le verbe latin mandare pourrait 
ne pas etre ätranger k l’origine de it. andare , esp. 
andar . Voici certainement la plus jolie; estaca (attacher) 

< eoraxct (sic) parfait du verbe "öTTgit. On pourrait 
multiplier ces exemples et relever de page en page, 
surtout au glossaire, des erreurs aussi graves. Nous 
präfärons insister sur ce qui peut etre utile et tacher 
d’extraire du livre ce qu’il peut contenir d’intäressant 
pour la connaissance du languedocien. M. M. nous däclare 
que sa grammaire est „le fruit des observations de sa 
vie entiäre“ ; eile renferme beaucoup de faits; k nous 
d’en tirer parti. 

Ce n’est pas chose facile, car M. M. mele volontiers 
phonätlque, prononciation, orthographe; essayons-le toute- 
fois. Phonötique. Quelle necessite de donner p. 23 
une liste des mots qui conservent h du latin et de ceux 
qui la rejettent? C’est un bien grand luxe pour le parier 
piscänois d’avoir des mots avec h ; il y a beau temps 
que oette lettre n’y sonne plus. A posttonique final 
passe ä o; 4 quelques kilomätres au nord et k Test de 
Pezenas (region lodävoise et montpellieraine) il reste a. 
A tonique snivi de n donne q dans grq < granu. Dit- 
on aussi cq < cane comme dans la region de St. Pons? 
M. M. a oubliä de noter le mot au lexique. Ce n’est 
pas la derniäre fois que nous aurons k regretter de 
pareils oublis. A protonique est passe k i dans estatiragno 
(— aranea ); dit-on, aussi imendo (fr. amende ), comme 
dans la region narbonnaise? E dans le groupe er pro¬ 
tonique passe k a : armito, fr. ermite, arnio , fr. hernie, 
farrat, narb, ferrat (sceau en fer), barroül, narb, ferroul, 
tarrdyo (poteries), narb, terrälho etc. On sait que 
le groupe er protonique passe facilement k ar. Le 
dialecte piscänois nous offre meme quelques exemples 
d’un ph6nomene phonetique egalement bien connu, la 
räsolution de r sonore (f) en ar, er. Ex. estaringlo 
et surtout ttrre- les parlers du sud de l’Aveyron con- 
naissent la forme tarr§, däveloppement normal de ttrre 
apräs un changeraent d’accent; le mot n’est autre chose 
que la finale du juron foutre prise seule; les jurons 
ätaht des mots accentues par excellence le däveloppement 
tyre , terre } tarre a suivi naturellement. La diphtongue 
$u est passte k iu: diure , narb, d$ure, biure, narb. 
b$ure, tinlat , tiule ( *tegulatu, tegulu) narb, tfule, tfulat. 
E tonique suivi d’un j se diphtongue en iq : miqts < 

mrdiu, cadiqiro < cathqdra . On chercherait vainement 
quelque renseignement sur cette diplitongaison dans le 
livre de M. M; rnais, ce qui est plus fächeux, le lexique 

donne peu de mots de ce genre; citons encore siqis parmi 


les noms de nombre (p. 50). En revanche Iqi (lit) n’est 
pas dipbongu6 (comme dans le narb.), tandis qu’ä Mont¬ 
pellier il est devenu liqtä. I long suivi d’une v61aire 
appelle un a apres lui dans le mots pidlo < lat. pila et 
fialouso , quenouille. Ce sont les memes formes dans le 
dial. narb.; au contraire fiu < fllu nous rapproche de 
la forme montpellieraine. Le mot pulmone präsente 
le meme traitement que dans la plupart des dialectes 
languedociens, si on en juge par le därive paumouniste. 

O suivi d’un yod s’est diphtongue en uo devenu io dans 
le parier moderne (narb, ue , q dans le parier moderne), l 

I Les exemples sont assez nombreux: Kiqts (cuit), piqi 
(puis), miqts (muid), niqts (nuit), iql (oeil), iqtS (huit), 

kiqr, kiqicho (cuir, cuisse) etc. Il faut remarquer qu’4 
I cötä de la forme piqi le glossaire donne la forme pqi 
i qui est du dialecte narbonnais. Pour u il faut remarquer 
1 la forme kioul et miql , miqlo (fr. cul } mule). (Cf. pour 
le traitement en narbonnais notre ätude sur le Patois 
j de Lteignatt, § 47). 

Maintien des voyelles posttoniques. I du 
] groupe iu est maintenu dans qli f qrdi (hordiu), qdi (odiu); 

maintien du suff. ülu dans qbou < ebulu, pibou et piboül 
\ (double accentuation), coumoül < curnulu. Par [He et 
ariHe sont repräsentes par parft et ar$t\ les mots 
1 derives de mots latins terminäs par — iqlu sont assez 
nombreux: liriql, mayql etc. TSptdu a donnä telgz 
avec le changement d’accent que nous avons däjä Signale 
! dans notre Pat. de LSzignan § 7, 8. Le maintien de 
e de horridu apräs deux r dans qrre na rien d’ätonnant. 

Consonantisme. Les points les plus intäressants 
du consonantisme sont les suivants. Chute des finales. 

7f finale torabe: pu, rfw, escu, segu, ntadu , narb, pur, 
dur, escur, segur , madur. Les groupes ts, sh, finaux 
tombent apräs une diphthongue: bau (fou), montp. bduts, 
gau üoie), narb, gduts, Iqi (lit), montp. liqtä, fai (faix), 
escai (surnom), narb, faish, escaish , p$i, narb, ptish, 
nqi (nuit), narb, nqit, montp. niqts. D final tombe dans 
cau , narb, caut, nodus et nidus sont repräsentes par 
nis et nous, narb, nits, nouts (On sait que ces formes 
offrent quelques difficultäs dans la plupart des dialectes 
proven^aux, cf. Meyer-Liibke Gr. des L. J?. I § 437). 

P final de cap (tete) tombe en composition: cabas (tete 
basse) = cap bas. En narb, dans des composäs de ce genre 
les consonnes finales du premier äläment s’assimilent k 
la consonne initiale du second eläment: cabbas = cap 
bas (tete basse), caddejoubqn = cap de joubqn (chef 
des jeunes gens dans les danses), pisc. cadejoub£n. 
Meme traitement dans trofort = trop fort, narb, avec 
assimilation troffort. 8 finale ne s’amuit pas comme 
en narbonnais devant un mot commeiiQant par une con¬ 
sonne autre que c, p , t; de meme la finale s de la 
deuxiäme personne du pluriel des verbes se maintient 
devant le vMtable b (sic, p. 12); ex. tenq vous = tenez - 
vcrus, mois tenqs bou = fr. tenez bon. Je reläve k la 
page 345 (Autre no'el piscbiois) la forme ai <c asinu 
rimant avec nai (narb, naish) < *nascit: la forme n’est 
pas citee au glossaire, oü l’on trouve la senle forme 
dze < asinu ; celle-ci est la plus fräquemment nsitäe, 
l’autre est vieillie ou peut-etre importäe d’un autre 
dialecte, comme il arrive souvent daus les noels et chansons 
popul air es. 

G provenant de g latin tombe apräs u (ou) dans 
le mot joudto < jugata, joug pour atteler les boeufs. 
Je ne trouve pas au glossaire le repräsentant de lat 


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doga, fr. douve ; le dialecte narbonnais connait la forme 
dougo , on entend meme quelquefois la prononciation 
doü-o. On a aussi naturellement tiule, tiulat , fan (narb. 
fauz ), fr. tuile, hUre. Pr6cüdü de i g passe lui-meme 
k i et se confond avec celui qui pröcüde, liat < ligatu. 
Le g roman provenant de c intervocalique (ou q) a subi 

le meme traitement, si on en juge par l’exemple fiyqiro 
oü il ne s’est pas encore confondu avec 1’* qui pr£cede 

(qrbo fiyqiro = pariitaire, Glossaire) et par le mot iqiro, 
(Svier) dont la forme complete serait Vaiqiro (processus: 

Vaigiqiro, l'aiiqiro , Vaiqiro , la iqiro (narb, iqro , mais 
figqro < ficaria). II faut encore noter deux formes: 
fougatou („celui qui est cbargß d’eutretenir le fen“) et 
fougdso („gäteau“) on la g provenant de c s’est maintenu; 
dans certains dialectes de la Montagne-Noire (ouest du 
D6p. de l’HSrault) on a le mot fouat (meme sens que 

pisc. fougatu) et dans tout le narbonnais on a fouäso 
(dissyllabe) et fouasft. 

Le groupe di donne ts et non j coinme en nar¬ 
bonnais : ex. embftäo (envie); tantöt aussi il donne j 
comme dans raja < radiare (couler) et ses dßrives. 
Nous pouvons remarquer ici un double traitement; cer- 
taines formes appartiennent aux dialectes de l’ouest, 
d’autres aux dialectes de Test. Nous avons dejä eu 
Toccasion de signaler ce mülange, qui n’a rien d’etonnant 
dans un dialecte vivant.. D'c provenant de lat. dicu 
donne t&: fqtse (foie), sdubatäun („qui a le goüt ou 
l’odeur sauvage“); *dodecim, tredecim , sedecim donnent 
doütäe, trqt&e, s$t$e (narb, doütse, sftse, trftse, ä cöt6 
de säubdtSe < siluatico). Ge et Gi latins pr6sentent 
le double tractement j et t$ : pajfs („bourgeois“), mais 
flatäql („fteau“), narb, flqjql, pat&qs (pas du tout , passu 
genus ), montp. patsqs, narb, paijqz (avec amuissement 
de s), mais lejl ifleglre, lire, montp. letst comme patSqs). 
Cf. encore grdntso , fr. grange, ttyns, fr. gens etc. Le 
traitement de ct final rapproche nettement le piscenoiB 
du montpelliürain oü ct devient reguli&rement ts. Latä , 
niqtä, kiqts, (lait, nuit, cuit, narb. lait, nqit, kqit), iqtä 
(octo), escritä (analogique de dits < dictu ?), fatS (factu) 
etc. (Cf. p. 129—130 les participes en its, iqts.) Il 
faut noter enfln le passage de j k z dans certains mots 
empruntüs räcemment k la langue fran^aise ou dans 
certains noms propres ( M. M. n’en eite pas d’autres 
p. 31—32): Zülo (Jules), Uzqno (fr. Eugene), Alzq 
(Alger), alzqbro (fr. algübre) etc. 

Une autre caractüristique du parier piscenois, qui 
le rapproche du montpellißrain, c’est le passage de l 
mouille k y (cf. p. 32, groupe Ul.): pdyo , fr. paille , 
narb, palo, boutfyo, fr. bouteille , granoüyo , fr. grenouille 
etc. De meme yqn („loin“), de Iqn, Hon, luon < lange ; 
yqc de Iqc , Hoc, luoc < locu (narb. Iqnc, Iqc). 

Voici encore quelques points interessants du con- 
sonantisme. 2) posttonique est tombü dans grau < gradu, 
est passe k l par dissimilation dans calüc < caducu ; 
ce dernier traitement est tres früquent dans les dialectes 
de l’Aveyron. R intervocalique passe souvent a d en 
montp.; nous trouvons quelques exemples de ce pheno- 
rnüne dans le piscenois. Cf. les doubles formes badoü 
et baroü (p. 245), „trou fait par un ver dans le 
chine dont sont faites les futailles“, narb, baroü, 
cous$do, narb, cousfro („matelas de plume“) <culcetra ? i 
(Cf. culcitra, Georges, Lat.-deutsches Wörterbuch s. u.) I 


R est toujours palatal, ce qui le distingue de r mont- 
pellierain qui est v61aire („Dans aucun cas le grasseye- 
ment [de r] n’est tolürü dans notre dialecte“ p. 34). 
Rs se rdduit k s dans tousl < Horsire, trabqso < 
transuqrsa (meme forme en narb.), mais r est maintenu 
dans revqrses („rejetons“) sans doute parce qu’il s’agit 
ici d’une formation röcente influeneüe par revertd 
(„supprimer les rejetons“). La rüduction rs > s se re- 
trouve encore dans le mot suivant: soumfso qui ne peut 
gu&re renvoyer qu’ä subtnqrsa. (Soumiso = provin, 
marcotte, pampre de vigne qui reste attaclie k la souche 
m^re, qui est ensuite plongS dans le sol et dont Textrümitü 
reparait ou-dessus du sol pour former un nouveau pied.) 
Le latin subm#ssa conviendrait aussi bien que submqrsa ; 
mais le narbonnais oü le groupe rs s’est maintenu dans 
ce cas dit soumqrso et il est difficile de croire que dans 
deux contrßes aussi voisines les viticulteurs des premiers 
si&cleB aient adoptü un mot different pour dßsigner la 
meine chose. La seule difficulte consiste dans la qualitü 
de Ve, ferme en piscenois (au moins d’apr&s la notation 
de M. M. au glossaire) et ouvert en narbonnais. On 
peut admettre, si la notation est exacte, Tinfluence d’un 
mot comme m$z < iritssu et une Sorte de confusion 
survenue quand le groupe rs a 6t6 rüduit k s. Le 
groupe rc devant i s’est r6duit k s dans le mot fasi < 
farefre ; maintenu au contraire dans sarsi < sarclre. 
Embqsa renvoie k *immerciare („depenser“); cf. la 
forme narbonnaise emmersa. 

It finale n’est pas vocalisße: ex. barrdl (petit barril), 
carrdl , antdl (ainsi) etc. Je remarque au Glossaire 
(car c’est 1 k qu’il faut aller chercher la plus grande partie 
de la phon6tique) deux exceptions: magistrau („vent du 
nord“), qui peut etre importü des dialectes voisins, et 
termendu („quartier d’une commune“). Filu > flu, 
montp. flu, narb. f{dl. Les groupes ql, ol , ti/, finaux 
restent intacts. Ex.: culu > kioul, montp. cu£u, narb. 
tioül. Ce maintien de l finale rapproche le piscenois 
des dialectes de l’ouest, oü l finale n’est pas vocalis£e. 
Calce, salice, ilice > cäuz, sduze , luze \ pulice > piuze ; 
memß traitement en narb, oü l se vocalise presque ex- 
clusivement dans ce groupe. 

Suff ixes. Ariu donne iq : payq < paleariu. Aria 
donne iqi, ce qui rapproche encore le dialecte du mont- 
pellierain; narb. iq. Exemples: dresiqiro (droite ligne), 
fiyqiro (dans qrbo fiyqiro < ficaria), dukiqiro < au - 
caria, iqiro < aquaria, jeisiqiro < gypsaria (carriere 

de plätre), ouiqiro < olearia (huilier) etc. (Cf. pour le 
traitement en narb. Patois de LSzignan , § 16.) 

Oria > ouiro. Les exemples sont assez nombreux; 
en voici quelques-uns que j’ai rasserables en feuilletant le 
glossaire: dounadouiro („casserole k long manche pour 
verserlalessive“), en lourmidouiros („potion narcotique“), 
escumadouiro („icutnoire“), fitsouiro („sorte de four- 
chette pour prendre le poisson“), pasadouiro (sorte de 
passoir), plantadouiro („cheville en bois pour planter“), 
razouiro („cylindre en bois pour arraser le grain dans 
les mesures“), trisouiro („pilon“). 

Oriu parait etre representü par le seul mantäadouire, 
qui est peut-etre refait sur manjadouiro. Les autres 
mots en dou sont nombreux mais doivent etre plutöt 
rattaches k — töre. Ils servent k former des noms 
d’instruments, d’objets dont on se sert, rarement des 


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noms däsignant l’endroit oü se fait quelque chose. 
Auzidou (oreilleB), engoulidou (avaloir), escampadou 
(däversoir), espandidou (ätendoir), espouzitou (suppo- 
sitoire), moucadou (mouchoir), nonrridou (cochon de 
lait), pasadou (passoir, cf. supra le feminin pasadouiro ), 
pourtadou (rigole maitresse pour l’irrigation d’un jardin 
potager), pouzadou (seau), retenedou (digue, obstacle), 
secadou (sächoir), tiradou (tiroir), bentadou (ventilateur). 

T$la et mustila sont repräsentäs comme en narbonnais 
par tqlo et moustqlo qui snpposent un changement de la 
qualitä de Ye , sans donte par analogie du suffixe qila. 
Le räpresentant piscänois de stella raanque an glossaire. 
Amfllo presente nn e different de celui de la forme 
narbonnaise amqllo. Suff. - inc> (nco (suff. germanique- 
ing, E. Machet, Die germ. El. in d. fr. und prov. 
Spr. p. 96), homen$n-homen$nco. 

Dissimilation. MM> MB : embqsa <*wu 
merciare (däpenser). Faut-il expliquer de la meme 
maniere emboutiU 4 cote de mounil (nombril)? Les 
formes intermädiaires auraient ätä avec adjonction de 
Particle: letnounil , lemmounil, Vembounü. Faut-il ad- 
mettre au contraine un croisement de umbilicus :monile ? 
Am\ ame , de ab < apud donne les deux formes amb 
et and : anibaco et andaco = avec cela. Dememorare 
est räpresentä par delembra (carcassonais : debrumba par 
les formes intermädiaires demembra — debremba — de¬ 
brumba). 

Nous passerons plus rapidement sur la Morphologie 
4 laqueile M. M. a consacre la majeure partie du volume 
(p. 34—207). Larticle simple masculin est lou ; forme 
composäe au gänitif del. La formation du pluriel des noms 
(adjectifs et participes passäs passifs) präsente deux parti- 
cularitäs intäressantesdont Tune est inconnue au narbonnais. 
Les mots terminäs au sing, par c, p , t, forment le pluriel 
en Ul Ex. sac (sac), plur. sdtä, tap (bouchou), plur. 
tats, rat (cliat), plur. catS. Dans leB deux premjers cas 
le narb, forme le pluriel en ts: sats (fr. sacs), tats (fr. 
bouchons ); pour les mots terminäs par un t il se con- 
tente d’ajouter un 8 : gats (fr. chats). (M. M. s’ingänie 
k citer des mots terminäs en g , b, d , il n’en trouvera 
pas dans nos dialectes languedociens; il se rattrape sur 
les mots häbreux AcJuib, Todd t Achdb, qui n’ont rien 
k faire dans une grammaire du dialecte piscänois.) La 
seconde particularitä consiste dans la formation du pluriel 
sensible: les mots terminäs par 8 au singulier forment 
le pluriel en ses; pour ceux terminäs en ch il n’y a pas 
de rägle, ou plutöt les exemples donnäs par M. M. p. 38 
ne sont pas suffisants pour la formaler. 

Le pronom personnel de la 2e personne est tüs comme 
en montp., narb. tii. Les pronoms deraonstratifs ak$l, 
akfste sont därives des coraposäs de eccu ; le narbonnais 
a les deux formes akfste et ais#ste (celni-ci passant 
natnrellement k aichqste ); je remarque cependant p. 63 
aisö et aco. La conjugaison est traitee avec de grands 
dätails et quoiqu’on püt critiquer les divisions ätablies 
par M. M. on ne saurait nier qu’il a fait ceuvre de 
patience et par endroits de sagactyä pour mettre un peu 
d’ordre dans cette matiäre confuse. Les troisiemes per- 
sonnes sing, du präsent de l’indicatif de habei e, uadere , 
facere sont ho, vo, fo, plur. 6u, vöu, föu , narb, a, 6a, 
fa \ an, ban,fan. 3© pers. sing, du futur simple aimarö. 
La l e p. sing, de Find. präs. est en e et nous en i 
comme en narbonnais, la 3e du pluriel en ou (narb. oun). 
Le groupe ry du conditionnel a räduit k y (meme rä- 
duction en narb, lauiq pour laurtq, auyö pour auriö 


„il aurait“). Quelques formes d’infinitifB märitent d'etre 
releväes : abfyire (avoir), montp. avfdre et avüdre, poutre 
(pouvoir), varre (valoir), vourre (vouloir), dorre (en- 
dolorir), morre (moudre), pöne (poudre). 

Le glossaire occupe les cent dernieres pages da 
volume; il comprend de 2500 k trois mille mots; mal¬ 
heureusement quelques-uns de ceux qui intäresseraient le 
plus les philologues y manquent. Nous relevous ici ceux 
qui märitent quelque attention: ar^sclo („enveloppe du 
tambour“), narb. ariscle; bietaze, littäralement viet d’aze, 
sert k däsigner maintenant Yaubergine; jusqu’oü Fima- 
gination populaire ne va-t-elle pas! Cadql, petit chien, 
de *catqllus p, catulus comme ved^l de uitellus pour 
uitulus; derancd, arracher, dezencüzo, excuse, avec n 
inorganique; escdl („päricarpe charnu <Fun noyau“), cf. 
E. Mackel, Die germ. El. p. 42; tsinqbre, narb. 
jenibre, fr. geniävre; gqrgo, „tuyau en poterie . . .“, 
qui renvoie 4 une forme gqrga, comme le fr. gqrje; cf. 
au contraire gour et gourgo (mare) qui renvoient 4 
gfr'gite\ gbrga; gourm^l („morve, mucositä nasale“), 
narb. bourmql. La lettre i nous präsente quelques mots 
intäressants: itsql, narb, aichql, de *axqllum, par les 
formes intermädiaires aichel, eichql; idoula , hurler, de 
ülulare (cf. W. Meyer-Lübke in Zeitschr. f. Rom. 
Phil. 22, 6, sqq.); ime, jugement, et irme, jugement, 
sont le meme mot avec un traitement diffärent, la 
premiäre fois avec amüissement de s et confusion de Yi 
qui en räsulte avec Yi qui präcäde, le seconde fois avec 
passage de s k r comme dans narb, rumattnne < fr. 
rhumatisme (cf. Patois de LSzignan, § 124); imou < 
humore; manoul < manupulus pour manipulus; mes - 
poulo du radical mespül — pour rnespu — ? narb. 
nqspro ; mouzflo < mudfla pour medulla ? Triql, narb. 
trql, de törctilum avec mätathäse et passage de q 4 
üq, iq. 

Nous remarquerons en terminant que plusieurs mots 
admis par M. M. dans son livre sont de pures trans- 
criptions de mots franqais. Les mots en ür se dänoncent 
eux-memes: vouyachür , acourdür , broudür , minür etc. 
(p. 45). De meme chevelü p. 10. Les mots oü se trouve 

la diphthongue ouq se reconnaissent mieux encore, si 
possible: vouqla, vouqturo, bouqto (p. 18), vitouqro (p. 
26), Fransouqzo (p. 28), souqr (p. 272), ventouqr (p. 
340, cf. la forme languedocienne ventadou au glossaire) 
sont des mots fran^ais empruntäs par le piscänois avec 
leur prononciation arcbaique ou provinciale. La con- 
jouction mq est le fr. mais. 

Deux pages du glossaire sont consacräes aux mots 
commen^ant par le groupe ch (p. 266—267): la plupart 
sont des emprunts comme chabal , chambiqiro (träpied), 
chicanür , ou proviennent du changement de $ initiale 
en ch: chifoun, chucd (en räalite tsifoun, tsüca), fr. 
siphon, sucer. Le narbonnais a la meme tendance 4 
faire passer s 4 ts ou sh suivant les cas quand eile est 
en contact avec un i : cf. narb, chöu < siöu (je suis), 
echermenta < *exsermentare (ramasser les sarments). 

La Roche sur Yon. J. Anglade. 


Dr. Julius Subak, Das Zeitwort in der Mundart von 
Tarent. Aus dem Jahresberichte 1898/99 der K. Franz 
Joseph höheren Handelsschule in Brünn. Selbstverlag. Brünn 
1899. 23 S. 8°. 

Während die Lautlehre der Tarentinischen Mund¬ 
art jüngst von De Noto behandelt worden ist, hat die 
Formenlehre noch keine Darstellung gefunden. 8 . anter- 


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19Ö0. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 5. 


186 


nimmt es nun, einen Teil davon, die Konjugation, dar- ( 
zustellen; seine Quellen sind De Vincentns* Vocab. tar., 
De Notos Appunti di Fonetica sul Dial. di Tarento , | 
endlich Notizen, die er sich in Tarent selbst machte 
und Mitteilungen, die ihm De Noto zukommen Hess; das | 
Material darf also als zuverlässig bezeichnet werden. 
Der Verf. hat sein Geschick in der Behandlung ähn¬ 
licher Probleme schon in seiner Schrift über die Kon¬ 
jugation im Neapolitanischen (Wiener Progr. 1898) 1 be¬ 
wiesen. Auch die in Bede stehende Abhandlung zeichnet 
sich durch sichere Methode und knappe klare Darstellung 
aus. Die tarentinische Konjugation, die übrigens der 
neapolitanischen sehr ähnlich ist, zeigt grosse Regel¬ 
mässigkeit : wie diese zustande gekommen ist, weist der 
Verf. geschickt und überzeugend nach — freilich nur 
an der Hand der modernen Mundart. 

Die Schrift bietet nur wenig, was zu Bemerkungen 
Anlass gäbe oder wo man näheres Eingehen vermisste. 
Hervorgehoben sei zunächst, dass in der 4. Präs, aller 
Verben mit Ausnahme der a-Konjugation -imd erscheint; 

S. erblickt darin (S. 7) eine Uebertragung aus der »- 
Konjugation, was immerhin auffällig ist, da diese Kon¬ 
jugation im Tarent, ganz geschwunden ist. Man möchte 
am liebsten annehraen, dass auch -Bmus lautgesetzlich 
zu -imd geworden sei; indes wendet S. ein, minus habe 
mens, melius meggyd ergeben. Der Einwand ist freilich 
sehr gewichtig, und ich vermag ihn nicht zu widerlegen; 
doch bBebe der starke Einfluss der »-Konjugation wie 
gesagt eigenthümlicli; bei der 2. Pers. die S. anführt, 
liegt die Sache doch anders, da hier ja auch die I. Konj. 

-i hat. Hier würde man historische Untersuchung 
wünschen. — S. 10 wird gesagt, - ebbd (= tosk. ebbi) 
sei durch Einfluss der 2. awistd zu -ibbd umgeformt 
worden; sollte aber nicht vielleicht das tosk. ebbi schon 
an und für sich als ibbd erscheinen? vgl. in Lecce ippi. 
— S. 10. Bei der Bildung der 3. Pf. der zweiten 
Klasse ( rurnbi ) mag 3. fu neben 1. fuwd massgebend 
gewesen sein, es könnte aber auch das alte »’-Perf. Ein¬ 
fluss gehabt haben. — S. 15. Für die 2. Sg. von esse 
geht S. wie beim Neapol. von da aus; diese Frage be- j 
dürfte einer eingehenden zusammenfassenden Darstellung | 
auf historischer Grundlage. — S. 16. Das Impf, erd, | 
ird fordert eine Grundlage fram; man denkt sofort an : 
afrz. $re\ freilich ist es fraglich, ob man beide Formen j 
in Zusammenhang bringen dürfe. Vielleicht hat der 
Verf. Recht, wenn er Einwirkung der Impf, auf - ewd ; 
annimmt. — S. 20. Von dare lautet die 3. Pf. desd , 
von stare stesd, Bildungen, die um so auffälliger sind, 
als sonst keine Spur vom s-Perf. weder bei diesen Verben 
noch bei andern angeführt wird; auch hier hätte man | 
gerne Auskunft über die historischen Verhältnisse. | 
Prag-Weinberge. Adolf Zauner. j 


Alfred B. Benard, Les Annuaires Parisiens de Mon¬ 
taigne k Didot. (1500—1900). Havre, Imprim. Lemaire 
et Cie., 71 p. 8°. 

Der Verf. ist ein 80 jähriger, mit deutscher Sprache 
und deutschen Verhältnissen wohlvertrauter Herr, dem 
die nahe bevorstehende Weltausstellung des Jahres 1900 
zwei verschiedenartige Pläne eingegeben bat. Erstens 
die Begründung eines für Handelszwecke eingerichteten 
Adressbuches, dass den Titel: Repertoire consulaire führen 
und zweitens den einer auf der Terrasse von Saint- 
Germain zu erbauenden und mit der Weltausstellung zu 

1 Siehe Litbl. 1899, Sp. 278. 


verbindenden „Walhalla“, welche Büsten von hundert 
grossen Männern verschiedener Zeiten und Nationen ent¬ 
halten soll. Diesen Gedanken führt er in einer recht 
anziehenden Broschüre: „Une Walhalla frangaise et une 
perspective Alexandre“, Havre, Impr. Lemaire, 1897, 
aus. Als Einleitung zu dem ersten Plane gibt er eine 
geschichtliche Uebersicht der wichtigsten Adressbücher 
von Paris. Das älteste wurde 1550 von dem Vater des 
i Philosophen Montaigne, Maire von Bordeaux, unter dem 
Titel: „Avis commerciaux“ herausgegeben mit Unter¬ 
stützung des Schriftstellers Laffemas und von Mlle. de 
Gourmay. Die nun folgenden Adressbücher (B. zählt 
von denen vor der Revolution' noch 13 auf), dienen vor¬ 
zugsweise Handels- und gewerblichen Zwecken, leiden 
] auch an statistischer UnVollständigkeit. 1790 gab Benoist 
| Lemoine sein „Adresses de Paris“ heraus, welche zugleich 
■ der Verbreitung revolutionärer Anschauungen dienten und 
I auch Berichte über drei Sitzungen der Legislature (24.— 

| 27. August 1892) brachten. Bis 1842, wo zuerst der 
I bekannte „Bottin“ erschien, folgen dann noch dreizehn 
von denen das „Annuaire Didot“, 1841, das bekannteste 
ist. Letzteres wurde dann 1857 mit dem „Bottin“, 
welchen die Erben B.’s an die Firma Didot abtraten 
unter dem Titel: L’Annuaire-Almanach Didot-Bottin ver¬ 
schmolzen. Hierauf folgten elf Almanache, die z. T. auch 
das übrige Frankreich berücksichtigten, zuletzt „Paris“ 
bei Hachette, 1897. Der eigenartig und fesselnd, wenn¬ 
schon nicht ohne Abschweifungen schreibende Verf. gibt 
die nötigen historischen Einzelheiten über Entstehung 
und Inhalt all* dieser vielen zerstreuten Unternehmen 
und führt uns in ein noch wenig erforschtes Grenz¬ 
gebiet der Literatur. 

Dresden. R. Mahrenholtz. 


Zeitschriften. 

Archiv für das Stadium der neueren Sprachen und 
Literaturen 104, 1. 2: M. Morris, Goethes Fandora. I. — 

F. Liebermann, Matrosenstellung aus Landgütern der 
Kirche London, um 1000. - E. Koeppel, Zur englischen 
Wortbildungslehre. — G. Sarrazin, Scenerie und Staffage 
im € 8ommernachtstraum\ — P. Toldo, Le courtisan dans 
la littfcrature frangaise et ses rapports avec l’oeuvre du 
Castiglione. — E. Consentius, Zur Quellenfrage von * 
Schillers Geschichte des HOiährigen Krieges. — F. Lieber¬ 
mann, Das Rituale Dunelmense. — Ders., Eine angel¬ 
sächsische Fieberbeschwörung. — Ders., Angelsächsische 
Rubriken. — Ders., Verlorene angelsächsische Annalen. — 
Ders., Angli caudati. — Ders., Von der angelsächsischen 
Benediktinerregel. — Ders., Englisch und Französisch im 
12. .Tahrh. — Ders., Queen’s minstrels 1302. — Ders., 
Mittelenglisches in neuen Hss. - Katalogen der Cambridger 
Kollegien. — E. Koeppel, Zur Frage der Dehnung von ae. 

S- zu me. 8 — G. Ebeling, Zu Verm. Beitr. III, 14 ff., 
nou8 chantions avec lut — nous chantions, tnoi et lut. — 
Sitzungen der Berliner Gesellschaft für das Studium der 
neueren Sprachen. — Verzeichnis der Mitglieder der Berliner 
Gesellschaft für das Studium der neueren Sprachen. Januar 
1900. — A. Köster, R. M. Meyer, Goethe. Preisgekrönte 
Arbeit. Mit drei Bildnissen. 2. Aufl. — 0. Glöde, 0. Hau¬ 
schild, Die verstärkende Zusammensetzung bei Eigenschafts¬ 
wörtern im Deutschen. — R. Fischer, Von der letzten 
Londoner Theatersaison. — F. Liebermann, W. G. Searle, 
Anglo-Saxon bishops, kings and nobles: the succession of 
the bishops and the pedigrees of the kings and nobles. — 
Ders., Ch. Plummer, Two of the Saxon chronicles parallel 
with supplementary extracts from the others, a revised text 
edited . . . on the basis of an edition by John Earle. Vol. II: 
Introduction, notes and index. — G. Schleich, G. J. Tamson, 
Word-Stress in English: a Short Treatise on the Accentu&tion 
of Words in Middle-English as Compared with the 8tress in 
Old and Modern English. — F. Holthausen, A. Western, 
Kurze Darstellung der engl. Aussprache für Schulen und 


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1900. Literatur bl att für germanische und romanische Philologie. Nr. 5. 


188 


zum Selbstunterricht. 3., verm. u. verb. Aufl. — A. B., Otia 
Merseiana the publication of the Arts Faculty o! University 
College Liverpool — L. Kellner, G. Herzfeld, William 
Taylor von Norwich. Eine Studie über den Einfluss der 
neueren Literatur in England. — M. Förster, Lyrical Ballads 
by William Wordswortn and S. T. Coleridge 1798. Edited 
with Certain Poems of 1798 and an Introduction and Notes 
by Thomas Hutchinson. — K. Biedermann, William Black. 
Wild Eelin. — E. Penner, Castle Meadow. By Emma 
Marshall. — A. Brandl, M. Betham-Edwards, I. A storm- 
rent sky. II. Reminiscences. — Ders., M. Pemberton, The 
arden of swords. — E. Freymond, P. Marchot, Le roman 
reton en France au Moyen Age. — Ders., Ed. Wechssler, Die 
Sage vom heiligen Gral in ihrer Entwicklung bis auf Rieh. 
Wagners Parsifal. — E.Mackel,W.Bruckner,Charakteristik 
der germanischen Elemente im Italienischen. — Wolfgang von 
Wurzbach, M. Landau, Geschichte der italienischen Lit- 
teratur im 18. Jahrh. — C. Appel, E. Levy, Provenzalisches 
Supplement-Wörterbuch. Berichtigungen und Ergänzungen 
zu Raynouards Lexique Roman. 2i Bd. — R. Wendriner, 
Un umanista nel secento. Giano Nicio Eritreo. Studio 
biografico critico di Luigi Gerboni. — F. Kalepky,H. Saure, 
Französisches Lesebuch für höhere Mädchenschulen und 
Lehrerinnen-Bildungsanstalten nebst Stoffen zur Uebung im 
mündlichen Ausdruck. Erster Teil. Fünfte Doppel-Auflage. 
Zweiter Teil. Vierte Doppel-Auflage. — Ders., Französische 
Lesestoffe als Unterlagen zur Uebung im mündlichen Aus¬ 
druck. Dritte Auflage. — Ders., Tableau chronologique de 
la littörature fran<;aisc destinfc ä l’instruction publique et 
particuliere. Seconde Edition. — Ad. To bl er, L. Clement, 
Henri Estienne et son oeuvre fran^aise. — Ders., G. Paris, 
La littfcrature normande avant l’annexion 912—1204. — 
Ders., Le vicomte E.-M. de Vogüö, de l’Acad6mie fran<;aise, 
Les mort8 qui parlent. — Ders., R. P. Wülker, Briefwechsel 
zwischen Ad. Ebert und Ferd. Wolf. — H. Suchier, Rud. 
Tobler, Die Altprovenzalische Version derDisticha Catonis. 

— Ad. Tobler, Neue Zeitschriften. — A. Risop, Nachtrag 
zu Archiv CII, 365. — K. Luick, Berichtigungen zu Band 

cm. 

Die neueren Sprachen VII, 9: F. Lindner, Die Stellung 
der neueren Philologie an den Universitäten und ihr Ver¬ 
hältnis besonders zur klassischen Philologie. — Ph. Aron¬ 
stein, Samuel Pepys und seine Zeit. IV. - 0. F. Schmidt, 
Neuphilologischer Verein in Köln a. Rh.: Der Frankfurter 
Lehrplan und seine Stellung innerhalb der Schulreform-Be¬ 
strebungen. — M. Krumm ach er, Dent’s First French Book 
by S. Alge and Walter Rippmann. — Hints on Teaching French 
with a running Commentary to Dent’s First and Second 
French Books by Walter Rippman. — Thora Goldschmidt, 
Bildertafeln für den Unterricht im Englischen. — A. 
Stoeriko, G. Strien, Der franz. Anfangsunterricht. — H. 
Jantzen, W. Streitberg, Gotisches Elementarbuch. — Ders., 
Ed. Sievers, Abriss der angelsächsischen Grammatik. — H. 
Schmidt, Zu den Wiener Thesen. — K. Meier, Zentral¬ 
stelle für Schriftsteller-Erklärung. — W. V., Modernenglische 
Prosa. — G. Höft, Ein Wort für die Methode Gouin. II. 

F. D., Frankfurter und neusprachliche Reform. <— M. K., 
Berichtigungen und Zusätze. — Aufenthalt im Ausland. — 
VII, 10: W. Mangold, Friedrichs des Grossen Dichtungen 
aus der Zeit des siebenjährigen Kriegs. — H. Hoffmann, Die 
schlesische Mundart. IV. — Ph. Aronstein, Samuel Pepys und 
seine Zeit. V. — H. Müller, Bericht über den Fortgang 
der Arbeiten des Kanon-Ausschusses des allgemeinen deutschen 
Neuphilologen-Verbandes. — A. Stoeriko, G. Strickler, 
Nouveau livre de lecture. — Ders., E. Otto, Französisches 
Lesebuch mit Konversationsübungen für Mädchenschulen und 
andere weibliche Bildungsanstalten. — Ders., J. Bierbaum, 
Lehrbuch der französischen Sprache nach der analytisch¬ 
direkten Methode für höhere Schulen. — Ders., H. Rahn, 
Höditha. — Ders., W. Ricken, Lehrgang der französischen 
Sprache für die ersten drei Jahre des französischen Unter¬ 
richts an Realschulen jeder Art und an höheren Mädchen¬ 
schulen. — Ders., W. Ricken, Schulgrammatik für höhere 
Mädchenschulen. — Ders., J. Pünjer, Lehr- und Lernbuch 
der französischen Sprache. — Ders., M. Weiss, Französische 
Grammatik für Mädchen. — Ders., G. Stier, Lehrbuch der 
französischen Sprache für höhere Mädchenschulen. — A. 
Brunnemann, E. Dupuis, La France en zigzag. — Ders., 

G. Bruno, Livre de lecture et d’instruction pour l’Adolescent. 

— Ders., Mdm. S. Gagnebin, Une Trouvaille. — Ders., 
E. Rambert, Les Cerises du Vallon de Gueroz. La Bateliäre 


de Postunen. — Ders., Französische Gedichte. — Ders., 
Wershoven, Htilfsbuchlein für die Lektüre französischer Ge¬ 
dichte. — M. Krumm ach er, Der französische Unterricht 
in der höheren Mädchenschule. — Ders., English Reading- 
Book for German Pupils by E. H. Barnstorff and J. Schmarje. 

— Ders., Erstes englisches Lesebuch. — Ders., English 
Fairy Tales. — Ders., The Fairy Tales of Master Perrault. 

— Ders., Eight Stories from Andersen. — Ders., God save 
the Queen. — Ders., Filologisk Forenings Kommentarer til 
nyere Litteratur. I. W. M. Thackeray’s Book of Snobs. — 
Der8., English Letters. — H. Schmidt, Beispiele unlogischer 
Wortstellung im Französischen. — G. Höft, Ein Wort für 
die Methode Gouin. III. — G. Wen dt, Wiener Thesen. — 
G. Reichel, Congräs international des langues vivantes. 

— W. V., Englische Jugendschriften und die Schullektüre. 
Internationaler Briefwedisel. — J. Ziehen u. F. D., Zu: 
Frankfurter und neusprachliche Reform. — Französische 
Kurse in Grenoble. 

Nenphil. Centralblatt 14, 3: Medicus, Dantes göttliche 
Komödie. 

Neuph ilologi sehe Mitteilungen (Helsingfors) 1900,15/1—15/3 : 
A. Wallensköld, Les rapports entre la po£sie lyrique 
romane et la pofcsie lyrique allemande au moyen äge. — W. 
S., Ein finländischer Moliere-Uebersetzer aus dem Anfang 
des Jahrh. — U. L., Sütterlin, Die deutsche Sprache der 
Gegenwart. — T. E. Karsten, Palander, Die ahd. Tier¬ 
namen. I. Die Namen der Säugetiere. — W. S., Jespersen, 
Ergänzungsheft zu Spoken English; Kürschner, L’Italiano 
Parlato. 

Indogerman. Forschungen XI, 1. 2: H. M. Chadwick, 
Ablaut Problems in the Idg. verb. [Darin u. a. The History 
of Idg. e-stems in Germanic; got. nemun, gebun ; The Germanic 
‘Weak Preterite*.]. — M. H. Jellinek, Die Endung der 
2. Person PI. Praes. im Ahd. — P. J. Cosijn f- 
Zs. des Vereins für Volkskunde X, 1: R. M. Meyer, Goethe 
und die deutsche Volkskunde. — K. Müllenhoff, Zur Ge¬ 
schichte der Bienenzucht in Deutschland. — Vier Briefe von 
W. Mannhardt an W. Schwartz und von W. Schwartz an 
W. Mannhardt. Als Anhang: Zwei Briefe von K. Müllenhoff 
an W. Schwartz. — 0. Schell, Bergische Hochzeitsgebräuche. 

— M. Rehsener, Von den Thieren und ihrem Nutzen nach 
Gossensasser Meinung. — 0. Schütte, Braunschweigische 
Sagen. — R. Petsch, Ein Kunstlied im Volksmunde. — A. 
L. Stiefel, Zu Hans Sachsens ‘Der plint Messner’. — T. 
P. Piger, Faschingsgebräuche in Prutz im Oberinnthal. — 
0. Hartung, Zur Volkskunde in Anhalt. 


Zs. für deutsches Altertum und deutsche Literatur 44, 1 : 

Zwierzina, Mittelhochdeutsche Studien. 1. Adv. gär mit 
langem Stammvokal bei Gotfrid v. Strassburg. 2. rrät. az 
mit langem oder kurzem a bei mhd. Epikern. 3. gegen und 
wider mit dem Genetiv des Personalpronomens im Nibelungen¬ 
lied. 4. Das Endungs-e nach w und n kurzer Stammsilben. 
5. Die Plusstrophen der Vulgata des Nibelungenliedes. 6. 
Die Eigennamen in den Reimen der Nibelungen. 7. Das 
Präteritum von hän und tuon. — Roethe, Blattfüllsel: 
Walther 9, 24. — Franck, Aus dem historischen Archiv der 
Stadt Köln. I. Fragment von Hartmanns Gregor. II. Frag¬ 
ment von Bruder Philipps Marienleben. III. Fragment des 
Veterbuchs. IV. Disticha Catonis. V. ‘Vom andern Land*. — 
W a d s t e i n, Altsächsische Worterklärungen. I. — Z i n g e r 1 e, 
Zur Kudrun. — Schröder, Kasseler Bruchstück des Renne¬ 
wart. — Ders., Zum Reinaert. — Roethe, Könnecke, 
Bilderatlas zur Geschichte der deutschen Nationalliteratur, 
2. Aufl. — Holthausen, Tümpel, Niederdeutsche Studien. 

— F. J6nsson, Detter, Die lausavisur der Egilssaga. — 
Ehrismann, Kraus, Das sogen. II Büchlein und Hartmanns 
Werke. — Ders., Zwierzina, Beobachtungen zum Reim¬ 
gebrauch Hartmanns und Wolframs. — Michels, Uhl, 
Murners Gäuchmatt. — Ders., Voss, Murners An den Adel 
deutscher Nation. — Ders., Ott, Ueber Murners Verhältnis 
zu Geiler. — Ders., Popp, Die Metrik und Rhythmik Mumer’s. 

— Hönig, Fürst, Die Vorläufer der modernen Novelle im 
18. Jahrh. — Vondrak, Murko, Deutsche Einflüsse auf die 
Anfänge der böhmischen Romantik. — Pollak, Schullerns, 
Michael Albert. — R. M. Meyer, Usener, Sintflutsagen. — 
Heyne, Zingeler und Laur, Bau- und Kunstdenkm&ler in 
den hohenzoll. Landen. — Ders., Kaeding, Häufigkeits¬ 
wörterbuch der deutschen Sprache. — Seemüller, Fath, 
Wegweiser zur deutschen Literaturgeschichte. I. — Wrede. 
Friedmann, La lingua gotica. — Ders., Jantzen, Gotische 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 5. 


190 


Sprachdenkmäler. — Panisch, Kölbing, Ivens-saga. — 
Martin, Franck und Verdam, Maerlants strophische Ge¬ 
dichten. — Keiper, Vossler, Das deutsche Madrigal. — 
Kossmann, Menne, Der Einfluss der deutschen Literatur 
au! die niederländische. — Pniower, Strassburger Goethe¬ 
vorträge. — E. H. Meyer, Jahresbericht der Männer vom 
Morgenstern. I. 

Americana Germanica III, 2: F. H. Wilkens, Early influence 
of German literature in America. — E. A. Miller, Words- 
worth and Wilb. Müller. —A. Gerber, Additional remarks 
on the evolution of the classical Walpurgis-Night and the 
scene in Hades. — M. D. Learned, Prof. G. A. Hench: 
in memoriam. 

Zs. für den deutschen Unterricht XIV, 3: W. Schwarze, 
An Goethes Hand unter südlichem Himmel. — J. Mäh ly, 
Sprache und Sprachlaune. — 0. Lyon, Der Entwurf eines 
Gesetzes betreffend das Urheberrecht an Werken der Literatur 
und Tonkunst und das deutsche Lesebuch. — Sprechzimmer: 
No. 1: K. 8prenger, Zu H. v. Kleist, Prinz v. Homburg. 

— No. 2: 0. Behaghei, Zu den Buchstaben der Indogerm^nen. 

— No. 3: 0. Schütte, Zur Etymologie des Strassenamens 
Katthagen. — No. 4: F. Graz, Speichelleckerei. — No. 5: 
Th. Distel, Sprachliches zu einer mittelalterlichen Inschrift 
auf einem denkwürdigen Schwerte im königl. historischen 
Museum zu Dresden. — No. 6: 0. Gl öde, Zum mecklen¬ 
burgischen Wortschatz. IV. •— No. 7: R. Eickhoff, Wie 
ist das Wort „Backfisch“ zu erklären? — No. 8: C. Müller, 
Das Wachsen der Mädchen auf Bäumen. — 0. Lyon, H. 
Dünger, Wider die Engländerei in der deutschen Sprache. 

— Ders., A. Denecke, Verdeutschungsbücher des Allgemeinen 
Deutschen Sprachvereins. IX. Tonkunst, Bühnenwesen und 
Tanz. — 0. Gl öde, J. Stuhrmann, Das Mitteldeutsche in 
Ostpreussen. 

Chronik des Wiener Goethe-Vereins XIV, 1—2: Emil 
Szanto, Zu Goethes archäologischen Studien. — Ed. Castle, 
Goethes Paria-Legende. 

Tijdschrift voor Nederlandsche Taal-en Letterkunde XIX, 
1: J. Franck. Zum Lancelotwerk. I. Zum ursprüngl. Ge¬ 
dichte Wrake van Ragiscl. II. Die Lancelotcompilation u. 
d. Waleweinbuch. — A. Kluyver, karabijn. A. Hendriks, 
kau-jijze. — J. Verdam, Nieuwe Merlijnfragmenten. 

Taal en Letteren X, 3: K. P. de Vries, De kerkelijke 
twisten te Amsterdam 1626—1631. Inleiding op Vondels 
Hekeldichten uit dien tijd. — G. A. Nauta, Iets over eigen- 
namen die appellatieven geworden zijn. — W. L. van Helten, 
De Wachtendonckse Psalmen. 

Noord en Zuid XXIII, 2: J. te Winkel, Geschiedenis der 
Nederlandsche taal. § 6. Gemakzucht en welluidenheid als 
factoren van klankverandering. — P. L. van Eck Jr., 
Marnix’ Bijencorf. — T. H. de Beer, De zaal en het tooneel 
van den Amsterdamschen schouwburg van 1637. 

Dania VII, 1: V. Säby, Store og smä bogstaver. — Kr. Sand- 
feld-Jensen. Bemierkninger om definitiv genitiv i dansk. 

— Th. A. Müller, Studier i danske folkeviser. — Kr. Nyrop, 
Forgörelse. — E. Gigas, Jakob v. Tybo-sprog, Projekt¬ 
magerstil og Mester Bonifacius-dansk. — Fremraede domme 
om dansk. — En fransk vise i dansk tradition. 


Englische Stadien XXVII, 2: M. Kal uz a, Eugen Kölbing. 
H. Jantzen. Chronologisches Verzeichnis der von Eugen 
Kölbing veröffentlichten Schriften (Bücher, Aufsätze, Miscellen, 
Anzeigen). — A. Kölbing, Verzeichnis der auf Kölbing’s An¬ 
regungentstandenen Doktordissertationen.—A.Pogatscher, 
Englische Etymologien. — J. Koch, Nochmals der mittel¬ 
en^. Rosenroman. — W. v. Wurzbach, George Etheredge. 

— C. Stoffel, The quasi-appositional Superlative after „one“. 

— G. Weitzenböck, Zu den Leitsätzen Wendt’s. — A. 
Po gatscher, F. Kluge and F. Lutz, English Etyraology. 
A Select Glossary serving as an Introduction to the History 
of the English Language. — W. A. Read, Dasselbe. — A. 
Schröer, Shakespeare’s dramatische Werke. Uebersetzt v. 
Aug. Wilh. Schlegel und L. Tieck. Hrsg, von Al. Brandl. 

— A. E. H. Swaen, Thomas Otway’s ‘The History and Fall 
of Gaius Marius* und Garrick’s ‘Romeo and Juliet* in ihrem 
Verhältnis zu Shakespeare’s ‘Romeo and Juliet* und den 
übrigen Quellen. Dissertation von W. Schramm. — Br. 
Schnabel, Gray’s English Poems, original and translated 
from the Norse and Welsh, edited with introduction and 
notes by D. C. Tovey. — Ph. Aronstein, S. Johnson, 
History of Rasselas, Prince of Abyssinia. Edited with intro¬ 
duction and notes by 0. F. Emerson. — Br. Schnabel, 


Essays on the Novel as illustrated by Scott and Miss Austen, 
by Ad. Alfred Jack. — R. Ackermann, Heinr. Gillardon, 
Shelley’s Einwirkung auf Byron. Heidelberger Doktorschrift. 

— Br. Schnabel, Fischer, Leben und Werke Alfred Lord 
Tennyson’s. — Ders., Koeppel, Tennyson. — Ders., Poems 
by the late John Lucas Tupper. Selected and edited by 
William Michael Rossetti. — F. Liebermann, Fr. Roeder, 
Die Familie bei den Angelsachsen. Eine kultur- und literar¬ 
historische Studie auf Grund gleichzeitiger Quellen. I. Mann 
und Frau (Studien zur Engl. Philologie hrsg. v. L. Morsbach 
IV). — G. Binz, The Saints and Missionaries of the Anglo- 
Saxon Era. First Series. By the Rev. D. C. 0. Adams. 
With a Preface by the Rev. T. T. Carter. — Ph. Aronstein, 
Joh. Leitritz. Altenglands Unterrichts- und Schulwesen. — 
Ders., Ed. Fechtner, John Locke, ein Bild aus den geistigen 
Kämpfen England’s im 17. Jahrh. — Ders., 0. Schädel, 
Edmund Burke. — Th. Lion, English Poems and Proverbs. 
Für den Schulgebrauch ausgewählt und bearb. von J. Ph. 
Off ermann. — F. Strohmeyer, A. Kippenberg, Englische 
Gedichte für höhere Mädchenschulen. — L. Türkheim, 
Freytag’s Sammlung französischer und englischer Schrift¬ 
steller. — C. Th. Lion, Velhagen & Klasing’s Sammlung 
französischer und englischer Schulausgaben. — Ders., Baker, 
History of the English Poeple. Im Auszuge hrsg. und erklärt 
von H. Loewe. — Ders., Scott, The Lady of the Lake. Er¬ 
klärt von H. Loewe. — Ders., Henry Wadsworth Longfellow, 
Evangeline, A Tale of Acadie. Für den Schulgebrauch er¬ 
klärt von 0. Dickmann. — H. Klinghardt, Thackeray’s 
Snob Papers I—X, with Annotations by G. Rydberg. — Ph. 
Aronstein, God save the Queen. Für die erste Schul¬ 
lektüre geschrieben v.on' C. Massey und hrsg. von L. Fries. 

— R. Boyle, Shakespeare and Ovid. — A. E. H. Swaen, 
Two corrupt passages in ‘Arden «of Feversham*. — Joh. 
Hoops. Ein interessantes Keats-Autograph. — William A. 
Read, Some traces of Keats’ influence upon the language 
of Tennyson. — W. Bang, ‘A man’s man* und ‘A man of 
men*. — Prüfungsaufgaben der Universität Cambridge. — 
A. E. H. Swaen, Miscellaneous notes. — Joh. Hoops, 
Furnivall’s 75. Geburtstag. — Rud. Fürst, Notiz. 


Revae des langaes romanes Nov. Dez. 1899: A. Jeanroy, 
Deux fragments des chansons d 'Antiochc et du Chevalier au 
Cygne. — E. Stengel, Le Chansonnier de Bernart Amoros 
(Forts.). — J. Ulrich, La traduction des Actes des apötres 
en haut engadinois. — F. Castets, I dodici canti. Epopöe 
romanesque du XVII® si£cle (Forts.). — E. Riga), Toinet, 
Quelques recherches autour des po6mes hfcroi’ques-Gpiques 
fran^ais du XVII® sifccle. — M. Grammont. Schuchardt, 
Roman. Etymologien. - H. Teuliö, Wahlund, Cent mots 
nouveaux. Modernismes en -isme et en - iste . — Nouvelles 
bibliographiques: Le complöment du chansonnier de Bernart 
Amoros etc. 

Revue de Philologie fran^aise et de littärature XIII, 4: 
L. Vernier, L’accentuation binaire et l’analogie phonfctique 
dans la langue frangaise. — Blanchardon,Le verbe dans 
le patois de Saint-Haon-le-Chätel (Loire). 

Giornale Dantesco VIII, Serie terza, quaderno l:G.A.Cesareo, 
Gli amori del Petrarca. — Aut. Fiammazzo, Intorno al 
‘nobile castello’. — Gino Fogolari, Nota ai versi di Para- 
diso, XI. 88—90. — Cino Chiarini, Gli accenni al tempo 
nella Divina Commedia. — L. M. Capelli, Conferenze 
dantesche a Milano [an."'1899]. 


Literarisches Centralblatt 10: G—r, Suchier und Birch- 
Hirschfeld, Geschichte der französ. Literatur. — A. Stz., 
Gedichte vom Hausrat aus dem 15. und 16. Jahrh. Hrsg, 
v. Th. Hampe. — Zs. für hochdeutsche Mundarten, hrsg. v. 
Heilig und Lenz. — Dünger, Wider die Engländerei in der 
deutschen Sprache. — -1-, Berdrow, Rahel Varnhagen. — 
p., Chauvet, Folklore Catalan. — A. L., Feilberg, Dansk 
Bondeliv. — 11: L. Fr.. Dejob, Les femmes dans la comödie 

fran^aise et italienne au XVIII« sifccle.-ltz- G., Berger,* 

Die Lehnwörter der franz. Sprache in ältester Zeit. — Holt¬ 
hausen, Altsächs. Elementarbuch. — ah, Kistener. Die Jakobs¬ 
brüder, hrsg. v. K. Euling. — Platen, Ausgewählte Dichtungen. 
Hrsg. v. Attensperger. — 12: Ivens Saga, hrsg. v. Kölbing. 

— Ziehen, Fabelbuch. — Harry Maync, Consentius, Der 
Wahrsager. Zur Charakteristik von Mylius und Lessing. 

— -1.. Frey, Conr. Ferd. Meyer. — p., A Tradi^äo. Revista 
mensal d'ethnographia portugueza. — Sächs. Volkskunde. 
Hrsg. v. Rob. Wuttke. — Lemke, Volkstümliches in Ost- 


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192 


1900, Literatnrblatt für germanische und romanische Philologie. No. 5. 


preussen. - 13: Borinski, Das Theater. — Ldw. Pr., Small, 
The Stage-Quarrel between Ben Jonson and the so-called 
Poetasters. — Kulmau, Der musikalische Quack-Salber (1700). 

Hrsg. v. Kurt Benndorf.-nn-, Haag, Die Mundarten des 

oberen Neckar- nnd Donaulandes. — Vietor, Deutsches Lese¬ 
buch in Lautschrift. — P. N., Müller, .Tean Paul - Studien. 
— 14: P. F., (iuill. de Castro, Ingratitud par Amor. Comedia. 
Ed. by Hugo A. Rennert. — Fr. Kl., Lloyd, Northern English. 
— Schüddekopf und Walzel, Goethe und die Romantik. 
Deutsche Literaturzeitung No. 7:Borinski, Lessing, v.Bolin. 
— L 0 seth, Observations sur le Polyeucte de Corneille, 
von Schultz-Gora. — No. 8: Pachaly, Variation im Heliand 
und m der Altsächsischen Genesis, von Jellinek. — Volks¬ 
schauspiele aus dem Böhmerwalde. II., von Wolkan. — 
Ammann, Zur Erinnerung an Jeremias Gotthelf; Stickel¬ 
berger, Sprache Jeremias Gotthelfs, von Frey. — Franklin, 
la vie privfce d’autrefois. Arts et mötiers des Parisiens du 
XII® au XVIII® stecle, von Mahrenholtz. — Koppel, Ver¬ 
besserungen zu den Erläuterungen und der Textlesung des 
Lear, von Wetz. — No. 9: Macropedius, Rebelles und 
Aluta, von Michels. — Rieh. M. Meyer, Die deutsche Literatur 
des 19. Jahrh., von Köster. — Reinseh, Ben Jonsons Poetik 
und seine Beziehungen zu Horaz, von Aronstein. — Curto, 
La Beatrice e la Donna gentile di Dante Alighieri, von 
Wiese. — No. 10: Tille, Yule and Christmas, von Seemüller. 
— Betz ? Heine und Alfred de Müsset. — Günther, 
a Manual of English Pronunciation and Grammar, von Vietor. 
— Benoist, Essais de Critique dramatique (George Sand- 
Musset-Feuillet-Augier-Dumas Fils), von Eloesser. — Ernst 
Mayer, Deutsche und französische Verfassungsgeschichte 
vom 9. bis zum 14. Jahrh., von E. v. Schwind. — Ehren¬ 
feld, Studien zur Theorie des Reims, von Bruchmann. — 
Xo. 11: Laurents Hanssons, Sagaoversoettelse udgivet af 
Gustav Storm, von Heusler. — Consentius, ‘Freygeister, 
Naturalisten, Atheisten*, ein Aufsatz Lessings im Wahrsager, 
von Nieten. — Schönbach, Gesammelte Aufsätze zur 
neueren Literatur in Deutschland, Oesterreich, Amerika, von 
Evans - Keats’ Hyperion, hrsg. von Hoops, von Herzfeld. 

Dahn, Die Könige der Germanen, VIII: Die Franken 
unter den Karolingern. 4. Abth., von Hahn. — No. 12: 
Haynel, Gellerts Lustspiele; Coym, Gellerts Lustspiele, von 
H. Devnent. — Ewart, Goethes Vater, von Morris. — 
Sicardi, Gli Amori estravaganti e molteplici di Francesco 
Petrarca e 1 Amore unico per madonna Laura de Sade, von 
Wiese. — Linz, Lebens- und Charakterbilder aus der Ge¬ 
schichte der französischen Literatur, von E. Weber. — Lex 
fc^lica, zum akad. Gebrauch hrsg. von H. Geffcken, von 
Hübner. — Wittig, J. Chr. Brandes, ein Beitrag zur Ge¬ 
schichte der Literatur und des Theaters im 18. Jahrh., von 
Schlösser. — C. Franke, Die Brüder Grimm, von Petsch. 

Pätzold, Die individuellen Eigentümlichkeiten einiger 
hervorragender Trobadors im Minneliede, von Schläger. 

Neue Jahrbücher für das klass. Altertum, Geschichte 
und deutsche Literatur und für Pädagogik V, VI, 2: 
K. Heinemann, Aus dem Goethejahre. — E. Ermatinger, 
Eine moderne französ. Bearbeitung des Euripideischen Jon 
(L’ Apollonide* von Leconte de Lisle). — J. Ilberg, Leconte 
de Lisle und Zola. 

Neue phil. Rundschau 5: Th. Engwer, Stengel, Die alt- 
provenz. Liedersaramlung c der Laurenziana in Florenz. — 
Ders., Pfeffer, Beiträge zur Kenntnis des altfranz. Volks¬ 
lebens. — K. Beckmann, Lotsch, Wörterbuch zu modernen 
franz. Schriftstellern. — H. Knobloch, Jaep, Anmerkungen 
zu H. Saures franz. Gedichtsammlung. — J. Ellenbeck, 
Henty, on the Irrawady, hrsg. von P. Reimann. — Fass’ 
Krüger, Schwierigkeiten des Englischen. — 6: G. Rolin, 
Favre, dictionnaire de la prononciation fran^.; Observations 
prdiminaires sur la rdorme de l’orthographe frangaise. 

Gymnasium 18, 6: Ziemer, Zur vergl. und deutschen Sprach¬ 
wissenschaft. 

-Zs. für das Gymnasialwesen Febr.-März: F. Schneider, 
Die deutsche Rechtschreibung. — H. Ziemer, Ueber syn¬ 
taktische Ausgleichungen. 

Blätter für das GymnAgial-SchuIwesen 36,1.2: Chr. Ho ege r 
Ein alter Fehler in Schillers Braut von Messina. — o’ 
Hey, Noch einmal der ‘Fehler’ in Schillers Braut von 
Messina. 

Zs. für die Österreich. Gymnasien LI, 2: Ellinger, Keats 
Hyperion, hrsg. von Hoops. — v. Weilen, Er. Schmidt, 
Lessing. 


Zs. für lateinlose höhere Schulen XI, 5. 6: Holzmüller, 
Wiese und Pfcrcopo, Geschichte der ital. Literatur. 

Neues Correspondenzblatt für die Schulen Württembergs 
VII, 2: Cataneo, Wiese und P£rcopo, Geschichte der ital. 
Literatur. — Wagner, Wülker, Geschichte der englischen 
Literatur. 

Pädag. Archiv 42, 2: J. T. Mählis, Zur Charakteristik der 
Sprache Schillers (Forts, in 3). 

Pädag. Monatshefte 1, 2: K. Francke, Goethes Vermächt¬ 
nis an Amerika, — Jean Hepp, Natürliche Methoden beim 
Lehren neuer Sprachen. 

Monatshefte der Comenius-Gesellschaft IX, 1. 2: J. Reber, 

J. A. Comenius und Joh. Michael Moscherosch. 

Verhandlungen des historischen Vereins von Oberpfalz 
nnd Regensburg Band 51: C. Will, Der Anfang eines 
Klagelieds Oswalds von Wolkenstein auf die Husitenschlacbt 
bei Taus im Jahre 1431. 

Zs. der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Ge¬ 
schichte XXIX: R. Hansen, Der Dithmarsische Chronist 
Johann Russe und seine Vorgänger. — J. Jellinghaus, 
Holsteinische Ortsnamen. 

Allgem. evang.-luther. Kirchenzeitung 13: Goethes Lebens¬ 
weisheit in ihrem Verhältnis zum Chnstenthum. 

Das Magazin für Literatur 69, 9: R. Steiner, Goethe und 
die Mathematik. 

Monatsblätter für deutsche Literatur 4, 6: R. Siegemund 
Joh. Chr. Günther. 

Das lit. Echo 2, 11: P. Seliger, Zur Geschichte des Volks¬ 
kalenders. | 

Das neue Jahrhundert 3: L. Kätscher, George Sand. 
Allgemeine Zeitung Beilage 42: H. Düntzer, Goethe und 
die Romantik. - 46: J. Hof miller, Die deutsche Literatur 
im 19. Jahrh. — 60: Fel. Dahn, Jakob Grimms deutsche 
Rechtsalterthümer. — 64: W. Fred, Balzac’s ‘Lettres ä 
1’ Etrangfcre*. 

Museum VIII, 1: Beets, De Vreese, Gallicismen in het Zuid- 
nederlandsch. — Gallöe, Tümpel, Niederdeutsche Studien. 

— VIII, 2: Deelman, Sütterlin, Die deutsche Sprache der 
Gegenwart. — v. Hamei, Mary James Darmesteter, La reine 
de Navarre. — Salverda de Grave, Weiter, Frederi Mistral. 

— Chantepie de la Saussaye, Max Müller, Beiträge zu 
einer wissenschaftl. Mythologie. 

The Athenaeum 3770: Fr. Harrison, Tennyson, Ruskin, 

Mill and other literary estimates. — The prose works of 
Jon. Swift, vol. VIIJ, Gulliver’s travels, ed. Dennis. — 
Thomas, son of Geoffrey Chaucer (s. auch 3771). — Shake- 
speare’s sonnets, reconsidered and rearranged with intro- 
ductory notes by Sam. Butler. — 3773: Toynbee, The 
bibliography of Boccaccio’s Genealogiae Deorum. — 3774: 
Hogan, The life and works of Dante Alighieri. — Toyn¬ 
bee, Paradise as an ecclesiastical term. — 3777: Beget and 
Begetter in Elizabethan English. — 3779: Two of the Saxon 
Chronicles Parallel, ed. Plummer. 

The Academy 1448: Underhill, Spanish literature in the 
England of the Tudors. — 1450: Quiller-Couch, Historic&l 
tales from Shakspeare. — 1452: Go wer, Complete works, 
ed. G. C. Macaulay. 1. — The Book of the Courtier, from 
the Italian of Count Baldassare Castiglione, done into English 
by Thomas Hoby, 1561, with an introd. by W. Raleigh. — 

Miss Mellows, The story of English literature. — 1455: 
(Euvres completes de Moliäre, Oxford, Clarendon Press. 
American Jonrnal of Philology XX, 2. 3: M. P. Mustard, 
Tennyson and Virgil. 

Revue critique 10: A. Jeanroy, Li livres du gouvernement 
des rois, a XIII Century French Version of Egidio Colonna's 
treatise De regimine principum, pnbl. S. P. Molenaer. -- 
J. Legras, Baldensperger, Gottfr. Keller. — H. deCurzon, 
Collection E. M6rim6e, d’ auteurs dass. Espagnols (Alarcon, i 
Cervantes, Calderon, Mendoza, Castro, Lope de Vega, Solis 
etc.); Pifcces choisies du Theätre Espagnol, traductions non- 
veiles par M. M. L. Dubois et Oroz; Bulletin Hispanique, 
Tome I er . — 11: A. Delboulle, Le Trfcsor immortel, tir£ 
de T Ecriture Sainte, par Jacques Sireulde, publ. par Ch. de 
Beaurepaire (Rouen). — R. Rosi&res, Guizot, Montaigne. 
Gtudes et fragments; Champion, Introduction aux Essais de 
Montaigne. — 12: A. C., Deutsche Literaturdenkmale des 
18. u. 19. Jahrh. hrsg. v. A. Sauer 49—88. — 13: A. Jeanroy, 
Zingarelli, Intorno a due trovatori in Italia. — L. Pineau, 
Feilberg, Dansk Bondeliv. — Ch. Dejob, Flamini, Compendio 
di storia della letteratura italiana ad uso delle scuole secon- 
darie. — 14: F. Piquet, Kraus, Heinrich v. Veldeke und 

14 


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193 


1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. No. 5. 


194 


die mild. Dichtersprache. — 15: L. H. Labande, Le livre 
des comptes de Jacme Olivier, marchand narbonnais au 
XIV® siede, publ. avec une introduction, un glossaire 
par A. Blanc. — Ch. Dejob, Salza, Delle commedie di 
Lodovico Dolce. — 16: Ch. Seignobos, Lacombe, Introd. 
ä l’histoire litt£raire. 

Ii« Moyen Age Jan.-Febr. 1900: A. Guesnon, La satire ä 
Arras au XUI« si£cle (Im Anschluss an Chansons et Dits 
artösiens du XIII« si&cle, p. p. Jeanroy et Guy). — M. Prou, 
D’ Arbois de .Tubainville, La civilisation des Celtes et celle 
de l’epopee homeriqne. -- L. Anvray, A. Fiammazzo, II 
commento dantesco di Alberico da Rosciato, col proemio e 
fine di quello del Bambaglioli. — L. Duvau, Arndt, Der 
Uebergang vom Mhd. zum Nhd. in der Sprache der Breslauer 
Kanzlei. — In der ‘Chronique’ sind u. a. kurz besprochen: 
A. Cap pell i, Diz. di abbreviature latine ed italiane; A. 
Geering, Die Figur des Kindes in der mhd. Dichtung. 

Revue des conrs et Conferences VIII, 19: H. Hauser, 
La presse en France avant le journal. III. Les journalistes 
(Ecole du journalisme). — H. Fouquier, Le th^ätre de 
George Sand: ‘Claudie*. — 20: G. Larroumet, Voltaire 
po£te tragique. — 21: ß. Faguet, J.-B. Rousseau. Son 
style, sa langue, ses rythmes. 

La Revue de Paris 1. April: Louis Bertrand, Flaubert et 
F Afrique. 

Revue des lettres fran^aises et ’^trangeres II, 1: Ch. 
Joret, M m ® de Stael et la cour littöraire de Weimar (Schl.). 

— A Morel-Fatio, Menöndez y Pelayo. 

Bulletin hispanique 1: Apraiz, Donde fuö cautivado Cer¬ 
vantes? — Bibliographie: Underhill, Spanish litterature in 
the England of the Tudors. — Ch an dl er, Romances of 
roguery I: the picaresque novel in Spain. — Drames religieux 
de Calderon, trad. Rouanet. — Soler, Quien fue Quevedo. 

— Croce, Gracian. 

Revue de V Instruction publique en Belgique XLII, 4: 
A. Bley, Ludwig Tieck conime critique dramatique d’apr£s 
un livre röcent (nach dem zu Brüssel erschienenen Buche 
von Bischoff, Ludwig Tieck als Dramaturg). — P. Bergmans, 
Moli&re, Avare II. — XLIII, 1: J. Feiler, Flaubert juge 
par Faguet. 

Bulletin du Mus6e Beige IV, 3: Bischoff, Heinemann, 
Goethe. 2. Aufl. 

Nuova Antologia 677: C. Segrfc, Goethe e Carlotta di Stein. 

— V. Cian, una satira Dantesca prima di Dante. 

La Cultura XVIII, 20: A. Chialvo, L. Pinvert, Jacques 
Grevin. — C. Calisse, Filon, De Dumas k Rostand. 

Rivista fl los oft ca 1899, fase. 4. 5: E. Sacchi, L’elemento 
religioso nell 1 arte del Manzoni. 

Rivista abrnzzese di scienze, lettere ed arti Anno XV, 

1. 2: L. Perroni-Grande. un astronomo dantofilo del Cin¬ 
quecento. Appunti per la storia della varia fortuna di 
Dante. 

Atti e memorie della R. Accademia di scienze, lettere 

ed arti di Padova XVI, 1: Fr. Flamini, Girolamo Ramusio 
(1450—1486) e i suoi versi latini e volgari. 

Atti del r. istituto veneto di scienze, lettere ed arti 
Tomo LIX, Serie VIII, t. II, disp. 2. 3: G. Biadego. Un 
maestro di grammatica amico del Petrarca : aggiunta e 
correzione. 

Atti della Accademia olimpica di Vicenza Vol. XXXI: 
Giov. Ghirardini, L’amore e la donna nei poeti del dolce 
stil nuovo. 


Neu erschienene Bücher. 

Beyschlag. Fr., Volkskunde und Gymnasialunterricht. S.-A. 
aus der Zs. für den deutschen Unterricht 14, 1. Leipzig, 
Teubner. 45 S. 8°. 

Levi. Cos., Letteratura drammatica. Milano, Hoepli. 16°. 
XI, 339 S. [Behandelt die dramatische Literatur aller 
Nationen.] 

Populär studies in mythology, romance, and folhiore. London, 
David Nutt. 16°. Each, net 6 d. 

1. A. Nutt, Celtic and medneval romance. 32 S. 

2. E. S. Hartland, Folklore: wliat is it, and what is 
the ^ood of it. 43 S. 

3. A. Nutt, Ossian and the Ossianic literature. 61 S. 

4. Jessie L. Weston, Arthur and his knights. 40 S. 
\Vech8sler, E., Giebt es Lautgesetze? Halle, M. Niemeyer. 

190 S. 8°. M. 5. S.-A. aus ‘Festgabe für H. Suchier*. S. u. 


Berdolet, F. E., Die Modi der verschiedenen Satzarten bei 
Neidhart von Reuenthal. Diss. Tübingen 1894. 97 8. 8°. 

Betz, Louis P., J. J. Bodmer und die französische Literatur. 
Ein Literaturbild der Kulturmacht Frankreichs im 18. Jahr¬ 
hundert. Sonderabdr. aus J. J. Bodmer, Denkschrift zum 
CC. Geburtstag. (Zürich 1900.) 77 S. 4°. 

Böhrig, K , Die Probleme der Hebbel’schen Tragödien. Leipz. 
Diss. 98 S. 8“. 

D’Arbois de Jubainville, H., fitudes sur la langue des 
Francs k Tepoque m^rovingienne. Paris, Bouillon. XII. 
232 4- 110 S. 8°. fr. 6. 

Diekhoff, Tob., Der zusammengesetzte Satz im Reinke de 
Vos. Leipziger Diss. 95 S. 8°. 

Drucke und Holzschnitte des XV. u. XVI. Jahrhunderts in 
getreuer Nachbildung. IV. Die Floia und andere deutsche 
maccaronische Gedichte hrsg. von C. Bliimlein. Strassburg 
i. Eis., J. H. Ed. Heitz. 8°. 107 u. 15 S. in zinkograph. 
Nachbildung. M. 5. 

Farineili, Art., Dante e Goethe. Firenze, Sansoni. 38 S. 
16°. 50 Cent. Bibi. crit. della lett. ital. dir. da Fr. Torraca. 
No. 34. 

Gerber, P. H., Goethes;Beziehungen zur Medizin. Berlin, 

S. Karger. M. 2. 

Grettis saga Asmundarsonar, hrsg. v. R. C. Boer. Halle, 
M. Niemeyer. M. 10. 

Grimm. J. u. Grimm, W., Deutsches Wörterbuch. 10. Bd. 
3. Lfg. Sein — Seligkeit. Bearb. v. M. Heyne. Lex.-8°. Leipzig. 
S. Hirzel. Sp. 3o3—528. M. 2. 

Hauff, W., Der Scheik von Alessandria und seine Sklaven, 
edited by W. Rippmann. Cambridge, University Press. 
183 S. 8°. sh. 2,6. 

Idiotikon, Schweizerisches. 40. Holz-Böppeli—Burger. 

Jons son, Finnur, Den oldnorske og oldislandske Litteraturs 
Historie. II, 4. S. 595—786. Kopenhagen, Gad. 

Kurreimeyer, William, The historical development of the 
types of the first person plural imperative in German. 
Dissertation der Johns Hopkins University. Baltimore. 80S. 8°. 

Müller, E., Regesten zu Friedrich Schillers Leben und 
Werken. Leipzig, Voigtländer. 

Müller, Joseph, Untersuchungen zur Lautlehre der Mundart 
von Aegidienberg. Bonner Diss. 62 S. 8°. 

Palaestra. Untersuchungen und Texte aus der deutschen 
und engl. Philologie. Hrsg. v. A. Brandl u. E. Schmidt. 
Berlin, Mayer & Müller. VIII. gr. 8°. M. 3.50. [VIII: 
Poppe, Th., Friedrich Hebbel und sein Drama. Beiträge 
zur Poetik. VIII, 131 S. M. 3.50.) 

Paris, G., Les Danseurs maudits, legende allemande du 
XI® siede. In-4°, 17 p. Paris, Imprim. nationale; librairie 
Bouillon. [Extrait du Journal des savants (cabier de decembre 
1899)]. (Im Anschluss an E. Schröder, ‘Die Tänzer von 
Kölbigk*, Zs. für Kirchengesch.) 

Quellen und Forschungen zur Sprach- und Kulturgeschichte 
der germanischen Völker. Hrsg. v. A. Brandl, E. Martin. 
E. Schmidt. 85. Heft. Strassburg, Karl J. Triibner. gr. 8°. 
M. 3. [85: Hagen, P., Der Gral. V, 124 S. M. 3.] 

Sadil. M., Jacob Bidermann, ein Dramatiker des 17. Jahrh. 
aus dem Jesuitenorden. I. Progr. Wien 1899. 32 S. 8°. 

Sammlung kurzer Grammatiken germanischer Dialekte. Hrsg, 
v. W. Braune. C. Abrisse. No. 1. Halle, M. Niemeyer, 
gr. 8°. M. 1.50. [1: Braune, W., Abriss der althoch¬ 

deutschen Grammatik. Mit Berücksichtigung des Alt- 
sächsischen. 3. Aufl. 64 S. M. 1.50.] 

S u p h a n, B., Allerlei Zierliches von der alten Excellenz. Berlin, 
Weidmann. 8°. M. 1. 

An OldEnglish Martyrology. Re-edited frora manuscripts 
in the Libraries of the British Museum and of Corpus Christi 
College. Cambridge. With Introduction and Notes by George 
Herzfeld. London. Early English Text Society. 116. Kegan 
Paul, Trench, Triibner & Co., Ltd. 1900. XLIII. 243 S. 8°. 

Bini, Car., Scritti. 2 a ed. notevolmente accresciuta per cura 
di G. Levantini Pieroni. Firenze, Le Monnier. 16 0, XVIII, 
558 S. L. 4. [Darin u. a. Artikel über Laur. Sterne, Lord 
Byron u. s. w.] 

Christ, The, of Cynewulf. A Poem in three parts : The 
advent, the ascension. and the last judgment. Edited with 
Intruduction. Notes and Glossary by Albert S. Cook. Boston, 
Ginn & Comp. The Albion Series of Anglo-Saxon and Middle- 
English Poetry. J. W. Bright and G. Kittredge general 
editors. CHI. 294 S. 8°. 

Krön, R., English Daily Life. Englischer Lese- und Unter- 


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198 


1900. Literaturblatt für germanische nnd romanische Philologie. No. 6. 


196 


haltungsstoff über Gegenstände und Vorkommnisse aus allen 
Gebieten des englischen Alltagslebens. Mit einem Plan von 
London. Karlsruhe, Bielefeld. 196 S. 8°. 

Milton, John, Complete Poetical Works. From the Edition 
of the Rev. H. C. Beeching. Oxford Miniature Ed. 32mo, 
pp. 1090. Oxford, Clarendon Press 3/6. 

Müller, W., The Monikins von J. F. Cooper in ihrem Ver¬ 
hältnis zu Gulliver’s Travels von J. Swift. Rostocker Diss. 
1900. 44 S. 8°. 

Mur et -Sanders, Engl. Wörterbuch II, 15: Linie-halten— 
mörderhaft. 

Sauerstein, P., Charles d’Orlöans und die englische Ueber- 
setzung seiner Dichtungen. Progr. Reichenbach i. V. 1899. 
Leipzig, Fock. 68 S. 8°. 

Schmeding, 0., Ueber Wortbildung bei Carlyle. Halle, M. 
Niemeyer. M. 10. [Ein Teil, 74 S., auch Göttinger Diss.] 

Schoembs, J., Ariosts Orlando Furioso in der engl. Literatur 
des Zeitalters der Elisabeth. Diss. Strassburg 1898. Leipzig, 
Fock. 107 S. 8°. 

Vietor, Wilh., Das Angelsächsische Runenkästchen aus Auzon 
bei Clermont-Ferrand. Mit 5 Tafeln in Lichtdruck. M. 6. 
Marburg, N. G. Elwert’sche Verlagsbuchh. [The Anglo- 
Saxon Runic Casket. (The Franks Casket.) With five 
phototyped plates.] 


Abraham, F., Ueber Quellen und Mundart des Delphinatischen 
Mysteriums: Istoria Petri et Pauli. Halle, M. Niemeyer. 
M. 3. 

Amalfi, Gae., Grandi e piccoli: critica letteraria. Napoli, 
Gennaro M. Priore. 16°. XV, 239 S. L. 2. [Darin u, a. 
Artikel über Andrea Maffei, Gius Chiarini, Ugo Foscolo, 
Don Chisciotte, Rebelais, Heine, Voltaire etc.] 

Arci, Fil., Cronografia dantesca, note illustrative sull 1 appli- 
cazione del Cronografo Dantesco dello stesso autore. Torino, 
Paravia. 16°. 80 S. L. 1.50. 

Bar bi, A. S., Un accademico mecenate e poeta: Giovan Battista 
Strozzi il Giovane. Firenze, Sansoni. 77 S. 16°. 70 cent. 
Bibi, critica della letteratura it&l. diretta da Franc. Torraca. 
No. 35. 

Barine, A., Les Grands ficrivains fran^ais. Alfred de Müsset. 
3« ödition. In-16, 183 p. et 1 portrait. Paris, libr. Hachette 
et Cie. fr. 2. 

Bartoli, Matteo, Ueber eine Studienreise zur Erforschung des 
altromanischen Dalmatiens. (Vorläufige Berichte der Balkan- 
Kommission. Aus dem Anzeiger der phil. hist. Klasse der 
kais. Akademie der Wissenschaften zu Wien vom 19. Nov. 
1899, No. XXV separ. gedruckt.) S. 71—91. 8°. 

Bö di er, J., Spöcimen d’un essai de reconstruction conjecturale 
du Tristan de Thomas. Halle, M. Niemeyer. 40 S. 8°. 
M. 1.20. S.-A. aus *Festgabe für H. Suchier’. S. u. 
Bembo, Pietro, Sonetti inediti. Bologna, Zamorani e Alber- 
tazzi. 22 S. 16°. Estr. dal cod. 1250 della Bibi, universitaria 
di Bologna, del sec. XVI. Pubbl. da Rinaldo Sperati per le 
nozze Marescotti-Gentili. 

Benedetti, Em. De, La vita e le opere di Francesco D’ Ambra. 

Firenze, Rassegna nazionale edit. 89 S. 8°. 

Bernini, Ferruccio, II Ricciardetto di Niccolö Forteguerri : 

forma e contenenza. Bologna, Zanichelli. 16°. 139 S. L. 3. 
Bertoldi, Alf.. Prose criticlie di storia e d’arte. Firenze, 
Sansoni. 301 S. 16°. L. 3.50. [Darin Artikel über Parini, 
Foscolo, Pietro Giordani u. a.] 

Biblioteca storica della letteratura italiana diretta 
da Francesco Novati. No. 5: La Catinia. le Orazioni e 
le Epistole di Sicco Polenton umanista trentino del secolo 
XV. Edite ed ill. da Arnaldo Segarizzi. LXXXVII. 156 8. 
8°. L. 7. — No. 6: Un Pronostioo satirico di Pietro Aretino 
(MDXXXIV). Ed. ed ill. da Al. Luzio. XLI. 163 S. 8°. 
L. 7. Bergamo, Istituto ital. d 1 arti grafiche. 

Bojardo, Mat. Maria, Saggio d’un’ edizione critica del- 
l’Orlando Innamorato, a cura di Franc. Foffano. Pavia. 
16 S. 8°. 

Bonomi, Celso, M. Gianfrancesco Straparola da Caravaggio. 
Pavia, frat. Fusi. 8°. 49 S. Pub bl. per le nozze di Palibio 
Bietti con Maria Gallavresi. 

Canevari, Enr., La morale nella poesia del Parini. Monza. 
1899. 31 S. 8*. 

Cardamone, Raff., Intorno al XXVIII canto dell’ Inferno di 
Dante : lettura. Torino, tip. Salesiana. 29 S. 16°. 

Chatcl. E., ‘La Querelle du Cid, pieces et pamphlets publies 
d’aprös les originaux. avec une introduction. par Armand 
Gastö, professeur ä lTIniversitö de Caen. Paris, H. Weiter, 


59, rue Bonaparte, et ä Leipzig, 16, Salomonstrasse. In- 
8°, 10 pages. Nogent-le-Rotrou, impr. Daupeley-Gouverneur. 
1899. [Extrait de la Bibliotheque de l’Ecole des chartes ’ 
Clouard. Maur., Documents inödits sur Alfred de Müsset 
Paris, Rouquette. 8’. fr. 10. 

Crescini, Vinc., Per il‘vers* del‘lavador*. Padova. 8°. 9 S. 

S.-A. aus Atti e Memorie della R. Accademia di scienze. 
lettere ed arti in Padova Vol. XVI, disp. 2. 

Dante Alighieri, La Divina Commedia. Riveduta nel teste 
e commentata da G. A. Scartazzini. Volume I : Flnferno. 
Leipzig, Brockhaus. Seconda edizione intieramente rifatta 
ed accresciuta di una Concordanza della Divina Commedia. 
8°. M. 12. 

Dante’s Göttliche Comödie. Uebers. von Otto Gildemeister 
3. Auflage. Berlin, Wilh. Hertz. M. 8. 

Dante. By Edmund Gardner. (Temple Primers.) Frontispiece. 

16mo, pp. vi—159. London, Dent 1/ 

Davidsohn, Rob., I campioni nati ed unti. Firenze. 8°. 
7 S. S.-A. aus dem Bullettino della societä dantesca italiana 
N. Ser. Vol. VII, fase. 1—2. 

Doumic, R., Histoire de la littörature frangaise. 16« edition, 
revue. augmentöe et entiörement recomposee. In-18 jösus. 
viii-624 p. Paris, libr. Delaplane. 

Farinelli, Arturo, Sülle ricerche ispano-italiane di Benedetto 
Croce (Estratto dalla Rassegna bibliogr. ital. VII, 11. 12.1. 
Pisa, 1900. S. 261—292. 

Federzoni, Giov., Diporti danteschi: LaVitaNuova, equando 
fu composta la Vita Nuova? 2* ediz. Bologna, Zanichelli. 
8°. 73 S. L. 2. Per le nozze di Antonio Dell’ Abbadessa 
con Eleonora Codronchi Argeli. 

-, Interpretazione nuova di due passi della Div. Com¬ 
media. [1. Su la pena dei golosi. 2. Su la delfica deitä.] 
Bologna, Zamorani e Albertazzi. 23 S. 8°. 

Forschungen zur romanischen Philologie. Festgabe für H. 
Suchier v. J. Bödier, C. Bonnier, A. Philippide, F. Saran, 
G. Schläger, C. Voretzsch, K. Warnke, C. Weher, E. Wechssler, 

B. Wiese, M. Wilmotte. Halle, M. Niemeyer. VI 4 646 + 

. XXXVI S. 8°. M. 18. [Inhalt: Ch. Bonnier, Proverbes 

de Templeuve; Al. Philippide, Ueber den lat. und rumän. 
Wortaccent; M. Wilmotte, Le dialecte du ms. F. Fr. 24764; 
J. Be di er, Specimen d'un essai de reconstruction conjecturale 
du Tristan de Thomas; G. Schläger, Ueber Musik und 
Strophenbau der franz. Romanzen; K. Warnke, Die Quellen 
des Esope der Marie de France; B. Wiese, Zur Christophorus- 
legende; C. Weber, Ital. Märchen; E. Wechssler, Giebt 
es Lautgesetze?; F. Saran, Der Rhythmus des franz. Verses; 

C. Voretzsch, Zur Geschichte der Diphthongierung im Alt- 
provenzalischen.] 

Gast6, A., Du röle de Scarron dans la Querelle du Cid. Caen, 
Delesques. 1900. 8°. 

Godefroy, Fr., Dictionnaire de l’ancienne langue fran^aise. 

Fase. 95 (Suppl. : permettre — prccieuscnmü.) 

Hailays, A., Racine, poete lyrique, conförence. In-8°, 18 p. 
Paris, bureaux de la Schola cantorum, 15, rue Stanislas. 

1899. (Extrait de la Tribüne de Saint-Gervais.] 

Hatzfeld, Darmesteter et Thomas, Dictionnaire gönöral de la 

langue franqaise. 28. Fase, theatralemcn t—velu . 

Ive, Ant., I Dialetti Ladino-Veneti dell’ Istria. Con Sovven- 
zione dell’ Imperiale Accademia della Scienze di Vienna. 
Strassburg i. Eis., Karl J. Trübner. Gr. 8°. XXIII, 207 S. 
M. 5.50. 

Laconca, Teodoro, L’umorismo nel Morgante di Luigi Pulci. 
Melfi, Gius. Grieco. 32 S. 8°. 

Langlois, E., Anciens proverbes fran^ais. In-8°, 33 pages. 
Nogent-le-Rotrou, imprim. Daupeley-Gouverneur. Paris. 1899. 
[Extrait de la Bibliothöque de l’Ecole des chartes.] 

Lanson, G., Les Grands Ecrivains framjais. Boileau. 2« ödition. 
In-16. 207 pages et 1 portrait. Paris, libr. Hachette et Cie. 

1900. fr. 2. 

Leopardi. Giac., Pensieridi varia filosofia e di bella letteratura 
[con prefazione di Gios. Carducci]. Vol. IV. V. Firenze, 
Le Monnier. 439 und 437 S. 16°. L. 7. 

Maggi, Car. Maria, Scelta di poesie e prose edite ed inedite 
nelseeondo centenario dalla sua morte, con introduzione. 
commemorazione, note ed una nuova tavola genealogica 
della famiglia Maggi, di Antonio Cipollini. Milano, Hoepli. 
XXXVII. 572 S. 16°. L. 6.50, 

Manuel, Juan, El libro de los enxiemplos del Conde Lucanor 
et de patronio. Text und Anmerkungen aus dem Nachlasse 
v. Herrn. Knust, hrsg. v. Ad. Birch - Hirschfeld. Leipzig. 
Dr. Seele & Co. gr. 8°. XXXVI, 439 S. M. 12. 


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197 


1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 5. 


198 


Manzoni, Al., Scritti postumi pubblicati da Pietro Brambilla 
a cura di Giov. Sforza. Vol. I. Milano, Enr. Rechiedei. 
VIII, 420 S. 8°. L. 5. 

Marchot, Paul, Essais d’explication pour trois questions de 
Philologie romane [Encore andar(e ); La plus ancienne Aube; 
Rom. ßautare], Turin, Löscher. 8 S. 8°. Extrait des Studi 
di filologia romanza VIII, 22. 

Martini, Ferd., Simpatie:studi e ricordi. Firenze, R. Bemporad 
e figlio. 16°. S. 409. L. 3.50. [Darin eine Reihe Artikel 
über Giusti, ferner über Goldoni u. s. w.] 

Mertens, P., Die kulturhistorischen Momente in den Romanen 
des Chrestien de Troyes. Diss. Berlin, Vossische Buchh. 
gr. 8°. V, 69 S. M. 2. 

Meyer, P., Notice sur trois lßgendiers fran^ais attribues ä 
Jean Belet. Tirö des Notices et extraits des mss. de la 
Biblioth&que nationale et autres bibliothöques. XXXVI. 
Paris, Klincksieck. 1899. 78 S. 4°. 

Moore, Edward, Gli accenni al tempo nella Divina Commedia 
e loro relazione con la presunta data e durata della visione. 
Versione ital. di Cino Chiarini. Firenze, Sansoni. 16°. 182 S. 
L. 1.20. Bibi. crit. della letteratura ital. diretta da Fr. 
Torraca. No. 32. 

Mo r f, H., Spielmannsgeschichten. S.-A. aus der Neuen Züricher 
Zeitung. 24 S. 8°. 

Mussato, Alb., Ecerinide : tragedia a cura di Luigi Padrin, 
con uno Studio di Giosufc Carducci. Bologna, Zanichelli. 
LVn. 283 S. 8°. 

Natali, Giulio, La mente e Y anima di Gius. Parini. Modena, 
Vincenzi. XI. 194 S. L. 2. 

Novati, Fr., Indagini e postille dantesche. Serie prima. 
= Bibi, storico-critica della letteratura dantesca diretta da 
G. L. Passerini e da P. Papa. 9—10. 

Nyrop, Kr., Formation du pluriel en fran<;ais. Les noms en 
- 1. Extrait du Bulletin de TAcadämie Royale des Sciences 
et des Lettres de Dänemark, Copenhague, pour l’annfee 1900. 
= Oversigt over det kgl. Danske Viaenskabernes Selskabs 
Forhandlinger 1900. No. 1, S. 23 —54. 

Parini, Gius., H giorno e le odi. Edizione integra con com- 
mento di Luigi Valmaggi. Aggiuntovi il dialogo Della 
nobiltä. Torino, Casanova. XI. 496 8. 16°. L. 3.50. 
Paris, G., Le rom&n du Comte de Toulouse. Paris, Bouillon. 
1900. 32 8. 8°. 

Persico, Fed., Due letti. — A. Casanova e la Divina Com¬ 
media. Firenze, Sansoni. 64 S. 16°. 60 Cent. Bibi. crit. 
della letter. ital. dir. da Fr. Torraca. No. 33. 

Bajna, Pio, Le Fonti dell’ Orlando Furioso. Ricerche e 
studi. 2» ed. corretta e accresciuta. Firenze, Sansoni. 1900. 
XV. 631 S. 8°. L. 10. 

Bitter, Eugöne. La chanson de l’Escalade, en langage savoyard, 
publiöe avec a’autres documents sur cette entreprise. Genf, 
Kündig. 67 S. 8°. 

Borneo, H, e la fortuna: quattro sonetti antichi. Venezia, 
Ferrari. 11 S. 8°. L. 1. Estr. dal codice Laurenziana XC, 
inf. 37. Pubbl. da S. Morpurgo a benetizio della societä 
Dante Alighieri per la diffusione della lingua e della cultura 
ital. fuori del regno. 

Salvioni, C., IlPianto delleMarie ia anticovolgare Marchigiano. 
Nota. Roma. 31 S. 8°. S.-A. aus den Rendiconti der R. 
Accademia dei Lincei. Vol. VIII. seduta del 17 dicembre 1899. 
Schirmacher, K., Paris! Illustriert v. A. Moreaux und F. 
Marks. (Verein der Bücherfreunde.) Berlin, Alfr. Schall. 
8°. V, 365 S. M. 4.50. 

8chläger, G., lieber Musik und Strophenbau der französischen 
Romanzen. (Mit einem musikalischen Anhang.) Halle, M. 
Niemeyer. 46 + 27 S. 8°. M. 2.40. S.-A. aus ‘Festgabe 
für H. Suchier*. S. o. 

Schneegans, F. Ed., Batisto Bonnet. Ein provenzalischer 


Bauer und Schriftsteller. S.-A. aus ‘Neue Heidelberger Jahr¬ 
bücher*. IX. S. 182—200. 

Scrocca, Alb., II peccato di Dante : saggio critico, con un’ 
appendice intorno a La Donna gentile. Roma, Erm. Loescher. 
8°. 70 S. L. 2. 

Storia letteraria d’ Italia scritta da una Societä di professori. 
65—69. (Tullo Concari, H settecento; = fase. 65. 66. 69. 
— Nie. Zingarelli, Dante; = fase. 67. 68) S. 321—432, 
VII; 161—240. Milano, Fr. Villardi. 

Taylor, Rob. Longl., Alliteration in Italian. A Dissertation 
presented to the Faculty of the graduate school of Yale 
University upon application for the degree of Doctor of 
philosophy. New Haven, Conn. XV. 151 S. 8°. 

Tobler, Ad., Der provenzalische Sirventes ‘Senher n’enfantz, 
s’il vos platz* (Bartsch’s Grundriss 461, 219.). S.-A. aus den 
Sitzungsber. der kgl. Preuss. Akademie der Wissenschaften 
zu Berlin. Phil.-hist. Klasse. 1900. XVH. 8 S. 8°. 

Tovini, Mar., Studio su Carlo Goldoni e il suo teatro. Firenze, 
Barbera. 83 S. 16°. 

Vidal, A. et A. Jeanroy, Comptes consulaires d’Albi (1359 
—1360), publifcs avec une introduction, un glossaire et des 
notes par A. Vidal, correspondant du ministfcre de Tinstruction 
publique, et une ötude linguistique par A. Jeanroy, pror 
fesseur ä l’UniversitS de Toulouse. Grand in-16, cj-271 pages. 
Toulouse, impr. et librairie E. Privat. Paris, librairie 
Picard et fils. 1900. fr. 5. [Bibliothfcque märidionale (l 1 * 
sfcrie, t. 5)]. 

Voretzsch, K., Zur Geschichte der Diphthongierung im Alt- 
rovenzalischen. Halle, M. Niemeyer. VI. 80 S. 8°. M. 2. 
,-A. aus ‘Festgabe für H. Suchier*. 8. o. 

Warnke, K., Die Quellen des Esope der Marie de France. 
Halle, M. Niemeyer. IV. 124 S. 8°. M. 3.60. S.-A. aus 
Testgabe für H. Suchier’. S. o. 

Weber, K., Italienische Märchen, in Toscana aus Volksmund 
gesammelt. Halle, M. Niemeyer. 40 8. 8°. M. 1.20. 8.-A. 
aus ‘Festgabe für H. Suchier*. S. o. 

Zanotto, Fr., Storia della predicazione nei secoli della lettera¬ 
tura italiana. Modena. 16°. VII. 568 S. L. 4.25. 

Zorrilla, Don Juan Tenorio. Trad. par Henri de Curzon. 
Paris, Fischbacher. 18°. fr. 3. 


Literarische Mitteilungen, Personal- 
nachrichten etc. 

Die ‘ClarendonPress* lässt demnächst erscheinen: Old English 
Glosses. Edited by A. S. Napier. (Anecdota Series.) — The 
Complete Works of John Gower. Edited from the MSS., 
with Introduction, Notes and Glossaries. By G. C. Macaulay. 
Vols. 2 and 3. (English Works.) — The Works of Thomas 
Kvd. Edited by F. S. Boas. — The Canon of Chaucer. By 
W. W. Skeat. — A Translation into Modern English of 
King Alfred’s Old English Version of Boethius. By W. ,T. 
Sedgefield. — Dryden’s Critical Essays. Edited by W. P. 
Ker. — Plays and Poems of Robert Green. Edited by J. 
Churton Collins. — Milton’s Poetical Works. Edited by H. 
C. Beeching. 

Prof. Dr. F. Holthausen in Gotenburg (Schweden) folgt 
einem Rufe an die Universität Kiel. 

Aus Anlass des 200jährigen Bestehens der Berliner Akademie 
der Wissenschaften wurden von derselben u. a. ernannt: Zu 
auswärtigen Mitgliedern die bisherigen korrespondierenden Mit¬ 
glieder Gaston Paris, Max Müller, Rud. Haym; zu korrespon¬ 
dierenden Mitgliedern: Gust. Gröber, Rieh. Heinzei, Ad. 
Mussafia, Ed. Sievers. 

Antiquarische Kataloge: Hiersemann, Leipzig 
(No. 239: Franz. Literatur des 16.—19. Jahrh.). 


NOTIZ. 

Den germanistischen Teil redigiert Otto Bebaghel »Giessen, Hofmannstrasse 8), den romanistischen und englischen Teil Fritz Nenmann 
(Heidelberg, Hauptstraße 73), und man bittet, die Beiträge «Recensionen, kurze Notizen, Personaiuaclirichten etc.; dem entsprechend gefälligst zu adressiren. 
Die Redaktion richtet an die Herren Verleger wie Verfasser die Bitte, dafür Sorge tragen zu wollen, dass alle neuen Werke germanistischen und romanistischen 
Inhalts ihr gleich nach Erscheinen entweder direct oder durch Vermittelung von O. R. Reisland in Leipzig zugesandt werden. Nur in diesem 
Falle wird die Redaction stets im Stande sein, über neue P u b I i c a t i o n e n eine Besprechung oder kürzere Bemerkung 
in der Bibliographie) zu bringen. An O. R. Reisland sind auch die Anfragen über Honorar und Sonderabzüge zu richten. 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 5. 


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Der Subscr.-Preis von M. 32.— wird zwar auch ferner gewährt, aber nur bis 
zum Erscheinen des I. Heftes. Vier Wochen nach Ausgabe des letzteren erlischt der 
Subscr. - Preis und es tritt für alle bis dahin noch nicht anfgegehenen Abonnements 

der Ladenpreis von M. 36.— in Kraft. 

Es empfiehlt eich deshalb und well nur wenig Exemplare über den Contlnuations-Bedarf gedruckt 
werden, die Abonnements - Erneuerung bald zu vollziehen. 

Das General - Register zum Jahresbericht 

über die 

Fortschritte der klassischen Altertumswissenschaft 

begr. v. C. Bursian, fortges. v. Iwan v. Müller, jetzt hrsg. v. L. Gurlitt u. W. Kroll. 
Erste bis dritte Folge (Jahrgang I—XXIII = Bd. 1 - 87) Preis M. 22. —, 

hat grossen Wert, auch über den Kreis der Abnehmer des Jahresberichtes hinaus. 

Das General-Register erleichtert das Zurechtfinden im Jahresbericht und giebt ein Bild von dem 
reichen Inhalt. Auch wo der „Jahresbericht* nicht sofort zur Hand ist, wird es sich vielfach empfehlen, 
das General-Register anzusohaffen um nach Benutzung desselben aus eiuer Bibliothek die betreffenden Teile 
des „Jahresberichts* zu entleihen. 


Leipzig. 


O. R. Reisland. 




Verlag von 0. R. Reisland in Leipzig. 

Soeben erschien: 

Eugen Kolbing 

(weil. Professor der Engl. Philologie an 
der Universität Breslau, Begründer und 
Herausgeber der „Englischen Studien') 

Biographie 

von 

M. Raluza. 

(Sonderabdruck aus den Englischen 
Studien XXVII. Jahrgang, 2. Heft.) 

54 S. gr. 8°. M. 1.20. 


Verantwortlicher Redacteur Prof. Dr. Fri tz Neumann in Heidelberg. — Druck v. G. Otto’s Hof-Buchdruckerei in D&rmstadr. 

Ausgregeben am 14. Mai 1900. 


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HERAUSGEGEBEN VON 


D R OTTO BEHAGHEL 

o. ö. Professor der germanischen Philologie 
an der UniTersitftt Qiessen. 


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D R FRITZ NEUMANN 

o. ö. Professor der romanischen Philologie 
an der Universität Heidelberg. 


Erscheint monatlich. 

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in Augsburg (Soein). 

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Sprache der Breslauer Kanclei (8 o c i n). 

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deutschen Sprache (Behaghel). 


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Wiesen. P&rcopo, Qeschichte der italienischen 
Literatur (Vonler'. 

Wiese, Zur Christophlegende (M u s s a f 1 a). 

Juan Manuel, El libro de los exemplos del 
Conde Lucanor et de Patronio. Text und An¬ 
merkungen von Herrn. Knust (B a 1 s t). 


Bibliographie. 

Literarische Mitteilungen. 
Preisausschreiben der Deutschen Shake¬ 
speare-Gesellschaft. 

Braune, Erklärung. 

N o t i s, das Engl. Wörterbuch von Muret - Sanders 
betreffend. 

Wiese, Berichtigung. 


A. Heiderich, Einführung in das Stndinm der gotischen 
Sprache. Zehn praktische Lektionen mit einem etymolo¬ 
gischen Wortverzeichnis und einem Anhänge zur „Geschichte 
der Deutschen Sprache“. München, Th. Ackermann 1900. 
VTII und 56 S. 8°. Preis M. 1.20. 

Das Büchlein ist im Stile der üblichen „Unterrichts¬ 
briefe“ gehalten; nach einer kurzen Einleitung bietet es 
in jeder Lektion ein kleines grammatisches Pensum, dann 
eine Vokabelsammlung und daran anschliessend gotische 
und deutsche Texte zum Uebersetzen — eine an Bich ja 
gar nicht unpraktische Methode. Auch sein Ziel dürfte 
der Verf. erreichen, d. h. der Lernende wird am Schluss 
die allernotwendigßten Thatsachen der gotischen Formen¬ 
lehre und einige Vokabeln kennen. Trotzdem kann ich 
ein Bedenken nicht unterdrücken. Das Heft ist dem 
Vorwort nach zunächst für Studenten bestimmt; dagegen 
möchte ich nun Einspruch erheben, dass man diese mit 
einem so niedrigen Massstahe misst und sie kurzweg zu 
mechanischem Einpauken womöglich unverstandener Formen 
veranlassen will. Gerade beim Gotischen, wo sich die 
geschichtlichen Zusammenhänge so leicht und deutlich er¬ 
kennen nnd klar machen lassen, sollte man von Anfang 
an die gebotene Gelegenheit benutzen. Ueber Heiderichs 
„Einführung“ muss ich dasselbe Urteil fällen, das ich 
über Sweet’s „First, Steps in Anglosaxon“ Engl. Studien 
XXVI, 62 ausgesprochen habe. 

Der Inhalt ist übrigens auch keineswegs einwand¬ 
frei. Die Angaben über die Aussprache sind völlig un¬ 
zureichend; gar nichts ist vor allem über den doppelten 
Lautwert der b, rf, (g) gesagt. In der ersten Lese¬ 
übung finden sich die falschen Betonungen unsarana , 
fraistübnjai . Der Genitiv von gup heisst trotz Henchs 
Nachweis noch immer gupis statt gudis . Dass die 
Kardinalzahlen nach dem st. Adj. blinds gehen, ist ganz 
neu, und ebensowenig werden alle Adjektiva stark und 
schwach flektiert (S. 21). Dass bliggwan (S. 30; ohne 
Angabe der Aussprache) nach der zweiten Ablautsreihe 
gellt, bleibt dem Anfänger ohne Erklärung unklar. 
Druckfehler sind nicht selten. Auch pädagogische Miss¬ 
griffe finden sich, indem schon dagewesene Vokabeln 
später nochmals angegeben werden, und öfters werden 
die dem Lukas eigentümlichen Formen als allgemein- 
giltig hingestellt; das führt zu Ungleichmässigkeiten, wie 


z. B. die Schreibung faheds in Lekt. VIII, dagegen 
faheps im Glossar. Dem etymologischen Wortverzeichnis 
wären kurze Erläuterungen sehr förderlich gewesen. 
Im Anhänge ist die Darstellung des Verner’schen Ge¬ 
setzes ganz verunglückt, weil auch hier immer die stimm¬ 
haften Spiranten schlechtweg als Medien der Verschluss¬ 
laute bezeichnet werden. 

Heiderich begründet die Herausgabe seines Büchleins 
mit der eben so kühnen wie unberechtigten Behauptung, 
dass „die recht vortrefflichen Lehrbücher der gotischen 
Sprache von Braune und Streitberg zur Einführung für 
den Anfänger durchaus ungeeignet“ seien. Die „Gotischen 
Sprachdenkmäler“ der Sammlung Göschen scheinen ihm 
unbekannt gebieben zu sein. 

Breslau. H. Jantzen. 

Mittelhochdeutsches Elementarbuch. Von V. Büchels. 

Heidelberg, Winter. 1900. 272 S. 8°. (Sammlung v. Elementar¬ 
büchern der altgermanischen Dialekte, 7). M. 5. 

Durch die Verwertung sprachvergleichender Be¬ 
trachtungsweise, durch umfassende Heranziehung der 
neueren sprachgeschichtlichen Forschung, durch grosses 
Geschick in der Darstellung ist es Michels gelungen, 
ein Buch zu schaffen, das neben Pauls Arbeit einen 
selbständigen Wert besitzt. Auch zur Entfaltung eigener 
Forschung hat M. gelegentlich Anlass gefunden. Mancherlei 
Neues sucht er in den Erörterungen über die Quantität 
der Silben zu bieten; es ist aber zumeist unsicher, jeden¬ 
falls aber derart, dass es nicht dem Benutzer eines 
Elementarbuchs vorgesetzt werden sollte. Ueherhaupt 
dürfte diesem über der Fülle der Einzelheiten etwas 
bange werden. Entschieden verwahren muss ich mich 
gegen die neue Erklärung des Anlauts in Kutrun , 
Chautrun. Das dem ch zu Grunde liegende k soll aus 
g nach der Notker’schen Anlautsregel entstanden sein. 
M. übersieht, dass dieser Wandel sich vor der zweiten 
Lautverschiebung vollzogen haben müsste, dass aber 
nirgends sonst dem Notker’schen k aus g ein ober¬ 
deutsches ch entspricht. —* §§ 31 und 107 vertritt M. 
eine eigentümliche Meinung in Bezug auf die mhd. Aus¬ 
lautsregel, soweit es sich um den Wechsel von h und 
ch handelt; er meint, es liege nicht sowohl eine Ver¬ 
härtung im Auslaut, als eine Erweichung im Inlaut vor. 

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Nun spricht aber doch alle Wahrscheinlichkeit dafür, 
auch die Sachlage in den nordischen Runeninschriften, 
dass germ. / zah geworden ist zu einer Zeit, als die 
vokalischen Auslautsgesetze noch nicht gewirkt hatten. 
Es hiess also nicht nur im Genitiv *hauheso, sondern 
auch im Nominativ *hauhas, und daraus ist das spätere 
hoch entstanden. — Eine höchst merkwürdige Entdeckung 
steht § 185, wonach die bairischen Dualformen ez und 
enk die Bedeutung von wir und uns besitzen. Ein 
findiger Student hat herausgebracht, das damit ein Druck¬ 
fehler bei Paul, in der 2.—4. Auflage seiner mhd. 
Grammatik, in Worte umgesetzt ist. 

Leider muss ich die Anerkennung, die ich der 
Arbeit von Michels zolle, auf das Gebiet der Laut- und 
Flexionslehre beschränken. Der kurze Abriss der Satz¬ 
lehre erscheint nicht nur unmodern, wie der Verfasser 
selber befurchtet, sondern bedeutet einen entschiedenen 
Rückschritt hinter Pauls vortreffliche Darstellung. Die 
Thatsachen sind nicht selten ungenau oder falsch an¬ 
gegeben, die Anordnung bisweilen recht seltsam, die 
Fassung der Regeln dunkel oder sonst ungeschickt. § 231 
wird vom Plural von Abstrakten gehandelt. Mensing 
hatte mit Bezug darauf gesagt: „kein Plural wird, wie 
es scheint, gebildet von güete , schoene , milde, hoehe , 
liebe*. Daraus macht M. die Regel: (Plural von Ab¬ 
strakten ist möglich) „mit Ausnahme der von Adjektiven 
gebildeten wie güete , liebe , schoene, milde, hoehe u. s. w.“ 
Er bemerkt nicht, dass sein eigenes Beispiel: näch iuwern 
hulden seiner Regel widerspricht. Ferner ist es falsch, 
dass güete nicht im Plural vorkommt; allein aus dem 
Parzival verzeichnet das Mhd. Wb. 3 Beispiele. — Nach 
§ 232 kann zu einem Nomen im Plural das Verb im 
Singular treten, „wenn der Plural kollektivisch gebraucht 
ist“. Für diese Behauptung hat M. allerdings mehrere 
Vorgänger, aber — wohlgemerkt! — Paul befindet sich 
nicht unter ihnen; und in der That, wie können drei 
grosse Feuer oder drei Ritter, acht Frauen, zwei Thüren 
als Kollektive gefasst werden? Besser wäre es ge¬ 
wesen, M. hätte von seinen Vorgängern die wichtige 
Angabe übernommen, dass der Singular namentlich dann 
erscheint, wenn das Zeitwort seinem Subjekt vorausgeht. 

— Der Satz: zu zwei Substantiven im Singular kann 
das Verb sowohl im Singular als im Plural treten“ ist 
eine ungenaue Verallgemeinerung; vgl. Litbl. 1891, Sp. 189. 

— § 234: eine seltsame Entdeckung ist die „Mischung 
zwischen dem Akk. des Inhalts und der räumlichen Er¬ 
streckung“, der Akk. des Terrains bei Verben der Be¬ 
wegung. Einen solchen Akk. findet M. mit Haupt, Wil- 
manns und Martin auch bei Walter: Zwir ein fürste, 
Stire und Osterriche . An eine solche Verbindung eines 
Akkusativs mit einem Substantiv, das nicht einmal Nomen 
agentis ist, glaube ich erst dann, wenn sie mir bewiesen 
wird, d. h. wenn ein einzelnes Wort so erscheint; 
vorderhand sehe ich mit Pfeiffer darin einen Genitiv 
mit erstarrter Flexion, wie es bei der zweigliedrigen 
Formel leicht begreiflich; s. Michels § 176, Anm. — 
§ 236: bei bi mit dem Akkusativ (= zu) sollte bemerkt 
sein, dass dies eine Eigentümlichkeit des Md. — Höchst 
merkwürdig ist die Gliederung des Genitivs: A. Ad- 
nominaler Genitiv. B. Ad verbal er Genitiv. C. Selbst¬ 
ständiger Genitiv. Thatsächlich sind die meisten Ver¬ 
wendungen, die unter C erwähnt werden, entweder ad- 
nominal, oder adverbal. Schwer begreiflich ist auch, wie 
der Genitiv bei Präpositionen unter die Unterschrift selbst¬ 
ständiger Genitiv gerät. Das Beispiel: des lihes also 


kranc, das unter dem Genitiv der Qualität (§ 238, 3) 
erscheint, gehört unter den Genitiv der Beziehung. Für 
den Genitivus identitatis (238, 7) konnte wohl kein 
schlechteres Beispiel gefunden werden als ir freuden 
dinge Parz. 103, 18. Was unter 238, 8 als Genitiv 
der Ergänzung bezeichnet wird, wäre zu verteilen unter 
den Genitiv der geteilten Masse, den Genitiv der Trennung, 
den Genitivus objectivus. Der adverbale Genitiv zer¬ 
fällt in den ablativischen Genitiv und den wiederum 
sehr merkwürdigen „akkusativisclien Genitiv“. Wo wird 
nun wohl der partitive Genitiv zu finden sein? Man 
sollte denken, beim ablativischen Genitiv: aber nein, er 
steht unter dem akkusativischen. Der Genitiv bei finden 
und empfinden wird unter die Fälle des partitiven Ob¬ 
jekts gestellt, statt unter den „Genitiv des berührten 
Objekts“, sich vlizen , sich noeten eines dinges steht 
unter dem instrumentalen Genitiv, weil es nhd. heisst: 
sich Mühe geben mit Etwas. „ bruchen hat den Akkusativ“, 
wird in § 241 gelehrt; es mussfheissen: hat in der Regel 
den Akkusativ. „Der Genitiv mit Präposition findet sich 
nur in dürftigen Resten“, heisst es 242, Anm.; ist denn 
diese Art der Verbindung früher häufiger gewesen? — 
dem wirte danken gehört nicht unter 243 b, sondern 
unter C. Die Angabe, dass der Dativ bei Nominibus, 
meist in Verbindung mit dem Verbum substantivum stehe 
(243, c) ist undeutlich: der Dativ steht bei Adjektiven 
und solchen andern Nomina, die die Funktion von Ad¬ 
jektiven haben. — Ganz neu ist mir die Auffassung von 
leide (§ 244, b), das adverbialer Dativ sein soll; ich 
habe es bis jetzt für die Fortsetzung des ahd. Adverbs 
leido gehalten. — Die Anmerkung zu 245 über diu und 
wiu bei Präpositionen ist ungenau; es handelt sich 
nicht um ein auch: statt des Dativs der Substantiva 
daz und waz erscheint bei Präpositionen m. W. regelmässig 
diu , wiu. — § 248: die unflektierte Form des Ad¬ 
jektivs ist ursprünglich nicht nur „Nom. Sing. M. F. 
und Nom. Akk. Sing. Neütr.“, sondern auch Nom. Akk. 
PI. Neutr. — In ez rümen, ez scheiden soll ez Akkusativ 
des Inhalts sein (§ 252 d), während es an die Stelle eines 
äussern Objekts getreten ist. — Beim Relativ werden 
die excipierenden Sätze mit en- besprochen (257, b), die 
Negation in einem Anhang zur Deklination. — Die Be¬ 
deutung ereilen , erlangen für mhd. geschehen (§ 261) 
ist mir unbekannt. — § 270 wird bei der Beschreibung 
des Konjunktivgebrauchs im Hauptsatz von dem im Neben¬ 
satz ausgegangen. — §271 wird behauptet: „der Kon¬ 
junktiv steht in abhängigen Sätzen in derselben Ver¬ 
wendung wie im Hauptsatz“. Der Satz ist wenigstens 
vom Mhd. aus betrachtet falsch und auch sonst sehr an¬ 
fechtbar. Ihn in § 272 ff. anschaulich zu machen, ist 
M. schon deshalb nicht gelungen, weil er nicht zwischen 
noch lebendigen Gebrauchsweisen und solchen, die mit 
bestimmten Satzformen aus älterer Zeit überliefert sind, 
unterscheidet. In Iwein 207 kann ich von konzessivem 
Verhältnis nichts entdecken. — § 279: „insbesondere steht 
der Konj. gern nach Sätzen mit einem Komparativ“ : 
der Satz ist in dieser Allgemeinheit wieder falsch. Der 
Konjunktiv steht — ich möchte gern sagen „bekanntlich“ 

— wenn der den Komparativ enthaltende Hauptsatz 
positiv ist; bei negativem Hauptsatz steht der Indikativ. 

— § 285, Anm. 2 heisst es: „die Partizipia Prät. 
intransitiv-durativer Verben erscheinen nur in unpersön¬ 
licher Verwendung mit passivischem Sinn: a) mit hätt: 
ich hdn gelegen , gestanden* . Es soll mich wundern, 
wenn ausser den Syntaktikem von Fach Viele diesen 


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1900. Literaturblatt fiir germanische und romanische Philologie. No. 6. 


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Satz verstehen. Der Kundige errät allerdings, dass 
dahinter eine — allerdings völlig verkehrte (vgl. meinen 
Aufsatz Zs. f. d. Ph. XXXII, 64) — Erklärung Erdmanns 
steckt. Wenn M. unter c) hinzufdgt: „in Partizipial¬ 
sätzen“, so ist mir selber nicht recht klar, woran er 
denkt. — § 288, 3: Neidh. 8, 3 ist verwazm nicht 
Infinitiv, sondern Partiz. Prät. — § 289: „der Akkusativ 
mit Infinitiv steht als Objekt nach den Verben des 
Hörens, Sehens, Sagens, Befehlens, Bittens, Wissens, 
Glaubens, Höffens u. a.“ Dass zwischen diesen Verben 
sehr wesentliche Unterschiede bestehen, hätte wenigstens 
mit einem Wort angedeutet werden müssen; so werden 
beim Leser völlig irrige Vorstellungen erweckt. — 
§ 294, c): „ein von einem Substantivum abhängiger 
Genitiv kann vor oder hinter diesem stehen, falls er mit 
dem Artikel verbunden ist“; ungefähr das Gegenteil ist 
richtig: ein derartiger Genitiv steht in der 
Prosa in derRegel hinter dem Substantiv: 
eine besondere Behandlung erfahren die 
Personenbezeichnungen. 

Giessen. Otto Behaghel. 


Scholz, Friedrich, Geschichte der deutschen Schrift¬ 
sprache in Augsburg bis zum Jahre 1374. (Acta Ger¬ 
manica V, 2.) Berlin, Mayer & Müller. 1898. 285 S. 

Es ist kein Vergnügen, sich durch diese mit ver¬ 
zweifelter Weitschweifigkeit geschriebene Abhandlung hin¬ 
durchzuarbeiten. Von einer Arbeit, die eine Ergänzung 
der Grammatiken von Weinhold sein soll, verlangt man 
nicht, dass sie dessen Definitionen, die zudem teilweise 
anfechtbar sind, breitspurig wieder auftische; sie sollte 
sie vielmehr verifizieren und das Spezielle, Charakteristische 
der Augsburger Sprache hervorheben. Alles aber folgt 
einer ermüdenden Schablone, wir vermissen jegliche Zu¬ 
sammenfassung, z. B. über die Dehnung mhd. kurzer 
Stammsilben, über die nhd. Diphthongierung, über die 
Apokope des schliessenden e , kurz, der Verfasser wusste 
augenscheinlich nicht, worauf es ankam, er hat die Masse 
des Stoffes gar nicht durchdrungen. S. 170 heisst es: 
„Die Belege für iu Umlaut von ü werden bei dem alten 
Diphthong iu angeführt“ — trotzdem bekommen wir 
hier schon zwei Seiten Reflexionen zu kosten. Und 
nachher, wo dann wirklich die beiden in behandelt 
werden, ist das Entscheidende, nämlich die Differenz in 
der Schreibung, wieder nicht recht hervorgehoben und 
wird uns abermals ein ermüdendes Gerede geboten. 

Die Beweisführung bewegt sich in einem circulus 
vitiosus, wenn sie die Orthographie von der schwäbischen 
Lautgeschichte aus aufklären will (S. 197), denn letztere 
soll ja erst festgestellt werden. Es ist verfehlt, bei 
jedem Laute zuerst von der „Geltung“ und hinterher 
erst von der „Bezeichnung“ zu reden, es müssen viel¬ 
mehr die überlieferten Schreibweisen vermittelst der 
heutigen Mundart geprüft werden. Scholz kennt die 
Arbeiten Brandstetters, aber er weiss mit dessen Methode 
nichts anzufangen, offenbar weil ihm die heutige Augs¬ 
burger Mundart nicht geläufig ist, weil er kein Sprach¬ 
gefühl für sie besitzt. Sonst würde ihm das süddeutsche 
Particip geloffen nicht befremdlich Vorkommen und er 
würde es nicht auf lautmechanischem Wege aus geloufen 
entstehen lassen. Er würde dann auch nicht schreiben : 
„Die Zungenfricativa [ s ] erscheint im Oberdeutschen als 
eine tonlose und eine tönende. Jene ist die Fortis, diese 
die Lenis. Die Fortis giebt der Augsburger als f im 
Anlaut“ (S. 228). Wer die süddeutschen Mundarten 


kennt, wird auch leicht die Erklärung dafür finden, dass 
uz öfter mit Diphthong geschrieben wird als uf: weil 
dieses zu uff verkürzt werden kann, liehtmisse für 
liehtmesse beruht nicht auf niederrheinischer Einwirkung 
von Köln her: heute noch heisst es in schweizerischen 
Mundarten liechtmis. 

Das Buch wimmelt von Irrtümmern, Schiefheiten, 
aprioristischen Behauptungen, mangelhafter Kenntnis der 
allgemeinen Sprachentwicklung und auch der mhd. Gram¬ 
matik. Wie kommt kunic unter o, tum unter 6? ff 
(kauffen) soll gotischem pj entsprechen (S. 249), in ge - 
stemphet , stemphysen soll mph aus m/sein (210), weste , 
beste , müste aus zt (226), in geben , kamen , bräht die 
Vorsilbe ge abgefallen (239), pferit , brobest , angest 
stehen S. 252 unter „Ein- und Anfügung von Vokalen“, 
maentag , mentag unter etymologischem £ (104). Dass 

— nüsze , nusz neben — nisse , nis auf eine ahd. Doppel¬ 
form zurückgeht, scheint der Verf. nicht zu wissen (157), 
und wenn er bei Weinhold recht nachgesehen hätte, so 
würde er nicht schreiben (S. 248): „Ausgefallen ist l 
einmal in sönd = sollent ; ob durch Versehen oder durch 
Gewohnheit, kann ich nicht entscheiden“. — Was S. 176 
über die Aussprache des schwäbischen ai gesagt wird, 
ist pure Flunkerei; ai für ei ist auch nicht erst ein Er¬ 
zeugnis späterer phonetischer Bemühungen (283), es findet 
sich ja schon im schwäbischen Verlöbnis (Dm. 2 No. 99). 

— Wie kann burgar S. 95 eine direkte Fortsetzung 
von altem burgari sein, da doch eine ununterbrochene 
Schreibtradition für das Deutsche nicht vorlag? 

Petitio principii S. 237: „Inlautend hat das Augs- 
burgisch-Schwäbische im Mhd. zunächst stimmhaftes g 
zwischen Vokalen“. S. 239: „Im Auslaut hat der Klang 
des g durchaus Verhärtung zu k erhalten und ist mit 
diesem zu dem Lautstand kh gelangt“. S. 263 wird 
eine Sprache der „Gebildeten“ statuiert. 

Ganz verfehlt ist die Anordnung der Belege für d 
und t S. 213 und g und k S. 229. 

Welches sind die sprachlichen Rücksichten, aus denen 
der für die Sprachgeschichte sonst bedeutungslose Termin 
1374 gewählt worden ist? Unklar ist S. 215: „Wenn 
wir b der lebenden Augsburger Mundart und des 13. und 
14. Jahrh. als an der westgerm. Lautverschiebung nur 
bedingungsweise beteiligt erkannten, indem es im Anlaut 
und im Auslaut einen geminierten Klang annahm . . .“ 
Ebenso unverständlich S. 76, Anm. 2. 

Wir wissen nicht, ob wir angesichts dieser Aus¬ 
setzungen es nicht einen Gewinn nennen können, dass 
die Formenlehre ganz dürftig behandelt ist und dass der 
Verf. zur Wortbildung nichts anderes weiss, als dass 
das adverbiale - liehen später durch - lieh abgelöst wird. 
Was die Sprachgeschichte und die Grammatik aus dem 
dicken Buche davonträgt, hat auf kleinem Raume Platz. 
Es ist eine jener Dissertationen oder Abhandlungen, in 
die der Jünger der Wissenschaft hineingestossen wird, 
ehe er eine allgemeine Kenntnis seines Faches erworben 
hat, und deren Misslingen nicht sowohl ihm selbst als 
vielmehr dem Anreger und Leiter zur Last zu legen ist. 

Basel. Adolf Socin. 

Arndt, Bruno, Der Uebergang vom Mittelhochdeutschen 
zum Neuhochdeutschen in der Sprache der Breslauer 
Kanzlei (^Germanistische Abhandlungen hrsg. von Fr. Vogt, 
Heft XV). Breslau, Marcus 1898. 118 S. M. 5. 

Unsere Kenntnis des ältesten Neuhochdeutsch erfährt 
durch die vorliegende, sorgfältig gearbeitete Abhandlung 
eine dankenswerte Bereicherung. Die Untersuchung, 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. No. 6. 


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ausschliesslich auf handschriftlichem Material fussend, 
erstreckt sich über den Zeitraum von 1352—1560. 
Richtiger würde der Titel lauten: „Der Uebergang vom 
Mitteldeutschen zum Nhd M . Das Nhd. der Breslauer 
Kanzlei beruht nicht durchweg auf der gesprochenen 
Sprache Schlesiens, inlautendes pf gegenüber dem von 
der Mundart heute noch festgehaltenen pp findet sich 
schon im 15. Jahrh. 

Arndt ist behutsam in seinen Schlussfolgerungen; 
anderseits legt er einer Nebensache zu viel Gewicht bei, 
wenn er den Uebergang von sl, sm, sw, sw zu schl u. s. w. 
als das Charakteristicum der Entwicklung vom Mhd. zum 
Nhd. aufstellt. Für die unzweifelhaft richtige Thatsache, 
dass der nhd. Sprachtypus in Breslau schon zu Ende 
des 15. Jahrh. sich ausprägt, können andere Merkmale 
namhaft gemacht werden, z. B. die nhd. Deklination des 
Fern., ferner sol für sal, solte für solde , das Verschwinden 
von kegen zu Gunsten von gegen . Aufgefallen ist uns 
das Fehlen einer Angabe über III. PI. Ind.: gebeut oder 
geben ? 

Sonstige Bemerkungen: S. 34 hülfe ist nicht — 
mhd. helfe , sondern andere Ablautstufe. S. 83: nit für 
nicht ist keine spezifisch „ripnarische“ Erscheinung. 
S. 116: e = mhd. ae ( were ) ist eine orthographische 
Eigentümlichkeit auch oberdeutscher Urkunden und hat 
seinen Ursprung in der mittelalterlichen Orthographie 
des Lateinischen, die durchweg anime für animae etc. 
schreibt. 

Basel. Adolf Socin. 

Die Wortfamilien der lebenden hochdeutschen Sprache 

als Grundlage für ein System der Bedeutungslehre. 

Nach Heynes deutschem Wörterbuch bearbeitet von Bruno 

Lieb ich. Erster Teil. Breslau, Preuss & Jünger. 1899. 

521 S. 8 Ü . 

Als Grundlage für seine Zusammenstellungen hat 
der Verf. das dreibändige Deutsche Wörterbuch von 
Heyne auserwählt und dieses Verfahren also begründet: 
„hier allein fand ich zwei unentbehrliche Eigenschaften, 
Streben nach Vollständigkeit und Würdigung der besten 
Schriftsteller unserer eigenen Zeit, mit einander ver¬ 
einigt“. Welcheu Wert die zweite Eigenschaft für 
Liebichs Unternehmen haben soll, ist mir nicht recht 
klar; die Behauptung, dass Heyne nach Vollständigkeit 
strebe, ist unrichtig und steht mit dessen eigenen Er¬ 
klärungen Sp. 2 seines Vorworts im Widerspruch. Ich 
will aber Liebich ein Wörterbuch verraten, das wirklich 
auf Vollständigkeit ausgeht, und das seinen Zwecken 
viel besser gedient hätte: das ist der deutsch-französische 
Teil des grossen Sachs. Thatsächlich Hessen sich zu 
zahlreichen Wortfamilien Nachträge machen und nicht 
selten recht wichtige. Auf der andern Seite steht bei 
Liebich eine ganze Reihe von Wörtern mit Unrecht. 
Alles, was bei Heyne sich findet, ist ohne Kritik herüber¬ 
genommen. Heyne bietet nicht selten veraltete, aus¬ 
gestorbene Wörter, meist aus Rücksicht auf erstarrte 
Formen oder auf Bildungen, die davon ihren Ausgang 
nehmen. Sie dürften in einer Uebersicht über die 
lebende Sprache natürlich keinen Platz beanspruchen. 
Heyne hat aber auch, um der Betrachtungsweise des 
Laien entgegenzukommen, solchen Wörtern ein besonderes 
Plätzchen gegönnt, die wie zweite Kompositionsglieder 
aussehen, ohne jemals ein selbständiges Dasein geführt 
zu haben. Auch diese erscheinen als Glieder von Liebichs 
Wortfamilen, UnWörter, wie äugig, äugig } Füsser, 
füssig , die Nähme , st eilig, tägig ; zingeln. Inwieweit 


diese Mängel die Bedeutungslehre selber beeinflussen 
werden, ob überhaupt die vorliegende Zusammenstellung 
die richtige Grundlage für die Hauptarbeit geben wird, 
lässt sich zur Zeit nicht erkennen. Einstweilen werden 
diejenigen, die sich mit den Erscheinungen der Wort¬ 
bildungslehre befassen, dem Verf. für das sehr willkommene 
Material dankbar sein. Sie dürfen sich allerdings nicht 
verleiten lassen durch die bisweilen etwas eigentümliche 
Anordnung des Verf, etwa nebensächlich als Kompositum 
zu sächlich , Grossstädter als Kompositum zu Städter zu 
betrachten. 

Den Schluss des Ganzen bildet eine interessante 
statistische Uebersicht über die Familien und Wörter, 
die aus dem Indogermanischen, dem Europäischen, dem 
Germanischen, dem Westgermanischen, dem Deutschen, 
dem Althochdeutschen _u. s. w. stammen. 

Giessen. 0. Behaghel. 


E. Wadstein, The Clermont Runic Casket. With 5 Plates. 

Upsala, Akad. Bokhandeln (C. J. Lundström), Leipzig, 0. 

Harrassowitz. 1900. [Skrifter, utgifna af k. humanistiska 

vetenskaps-samfundet i Upsala, Vl. 7.] 

Zum ersten Male erhalten wir hier eine erschöpfende 
Beschreibung des als ‘Franks Casket* bekannten, mit 
Schnitzereien und Runeninschriften verzierten Kästchens 
aus WalfiBchknochen, das sich unter den Schätzen des 
Britischen Museums befindet. Leider fehlt dort die vierte 
Seite bis auf ein Stück des Randes; dieselbe ist jedoch 
vor einigen Jahren im Municipalmuseum von Florenz, 
das es aus dem Nachlass des früheren Besitzers, eines 
Pariser Händlers, erhielt, wieder aufgetaucht und schon 
durch photographische Abbildungen privatim verschiedenen 
Gelehrten zugänglich geworden. Der Herausgeber hat 
seinem Buche 5 wohlgelungene Photographien des Deckels 
und der 4 Seiten beigefügt und so jedem die Nachprüfung 
ermöglicht. 

Der (nur teilweise bewahrte) Deckel enthält den 
Kampf eines Bogenschützen gegen verschiedene bewaffnete 
Angreifer; über dem ersteren steht in Runen der Name 
jEgiliy d. h. des aus der deutschen und nordischen Helden¬ 
sage bekannten Egil. Im Gegensätze zu Hofmann und 
Wülker, die hier den Helden auf Befehl des Königs 
Nidudr oder Nidungr nach seinem Bruder Wieland, resp. 
nach dem Könige selbst, schiessen lassen, schliesst sich 
W. in seiner Deutung der Auffassung Haighs und Bugges 
an, wonach Egil hier Haus und Weib (Qlrün) gegen an¬ 
greifende Feinde verteidigt. Dass letztere, wie Wülker 
meinte, zu der Eroberung Jerusalems auf einer Seite des 
Kästchens gehörten, ist ganz ausgeschlossen; ebenso zu 
verwerfen ist Worsaaes Deutung, der die hinter Egil 
sitzende Figur für Ödin hielt, oder die phantastische von 
Stephens, wonach der Held mit dem altindischen Bogen¬ 
schützen Asadrisa identisch wäre. Aber welches Er¬ 
eignis in Egils Leben stellt die Schnitzerei dar? W. 
hat scharfsinnig, und wie ich meine, überzeugend auf 
die englische Ballade von Adam Bel , Clym of the 
Cloughe and Wyllyam of Cloudesle (bei Child V, 124 ff.) 
als literarische Entsprechung hingewiesen. Schon J. 
Grimm und Child hatten auf die Aehnlichkeit zwischen 
Wyllyam und Egil und Teil aufmerksam gemacht: von 
allen dreien wird der berühmte Apfelschuss erzählt. 
W. findet noch mehr, denn wie Egil hatte auch Wyllyam 
drei Brüder, mit denen er auf die Jagd ging: und wie 
Egil sein Weib suchte, so machte Wyllyam seiner Frau 
Alice einen Besuch. Hierbei wird er, der Geächtete, 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 6. 


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von Richter und Sheriff mit Bewaffneten überfallen und 
verteidigt 9ich von einem Zimmer aus mit Pfeil und 
Bogen gegen die Andringenden. Schön Alice steht ihm, 
eine Axt in der Hand, treu zur Seite — auf dem Deckel 
unseres Kästchens hält sie jedoch einen Pfeil in Bereit¬ 
schaft, während Egil aus dem Fenster schiesst. Dass 
aber die über und unter dem Mittelstück liegenden 
Figuren Egil-Wyllyam in einem späteren Stadium des 
Kampfes, wie ihn die Ballade schildert, dargestellt seien, 
möchte ich bezweifeln und darin einfach zwei getötete 
Feinde erblicken. 

Die Vorderseite war ebenfalls lange bekannt und 
nebst der Inschrift schon früher richtig gedeutet. Letztere 
lautet: Hronces bin. 

Ftsc fiodu ahöf \ on fergenberig ; ward gdsric grorn , 
p&r hi on griut giswom. 

Die einzig richtige Erklärung der ersten Halbzeile hat 
Hofmann gegeben und ihr schliesst sich auch W. an: 
fisc ist Objekt, flödu Subjekt; berig ist zu lesen, nicht 
mit Wülker byrig , und der Akkusativ ist durchaus be¬ 
rechtigt, fergenberig übersetzt W. mit ‘cliff — bank’ (Hof¬ 
mann: ‘Berghügel*). Für gdsric schlägt er eine neue 
Erklärung vor, wonach es nichts mit gdrsecg ‘Ozean’ 
zu thun hat, sondern ‘speerwund’ bedeuten soll, also 
Metathesis aus *gär-sic wäre. Denn im Anglisclien wird 
ja io vor Gutturalen zuweilen zu i. Nach anfänglichem 
Zweifel halte ich auch jetzt diese sinnreiche Erklärung 
für richtig. — Die Darstellungen auf dieser Seite sind 
klar: die Anbetung der heil, drei Könige, durch die 
Runeninschrift als magi bezeichnet, und daneben eine 
Szene aus der Wielandssage, die Bugge und Hofmann 
gedeutet haben. W. setzt sich nur noch mit Jiriczek 
auseinander, der in dem vögelfangenden Jüngling einen 
Königssohn erblicken will; er legt überzeugend dar, 
dass es nur Egil sein kann. 

Die linke Seitenfläche enthält eine Darstellung der 
Wölfin, die die Knaben Romulus und Remus säugt und 
ringsum die Runeninschrift: Römwalus and Reumwalus 
ticwgen gibröpcer. Afdßddce hlce tcylif in Romceccestri, 
öplce unnig. Schwierigkeiten macht sie nicht. W. ver¬ 
mutet ansprechend in den Namen volksetymologische An¬ 
lehnung an ae. Namen auf - wealh; Retmdus statt Remus 
kommt auch sonst vor und W. bringt noch einen neuen 
Beleg aus Migne bei. Oplce , Dat. von 6pel t übersetzt 
er mit ‘hereditary dominion* und versteht darunter Alba, 
das Livius als regnum vetustum Silviae gentis* bezeichnet. 
— Dass auf der Darstellung das über den Knaben er¬ 
scheinende Tier nochmals die Wölfin sein sollte, die den 
Kindern die Füsse leckt, halte ich jedoch für ebenso un¬ 
wahrscheinlich, wie W.’s Meinung, die vier Speer träger 
rechts und links seien Romulus und Remus als Jünglinge 
auf der Jagd. Ich weiss wohl, dass ältere Künstler bis 
tief ins Mittelalter hinein sich nicht scheuten, dieselbe 
Figur mehrmals in verschiedenen Situationen auf dem¬ 
selben Bilde darzustellen, glaube aber, dass wir hier eher 
den Hirten Faustulus mit Begleitern zu erblicken haben, 
der die Knaben der römischen Sage nach fand. Das 
laufende Tier in * der Mitte ist deren Hund, der ganz 
realistisch mit heraushängender Zunge abgebildet ist; 
darauf scheinen mir auch die langen Ohren zu deuten. 
Wäre es die Wölfin, so hätte auch der Künstler wohl 
nicht versäumt, die Zitzen des Tieres anzudeuten! 
Wahrscheinlich findet der voranspriugende Hund eben 
die Götterkinder bei ihrer seltsamen Pflegemutter. 


Auch die Rüskseite bildet der Erklärung wenig 
Schwierigkeiten. Sie stellt die Eroberung Jerusalems 
durch Titus nebst der Flucht der Juden dar und zwar 
mit der Runeninschrift: her fegtap Titus end Giupiasu, 
und dann in lateinischen Buchstaben: hic fugiant (!) 
Hierusalim aßatores [= habitatores]. Unten rechts 
steht eine Gruppe mit der Beischrift: gisl, unten links 
eine Gerichtsszene mit der Bezeichnung: döm. Ersteres 
erklärt W. als Collectivum oder als N. PI., zieht aber 
für die kollektive Bedeutung V. 2386 in den Piccolomini 

V, 1 mit Unrecht heran, da Geisel hier natürlich Nom. 
PI. M. ist. Beide Szenen erklärt übrigens W. befriedigend 
aus Josephus, De bello Jud. VI, 9. Einzelheiten in der 
Gerichtsdarstellung bleiben unklar; sollte die vor dem 
Richter sitzende kleine Figur etwa eine Rohrfeder und 
ein Tintenfass halten? 

Den Glanzpunkt des Buches aber bildet der 5. Ab¬ 
schnitt, worin W. die in Florenz aufbewahrte rechte 
Seite des Kästchens behandelt; hier hat der Scharfsinn 
und die Gelehrsamkeit des Verfassers wahre Triumphe 
gefeiert. Inschrift wie Darstellung sind gleich merk¬ 
würdig. Allerdings war die erstere schon von den 
Herren Craigie, Bradley und Napier richtig-entziffert und 
gedeutet worden, allein ihre Beziehung zu der Darstellung 
und die Bedeutung dieser war ihnen unklar geblieben. 
Während die früher besprochenen Inschriften alle die 
gewöhnlichen Runenzeichen bieten, treffen wir in dieser 
auf ganz neue Bezeichnungen für die Vokale a, at , e } i 
und o (u kommt nicht vor). Die neue a-Rune ist der 
c-Rune sehr ähnlich, ce sieht aus wie ein umgekehrtes 
F, e ist wie die n-Rune, nur dass der Querstrich von 
unten links nach oben rechts geht, s hat die Form eines 
aufrechtstehenden W } oder auch w + v (6 Striche im 
Zickzack), o ungefähr die einer 4. Einmal erscheint 
jedoch die e-Rune in der gewöhnlichen Form M. Die 
Inschrift ist in alliterierenden Langzeilen abgefasst und 
lautet transkribiert in ihrem ersten Teile: 

hir hos sitcep on hcermbergce , 
dgldc drigip swip. 

W. erklärt hos richtig = hors , hcermberg ‘Hannberg* 
ist eine neue Kennung für ‘das Grab’, drigip gehört zu 
driogan. Auf der Darstellung sieht man ein in Menschen¬ 
kleider (!) gehülltes Pferd auf einem bienenkorbförmigen 
Gegenstände sitzen und Baumzweige in den Vorderhufen 
haltend (!), vor ihm steht ein Krieger mit Schild und 
Speer. Mitten auf der Fläche ist wieder ein Pferd, das 
mit traurig gesenktem Kopfe auf einen Hügel vor sich 
blickt, worin mau einen roh dargestellten Leichnam 
liegen sieht, rings umher sind Bäume und Büsche ab¬ 
gebildet. Unter dem Pferde fliegt oder liegt ein Vogel. 
An der andern Seite des Hügels steht eine Person, die 
etwas wie eine Stange über das Grab hält, über dem 
der Zipfel eines Banners oder Zeltvorhanges herabhängt, 
rechts davon erblickt man drei Personen in lebhafter 
Unterhaltung, gestikulierend. Unter der ganzen Szene 
steht: hin erta. egisgraf , sodann der Vers: sderdm 
sorgce and sefatornce . Es ist kein Zweifel daran möglich, 
dass W. diese Darstellungen und Inschriften richtig auf 
den Tod Sigurds gedeutet hat: sein Ross Grane und 
seine Gattin Gudrün trauern am Grabe des Helden, während 
rechts Brynhild den Gunnar und Hogne zur Ermordung 
Sigurds antreibt. Die vor dem sitzenden Grane links 
stehende bewaffnete Person ist entweder auch Hogne 
oder Guttorm. Hiri erta erklärt W. als ‘ihre Anreizung’ 
und bezieht es auf die darüberstehende Szene: hiri soll 


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= afries. hiri ‘ihr (eigentlich ein Lokalis) sein, erta 
(= got. *artja) stellt er scharfsinnig zu aisl. schwed. 
erta, me. ertin , ne. dial. to ert ‘antreiben, reizen’, das 
Persson mit gr. ägöig ‘Stachel* und ai. arddyate macht 
erschüttert* zusammengebracht hat. Erta scheint richtig 
erklärt zu sein, dagegen hiri ‘ihr* ist mir unannehmbar. 
Wie kann man in ae. Inschriften mit friesischen Formen 
operieren? Das ist ein höchst bedenkliches Prinzip, und 
wir müssen versuchen, eine Erklärung auf rein englischem 
Sprachgebiet zu finden. Nach den Lautgesetzen unseres 
Denkmals kann hiri nun sehr wohl = aws. hiere, sonst 
hiore , ahd. hiuri, aisl. hyrr ‘freundlich, sanft gefällig, 
angenehm’ sein, wäre also als hiri zu lesen. Nun ist 
zwar die Anreizung zum Morde seitens Brynhilds nach 
den deutschen und nordischen Quellen nicht eben be¬ 
sonders ‘geheuer 5 , aber ich verweise auf Sigurdarkvida 
en meire [brot] ed. Jönsson, str. 10 (15), wo es heisst: 
pqgpo aller vip pvl orpe , 

(fqr kunne peim fliöpa Iqtom) 
es grdtande gerpesk at segia 
pats hlfeiande hqlpa heidde . 

Die Uebereinstimmung zwischen hiri erta und hl&iande 
beidde ist meines Erachtens schlagend! 

Auch das folgende bietet allerlei Schwierigkeiten. 
Sorgce fasst W. als Gen. PL, was offenbar nicht an¬ 
geht, da dieser in unserem Denkmal sorga heissen 
müsste; es kann also nur der Gen. Sing. = ws. sorge 
sein. Auch sefa-tornce = sefan-tornce hält W. für den 
Gen. PL, obwohl wir hierfür - torna erwarten müssten. 
Es bleibt also nur übrig, entweder in - ce einen Fehler 
des Künstlers zu erblicken, oder den Ausfall eines -s 
aus Raummangel anzunehmen; torncBS wäre ja die regel¬ 
rechte Form des Gen. Sgl. — Auf der Darstellung selbst 
endlich stehen noch drei Worte: oben risci und bita , 
unten wudu. Letzteres ist ja klar, es bezeichnet, dass 
die Bäume und Sträucher einen Wald darstellen, den 
Wald, in dem nach dem zweiten Guflrünsliede die Leiche 
Sigurds von seiner Gattin gefunden wurde; risci fasst 
W. als Ableitung von got. riqis, aisl. rekkr ‘Finsternis* 
und bezieht es 1 auf die finstere Nacht, die Gudrün nach 
Str. 12 des genannten Liedes an der Leiche sass. Aller¬ 
dings wäre dann Umstellung von ricsi zu risci anzu¬ 
nehmen und dies selbst müsste eine Bildung wie got. 
liuhadei sein. Seltsam erscheint es allerdings, dass ein 
Künstler die Finsternis durch ein beigesetzles Wort an¬ 
gedeutet hätte — aber ich weiss keine bessere Erklärung 
an die Stelle zu setzen. Bita soll nach W. der Nora. 
Pl. = bltan ‘wilde Tiere sein und die auf dem Bilde 
nicht vorhandenen Raubtiere bezeichnen, die nach 
dem Liede den Leichnam zerrissen! Natürlicher er¬ 
scheint es mir, in bita einen Sgl. zu sehen, und es auf 
den unter dem einen Hinterfusse des Pferdes angebrachten 
Vogel (Raben oder Adler) zu beziehen. 

Das Schlusskapitel bringt eine ausführliche Laut- 
und Formenlehre der Inschriften; der Dialekt wird richtig 
als der an gl is che bestimmt, und als Abfassungszeit 
etwa das Jahr 750. Bedenken gegen einzelne Er¬ 
klärungen habe ich bereits im Vorhergehenden erhoben 
und beschränke mich daher auf einige wenige Be¬ 
merkungen. Wenn das merkwürdige end und’ = as. 
endi y ahd. enti wäre, wie S. 49 oben § 7 b, a behauptet 
wird, müsste man doch dafür *endi erwarten, vgl. ae. 
rtce = as. riki, ahd. rlhhi N. u. ä. — In JEgili (ib. 
§ 9 B a) kann das mittlere nur Hülfsvokal wie in berig 


und wylif sein, denn ein urgerm. Aigilja - hätte nnr ae. 
JEgil, Gen. JEgilles (vgl. wisten n, ä.) ergeben können. 
Die Grundform kann nur got. *Aigleis kann, wenn nicht 
das letzte -i bloss angehängt ist, wie das -w in Oiupiasu 
Nom. Pl. ‘Juden’. Dass letzteres noch eine urgermanische 
Endung sein sollte, wie W. S. 51, § 14 B annimmt, 
halte ich für undenkbar. Möglich wäre es ja auch, su 
als eine Abkürzung von sumce ‘einige* zu fassen (hinter 
su war kein Raum mehr für weitere Runen!) und Oiupia 
als davon abhängigen Gen. Plur. Ueber das hat 
sich W. nicht ausgesprochen, weswegen ich auf das in 
der Heliand -Hs. C häufige Judeo verweise. Auch das 
- u von flödu halte ich nicht mit W. (S. 52, § 27) und 
Sievers für altertümlich, sondern sehe darin eine — aller¬ 
dings recht frühe — Neubildung nach Analogie der 
kurzsilbigen Stämme. 

Aber alle diese Aussetzungen betreffen ja nur 
Kleinigkeiten und Einzelheiten. Ich stehe nicht an, 
Wadsteins Arbeit für eine höchst scharfsinnige und ver¬ 
diente Leistung zu erklären, deren Ergebnisse insbesondere 
für die Geschichte der germanischen Heldensage in 
England von ausserordentlicher Bedeutung sind. Aber 
wie man sieht gehen auch Grammatik und Runenkunde 
dabei nicht leer aus und wir Anglisten sind dem Skan- 
dinavisten für seine Aufklärungen und Belehrungen zu 
höchstem Danke verpflichtet! 

Gotenburg—Kiel. F. Holthausen. 


Ch. Renouvier, Victor Hugo le philosophe. Armand 
Colin et Cie. fcditeurs. Paris 1900, in-8°. 378 S. fr. 3.50. 

Gegenüber den meist abfälligen Urteilen, welche 
Hugo’s philosophische Dichtungen von Seiten der zünftigen 
Kritik wiederfahren haben, sehen wir den Verfasser des 
vorliegenden gedankenreichen, anregenden Buches, dem 
wir bereits die schöne Studie V. Hugo le poöte ver¬ 
danken, V. Hugo’s religiösen und philosophischen Be¬ 
trachtungen das Interesse entgegenbringen, mit dem die 
moderne Kritik etwa die Mythologischen Systeme des 
Orientes oder des klassischen Altertums untersucht. Wie 
man in ihnen nicht Lösungen der Probleme des Daseins 
sucht sondern den poetischen Ausdruck des religiösen 
Denkens und Fühlens jener Völker, so interessieren in 
V. Hugo’s philosophischen Dichtungen weniger die that- 
sächlichen Resullate seines Denkens als vielmehr die 
eigenartige Wendung seiner Träumereien, die sich weit 
entfernen von den Bahnen der modernen Philosophie. 
Dass Hugo’s Vorstellungen nicht neu sind und sich im 
Orient, im Buddhismus oder bei den Persern, in der 
Bibel in ähnlicher Form wiederfinden, berechtigt keines¬ 
wegs dazu sie mit Geringschätzung zu behandeln. Es 
wird im Gegenteil unser höchstes Interesse erregen, die 
geistige Verwandtschaft Hugo’s mit jenen Denkern ans 
der Vorzeit zu erkennen und dieselbe Anlage, denselben 
Hang zu sinnendem Grübeln wiederzufinden, aus dem jene 
gewaltigen oft so seltsamen religiösen Vorstellungen her¬ 
vorgegangen sind. Er war in der That „le songeur“, 
von dem Renouvier sagt, dass er „est saisi de l’horreur 
sacree, sent Pimmensit^ lui monter & la tete tt (S. 118). 
Die Grösse Hugo’scher Poesie liegt darin, dass er stets 
hinter den schwankenden Erscheinungen die ewigen 
Probleme des Daseins und der Welt sah und besonders 
in den späteren Werken nie den Menschen und die Dinge 
von ihrem Zusammenhang mit der Natur loslöste. — 
In einzelnen Kapiteln werden die philosophischen Dichtungen 
Hugo’s besprochen und auf ihre Grundgedanken zurück- 


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geführt und die Widersprüche, in die sich Hugo ver¬ 
wickelt hat, nachgewiesen. Der Verfasser sieht in diesen 
Schwankungen und Inkonsequenzen nicht den Beweis für 
das Fehlen in sich gefestigter Ueberzeugung oder das 
Streben sich den jeweils herrschenden Stimmungen und 
Richtungen anzupassen, sondern er erklärt sie ans der 
leicht erregbaren allen Eindrücken der Aussen weit nach¬ 
gebenden Natur des Dichters, der in der Welt bald 
optimistisch das Walten der Gottheit bald den Kampf 
finsterer Mächte sieht, bald die Erscheinungen belebt 
i und in den Thieren und selbst dem Gestein Behausungen 
oder Kerker für die in endlosen Verwandlungen büssenden 
Seelen erblickt, bald die Zukunft der Seele im Lichte 
der christlichen Lehre betrachtet. Der Grundgedanke, 
der sich durch das Buch hindurchzieht, ist, dass Hugo 
seinem innersten Empfinden nach die Welt mit dem 
finstersten Pessimismus betrachtet und in seinen apo- 
' kalyptischen Visionen beschreibt; am reinsten hat er seine 
Ueberzeugungen in dem grossartigen wenn auch seltsamen 
j mythologischen Gedicht „La bouche d’ombre“ (Contem- 
plations) entwickelt, wo er den Fall der von der Last 
der ersten Sünde hinabgezogenen Seele und ihre Wan¬ 
derungen durch die scheinbar leblose Natur schildert und 
mit einem Bilde von seltener Schönheit der Versöhnung 
der Welt schliesst. Neben diesen Dichtungen, denen eine 
pessimistische Weltanschauung zu Grunde liegt und die 
sich bald den Mythologien des Orients bald den christ¬ 
lichen Ideen nähern und den Frieden und das Glück der 
Menschheit und der Natur nur von einem übersinnlichen 
Eingreifen der Gottheit, von dem Wunder, erwarten 
können, sehen wir Hugo in andern Werken dem optimistischen 
Glauben an einen unbegrenzten Fortschritt der von den 
Banden der Vergangenheit befreiten mit den Waffen der 
Wissenschaft an die Eroberung des Paradieses auf Erden 
sich heranwagenden Menschheit. . Hier liegt der Haupt¬ 
gegensatz in dem Denken Hugo’s, auf der einen Seite 
das Unvermögen der Kreatur ohne Eingreifen der Gott¬ 
heit sich von der Materie loslösen, auf der andern die 
normale Entwickelung des Menschen ins Unbegrenzte mit 
der ihm innewohnenden Kraft. Die letztere Vorstellung 
ist, wie der Verfasser überzeugend nachweist, Hugo zu¬ 
nächst fremd; er verdankt ihr zwar glanzvolle Schöpfungen 
(so Plein ciel in der ersten Legende des Steeles) aber 
auch das oft so störende Prunken mit einem oberfläch¬ 
lichen Wissen, welches dem sich in unmittelbare Be¬ 
trachtung der Natur versenkenden „songeur“ von Haus 
aus fremd war. Der Widerspruch zeigt sich am deut¬ 
lichsten in der „Legende des Steeles“, 4ie auf jüdisch¬ 
christlichen Anschauungen aufgebaut einen doppelten 
Schluss hat, das letzte Gericht („la trompette du juge- 
ment“) und die Apotheose der „Entwickelungstheorie“ 
in „Pleine mer“ und „Plein ciel“. — Es seien noch be¬ 
sonders hervorgehoben die verständnisvolle Würdigung 
der Bomane Hugo’s und das Schlusskapitel über die 
Dichtung „Dien“. In einer interessanten üebersicht 
fasst der Verfasser die Mängel und Schwächen der 
Hugo'schen Poesie zusammen und führt sie auf seine 
Methode der Komposition zurück — der Erzeugung eines 
Bildes oder eines Gedankens durch den Reim — und auf 
sein Unvermögen den Fluss seiner unerschöpflichen Phan¬ 
tasie durch verstandesmässige Ueberlegung zu meistern 
und zu regeln. Zahlreiche Citate aus jenen Werken 
Hugo’s, die zwischen der erhabensten symbolischen 
Dichtung und ermüdender gedankenleerer Weitschweifig¬ 
keit schwanken aber auch in ihren schwächsten Teilen 


den Meister der Sprache und des Verses erkennen lassen, 
bereichern und beleben das Werk des einsichtsvollen 
Kritikers. 

Heidelberg. F. Ed. Schneegans. 

Berthold Wiese und Erasmo Percopo, Geschichte 
der italienischen Literatur von den ältesten Zeiten bis 
zur Gegenwart. Mit 158 Abbildungen im Text und 39 
Tafeln in Farbendruck, Holzschnitt u. Kupferätzung. Leipzig 
und Wien. Bibliogr. Institut. X, 639 S. 8°. M. 14. 

Eine populäre Gesammtdarstellung der italienischen 
Literatur war ein lange empfundenes Bedürfnis, und wir 
begrüssen das schöne Buch von Wiese und Percopo um 
so freudiger, als es zugleich die erste illustrierte 
italienische Literaturgeschichte bedeutet. Es dürfte darum 
auch beim italienischen Publikum auf eine ebenso günstige 
Aufnahme wie in Deutschland rechnen. Angesichts der 
grossen Schwierigkeiten, die sich den ersten ikono- 
graphischen Versuchen für eine ausländische Literatur 
entgegenstellen, kann man sich den Leistungen der 
Autoren sowohl wie denen des bibliographischen Instituts 
gegenüber nur mit höchster Anerkennung aussprechen. 
Einige beachtenswerte Ratschläge für die Illustration 
einer zweiten Auflage hat Renier im Giorn. stör. d. lett. 
ital. XXXV, 1 gegeben. 

Die leitende Absicht der beiden Verfasser, der sie 
auch durchaus gerecht geworden sind, ist möglichste 
Vollständigkeit auf Grund der neuesten Forschungen, ver¬ 
einigt mit möglichster Allgemeinverständlichkeit der Dar¬ 
stellung. — Der erste, von Wiese bearbeitete Teil — 
er reicht bis zum Schluss des Quattrocento — lässt an 
Gründlichkeit und Uebersichtlichkeit der Gruppierung nichts 
zu wünschen übrig. Ich möchte nur noch einiges Wenige 
anmerken. In Dantes De vulgari eloquentia scheint mir 
von besonderer Wichtigkeit der Ratschlag zur Nachahmung 
der Antike. — Die instinktive Abneigung Petrarcas gegen 
Aristoteles und seine Vorliebe für Plato hätte vielleicht er¬ 
wähntwerden können, denn sie ist geradezu charakteristisch 
für die Frührenaissance — eine erste Spur des späteren 
Neuplatonismus. — Polizian ist doch wohl nicht vor 
1470, also erst nach Piero’s Tod ins Haus Medici auf¬ 
genommen worden, und erst von dieser Zeit ab datiert 
seine Freundschaft mit Lorenzo (vgl. I. del Lungo, 
Florentia, uomini e cose del quattrocento, Firenze 1897, 
p. 118). — Darf die „Giostra“ von 1469 so unbedingt 
dem Luca Pulci und muss sie nicht vielmehr seinem 
Bruder Luigi zugeschrieben werden? — p. 69 oben ist 
1349 zu lesen statt 1449. — „De partu virginis“ wird 
doch wohl unzweideutiger „Von der Niederkunft der 
Jungfrau“ übersetzt als „von der Geburt der Jungfrau“. 
— Ein besonders schwieriger Punkt, der gelegentlich 
des „Quattrocento“ von Rossi mehrfach in der Kritik 
besprochen wurde, ist die Stellung der Humanisten. 
Wiese hat hier, wie ich glaube, mit grossem Geschick 
denjenigen Ausweg gefunden, der sich für eine populäre 
Darstellung am besten empfiehlt. Er behandelt die 
Humanisten in einem gesonderten Kapitel sehr knapp, 
aber immerhin vollständig und würdigt sie hauptsächlich 
in ihrer Bedeutung für die italienische Literatur. 
Demgemäss w r erden sogar Männer wie Poggio und Valla 
(dessen „De vero bene“ übrigens wohl Erwähnung ver¬ 
diente) sehr kurz abgefertigt, während an einer ein¬ 
gehenderen Biographie des typischen Vertreters der 
Humanisten, Francesco Filelfo, der ganze Geist und das 
Treiben dieser Gesellschaftsklasse gleichsam exemplarisch 


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gezeigt wird. Damit muss man sich durchaus einver¬ 
standen erklären. Höchstens der wunderbaren und auch 
für die italienische Literatur nicht unwichtigen Lyrik 
des Pontano hätte ich gerne ein Plätzchen gegönnt. 

Leider hat P6rcopo die von Wiese durchgeführte 
und so glücklich bewährte Gruppierung nicht beibehalten, 
sondern teilt seine Darstellung innerhalb der einzelnen 
Perioden streng nach Dichtungsgattungen ein, was um 
so unangenehmer auffallen muss, als die einzelnen Zeit¬ 
räume fast nirgends weniger als ganze hundert Jahre 
umfassen. So werden wir viermal durch das Cinquecento, 
viermal durch die nimmer endende Zeit des Verfalls 
(1580—1750) und viermal durch das Risorgimento hin¬ 
durchjagt, indem wir der Reihe nach die lange Front¬ 
aufstellung der Epik, der Lyrik und Satire, des J)ramas 
und der Prosa abmustern. Dabei geht natürlich eines 
der wichtigsten Erfordernisse der synthetischen Literatur¬ 
geschichte ganz und gar verloren: die Perspektive, 
und die durchgehende Lektüre des Werks wird vom 
zweiten Teil ab fast unmöglich. Die prächtigen in sich 
abgeschlossenen Individualitäten eines Ariost, Machiavelli, 
Aretin, Manzoni u. s. w. werden zerhackt. Ja sogar die 
biographischen Notizen über Männer, die das Unglück 
hatten, sich in mehreren Dichtungsgattungen zu be¬ 
tätigen, muss man sich oft mühsam zusammenlesen. Ge¬ 
rade in der ungeheuren und verwirrenden Stoffmasse der 
neueren Literatur wäre eine Orientierung nach höheren 
und weniger formalistischen Gesichtspunkten erwünscht 
gewesen. Diese Gesichtspunkte bieten sich einem so 
profunden Kenner der modernen Literatur wie Pörcopo 
ganz von selbst, und man sieht ordentlich, wie er sich 
Gewalt anthun musste, um sie nicht aufkommen zu lassen. 
Z. B. die grosse Hauptströmung im Cinquecento, der 
Klassizismus mit Bembo an der Spitze und den gelehrten 
Reformbestrebungen eines Trissino, Tolomei u. s. w. im 
Gefolge bot einen trefflichen Ausgangspunkt für die Dar¬ 
stellung. Und dabei durfte wohl betont werden, dass 
diese ganze Richtung in der klassischen Philologie ihre 
Wurzel hat, dass der Brief „De imitatione“ und die 
„Prose della volgar lingua u einen und denselben Mann 
zum Verfasser haben: Bembo den Ciceronianer und 
Petrarchisten. Und nun auf der andern Seite die grosse 
Reaktion, die negative Literatur mit Folengo, Berni 
u. s. w., und abseits das freie Genie: Ariost, Machiavelli, 
Aretino, und am Schluss das unterliegende Genie: Tasso, 
der seine eigene Muse dem Aristoteles und dessen Priestern 
geopfert hat. All diese Gesichtspunkte (positive und 
negative, kunstmässige und volkstümliche, klassische, 
romantische und realistische Dichtung etc. etc.) kennt 
P&rcopo, und es liegt mir ferne, ihn darüber belehren 
zu wollen, aber es ist schade, dass er nur gelegentlich 
und vorübergehend darauf hingewiesen hat, statt sie 
der ganzen Darstellung zu Grunde zu legen. — Be¬ 
sondersdankbar wird dasdeutschePublikum dem italienischen 
Gelehrten sein für sein liebevolles Eingehen auf unsere 
Interessen, nämlich die Beziehungen der italienischen 
Werke zum Ausland und speziell zu Deutschland. Einige 
Irrtümer, die dabei untergelaufen sind, wurden schon von 
Anderen berichtigt, Im übrigen aber ist P.’s Darstellung 
mit umfassender Sachkenntnis, gründlicher Vollständigkeit 
und vorsichtig abgewogenem Urteil gleichmässig durch 
das ganze unendliche Gebiet hindurchgeführt. — Be¬ 
sonders wertvoll werden dem Laien die ausgezeichneten 
Inhaltsangaben sein, mit denen beide Verfasser ihre 
Arbeit so reichlich bedacht haben. Ob sie auch bei den 


allgemein bekannten Werken in so grossem Umfange 
nötig waren, darüber lässt sich streiten. 

Die italienische Uebersetzung des Werkes, die hoffent¬ 
lich nicht lange auf sich warten lässt, wird ausserdem 
noch mit einem bibliographischen Anhang versehen werden. 

Heidelberg. Karl Vossler. 


W i e s e, B e r th., Zur Christophlegende. (Aus „ Forschungen ' 
zur romanischen Philologie, Festgabe für Hermann Suchier 
zum 15. März 1900“.) Halle, Niemeyer. 1900. 

Aus zwei Handschriften, der einen zu Mailand (H), 
der andern zu Wien (E) wird hier eine altnorditalienische 
Christophlegende herausgegeben. Zugrunde gelegt wird 
die erstere, bedeutend bessere. Dass auch diese manche 
Schäden erlitt, erhellt schon aus dem Umstande, dass 
vielfach der Reim verletzt erscheint. Emendationen sind 
in solchen Fällen geboten; hie und da hilft E; wo auch 
diese Hs. versagt, da muss man zu Konjekturen greifen. 
Dass auch im Innern des Verses die Hss. das Original, 
von dem sie wohl durch mehrere Zwischenglieder ge¬ 
trennt sind, nicht genau wiedergeben werden, lässt 
sich leicht vermuten, wenn auch sinnstörende Fehler 
selten sind. Besonders verwahrlost erscheint das Metrum. 
Von der Ansicht ausgehend, dass der Autor nur gut ge¬ 
messene Elfsilber angewandt habe, bemüht sich der 
Herausgeber, solche überall ‘herzustellen. Schon die 
Prämisse ist bei derartigen, auf niederster Kunststufe 
stehenden Denkmälern, zweifelhaft; aber selbst zugegeben, 
dass allzu grosse Willkür nicht ursprünglich sein könne, 
ist es bei weitem Tätlicher das uns Vorliegende unberührt 
zu lassen und Aenderungsvorschläge, die so viel des 
Subjektiven an sich haben, erst in den Anmerkungen 
mitzuteilen. Bei seinem Verfahren hat der Herausgeber 
eine übergrosse Anzahl von Zeilen antasten müssen. So 
lange es sich um Tilgung auslautender oder zwischen- 
toniger Vokale, um Einführung geringer Formvarianten, 
um Streichen oder Zusetzen von Flickwörtern u. s. w. 
handelt, hat die Sache nicht viel auf sich; wenn aber 
aus metrischen Gründen mehr oder weniger eindringliche 
T e x t änderungen vorgenommen werden, so ist dies sehr 
bedenklich. Von den zahlreichen Fällen seien nur einige 
angeführt. 

20 (S% vuy lo mazor re ch } dl mondo sia ?) ‘Si 
sori, diese lo re, e Christofeno respondea . So beide 
Hss., und es ist misslich einen, aller Wahrscheinlichkeit 
nach dem Autor gehörigen Zug der alten Syntax zu 
verwischen, um durch ‘Si disse'l re einen Elfsilbler za 
erlangen. Dies^ um so weniger als die Verse, in denen 
der mehrsilbige Name des Heiligen vorkommt, oft über¬ 
lang sind. 

47 Quando vuy aviti (E: Qu. av.) pagura a (E : de) 
odirlo menzonare , | El* h mazor de vuy . Heraus¬ 
geber: Avl p. a od. m. Die Parataxe ergiebt eine 
allzu abgehackte Redeweise; auch dürfte kaum der Satz 
mit Avl beginnen. 

145 TJna longa staxone passd molta zente . Ist 
es wirklich sicher, oder auch nur glaubwürdig, dass die 
wichtige Angabe, Christoph hätte bereits viele Menschen 
über das Wasser getragen, von einem Abschreiber her¬ 
rühre, und ursprünglich nur t7. I . staxon passd la zente \ 
da gestanden sei? Wäre nicht einfacher Una zu tilgen? 
Beibehaltung des Auslautsvokals wird vom Herausgeber 
selbst anderswo zugelassen. 

165 E Christofeno disse: Elf d pur (E : El par 
pur) un mamolino. Herausgeber: E Christofen dis: 


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1900. Literatnrblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 6. 


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EW b un m t Ungern entsagt man dem ausdrucksvollen 
pur; 'Nein, ick träumte nicht; es ist doch ein Kind’. 

206 Per cti eV b (E : erd) chanineo , nesun no 
lo intendea. Der Herausg. streicht nesun . Ist denn 
das Subjekt zu entraten? 

210 (E pregö Deo . . che li desse ) Lengua latina 
che zaschuno V intendesse. Herausgeber: cheuno, wo 
tino im Sinne von 'man* aufzufassen wäre. 

Noch entschiedener wird man sich weigern, dem 
Originale Sprachwidriges zuzumuten. So wenn 142 'Questo 
hen posso fare oder 244 ‘ Questo no voy fare zu Sto 
ecc . ‘emendiert* werden, als ob sto anders als in der 
Proclise zulässig wäre. Oder wenn 242 {Li chavaleri 
andono . . . .) E s\ li disseno (E : E le d.) zu Li d., mit 
tonlosem Pronomen an der Spitze des coodinierten Haupt¬ 
satzes geändert wird. Auf die* Worte des Einsiedlers, 
Gott sei knieend anzubeten, heisst es 131: Como fazo 
tni? Christofeno dixia; man darf nicht fazomi ansetzen, 
da hier kein enclitischer ethischer Dativ, sondern betontes 
mi als Subjekt vorliegt. 

‘Die Legende ist, wie sie vorliegt, in paarweise 
gereimten Endecasillabi abgefasst. Es ist mir aber sehr 
wahrscheinlich, dass ursprünglich vierzeilige, einreimige 
Strophen beabsichtigt waren; sehr oft wenigstens reimen 
noch vier Verse hintereinander, die inhaltlich zusammen- 
gehören*. Der Herausgeber hat auffallenderweise über¬ 
sehen, dass auf solche vier Verse regelmässig ein Reim¬ 
paar folgt. Man sehe z. B. die ersten 48 Verse an: 
Ich folge der Graphie von H und bezeichne mit * Reime, 
die nur in E richtig sind; in V. 12 scheint der Reim 
in beiden Hss. verderbt. 

1 — 6 dio mio eo chanineo chano certano 
7—12 -ado -ado -ado -ato chaninea ? 

13—18 -ondo -undo -ondo -ando -ado -ado 
19—24 dixeva sia respondea mia -one -one 
25—30 -ava -ava -ava -ava -are -are 
31—36 *-ö -oe -oe *-ö -ura -ura 
37—42 respoxe -oxo -oxo suxo -ire -ire 
43—48 -ore alora -ore -ore -are -are 

Und so immer. Es unterliegt keinem Zweifel, dass 
die 372 Verse der Legende sich zu 62 sechszeiligen 
Strophen mit der Reimstellung aa a ab b gruppieren; 
hie und da sind a und b identisch; so 193—98 drei 
Suffix -one, drei 3. Perf. -oe; die sechs Zeiten assonieren 
auf o oder, bei Annahme von Perf. -one, haben gleichen 
Reim. Ein paar geringfügige Bemerkungen sind zu 
machen: 85—90 volse (Perf. von volere ; echt mund¬ 
artlich vose), cröxe, furioxa, doloxa , -ente, - ente ; 361 — 
366 -ato, -ato, -ava, -ava, -ia, -ia ; scheinbar bilden 
die vier ersten Verse zwei Reimpaare, in der Tbat sind 
es vier assonierende Verse. Ferner 49—54 mio, [Wo], 
partiva , ziva, dixia, fazia, in allen sechs Zeilen Assonanz 
auf l , aber einerseits in a 12 andererseits in a**bb reiner 
Reim. Wichtiger ist 97—102 arguto : inprometudo, 
falido, partido, benedeto, romito ; wenn man nicht mit 
E faludo, partudo lesen will, so wird man hier einen 
einzigen Fall der Verletzung des Strophensystems kon¬ 
statieren, nicht aber an dem System selbst zweifeln. 
Aus dem Gesagten ergiebt sich, dass wenn zu 205 ff. 
— metia, intendea, andaxeva, [eine Zeile fehlt], - esse , 
-esse — der Herausgeber 207 andava ansetzt und als 
Reimwort von 208 pregava vermutet, er das Richtige 
nicht trifft. 

Die von dem Herausgeber benützte Abschrift von 
H und die mir vorliegende (erstere rührt von Salvioni, 


letztere von Rajna her) stimmen fast durchgehende über¬ 
ein. V. 28 und 56 hat Rajna E statt C gelesen *. 
Von dem Teufel, der das Zeichen des Kreuzes gesehen 
hat, heisst es 69 Per lo boscho el va con grande re- 
gegno (: 3 - egno ); E rogogni . Rajna giebt nun als 
Lesung von H regogno an, mit der ausdrücklichen Be¬ 
merkung: 'Pare si fosse scritto prima, altrimenti, ma 
la correzione fu fatta immediatamente’. Das Glossar 
verzeichnet: * reg egno Lärm? Mir bisher unbekannt/ 
Zu vergleichen wäre etwa berg. rengognd reghegnä, 
mit gleichem Schwanken im Stammvokal, ‘belfern, murren. 

Mit Recht hat der Herausgeber auf eine ausführ¬ 
liche Darlegung der Spracherscheinungen verzichtet und 
nur Einzelheiten angeführt. Poreto ist schwerlich Kon- 
dizional; ich halte es für Futur: porb + to. ‘Den Kon¬ 
junktiv statt des Imperativs zeigt insegne, passe ; nicht 
zu übersehen ist, dass beide male -me suffigiert ist. 
156 Christus sagt zu Christoph: Ve me passa ; dazu die 
Anm.: ‘ passa ist Imperativ; das Pronomen davor z. B. 
auch Tobler, Pateg 524 Vacordd . Hier geht aber sl 
voraus, und bei eingeleitetem Satze ist Proclisis nicht 
bloss gestattet, sondern bei weitem das Ueblichste. An 
unserer Stelle hätten wir: ve, me passa ; me an der 
Spitze des coordinierten Hauptsatzes geht nicht an. Und 
schwerlich würde isoliertes ven als ve erscheinen. Es 
liegt veme passa vor, ein Beleg mehr für die von Ascoli 
im XIV. Bande des Arcli. glott. erörterten Redeweise 2 . 
Wien. A. Mussafia. 

Jüan Manuel, El libro de los exemplos del Conde 
Lucanor et de Patronio. Text und Anmerkungen aus 
dem Nachlass von Hermann Knust brsg. von Ad. Birch- 
Hirschfeld. Leipzig, Seele. 1900. XXXV, 439 S. 8°. 

Einer letztwilligen Bestimmung entsprechend wird 
uns eine von Knust durch lange Jahre vorbereitete Arbeit 
übergeben. Sie war abgeschlossen; der Herausgeber hat 
nur in den Anmerkungen einige Längen getilgt und Errata 
korrigiert. Er verdient für seine pietätvolle Bemühung 
allen Dank, ebenso wie es dem Verstorbenen angerechnet 
werden muss, dass er für die Nutzbarmachung seiner 
Studien bis zum Ende besorgt war. 

Der bibliographischen Einleitung geht ein Kapitel 
voraus, in welchem sich Knust mit den beiden Ver¬ 
zeichnissen beschäftigt die D. Juan von seinen Werken 
gegeben hat, bezw. mit der Datierung dieser Werke. 
Es waren das Fragen wie er sie sonst sich nicht stellte, 
die seiner Sammlernatur nicht lagen. Dass er hier sich 
auf ein historisches Thema einlassen zu sollen glaubte, 
ist wesentlich die Folge eines chronologischen Irrtums 
gewesen. Durch die Schuld eines sehr alten Kopisten 
sind in einer Hauptquelle der Zeitgeschichte, der Cronica 
de Alfonso XI, die Zeitangaben in arge Unordnung ge¬ 
raten; da die Herausgeber sich nicht darum gekümmert 
haben muss der Benutzer sein Handexemplar durch¬ 
korrigieren. Für den Teil in dem dies ernstliche Schwierig¬ 
keiten macht s. Caza 132 *. Knust hat das nicht be¬ 
merkt, trotz der fortlaufenden Discrepanz zwischen Aera 
und Regierungsjahr, und die notorischen Corruptelen der 
Jahreszahlen für Quellenwerte gehalten. In dieser Be¬ 
fangenheit ist ihm der herangezogene Bruchteil des 

1 27 E lo re che Y oldiva si se segnava 
C’ alora Christofeno se maraveliava. 

55 Nesuno no ge lo insegnava n& dixiva 
C’ a uno boscho Christofeno azonziva. 

2 149 steht veme a passare (: are); Herausgeber wegen des 
Metrums veme passare . 

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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 6. 


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Quellenmaterials ebenso unverständlich geblieben, wie 
die fremden Ergebnisse gegen die er sich zu polemisieren 
verpflichtet glaubte. Daneben hat er nicht bemerkt, 
dass alle seine Vorgänger in dem „ Libro del Conde“ 
(vgl. „Libro des Infante“) des ersten Verzeichnisses den 
Conde Lucanor erkannten, und nicht dass das von ihm 
S. XXI für die Frage nach der Stellung des Cronicon 
D. J. Emmanuelis als ausschlaggebendbezeichnete Argument 
Caza 148 2 längst abgethan ist. Das Kapitel enthält 
nicht eine brauchbare Bemerkung, weder für noch wider, 
ist nur geeignet irre zu leiten, und wäre besser un¬ 
gedruckt. 

Für die Herstellung des Textes standen 5 Hss. und 
die eine 6te repräsentierende Ausgabe Argotes zur Ver¬ 
fügung. Die vollständige varia lectio ist gegeben; nur 
für die Hs. Gayangos bleibt an einigen Stellen eine un¬ 
bequeme Unsicherheit, weil nach S. XXVII ihre Lesarten 
nur „meistens“ angegeben sind. Knust hielt sie, weil 
so jung (16. Jahrh.), kaum der Beachtung wert, ein 
Kriterium, das nicht zutrifft. Zu Grunde gelegt ist der 
grosse Manualcodex S. 34. Um jene Dinge die der 
Herausgeber als orthographisch betrachtet, die aber meist 
phonetisch sind, S. XXXIII—XXXV, steht es besser 
als sein Prooemium erwarten lässt. 1 Er hat, wenn auch 
grollend, nach Vergleich grösserer Proben ans der Hs. S, 
nachträglich gewisse Licenzen in seiner Kopie uniformierend 
getilgt, und ist so, da er in anderen Dingen immer 
exakt kopierte, zu einer äusseren Gestalt gelangt die 
dem 14. Jahrh. leidlich entspricht; nur recht viele 8 
für z sind ihm stehen geblieben. Als Quelle darf er 
natürlich nach dieser Seite hin nicht benützt werden. 
Die Textrecension ist eine eklektische, ein Versuch die 
Hss. zu klassifizieren ist nicht gemacht. Es springt so¬ 
fort in die Augen dass der Uebereinstimmung der sonstigen 
Ueberlieferung gegen S durchweg, und nicht nur häufig 
statt zu geben war; so gleich 1, 5 wo aprovechosas 
aus 1, 8 kommt. Es ist allerdings 2, 20 En el nombre 
de dios amen wahrscheinlich gut, obwohl nur in S, stand 
zum rubrizieren am Rand. Aber das ist ein ganz 
exceptioneller Fall. Doch auch jene Bevorzugung ist 
nicht konsequent. So ist 3, 16 trebejan S g, besser als 
das aufgenommene trabajan PMA; 3, 26 das aufge¬ 
nommene a otro E g gegen S PMA nicht zu halten. 
Bei Ex. 51 wird die Hs. g mit angeführt, obwohl Gayangos 
zweifellos richtig angiebt, dass es dort fehle. Hier und 
im Folgenden hätten die Bemerkungen Caga 302 ff. be¬ 
nützt werden müssen. Trotz aller dieser Mängel be¬ 
zeichnet die Ausgabe gegenüber jener von Gayangos 
einen Fortschritt auch im Text. 

Nächst der vollständigen Vorführung des Apparats 
liegt der Schwerpunkt des Buches in den Parallelen die 
in den Anmerkungen zu Erzählungen und Sentenzen er¬ 
bracht werden, vornehmlich den letzteren. Die Fabel¬ 
vergleichung ist in der Bearbeitung wohl erst später 
hinzugetreten; in Folge davon ein und die andere ver¬ 
nachlässigt, manches auf der Hand liegende übersehen, 
wie zu 32 (Bastard sieht nicht) Cervantes Retablo de 
las Maravillas, bei der Zugabe 54 der Widerspenstigen 
Zähmung; manches, nach summarischer Angabe, nur aus 
dritter Hand, einzelnes auch wohl misverstanden (vgl. 
S. XXVI Anm.). Eine Gruppierung ist nur in schwachen 
Ansätzen versucht. Dafür aber wieder eine Fülle von 


1 „Was nützt die kindische Freude bald u bald v oder auch 
b in demselben Worte zu finden“ u. s. w. 


entlegenem Material, dem Vorgänger Puymaigre gegen¬ 
über von erdrückender Ueberlegenheit, aber auch da 
respektabel wo K. mit stärkerer, seit seinem Tod ent¬ 
standener Konkurrenz, Kuhn, G. Paris u. a. zusammen- 
trifft. Druck und Papier sind vortrefflich; aber wäre 
es nicht besser gewesen der Ausstattung lieber etwas 
abzubrechen und dafür ordentliche Indices herstellen zu 
lassen? 

Freiburg i. Br. G. Baist. 


Z eitschriften. 

Die neueren Sprachen VIH, 1: A. Brunnemann, Die 
jüngsten französischen Romanschriftsteller. —J. H. Gallle 
und H. Zwaardemaker, Ueber Graphik der Sprachlaute, 
namentlich der Explosivae. — M. Poensgen-Alberty, 
Einiges über dänische Gymnasien. — Jahresbericht des neu- 
philolog. Vereins Elberfeld-Barmen 1899. — G. Wen dt, 
Gustaf F. Steffen, England als Weltmacht und Kulturstaat 
Studien über politische, intellektuelle und ästhetische Er¬ 
scheinungen im britischen Reiche. — 0. Arndt, Kriegs¬ 
lektüre. 1. Journal d’un officier d’ordonnance par le comte 
d’Hfcrisson. 2. Guerre de 1870/71. Rücits mixtes par Chuquet, 
Hürisson, Bfezier, Hal&vy, Mme Boissonnas, Doussaint 3. 
La guerre franco-allemande 1870/71. Nach Cnuquet, Rousset, 
Corrfcard, d’HGrisson, Achard, Monod u. a. — B. Harder, 
Franz. Schulausgaben. Deux möres von Josöphine Colomb. 

— E. Pitschel, The International English Teacber. First 
Book of English for German, French and Italian Schools. 
By A. Baumgartner. — H. Müller. Erste Liste deutscher 
Schulausgaben englischer Schriftsteller, die der Kanon-Aus¬ 
schuss des allgemeinen deutschen Neuphilologen-Verbandes, 
auf Grund der bisher eingelaufenen (1103) Gutachten, für 
„zweifellos brauchbar“ erklären zu dürfen glaubt. (Abge¬ 
schlossen 28. Februar 1900.) — G. Wendt, Die Wiener 
Thesen (Schl.). — Vni. 2: L. Bevier, The acoustic analysis 
of the vowel a. — B. Elle, Einige Bemerkungen über die 
Ferienkurse der Alliance fran^aise in Paris im Sommer 1899. 

— E. Gündel, Die Rezitationen Jouffrets. — G. Herberich, 
K. Breul, The teaching of modern foreign languages in our 
secondary schools. — H. Klinghardt, K. Quiehl, Französ. 
Aussprache und Sprachfertigkeit. Phonetik, sowie münd¬ 
liche und schriftliche Uebungen im Klassenunterricht Auf 
Grund von Unterrichtsversuchen dargestellt.— H. Schmidt, 
M. Walter, Englisch nach dem Frankfurter Reformplan. 
Lehrgang während der ersten 2 1 /* Unterrichtsjahre (11,-1,) 
unter Beifügung zahlreicher Schülerarbeiten. — F. D., Kurze 
Anzeigen. — K. Meier, Zentralstelle für Schriftsteller-Er¬ 
klärung 11. — K. A. M. Hartmann, Zur Beurteilung der 
Genfer Schul Verhältnisse. — F. D., Zu Wendts Wiener Thesen. 

— H. Fischer, Erklärung. — F. P., Reisestipendien. — 
W. V., 9. Allgemeiner deutscher Neuphilologentag in Leipzig. 

— W. V., 1. Hauptversammlung des bayerischen NeupMlologen- 
Verbandes. — P. Bode, Franz. Kurse in Grenoble. 

Modern Language Notes XV. 4: Morton. A Method of 
Teaching Metrics. —War re n, Moliöre’s L*Avare and Le 
Drame Bourgeois. — Merrill, Wordsworth’s Realism. n. 

— Eggert, The *Evil 8pirit’ in Goethes Faust I. — Lewis, 
van Daell, Six Jolis Contes; Kuhns, French Reading for 
Beginners; Joynes, Erckmann-Chatrian’s Contes Fantastiques, 
Spiers, Episodes from Malot’s ‘Sans Familie*; Toy, Molifere's 
‘Les Pr6cieuses Ridicules’; 8uper, 'Scönes de la Revolution 
fran^aise* from the Tlistoire des Girondins* by Lamartine. 

— Krapp, Buck, The Metaphor : A Study in the Psychology 
of Rhetoric. — Faust, Winkler, Goethe’s Egmont. — Read, 
Keat’s Hyperion, ed. Hoops. — Ogden, Smith, The Trou¬ 
badours at Home. 

Mämoires de la Soctätö Lingnistiqne XI, 3: R. Gauthiot, 
A propos de la loi de Verner et des effets du ton indo-eu- 
ropöen. — M. Grammont, Le patois de la Franche-Mon- 
tagne et en particulier de Damprichard (Franche - Comt6). 

Zs. für vergl. Literaturgeschichte XHI, 1; E. Aspelin, 
Lamottes Abhandlungen über die Tragödie verglichen mit 
LessingsHamburgischerDramaturgie. I. H. — M.Oeftering, 
Die Geschichte von der schönen Irene in der französischen 
und deutschen Literatur. I. H. — W. Goltber, Ein min- 
grelisches Siegfriedsmäreben. — A. Kopp, Internationale 
Tabakpoesie. — H. Holstein, Alsatica. — J. Geffcken, 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 6. 


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Die Tendenz in Gustav Freytags „Soll und Haben“. — Th. 
Distel, Kleine Lesefrüchte und Archivsplitter. I—V. —M. 
Zdziechowski, M. Murko, Deutsche Einflüsse auf die An¬ 
fänge der böhmischen Romantik. — F. Bobertag, Herrn. 
Ullrich, Robinson und Robinsonaden. I. Teil. — A. L. Stiefel, 

B. Croce, I Teatri di Napoli. Secolo XV—XVIII. — XIII, 

4. 5: L. Fränkel, A. Guarna, Johann Spangenberg und das 
Bellum grammaticale. — E.Aspelin, Lamottes Abhandlungen 
über die Tragödie, verglichen mit Lessings Hamburgischer 
Dramaturgie. III. IV. (Schl.) — W. Bormann, Zwei Haupt¬ 
stücke von der Tragödie. I. Schuld und Sühne. — Fr. 
Geppert, Zwei Lustspiele Ludwig Wielands. — J. Bolte, 
Der Ursprung der Don Juan-Sage. I—IV. — W. Nehring. 
Anklänge an das Nibelungenlied in mingrelischen Märchen? 

— K. Putz, Bemerkungen zu Friedrich Rückerts poetischem 
Tagebuch. — W. v. Wurzbach, A. Ludwig, Lope de Vega’s 
Dramen aus dem Karolingischen Sagenkreise. — J. Bolte, 
Br. Golz, Pfalzgräfin Genoveva in der deutschen Dichtung. 

— K. Olbrich, Germanistische Abhandlungen XI. und XII. 
Heft. — A. Farinelli, A. Schneider, Spaniens Anteil an 
der deutschen Literatur des 16. und 17. Jahrh. — Kurze 
Anzeigen. — XIII, 6: K. Drescher, Zu Arigos „Blumen 
der Tugend“. — L. Katona. Die Ofen-Pester Handschrift 
der „Gesta Romanorum“. — J. Gaismaier, Ueber Justinus 
Kerners „Reiseschatten“. Ein Beitrag zur Geschichte der 
Romantik. I. — K. Reuschel, Die Quelle von Chamissos 
Gedicht „Die Jungfrau von Stubbenkammer“.—W. Nehring, 
J. Milcetic, Sammelwerk für das Volksleben und die Sitten 
der Südslaven. — E. Sulger-Gebing, M. Landau, Ge¬ 
schichte der italienischen Literatur im 18. Jahrh. 

Archivio per lo Studio delle tradizioni popolari XIX, 1: 

G. PitrS, Delle Feste patronali in SiciUtv- J. Cittä sotto la 
protezione dei Santi. II. Vicende del patronato dei Santi 
in Sicilia. HI. La leggenda dell’ arrivo di navi cariche di 
grano durante una carestia. IV. La leggenda d’un simulacro 
ai Santo caricato sopra un carro. V. Altri tipi di leggende. 
VI. Leggende intorno alla lottä dei Normanni con i Saraceni. 

VH. Culto divino reso ai Santi patroni; Maria. Dati statistici 
del patronato in 150 comuni. — A. Nardo Cibele, Folk-Lore 
di S. Paolo nel Brasile (Schl.). — G. Ferraro, Awertimenti 
per pigliar marito : poesia popolare sarda del Logudoro. — 
A. Balladoro, Cinquanta Indovinelli veronesi. — A. 
Primanti, II Natale in Roma prima del 1870. I. H Cottio. 
II. II giorno della vigilia. III. 11 Cenone. — D. A. Meduri, 
La Novena del Natale a Reggio Calabria. — S. Salomone- 
Marino, Le storie popolari in poesia siciliana messe a 
stampa dal secolo. XV ai di nostri. Sec. XIX. n. Storie 
siciliane perdute. IH. Storie non siciliane stampate in 
Sicilia. — M. Pitre, Le feste deir Assunta in Messina 
descritte dai viaggiatori italiani e stranieri (con disegni). 

VI. La festa della Vara, secondo J. A. de Gourbillon, nel 
1819. VII. La festa della Vara in Messina, secondo il conte 
de Forbin, nel 1820. VIII. La festa della Vara. secondo A. 
de Sayve, nel 1821. IX. La festa della Bara, secondo W. 

H. Smyth, nel 1828. X. La festa della Vara. secondo il 
barone Th. Renoüard de Bussierre, nel 1836. XI. La Bara, 
o Vara di Messina, secondo G. Q., nel 1836. XII. La festa 
della Bara, secondo l’opera: La Möditerranöe. XIII. La 
festa della Vara, secondo F. Bourquelot nel 1843. XIV. La 
festa dell’ Assunta, secondo un anonimo inglese, nel 1837. 
XV. La festa della Bara, secondo E. Reclus, nel 1865. XVI. 
La festa dell’ Assunzione della Vergine, secondo Enrichetta 
Caracciolo, nel 1839. XVÜ. La festa della Bara, secondo il 
Magasin Pittoresque e F. Bernard. XVIII. La festa di Mez- 
z’Agosto, secondo L’Ulustrazione Popolare.— G.B.Marchesi, 
Un viaggio da Bergamo a Roma nel 17G0: Usi e Uostumi. 

— Usi e Costumi degli Esquimesi. — S. Raccuglia, Leg¬ 
gende popolari siciliane. I. La fontana di Fondarso. II. 

5. » Maria dei Greci. III. La Madonna Buluraad di Pagliara. 
IV. La leggenda di Furnari. V. Il miracolo di S. 8ilvestro. 
VI. La Contrada Camale. VII. Malconsiglio. Malamoglie e 
Zittä. VUI. Il miracolo di S. Felice. IX. Fontana reale. 

— A. Balladoro, Impronte maravigliose in Italia. XGIV. 
Pietra Maria. XCV. Le zampe del diavolo. Xt VI. La rnano 
di S. Colombano. XCVII. Il santuario di Vicoforte. — Mis- 
cellanea: G. Nerucci, I)i alcuni motti dialogati toscani.— 

C. de Titta, La passatella negli Abruzzi. — P. P. Simiani. 
Superstizioni in Larose-Perganson nella Gironda. — Kd. 
Westermarck, Le caractere des Finnois. — Rivista Bi- 
bliografica: G. Pitrö, Grifoni. Saggio di poesie e canti pop. 
religiosi di alcuni paesi umbri. — Dcrs., Mazzarella, La 


condizione giuridica del marito nella famiglia matriarcale. 
— Der 8., Starr, Catalogue of a Collection of objects illustrating 
the folklore of Mexico. — Ders., Wossidlo, Die Tiere im 
Munde des Volkes. 


Zs. für Deutsche Wortforschung hrsg. v. Fr. Kluge I. Bd. 

1. Hft.: 0. Behaghel, Zeitwörter, die von Hauptwörtern 
abgeleitet sind. — R. M. Meyer, Der Uebermensch. Eine 
wortgeschichtliche Skizze. — P. Pietsch, Luthersches. — 
W. Creizenach, Sprachliche Kleinigkeiten zu Lessings 
Jugend werken. — A. Gombert, Der Verfasser des Neuen 
Froschmäuslers vom Jahre 1796. — S. Kleemann, Der Kampf 
gegen das Fremdwort. — D ers., Nachlese zu Kluges „Deutscher 
Studentensprache“. — F. Kluge, Die ältesten Belege für 
Philister. — Ders., Beiträge zur Geschichte der Soldaten¬ 
sprache. I. Das niederländische Lied. — Ders., Badener 
oder Badenser? — 0. Behaghel, Zur Bildungssilbe -er. — 
Ed. Wölfflin, Glocke—Schelle. — H. Schuchardt, Stube 
Kuchen—Wirtel. — J. Minor, Miscellen (mantschen oder 
manschen, erathmen, bekleiben). — W. Creizenach, Mis¬ 
cellen (durchfallen, auftischen, ein). — J. Bolte, Einemden 
Görgen singen. — Alfr. Holder, Altdeutsche Glossen. I. 

— F. Kluge. Zu den Trierer Glossen Ahd. Glossen IV. 
195-211. — 0. Behaghel, Dr. Kant, H. Kienz, A. Kopp, 
E. Schmidt. H. Schuchardt, F. Wrede, Kleine Beiträge 
zum neuhochdeutschen Wortschatz (Blaustrumpf, Gänse- 
füsschen, Hauptmann, Hinterst zuvörderst, Katzenjammer, 
Becher, Schnörkel, Sommerfrische, Strohwittwer). — Mit¬ 
teilungen und Anfragen. 

Zs. für den deutschen Unterricht XIV, 4: W. Schwarze, An 
Goethes Hand unter südlichem Himmel. Reiseskizzen (Forts.). 

— F. Heynemann, Kupfernickel, Nickel und Kobalt. — 
K. Reuschel, Nächtlicher Gottesdienst auf dem Meere. 
Drei deutsche Dichtungen und ihre Vorlage. — A. Götze, 
Volksetymologien in slavischen Ortsnamen. — R. Petsch, 
Volksrätsel bei Johann Peter Hebel. — Sprechzimmer: No. 1: 
Th. Distel, Ein Schlingreimkünstler. — No. 2: G. Müller. 
Er hilft uns frei aus aller Not. — No. 3: R. Eickhoff, 
Zur Volksetymologie. — No. 4: Th. Distel, Zu XIII, 756 
dieser Zeitschrift. — No. 5: C. Müller, Dank. — No. 6: 
R. Eickhoff, Zur Namenkunde. — P. Knauth, H. Geist, 
Wie führt Goethe sein titanisches Faustproblem, das Bild 
seines eigenen Lebenskampfes, vollkommen einheitlich durch ? 

— 0. Glöde. Jahrbücher und Jahresberichte des Vereins 
für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. — Neu 
erschienene Bücher. 

Arkiv för Nordisk Filologi XVI. 4: S. Bugge, uilinispal 
paa Rök-Stenen. — W. A. Craigie, On some Points in 
Skaldic Metrc. — Erik Brate, Anmälan av ‘Fr. Wulff: 
Svenska rim och svenskt uttal*. — Kr. Kälund, Anmälan 
av ‘W. G. Collingwood and .Tön Stephänsson: A pilgrimage 
to the saga-steads of Iceland*. —G. Storm, Nekrolog över 
Oluf Rygh. 

Taal en Letteren X, 4: J. Koopmans, Middelnederlandse 
romans. I. De Torec. — K. P. de Vries, De kerkelijke 
twisten te Amsterdam 1626—1631. Inleiding op Vondels 
Hekeldichten uit dien tijd (Schluss). — N. A. Gramer, 
Hecken (zieh snel bewegen). — J. A. F. L. baron van 
Heeckeren, Cher Willem van Harem. — N. A. Gramer, 
Een volkszangeres. 

Anglia Beiblatt X, 12: Ackermann, Fischer, Leben und 
Werke Alfred Lord Tennysons; Koeppel, Tennyson; Mustard, 
Tennyson and Vergib — L. Toulmin Smith, Kingsley, 
George Henry. Notes on Sport and Travel. With a memoir 
by his danghter Mary H. Kingsley. — Rüge, Johnston, A 
history of the colonization of Africa by alien races. — 
Heuser. Bauermeister, Zur Sprache Spenser’s auf Grund 
der Reime der Faerie Quecne. — Bill bring, Zur altnordlmm- 
brischen Grammatik. — Ders., Zu Beiblatt IX, 289 ff. — 
Wülker, Feier von Dr. F. J. Furnivall’s 75. Geburtstag. 

Romania 114 (April): A. Thomas, ßtymologies fran^aises. 

— G. Paris, Sur Huon de Bordeaux. — G. Doncieux, La 
chanson du Roi Renaud. — H. Sucbier, Quelques passages 
du Fragment de la Hage. — A. Thomas, La mention de 
Waland le Forgeron dans la chronique d’Ademar de Gha- 
bannes. — G. Paris. Guet-apens. — Gh. .Toret, Des Suffixes 
norinands (i)co(t) et (i)bo(t). — M. Roques, Mohl, Introduction 
ä la Chronologie du latin vulgaire. — G. Paris. Sucbier, 
Aucassin et Nicolette. — P. Meyer, Butler, Legenda aurea, 


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1900. Literatnrblatt für germanische und romanische Philologie. No. 6. 


224 


Legende dorEe, Golden Legend. — A. Jeanroy, Guy, Essay 
sur la vie et les oeuvres littEraires du trouvEre Adan de le 
Haie. — J. GilliEron, Guerlin de Guer, Essai de dialectologie 

. normande. — In der Chronique u. a. kurze Besprechungen 
von: Homenaje ä MenEndez Pelayo. Madrid 1899. (Daraus 
werden besprochen: M. Schiff, La premiere traduction de 
la c Divine ComEdie*; MenEndez Pidal, Notes pour le ro- 
mancero du comte Fernen Gonzälez; E. de Hinojosa, Le 
droit dans le Poema del Cid; 0. Michaelis de Vascon- 
cellos, Une ceuvre inEdite du connEtable D. Pedro de Por¬ 
tugal; V. Fernändez Llera, Une Etymologie : T fatüado ) 
fetillado *; A. Paz y Melia, La Bible mise en langue vul- 
gaire par R. MosE Arragel de Guadalfajara; L. Eguilaz 
y Yanguas, Notes Etymologiques sur ‘Don Quichotte*; F. 
de Haan, Picarqs et ganapanes; J. Ribera, Origines de 
la Philosophie deRamonLull; M. Asin, Mohidin; R. Chabas, 
Arnaud de Villeneuve et ses erreurs thEologiques; P. Rajna, 
A Roncevaux : quelques observations topographiques pour 
l’Etude de la ‘cbanson de Roland*.) — Ferner über Lot, 
L’Origine sarrasine de Duguesclin (in Annales de Bretagne). 

— J. H. Smith, The Troubadours at home. — A. Salmon, 
Notice sur les mss. de la bibliothEque du tribunal de Beauvais. 

— L. Wiese, Die Sprache der Dialoge des Papstes Gregor. 

— J. DelLungo,Da Bonifazio VIII ad Arrigo VII. Pagine 
di storia fiorentina per la Vita di Dante. — G. Pfeiffer, 
Ein Problem der roman. Wortforschung. — N. Zingarelli, 
Intorno a due trovatori in Italia. 

Liter. Centralblatt 15: -ltz- G., Ritter, Notes sur Madame 
de 8tael. — L. Fr., Molenaer, Robert Burns’ Beziehungen 
zur Literatur. — A. B., Mielke, Der deutsche Roman des 
19. Jahrh. — Sütterlin, Die deutsche Sprache der Gegen¬ 
wart. — H. W., Frey, Sammlung ausgewählter Briefe an 
Michelagniolo Buonarrotti. — Ldw. Pr., Walter, Englisch nach 
dem Frankfurter Reformplan. —16.17: -ltz- G., ClEment, Henri 
Estienne et son oeuvre fran^aise. — M. K., Junk, Goethes Fort¬ 
setzung der Mozart’schen Zauberflöte. — M. K., Goethe, Die 
Mitschuldigen. Hrsg. v. G. Witkowski. (Der Hs. des Dichters 
nachgebildet.) — Möllenhoff, Deutsche Altertumskunde IV, 1. 

— 18: -tta, Scartazzini, Enciclopedia Dantesca. — W. K., 

Reinsch, Ben Jonsons Poetik und seine Beziehungen zu 
Horaz. — Geist, Wie führt Goethe sein titanisches Faust¬ 
problem, das Bild seines eigenen Lebenskampfes, vollkommen 
einheitlich durch? — 19: Kn., Conteurs contemporains, er¬ 
klärt von Hengesbach. 9 Erzählungen v. A. Theuriet, A. 
France, Pierre Loti, V. Sardou, Emile Zola. — F. Kl., Simons, 
Cynewulfs Wortschatz.-gk, Rygh, Norske Gaardnavne. 

— H. Hirt, Heiderich, Einführung in das Studium der got. 
Sprache. — Vom militär. Stil. — -1, Schönbach, Ges. Auf¬ 
sätze zur neueren Literatur. — A. Gebhard, Kontz, Les 
drames de la jeunesse de Schiller. 

Deutsche Literaturzeitung No. 14: Strecker, Bemerkungen 
zum Waltharius, von Jiriezek. — Hampe, Gedichte vom 
Hausrath, von Schulte. — Works of Lord Byron, ed. by 
Coleridge and Prothero, v. Brandl. — 15: Müller-Gutten- 
brunn, Kleist, Hermannschlacht ein Gedicht auf Oester¬ 
reich, von Minde-Pouet. — Rua, 'piacevoli notti* di G. Fr. 
Straparola, von Bolte. — Wqttke, Sächsische Volkskunde, 
von Hauffen. — Oberländer, Geistige Entwicklung der 
deutschen Schauspielkunst im 18. Jahrh., von Minor. — 16: 
Kraus, H. v. Veldeke und die mittelhochdeutsche Dichter¬ 
sprache. — Giovanni Negri, Divagazioni Leopardiane, von 
Wiese. — No. 17: Walter, Englisch nach dem Frankfurter 
Reformplan, von Vietor. — Das Gemerkbiichlein des Hans 
Sachs, hrsg. von K. Drescher, von Uhl. — Achelis, Grund¬ 
züge der Lyrik Goethes, von Witkowski. — Grosse, Zu 
Goethe, von Weissenfels. — Kassner, Die Mystik, die 
Künstler und das Leben. Heber englische Dichter und Maler 
im 19. Jahrh., von Brandl. — Faguet, Flaubert, von Fürst. 

— Gertrude Buck, the Hetaphor, von R. M. Meyer. — 
Enneccerus, Zur lateinischen und französischen Eulalia, 
von Schläger. 

Zs. für vaterländische Geschichte und Altertumskunde 
Bd. 57: Beruh. Kuhlmann, Eresburg und Irmensul. 

Korrespondenzblatt des Gesamtvereins der deutschen 
Geschichts- und Altertumsvereine No. 3 u. 4: G. Keller, 
Ueber den Hortus deliciarum der Aebtissin Herrad v. Lands¬ 
berg. — Lienhart, Die Sprachkarte des Eisass. 

Deutsche Geschiehtshlätter I, 6/7: H. Witte, Studien zur 
Geschichte der deutsch-romanischen Sprachgrenze. 


Zs. für Kulturgeschichte VII, 3. 4: G. Scheidei, Aas 
Weimars Glanzperiode. 

Jahrbuch für die Geschichte des Herzogtums Oldenburg 
VIII: W. R am s au er, Die Flurnamen im Oldenburgischen 
in agrarhistorischer Hinsicht. 

Württemberg. Vierteljahrshefte für Landesgeschichte 

N. F. IX, 1. 2: 0. Mayer, Geist. Leben in der Reichsstadt 
Esslingen vor der Reformation der Stadt. — Sakmann, 
Die Voltaire-Dokumente des Fonds MontbEliard der Archives 
nationales zu Paris. — H. Fischer, Die Namen der Wochen¬ 
tage im Schwäbischen. — Ders., Zum Ulmischen Urkunden¬ 
buch. Sprachliches. 

Aus der Heimat. Blätter der Vereinigung für Goth&ische 
Geschichte und Altertumsforschung HI, 3.4: A. Meitzen, 
Ueber Siedelung und Agrarwesen der Germanen, Kelten, 
Römer und Slaven. 

Neuphil. Centralblatt 14, 4: Faust, Das ältere engl. Schau¬ 
spiel in Nachbildungen. 4. 

Neue phil. Rundschau 7:jO. Heilig, G. Sand, la mare an 
Diable, bearb. von J. Haas. —- Fr. Stehlich, Körting, Grund¬ 
riss der Geschichte der engl. Literatur. — Fr. Blume. 
English as it is spoken. — P. Weizsäcker, Sulger-Gebing, 
Die Brüder A. W. und F. Schlegel in ihrem Verhältnis zur 
bildenden Kunst. 

Zs. für die Österreich. Gymnasien 51, 3: Cornel Jaskulski, 
Ueber den Einfluss der vorkrit. Aesthetik Kants auf Herder. 

— Schipper, Ten Brink, Geschichte der engl. Literatur. 

— Jurenka, Bücher, Arbeit und Rhythmus*. 

Lehrproben und Lehrgänge 63: A. Biese, Goethes Tasso* 

ein Dichterbild, Goethes ‘Faust* ein Menschheitsbild. — W. 
Fries, Einige Bemerkungen über die praktische Ausbildung 
der Neuphilologen. 

Zs. für Bücherfreunde IV, 1: H. Ullrich, Uebersetzungen 
von Schriften Daniel Defoes. 

Das liter. Echo II, 13: S. Lublinski, Neues über Heine. 

H. Wunderlich, Soldatensprache. — Ed. Engel, Das 
enthüllte Byron-Geheimnis. 

Das Magazin für Literatur 13: E. Reichel, Hamlet als 
Gelehrter (Schl, in 14). 

Preussische Jahrbücher März: H. Zimmer, Die kelt. Be¬ 
wegung* in der Bretagne. — Er. von Schrenk, Wie hat 
Italien auf Goethe gewirkt? 

Allgemeine Zeitung Beilage 72: Chr. Petzet, Die polit. 
Lyrik von 1840—1&50. — 72/73: H. Jantzen, Volks¬ 
etymologie. — 78: 0. Brenner, Ueber neue Wörter. — 
86: Isaia von Aren dal, Ueber die Kosenamen auf -eles. — 
89. 90: Karl Voretzsch, Gaudys Entwickelungsgang. 

Strassburger Neueste Nachrichten No. 99: E. Martin, 
Die Sprache des Burenvolkes. 

Museum VHI, 3: Uhlenbeck, Hirt, Der indogerm. Ablaut 

— Bo er, Tamm, Om avledningsändelser hos svenska ad¬ 
jektiv; Om ändelser hos adverb etc. — Frantzen, Stil¬ 
gebauer, Geschichte des Minnesangs. — Stoffel, Keats’ 
Hyperion, hrsg. von Hoops. — Deel mann, Wachmann, Pract. 
inleiding in het Hoogduitsch. — S. 89 ff.: Bericht über die 
2. Niederländische Philologen-Versammlung (Darin kurze 
Berichte u. a. über den Vortrag von J. J. Salverda de 
Grave, het individueele element bij het ontleenen van 
vreemde woorden; J. F. D. Blöte, De Zwaanridder kan 
geen reflex van een mythologisch wezen zijn). 

Gids April: A. G. van Hamei, De lach van Rabelais (in An¬ 
schluss an Schneegans, Geschichte der grotesken Satire [1894] 
und die Untersuchungen von Lipps über das Komische). 

The Academy 1457: The words of Rabelais. — 1458: The 
poems of George Crabbe, ed. Holland. — Puritan drama. — 
1460: Master man, Tennyson as a religious teacher. 

The Athenaeum 3780: An unknown XVII Century poet. — 
3781: Reprints of English classics. — D ob eil, an unknown 
XVH-Century poet. — 3782: Livingstone, Goldsmitbs 
Deserted Village. — 3783: Toynbee, a reproduction of the 
Codice Trivulziano of Dante’s De vulgari eloquentia. 

English Historical Review April: Bäte son, The relations 
oT Defoe and Harley. 

Annales du Midi 46: H. Duffaut, Recherches historiques 
sur les prEnoms en Languedoc. — C. Chabantau, le Chan¬ 
sonnier prov. T (B. N. 151211). 

Revue critique 17: A. Jeanroy, Meraugis von Portlesguez 
von Raoul von Houdenc, hrsg. von M. Friedwagner. — R. 
Rosieres, REbelliau, Bossuet. — L. Roustan, Knauth 
Goethes Sprache und Stil im Alter. — 18: Oh. Basti de 
Maerkisch, Die ae. Bearbeitung der Erzählung von Apollomn,> 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 6. 


226 


v. Tyrus. — 19: T. R., Iphigenie en Tauride, drame de 
Goethe, traduit en vers fran^ais par Eugene dEichthal. — 
A. C., R. M. Meyer. Die deutsche Literatur des 19. Jahrh. 

Revue poL et litt. 12: L. S6ch6, Les amitifcs littSraires d’Alfred 
de Vigny. Sainte-Beuve. — 13: Vicomte Brenier de 
Montmorand, Le monde et les salons au XIX« si&cle. — 
Ch. Saglio, L’enfance de Ruskin. — 15: M. Prövost, Le 
roman au XIX« siede. 

Revue des cours et Conferences VIII, 22: P. Morillot, 
Les transformationsdu drame romantique. — Maur. Souriau, 
une source du ‘Victor Hugo racontö par un tömoin de sa 
vie\ — 23: G. Larroumet, Voltaire. L’influence de Shake¬ 
speare sur son thSätre. ‘Zaire*. — 24: E. Faguet, Voltaire. 
Son £ducation litteraire. — A. Beljame, John Lyly et 
l’Euphuisme. La jeunesse et les dfcbuts littöraires de John 
Lyly. III. — G. Larroumet, Les tragedies de Voltaire : 
Mörope. — 25: L. Claretie, Le th^atre de Ponsard: Le Lion 

• Amoureux. — 26: E. Faguet, Voltaire critique. — 27: F. 
Brunetiöre, Balzac. — E. Faguet, Voltaire. Ses idees 
littöraires. — G. Larroumet, Shakespeare en France ä 
l’öpoque de Voltaire. 

La Revue hebdomadaire 21. April: Vic. de Spoelberch 
de Lovenjoul, Le Prospectus de Sainte-Beuve pour les 
opuvres compRtes de Victor Hugo (1829). 

Noova Antologia 679: G. Finzi, II Petrarca nelf intimitä. 


Neu erschienene Bücher. 

Breymann, H., Die neusprachliche Reform - Literatur von 
1894—1899. Eine bibliographisch-krit. Uebersicht. Leipzig, 
A. Deichert Nachf. M. 2.25. 

Greif, Wilh., Neue Untersuchungen zur Dictys- und Dares- 
frage, I. Dictys Cretensis bei den Byzantinern. Progr. des 
Andreas-Realgymnasium zu Berlin. 40 S. 4°. 

Neusprachliche Abhandlungen, hrsg. von Dr. Clemens 
Klepper. 9. Heft: Die Uebertragung im sprachlichen Leben. 
Von Oberlehrer Dr. G. Krueger, Berlin. Dresden u. Leipzig, 
C. A. Koch’s Verlag (H. Ehlers). M. —.80. 

Paulsen, F., Schopenhauer. Hamlet. Mephistopheles. Drei 
Aufsätze zur Naturgeschichte des Pessimismus. Berlin, 
Besser’scbe Buchh. gr. 8°. XI, 259 S. M. 2.40. 

Sweet, H., History of Language. London, Dent & Co. 8°. 
sh. 1. 

Wundt, W., Völkerpsychologie. Eine Untersuchung der Ent¬ 
wicklungsgesetze von Sprache, Mythus und Sitte. 1. Bd. 
Die Sprache. 1. Teil. Leipzig, W. Engelmann. gr. 8°. XV, 
627 S. M. 14. 


Andersen, V., Adam Oehlenschliiger. Et livs poesie. Efter- 
moele. Kopenhagen, Nordiske Forlag. 8°. 5 kr. 50 ö. 

Brossmann, Hofmann v. Hofmannswaldau. Eine Studie über 
die schwülstige Schreibart. Wissenschaftliche Abhandlung. 
Progr. Liegnitz. Leipzig, G. Fock. gr. 4°. XXIV S. M. 1.20. 

Förstemann, E., Altdeutsches Namenbuch. 1. Bd. Personen¬ 
namen. 2. Aufi. (In 10 Lfgn.) 1. Lfg. Bonn, P. Hanstein. 
gr. 4°. XII u. Sp. 1—144. Subskr.-Pr. M. 4, späterer Pr. 
M. 5. 

Gerber, P. H., Goethe’s Beziehungen zur Medicin. Ein po¬ 
pulärer Vortrag, erweitert, mit Literatur und Anmerkungen 
versehen, nebst Goethe’s Geburts- und Todesanzeige. Berlin, 
S. Karger, gr. 8°. 88 S. M. 1.50. 

Gombert, Alb., Bemerkungen zum deutschen Wörterbuche. 
Progr. des König Wilhelm-Gymnasiums zu Breslau. 26 S. 4°. 

Hildebrand, Rud., Materialien zur Geschichte des deutschen 
Volkslieds. Aus Universitäts-Vorlesungen. 1. Teil: Das ältere 
Volkslied. Hrsg, von G. Berlit. Leipzig. B. G. Teubner. 
VIII. 339 S. M. 4. — Zeitschrift für deutschen Unterricht. 
14. Jahrg. Ergänzungsheft. No. 5. gr. 8°. 

Landnämabok. I—III: Hauksbök. Sturlubök. Melabök 
udgiven af det kongelige nordiske oldskrift-selskab. Kopen¬ 
hagen, Thiele. (Hrsg, von Finnur Jönsson.) LX u. 403 8. 8°. 

Poensgen. M.. Geschichte der Theorie der Tragödie. Von 
Gottsched bis Lessing. Ein Beitrag zur Geschichte der 
deutschen Aesthetik. 147 8. 8°. Leipz. I>iss. 

Sammlung kurzer Grammatiken germanischer Dialekte. Hrsg, 
v. W. Braune. II. gr. 8°. [II: Paul. H.. Mittelhochdeutsche 
Grammatik. 5. Aufi. XII. 183 S. M. 3.] 

Stengel, E., Mitteilungen aus dem Briefwechsel der Brüder 
Grimm u. Dorothea Grimms mit Oberappellationsrat Burchardi 
und dessen Tochter Wilhelmine in Kassel, (ln Festschrift 


der philos. Fac. zu Greifswald zu der 50 jährigen Jubelfeier 
des Herrn Heinrich Limprecht.) 

Vernaleken, Th., Deutsche Sprachrichtigkeiten und Sprach- 
erkenntnisse. Zweifelhafte Fälle, unsichere Begriffe, deutsche 
Personennamen und brauchbare Fremdwörter in einer alpha¬ 
betisch geordneten Auswahl nach zuverlässigen Forschungen 
erläutert. Wien, A. Pichlers Witwe u. Sohn. gr. 8°. VIII, 
317 S. M. 3. 

Weimer, H., Laurembergs Scherzgedichte, die Art und die 
Zeit ihrer Entstehung. Diss. Marburg 1899. 44 S. 8°. 

Wurzbach, W. v., Gottfried August Bürger. Sein Leben 
und seine Werke. Leipzig, Dieterich. M. 7. 

Zur Linde, 0., Heinrich Heine und die deutsche Romantik. 
Diss. Freiburg 1899. 219 S. 8°. 


Alt- und mittelengl. Textausgaben. Hrsg. v. F. Holt¬ 
hausen und L. Morsbach. 1. Heft. F. Holthausen, Incipit 
vita Hauelok, quondam rex Anglie et Denemarchie. 8°. M. 2. 
Heidelberg, Winter. 

Baildon, H. B., On the rimes in the authentic poems of 
William Dunbar. Diss. Freiburg 1899. 37 S. 4°. 
Boswell, J„ Life of Samuel Johnson. 3 vols. London, Mac- 
millan & Co. 8°. 10 sh. 6 d. no. 

Fehr, Bernh., Die formelhaften Elemente in den alten engl. 
Balladen. I. Teil. Wortformeln. Baseler Diss. 89 S. 8°. 
u. XXXIV Tabellen. 

Halleck, R. P., History of English Literature. New York 
1900. 8°. 5, 499 pp. M. 6.25. 

Johnson, S., Rasselas, Prince of Abyssinia : A Romance. 
Edited, with an Introduction, by Justin Hannaford. Hlust. 
by W. S. Rogers. Cr. 8vo. pp. xxiv—227. London, Greening. 3/6. 
Kabelmann, K., Joseph Addison’s literarische Kritik im 
‘Spectator*. Rostocker Diss. 1900. 74 8. 8°. 

Li bau, G., König Eduard UL von England und die Gräfin 
Salysbnry. Dargestellt in ihren Beziehungen nach Geschichte, 
Sage und Dichtung, unter eingehender Berücksichtigung des 
pseudoshakespeare’schen Schauspiels ‘The Raigne of King 
Edward the Tird*. 58 S. 8°. Heidelb. Diss. 

Mat her, Fr. Je wett. The Prologue, the Knight’s Tale, and 
the Nun’s Priest’s Tale from Cbaucer’s Canterbury Tales. 
Ed. with an introduction, notes and glossary. Boston, 
Houghton, Mifflin & Co. 

Mc Bryde, John McLaren, A study of Cowley’s Davideis. 

Johns Hopkins University Dissertation. 

Morgan, Appleton, a study in the Warwickshire dialect with 
a glossary and notes. 4 ed. New York. The Shakespeare 
press. London, Kegan Paul Trench Trübner & Co. X, 
485 S. gr. 8°. 

Münchener Beiträge zur roman. und engl. Philologie. 
Hrsg, von Prof. Dr. H. Breymann und Prof. Dr. J. Schick. 
Leipzig. Deichert. XVIII. Pierre Corneille auf der engl. 
Bühne und in der engl. Uebersetzungsliteratur des 17. Jahrh. 
Von Dr. Alfr. Mulert. 5. Bog. M. 1.50. — XIX. Lydgate’s 
Horse. Goose and Sheep. Mit Einleitungen und Anmerkungen. 
Hrsg, von Dr. M. Degen hart. 8 Bog. M. 3.25. 

New English Dictionary, A. on Historical Principles, Founded 
mainly on the Materials Collected by the Philological Society. 
Edited by Dr. James A. H. Murray, with the Assistance of 
many Scholars and Men of Science, Vol. 5, In — Infer. 4 to, 
sd. Oxford, Clarendon Press. 5/ 

Pattee, F. L., The Foundations of English Literature. Boston 
1900. 8". 394 pp. M. 7.50. 

Populär Studies in Mythology, Romance and Folk Lore. 
No. 6. The Fairy Mythology of Shakespeare. CT. 8 vo, sd. 
London, Nutt. 6" d. 

Shakespeare, W., A Midsummer Night’s Dream. With an 
Introduction and Notes by John Dennis, and Illusts. by 
Byam Shaw. (Chiswick Shakespeare.) Cr. 8vo, pp. xiii—99. 
London. G. Bell. 1/6. 

-King Lear. With an Introduction and Notes by John 

Dennis, and Illusts. by Byam Shaw. ('Chiswick Shakespeare). 
Cr. 8vo, pp. xiii—155. London, G. Bell 1/6. 

— — The Works of. Vols 9 and 10. tLarger Teinple Shake¬ 
speare.) Cr. 8vo. London. Dent. 4/6. 

Shakespeare : Works. 37 vols. (Eversley Ed.) Cr. 8vo, 
leather. London. Macmillan. Jeder Bd. 2/ 

Shakespeare, William, Prosody and Text. An essay in 
criticism being an introduction to a better editing and a 
more adequate appreciation of the works of the Elizabethan 
poets bv B. A. P. van Dam with the assistence of C. Stof fei. 
Leiden^ E. J. Brill. VIII, 437 S. roy. in 8°. M. 14. 


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227 


1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 6. 


228 


Smith, Goldwin, Shakespeare : The Man. An Attempt to 
Find Traces of the Dramatist’s Personal Character in his 
Dramas. Cr. 8vo, pp. 78. London, T. Fisher Unwin. 2/6. 
8 tu dien zur englischen Philologie. Hrsg, von L. Morsbach. 

V. Heft. gr. 8°. M. 10. [V: 8chmeding, 0., Ueber Wort¬ 
bildung bei Carlyle. XIII, 352 S. M. 10.] Halle, Niemeyer. 

The Chaucer Canon with a discussion of the works asso- 
ciated with the name of Geoffrey Chaucer by the Rev. Walter 

W. Skeat, Prof, of Anglo Saxon Cambridge. London, Sampson 
Low. Marston & Co., Ld., Exporters Publishers. Crown 8°. 
Preis 3 sh. 6 d. 

Tunk, P., Studien zur mittelenglischen Romanze The Squyr 
of lowe Degre. Diss. Breslau 1900. 68 S. 8°. 

Wilson, F., Dickens in seinen Beziehungen zu den Humoristen 
Fielding und Smollett. Diss. Leipzig 1899. 60 S. 8°. 
Woodberry, G. E., Makers of Literature : Being Essays on 
Shelley, Landor, Browning, Byron, Arnold, Coleridge, Lowell, 
Whittier and others. Cr. 8vo, pp. 448. London, Macmillan. 6/ 


Bätjer, H., Zwei Dichter des Lyonnais II. Progr. Eilbeck 
1900. 32 S. 4°. Leipzig, Fock. 

Beaumanoir, P. de. Coutumes de Beauvaisis; par Philippe 
de Beaumanoir. Texte critique, publik avec une introduction, 
un glossaire et une table analytique par Am. Salmon. T. 2. 
In-8°, XLVHI-555 p. Paris, lib. Picard et fils. 1900. fr. 14. 

S Collection de textes pour servir ä l’6tude de l’enseignement 
le Thistoire.] 

Berka, K., Zur Analogiewirkung im Französischen (Schl.). 

30 S. 8’. Progr. 8taats-Realscnule im VI. Bezirk. Wien. 
Borzelli, A., I Capitoli ed un Poemetto di Camillo Pelle- 
grino il Vecchio. Pubblicati per la prima volta. Napoli. 
R. Marghieri. M. 4. 

Brandes, G., Die Literatur des 19. Jahrh. in ihren Haupt¬ 
strömungen dargestellt. 1. Band. Die Emigrantenliteratur. 
2. Aufl. Leipzig, Veit & Co. gr. 8°. VII, 248 S. M. 5. 
Croce, Ben., Le categorie rettoriche e il prof. Gröber. Estratto 
dalla 'Flegrea*. Vol. II. fase. 1. Aprile 1900. 

De Cueto, L. A., Estudios de historia y de critica literaria. 
Los hijos vengadores en la literatura dramätica : Orestes, 
El Cid, Hamlet. — Etüde sur le Cancionero de Baena, — 
Sentido moral en el teatro. — La leyenda de Virginia en 
el teatro. (Coleccion de Escritores Castellanos, T. 116.) 
Madrid. 8°. 440 S. 4 pes. 

Ferrer y Izquierdo, M., Lope de Rueda, estudio historico- 
critico de este autor. Madrid. 8°. VIII, 113 S. 2 pes. 
Fertiault, F., Rimes bourguignonnes (texte et traduction); 
par F. Fertiault. Petit in 8°, vii-180 p. Paris, lib. Bouillon. 
1899. 

Finzi, G., Petrarca. Florenz, Barbara. 16°. L. 2. 
Girardin, Jos., Le vocalisme du Fribourgeois au XV® sifccle. 
Diss. Freiburg i. Schw. 50 S. 8°. (S.-A. aus Gröbers Zs. 
XXIV.) 

Hanssen, Friedr., Zur spanischen und portugiesischen Metrik. 
S.-A. aus den Verhandlungen des Deutschen Wissenschaft!. 
Vereins in Santiago. Valparaiso, G. Helfmann. 64 S. 8°. 
Hartmann’s, M., Schulausgaben. No. 1. Leipzig, Dr. P. 
Stolte. 8°. M. 1.60. 1: Sande au, J., Mademoiselle de la 
Seigli&re. Comödie en prose. Mit Einleitg. und Anmerkgn. 
hrsg. v. K. A. M. Hartmann. 5. Aufl. XII, 105 und 54 S. 
M. 1.60. 

H 6 mo n, F., Cours de litt£rature. Montesquieu. In-18, 75 pages. 
Paris, lib. Delagrave. 1900. 

Histoire de la langue et de la littörature fran^aise, des origines 
ä 1900, ornfce de planches hors texte en noir et en couleur, 
publiöe sous la direction de M. Petit de Julleville. Tome 
VIII: Dix-neuvieme si£cle(p6riodecontemporaine, 1850—1900). 
Un vol. in-8° de 928 pages, orn6 de 26 planches hors texte 
(Armand Colin et Cie., 6diteurs, 5, rue de M6zi£res, Paris), 
brochä fr. 16. [Le rSalisme, par 3t. A. David-Sauvageot. 
— Les pofctes, par M. H. Chantavoine. — Le thfcätre, par 
M. R. Doumic. — Le roman, par M. G. Pellissier. — 
L’histoire, par 31. Ch. Seignobos. — Les 31emoires au 
XIX« si&cle, par M. E. Bourgeois. — La critique, par M. 
E. Faguet. — Philosophes, moralistes, 6crivains et orateurs 
religieux, par M. R. Thamin. — Ecrivains et orateurs po- 
litiques, par M. Henry 3Iichel. — La presse au XIX® siöcle, 
par M. L£o Claretie. — La litt^rature scientifique au 
XIX® si£cle, par 31. Bernhard Brunhes. — Les relations 
litt^raires de la France avec l’Etranger, par M. J. Texte. 
— La langue frangaise au XIX® si&cle, par M. F. Brunot. 


— Mit diesem Bande liegt das verdienstliche Werk nunmehr 
vollständig vor.] 

La Grasserie, R. de, Etudes de grammaire comparfce. Des 
principes scientifiques de la versification framjaise. In-8°, 
448 p. Paris, lib. Maisonneuve et Marceau. 1900. 
Lamartine, A. de, Jocelyn, Episode (journal tronvö chez ud 
eure de village); par A. ae Lamartine. In-16, xxi-332 pages. 
Paris, lib. Hachette et Cie. fr. 3.50. 

-Premidres Mäditations poätiques, avec commentaires; la 

3Iort de Socrate; par A. de Lamartine. In-16, LXIX-274 p. 
Paris, lib. Hachette et Cie. 1900. fr. 3.50. [Cette edition 
est publice par la Socifctö propriötaire des oeuvres de Lamartine]. 
Le Chevalier ä l'6p6e, an Old French Poem edited by Edw. 
Cooke Armstrong. DisB. der Johns Hopkins University. 
Baltimore, John Murphy Company. 72 S. 8°. 

Loisne, A. de, Anciennes chartes infedites en langue vulgairc 
reposant en original aux archives du Pas-de-Calais (1221— 
1258). In-8°, 16 p. Paris, imp. nationale. 1900. [Extrait 
du Bulletin historique et philologique 1899.] 

Lope de Vega. Obras. Publicadas por la Real Academia 
Espaflola. Tome X. Crönicas y leyendas Dramäticas de 
Espafia. Cuarta seccion, con prölogo y notas de D. M. 
Menendez y Pelayo. Madrid. CLXIH. 564 S. 20 pes. 
Oschinsky, H., Der Ritter unterwegs und die Pflege der 
Gastfreundschaft im alten Frankreich. 84 S. 8°. Hall. Diss. 
Plion, A., Un Chansonnier national: BSranger (1780 —1857). 

Petit in-16, 52 p. Compifcgne, iraprim. Lefebvre. 1900. 
Plumptre, E. H., The Life of Dante. Edited by Arthur 
John Butler. Frontispiece. Cr. 8vo, pp. 250. London, 
Isbister. 2/6. 

Poup6, E., Les reprfcsentations scfcniques ä Cuers ä la fin du 
XVI® sifccle et au commencement du XVII« . Paris. 7 S. 
8°. S.-A. aus dem Bulletin histor. et philol. 1899. 
RasmusBen, E., Giac. Leopardi, som menneske, digter og 
tsenker. Kopenhagen, Gyldendal. 8°. 4 Kr. 50 ö. 

Riese, 0., Untersuchungen über die Ueberlieferung der En- 
fances Vivien. Hall. Diss. 62 S. 8°. 

Rius, L., Bibliografia critica de las obras de Miguel de Cer¬ 
vantes Saavedra. Tomos I y II. Madrid, Murillo. 4°. 40 pes. 
Robert, U., Les Origines du th&itre ä Besamjon. In-8®. 19 p. 
Nogent-le-Rotrou. impr. Daupeley-Gouverneur. Paris. 1900. 
[Extrait des 3I6moires de la 8oci6t6 nationale des antiquaires 
de FranceJ 

' Sabersky, H., Betonungswörterbuch der italienischen Sprache. 
Berlin, B. Behr’s Verlag. M. 1. 

Sandfeld Jensen, Kr., Rumaenske Studier I. Infinitiv og 
udtrykkene derfor i Rumaensk og Balkansprogene ; en sammen- 
lignende undersogelse. Kopenhagen. Diss. IV, 135 S. 8°. 
Schilling, Spanish Grammar. Translated and edited by Fred. 

Zagei. New York. 12. VI, 340 S. 

Schwabe, P., 3Iichel de Montaigne als philos. Charakter. 
Ein Beitrag zur Kulturgeschichte der Renaissance. 191 S. 
8°. Leipz. Diss. 

Storch, Ad., Vokalharmonie im Rumänischen. 84 S. 8°. 
Leipz. Diss. 


Literarische Mitteilungen, Personal¬ 
nachrichten etc. 

Eine Publikation, die von der allergrössten Bedeutung 
für die romanische Philologie zu werden verspricht, beginnt 
demnächst zu erscheinen: Atlas linguistique de la 
France publi6 par J. Gilliferon et E. Edmont (sous 
les auspices du ministöre de l’instruction publique). Die mit 
dem jüngst versandten Prospekt zu gleicher Zeit ausgegebenen 
2 Probeblätter erwecken das allergünstigste Vorurteil und 
stellen eine Musterleistung in Aussicht. Zur Orientierung 
mögen folgende Sätze aus diesem Prospekt dienen. „Cet Atlas 
se composera de 1700 ä 1900 feuilles, dont chacune repro- 
duira la carte de France complete et sera consacrde ä un mot 
ou ä un type morphologique. Ceux-ci y seront reproduits tels 
qu’ils auront 6t6 recueilhs sur place par M. Edmont dans 
environ 650 localites disseminöes sur le territoire roman de la 
France (la Corse exceptöe), de la Belgique, de la Snisse, de 
TAlsace, dans les Hes Normandes et dans quelques hautes 
vallöes du Piömont. — Dans les spöcimens ci-joints [abeille. 
aiguille], qui, selon tonte probabilite, donnent l’aspect d^finitif 
qu’auront nos cartes, Templacement des localitGs etudiees est 
d^terminö par un chiffre. En töte de notre Atlas, se trouveront 
deux cartes d’orientation qui reproduiront ces chiffres en les 
accompagnant, Tune du nom frangais, l’autre du nom patois 


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229 


1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 6. 


230 


des points explorgs; une troisi&me carte donnera la clef du 
Systeme que nous avons suivi dans le nuuterotage. — Notre 
Atlas ne comprendra pas, ainsi que pourraient le laisser supposer 
i nos deux späcimens, que des formes recueillies isotement, sans 
! attache syntactique : beaucoup de feuilles, notamment toutes 
celles qui auront trait a la morphologie, retraceront des formes 
extraites de petites phrases usuelles. Ces formes seront ex- 
pos6es telles qu’elles se seront pr6sent6es dans leur association 
syntactique, et l’on indiquera naturellement les phrases dont 
eiles auront 6t6 d6tach6es. Presque toujours, (Tailleurs, les 
cartes permettront au lecteur de reconstituer ces dernteres dans 
leur integritö. — VAtlas Unguistique de la France sera suivi 
(Tun fort volume qui renseignera le lecteur sur les conditions 
dans lesquelles les matäriaux auront 6t& recueillis, sur Tage, 
l’Stat social, le degr6 de culture intellectuelle des personnes 
interrogGes; il contiendra des renseignements de toute nature 
qui n’auront pu trouver place dans les cartes, des complßments, 
d information recueillis en certains points, enfin des tables qui 
faciliteront la consultation de l’Atlas. — Nous nous interdisons 
formellement de faire figurer, soit dans T Atlas, soit dans le 
volume qui y fera suite, aucun mot, aucune forme qui n’aient 
£te recueillis par nous de la houche des sujets consultes sur 
place. — L 'Atlas Unguistique de la France paraitra par fascicules 
de 50 feuilles. Le fascicule coütera 20 francs pour les sou- 
scripteurs. ltes Tapparition du premier, le prix en sera port6 
ä 25 francs. En outre, un petit nombre d’exemplaires seront 
tites sur papier Japon franqais tres räsistant; le prix du 
fascicule de 50 feuilles de cette Edition est fix6 ä 30 francs. 
II ne sera tir6 que tr&s peu d’exemplaires en sus de ceux 
auxquels il aura 6t6 souscrit. La publication commencera d£s 
que Tenquete sur place sera termntee (juillet-aoüt 1901). Il 
paraitra 6 fascicules par an“. Man subscribiert auf den Atlas 
Unguistique bei H. Champion (libraire - editeur, 9, quai 
Voltaire, Paris), der durch seine höchst anerkennenswerte 
Opferwilligkeit ein grosses Verdienst an dem Zustandekommen 
des Werkes hat. Mögen die Herausgeber für ihre mühsame 
und entsagungsvolle Arbeit, für die ihnen die gesamte Romanistik 
zu wärmstem Dank verpflichtet ist, den wohlverdienten Lohn 
linden. 

Fast zu gleicher Zeit mit dem Prospekt des Atl. ling. de 
la France erschien der „Premier Rapport annuel 1899“ 
des ‘Glossaire des Patois de la Suisse romande* 
(Xeuchatel, P. Attinger. 16 8. 8°.), der über Stand und Fort¬ 
schreiten dieses Unternehmens in willkommener Weise orientiert. 
Auch dieses gross angelegte Werk, das wir in erster Linie der 
weitblickenden Initiative und der vor keiner der vielen einem 
solchen Unternehmen sich entgegenstellenden Schwierigkeiten 
zurückschreckenden Energie L. Gauchats verdanken, wird 
der romanischen Sprachforschung die grössten Dienste leisten. 

Der Privatdozent der engl, und altnord. Literatur an der 
Universität Breslau, Dr. Jiriczek, wurde zum ao. Professor 
ernannt. 

Druckfehler-Berichtigung: Auf Sp. 174, Z. 1 v. u. lies 
Beruiatorum statt Berriatorum . 


Der Vorstand der Deutschen Shakespeare-Gesell¬ 
schaft hat, ausgehend von dem Gedanken, dass durch Preis¬ 
ausschreibungen die Erkenntnis und die Darstellung Shake¬ 
speares wesentlich gefördert werden kann, in seiner Sitzung 


vom 22. April beschlossen, für die beste Bearbeitung des 
Themas „Shakespeares Belesenheit“ einen Preis von 
800 M. auszusetzen. 

Die Bearbeitungen sind in Deutscher Sprache bis zum 
1. April 1901 an den geschäftsführenden Ausschuss der Deutschen 
Shakespeare-Gesellschaft in Weimar einzusenden. 

Als Preisrichter haben sich bereit erklärt zu wirken die 
Herren: Prof. Dr. Schick, München, Prof. I)r. Wülker, Leipzig, 
Albert Cohn, Berlin. Die Preisverkündigung erfolgt bei der 
nächsten Jahresversammlung der Deutschen Shakespeare-Ge¬ 
sellschaft am 23. April 1901. 

Die preisgekrönte Arbeit geht in das Eigentum der Ge¬ 
sellschaft über. 

Weimar, den 23. April 1900. 

Der Vorstand der Für den geschäftsführenden 

Deutschen Shakespeare-Gesellschaft Ausschuss 

Dr. Oechelhäuser. von Bojanowski. 


Erklärung. 

Herr Dr. Richard von Muth, Direktor des Niederösterr. 
Landes Lehrer-Seminars in St. Pölten, welcher nicht mehr in 
der Lage ist, seine verdienstvollen Nibelungenstudien fortzu¬ 
setzen, hat mir aus Anlass der Veröffentlichung meiner Arbeit 
über die Handschriftenverhältnisse des Nibelungenliedes seine 
sorgfältige Kollation der Hs. B nebst einigen Sammlungen 
zum Nibelungenliede übergeben. Wenn ich hierdurch in den 
Stand gesetzt bin, die schon in meinem Besitz befindliche 
Kollation der Hs. B von K. Bartsch zu berichtigen und zu 
ergänzen, so nehme ich ebenso gern Anlass, auch öffentlich 
Herrn Dr. von Muth meinen Dank auszusprechen für den 
Dienst, welchen er im Interesse der Sache einem ihm persönlich 
ganz unbekannten Gegner der früher von ihm vertretenen An¬ 
schauungen geleistet hat. 

Heidelberg. WilhelmBraune. 


Notiz. 

Muret-Sanders, Encyklopädisches Wörterbuch der 
englischen und deutschen Sprache. Teil II, deutsch¬ 
englisch, 2. (Schluss-) Abteilung, bearbeitet (A — E) von Prof. 
Daniel Sanders, fortgesetzt von Prof. Dr. Immanuel Schmidt. 

Durch das am 12. Mai d. J. erfolgte Ableben des verdienten 
Anglicisten Immanuel Schmidt wird in dem Erscheinen des 
Wörterbuchs keine Unterbrechung entstehen. Das Manuskript, 
welches von der Verlagsbuchhandlung unter Mitwirkung mehrerer 
Fachgelehrter bis zum Buchstaben Z fertiggestellt worden ist, 
wurde von dem Verstorbenen bis einschliesslich des Buchstaben 
S überarbeitet. Für die Durchsicht und Prüfung des Rest- 
Manuskriptes ist ein bekannter Gelehrter bereits gewonnen, 
während die Drucklegung des Werkes von der Verlags¬ 
handlung nach wie vor überwacht und besorgt wird. 


Berichtigung. 

Die von mir soeben veröffentlichte Christophoruslegende 
ist in sechszeiligen Strophen der Form aaaabb geschrieben. 
Die ambrosianische Handschrift setzt sie richtig ab. Dass ich 
es übersah, ist Folge der Eile, in der ich den Beitrag zu liefern 
gezwungen war. 

Halle, 17. Mai 1900. Berth. Wiese. 


NOTIZ. 

Den germanistischen Teil redigiert Otto Behaghel (Giessen, Hofmannstrasse 8), den romanistischen und englischen Teil Pritl Neil mann 
(Heidelberg, Hauptstrasse 73), und man bittet, die Beiträge (Recensionen, kurze Notizen, Personalnachrichten etc.) dem entsprechend gefälligst zu adressiren. 
Die Redaktion richtet an die Herren Verleger wie Verfasser die Bitte, dafür Sorge tragen zu wollen, dass alle neuen Werke germanistischen und romanistischen 
Inhalts ihr gleich nach Erscheinen entweder direct oder durch Vermittelung von O. R. Reisland in Leipzig zugesandt werden. Nur in diesem 
Falle wird die Redaction stets im Stande sein, über neue P u b 1 i c a t i o n e n eine Besprechung oder kürzere Bemerkung 
In der Bibliographie) zu bringen. An O. R. Reisland sind auch die Anfragen über Honorar und Sonderabzüge zu richten. 


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1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 6. 


232 


Preis für dreigespaltene 
Petitzeile 26 Pfennige. 


Literarische Anzeigen. 


Beilagegebübren nach 
Umfang M. 12, 15 n. 18. 


Verlag: Art. Institut Orell Füssli, Zürich. 


Französische Sprachlehrmittel. 

Baumgartner, Andr., Pro!., Grammaire fran$aise, franz. 
Grammatik für Mittelschulen. 3. Aufl. geh. M. 1.25 

-Exercices de Fran^ais. IJebungshuch zum Studium 

der franz. Grammatik, im Anschluss an des Verfassers 
„Grammaire Fran^aise“. 2. Aufl. geh. M. —.80 

-und Zuberbühler, Neues Lehrbuch der franz. 

Sprache. Orig. Leinenbd. 12. Aufl. M. 2.— 

Wörterverzeichnis hierzu M. —.30 


Englische Sprachlehrmittel. 

Baumgartner, Andreas, Prof., Lehrgang der englischen 
Sprache. 1. Teil. 6. Aufl. geh. M. 1.80 

2. „ 3. „ „ M. 2.— 

-The International English Teacher. First english 

Book for German, French and Italian Schools. 3. Auflage. 

geb. M. 2.— 

-William Wordsworth. Nach seiner gemeinverständ¬ 
lichen Seite dargestellt. Mit Bild, 12 Orig. Gedichten und 
Uebersetzungen. br. mit Goldschn. M. 1.50 


Italienische Sprache. 

Zuberbühler, A., Kleines Lehrbnch der italienischen Sprache. 3. Aufl. 

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Fr. Zarncke. Von Anfang an (1850) bis 1899. 4°. Leipzig 
1850—99. Pbde. und brocb. (M. 1120.—) Ganz voll¬ 
ständiges Exemplar, sehr gut erhalten, nur teilweise mit 
einem kleinen Stempel versehen. 300.— 

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C. W. M. Grein. 2 Bde. Göttingen 1859—63. (Bd. 1 in 
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Goethe, Faust. Erster Teil. Illustr. v. A. Liezen-Mayer. 
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Renaissance und Reformation. Von A. Kaufmann, 
E. Mogk, H. Hirt, F. Schwally, A. Conrady, 0. Henne am 
Rhyn, A. Geiger. (Aus: Hellwald, Kulturgeschichte). 
Lex. 8°. Leipzig 1897. VIII, 984 S. mit ca. 700 Ahb. 
und 14 Taf. Eleg. Lwd. (M. 18.—) 11.— 


Lessing, Werke. Hrsg. v. K. Lachmann. 13 Bde. Mit 
Portrait. Berlin 1838—40. Hfz. Vergriffen. 30.— 

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Schmeller, J. A., Bayerisches Wörterbuch. 2. Ausg. bearb. 

v. G. C. Frommann. 2 Bde. München. (M. 30.—) 20.— 

Sybel, H. v., Die Begründung des deutschen Reichs durch 
Wilhelm I. 4.-7. Aufl. 7 Bde. München 1892 - 99. 
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ersten Male aus dem Urtext vollständig und tren über¬ 
setzt v. G. Weil. 3. Aufl. 4. Abdr. 4 Bde. in 2. Mit 
718 Illustr. Lex. 8°. Bonn 1897. Prachtbd. in Karton. 
Tadellos neues Exempl. dieser schönen Ausgabe. (M. 20.—) 

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Umfangreiches Lager neuer und antiquarischer Werke 
der germanischen und romanischen Sprachen und Literaturen 
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in- und ausländische Journale und Lieferungswerke. — An¬ 
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— Antiquariats - Kataloge aller Wissenschaften gratis und 
franko. 


Verantwortlicher Redacteur Prof. Dr. Fritz Neumann in Heidelberg. — Druck v. G. Otto’a Hof-Buohdruckerei in Darrostadt. 

Ausgegeben am 12. Juni 1900. 


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LITERATURBLATT 

FÜR 

GERMANISCHE UND ROMANISCHE PHILOLOGIE. 


HERAUSGEGEBEN VON 


D R OTTO BEHAGHEL 

o. ö. Professor der germanischen Philologie 
an der Universit&t Giessen. 


UND 


D R FRITZ NEUMANN 

o. ö. Professor der romanischen Philologie 
an der Universität Heidelberg. 



VERLAG VON 


Erscheint monatlich. 

0. R. RETSLAND, LEIPZIG. 

Preis halbjährlich M. 5. 50. 

XXI. Jahrgang. 

Nr. 7. Juli. 

1900. 

Bruchmann, Poetik (Wetz). 

Waltharii poesis. Das Waltharilied Ekke¬ 
hards I.Hrsg. y. H. Althof (Marold». 

Sykes, French Elements in Middle English 
(Franz). 

Holthausen, Die ae. Waldere - Bruchstücke 

Betz, Bodmer und die franz. Literatur (Mahren- 
h o 11 z). 

Zur Dante-Literatur XX (Kraug). 
Pallioppi, Wörterbuch der romanischen Mund¬ 
arten des Ober- und Untereogadlns. Deutsch- 
Romanisch (Sachs), 
j Bibliographie. 

! Literarische Mitteilungen. 

Blanckenburg, Studien über die Sprache 
Abrahams a s. Clara (Socin). 

Chronik des kgl. deutschen Seminars an der i 
Universität Leipzig 1876- 1898 iFrinke 1). | 

(B i n z). 

Lichtengtein, Vergl. Untersuchung über die 
jüngsten Bearbeitungen der Chanson de Girart 

1 de Yiane (Becker). 


Kurt Bruchmann, Poetik. Naturlelire der Dichtung. 

Berlin, Verlag von W. Hertz (Besser’sche Bucbhandl.) 1898. 

V und 406 S. 8°. M. 6. 

Das Buch Bruchmanns ist das Ergebnis langjähriger 
gewissenhafter Arbeit und darf allein schon wegen der 
Frille des verwerteten Materials auf freudige Anerkennung 
rechnen. Der Verf. hat eine sehr ausgedehnte Belesen¬ 
heit in den verschiedensten Literaturen und übersieht die 
Forschung, sowohl die anthropologische und philosophisch¬ 
ästhetische als auch die philologische, in einem Masse, wie 
man es selten bei einem Einzelnen trifft. Seine Absicht 
scheint gewesen zu sein, dem Leser möglichst viele sorg¬ 
fältig- geprüfte Thatsaclien vorzulegen und die Be¬ 
trachtungen über diese dagegen zurück treten zu lassen. 
Der erste Teil handelt über Ursprung und Wesen der 
Poesie. Hier müssen wir die trefflichen Erörterungen 
über „Die Antriebe“ und über die „Allgemeine Form 
der Poesie: Rhythmus und Reim“ lobend hervorheben, 
während die Abschnitte über das Wesen der Poesie und 
über die Beteiligung der Männer und Frauen weniger be¬ 
friedigen. Der zweite Teil, der die poetischen Gattungen: 
Lyrik, Epos und Drama und ihre wichtigsten Arten ent¬ 
hält. ist so gegliedert, dass nach einer Bestimmung des 
Namens ein Ueberblick über die Entwicklung der betreffen¬ 
den Gattung bei den verschiedensten Völkern gegeben 
wird und daran allgemeine Betrachtungen sich schliessen. 
Die historischen Partieen sind unseres Erachtens ver¬ 
hältnismässig zu ausführlich. Ihnen sind beim Drama 
über hundert, beim Epos über fünfzig Seiten eingeräumt, 
nicht gerechnet die Abschnitte über Phantastik im Volks¬ 
und Kunstepos, in dem die verschiedenen Formen, in 
denen sie im Epos erscheint, aufgezählt werden und die 
Götterraaschinerieen von Voltaire’s Henriade ruhig neben 
den mythischen Gestalten alter Volksepen stehen. Es 
war ein grosses Verdienst, das Alles zu lesen und be¬ 
quem für den Leser neben einander zu stellen, was er 
sonst aus hunderten von Büchern sich hätte zusammen¬ 
suchen müssen. Allein lieber wäre es uns gewesen, der 
geistvolle Autor wäre mehr liervorgetreten und hätte 
auf Grund eines so umfassenden Materials streitige Fragen 
der Entscheidung näher zu bringen gesucht. Offenbar 
wird er durch die Rücksicht auf den knappen Raum ge¬ 
hemmt. Statt uns das Ergebnis der Verhandlungen 
Goethes und Schillers über Drama und Epos zu geben, 


verweist er nur kurz darauf. Grössere Ausführlichkeit 
waltet bloss in dem vieles Beachtenswerte bringenden 
Abschnitt: Gesamt-Anschauung vom Drama S. 318—372. 

Verunglückt scheint uns die Behauptung (S. 53), 
dass das Wesen der Poesie „Steigerung“ sei. „Die 
Form ist Gesang, Rhythmus, Reim. Der Inhalt hebt in 
Auswahl lebhaftere Empfindungen hervor.“ Zahlreiche 
unserer schönsten lyrischen Gedichte stellen das Ver- 
schwebende einer zarten Stimmung dar: das Poetische 
daran ist sicher nicht die „gesteigerte“ Empfindung. Bei 
dem „Verlassenen Mädchen“ Mörikes hebt auch der Verf. 
noch besonders hervor, dass hier nichts von Metapher, 
nichts von Phantastik vorhanden, ja auch in der Sprache 
nichts Ungewöhnliches sei. Was bleibt dann noch übrig, 
da „Auswahl des Themas und Isolierung der Empfindung“ 
(S. 68), die er daneben noch nennt, ein Gesetz jeder 
Darstellung, nicht eine Forderung der Steigerung sind? 
Die sogenannten Redefiguren, Metaphern u. s. w., wo sie 
als blosser Schmuck (S. 68) der Rede dienen sollen 
und nicht dastehen, weil der Dichter die Fülle dessen, 
was er zu sagen hat, mit unserer Alltagssprache nicht 
ausdrücken kann, verraten uns am sichersten den Dichter¬ 
ling. Auch sind sie nicht einmal für die dichterische 
Sprache mehr charakteristisch als für die rhetorische. 
Wenn der Dichter altertümliche Wendungen gebraucht, 
so leitet ihn nicht das Streben nach Steigerung durch* 
geschmückte Rede: sie sind poetischer, weil sie von den 
vielen trivialen Assoziationen frei sind, die sich an das 
täglich gebrauchte Wort anhängen und dessen Gefühls¬ 
wirkung vermindern. Statt einer trockenen Aufzählung, 
die bedenklich an die alte Rhetorik erinnert, hätte der 
Verf. uns eine Dynamik der Redefiguren wie über¬ 
haupt der Dichtersprache geben sollen, zu der ich mich 
erinnere bei H. Spencer und Guyau einige Beiträge ge¬ 
funden zu haben. Wir schieben den hervorgehobenen 
Mangel auf die ungenügende Definition des Verf. von 
Poesie, während die auf derselben Seite (S. 53) ge¬ 
gebene Schiller’sche Definition unseres Erachtens den 
Punkt, auf den es ankommt, richtig bezeichnet (Vielleicht 
dürfen wir hier ein kleines geistvolles Schriftchen: L. 
Kessler, Das Wesen der Poesie (Leipzig 1889) an¬ 
führen, welches das Gebiet der Poesie gegen unpoetische, 
wenn auch gereimte und geschmückte Rhetorik schärfer 
abzugrenzen sucht, leider aber beharrlich von allen 

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235 


1900. Literaturblatt für germanische und romanische Philologie. Nr. 7. 


236 


Philologen ignoriert wird.). Ben Unterschied zwischen 
epischen und tragischen Helden, von denen jene als mit 
dem Schicksal übereingestimmt, diese als im Gegensatz 
zu ihm stehend bezeichnet werden, hat Klein, wie uns 
dünkt, glücklicher dahin bestimmt, dass bei dem epischen 
Helden ein anderes Pathos herrsche als bei dem tragischen, 
dass jener geschwellt sei von dein Hochgefühl der Ueber- 
einstimmung seiner Ziele mit denen seines Volkes und 
mit dem Sittengesetz, während bei dem tragischen Helden 
seine individuellen hiergegen streitenden Ziele eine 
wehevolle innerlich zerrissene Stimmung erzeugen — 
was wenigstens auf die meisten grossen Tragödien und 
sicherlich die Shakespeare’schen — den „Romeo“ aus¬ 
genommen — passt. — S. 329 wird die Bemerkung 
Goethes angeführt, Schiller habe vom Motivieren nichts 
gehalten; seine eigenen Stücke würden dadurch vom 
Theater entfernt, dass er z u viel motiviere. Sie stimmt 
mit dem Worte Voltaires überein, dass auf dem Theater ! 
„il faut plutot frapper fort que frapper juste“. Alt- ! 
modischen Leuten wie dem Rezensenten erschien sie immer j 
als ein Beweis für die Falschheit des Satzes, gegen den ; 
Aristoteles, Lessing und Schiller stehen, dass im Drama I 
die Charakterzeichnung und die strenge Begründung der j 
Handlung durch die Charaktere die Hauptsache sei. 
Diese besitzen die Goethe’schen Dramen in weit höherem 
Masse als die Schiller’sehen ohne ihnen doch als Dramen 
gleich zu kommen. Fein ist die nur etwas zu kurze 
Betrachtung über das Lustspiel (S. 355 ff.). Schade, 
dass hierbei Moliöre nicht mehr berücksichtigt wurde! 
Bei seinen komischen Gestalten glaubte ich stets ein 
Gegenstück zu der Hybris der tragischen Gestalten zu 
erkennen. 

Von der Fülle der bewältigten Literatur giebt ein 
stattliches Verzeichniss am Schluss und äusserst knappe 
Nachweise unter dem Text Kunde. 

Ein Rezensent ist selten in der Lage zu wünschen, 
ein Autor möchte ausführlicher gewesen sein. Hier ist 
er es manchmal. 

Giessen. W. W e t z. 


Waltharii poesis. Das Waltharilied Ekkehards I. von St. 
Gallen nach den Geraldushandschriften herausgegeben und 
erläutert von Hermann Althof. Erster Teil. Leipzig, 
Dietrich’sche Verlagsbuchhandlung 1899. VIH und 184 8. 
M. 4.80. 

Die ausführliche Einleitung des Buches ist ein aus¬ 
giebiges Repertorium der gesamten Walthariliteratur bis 
zum Anfang des Jahres 1899; es wird kaum dem Verf. 
etwas entgangen sein, was über die Sage, den Dichter 
bezw. Besserer und die üeberlieferung des lateinischen 
Gedichtes sowie dessen innere und äussere Beschaffenheit 
je geschrieben ist. In kurzen und knappen Berichten 
werden wir über die Resultate der wichtigsten Publikationen 
orientiert. Ueber den Ursprung der Sage lehnt der 
Verf. es ab (S. 17) eine eigene positive Ansicht zu 
äussern, dagegen tragen S. 30 f. die eigenen Aus¬ 
führ